Check: Hast du für den Fall der Fälle vorgesorgt?

Check: Hast du für den Fall der Fälle vorgesorgt?

Vor kurzem erreichte mich eine Mail von Leser Stefan mit den folgenden Fragen:

„Was passiert mit meinem Depot wenn ich unerwartet sterbe oder tödlich verunglücke und welche Vorkehrungen kann ich für diesen Fall treffen?

Und wie sieht es aus wenn die Beziehung/Ehe in die Brüche geht?“

Das sind unangenehme, aber ohne Zweifel wichtige Fragen, die ich in diesem Artikel gerne beantworten will.

Dazu macht es Sinn, die beiden von Stefan angesprochenen Szenarien getrennt zu betrachten:

Schwere Erkrankung und Todesfall auf der einen sowie Trennung bzw. Scheidung auf der anderen Seite.

Weil das Thema so wichtig ist, gebe ich umfangreiche Handlungsempfehlungen für den Fall der Fälle, und gehe dabei über die Frage „Was passiert mit meinem Depot?“ deutlich hinaus …

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Szenario 1: Schwere Erkrankung und Todesfall

Um für den Ernstfall vorzusorgen, empfehle ich dir die folgenden sieben Maßnahmen:

1. Erteile eine Gesundheitsvollmacht für medizinische Angelegenheiten

In einer Gesundheitsvollmacht werden Personen des Vertrauens, wie Ehe- bzw. Lebenspartner, Eltern, Geschwister, Kinder und enge Freunde benannt, die damit zu Bevollmächtigten in Gesundheitsfragen werden.

Sinn und Zweck einer Gesundheitsvollmacht ist, dass Entscheidungen über medizinischen Fragen in deinem Sinne getroffen werden.

Und zwar dann, wenn du deinen Willen nicht (mehr) äußern kannst, zum Beispiel nach schweren Unfällen oder bei schweren Erkrankungen, die mit Koma oder Lähmungen einhergehen.

Damit der oder die Bevollmächtigte in deinem Sinne entscheiden kann, sollte dich die betreffende Person wirklich gut kennen. Vor allem über deine Einstellung zu Krankheit, Tod und daraus resultierenden Behandlungs- bzw. Nicht-Behandlungswünschen sollte der oder die Bevollmächtigte Bescheid wissen.

Es empfiehlt sich daher, eine Gesundheitsvollmacht mit einer aussagekräftigen Patienten-Verfügung (siehe nächster Punkt) zu kombinieren.

Ganz wichtig: Ohne Gesundheitsvollmacht besteht kein Besuchsrecht (z.B. auf der Intensivstation) und kein Recht auf Auskunft in medizinischen Fragen (= Entbindung der behandelnden Ärzte von der ihrer Schweigepflicht).

Das gilt auch für Eheleute!

Einen brauchbaren Vordruck für eine Gesundheitsvollmacht findest du hier:
Download: Formular Gesundheitsvollmacht

2. Verfasse eine Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung dokumentiert, welche ärztliche Maßnahmen zur medizinischen Versorgung gewünscht und welche abgelehnt werden.

Die geäußerten Wünsche müssen von den behandelnden Ärzten respektiert werden, eine Patientenverfügung ist rechtlich verbindlich. Und zwar in den Behandlungs- bzw. Lebenssituationen, für die die Patientenverfügung formuliert wurde.

Das bedeutet: je genauer und umfangreicher die Beschreibungen der Behandlungssituationen und der gewünschten bzw. unerwünschten medizinischen Maßnahmen in der Patientenverfügung dokumentiert sind, desto einfacher wird es für die behandelnden Ärzte, auf Basis der Verfügung zu handeln.

Ärzte fürchten bei der Behandlung eines kritisch kranken Patienten vor allem eines: wegen unterlassener Hilfeleistung belangt zu werden. Ohne rechtliche Absicherung wird ein Arzt im Zweifel deshalb immer lebenserhaltende bzw. lebensrettende Maßnahmen vornehmen.

