39 Regeln für die erfolgreiche Vermögensbildung

Regeln für die Vermögensbildung

Erfolgreich Geld anlegen – wie geht das?

Eine Frage, die kaum in zwei Sätzen zu beantworten ist.

Deshalb habe ich mal eine Liste der wichtigsten Regeln erstellt, mit denen ich bei der Vermögensbildung ganz gut fahre.

Regel …das hört sich so streng und wie in Stein gemeißelt an.

Ehrlich gesagt mag ich das Wort nicht besonders, finde aber irgendwie gerade kein besseres.

Lass dich einfach inspirieren und nimm mit, was dir gefällt!

Hier sind sie also, meine 39 „Regeln“ für die erfolgreiche Vermögensbildung:

1. Beschäftige dich mit deinen Finanzen.

Wenn du dich nicht um dein Geld kümmerst, tun es eben andere. Ob Banken, Versicherungen oder Vermögensberater: sie alle wollen nur dein Bestes…

2. Beschäftige dich nicht zuviel mit deinen Finanzen.

Das andere Extrem: du überlegst dir ständig, wie du dein Geld vermehren kannst oder machst dir Sorgen, alles zu verlieren. Entspann dich! Geld kommt und Geld geht.

3. Mach dich schlau über die Geschichte.

Die Börse gibt es nicht erst seit gestern. Du wirst nie wieder dein „Vertrauen in die Aktienmärkte verlieren“, wenn du weißt, was in den letzten 100 Jahren schon alles los war.

4. Ignoriere Vorhersagen.

Komplexe Systeme mit einer Vielzahl interagierender Variablen entziehen sich validen Prognosen selbst über kurze Zeiträume. Im Klartext: keine Sau weiß, was in der Zukunft passieren wird! Nicht mal vermeintliche „Experten“…

5. Ignoriere das Tagesgeschehen an der Börse.

Ob Aktie X oder Fonds Y heute um 5 Prozent im Wert schwankt, ist für die langfristige Vermögensbildung genauso irrelevant wie der sprichwörtliche Sack Reis in China (der, der immer umkippt.)

6. Investiere in deine Bildung.

Ausgaben für die eigene Bildung sind nach wie vor das ertragreichste und sicherste Investment.

7. Du bist dein größtes Kapital.

Auch wenn der Begriff „Humankapital“ bei vielen unangenehme Assoziationen weckt: dein Wissen und deine Fähigkeiten sind nun einmal bares Geld wert und dein wichtigster Vermögenswert.

8. Du selbst bist dein bester Anlageberater.

Niemand kennt deine finanziellen Ziele besser als du. Niemand anderes wird sich mit so viel Einsatz um dein Geld kümmern wie du. Wenn du es denn willst.

9. Delegiere die Verantwortung für deine Finanzen nicht an andere.

Auch wenn du die Dienste eines Finanzberaters (wenn, dann auf Honorarbasis) in Anspruch nehmen solltest – die Verantwortung für dein Geld liegt immer bei dir. Es ist schließlich dein Geld, nicht das des Beraters.

10. Investiere nicht in Anlageprodukte, die du nicht verstehst.

Ohne Verständnis für die Chancen und vor allem Risiken eines Investments lässt sich keine vernünftige Anlageentscheidung treffen. Wer hat schon Lust auf eine finanzielle Geisterfahrt?

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11. Das Haus, in dem du wohnst, ist kein Investment.

Ein Haus ist ein Gegenstand wie jeder andere auch. Durch regelmäßigen Gebrauch nutzt er sich ab und verliert an Wert. Wer langfristig Vermögen bilden will, findet Anlagemöglichkeiten, die sich weitaus besser rentieren.

12. Gib weniger aus als du einnimmst.

Man kann nur das sparen und anlegen, was am Ende des Monats noch übrig ist. Ein echter no-brainer, oder?

