Mit diesen einfachen Tricks minimierst du deine Ausgaben

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Nach knapp einem Jahr veröffentliche ich heute den ersten Gastartikel auf zendepot.

Geschrieben hat ihn Thomas Mangold, ein Wiener Bloggerkollege, den einige meiner Leserinnen und Leser sicher bereits kennen.

Thomas greift ein Thema auf, das trivial klingt, aber im Alltag doch so schwer umzusetzen ist:

Wir können nur das Geld sparen, das wir nicht ausgeben.

Wie aber können wir uns selbst daran hindern, mehr Geld auszugeben, als wir uns vorgenommen haben? Wie verhindern wir Impulskäufe?

Thomas verrät uns mehr:

Du kennst das sicher, wenn du vor der Auslage oder im Geschäft stehst und mit dir kämpfst, ob du dieses Gerät, dieses Kleidungsstück oder was auch immer kaufen sollst. Oder ob du doch lieber die Finger davon lässt.

Dein innerer Dialog sieht wohl so, oder so ähnlich aus:

Geldverschwender: „Kauf dir das doch, du hast es dir verdient.“

Sparefroh: „Brauchst du das wirklich? Das ist doch ziemlich teuer!“

Geldverschwender: „Irgendwann muss man sich doch auch was gönnen oder?“

Sparefroh: „Du musst nicht alles haben was gerade angesagt ist, oder?“

Und so weiter und so fort.

Gewinnt auch bei dir der kleine Geldverschwender diesen Dialog?

Dann habe ich jetzt zwei gute Nachrichten für dich:
1. Du bist damit nicht alleine, so geht es vielen.
2. Es gibt Möglichkeiten, dass der Sparefroh als Sieger aus diesem inneren Dialog hervorgeht.

Daher hier ein paar Tipps, wie dir das gelingen kann:

Rechne nicht in Euro

Vor allem die älteren Leserinnen und Leser werden vielleicht noch in DM oder Schilling umrechnen. Ich muss immer lächeln, wenn meine Mutter Sätze wie „das ist doch Wahnsinn, das sind ja 10.000,- Schilling“ sagt.

Aber die Idee mit dem Umrechnen finde ich gar nicht so schlecht. Natürlich empfehle ich dir hier jetzt nicht in Schilling oder DM umzurechnen, aber warum rechnest du nicht in Zeit um?

Ja das meine ich ernst, rechne den Preis eines Produktes einfach in Zeit um, genauer gesagt in Arbeitszeit.

Dazu berechnest du zuerst deinen durchschnittlichen Stundenlohn. Nimm einfach dein monatliches Nettogehalt und teile es durch die Anzahl der gearbeiteten Stunden.

Nehmen wir beispielsweise an, dein berechneter Netto-Stundenlohn beträgt 10€. Jetzt stehst du im Elektro-Discounter und willst dir diesen unwiderstehlichen Tablett-PC kaufen, der allerdings die Kleinigkeit von 400€ kostet.

Okay dann rechnen wir mal: 400€ durch 10€ ergibt 40 Arbeitsstunden.

Also kostet dieser supertolle Tablett-PC – den du eigentlich nicht wirklich brauchst – eine ganze Arbeitswoche! Von dieser Warte betrachtet findest du ihn vielleicht nicht mehr ganz so supertoll, oder?

Dasselbe kannst du übrigens auch mit deinen Fixkosten machen. Wie lange musst du arbeiten, bis du deine Mietwohnung, die Kreditrate, deine Abo-Verträge und die Kosten für das Auto abbezahlt hast?

Möglicherweise wird dich das Ergebnis ein wenig schocken…

Eine weitere Möglichkeit, um dem Geldverschwender Wind aus den Segeln zu nehmen:

Stelle dir ein paar Fragen

Eine gute Freundin von mir, die fast schon Shopping-süchtig war, hat folgendes System entwickelt:

Sie hat fünf Fragen, ausgedruckt auf einen kleinen Zettel, immer bei sich in ihrer Geldbörse. Auch auf ihrem Computer-Monitor kleben diese fünf Fragen.

