Der ETF-Sparplan: Mittel der Wahl für junge Anleger?

Der ETF-Sparplan: Das Mittel der Wahl für junge Anleger?

Nach diversen Reformen der letzten Jahre ist eines klar:

Die gesetzliche Rente allein wird den Lebensstandard in Zukunft nicht mehr sichern.

Besonders von dieser Entwicklung betroffen ist die Generation Y, die heute 16- bis 36-Jährigen.

Die sogenannten Millennials müssen die Altersvorsorge nämlich direkt für zwei Generationen stemmen:

Zum einen für die heutigen Rentner, die immer mehr werden und immer länger leben.

Zum anderen für sich selbst, weil durch die niedrigen Geburtenraten absehbar Rentenzahler fehlen werden, die später einmal für sie sorgen könnten.

Deshalb tut die Generation Y gut daran, frühzeitig mit dem Aufbau einer privaten Altersvorsorge zu beginnen, um den mächtigen Zinseszinseffekt für sich arbeiten zu lassen.

Welches Anlageinstrument dafür wie geschaffen ist, erfährst du in diesem Artikel …

Hinweis: Dies ist ein Gastartikel von Jürgen Nawatzki

Die Jobsituation der Millennials

Berufsanfänger haben im Allgemeinen ein Problem: Die ersten Jobs nach Ausbildung oder Studium sind häufig zeitlich befristet und zudem noch schlecht bezahlt.

Wie soll man da eine private Altersvorsorge aufbauen, wenn man nicht weiß, wann, wie und wo es nach dem derzeitigen Job beruflich weitergeht?

Früher beliebte Lösungen wie private Rentenversicherungen oder die klassische Kapital-Lebensversicherung kommen heute nicht mehr infrage. Aus gutem Grund:

Denn der sogenannte Garantiezins bei der Kapital-Lebensversicherung liegt bei nur noch 1,25 Prozent und wird demnächst noch weiter sinken.

Die Kosten für Verwaltung und Vertrieb sind bei diesem Produkt zudem nach wie vor hoch. Und was das Aussetzen der Beiträge bei einer vorübergehenden Arbeitslosigkeit angeht, zeigen sich Lebensversicherungen eher unflexibel.

Versicherungsprodukte sind für die private Altersvorsorge nicht (mehr) empfehlenswert.

Doch es gibt ein Anlageinstrument, das für diesen Zweck bestens geeignet ist und aus meiner Sicht keine nennenswerten Nachteile hat:

Der ETF-Sparplan

Exchange Traded Funds (ETFs) sind der Anlagetrend unserer Zeit. Sie bilden die Wertentwicklung eines bestimmten Börsenindex passiv nach und sind einfach, transparent, flexibel und dazu noch äußerst kostengünstig.

ETFs mindern die Rendite im Mittel nur um 0,37 Prozent pro Jahr. Ausgabeaufschläge fallen nicht an, da diese Fonds direkt an der Börse gekauft werden.

Beim Kauf von klassischen (aktiven) Investmentfondsanteilen wird hingegen meist ein Ausgabeaufschlag erhoben. Zudem fallen bei dieser Art von Fonds durchschnittliche jährliche Verwaltungskosten von 1,5 bis 2 Prozent an.

Das ist ein erheblicher Kostenunterschied, der seine Wirkung über den mächtigen Zinseszinseffekt entfaltet.

Gehen wir mal von einem Kostenunterschied von durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr aus, dann liefert eine Geldanlage von 100.000 EUR in einem aktiven Fonds bei einer Bruttorendite von im Schnitt 6 Prozent nach Kosten nur noch 4,5 Prozent.

Das macht nach 30 Jahren einen Betrag von 374.532 EUR. Das ist viel Geld, ohne Frage. Aber es geht noch besser!

Erziele ich dagegen durchschnittlich 5,6 Prozent Rendite, weil meine Kosten bei der ETF-Anlage deutlich geringer sind, komme ich nach 30 Jahren auf ein Endvermögen von 512.764 EUR.

Der Unterschied beträgt mehr als 138.000 EUR!

Doch nicht jeder hat gleich 100.000 EUR, die er anlegen kann. Gerade Berufsanfänger können anfangs häufig nur mit kleinen regelmäßigen Sparbeiträgen Vermögen aufbauen.

Vorhang auf für …

ETF-Sparpläne bei Online-Brokern

Da Banken an ETFs nur wenig verdienen, verkaufen sie ihren Kunden lieber klassische Investmentfonds, wo sie unter anderem am Ausgabeaufschlag verdienen. ETFs sind eher eine Domäne der Online-Broker.

Zu diesen gehören unter anderem …

  • Comdirect
  • Cominvest
  • Consorsbank
  • Flatex
  • ING-DiBa
  • Maxblue
  • OnVista Bank
  • S-Broker
  • 1822 direkt

Alle diese Direktbanken haben Sparpläne für ETFs im Angebot. Ein solcher Sparplan ist meist in 10 Minuten am Computer eingerichtet. Voraussetzung ist ein – in der Regel kostenloses – Depotkonto bei einem der Anbieter.

Bei einem ETF-Sparplan zahlt man regelmäßig einen bestimmten Sparbeitrag auf sein Verrechnungskonto bei dem jeweiligen Online-Broker ein. Die möglichen Sparintervalle reichen von monatlich bis halbjährlich.

Zum Stichtag, beispielsweise am 1. oder 15. eines Monats, werden dann entsprechend ETF-Anteile gekauft.

Die Mindestsparraten reichen von 25 EUR (Consorsbank und comdirect) bis 50 EUR bei allen anderen Direktbanken.

Ein großer Vorteil ist, dass man sich als Sparer mit einem ETF-Sparplan nicht fest bindet, sondern flexibel bleibt:

Erstens gibt es keine Mindestlaufzeiten, sondern der Sparplan kann jederzeit pausiert oder auch beendet werden.

Zweitens kann der Anleger jederzeit voll und ganz über sein angespartes Kapital verfügen. Entnahmen sind also jederzeit möglich, was sich allerdings verbietet, wenn man auf Basis von ETF-Sparplänen langfristig Vermögen aufbauen will.

Kosten von ETF-Sparplänen

Kosten fallen nicht in jedem Fall an, denn bei so gut wie allen Anbietern von ETF-Sparplänen laufen immer wieder Rabattaktionen, so dass einzelne ETFs ganz ohne Transaktionskosten zumindest gekauft werden können. Beim Verkauf fallen dann allerdings schon Gebühren an.

