Ist passives Investieren nur eine Mode, die bald vergeht?

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Manche Leute halten es bloß für einen Trend, der bald wieder verschwindet: Passives Investieren mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs).

Anlagestrategien kämen und gingen und passives Investieren sei eben nur eine davon, sagen die aktiven Anleger.

Zudem stellen Kritiker infrage, ob und wie lange der Hype gutgehen kann:

Was passiert, wenn plötzlich alle Anleger passiv investieren – bricht dann der Aktienmarkt zusammen?

Und funktioniert passives Investieren auch wenn es kein Wirtschaftswachstum mehr gibt?

In diesem Artikel bekommst du Antworten auf diese Fragen und erfährst, warum passives Investieren ganz sicher keine Modeerscheinung ist, die schon bald wieder in der Versenkung verschwunden sein wird.

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Ist Passives Investieren überhaupt der richtige Ausdruck?

Der Terminus „passives Investieren“ ist nicht bei allen Finanzleuten beliebt. Denn Nichtstun hat in unserer – von protestantischer Arbeitsethik geprägten – Gesellschaft nach wie vor einen eher negativen Beigeschmack.

Manchen sprechen deshalb lieber vom „prognosefreien Investieren“. Das passt insofern, da der Unterschied zum aktiven Investieren vor allem darin besteht, keine Annahmen über die Entwicklung von Aktienkursen zu treffen.

Was allerdings auch nicht die ganze Wahrheit ist, denn eine wesentliche Prognose liegt der ganzen Geschichte schon zugrunde – sie lautet:

Auch in Zukunft wird der Aktienmarkt wachsen und die Risikobereitschaft von Investoren mit einer entsprechenden Rendite (Risikoprämie) belohnen.

ETFs werden immer beliebter

2013 waren zwar erst 3,5 Prozent des in Europa in Investmentfonds investierten Kapitals in ETFs angelegt. In den USA lag der Marktanteil von ETFs bereits bei 8 Prozent.

Doch immer mehr Anleger investieren ihr Geld in Indexfonds, der europäische ETF-Markt wächst entsprechend mit zweistelliger Wachstumsrate.

Fragt sich nur:
Warum sind ETFs noch nicht viel mehr verbreitet, wenn es diese bereits seit dem Jahr 2000 in Deutschland zu kaufen gibt und das passive Investieren angeblich eine so gute Anlagestrategie ist?

Das liegt am ehesten daran, dass es für ETFs kein Vertriebsnetz gibt, das vergleichbar mit dem von aktiven Investmentfonds wäre. Während Heerscharen von Bankberatern und Finanzvertrieblern ihren Kunden klassische Investmentfonds aktiv unter die Nase reiben, muss bei ETFs der mündige Anleger von sich aus aktiv werden.

Anders ausgedrückt: Klassische Investmentfonds werden verkauft, ETFs hingegen gekauft.

Solange in Deutschland die provisionsbasierte Anlageberatung das Geschehen dominiert, werden sich ETFs wohl nur langsam durchsetzen. Denn mit ihnen können die Finanzvertriebe nichts verdienen.

Warum investiere ich passiv?

Ich habe bereits in einem anderen Artikel beschrieben, warum passives Investieren meinen persönlichen Bedürfnissen am Besten gerecht wird.

Sollte ich in einem Satz sagen, warum ich mich für diese Anlagestrategie entschieden habe, würde dieser schlicht lauten:

Weil es logisch ist.

Denn niemand kann die simple Arithmetik aus den Angeln heben, die besagt, dass in Bezug auf die erzielte Rendite die eine Hälfte der Anleger besser, die andere Hälfte schlechter abschneiden muss als der Durchschnitt aller Anleger.

Für jeden Anleger, der mehr Gewinn erwirtschaften will, als die Durchschnittsrendite des Aktienmarkts hergibt, muss es einen anderen geben, der entsprechend weniger bekommt.

Auf die Gesamtheit aller Anleger bezogen ist das Investieren an der Börse also ein „Nullsummenspiel“.

Glücklicherweise ist der Aktienmarkt bezogen auf seinen Gesamtwert aber ein „Positivsummenspiel“. Das heißt, er wächst mit einer durchschnittlichen, inflationsbereinigten Rendite von etwa 5-6 Prozent im Jahr.