13. Gib nur Geld aus, das du hast.

Konsumkredite sind das genaue Gegenteil von Vermögensbildung. Man leiht sich Geld aus der Zukunft anstatt für diese vorzusorgen.

14. Nutze niemals den Dispo.

Wie will man ein Fussballspiel gewinnen, wenn man mehr Gegentore kassiert, als man selber schießt? Halt dich an das Motto: „Die Null muss stehen.“

15. Fange heute an zu sparen und höre niemals damit auf.

Je früher du anfängst, desto weniger musst du jeden Monat entbehren. Den Rest der Arbeit erledigt der Zinseszins.

16. Lebe unter deinen Verhältnissen.

Brauchst du wirklich Unmengen von Klamotten? Jeden technischen Schick-Schnack? Jedes Jahr das neue iPhone? Ich verzichte sogar ganz auf ein iPhone! Ein simples Galaxy S4 tut es auch… 😉

17. Arbeite nicht zuviel.

Mehr Arbeit = mehr Vermögen? Nicht ganz. Wer sich ohne Pause abplackt, ist nicht nur anfällig für Impulskäufe, sondern hat auch keine Zeit, sich mit seinen Finanzen zu beschäftigen.

18. Denke und investiere langfristig.

Entscheidend ist, was hinten rauskommt. Das gilt auch beim Geld anlegen. Vermögensbildung ist ein Langstreckenflug und kein kurzer Luftsprung.

19. Investiere nicht in Aktien. Investiere in Aktienfonds (ETFs).

Wenn du es dir bei deinen Börseninvestments nicht unnötig schwer machen willst, sind börsengehandelte Indexfonds – Exchange Traded Funds (ETFs) – das beste Anlageprodukt, um mit überschaubaren Kosten in die Aktienmärkte der Welt zu investieren.

20. Spekuliere nicht. Investiere!

Der Kauf von Aktien ist nicht gleichbedeutend mit Spekulation, auch wenn viele das glauben. Mehr über die Unterschiede zwischen Investoren und Spekulanten erfährst du hier und hier.

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21. Unser größter Feind als Anleger sind wir selbst.

Die größte Gefahr für unser Vermögen geht nicht von niedrigen Zinsen, hoher Inflation oder stark schwankenden Aktienkursen aus. Die größte Gefahr geht von uns und unserer Anfälligkeit für finanzielle Fehlentscheidungen aus.

22. Hör auf, über Steuern zu jammern.

Ja, Steuern sind furchtbar. Und ungerecht. Und immer zu hoch. Und woanders (bestimmt) niedriger. Eigentlich müsste man auswandern…Dann mach es! Oder hör auf über Dinge zu jammern, die du nicht beeinflussen kannst.

23. Lass dir Zeit bei wichtigen Entscheidungen.

Eine der wichtigsten Einsichten war für mich diese: es gibt beim Investieren keine einmaligen Gelegenheiten, keine Chancen, „die man auf gar keinen Fall verpassen darf“. Zeitdruck führt nur zu unüberlegten Entscheidungen.

24. Vertraue auf dein Bauchgefühl. Ausser wenn es um Geld geht.

Eine gute Intuition ist äußerst wertvoll im Umgang mit Menschen, im Straßenverkehr oder an der Eiger-Nordwand. Geht es um finanzielle Entscheidungen, ist sie leider keine große Hilfe. Noch schlimmer: sie führt uns häufig völlig in die Irre.

25. Lass dich nicht von Emotionen leiten.

Auch wenn es unmöglich erscheint, völlig rationale Entscheidungen zu treffen, so sollten wir uns zumindest darum bemühen, unseren Emotionen nicht das Ruder zu überlassen. Denken ist Arbeit, um die wir beim Thema Geld nicht immer herumkommen.

26. Verwechsle deine Wünsche nicht mit der Wahrheit.

Dass man etwas unbedingt will oder sich ganz doll wünscht, bedeutet nicht, dass es auch wahr wird. Anhänger vom „Gesetz der Anziehung“ mögen jetzt aufjaulen, aber die Gedanken können noch so positiv sein – der Aktienmarkt macht, was er will.