Jedes mal wenn sie das Bedürfnis hat, etwas zu kaufen, ganz egal ob online oder offline, beantwortet sie zuerst diese Fragen.

Sie ist erschreckend erfolgreich damit, denn das Ergebnis ist: Mit diesem kleinen Trick hat sie ihre Ausgaben um mehr als die Hälfte reduziert.

Jetzt bist du sicher gespannt auf die fünf Fragen, oder?

Hier sind sie:

1. Wirst du es wirklich benutzen?

Wirst du dieses Ding, das du kaufen willst, auch wirklich regelmäßig verwenden, oder landet es nach ein paar Tagen in der Schublade, im Kasten, oder im Abstellraum?

2. Wird es deinem Leben einen Mehrwert geben?

Dieses Ding, das du da kaufen willst, hat es einen wirklichen Mehrwert für dein Leben? Profitierst du davon? Und wenn ja, in welcher Form und in welchem Ausmaß?

3. Wie oft benötigst du es?

Einmal im Jahr, zweimal im Monat, wöchentlich, mehrmals täglich? Wie oft brauchst, oder trägst du dieses Ding wirklich?

4. Kannst du es auch ausborgen?

Musst du dieses Ding wirklich kaufen? Ist es nicht möglich, es auszuborgen? Diese Frage werde ich mir stellen, wenn ich mir das nächste mal ein Auto kaufen will.

In Wien gibt es mit Car2Go einen einfachen und tollen Service, sich ein Auto ausborgen zu können. Das ist mit Sicherheit kostengünstiger und einfacher als ein Neues zu kaufen.

5. Brauchst du es heute?

Brauchst du dieses Ding wirklich schon heute, oder genügt es auch, wenn du es in einem Monat kaufst?

Wenn du alle diese Fragen zu Gunsten eines Kaufes beantworten kannst, warte trotzdem noch einen Monat. Ist das Bedürfnis dann immer noch da, schlag zu.

Das Fazit für dein Geld- und Selbst-Management

Mit einfachen Maßnahmen und Fragen kannst du deine Ausgaben in den Griff bekommen und unnötige Ausgaben, über die du dich schon kurz nach dem Kauf ärgerst, vermeiden.

In diesem Sinne kann ich dir nur empfehlen: Spare bei deinen Ausgaben aktiv, dann bleibt dir mehr, um Holgers Empfehlung zu folgen und passiv zu investieren.

Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!

Genieße deinen Tag,
Thomas

Thomas Mangold ist Blogger, Autor, Coach und Vortragender zum Thema Selbst-Management.
 
Wenn du mehr Tipps und Tricks für ein besseres Selbst-Management, sowie über Produktivität und effizienteres Lernen, Leben und Arbeiten erfahren willst, schaue doch mal auf seinem Blog vorbei oder höre in seinen Podcast rein.

Mit welchen Tricks hältst du dich davon ab, Dinge zu kaufen, die du eigentlich nicht brauchst? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

Bildquelle: Pixabay (bearbeitet), lizensiert unter CC0 1.0

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{ 13 Kommentare… add one }
  • Thomy 6. März 2014, 09:22

    Der Artikel gefällt mir gut und zeigt abseits vom eigentlichen Thema dieses Blogs, eine Richtung, die auch zum Finanzmanagement gehört.
    Seit einiger Zeit achte ich in der Tat mehr darauf, ob ich die Dinge wirklich benötige und wenn ja, wie oft. Der Mehrwert entscheidet dann oft über den Kauf.

    Bemerkbar macht sich das vor allem bei T-Shirts und Co. Wer schon 25 Stück im Kleiderschrank hat, wird kaum ein weiteres schwarzes Basic-Shirt benötigen.
    1. Hat man genügend davon, 2. wäscht man, bevor man die ganzen 25 Shirts angehabt hat und 3. frisst der Gegenstand nicht nur Zeit (nicht nur bei der Anschaffung, auch beim Waschen, Zusammenlegen, ggf. Bügeln) und Geld, sondern auch auch irgendwie Nerven („mittlerweile habe ich so viel – ich muss mal wieder ausmisten“ oder „mein Schrank platzt aus allen Nähten!).