Dadurch lässt sich auch dann mit Aktien Geld verdienen, wenn man als Anleger bloß „Mittelmaß“ ist. Du brauchst also nicht Warren Buffet zu sein, um an der Börse gutes Geld zu verdienen.

Wissenschaft statt Heldenverehrung

Im Mittelpunkt passiver (prognosefreier) Anlagestrategien steht nicht ein Fondsmanager mit vermeintlich magischen Fähigkeiten sondern wissenschaftliche Erkenntnis.

Passives Investieren fusst auf finanzwissenschaftlichen Theorien wie der Random-Walk-Theorie, der Effizienzmarkthypothese, der Modernen Portfoliotheorie und dem Dreifaktorenmodell.

Sicher, das sind letztlich bloß Theorien über die Funktionsweise des Aktienmarkts und nicht die absolute Gewissheit. Aber es gibt wohl keine bessere Möglichkeit, der Wahrheit näher zukommen als die wissenschaftliche Methodik.

In seinem Buch Auf der Suche nach einer besseren Welt (*) schrieb der Wissenschaftsphilosoph Karl R. Popper:

Was mich interessiert sind die objektiven kritischen Vernunftgründe, die dafür sprechen, dass eine Theorie einer anderen in der Suche nach der Wahrheit vorzuziehen ist.

Mich überzeugt einfach der Gedanke von Eugene Fama, dass die Gesamtheit aller Anleger, die zusammen ja den Aktienmarkt bilden, auf Dauer immer klüger ist als einzelne Investoren. Auch wenn diese auf kurze Sicht den Markt schlagen können.

Weitere Argumente und Erläuterungen zum passiven Investieren findest du auf einer gleichnamigen Themenseite, die ich für dich zusammengestellt habe.

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Was spricht gegen passives Investieren?

Selbstverständlich gibt es auch Kritiker dieser Anlagemethode. Die fünf am häufigsten geäußerten Einwände sind wohl diese:

1. ETFs sind günstig, aber nicht umsonst

Wer in einzelne Aktien investiert, spart sich die Verwaltungsgebühren von Fonds. Verglichen mit einem ETF-Depot bringt das einen theoretischen Renditevorteil von etwa 0,4 Prozent pro Jahr.

Demgegenüber steht die Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit der Privatanleger-Depots, in denen einzelne Aktien stecken, nicht ausreichend diversifiziert sein dürften. Der geringe Renditevorteil wird also durch eine schlechtere Risikostreuung erkauft.

Damit nimmt das Risiko des Gesamtdepots zu und größere Wertschwankungen werden wahrscheinlicher.

2. Man investiert zwangsläufig in „schlechte“ Unternehmen

Diese Aussage lässt sich auf zweierlei Weise interpretieren:
Zum einen tun sich auf ethisch-ökologische Nachhaltigkeit bedachte Anleger schwer mit dem Gedanken, ihr Geld quasi mit der Gießkanne auf eine Vielzahl Ihnen unbekannter Unternehmen zu verteilen.

Denn darunter sind garantiert einige „böse Buben“ wie Rüstungskonzerne oder auf Atomkraft setzende Energieunternehmen, mit denen man nichts zu tun haben möchte.

Zum anderen bemängeln manche Investoren, dass Indexfonds zwangsläufig immer auch „Underperformer“ mit an Bord haben. Aktien also, die deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Schaut man sich allerdings an, wie sich die Gewinne am gesamten Aktienmarkt aufteilen, stellt man fest, dass etwa 20 Prozent aller Unternehmen zu den Nieten zählen, mit denen Anleger ordentlich Geld verlieren können.

Am anderen Ende des Spektrums gibt es aber auch rund 20 Prozent aller Aktien, mit denen sich signifikante Gewinne einfahren lassen. Sie sind es, die für den Großteil der am Aktienmarkt erzielbaren Rendite verantwortlich sind.

Wer diese Gewinner nicht verpassen will, sollte einfach in den gesamten Aktienmarkt investieren. Am einfachsten gelingt dies durch die Investition in große, weltweit anlegende Indizes.