Erschwerend kommen noch monetäre Anreize hinzu, die eine Fortsetzung intensivmedizinischer Maßnahmen begünstigen können. Beispielsweise um eine bestimmte Anzahl von Beatmungsstunden zu erreichen, die mit einer besseren Vergütung des „Behandlungsfalls“ durch die Krankenkassen einhergeht …

Das Problem ist:

Die Beschreibung relevanter kritischer Behandlungssituationen und (intensiv)medizinischer Maßnahmen in einer Patientenverfügung ist ohne profunde Sachkenntnis kaum zu leisten.

Im Grunde müsstest du dafür Medizin studiert haben, oder besser noch über Kenntnisse in der Intensivmedizin verfügen.

Daraus ergibt sich die praktische Konsequenz, dass eine Patientenverfügung unbedingt mit entsprechender medizinischer Beratung formuliert werden sollte, wenn der Verfügung im Fall der Fälle wirklich Beachtung geschenkt werden soll.

Sofern du keinen erfahrenen Intensivmediziner in deinem Bekanntenkreis hast, empfehle ich dir als Anlaufstelle die Bundeszentralstelle Patientenverfügung, dessen gemeinnütziger Träger der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) ist.

Ganz wichtig: Ohne Patientenverfügung ist der mutmassliche Wille entscheidend. Um diesen zu ermitteln, werden in der Regel dem Patienten nahestehende Angehörige befragt.

Am Besten ist also die Kombination aus medizinischer Vollmacht und Patientenverfügung.

3. Schließe eine Risiko-Lebensversicherung ab

Der Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung (RLV) ist immer dann sinnvoll, wenn der Lebenspartner und die Kinder materiell abgesichert werden sollen. Insbesondere dann, wenn das Haushaltseinkommen überwiegend von deiner Arbeitskraft abhängig ist.

Allgemein gilt: je früher du eine RLV abschließt, umso besser. Denn mit steigendem Alter werden gesundheitliche Probleme wahrscheinlicher, die – sobald einmal diagnostiziert – eine Police verteuern können. Solange du jung und gesund bist, ist eine RLV keine kostspielige Angelegenheit.

Je älter du bist und je höher die Versicherungssumme gewählt wird, desto wahrscheinlicher wird das Versicherungsunternehmen auf einer intensivierten Gesundheitsprüfung bestehen. Sofern dafür ärztliche Untersuchungen durchgeführt werden müssen, werden die Kosten in der Regel vom Versicherer übernommen.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Eine Risiko-Lebensversicherung ist kein Sparvertrag und dient anders als die Kapital-Lebensversicherung (KLV) nicht dem Vermögensaufbau.

Mit anderen Worten: Solltest du während der Vertragslaufzeit nicht versterben (was wir ja hoffen wollen), sind alle gezahlten Monatsbeiträge weg. Genauer: sie sind nicht weg, sondern bei der Versicherung.

Bei der RLV handelt es sich um eine reine Risikoabsicherung.

Eine KLV ändert nichts an dieser Tatsache, sondern gaukelt mit der Kopplung von Sparvertrag und Risikoabsicherung mehr schlecht als recht vor, dass die hier gezahlten Beiträge dem Versicherungsnehmer nach Ablauf des Vertrages ausgeschüttet würden.

Dies gilt allerdings nur für die Beitragsanteile, die nicht für die Risikoabsicherung verwendet wurden (und die nicht den horrenden Abschlusskosten zum Opfer gefallen sind).

Dann noch ein Steuer-Tipp (mit besten Dank an meinen Freund und Steuerberater Jens Hellmann):

Risiko-Lebensversicherung „über Kreuz“ abschließen
Das bedeutet, dass der Versicherungsnehmer nicht die versicherte Person sein sollte.
 