    Mit freundlichen Grüßen,
    Thomy

    • Thomas 6. März 2014, 10:34

      Hallo Thomy!

      Du sprichst mir aus der Seele, vor allem weil ich vor kurzem meinen Kleiderschrank entrümpelt habe.
      Es war erschreckend wie viel davon ich nur sehr selten an hatte.
      Vorher überlegen war da nicht immer angesagt 🙂

      lG Thomas

  • Capri 6. März 2014, 10:07

    Hi,

    diese Ansätze sind nur zu empfehlen, besonders mit den Kosten der eigenen Lebenszeit. Das ist aber nicht nur interessant bei Konsumausgaben, sondern wenn man auch einen Dienstleister für irgendwas hinzuziehen will.

    Einfaches Beispiel -> Wohnung malern. Kann ich in der Zeit in dem ein Dienstleister das abwickelt nicht selbst etwas tun um Geld zu verdienen anstatt Urlaub zu nehmen? Etc. . .

    Generell sollte man bei Konsumprodukten auch eben den genannten Mehrwert abstecken. Ich gebe zum Beispiel keine 3-stellige Summen aus für Dinge die nicht nicht sehr oft benötige.

    Super Sache.

    Trotzdem nicht vergessen -> das letzte Hemd hat keine Taschen und geizig sein bringt keine Lebensqualität.

    Grüße,

    Tamas

    • Thomas 6. März 2014, 10:41

      Hallo Tamas!

      Das sehe ich genauso. Die meisten Menschen verstehen nur leider nicht, dass man sich mit dem outsourcen von Arbeiten im Endeffekt sogar Geld sparen kann, obwohl man eigentlich eines ausgibt.

      Das letzte Hemd hat keine Taschen, da hast du recht. Aber wenn man am Totenbett dann auf sein Leben zurückblickt, ist es sicher cooler sich geile Erlebnisse ermöglicht zu haben als unnötige materielle Dinge.

      lG Thomas

  • BD 6. März 2014, 10:12

    Ich versuche ganz ähnliche Fragen zu bedenken, bevor ich Geld ausgebe – allerdings habe ich für mich die vierte anders formuliert: nicht „4. Kannst du es auch ausborgen?“, sondern eher „Kann ich es auch günstiger bekommen?“

    Damit öffne ich mir Türen wie gebraucht kaufen, ausleihen, mieten etc. Mal eben schnell eBay checken oder andere Quellen, vor allem gebrauchte Bücher sind wesentlich günstiger und meistens kaum ein Unterschied in der Qualität. Oder Secondhand-Läden. Carsharing habe ich auch sehr lange gemacht – bis es günstiger wurde, ein Auto zu kaufen (geänderte Wohnsituation, geänderte Familiensituation), natürlich gebraucht und in gutem Zustand.

    Auch der Warte-Monat bringt viel – ich warte zwar selten genau einen Monat, aber ich nutze die Zeit vor allem bei größeren Ausgaben und erzähle Freunden und Kollegen davon. Ganz oft kommen dabei private Deals ohne viel Aufwand bei rum, sowohl wenn ich etwas suche als auch wenn ich etwas abgeben möchte! Oder Tips und Hinweise auf Sonderangebote.

    • Thomas 6. März 2014, 10:43

      Vielen Dank für den Input. Du hast vollkommen recht, die Frage ob man es günstiger bekommen kann ist eine sehr gute Idee. 🙂

    • Thomy 6. März 2014, 10:50

      Gerade das Internetzeitalter eröffnet da völlig neue Wege – stimmt.
      Häufig probiere ich auch Hosen im Laden an und bestelle sie später für teilweise bis zu 50% billiger (sogar neue Ware) bei diversen Online-Shops.
      Vielleicht nicht die feine englische Art, aber gerade als Student muss man ja sehen, wo man bleibt 🙂 Und den Herstellern ist das sowieso egal.
      Dann investiere ich lieber in hochwertigere Nahrungsmittel und / oder spare womöglich für einen geplanten Urlaub.