3. ETFs setzen das Geld der Anleger für riskante Geschäfte ein

Immer wieder wird Kritik laut, dass in ETFs nicht das drin sei, was drauf steht. Gemeint sind synthetisch replizierende ETFs, bei denen das Fondsvermögen aus Wertpapieren bestehen kann, die mit dem abgebildeten Index kaum etwas zu tun haben müssen.

Die Wertentwicklung des Index wird bei diesem ETF-Typ mit Hilfe von sogenannten SWAPS (Wertpapier-Tauschgeschäften) nachgebildet. Dabei besteht das Risiko, dass Tauschpartner pleite gehen können und das Geld der Anleger somit verloren ist.

De facto ist dieses Risiko aber auf maximal 10 Prozent des Fondsvermögens begrenzt. Zumal für die besagten Tauschgeschäfte von den Handelspartnern entsprechende Sicherheiten hinterlegt werden müssen.

Auch physisch replizierende ETFs, die direkt in die im Index enthaltenen Wertpapiere investieren, versuchen zusätzliche Einkünfte zu erzielen, indem sie Wertpapiere an andere Marktteilnehmer gegen Gebühr verleihen.

Das Risiko der Wertpapierleihe besteht darin, das der Handelspartner zahlungsunfähig wird, weshalb auch bei diesen Geschäften ausreichende Sicherheiten hinterlegt werden müssen, die Anleger vor Verlusten schützen.

Bei aller Kritik an diesen vermeintlich „halbseidenen“ Methoden der ETF-Branche sollte man nicht vergessen, dass üblicherweise auch aktiv gemanagte Investmentfonds zur Wertpapierleihe greifen.

4. Es gibt keine Begrenzung von Verlusten

Ein verständlicher Wunsch von Börsenanlegern ist, nur in guten Zeiten an der Börse präsent zu sein und sich bei fallenden Kursen zurückzuziehen. Wer könnte das nicht wollen?

Zudem predigen unzählige „Experten“, dass man Gewinne mitnehmen, Verluste aber tunlichst begrenzen solle. Was sich nach einem klugen Ratschlag anhört, führt in der Realität leider dazu, dass viele Anleger viel Geld verlieren.

Denn das Abpassen von vermeintlich idealen Ein- und Ausstiegszeitpunkten, auch als Market Timing bezeichnet, ist praktisch kaum gewinnbringend umzusetzen. Viel wahrscheinlicher ist, dass man vor allem Verluste realisiert und damit Geld unwiederbringlich verloren geht.

Auch wenn Spekulanten glauben, entsprechende Signale erkennen und nutzen zu können: Üblicherweise meldet der Aktienmarkt nicht vorab, in welche Richtung er sich in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten zu bewegen gedenkt.

„Planung ist der Ersatz des Zufalls durch den Irrtum“

– Winston Churchill

Dabei ist die Lösung des Problems, also die Begrenzung von Verlusten, zuverlässig auf eine andere Weise möglich: Durch die Aufteilung des investierten Kapitals auf unterschiedliche Anlageklassen, was auch als Asset Allocation bezeichnet wird.

5. ETFs destabilisieren die Finanzmärkte

Das Argument der Kritiker: Da große Aktien-ETFs sich in ihrer Zusammensetzung typischerweise an den Börsenkursen der im Index enthaltenden Unternehmen orientieren, würden Ab- oder Aufwärtstrends auf diese Weise verstärkt.

Denn ein Indexfonds muss verstärkt in genau die Aktien investieren, die im Kurs steigen und dafür andere verkaufen, die im Kurs fallen.

Stimmt, aber verhalten sich die Fondsmanager aktiver Fonds wirklich anders?

Kaum, denn sie folgen mit gut 90 Prozent ihrer Entscheidungen den großen Indizes, da diese die „Benchmark“ darstellen, an der sich die aktiven Fondsmanager messen lassen müssen.

Ich sehe auch nicht, dass aktive Trader mit algorithmisierten Trendfolgesystemen zu größerer Stabilität, sprich: geringerer Volatilität (Wertschwankungen), an den Finanzmärkten beitragen würden. Und Spekulanten, die auf fallende Kurse setzen, erscheinen mir noch weniger als glaubwürdige „Stabilisatoren“.

Letztlich ist jedes Börsenhoch und -tief selbstlimitierend, denn irgendwann kippt die Stimmung der Anleger wieder in die Gegenrichtung.