Dazu ein Beispiel: Die Ehefrau schließt als Versicherungsnehmerin eine RLV ab, in der das Leben ihres Mannes versichert wird.
 
Sinn und Zweck des ganzen ist die Umgehung der Erbschaftssteuer.
 
Bei Eheleuten gilt derzeit ein Freibetrag von 500.000€. Verfügt der Mann über ein Vermögen von 400.000€ und aus der RLV würden bei seinem Tod weitere 400.000€ ausgeschüttet, müsste seine Ehefrau auf den Betrag von 300.000€ Erbschaftssteuer zahlen.
 
Dies lässt sich umgehen, wenn die Ehefrau Versicherungsnehmerin und damit Begünstigte ihres eigenen Vertrages ist. In diesem Fall wird das Geld aus der RLV nicht als Erbe übertragen, sondern man erhält es aufgrund des Anspruchs aus seinem eigenen Vertrag.
 
Haben sich Ehepartner so einmal vernünftig abgesichert erhält allerdings die Frage „Wie geht´s Dir Schatz?“ am Frühstückstisch eine ganz neue Bedeutung … 😉

Des weiteren wichtig: Der Todesfall sollte binnen 72h bei der Versicherung angezeigt werden.

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4. Erteile eine (Vorsorge-)Vollmacht für finanzielle und rechtsgeschäftliche Angelegenheiten

Neben der Gesundheitsvollmacht (siehe Punkt 1) empfiehlt es sich, zusätzlich eine Vollmacht für alle nichtmedizinischen Angelegenheiten zu erteilen.

Solltest du aus welchen Gründen auch immer nicht (mehr) selbst entscheiden können bzw. nicht geschäftsfähig sein, ist das zuständige Amtsgericht gezwungen, eine(n) Betreuer(in) einzusetzen.

Das kann, muss aber kein Familienangehöriger sein. Es ist auch denkbar, dass ein Berufsbetreuer eingesetzt wird, um deine rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten zu regeln.

Besser ist also, du bevollmächtigst eine Person deines Vertrauens für den Falle der Fälle.

Eine Vollmacht für finanzielle und rechtsgeschäftliche Angelegenheiten deckt Miet- und Wohnungsangelegenheiten, den Umgang mit Behörden, Renten- & Sozialansprüche, Vertragsabschlüsse, Post- und Geldangelegenheiten ab.

Eine notarielle Beurkundung ist nur dann erforderlich, wenn auch über Immobilien sowie Darlehen verfügt werden soll oder wenn ein Handelsgewerbe weiter geführt werden muss.

Die Vollmacht muss grundsätzlich im Original oder als beglaubigte Kopie vorgelegt werden, aber Achtung: Eine Vollmacht ist unmittelbar nach Ausstellung gültig und nicht erst im „Ernstfall.

Eine missbräuchliche Verwendung lässt sich aber verhindern, wenn sich darin folgender Passus findet:

„Diese Vollmacht ist nur in Verbindung mit ärztlichem Attest gültig, welches bescheinigt, dass der oder die Betreffende seine/ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann“

Wie bei der Gesundheitsvollmacht gilt: Auch Eheleute müssen sich für finanzielle und rechtsgeschäftliche Angelegenheiten gegenseitig bevollmächtigen.

Für den reibungslosen Zugriff auf Konten oder Depots des nicht (mehr) geschäftsfähigen Partners empfehlen sich die hauseigene Vollmachtsformulare der betreffenden Banken bzw. Online-Broker (siehe Punkt 5).

Einen brauchbaren Vordruck für eine Vorsorge-Vollmacht findest du hier:
Download: Formular (Vorsorge-)Vollmacht

5. Erteile Bank-Vollmachten für deine Konten und Depots

Nicht selten bestehen Banken auf eigenen Vollmachten mit entsprechenden Unterschriftsproben der/des Bevollmächtigten.