Die folgende Auflistung zeigt, wie viele ETFs derzeit (Stand Oktober 2016) von welchem Anbieter ganz ohne Ordergebühren erworben werden können:

  • Comdirect (46)
  • Cominvest (20)
  • Consorsbank (40)
  • Flatex (321)
  • Maxblue (107)
  • OnVista Bank (88)
  • S-Broker (95)
  • 1822 direkt (31)

Damit lassen sich bei fast allen Anbietern von ETF-Sparplänen unterschiedliche Anlagestrategien völlig ohne Ordergebühren realisieren und verschiedene Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, Geldmarkt) miteinander kombinieren.

Das bedeutet, dass tatsächlich 100 Prozent der Sparrate in den oder die jeweiligen ETFs investiert werden.

Die einzigen Kosten, die anfallen, sind die jährlichen Verwaltungsgebühren in Höhe von durchschnittlich 0,37 Prozent des Fondsvermögens sowie die Transaktionskosten beim Verkauf von ETF-Anteilen.

Kosten in Abhängigkeit vom Sparintervall

Sollten die Rabattaktionen irgendwann enden, werden die üblichen Transaktionsgebühren erhoben, die sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden.

Wichtig: Auf die Gebühren lässt sich über das Sparintervall Einfluss nehmen.

Es kann gut sein, dass eine vierteljährliche Bedienung des ETF-Sparplans günstiger ist als der monatliche Kauf von ETF-Anteilen. Denn jede Transaktion enthält in der Regel sowohl eine prozentuale als auch eine fixe Kostenkomponente.

Manche Broker sind bei kleinen Orders besonders günstig, andere bei mittleren oder größeren Orders. Es lohnt also, vorher die Ordergebühren der verschiedenen Anbieter zu vergleichen.

Von Hand vorgenommene Orders sind übrigens immer mit Kosten verbunden.

Das Fazit

Insgesamt sind ETF-Sparpläne eine zeitgemäße Geldanlage, mit der sich auch in der aktuellen Niedrigzinsphase eine ordentliche Rendite erzielen lässt.

Zumindest wenn man in Aktien-ETFs investiert.

Im Gegensatz zu den früher weit verbreiteten Versicherungsprodukten sind ETF-Sparpläne äußerst flexibel und kostengünstig.

Damit tragen sie den Bedürfnissen der Millennials perfekt Rechnung, denn diese können auch bei unsicheren und befristeten Jobs anfangen, regelmäßig etwas fürs Alter zurückzulegen.

Schon 25 EUR pro Monat reichen aus, um einen Anfang in der privaten Altersvorsorge zu machen.

Mit steigendem Einkommen kann die Sparrate später je nach Wunsch weiter aufgestockt werden.

Investierst du bereits in ETF-Sparpläne? Wir freuen uns auf deinen Kommentar.

Dr. Jürgen NawatzkiGastautor Dr. Jürgen Nawatzki ist Diplom-Kaufmann und war früher Finanzberater bei MLP, bevor er seine Liebe zum Schreiben entdeckte.
 
Inzwischen ist er zusätzlich ausgebildeter Journalist und betreibt das Finanzblog ETF-Blog.com, in dem es um Geldanlage mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) geht. Sein Ziel: Junge Menschen von den Vorzügen des passiven Investierens mit ETFs zu überzeugen.
 

Bildquelle: unsplash.com

  • Müller 16. Oktober 2016, 11:22

    Sehr geehrter Dr. Nawatzki,
    Erst einmal vielen Dank für den schönen Artikel.
    Da ich generell ein großer Freund von niedrigen Fixkosten in sämtlichen Bereichen des Lebens bin, sind mir etf grundsätzlich sehr, sehr sympathisch.
    Ich frage mich jedoch, wenn ich einen Fonds herauspicke, welcher im Vergleich zu den wenigen gehört, die den Markt (und die etf) am Ende renditemäßig schlagen, dann lohnt sich doch auch für dieses Fonds die 1% Mehrgebühr an Kosten. Was meinen Sie dazu?

    • Dr. Jürgen Nawatzki 17. Oktober 2016, 02:47

      Hallo Herr Müller,

      wenn Ihnen das gelingt, dann haben Sie recht. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass Ihnen dies gelingt?

      Es sind erstens nicht immer dieselben Fonds, die den Markt schlagen und das dies ein Fonds mehrere Jahre hintereinander tut, da liegt die Wahrscheinlichkeit nur bei 10 bis 20 Prozent. Je länger man den Zeitraum wählt, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit.

      Und genau diesen Fonds im Vorhinein ausfindig zu machen, darin liegt die große Schwierigkeit. Da braucht man schon ein sehr glückliches Händchen.

      Mit einem ETF auf den ganzen Markt bin ich dagegen stets auf der sicheren Seite und erziele sicher die Marktrendite abzüglich des Tracking Errors.

      Herzliche Grüße

      Jürgen Nawatzki

  • joh 16. Oktober 2016, 12:13

    Eine Frage am Rande für diejenigen, die per ETF-Sparplan für ein Kind sparen:

    Ich möchte bis zum 18. Lebensjahr meines Kindes einen ETF-Sparplan ausführen. Gestartet habe ich jetzt mit 100 % MSCI World. Macht das sonst noch jemand auch so? Der Gedanke ist, irgendwann (14. Lebensjahr?) zu beginnen, umzuschichten (50 % MSCI World, 50 % Renten), oder schrittweise das Geld dann auf ein Tagesgeldkonto zu entnehmen. Klingt das nach einem Plan?

    • Holger Grethe 16. Oktober 2016, 18:38

      Ich finde, das klingt nach einem guten Plan. Eine ähnliche Strategie verfolge ich selbst … 😉

    • Dr. Jürgen Nawatzki 17. Oktober 2016, 03:07

      Hallo Joh,

      MSCI World Index ist schon mal ganz gut, aber ich würde noch den MSCI Emerging Markets Index hinzunehmen, so mit 30 Prozent. Zumindest für die ersten 10 Jahre.