Nach einem ausgeprägten Crash suchen mutige Anleger ihre Chance und kaufen zu günstigen Kursen ein. Diese Anleger sind die wahren Stabilisatoren an den Aktienmärkten.

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Nachdem wir uns nun die wichtigsten Einwände angesehen haben, die vermeintlich gegen das passive Investieren mit ETFs sprechen, bleiben noch zwei wesentliche Fragen, die mir immer wieder gestellt werden:

Ist eine Stagnation des Wirtschaftswachstums nicht die Achillesferse passiver Anlagestrategien?

Das ist ein zugegeben ziemlich komplexes Thema. Kürzlich hat mich ein Leser per Mail folgendes gefragt:

„Man hört immer wieder von Wirtschaftswissenschaftlern, die anzweifeln, dass die Wirtschaft überhaupt noch weiter wachsen wird. Du hast an ein paar Stellen angedeutet, dass Du der Meinung bist, dass dem nicht so ist.

Aber wie kannst Du Dir da so sicher sein? […] Und falls sie jetzt nicht mehr wächst, ist dann die Strategie des „Passiven Investierens“ überhaupt sinnvoll?“

Ich habe ihm darauf geschrieben:

„Sicher sein kann sich natürlich niemand. Auch nicht die Wirtschaftswissenschaftler, die den Stillstand ausrufen.

Überlege dir nur folgendes: Nur weil wir in der westlichen Welt von allem zuviel haben und des Wohlstands überdrüssig sind, muss das in anderen Regionen der Welt nicht auch so sein. 

Man kann sagen, dass das Streben des Menschen nach einem höheren Lebensstandard der Schwungmotor für das Wirtschaftswachstum ist.

Und in aufstrebenden Schwellenländern wie Indien oder China leben Hunderte Millionen Menschen, die von unserem Lebensstandard träumen bzw. ihn sich herbeisehnen. In diesen Regionen dürfte das Wirtschaftswachstum so schnell nicht abebben. 

Was man aber nicht übersehen darf: Wirtschaftswachstum und Aktienmarktrendite hängen nur ganz, ganz lose zusammen. Über lange Jahre, teils Jahrzehnte kann die Entwicklung zwischen diesen beiden Messgrößen völlig unabhängig voneinander, wenn nicht sogar konträr verlaufen.

Ich würde sagen: Passives Investieren funktioniert solange wie Aktienmärkte funktionieren. Und da sehe ich noch kein nahes Ende.

Wer in allen Wachstumsregionen der Welt investiert sein will, sollte sein Geld breit gestreut in ein „Weltportfolio“ investieren. Ansonsten hilft nur der Glaube an das Fortbestehen des Kapitalismus, in welcher Form auch immer.“

Eine weitere Frage, die hin und wieder auftaucht, ist diese:

Was passiert, wenn alle Anleger passiv investieren?

Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Ich bin mir aber zu knapp 99,99 Prozent sicher, dass es dazu niemals kommen wird.

Ein tief in unserem Hirn verankerter Denkmechanismus dürfte zuverlässig verhindern, dass sich die Mehrheit der Anleger jemals mit dem Gedanken an eine durchschnittliche Aktienrendite zufrieden geben wird.

Die Rede ist vom Dunning-Kruger-Effekt. Dieser ist dafür verantwortlich, dass sich die meisten Menschen selbst überschätzen, weil sie ihre Fähigkeiten im Vergleich zu anderen nicht realistisch einordnen können.

Es wird sich also ziemlich sicher immer eine genügend große Zahl von Anlegern finden, die sich für schlauer halten als den Rest der Welt und deshalb aktiv investieren bzw. spekulieren werden.

In dieser Richtung mache ich mir wirklich die wenigsten Sorgen…

Das Fazit

Passives Investieren ist keine Modeerscheinung, kein flüchtiger Anlagetrend. Es ist der Sieg der Vernunft über die Hoffnung (schnell an der Börse reich zu werden, indem man schlauer ist als andere).

Um es mit den Worten einer bekannten deutschen Band zu sagen:

Passives Investieren ist gekommen, um zu bleiben.

tl;dr
Passives Investieren mit ETFs ist eine immer beliebter werdende Anlagestrategie, die es Privatanlegern bei geringem Zeitaufwand erlaubt, an der Börse langfristig ein solides Vermögen zu bilden.