Es macht also Sinn, gesonderte Vollmachten bei allen Finanzinstituten – also Banken und Online-Broker – zu erteilen, bei denen du Kunde bist.

Dein (Ehe)partner kann dann problemlos alle Bankangelegenheiten regeln, sollte du vorübergehend oder dauerhaft dazu nicht in der Lage sein.

Entsprechende Vollmachten lassen sich – falls gewünscht – so ausstellen, dass ihre Wirksamkeit erst im Todesfall eintritt.

Und keine Sorge: Der oder die Bevollmächtigte haftet nicht bei einem Negativsaldo, z.B. weil der Vollmachtgeber über seine Verhältnisse gelebt hat. Bevollmächtigte können nur für Schulden haftbar gemacht werden, wenn ihnen die Bankvollmacht im Rahmen einer Betreuung erteilt wurde.

6. Mache wichtige Passwörter, PINs und Dokumente für Angehörige erreichbar

In vielen Ehen, so auch in unserer, herrscht Gleichberechtigung (jeder hat ungefähr gleich viel Pflichten in der Haushaltsführung zu übernehmen). Diese wird aus praktischen Gründen allerdings arbeitsteilig gelebt, d.h. nicht jeder ist hälftig für alles zuständig.

Ich kümmere mich beispielsweise um den Großteil unserer finanziellen Angelegenheiten und muss mir dafür um Kinderklamotten, Schulhefte und Kindergeburtstagsgeschenke keinen Kopf machen. Das regelt glücklicherweise meine Frau.

Die mich in der Vergangenheit immer mal wieder mit der Frage bzw. dem Vorwurf konfrontiert hat: „Wo finde ich denn im Notfall alles? Ich komm ja an nix ran …!“

Aus diesem Grund habe ich irgendwann begonnen, ein System in alle Unterlagen zu bringen.

Zum einen habe ich alle Bank- und Versicherungsunterlagen, überhaupt alle wichtigen Dokumente digitalisiert (gescannt) und auf dem Rechner gespeichert. Davon werden natürlich regelmäßig Backups gemacht.

Zum anderen habe ich alle Passwörter, PINs und Zugangsdaten in einem Passwort-Tresor gespeichert. Dafür nutze ich das Programm 1Password, das auf OS X, Windows, Android und iOS läuft.

Zugang zu 1Password und damit zu allen anderen Passwörtern und PINs bekommt man nur, wenn das richtige Masterpasswort eingegeben wird. Dieses Masterpasswort sowie das Zugangspasswort für mein Macbook Pro habe ich für meine Frau an einem sicheren Ort (außerhalb der eigenen vier Wände) hinterlegt.

Damit hat sie im Ernstfall schnell Zugriff auf alle relevanten Unterlagen, Accounts und Konten.

7. Regle deinen Nachlass per Testament

Ohne Testament regelt das Gesetz das Erbe, was je nach Familienkonstellation möglicherweise nicht in deinem Sinne ist.

So haben zum Beispiel unverheiratete Lebenspartner keinen Erbanspruch. Im Todesfall geht das Vermögen des verstorbenen Partners auf dessen Eltern(!) über, sofern keine gemeinsamen Kinder vorhanden sind.

Auch für Verheiratete gilt: Der Ehepartner ist nicht automatisch der Alleinerbe.

Im Erbfall können andere Personen der Erbengemeinschaft (z.B. Kinder) sogar auf dem Verkauf der elterlichen Immobilie bestehen, um an ihren Erbteil zu kommen.

Mit einem Testament lässt sich der Nachlass hingegen so regeln, wie du es dir wünscht.

Ein Testament muss von Hand geschrieben sein und darf nicht am Computer verfasst werden. Die handschriftliche Aufzeichnung ist für Prüfung der Echtheit des Dokuments notwendig.

Eine notarielle Beglaubigung ist dabei kein Muss, je nach familiärer Konstellation ist die Beratung durch einen Notar aber sicherlich sinnvoll. Für notariell beglaubigte Testamente besteht auch nicht die Verpflichtung zum handschriftlichen Verfassen.