27. Sei bescheiden.

Neben Angst ist Gier die zweite wesentliche Emotion, die Einfluss auf unsere Anlageentscheidungen hat. Nur, wer viel will, muss auch viel riskieren. Was nützen die tollsten Gewinne, wenn ihnen ebenso große Verluste gegenüberstehen?

28. Sei nicht zu ängstlich.

Die Kehrseite der Medaille: Wer gar nichts wagt, der kann auch nichts gewinnen.

29. Absolute Sicherheit existiert nur im Traum.

Eine 100%ig sichere Geldanlage gibt es nicht. Unternehmen können pleite gehen, Banken und Staaten können es auch. Und unter der Matratze suchen Einbrecher nach deinem Geld. Die Lösung heißt: Risikostreuung (Diversifikation).

30. Versuche nicht, klüger als andere zu sein.

Geld anlegen ist kein Wettbewerb. Konzentriere dich auf das, was du erreichen kannst und lass es gut sein.

31. Sei optimistisch.

An der Börse geht es immer auf und ab. Wirtschaftskrisen kommen und gehen. So ist das Leben. Langfristig zeigt die Kurve aber stets nach oben. Nur Pessimisten glauben, dass das nicht so weitergeht. Und irren sich schon sehr lange…

32. Geld ist weder gut noch schlecht.

Es ist ein Tauschmittel. Du kannst davon wahlweise einen Haufen überflüssiges Zeugs kaufen oder deine Freiheit vergrößern. Du entscheidest, niemand anderes.

33. Geld macht nicht glücklich, aber zufrieden.

Oberhalb eines Brutto-Jahreseinkommens von etwa 60.000 Euro steigert mehr Geld nicht das Lebensglück, wohl aber die Zufriedenheit.

34. Entscheide selbst, wie viel genug ist.

Wie viel brauchst du, um „ausgesorgt“ zu haben und dich „sicher“ zu fühlen? 100.000? 500.000? 1 Million? 5 Millionen? 10 Millionen? Es wird nie genug sein, wenn deine Wünsche parallel zu deinem Vermögen wachsen.

35. Reichtum ist die Differenz aus deinem Vermögen und deinen Ansprüchen.

Auch Reiche können sich arm fühlen und (vermeintlich) Arme reich. Es kommt allein auf das Verhältnis an zwischen dem, was du hast und dem, was du glaubst, haben zu müssen.

36. Streiche Neid aus deinem Gefühlsrepertoire.

Du wirst immer jemanden finden, der mehr hat als du. Zur Abwechslung könntest du dich mit denen befassen, die weniger haben. Das dürfte die Mehrheit aller Menschen auf diesem Planeten sein.

37. Du bist nicht, was du besitzt.

Mach dich nicht abhängig von deinem Kontostand oder deinen Besitztümern. Es ist absolut sinnvoll, Vermögen zu bilden. Und absolut sinnlos, sein ganzes Glück damit zu verbinden.

38. Lebe aktiv, investiere passiv.

Es gibt schönere Dinge, als sich pausenlos mit Aktienkursen und Börsennachrichten zu beschäftigen. Mach, woran du Freude hast und lass dein Geld in Ruhe arbeiten.

39. Genieße das Leben.

Du hast nur dieses eine.

 
Habe ich eine wichtige Regel vergessen? Lass es mich wissen, ich freue mich auf deinen Kommentar.

Bildquelle: „Standing Alone“ von Andrew Vargas (bearbeitet), lizensiert unter CC BY 2.0

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  • Julia 31. Oktober 2013, 11:15

    Neunundreißig, das klingt so viel. Du hast sie aber so knackig und einprägsam geschrieben, dass die Lesezeit wie im Fluge vorbei war. Danke!
    Und eine vierzigste oder einundvierzigste „Regel“ zur Ergänzung fällt mir nicht ein.