 
Hat dir dieser Artikel weitergeholfen? Hast du Fragen oder Anmerkungen zu einzelnen Aspekten? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Links zum Podcast

Bildquelle: Pixabay (bearbeitet), lizensiert unter CC0 1.0

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  • geldexperimente 28. August 2014, 10:22

    hallo, Holger!
    Sehr guter Artikel. Bezüglich „ETFs destabilisieren die Finanzmärkte“ gibt es ja da noch die Geschichte mit short verkauften ETFs, die angeblich zu Problemen führen könnten. Ob das tatsächlich so ist, oder ob das nur Gerüchte sind, hab ich allerdings noch nicht herausfinden können.
    ciao, christian

    • Holger Grethe 28. August 2014, 12:05

      Short-ETFs machen Leerverkäufe. Das machen „gewöhnliche“ Spekulanten auch ohne ETFs.

      Man kann über Sinn und Unsinn dieser Art von Geschäften sicherlich diskutieren. Warum aber insbesondere Short-ETFs ein Problem darstellen sollen, ist mir nicht klar.

    • geldexperimente 28. August 2014, 12:17

      hi, da geht es nicht um Short-ETFs, sondern darum das z.B. Hedgefonds normale ETFs wie z.B. iShares U.S. Financial Services ETF shorten, um sich gegen Kursverluste bei Finanzunternehmen abzusichern. Ich kann dir ein paar links senden, wenn du willst.

  • Strammer Max 28. August 2014, 10:38

    Zum Punkt „ETFs setzen das Geld der Anleger für riskante Geschäfte ein“:

    Wie Du schon schreibst, ist das Risiko bei SWAP-Geschäften und WP-Leihen begrenzt. ETFs haben dazu beigetragen, dass hier überhaupt eine hohe Transparenz besteht. Ich kann mich börsentäglich über den Stand bei „meinem“ ETF auf deren Webseite informieren. Aktive Fonds betreiben schon seit langer Zeit das „stocklending“ teilweise sogar mit viel höheren Beträgen.

    Und sind wird dochmal ehrlich. Sollte ein SWAP-Partner, wie die Deutsche Bank ausfallen, dann ist keine Anlageform mehr sicher, auch nicht das Sparbuch. Dann haben wir Kernschmelze.

    • Holger Grethe 28. August 2014, 12:03

      Das mit der Kernschmelze würde ich auch so sehen… 😉

  • Jörg 28. August 2014, 10:59

    „Denn niemand kann die simple Arithmetik aus den Angeln heben, die besagt, dass in Bezug auf die erzielte Rendite die eine Hälfte der Anleger besser, die andere Hälfte schlechter abschneiden muss als der Durchschnitt aller Anleger. “

    Hier verwechselt Du leider Mittelwert und Median. Diese sind nur bei symmetrischen Verteilungen identisch.

    • Holger Grethe 28. August 2014, 12:01

      Mir ist der Unterschied zwischen Mittelwert und Median bekannt. Ich bin aber alles andere als ein Mathe-Ass, um die Gültigkeit meiner Aussage argumentativ unterfüttern zu können.

      Das überlasse ich lieber klugen Köpfen wie dem Finanzprofessor Steven Thorley. In seinem Aufsatz The Inefficient Market Argument for Passive Investing schreibt er:

      „…that in the absence of the costs of active investing, the index return over any time period must be the weighted-average performance of all active investors during that time period.

      Thus, while investing in general is a positive-sum game, active investing is a zero sum game with respect to the alternative of indexing.

      One active investor’s ability to outperform the index has to come at the expense of another investor’s underperformance. Unlike the children in Garrison Keillor’s Lake Wobegone, all investors cannot be above average.“

    • geldexperimente 28. August 2014, 12:27

      Wenn zwei Anleger mit je € 10.000 10% Gewinn machen und einer mit € 20.000 10% Verlust macht, dann haben 2/3 der Anleger eine überdurchschnittliche Rendite. Auf die Anlagesumme bezogen sind aber 50% (2×10.000) überdurschnittlich und die anderen 50% (20.000) unterdurchschnittlich. Die Schlussfolgerung bleibt aber korrekt.