Ein weiterer Vorteil: Der Notar kann das Testament beim Zentralen Testamentsregister hinterlegen.

Das hat folgenden Nutzen:

„Das Register wird in jedem Sterbefall von Amts wegen auf vorhandene Testamente und andere erbfolgerelevante Urkunden geprüft. Die Bundesnotarkammer informiert daraufhin das zuständige Nachlassgericht, ob und welche Verfügungen von Todes wegen zu beachten sind. Dadurch wird der letzte Wille des Erblassers gesichert, und Nachlassverfahren können schneller und effizienter durchgeführt werden.“
Quelle: testamentsregister.de

Nachdem nun für Krankheit und Todesfall alles Wesentliche geregelt ist, schauen wir uns in aller Kürze noch die zweite Problemstellung an:

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Szenario 2: Trennung bzw. Scheidung

Für dieses Szenario empfehle ich dir die folgenden drei Maßnahmen:

1. Schließe ggf. einen Ehevertrag

Ohne zusätzliche Vereinbarungen gilt die Ehe als Zugewinngemeinschaft. Kommt es zur Scheidung, wird das während der Ehe hinzugewonnene Vermögen zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Verfügen beide Partner über eine ähnliche Finanzkraft, besteht kaum ein Grund, an diesem Modus etwas zu ändern.

Hingegen kann ein Ehevertrag eine gute Idee sein, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse der Ehepartner deutlich voneinander abweichen.

Er macht zum Beispiel Sinn bei gesellschaftlichen Beteiligungen, die während der Ehe im Wert steigen. Kommt es zur Scheidung, müsste der nicht beteiligte Partner ausbezahlt werden, was den Betrieb in ernsthafte Schwierigkeiten bringen kann.

Wichtig: Ein Ehevertrag muss vom Notar beurkundet werden.

2. Gütertrennung auch in der Ehe

Diese Maßnahme wirkt zugegeben nur vorbeugend und sollte daher direkt zu Beginn jeder Ehe umgesetzt werden.

Gütertrennung bedeutet: Beim Vermögensaufbau gehen beide Partner getrennte Wege. Anstatt eines gemeinschaftlich geführten Depots werden zwei separate Depots eingerichtet.

Sofern beide Depots dieselben Titel enthalten und im gleichen Umfang bespart wurden, dürfte es im Fall einer Scheidung kaum Probleme mit dem Zugewinnausgleich geben. Jeder behält nach der Trennung sein Depot und kann den Vermögensaufbau ohne großen Heckmeck fortsetzen.

Deutlich komplizierter sieht die Sache aus, wenn ein gemeinsam bewohntes Eigenheim den Großteil des Vermögens bildet. Gütertrennung ist hier kaum machbar. Ein Grund dafür, warum (verheiratete) Paare mit einem Eigenheim beim Vermögensaufbau mehr Risiko eingehen als mit Wertpapierdepots.

3. Widerrufe alle Vorsorgevollmachten

Nach einer Trennung sollten – sofern nicht anders gewünscht – alle Vollmachten, die dem Ex-Partner jemals erteilt wurden, widerrufen werden.

Praktisch gesehen bedeutet das: Du musst alle Originale vom Ex-Partner zurückfordern und dann diese dann vernichten.

Zudem solltest du deine Lebensversicherungsverträge dahingehend überprüfen, ob deine verflossene Liebe weiterhin als Begünstigte(r) eingesetzt werden soll und hier bei Bedarf entsprechende Änderungen vornehmen.

Das Fazit

Auch wenn es wirklich keinen Spaß macht, über Szenarien wie Krankheit, Tod oder Trennung nachzudenken: Du solltest für den Fall der Fälle unbedingt Vorkehrungen treffen.

Und zwar bevor ein solcher Fall eingetreten ist.