      Herzliche Grüße

      Jürgen

    • Carlos 17. Oktober 2016, 13:00

      Wurde auch mal beim Finanzwesir diskutiert (in den Kommentaren):
      http://www.finanzwesir.com/blog/fondsgebundene-rentenversicherung

      Mein Ansatz ist der Deine:
      Ich habe auch ETF-Sparpläne, allerdings für meine Kinder, nicht für meine Nichten, ich bin also in der “Pflicht” wie der Finanzwesir sagen würde, nicht in der Kür.
      Aber dennoch, mein Ansatz ist, ab dem ca. 13. Lebensjahr langsam Teile in Anleihen umzuschichten (im Moment 100% MSCI World, die Kinder sind noch klein) und so bis zum 18ten Geburtstag (oder dem dann absehbaren Termin wenn Geld für Studium o.ä. benötigt wird) 50%-80% in eine niedrigere Risikoklasse umzuschichten, um die Verfügbarkeit zum “Stichtag” abzusichern.

      Gruß
      Carlos

    • Daniel 18. Oktober 2016, 21:08

      Hallo,

      ich habe zwar bereits weiter unten einen Kommentar hinterlassen, jedoch habe ich auch eine Frage zum Thema ETF-Sparplan für die Kiddies, speziell in Richtung steuerliche Bewertung.
      Ich habe für meinen jüngsten Sohn einen ETF-Sparplan in Höhe von 50 € monatl. eingerichtet (zur Geburt der ersten beiden im Jahre 2010 und 2012 habe ich leider noch auf einen Bausparvertrag bei der Schwäbisch Hall mit einer Laufzeit von 7+1 Jahren gesetzt :-/, da hilft momentan nur abwarten…).
      Zurück zum ETF-Sparplan für den Dritten… Nun gibt es zur Zeit noch die Gefahr der Doppelbesteuerung bei physisch-thesaurierenden ETFs mit Fonddomizil außerhalb von Deutschland. Als Erwachsener müsste man sich beim Verkauf eines solchen ETFs hierbei ggf. die doppelt gezahlte Steuer zurückholen (sprich Nachweis über jahrliche Steuererklärung etc.) Nun möchte ich für den Kleinen jedoch keine Steuererklärung ausfüllen und habe mich deshalb für einen ausschüttenden ETF von iShares entschieden. Nur schränkt dies teilweise die Auswahl ziemlich ein. Wie verhält es sich bei diesem Thema?

      P.S. Kann man es irgendwie einrichten, dass man eine Benachrichtung, beispielsweise per E-Mail, bekommt, wenn auf einen Kommentar geantwortet wurde?

      Laufende Grüße, Daniel.

    • joh 19. Oktober 2016, 19:11

      Danke an alle für euer Antworten!

  • Andreas 16. Oktober 2016, 19:56

    Hi,
    eins vorweg: Ich bin auch seit einigen Jahren begeisterter ETF-Sparer. Aber ich denke, man sollte für seine finanzielle Freiheit nicht komplett auf Versicherungslösungen verzichten. Natürlich sollte man dabei Wert auf kostengünstige Lösungen legen. Aber gerade gegen Ende des geplanten Eintritts in die finanzielle Freiheit kann man mit einem Rentenversicherungsprodukt meiner Meinung nach den “Renditeturbo” zünden. Normalerweise befindet man sich zu dem Zeitpunkt auf dem Zenit seines Einkommenlebens. Damit verbunden auf dem Zenit seiner Steuerlast. Hier kann man mit Umschichten eines Teils seiner ETFs in Rentenversicherungsprodukte der Schicht 1 und 2 eine hohe Steuerrückerstattung generieren. Auch hier gibts es Produkte, die mit ETFs arbeiten und einen “günstigen” Versicherungsmantel haben. Natürlich sollte man sich der “Nachteile” der fehlenden Kapitalisierung und Vererbbarkeit sowie der nachgelagerten Besteuerung bewußt sein, aber man strebt ja die eigene finananzielle Freiheit an, die durch regelmäßige Einnahmen gesichert werden soll.
    Eine weitere Überlegung könnte sein, die Rentenversicherung seiner Frau besonders großzügig zu bedenken, da Frauen eine durchschnittlich höhere Lebenserwartung haben und alle Tarife gesetzlich als “unisex”-Tarife kalkuliert sein müssen.

    Gruß
    Andreas

  • Dr. Jürgen Nawatzki 17. Oktober 2016, 03:02

    Hallo Andreas,

    meiner Meinung nach geht die Strategie mit der Rentenversicherung heute nur noch in Ausnahmefällen auf: Beispielsweise mit dem Vermögenssparplan Fairrflex von Fairr. Das ist ein Produkt, dass auch auf ETFs setzt und auf eine Abschlussprovision verzichtet.

    Aber mit konventionellen Rentenversicherungen mit einem Garantiezins von 1,25 Prozent und demnächst von nur noch 0,9 Prozent nur auf den Sparanteil geht die Rechnung einfach nicht mehr auf.

    Herzliche Grüße

    Jürgen

    • Andreas 17. Oktober 2016, 11:23

      Hi,
      genau den fairrflex (Schicht 3) meinte ich eher nicht. Hier habe ich dauerhaft laufende Kosten auf mein Kapital und spüre eine steuerliche Entlastung erst nach 12 Jahren und ab 62 Jahren bei einer Entnahme/Verrentung. Aber die Produkte der Schicht 1 und 2 von fairr passen gut zu meiner Anlagephilosophi. Man sollte aber auch hier nochmal Honorar-Tarife von verschiedenen Versicherern gegenchecken. Auch größere Versicherer haben mittlerweile in ihrer Fondspalette ETFs aufgenommen. Wem das nötige Know-How dazu fehlt, wäre gut beraten, ein paar Hundert Euro in die Hand zu nehmen und einen kompetenten Versicherungsberater (der also nicht auf Abschlussprovisionen achten muss) aufzusuchen.
      Vielleicht wäre es genau dieses Jahr noch vorteilhaft einen Mini-Vertrag abzuschließen, um sich wenigstens die 1,25% Garantiezins bei der Verrentung zu sichern und beim Näherkommen der finanziellen Freiheit größere Beträge steuerwirksam zuzuzahlen. Natürlich sollte dann ein Augenmerk darauf gelegt werden, dass der Tarif hohe Zuzahlungen (zu alten Rechnungsgrundlagen) zulässt und bei Renteneintritt den garantierten Rentenfaktor ggf. durch einen dann besseren ersetzt.