    • Dummerchen 28. August 2014, 12:54

      Etwas spitzfindig, aber korrekt bemerkt.
      Korrekt hätte der Satz geheißen: „…,dass in Bezug auf die erzielte Rendite die eine Hälfte der Anlegergelder besser, die andere Hälfte schlechter abschneiden muss als der Durchschnitt aller Anlegergelder.”
      Der tatsächliche Unterschied wird vermutlich gering sein, da die Zahl der Anleger groß ist und sich vermutlich in jeder Anlagegrößenordnung zu jedem Top ein ähnlicher Flop finden lässt. Ich bin daher recht zuversichtlich, dass es eine annähernd symmetrische Verteilung gibt.

    • Holger Grethe 28. August 2014, 21:32

      Ich bin so froh, dass hier auch Ingenieure mitlesen 😉

  • Jens 28. August 2014, 17:19

    Hallo Holger,

    ich denke auch nicht das ETFs eine Modeerscheinung sind. Der Ansatz ist einfach naheliegend wenn man sich mal eingelesen hat. Und das Wichtigste an einer Anlagestrategie ist ja das Sie einfach zu verstehen ist.

    Gruß Jens

    • Holger Grethe 28. August 2014, 21:31

      Einfachheit ist ein absolut wichtiger Punkt, Jens!

  • Timmy 29. August 2014, 13:57

    Der nächste, große Crash inkl. der Implosion der vermeintlich sicheren Bonds wird uns zeigen, wie stabil die passive Anlagestrategie vieler (neuer) ETF-Investoren ist. Da wird auch das SWAP-Konstrukt „getestet“.

    Der Anteil privater Anleger an dem Markt ist verschwindend gering.

    ETFs sind nur ein Vehikel neben Direktinvestments in Aktien, Anleihen, Derivate, Edelmetalle etc.

    Die Frage dieses Artikels wäre spannend, wenn wir 30-50% tiefer stehen.

    Good luck to all!

    • Finanzwesir 29. August 2014, 17:09

      Hallo Timmy,

      >>Der nächste, große Crash inkl. der Implosion der vermeintlich sicheren Bonds wird uns zeigen, wie stabil die passive Anlagestrategie vieler (neuer) ETF-Investoren ist. Da wird auch das SWAP-Konstrukt “getestet”.

      Wa hat denn ein Chrash mit der Stabilität einer passiven Anlagestrategie zu tun? Passives Investieren hat doch erst einmal nichts mit ETFs zu tun. Man kann doch auch ganz normale – nicht börsengehandeltet – Indexfonds kaufen. Außerdem gibt es ja noch replizierende ETFs.
      „Implodierende Bonds“ tun da doch nichts zur Sache.
      Oder meinst Du die mentale Stabilität der ETF-Investoren. Also Ihre Fähigkeit die Krise einfach zu ignorieren und die Sache auszusitzen?
      Dieses hartgesotten vs. zittrig, wie Kostolany es ausdrückte gilt aber für alle Wertpapierengagements. Die Kurse schwanken nun mal und bei einem Crash vor allem heftig nach unten. Sonst wär´s ja auch kein Crash 🙂

      >Die Frage dieses Artikels wäre spannend, wenn wir 30-50% tiefer stehen.
      Wie meinst Du das? Ob die Leute dann ihre ETFs behalten oder verkaufen oder ob die Konstruktion ETF wertlos wird (so wie die Lehmann-Zertifikate)?

      Gruß
      Finanzwesir

  • Timmy 30. August 2014, 16:41

    @Finanzwesir

    Schauen wir mal, wie gut Anleihen dieses Mal Schutz bieten werden. Wie stark können die Kursen denn noch steigen? 2011 war ja mal ein schönes Beispiel, wieviel Schutz europäische Staatsanleihen bieten.

    Ich ziele auf die Mentalität der (neuen) ETF-Jünger ab, die noch keinen Crash erlebt haben. Ob sich das in der Praxis dann auch noch alles so gut anfühlt, wenn man mit seinem Depot 50-60% unter Wasser ist, wird sich zeigen.

    Mit seinen Aktien-ETFs beim nächsten Crash 1:1 nach unten rauschen, kann ja nicht der Königsweg sein.