Du ersparst dir, deinen Angehörigen sowie all denen, die in professioneller Hinsicht mit deinem Fall betraut sind, wie zum Beispiel Ärzten und Amtsrichtern, damit eine Menge Kopfzerbrechen.

Ich wünsche dir wirklich, dass dir alle im Artikel aufgeführten Szenarien möglichst (lange) erspart bleiben.

Sollte irgendwann doch einer der Fälle eintreten, werden die beschriebenen Maßnahmen sicher dazu beitragen, größeren Schaden von dir und deinen Lieben abzuwenden.

 
Hast du bereits Vorkehrungen für den Fall der Fälle getroffen? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Bildquelle: Pixabay (bearbeitet), lizensiert unter CC0 1.0

Quellen:
Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht (Caritas)
Die 10 größten Irrtümer über die Vorsorgevollmacht
patientenverfuegung.de
Ratgeber für Bevollmächtigte (Stadt Hamburg)
Gemeinsam erben ohne Streit
Testament: So regeln Sie Ihr Erbe nach Ihren Wünschen (Stiftung Warentest)

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Comments on this entry are closed.

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  • Daniel 2. Oktober 2016, 11:51

    Bravo Holger und vielen Dank für die Mühe. Werde alles nach und nach entsprechend umsetzen!

  • Alexander Schmitt 2. Oktober 2016, 14:36

    Hallo Holger,

    das Thema ist interessant, aber die Tücke liegt im Detail.
    Bei der RLV reicht es beispielsweise, den Begünstigten richtig zu setzen. Also die Frau beim Tod des Mannes und umgekehrt. Der Versicherungsnehmer hat nicht damit zu tun.
    Bei den Kontozugängen ist es nicht überall erlaubt, einfach die Daten weiterzugeben, auch nicht an den Ehepartner. Die sind personalisiert (!) und nur weil ich Tod bin, darf nicht einfach mein Ehepartner ran, dafür gibt es dann das Testament etc. Genauso wenn ich eine Vollmacht gebe bekommt derjenige ja auch getrennte Zugangsdaten. Also ist es nur wichtig, dass der Partner alle Konten kennt und dort anrufen kann. Für die Übergangszeit hat er hoffentlich Zugriff auf den Notgroschen, auf dem Geld für 3-6 Monate liegt. Bis dahin ist die RLV ausgezahlt und es gibt kein finanzielles Problem.
    Die Güterverteilung in der Ehe ist sehr kompliziert, besonders bei Vermögensübergängen. Ich denke, hier sollte auf jeden Fall ein Steuerberater ran, wenn Vermögen vorhanden ist oder geschaffen werden soll. Bei einer Immobilie ist es ansonsten genauso schwer oder leicht wie bei einem Depot. Ins Grundbuch kann jeder eingetragen werden, also auch bei zur Hälfte. Hat auch den Vorteil, dass jeder jedem Kind mit vollem Freibetrag vererben kann.

    Grüße, Alex

    • Dummerchen 3. Oktober 2016, 11:09

      Hallo Alex,

      „Bei der RLV reicht es beispielsweise, den Begünstigten richtig zu setzen. Also die Frau beim Tod des Mannes und umgekehrt. Der Versicherungsnehmer hat nicht damit zu tun.“

      Bist Du Dir da ganz sicher? Ich kenne es tatsächlich so, wie es Holger und „sein“ Steuerberater, der es eigentlich sicher wissen sollte, darstellen. Bei mir ist meine Frau die Versicherungsnehmerin. Sie zahlt die Beträge und ist im Fall der Fälle diejenige, die steuerfrei(!) die Auszahlung erhalten wird, sollte ich das Zeitliche segnen. Auch Finanztest ist der gleichen Meinung:
      https://www.test.de/Risikolebensversicherung-Wir-ermitteln-Ihnen-den-besten-Schutz-1131536-4846359/

      Liebe Grüße
      Dummerchen

      PS: Sehr guter Artikel, Holger. Einige Punkte ignoriere ich bislang tatsächlich in meinem Leben – andere sind bereits geklärt. Gedanken über den Tod schiebt man tatsächlich gerne zur Seite.