      Gruß
      Andreas

  • Daniel 17. Oktober 2016, 05:58

    Guter Artikel, der die Problematik der Generation Y auf den Punkt bringt. Vielen Dank dafür. Werde den Artikel gleich an betroffene Personen weiterleiten (ich selbst, 30 Jahre jung, bin bereits in einigen ETFs investiert).
    Ein Hinweis am Rand. Es wird gesagt “Von Hand vorgenommene Orders sind übrigens immer mit Kosten verbunden.” Zumindest beim Kauf stimmt das nicht zu 100 %. Die ING-DiBa (in Sachen ETF-Sparpläne mit 1,75 % eher im Mittelfeld) berechnet bei ETF-Käufer über 500 € bei einer Vielzahl an Aktions-ETFs keine Gebühren.
    Laufende Grüße, Daniel.

    • Dr. Jürgen Nawatzki 18. Oktober 2016, 06:22

      Hallo Daniel,

      es macht tatsächlich Sinn, bei mehreren Brokern Depots einzurichten, da alle ihre spezifischen Vorteile haben bzw. verschiedene ETFs im Rahmen ihrer Rabattaktionen anbieten. Ich selbst habe bei vier verschiedenen Brokern Depots.

      Herzliche Grüße

      Jürgen

  • Jens 17. Oktober 2016, 10:51

    Hallo Andreas,

    genau meine Meinung! Es wird immer gerne über den Steuersparzwang der Deutschen gelästert, aber gerade durch die Steuerstundung der 1. und 2. Schicht lässt sich m. E. nach eine sehr hohe Zusatzrendite erwirtschaften. Die Produkte sollten aber transparent und kostengünstig sein und in ETFs investieren, davon gibt es zugegebenermaßen nicht viele.

    viele Grüße,
    Jens

    • Andreas 17. Oktober 2016, 11:30

      Hi Jens,
      eine Ausnahme würde ich hier aber noch machen. Je näher man dem Renteneintrittsalter (frühestens 62) ist, desto mehr Sinn ergibt es, doch eine klassische Rentenversicherung (Honorartarif) zu wählen. Man will Schwankungen vermeiden und zu dem Garantiezins gibt es dann ja noch die Überschussbeteiligung. Unterm Strich ist dies aktuell für eine nicht volatile Anlage eine ziemlich gute Rendite.

      Gruß
      Andreas

  • DerMitleser 17. Oktober 2016, 11:57

    @ joh

    Für sein(e) Kind(er) einen ETF-Sparplan zu eröffnen und zu bedienen, ist sehr clever, vorausschauend und vorbildlich. Aber, warum in Rentenpapiere umschichten? Bleibe doch zu 100% im MSCI World investiert, das bringt langfristig wesentlich mehr Rendite. Dem Vorschlag zu 30% in Schwellenländer anzulegen, kann ich nichts abgewinnen. Warum? Weil das jeder so macht (die typische 70/30 Aufteilung, *gähn*). Wenn man erfolgreich(er) sein möchte, sollte man den Herdentrieb vermeiden, und möglichst eigene (entgegengesetzte) Wege gehen.

    Den Vorschlag, auch Versicherungslösungen zu berücksichtigen, solttest Du gänzlich ignorieren. Warum? Weil es zusätzliche Kosten verursacht. Sobald ein Dritter im Spiel ist (Bank, Staat, Versicherung), zahlst Du unnötige Kosten (Ich vermute, dass der Vorschlag von einem Versicherungsmakler stammt). Das, was die Versicherung mit Deinem Geld anstellt, kannst du auch selbst anstellen – ohne deren wahnwitzigen Gebühren.

    Vielleicht schaffst Du es ja Dein Kind (wenn es soweit ist) zu ermutigen, das Depot weiterzuführen…

    Gruß, DerMitleser.

    • Andreas 18. Oktober 2016, 07:55

      Nein, der der Vorschlag stammt nicht von einem Versicherungsmakler (auch keinem Versicherungsberater). Warum sollte ein Versicherungsmakler auch über Honorartarife und die fairr-Produktpalette sprechen. Hast du dir mal die Kostenstruktur von Honorartarifen angeschaut oder basiert deine Aussage auf einem ungeprüften Bauchgefühl?
      Und noch ein ausdrückliches NEIN: Was die Versicherung bzw. ein Rentenversicherungsprodukt der Schicht 1 und 2 mit deinem Geld anstellt, kannst du NICHT in Eigenregie anstellen: steuerlich geltend machen!
      Zugegeben, man sollte mit spitzen Bleistift gegenrechnen, wieviel die steuerliche Förderung bringt und Prognosen treffen, wieviel die nachgelagerte Besteuerung kostet. Aber gerade für Leute, die sich in der Endphase ihres Erwerbslebens befinden kann die steuerliche Förderung bis zu 40% betragen. Das ist mit Kapitalmarktprodukten absolut nicht seriös darstellbar.

      Gruß
      Andreas

    • joh 19. Oktober 2016, 19:11

      Danke für deinen Kommentar!

  • Ralph 17. Oktober 2016, 17:20

    Ich finde auch die ETF Lösung für den Vermögensaufbau klasse, vor allem wegen des sehr geringen Zeitaufwandes. Hat man sich einmal einige ETF rausgesucht und einen Sparplan eingerichtet, dann läuft der Rest von alleine. Dieses ist für über 90% der Anleger der richtige Weg.

    Gruß Ralph

  • Dr. Jürgen Nawatzki 18. Oktober 2016, 06:33

    Hallo,
    dass du mit 100 Prozent MSCI World Index besser abschneidest als mit einer 70/30-Beimischung MSCI Emerging Markets – oder einem anderen Beimischungsverhältnis – halte ich für eher unwahrscheinlich.

    Viele Grüße

    Jürgen

  • egon meier 18. Oktober 2016, 09:00

    Sehr geehrter Herr Nawatzki,

    ich würde zu Beginn nur in einzelne Aktien investieren. 3000 Euro ansparen und dafür z.B. die Aktien der Firma Johnson & Johnson kaufen. Kosten 10 Euro bei der DKB Bank (0,33 % Ordergebühr). Aktie liegen lassen und Dividende (z.Zeit 2,7 %, ca. 80 Euro/Jahr) erhalten. Dann wieder 3000 Euro ansparen usw.. Bitte nicht den Einwand bringen, eine einzelne Aktie wäre zu riskant. Sie wissen auch nicht wie der ETF sich entwickeln wird.