      Erlebnisse bereichern das Leben wesentlich mehr als materielle Dinge, da kann ich Thomas nur zustimmen.

  • geldexperimente 7. März 2014, 17:11

    hallo,

    meine Tricks um der Konsumfalle zu entgehen sind:
    1) nicht in Geschäfte gehen
    2) mich fragen, ob ich es brauche oder nur will
    3) wenn ich glaube es zu brauchen, noch mal ein paar Tage darüber nachdenken

    ciao,
    christian

  • Anil 10. März 2014, 15:24

    Cooler Artikel gefällt mir. Besonders, dass man sich immer wieder bewusst macht, das Zeit (und nicht Geld) unsere kostbarste Ressource ist, die wir anbieten können.

    LG
    Anil

  • Dummerchen 15. März 2014, 15:35

    @Thomas: Schöner Gastartikel, der ein Thema aufgreift, das Grundvoraussetzung dafür ist, dass überhaupt investiert werden kann. Die von Dir aufgeführten Fragen finde ich auch gut gewählt – die zentrale Frage „Bin ich mir sicher, dass ich das wirklich kaufen muss?“ führt oftmals (zumindest auch bei mir) zum Überdenken der Prioritäten und damit entweder zu einem bewußteren Kauf oder eben einem bewußten Verzicht.
    Neben den spontanen Kaufimpulsen, die uns Geld kosten können, finde ich übrigens, dass gerade die wiederkehrenden Kosten mindestens genauso wichtig sind. Wer seinen Mobilfunktarif, seinen Strom-/Gasanbieter, Zeitungsabonnements, Mitgliedschaften, Versicherungsbeiträge (z.B.Kfz-) etc. regelmäßig/jährlich auf den Preis oder die Notwendigkeit hin überprüft, kann mit relativ geringem Aufwand mitunter dauerhaft seine Ausgaben senken.
    Mein letztes Aha-Erlebnis hatte ich beim Ausmessen des Stromverbrauchs im Haushalt. Ich war der festen Überzeugung, dass sich eigentlich nichts Weltbewegendes ohne größere Ausgaben (z.B. für einen A+++-Kühlschrank) optimieren liesse. Dass mein Deckenfluter dank der 500W-Lampe(!) ca. 2 Monatsraten meines Jahresverbrauchs ausmachen würde, hat mich dann aber doch schockiert. Der Lampenwechsel für 10 Euro dürfte sich schon in diesem Jahr mehr als rentiert haben.

    • Thomas 15. März 2014, 15:46

      Da gebe ich dir vollkommen recht, auch die Fixausgaben müssen natürlich überarbeitet werden, keine Frage 🙂

      Danke auch für die Idee bezüglich Stromverbrauch, nur wie genau hast du das ausgemessen?

      lG Thomas

    • Dummerchen 15. März 2014, 21:20

      Hmm, Thomas, ich weiß jetzt nicht genau, worauf Deine Frage exakt abzielt. Es gibt Strommessgeräte/Energiemessgeräte, die man entweder für kleines Geld kaufen oder bei den lokalen Stromanbietern oder Verbraucherzentralen ausleihen kann. Diese kannst Du in die Steckdose vor das Gerät stecken und den Strom-/Energieverbrauch über eine Zeitspanne messen.
      Bei Verbrauchern wie Kühlschränken sollte man über 24h messen; bei dem besagten Deckenfluter lässt sich ja aus dem Stromverbrauch einer Stunde und der Kenntnis der durchschnittlichen Betriebsdauer auf den Gesamtverbrauch schließen.
      Beantwortet das Deine Frage?

      LG,
      Dummerchen

    • Thomas 16. März 2014, 08:29

      Ja super, danke!

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