    • Dummerchen 30. August 2014, 17:25

      Hi Timmy.

      Wer hat denn gesagt, dass sich ein Crash „gut anfühlt“? Solange man die Ruhe hat, seine Aktien schön brav im Depot zu halten und nicht in Panik zu verfallen und mit Verlust zu verkaufen, gehört das zum Anlegen in Aktien halt dazu. War es Kostolany, der gesagt hat, die Börse sei wie ein kleiner Hund – er macht nicht einen Schritt nach vorn, sondern 3 nach vorne und 2 zurück? Insbesondere dieses Thema des richtigen Mindsets beleuchtet Holger ja in seinem Online-Kurs mehr als deutlich und ist das A und O eines erfolgreichen Aktieninvestments (ob in ETFs oder in Aktien allgemein).

      Und was hat ein Aktiencrash mit der passiven Anlagestrategie (im Gegensatz zu einem aktiven Aktieninvestment) zu tun? Wenn die Kurse purzeln, sind davon Aktien betroffen und es wird ziemlich egal sein, ob der Anleger dann in einen Aktien-ETF oder in einen aktiven Aktienfonds oder ein sonstwie gestaltetes Aktienportfolio investiert hat – der Depotstand wird in den Keller rauschen. So what?

      Mir ist völlig unklar, in wie fern sich Deine kritischen Worte gegen ETFs im speziellen oder Aktien im allgemeinen richten. Oder glaubst Du zu wissen, welche konkreten Aktien beim nächsten Crash weniger stark betroffen sind und möchtest Stockpicking anregen? Idealerweise mit Markettiming? Werd doch mal konkret, was Du anders/besser machen würdest.

      Gruß
      Dummerchen

  • Timmy 30. August 2014, 17:47

    Wie ich sehe, haben die Marketingstrategien, der ETF-Anbieter bei einigen bereits gefruchtet. Glückwunsch an die Blackrocks und dbs dieser Welt. Die Gehirnwäsche und somit der Schwenk von aktiven Produkten auf ETFs zur Absatzkompensation hat funktioniert.

    Warum eigentlich immer ein „im Gegensatz zu“? ETFs sind nur ein Vehikel von vielen, wie in meinem ersten Kommentar bereits erwähnt. Früher legten Leute in Tulpenzwiebeln an, heute eben in ETFs, Derivate etc.

    Mal eine Gegenfrage – was ist gut daran, den nächsten Crash, der statisisch gesehen in den nächsten 1-2 Jahren kommen wird 1:1 mitzumachen?

    Welchen Schutz werden Anleihen auf diesem Niveau bieten? Ist da eher risikoloser Zins oder zinsloses Risiko angesagt?

    Werden ETFs von Leuten, wie Soros und anderen Hedgefonds bereits massiv leerverkauft? Und welche Auswirkung hat das auf ETFs? http://blogs.marketwatch.com/thetell/2014/02/17/soros-doubles-a-bearish-bet-on-the-sp-500-to-the-tune-of-1-3-billion/

    Ich versuche dazu zu ermutigen, mal die rosarote (ETF)Brille abzunehmen. Das ist doch kein Klassenkampf gegen Einzelaktien oder aktive Fonds.

    Wo sind die wirklichen Tücken, Lücken, Fallstricke usw. bei ETFs? Welche Sauereien sind für einen John Paulson usw. möglich um die Anleger legal aufs Kreuz zu legen? Welche Optionen bieten die Swaps den Banken? Das sind für mich die wichtigen Fragen zu ETFs.

  • Dummerchen 30. August 2014, 18:32

    Hallo Timmy,
    auch wenn Du beschlossen hast, meine Fragen nicht zu beantworten, antworte ich Dir gerne:
    „Glückwunsch an die Blackrocks und dbs dieser Welt. Die Gehirnwäsche und somit der Schwenk von aktiven Produkten auf ETFs zur Absatzkompensation hat funktioniert.“
    Dafür braucht man keine Marketingkampagnen (ich vermute, das meintest Du mit „Gehirnwäsche“). Es gibt ausreichend wissenschaftliche Studien, die die Vorteile des Indexinvestments belegen.