    Viele Grüße

    • Andreas 18. Oktober 2016, 11:06

      ” Bitte nicht den Einwand bringen, eine einzelne Aktie wäre zu riskant.”
      Doch, genau den Einwand muss man bringen. So hat man ein riesiges Klumpenrisiko. Ein Unternehmen kann immer mal in Schieflage geraten, dass alle Unternehmen des MSCI World in Schieflage geraten, ist so gut wie ausgeschlossen. Ergo ist die Investition zu 100% in ein Unternehmen wesentlich riskanter.

      Gruß
      Andreas

  • egon meier 18. Oktober 2016, 12:34

    Hallo Andreas,
    wer sagt Dir, das nicht 90% der Aktien des MSCI World in Schieflage geraten.
    Die Aktie von Johnson & Johnsen gibt es schon seit 1886!!!. Was machst Du, wenn die emittierenden Investmentgesellschaft für den ETF pleite geht?
    Das Aktien riskant sind steht außer Frage, man muß sich darum natürlich kümmern.
    Man kann ja auch nach und nach Einzeln Aktien dazukaufen über die Jahre.

    Viele Grüße

    • Dr. Jürgen Nawatzki 19. Oktober 2016, 06:37

      Hallo Herr Meier,

      dass 90 Prozent der Aktien eines ETFs auf den MSCI World Index in Schieflage geraten, ist extrem unwahrscheinlichj, denn dann hätten wir vermutlich eine komfortable Weltwirtschaftskrise . . .
      Und wenn die Kapitalanlagegesellschaft insolvent ginge, wäre das Vermögen der ETFs als Sondervermögen vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt.
      Bei Einzelaktien sieht das ganz anders aus.
      Aber warum nicht in einen Dividendenindex investieren?

      Viele Grüße

      Jürgen Nawatzki

    • Andreas 19. Oktober 2016, 10:04

      Einen Zusatz möchte ich noch an Jürgens Argumentation anfügen. Wenn ein Unternehmen aus dem Index in Schieflage gerät, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass ein anderes Unternehmen aus dem Index von der Schieflage profitiert. Beispiel: Wenn VW pleite gehen würde, würden deswegen nicht weniger Autos gekauft, sondern einfach andere Autos. Wenn die Einzelaktie in Schieflage gerät, profitiert auch ein anderer, aber an dem bin ich dann nicht beteiligt.

  • Oliver 18. Oktober 2016, 14:20

    Hallo Jürgen,

    danke für deinen Beitrag.

    Einige Anmerkungen meinerseits:

    1. „weil durch die niedrigen Geburtenraten absehbar Rentenzahler fehlen werden, die später einmal für sie sorgen könnten“ – Ob das so absehbar ist, wage ich mal zu bezweifeln. Zum einen hat ein Umdenken in der Politik stattgefunden, das die Förderung von jungen und kinderreichen Familien wieder in den Vordergrund gerückt hat. Und zum anderen haben wir dank der Flüchtlinge ja auch wieder einen ordentlichen Zuwachs, der noch dazu relativ kinderreich ist. Ich denke also, die gesetzliche RV sollte keinesfalls zu schnell totgesagt werden. Denn die Probleme dieses Instituts sind ja eher gesellschaftliche Probleme, die sowieso angegangen werden bzw. sich selbst regulieren. Aber davon abgesehen sollte natürlich jeder seine Altersvorsorge zumindest in Teilen auch selbst in Angriff nehmen. Aber dafür unsere gesetzlichen Rentenabsicherungssysteme immer pauschal schlecht zu reden, ist sicherlich auch nicht realistisch.
    2. „Und was das Aussetzen der Beiträge bei einer vorübergehenden Arbeitslosigkeit angeht, zeigen sich Lebensversicherungen eher unflexibel.“ – Diese Wahrnehmung kann ich so ganz und gar nicht teilen. Bisher konnte noch jede LV oder RV, die mir begegnet ist, problemlos pausiert oder reguliert werden.
    3. Weiterhin unterschlägst du die steuerlichen Vorteile, die Riester und Rürup immer noch genießen. Es scheint zwar mittlerweile Common Sense in den meisten Finanzblogs zu sein, dass diese Steuervorteile nichts wert sind. Allein glauben mag ich es nicht. Schließlich ist sich nicht einmal die Finanzpresse einig, ob Riester und Rürup nun gut oder schlecht sind.
    4. „Ausgabeaufschläge fallen nicht an, da diese Fonds direkt an der Börse gekauft werden.“ – Nun ja, aber dafür fallen Provisionen für die Bank und die Börse und der Spread an. Wenn ich die alle zusammenrechne, komme ich nicht immer günstiger bei weg. Besonders bei kleineren Beträgen sind diese Gebühren äußerst schmerzhaft. Auch bei den von dir genannten Aktionsfonds stellt sich mir die Frage, wie lange diese vergünstigten Ordergebühren dann erhalten bleiben und ob ich rechtzeitig benachrichtigt werde, wenn die Aktion beendet oder ausgesetzt wurde. Ordergebühren können gerade bei kleineren Anlagebeträgen dann mal sehr schnell sehr großen Anteil an der gesamten Anlagesumme einnehmen. Einen Anteil, der weitaus höher ist als ein prozentualer Ausgabeaufschlag. Wer also 25 Euro im Monat spart, kommt bei 5 Euro Ordergebühr auf den nicht mehr so günstigen Kostenanteil von 20%.
    5. Dem Einwand, dass höhere Ordergebühren durch die Zwischenanlage auf einem Verrechnungskonto umgangen werden können, möchte ich gleich entgegen halten, dass darunter auch der Cost-Average-Effekt leidet. Denn wer seltener anlegt, hat auch weniger Schwankungen zur Verfügung. Also unser 25-Euro-Anleger dürfte ja eigentlich nur noch einmal pro Jahr Anteile kaufen, um unter 2% Aufgeld zu kommen. Und das allein für den Kauf! Von einem zukünftigen Verkauf noch gar nicht zu sprechen.
    6. Weiter gilt es zu bedenken, dass mir keine staatliche Förderung für ETF-Sparpläne bekannt ist. Vielleicht könnte eine Arbeitnehmer-Sparzulage denkbar sein. Aber es wird keine Riester-Zulage oder Wohnungsbauprämie gezahlt. Dabei sind gerade diese Zulagen nebst Steuervorteilen in niedrigen Einkommensklassen und unter Jungverdienern sehr wichtige Bausteine.
    7. Und als letzter Punkt: Das Thema Verfügbarkeit. Man sollte nicht unterschlagen, dass gerade unter jüngeren Sparern die Hürde zum Auflösen von Ersparnissen nicht unwichtig für die Altersvorsorge ist. Die Hürde zum Auflösen einer LV, RV oder eines Bausparvertrages ist doch deutlich höher, als der Verkauf von ETF-Anteilen aus dem Depot. Das klingt vielleicht banal, ist aber eine Erfahrung, die ich in 15 Jahren Praxis gemacht habe.