    • Alexander Schmitt 3. Oktober 2016, 14:36

      Muss mich korrigieren, Dummerchen hat recht: Versicherungsnehmer muss auch sein, “
      Wenn eine Risikolebensversicherung auf Ihren Namen läuft, dann zählt die Todesfallsumme zu Ihrem Nachlass.“
      Grüße, Alex

  • Lothar 2. Oktober 2016, 22:31

    Hallo Holger,
    sehr gute Zusammenfassung. Eine Anmerkung zur Gütertrennung:
    Mir st nicht ganz klar, ob Du nur die Kontentrennung meinst (grundsätzlich zu empfehlen auch um Schenkungsvorgänge besser abgrenzen zu können) oder den Güterstand der „Gütertrennung“. Der wurde früher gern als Allheilmittel empfohlen, hat aber auch erhebliche Nachteile. Dabei gibt es eine smarte Alternative “ die modifizierte Zugewinngemeinschaft“. Dort wird im Ehevertrag geregelt, was konkret vom Zugewinn ausgenommen werden soll (z.B. eine Beteiligung an einem Unternehmen).
    Herzliche Grüße
    Lothar

  • Wolfgang 3. Oktober 2016, 21:40

    Hi Holger,

    Auch von mir ein großes Lob. Kenne die Thematik nur vom Hören-sagen, du hast mich nun animiert, das Thema anzugehen.

    Freue mich schon auf weitere Podcasts.

    Wolfgang.

  • Gurki 4. Oktober 2016, 16:40

    Hi,

    vielen Dank für die Auflistung. Auch wenn ich noch jung bin, werde ich auf jeden Fall schon mal aufschreiben und sicher hinterlegen wo man mein Passwortsafe findet und wo ich meine Finanzen aufbewahre.

  • Albert 4. Oktober 2016, 20:13

    Als regelmäßiger Podcast-Hörer muss ich jetzt mal meinen Teil dazu beitragen und dir was zurück geben!

    Zufällig bin ich seit etwa 3 Jahren dabei, genau zu dem hier besprochenen Thema ein Tool zu entwickeln. Meminto (https://meminto.com) ist in der Lage zu erkennen, ob ein Benutzer noch am Leben ist. Zu Lebzeiten hat der Benutzer die Möglichkeit, die in 6. besprochenen Punkte (und auch mehr) in seinem Meminto Account abzulegen und an seine Lieben zu adressieren. Über mehrere Sicherheitsebenen hinweg prüft Meminto regelmäßig und über eine flexible einstellbare Frequenz, ob der User noch da ist. Sobald das nicht mehr der Fall ist, gehen die Informationen an die entsprechenden Personen raus.

    Auf Meminto gibt es dazu noch ein kleines Erklärvideo.
    Der Vorteil ist: Man muss seinen Leuten zuhause nicht schon zu Lebzeiten Zugriff auf Passwörter & Co. geben. Wie im Film „P.S. Ich liebe dich“ könnten Sie aber schon überrascht sein, wenn plötzlich Nachrichten sie erreichen. So mancher kann dabei erschreckt werden, andere aber auch erfreut.

    Vor allem aber kann man mit Meminto helfen, die Dinge für Hinterbliebene etwas einfacher zu gestalten – und dazu gehören auch die finanziellen Angelegenheiten.

    Meminto befindet sich derzeit in der beta-Phase und kann deshalb noch kostenlos getestet werden.