    • Holger Grethe 31. Oktober 2013, 14:20

      Danke, Julia!

      Freut mich, dass du durchgehalten hast. 🙂

  • Karin Sartorius 31. Oktober 2013, 12:15

    40. Erziehe deine Kinder zu finanziell aufgeklärten Menschen.
    41. Sammle bildende und unterhaltsame Momente, indem du zendepot liest.

    Wenn Dir das Wort „Regel“ nicht gefällt – wie ist es mit „39 Vorschläge“ oder „39 Empfehlungen“.

    Hauptsache Du verwendest nicht „Tipps“ – das ist wie Watte im Ohr!

    Schöne Grüße
    Karin

    • Holger Grethe 31. Oktober 2013, 14:23

      Gute Punkte, Karin! Besonders Nr. 41 hat es mir angetan 😉

      „Tipps“ kam gar nicht in Frage, das klingt mir auch zu wischi-waschi. „Vorschläge“…“Empfehlungen“…deutlich softer als „Regel“ auf jeden Fall…ach, lassen wir es bei den Regeln.

  • Christoph 31. Oktober 2013, 15:03

    Ganz wunderbar. Die Quintessenz dieser 39 oder 41 Regeln.
    Zusatzregel: Mache mindestens eine Geldaufstellung in deinem Leben:)

    für deinen Erfolg im Gelduniversum,
    Christoph

  • Wochenendinvestor 1. November 2013, 14:41

    Hallo Holger,

    hervorragende Zusammenfassung und „Erinnerungsstütze“.

    # Zum Punkt 36 (Neid) hatte ich erst heute morgen etwas über Buffets und Mungers Ansichten gelesen:
    „What good is envy? It’s the one sin you can’t have any fun at.“
    (http://postcards.blogs.fortune.cnn.com/2013/10/31/buffett-munger-best-advice/)

    # Bei Punkt 19 (ETFs) kann ich nicht so richtig zustimmen. Es besteht im Grunde auch erhöhter Analysebedarf und vor allem Risiko-Bewusstsein. Genau wie bei Einzelaktien sollte auch hier massiv diversifiziert werden.

    Als Beispiel sei kurz der japanische Nikkei225 Index angebracht. Er deckt 225 Aktien ab!! Klingt nach wahnsinnig guter Diversifikation. Vom Höchststand 1989 hat der Index dann erstmal über 10 Jahre lang schön stetig 80% seines Wertes verloren. Nach einem kleinen Kurs-Hoffnungsschimmer erreichte er sein absolutes Tief dann erst 2009!

    Wieviele „Langfristinvestoren“ können dann immernoch gut schlafen? Vielleicht die, mit Anlagehorizont von mehreren Jahrzenten.

    Aber selbst die müssten einen langen Atem an den Tag legen, denn der Nikkei225 notiert heute, fast 25 Jahre später, immernoch mit einem Abschlag von fast 65% zu seinem Höchststand.

    Es ist aus heutiger Sicht zugegebenermaßen ein Extrembeispiel. Aber 1989 war an dem Szenario, „langfristig“ in die zukunftsträchtige japanische Wirtschaft zu investieren, überhaupt nichts Extremes (Die Blase manifestiert sich ja als solche bekanntermaßen immer erst, wenn sie platzt). Genau wie „heute“ viele Anleger in Deutschland glauben, dass sie mit Index-Investments auf Sicht von 25 Jahren nichts falsch machen können.

    Das Gesagte unterstreicht dann nochmal die Wichtigkeit von Punkt 3: Mit Interesse die Geschichte des Aktienmarktes „studieren“ und ein Gefühl für mögliche Risiken und deren Tragweite entwickeln.

    Ein klares „Weiter so!“ für deine gelungenen Artikel!
    Beste Grüße

    • Holger Grethe 1. November 2013, 16:03

      Hallo Wochenendinvestor,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und die lobenden Worte!