    Schlussendlich komme ich, wenn ich die Argumente hohe Kosten bei niedrigen Sparraten, hohe erforderliche Mitarbeit und Aufmerksamkeit des Sparers, hohe Zulagen und Steuerförderung bei niedrigen Einkommen, fehlender Cost-Average-Effekt zu dem Schluss, dass gerade für junge Menschen in niedrigen Gehaltsbändern die Anlage in ETF nicht unbedingt erste Wahl sein sollte.
    Natürlich sind Versicherungen nicht die günstigste Lösung, aber Sicherheit kostet eben Geld.

    Viele Grüße

    Oliver

    • Dr. Jürgen Nawatzki 19. Oktober 2016, 07:05

      Hallo Oliver,

      zu deinen Ausführungen möchte ich wie folgt Stellung nehmen:

      1. Wie haben zweifelsohne ein demografisches Problem, Wie dieses von der Politik gelöst wird, bleibt abzuwarten. Eine Konsequenz ist sicherlich, privat vorzusorgen.

      2. Die Flexibilität von Versicherungsprodukten zur Geldanlage reicht bei weitem nicht an die von ETF-Sparplänen ran.

      3. Die Riester-Rente ist wegen der staatlichen Förderung für Familien mit Kindern unbedingt empfehlenswert. Aber die Riester-Rente bzw. ihre steuerliche Absetzbarkeit ist limitiert und darüber hinaus muss weiteres privates Vermögen mit anderen Sparprodukten gebildet werden. Zum Beispiel mit ETF-Sparplänen.

      4. Mir ist kein einziger Online-Broker bekannt, bei dem eine Einzahlung von 25 Euro in einen ETF-Sparplan 5 Euro Gebühren kostet. Wenn dem so wäre, hättest du recht, aber dieser Fall existiert nicht.

      Und solange es die Aktionsangebote gibt, sollte man sie auch wahrnehmen. Wo fließen schon 100 Prozent der Sparrate tasächlich in die Geldanlage? Ganz bestimmt nicht bei Versicherungsprodukten.

      5. Der Vorteil eines Cost-Average-Effektes lässt sich mathematisch nicht beweisen. Manchmal trifft er zu, manchmal nicht. Je nach Verlauf der Börse.

      6. Es gibt bisher keine staatliche Förderung von ETF-Sparplänen. Das ist so. Das ist nur wenigen Vertragsformen (Riester-Rente, Basisrente, VL) vorbehalten. Aber die sind zum Teil von der Höhe her limitiert.

      7. Bei der Verfügbarkeit stimme ich dir zu. Jederzeitige Liquidität ist bei langfristigen Sparzielen nicht immer von Vorteil.

      Alles in allem kann ich vermeintliche Vorteile von Versicherungsprodukten zur Geldanlage nicht erkennen, zumal die Kosten im Vergleich zu ETF-Sparplänen extrem hoch sind. Beispiel: klassische private Renten- oder Lebensversicherungen. Die rechnen sich hinten und vorne nicht.

      Viele Grüße

      Jürgen

    • Jens 19. Oktober 2016, 08:41

      Hallo Jürgen,

      “5. Der Vorteil eines Cost-Average-Effektes lässt sich mathematisch nicht beweisen. Manchmal trifft er zu, manchmal nicht. Je nach Verlauf der Börse.”

      Sehr gut! Cost-Average Effekt ist ein Mythos, der sich leider hartnäckig hält, sogar bei vielen “Finanzexperten”.

      “Alles in allem kann ich vermeintliche Vorteile von Versicherungsprodukten zur Geldanlage nicht erkennen”

      Naja, Du hast ja selber geschrieben, dass Riester Sinn macht. Das ist ja gerade eine Versicherung. Ähnlich sieht es bei der Basisrente aus (für nicht Angestellte). Zwar nicht ganz so attraktiv, aber dafür deutlich umfangreicher absetzbar.

      viele Grüße,
      Jens

    • Andreas 19. Oktober 2016, 11:32

      Hi Jens,
      ein Riesterprodukt muss nicht über eine Versicherung laufen. Nur eine finale Leibrente muss dann als solche sichergestellt werden. Auch Fondssparpläne oder Banksparpläne sind riesterfähig und haben ihre Daseinsberechtigung.
      Gerade wegen der hohen Summen der Absetzbarkeit können aber auch Basisrenten für einkommensstarke Angestellte ein Baustein eines geförderten Alterseinkommens sein.
      Gruß
      Andreas

    • Oliver 25. Oktober 2016, 15:03

      Hallo noch mal,

      vielen Dank für deine ausführlichen Stellungnahmen:

      1. Meine Ausführungen beschränkten sich ja keineswegs auf das demographische Problem. Wir können die Diskussion in diesem Punkt aber meinethalben auch an dieser Stelle ruhen lassen. Allerdings nur weil du „zweifelsohne“ schreibst, wird aus einer Ansicht auch kein Fakt.
      2. Da hast du zwar wieder eine Ansicht geäußert, aber begründet hast du sie nicht. Du hast in deinem Ausgangsartikel die Flexibilität von RVs bei Arbeitslosigkeit pauschal in Zweifel gezogen und ich habe dir gesagt, dass mir bisher noch keine RV unter die Augen gekommen ist, die kein flexibles Aussetzen der Beiträge möglich gemacht hätte. Wenn du also pauschal schreibst, dass Versicherungen das nicht können und ich dir widerspreche, wäre es doch im Sinne der Aufklärung aller Mitleser und meiner Wenigkeit, wenn du das auch irgendwie belegen könntest. Mit einer pauschalen Wiederholung deiner Behauptung ist mir und den anderen Lesern aber nicht geholfen. Nach meinem Kenntnisstand kann so ziemlich jede kapitalbildende Versicherung beitragsfrei gestellt, die Beiträge angehoben oder gesenkt oder vorübergehend ausgesetzt werden. (http://www.gdv.de/2014/01/lebensversicherung-ist-flexibler-als-gedacht/)
      3. In deinem Artikel schreibst du „Früher beliebte Lösungen wie private Rentenversicherungen oder die klassische Kapital-Lebensversicherung kommen heute nicht mehr infrage.“ Als Antwort auf meine kritische Würdigung schreibst du dann „Die Riester-Rente ist wegen der staatlichen Förderung für Familien mit Kindern unbedingt empfehlenswert.“ Einmal kommen private Rentenversicherungen (zu denen ja auch die Riester-Rente gehört) gar nicht mehr in Frage, einmal dann aber wieder (für Familien mit Kindern, wie du schreibst) unbedingt? Sorry, aber von einem sauber recherchierten und ausgearbeiteten Artikel zu einem Thema der privaten Altersvorsorge darf ich doch erwarten, dass du dich entweder konsistent äußerst oder eine nachträgliche Korrektur vornimmst, oder? Aber in den Kommentaren dann plötzlich widersprüchliche Dinge zu behaupten, finde ich persönlich schwach.
      4. Ich habe bei einer Suche im Internet auf einer Vergleichsseite auf Anhieb zwei Anbieter gefunden, die pro Einzahlung rund 3 Euro Gebühren haben möchten. Bei 50 Euro Anlagebetrag sind das dann immer noch beachtliche 6% allein für den Ankauf. Respekt, wer das als günstig empfinden kann. Bei den Aktionsfonds sollte man sich einfach mal fragen, wer sich von solchen Aktionen was erhofft. Und übrigens (Surprise, Surprise!) auch hinter diesen Fonds steht die Finanzbranche. Wer sich also erhofft, hier die Eier legende Wollmilchsau gefunden zu haben, sollte eventuell noch mal kurz darüber nachdenken. Denn: „Wo fließen schon 100 Prozent der Sparrate tasächlich in die Geldanlage?“ – Sehr richtig! „Ganz bestimmt nicht bei Versicherungsprodukten.“ – Und genauso ganz bestimmt auch nicht bei ETF.
      5. Auch das ist zwar wieder forsch behauptet, aber umso weniger belegt. Zwar wurde der Cost-Average-Effekt um die Jahrtausendwende in der Wissenschaft abgestritten und scheinbar auch widerlegt (vgl. Studie der Uni Münster, 2003). Nachdem sich dann um das Jahr 2010 aber wieder indifferent geäußert wurde, werden die Vorteile – in der risikomindernden und disziplinierenden Wirkung – des CA-Effektes mittlerweile relativ einhellig anerkannt (vgl. http://www.acsu.buffalo.edu/~keechung/Lecture%20Notes%20and%20Syllabus%20(MGF633)/Behavioral%20Aspects%20of%20DollarCostAveraging.pdf und https://www.thebalance.com/dollar-cost-averaging-356331).
      6. Bausparverträge werden auch noch gefördert; meines Wissens sogar doppelt: Einmal durch die AN-Sparzulage und dann noch über die Wohnungsbauprämie. Für junge Menschen eine Sparform, die es unbedingt zu beachten gilt.

      Zusätzlich möchte ich ergänzen, dass es Möglichkeiten gibt, staatliche Förderungen für das Sparen in ETF zu erhalten: Und zwar durch das Versehen des ETF-Sparplans mit einem Versicherungsmantel. So kann man eine Riester-Rente abschließen, die in ETF anspart, und sich somit die staatliche Förderung auch für ETF sichern.
      7. „Alles in allem kann ich vermeintliche Vorteile von Versicherungsprodukten zur Geldanlage nicht erkennen, zumal die Kosten im Vergleich zu ETF-Sparplänen extrem hoch sind. Beispiel: klassische private Renten- oder Lebensversicherungen. Die rechnen sich hinten und vorne nicht.“ – Sorry, aber das ist mir alles wieder viel zu pauschal hingeschrieben. Die Vorteile habe ich ja nun zur Genüge genannt.

      Beste Grüße

      Oliver

    • Oliver 25. Oktober 2016, 15:09

      Hallo Jens,

      wie du in meiner Antwort an Jens lesen kannst, ist der CA-Effekt mitnichten ein Mythos. Seine risikomindernde und disziplinierende Wirkung werden mittlerweile schon wieder lange in Wissenschaft und Finanzbranche anerkannt.

      Nach meinem Kenntnisstand sind Riester-Rente und Basis-Rente gleichermaßen steuerlich absetzbar. Die Riester-Rente hat lediglich den Vorteil der unmittelbaren Förderung durch Zulagen. Daher sollte auch jeder Riester-Sparer überlegen, ob er mehr als den unmittelbar förderfähigen Beitrag leistet.

      Viele Grüße

      Oliver

  • Jens 19. Oktober 2016, 20:27

    Hi Andreas,
    stimmt, danke für den Hinweis!
    viele Grüße,
    Jens

  • Zinskraft 22. Oktober 2016, 17:40

    Schöner Artikel und Beispielrechnung. Überhaupt lese ich hier sehr gerne mit!
    Habe kürzlich angefangen, ETFs zu besparen. Ich habe mich aber gegen den Sparplan entschieden. Bei der IngDiba sind Orders ab 500€ auf viele ETF s momentan komplett gebührenfrei. Habe dazu auch einen Artikel in meinem Blog geschrieben: http://www.zinskraft.de/finanzen/meine-etfs/

  • Thomas 22. Oktober 2016, 20:57

    Hallo Zusammen,

    Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass ein Vermögensaufbau für das Alter nicht über Versicherungslösungen abgebildet werden sollte. Aber eine Überlegung kommt mir in der bisherigen Diskussion schon etwas zu kurz:

    Was passiert bei einer längeren Arbeitslosigkeit?

    Da ist es doch so, dass auf bestehendes Vermögen zurückgegriffen werden muss, ehe es vom Staat nennenswerte Sozialleistungen gibt. Dies bedeutet, dass dann z.B. der ETF-Sparplan zwangsweise wieder “abgespart” werden muss. Bei einer Lebensversicherung als Altersvorsorge hingegen kann auch der Staat eine vorzeitige Auflösung nicht einfordern. D.h. Sozialleistungen werden dann in diesem Fall schon erbracht. Bezüglich der nicht mehr leistbaren Beitragszahlungen darf ich anmerken, dass diese ausgesetzt werden können bzw. der Vertrag ruhend gestellt werden kann. (Er kann dann innerhalb der ersten 3 Jahre nach Ruhestellung wieder aufleben.)

