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Bleib liegen – 5 Gründe warum du dich auf gar keinen Fall um deine Finanzen kümmern solltest

Autor
Holger Grethe
Letzte Aktualisierung

Du hast genug von diesen ganzen Besserwisser-Tipps, mit denen du deine Finanzen in den Griff bekommen sollst?

Schluss damit.

Hier kommen fünf Argumente, mit denen du jederzeit spielend begründen kannst, warum es mehr als unnötig ist, sich mit seinen Finanzen zu beschäftigen.

Bitte unbedingt beachten:
Dieser Artikel kann Spuren von Ironie und abgestandenen Volksweisheiten enthalten. Nach spätestens 5 Minuten sollten dadurch hervorgerufene Symptome jedoch abgeklungen sein.

Los geht´s…

Grund Nr. 1: Verschiebe ruhig auf morgen, was du heute kannst besorgen

Du kannst es nicht mehr hören: Rentenlücke, Altersarmut, Grundsicherung. Das ist doch alles Panikmache!

Du lebst heute, wer weiß was morgen ist. Das letzte Hemd hat schließlich keine Taschen. Geld zurücklegen kannst du später immer noch, wenn du mal mehr verdienst.

Wie soll man auch bitte sparen, wenn am Ende des Monats nie was übrig bleibt!?

Außerdem: der Staat wird dich später schon nicht hängen lassen. Hat er noch nie gemacht, oder?

Von wegen Deutschland geht es heute besser als gestern, aber schlechter als morgen. Ist doch alles super!

Die Geburtenrate liegt gefühlt bei 3,5 Kindern pro Frau (überall diese Kinderwagen!), die Gesellschaft wird immer jugendlicher, dadurch nehmen Innovationsfreude und Unternehmungsgeist spürbar zu – die Zukunft kann kommen…

Grund Nr. 2: Es macht Arbeit, kostet Zeit und ist unangenehm

Du weisst nicht, was schlimmer ist: in deinen Finanzordner gucken oder in den Keller gehen. An beiden Orten herrscht mittleres bis totales Chaos, was dir zuverlässig schlechte Laune macht.

Pro-Tipp: Lass den Aktenordner mit diesem ganzen Finanzkram einfach im Schrank (und geh frühestens beim nächsten Umzug wieder in den Keller).

Du willst nicht wirklich darüber nachdenken, warum du diese ganzen Versicherungen hast, oder? Und ob du sie überhaupt brauchst.

Sind eben Versicherungen. Du hast sie einfach. Falls mal was ist. Genauso wie das verstaubte Rennrad im Keller…falls du mal wieder fährst.

Ganz ehrlich: wann sollst du dich auch um diesen ganzen Krempel kümmern?

Unter der Woche? Kein Nerv, zuviel Arbeit. Am Wochenende? Musst du dich von der Woche erholen. Im Urlaub? Ja, soweit kommt’s noch!

Und dann immer diese lästige Post.

Beitragsrechnung für den Versicherungsschein hier, Vertragsanpassung nach Dynamisierung dort, dazu Werbeprospekte für das „Turbo Flexsparen Variozins“* oder den „Mischfonds Global Capital Invest für chancenorientierte Anleger“*.
(*frei erfundene Produktnamen)

Was soll das eigentlich alles sein? Wer soll da noch durchsteigen?

Wirf am Besten einfach alles auf einen Haufen und lass die Sachen auf unbestimmte Zeit liegen. Du kannst dich schließlich nicht um alles kümmern. Zumindest nicht um dieses Zeugs…

Grund Nr. 3: So merkst du nicht, wie dich Banken und Finanzberater über den Tisch ziehen

„Was soll das denn heißen? Der Herr von der Sparkasse ist immer freundlich und von meinem Finanzberater kriege ich sogar eine Postkarte zum Geburtstag!“

Glückwunsch. Dann bist du ja in besten Händen.

Nicht, dass hinter der freundlichen Fassade eine Provisionsmaschinerie von gigantischem Ausmaß steckt, die DU finanzierst.

Nicht, dass dir Sachen verkauft werden, die du nicht brauchst und die nur für einen gut sind: dem, der sie verkauft.

Nicht, dass es deutlich bessere und günstigere, weil provisionsfreie Anlageprodukte gibt, mit denen du viel besser Vermögen bilden könntest.

Hauptsache, du hast Vertrauen in deine „Berater“. Das brauchst du auch dringend, denn du hast schließlich keine Zeit Lust, dich selbst drum zu kümmern.

Grund Nr. 4: Besser andere machen die Fehler als du selbst

Deine bessere Hälfte regelt das mit den Finanzen?

Wunderbar! Dann hast du neben dem Finanzberater ja noch jemanden, dem du die Schuld geben kannst, falls es mal nicht so läuft, wie gewünscht.

Das ist gleich in doppelter Hinsicht praktisch.

Zum einen hast du keine Arbeit mit all dem Finanzgedöns, aber noch viel besser ist: nur die anderen können Fehler machen und falsche Entscheidungen treffen.

Du nicht. Niemals.

Da wärst du ja schön blöd, wenn du an dieser „Arbeitsteilung“ etwas ändern würdest, oder?

Grund Nr. 5: Du kannst weiter davon träumen, durch Glück und Zufall reich zu werden

Mensch, andere haben es doch auch geschafft! Du spielst regelmäßig Lotto, damit ist der Grundstein zum Reichtum quasi gelegt.

Und wenn schon Börse, dann aber „richtig“. Also volles Risiko und zocken bis die Schwarte kracht. Oder nichts mehr zum spekulieren da ist…

Anlagestrategie? Langfristiges Investieren? Wer braucht denn sowas? Langweiliger geht´s wohl nicht.

Außerdem müsstest du dann wichtige Entscheidungen für deine Zukunft treffen, nachdem du dich eingehend mit der Thematik beschäftigt hast.

„Muss das wirklich sein?“

Nein, natürlich nicht. Bleib besser einfach liegen.

Wird schon werden. Irgendwie…

Bildquelle: „failure“ von Tinou Bao (bearbeitet), lizensiert unter CC BY 2.0

Autor: Holger Grethe
Holger hat Zendepot Anfang 2013 gegründet und dort als einer der ersten deutschen Blogger regelmäßig über passives Investieren mit ETFs und weitere Finanzthemen informiert. Im Juni 2021 beschloss Holger, das Projekt Zendepot für sich abzuschließen, um sich auf sein Kerngeschäft, die eigene Praxis, zu konzentrieren. Die Beiträge von Holger können jedoch weiterhin im Zendepot-Blog abgerufen werden.