      Natürlich besteht bei auch bei ETFs Informationsbedarf und selbstverständlich sollte es nicht am nötigen Risikobewusstsein fehlen, wenn man in den Aktienmarkt investiert. Ich bin sicher der Letzte, der das bestreitet und habe das in anderen Artikeln auch detailliert dargelegt.

      Mit ETFs lassen sich allerdings spezifische Risiken wie Einzelwert- und Branchen-/Regionenrisiko besser minimieren als mit direkten Aktieninvestments.

      Genau das zeigt dein Japan-Beispiel ja sehr anschaulich. Das Einzelwertrisiko hätte man mit einem Nikkei-ETF im Griff gehabt, aber nicht das Regionenrisiko Japan. In einem gut diversifizierten „Weltportfolio“ allerdings, bestehend aus mehreren ETFs, hätte der Japan-ETF zwar immer noch Schaden angerichtet, aber eben nicht so viel.

      „Genau wie “heute” viele Anleger in Deutschland glauben, dass sie mit Index-Investments auf Sicht von 25 Jahren nichts falsch machen können.“

      Siehe Punkt 29. Außerdem gibt es immer unzählige Möglichkeiten, etwas falsch zu machen. Gar nicht sparen und anlegen, zum Beispiel. Oder langfristig in ein Sparbuch „investieren“. Oder heute eine überteuerte Immobilie kaufen, „weil die Zinsen so niedrig sind“. Oder klassische Investmentfonds besparen…oder, oder, oder… 😉

    • zentrader 1. November 2013, 19:23

      Vielleicht noch eine kurze Bemerkung, die vielleicht das Verständnis
      einer vernünftigen Strategie fördert…

      Geht man als „ansparender Langfristinvestor“ mit einer
      durchdachten Strategie vor, dann wird einem es egal unter welchen Umständen NICHT gelingen mit seiner „GESAMTEN“ Position das Top zu treffen- egal wie „unglücklich“ das eigene Händchen auch immer sein mag…

      Wenn man aber kontinuierlich über Jahre anspart und in seine Positionen weiter investiert, dann „glättet“ man den Verlauf… Und ja, es ist ein LANGFRISTspiel.

      Holger kann das sicher besser erklären, aber vielleicht ist es klar geworden was ich meine?!?

      Holgers Message ist nicht „Kauft ETFs- egal wie und wann… Dann kann nix passieren…“
      Seine vernünftige Strategie ist sicher nicht super komplex, definitiv erlernbar, aber eben doch fundiert durchdacht.

      @Holger: Schöner Artikel- tolle und kluge Leitsätze… 🙂

    • Wochenendinvestor 1. November 2013, 20:44

      Hi zentrader,

      stimme zu 100% mit dir und Holger überein wenn es darum geht, dass man 1. langfristig, 2. diversifiziert und 3. kontinuierlich investieren sollte.

      Was ich ausdrücken wollte:

      Ich persönlich glaube, dass man sowohl für ETF-Strategien wie auch für das eigene Zusammenstellen eines Aktien-Portfolios ähnlichen Aufwand hat. Dass also die Aktie gegenüber dem Index nicht als „unnötig schwer“ gelten sollte.

      Wie du richtig schreibst, kommt es vor allem auf eine „durchdachte[] Strategie“ an. Denn ETF-Produkte gibt es mittlerweile auch wie Sand am Meer. Da muss man als Langfristinvestor genau wissen, was man will. Was wiederum eine gewisse Analyse voraussetzt, die man eben auch beim reinen Aktieninvestment hat.

      Ein deutlicher Vorteil von ETFs ist wahrscheinlich der reine Zeitaufwand, falls man „per Hand“ und nicht automatisiert seine Analysen betreibt.
      Man wird bei ETFs eventuell auch weniger Depot-Positionen haben, so dass bei der Überwachung der Positionen, die aus meiner Sicht in beiden Fällen notwendig ist, ebenfalls Zeit gespart werden könnte.