  • Michael 27. Oktober 2016, 08:58

    Hallo liebe Experten,
    unter anderem Dank Holger habe ich mittlerweile auch eine Vermögensbildungsstrategie überlegt.
    Dazu gehört eben auch ein ETF-Sparplan. Dafür hatte ich mir eigentlich einen Fond ohne ausschüttungsgleiche Beträge ausgesucht um alles schön einfach zu halten für den Anfang (Diversifikation folgt).
    Doch ab 2018 muss auch dafür Steuer (akt. Abgeltungssteuer) gezahlt werden. Machen solche Produkte dann überhaupt noch Sinn, oder sollte man doch lieber in Zukunft eher auf physisch thesaurierende Produkte setzen (vorausgesetzt es wird der selbe Index abgebildet).

  • Sebastian 28. Oktober 2016, 05:51

    Hallo,

    Zunächst einmal danke für den tollen Artikel. Ich möchte mich meinem Vorredner Thomas anschließen und außerdem ergänzend auf die Steuern eingehen.

    Angenommen ich richte und einen Sparplan mit monatlich 300 Euro ein. Nach nicht all zu langer Zeit werde ich in den Bereich kommen das mein 801 Euro Steuerfreibetrag nicht mehr ausreicht. Nun muss ich anfangen meine erwirtschafteten, für die Zukunft angelegten Ersparnisse zu versteuern. Wenn ich davon ausgehe das ich zur Vorsorge auf eine endlose Rente hin arbeite und somit etliches an Geld sparen muss bei den der Staat nun dauerhaft die Hände auf hält, stellt sich mir die Kosten nutzen Frage.

    Auf der einen Seite habe ich den eigenen ETF Sparplan bei dem ich von Beginn an den Zinseszins Effekt nutzen kann und nach kurzer Zeit regelmäßige Abgaben an den Staat machen muss.

    Auf der andren Seite sehe ich den Renten Fond bei einer Versicherung (wichtig, kein Riester, RüRup oder sonstiges was bezuschusst wird), der mich anfänglich viele gebühren kostet und meinen Zinseszins Effekt schmälert jedoch bei den steigenden Beträgen im Depot trotzdem keine steuerliche Abgaben (und auf der anderen Seite aber auch keine zusätzlichen Steuer Vorteile) fällig werden.

    Welcher Weg an dieser Stelle, und unter den Gesichtspunkt das im Falle einer, heut zu Tage nicht selten, längeren Arbeitslosigkeit das Vermögen im eigens für das Alter angelegten Sparplan aufgebraucht werden muss, der richtige ist. Leider fehlt mir um ehrlich zu sein das mathematische know how um beide Finanzierung Wege kompetent zu vergleichen. Wirken sich die Steuern im Fall 1 so negativ aus das Fall 2 trotz hoher anfangs Gebühren sind höhere Rendite erzielt oder ist der Zinseszins so viel bedeutsamer? Evtl kann jemand nicht ins Dunkle bringen.

    Grüße,
    Sebastian

  • Marco 28. Oktober 2016, 10:31

    Hallo Herr Dr. Nawatzki.

    Vielen Dank für den tollen Artikel. Ich habe in Freundes- und Bekanntenkreis die Erfahrung gemacht, dass die Vermögensanlage mit ETF-Sparplänen noch sehr unbekannt ist. Im Vergleich zur aktiven Fondsanlage sehe ich als einzigen Nachteil, dass man keine Überrendite erzielen kann. Für die meisten Menschen, die kein Interesse am aktiven Handeln haben, dürfte passives Investieren mit ETF eine seriöse und lohnenswerte Alternative zu ihrer bisherigen Geldanlage sein. Natürlich müsste man vorher die persönlichen Umstände analysieren und kann die Aussage nicht pauschal auf jeden Anleger beziehen. Ich bin gespannt, wie sich dieser Markt weiter entwickelt.

    Ein schönes Wochenende
    Marco

  • Dr. Jürgen Nawatzki 4. November 2016, 06:40

    Hallo zusammen,

    gerade musste ich meine negative Einstellung gegenüber privaten Rentenversicherungen gründlich revidieren.

    Es gibt mittlerweile moderne Produkte, die auf ETFs basieren (fondsgebundene Rentenversicherungen), die geringe bis überschaubare Kosten haben und von der Höhe der Beitragszahlung tatsächlich voll flexibel sind.

    So können die Beiträge jederzeit erhöht oder verringert werden und bei Bedarf (zum Beispiel bei Arbeitslosigkeit) auch ganz ausgesetzt werden.

    Außerdem kann dieser Vertrag jederzeit gekündigt werden, ohne dass dafür spezielle Kosten anfallen, außer evtl. Steuernachzahlungen, da der Steuervorteil der Rentenversicherung je nach Laufzeit wegfällt.

    Anbieter eines solchen Produktes ist u. a. http://www.mypension.de, auf deren Website es sich lohnt, sich einmal umzuschauen.

    Herzliche Grüße

    Jürgen

  • ToVo 20. November 2016, 13:19

    Welche ETFs würdet ihr Empfehlen? Bin 18 und würde gerne was für meine Rente ansparen. Nachdem selbst ein Rentenmarkler zu mir gesagt hat, das eine Fondsgebundene Rentenversicherung sich nicht lohnt (wegen der Kosten, trotz Gruppe tarif), und ich lieber in ETFs investieren soll, wollte ich mal fragen in welche.
    Er hat mir empfohlen in die ETFs zu Investieren die auch bei der Rentenversicherung dabei gewesen wären.
    iShares Core DAX (593393) 25%
    iShares Euro Stoxx 50 (593395) 25%
    iShares MSCI World (A0HGV0) 50%

    Macht das Sinn?
    Bei Flatex wären alle im Sparplan fast kostenlos (eine geringe ATC Gebühr ca. 0,01%)

    Lieber anders aufteilen oder zu anderen ETF Anbietern wechseln?

    • ToVo 20. November 2016, 18:34

      Bin inzwischen (auch wegen Finanztipp) auf
      MSCI World:
      Comstage MSCI World TRN UCITS (LU0392494562) über Consorsbank oder Flatex, Onvista
      oder iShares Core MSCI World UCITS (IE00B4L5Y983) über Flatex oder Onvista

      Europe Stoxx 600:
      Comstage STOXX Europe 600 (LU0378434582) über Consorsbank oder Flatex, Onvista

      Dachte so an eine Aufteilung von 60-75% MSCI World und der rest Erope Stoxx 600

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