  • Jens 4. Oktober 2016, 20:19

    Hallo Holger,

    danke für den „wachrüttelnden“ Artikel, gibt eben doch noch mehr als finanzielle Vorsorge, vergisst man gerne mal 😀

    Zum Thema RLV noch eine Detailfrage: Es gibt ja die Möglichkeit, eine „Gemeinschaftsversicherung“ abzuschließen, bei der jeweils einer der Partner die Auszahlung bekommt, wenn der andere stirbt. Fällt bei diesen auch das angesprochene Steuerproblem an? Oder sollte man grundsätzlich immer zwei Verträge abschließen, wenn man sich gegenseitig absichern will? Bei den Gemeinschaftsverträgen kann man eh nicht so viel sparen.

    Danke.

    Grüße,
    Jens

    • Andreas 6. Oktober 2016, 10:33

      Du kannst eine sogenannte „verbundene Leben“ – Versicherung abschließen. Hier fällt die Steuerproblematik nicht an. Zu bedenken ist aber, dass im Leistungsfall die Versicherung (meistens) endet. Das heißt, dass auf das Leben der überlebenden Person dann keine Versicherung mehr besteht.

  • Julia (Finanzblogleserin) 5. Oktober 2016, 09:55

    Vielen vielen Dank für diesen Artikel!
    Auch wenn gewisse Szenarien in meinem (jungen) Alter weit weg scheinen, so möchte ich mich schon seit längerem darauf vorbereiten. Dokumente und Finanzen so ordnen, dass es im Ernstfall nicht ein nicht enden wollendes Wühlen im Chaos ist. Ein Testament und eine Patientenverfügung aufsetzen.

    Von der Gesundheitsvollmacht hatte ich noch nie gehört, danke für diesen wichtigen Tipp!
    Und danke auch für die vielen Links im Artikel, unter denen man sich Vordrucke herunterladen kann.

    Jetzt kann ich den ein oder anderen dunklen Winterabend nützen, um die Punkte Schritt für Schritt abzuarbeiten. Und danach einfach beruhigter zu sein.

  • Adiceltic 5. Oktober 2016, 13:01

    Vielen Dank für die vielen Infos und den interessanten Beitrag! Das mit der Risikolebensversicherung finde ich sehr interessant. Leider kann man die ja oft nur für 30 Jahre abschließen und meistens wird eine Verlängerung dann einfach viel zu teuer sein. Zur Absicherung ist das aber bestimmt eine günstige Möglichkeit.

    • Andreas 6. Oktober 2016, 10:38

      Nein, du kannst Versicherungen auch mit wesentlich kürzerer Laufzeit abschließen. Bei einer Verlängerung sollte man dann aber darauf achten, dass eine Verlängerungsoption vertraglich ohne erneute Gesundheitsprüfung garantiert ist. Insbesondere sollte auch darauf geachtet werden, dass eine Nachversicherung der Versicherungssumme ohne Gesundheitsprüfung bei bestimmten Ereignissen stattfinden kann (Ehe/Lebenspartnerschaft, Immobilie, Geburt/Adoption).

  • Andreas 6. Oktober 2016, 11:10

    Bei dem Thema Krankheit sollte vielleicht auch noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Erwägung gezogen werden. Der Verlust der Arbeitskraft beendet den Traum der finanziellen Freiheit mit sofortiger Wirkung. Disziplinierte Sparer (die Leser dieses Blogs) können dabei auch ihr angestrebtes Ruhestandsalter in Betracht ziehen und das Laufzeitende auf bspw. 55 Jahre setzen, was die Kosten dieser elementaren Versicherung drastisch reduziert. Dabei sollte man dann aber auch wirklich auf diesen Zeitpunkt hin sparen, so dass man dann seine Arbeitskraft selbst durch passives Einkommen abgesichert hat.

  • Johannes 9. Oktober 2016, 12:49

    Das ist einer der besten Artikel, die ich seit langem gelesen habe!

  • Matze 3. November 2016, 14:11

    Tolle Seite! Ab zu den Favoriten! Viele Informationen einfach und verständlich dargestellt.