      Es ist wahrscheinlich wie mit Essen und Mode. Reine Geschmackssache 😉

      Beste Grüße

    • Dummerchen 2. November 2013, 09:47

      Ja, Wochenendinvestor, ich denke auch, dass der initiale Aufwand, ein breit gestreutes ETF-Depot aufzubauen, durchaus vorhanden ist*. Der Folgeaufwand (über viele, viele Jahre) sollte aber doch sehr viel kleiner sein als bei einem direkten Aktienengagement.

      Im Grunde reicht es vermutlich vierteljährlich nachzuschauen, ob noch die Gewichtung stimmt und bei der nächsten Sparrate entsprechend wieder anzulegen.

      Tagesaktuelle Themen sind für einen weltweit streuenden Langzeitinvestor mehr oder weniger irrelevant. Egal, ob die Produktionsstätte des Halbleiterherstellers in Asien abbrennt, die Konkurrenzfirma fallende Kalipreise ankündigt, die chinesische Konkurrenz staatlich subventioniert mit seinem Produkt den Markt flutet oder der Geschäftsführer zurücktritt und durch eine umstrittene Persönlichkeit ersetzt wird.

      Durch die starke Streuung in einen ETF ist die Auswirkung jeweils minimal. Ich fürchte, bei den meisten Direktanlegern ist das anders, da oftmals nur in wenige Firmen (< 20-30?) investiert wird. Da wird es wohl wichtiger sein, sich zu regelmäßig fragen, ob man in "sein" Unternehmen noch immer Vertrauen hat. Für mich wäre das nichts. Aber, wie sagt man in meiner Heimat so schön: Jeder Jeck ist anders ;-)!

      Viele Grüße
      Dummerchen

      * So richtig viel Aufwand muss man allerdings nicht betreiben, wenn man die ganzen Spezial-ETFs mit wilden Strategien aussen vor lässt. Zur weltweiten Streuung reicht ja theoretisch schon der MSCI-ACWI oder eine Kombination aus MSCI-World und MSCI Emerging Markets aus. Dann noch den passenden Anbieter finden – fertig. Ach ja, und immer schön Regel 25 befolgen!

  • Timur 2. November 2013, 17:28

    Bin gerade über dieses Zitat gestolpert: Die Investition in Wissen zahlt die besten Zinsen. (Benjamin Franklin)

  • Covacoro 4. November 2013, 20:56

    Sehr schöne Liste, 39 Zen-Weisheiten 😉

  • Andi P. 6. November 2013, 17:53

    Extrem guter Blog – und auch die Follower-Kommentare sind sehr interessant!
    Dank Euch

  • Holger Grethe 7. November 2013, 06:56

    @Covacoro, @Andi: Danke! 🙂

  • Sabine Herm 10. November 2013, 08:33

    Lieber Holger,
    ich finde diese Regeln superhilfreich, mutmachend und klar! Danke dir :-).

    Ich hätte tatsächlich noch einen Punkt, der bei mir selbst die Lösung für meine finanziellen Probleme war.

    Und zwar schon ab Punkt 6: 6A: „Investiere in deine psychische und pyische Gesundheit! Außer du fühlst dich wirklich wertvoll von innen und kannst dich wirklich entspannen. Wenn nicht, hol dir Unterstützung, um deinen Wert, deine Liebe von innen spüren und glauben zu lernen. Auch Schuldgefühle können permanent Schulden verursachen. Sogar „übernommen Schuldgefühle unserer Großeltern, z. B. aus dem Krieg“ sind immense in ihrer Wirkung. Und eine echte Entspannung ist heilsam und wertschöpfend. Das ist lösbar und lernbar!“

    Seit vielen Jahren arbeite und begleite ich in dem Bereich von Trauma und übernommenen Traumata. Bei Fragen dazu bin ich gerne da, herzlichst Sabine

    • Holger Grethe 10. November 2013, 22:44

      Hallo Sabine,

      auf den ersten Blick erschien mir der Begriff „Trauma“ im Zusammenhang mit Geld etwas weit hergeholt, aber dann fiel mir wieder eine Studie ein, die ich bereits in einem anderen Artikel zitiert habe.

      Darin wurde der Einfluss von Aktienkursen auf die Anzahl der Neuaufnahmen in Krankenhäusern untersucht. Ergebnis: fielen die Aktienkurse, stieg daraufhin unmittelbar die Zahl der Patienten, die mit Angst-/Panikstörungen oder akuten Depressionen stationär aufgenommen wurden.

      Beeindruckend, oder? 😉

  • Heiko Lehmann 18. November 2013, 17:58

    Hallo,

    statt Regeln finde ich den Begriff ‚Prinzipien‘ besser. Deine Empfehlungen finde ich alle nachvollziehbar, prägnant, plausibel und gut – auch wenn ich noch von etlichen derzeit abweiche -, allerdings ob wir alle nur ein Leben haben, mag ich nicht unterschreiben. ‚Genieße das Leben‘ unterschreibe ich dagegen sofort…

    LG
    Heiko

    • Holger Grethe 18. November 2013, 21:37

      Hallo Heiko,

      „Prinzipien“ klingt nicht schlecht, da gebe ich dir Recht.

      Was die Zahl der Leben anbelangt: diesbezüglich soll und darf jeder gerne glauben, was er möchte. 😉

  • Max 19. Januar 2014, 22:00

    Hallo Holger,
    Das sind auf jeden Fall sehr hilfreiche Regeln, die leider von vielen Menschen in meinem Bekanntenkreis nicht beherzigt werden.

    Auch wenn man – wie ich – das eine oder andere etwas anders sieht, helfen die Regeln dabei die eigene Vorgehensweise zu überprüfen.
    Insbesondere Regel 10 hat es mir angetan und ich denke sie trifft besonders auf Versicherungen zu.

    Eine meiner Regeln lautet: „Kaufe nur diejenigen Versicherungen, die Du WIRKLICH benötigst.“ … Und das kann man nur durch eigenes Nachdenken (und Nachlesen) herausfinden. Versicherungsvertreter sind i.d.R. ein Kontraindikator.

    Viele Grüße und Danke für die vielen guten Anregungen in Deinem Blog
    Max

    • Holger Grethe 20. Januar 2014, 15:43

      Hallo Max,

      vielen Dank für deinen Kommentar. „Überversicherung“ kann in der Tat einiges Geld kosten, das beim langfristigen Vermögensaufbau besser aufgehoben wäre…

  • Dsa363 5. November 2014, 08:15

    Hallo Holgar,

    ich stöbere nun mal wieder seit ein paar Tagen durch deine Seite und möchte dir hiermit meinen Dank aussprechen.
    Ich habe zwar schon vor einigen Monaten den Weg des passieven Investierens für mich entdeckt, doch ich muss ganz ehrlich sagen das du viele Zusammenhänge schnell und sehr gut verständlich auf den Punkt bringst. Wenn ich vor ein paar Monaten einfach etwas mehr gelesen hätte hätte ich mir wahrscheinlich die Grundlagen schneller aneignen können. Doch sei es wie es sei, ich habe den Weg genommen und danke dir ausdrücklich für die Arbeit die in diesem Blog steckt, denn die ist denke ich nicht zu unterschätze.

    Bitte mach weiter so

    Dankbare Grüße

    Dsa363

  • Natalie 10. Dezember 2015, 13:51

    Hallo Holgar,
    ich möchte Dir einfach noch viele gesunde und produktive Jahre wünschen, damit Du noch -zig solche Beiträge schreiben könntest. In meisten Punkten (über Bildung, Gier, Lebensweise usw.) hast Du mir aus der Seele gesprochen. Es ist phantastisch, was Du da leistest. Danke.

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