    „Warum eigentlich immer ein “im Gegensatz zu”? ETFs sind nur ein Vehikel von vielen…“
    Du hast die Überschrift des Artikels (und den Artikel selbst) gelesen? Es ging im wesentlichen um die Frage, ob passives Investment (in ETFs) eine Modeerscheinung ist, oder ob dies wieder vom aktiven Investment abgelöst werden wird. Genau diesen Zusammenhang habe ich mit „im Gegensatz zu“ betonen wollen.

    „Mal eine Gegenfrage – was ist gut daran, den nächsten Crash, der statisisch gesehen in den nächsten 1-2 Jahren kommen wird 1:1 mitzumachen? „
    Ist das die Gegenfrage auf meine Frage, wie Du es denn besser machen würdest? (Ich bin immer noch auf Deine Antwort gespannt.) Wenn ich wüßte, wie ich den nächsten Crash zeitlich vorhersagen könnte und/oder die besonders schlimm vom Crash betroffenen Aktien von den weniger stark betroffenen Aktien unterscheiden könnte, dann würde ich selbstverständlich
    a) in die Aktien investiere, die weniger vom Crash betroffen sind und/oder
    b) rechtzeitig die Aktien verkaufen.
    Beides kann ich nicht – daher nehme ich bislang alle Crashs fleißig mit, kaufe regelmäßig bei niedrigen Börsenständen nach und bin bislang damit gut gefahren. Wie gehst Du denn vor, um nicht 1:1 vom Börsencrash getroffen zu werden? Hast Du eine besondere Strategie?

    „Welchen Schutz werden Anleihen auf diesem Niveau bieten?“
    Anleihen schützen nicht vor Aktiencrashs. Eine Streuung über verschiedene Anlageklassen ist trotzdem sinnvoll, da zumeist mal die eine Anlageklasse besser läuft, mal die andere.

    „Werden ETFs von Leuten, wie Soros und anderen Hedgefonds bereits massiv leerverkauft?“
    Es ist mir relativ egal, was die Herren Soros, Buffet, Fink oder Paulson so treiben. Ich fürchte, dass ich wenig davon profitieren kann, wenn ich mich an ihrem Anlageverhalten orientiere.

    „Wo sind die wirklichen Tücken, Lücken, Fallstricke usw. bei ETFs? Welche Sauereien sind für einen John Paulson usw. möglich um die Anleger legal aufs Kreuz zu legen? Welche Optionen bieten die Swaps den Banken? Das sind für mich die wichtigen Fragen zu ETFs.“
    Na, dann informier Dich halt. Oder informiere uns und lass uns an Deinem Wissen teilhaben.

    Einfach nur „Buh – habt alle Angst!“ in den Raum zu werfen, erscheint mir als Panikmache. Klingt so ein wenig nach Dirk Müller, der auch jedem der es nicht hören will seit Jahren sagt „Der Crash wird kommen! So kann das nicht weitergehen!“. (Und ja, es wird der Tag kommen, an dem er endlich wieder mal Recht hat – das ist aber auch keine Kunst ;-)!)

    Gruß
    Dummerchen

  • Helmuth Neugebauer 30. August 2014, 20:24

    Zu diesem Blog kann ich nur gratulieren und hoffe das mein Blog http://surveycontrol.wordpress.com eines Tages auch so informativ und interessant sein wird. Habe ihn erst gestartet und beschäftige mich momentan intensiv mit dem Thema Kundenzufriedenheit und wie man daraus Kundenbegeisterung machen kann.

    Liebe Grüße aus Wien

    Helmuth

    • Holger Grethe 31. August 2014, 16:59

      Herzlichen Dank, Helmuth! Viel Erfolg beim Bloggen!

  • Peregrino 31. August 2014, 20:35

    Am 11. April 2000 ist der erste ETF in den Xetra-Handel aufgenommen worden. Diese Statistik der Deutschen Börse (leider aus 2009) passt gut zur Frage, ob ETFs eine Modeerscheinung sind.

    http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/fakten+10+jahre+etf+handel+in+europa+8273

    Wenn etwas seit nun fast 15 Jahren stetig wächst und im Umsatz zigfach gewachsen ist, dann kann man wohl getrost davon ausgehen, dass es keine (kurzfristige) Modeerscheinung ist.

    Leider machen Privatanleger daran (noch) einen nur verschwindend geringen Anteil aus.

  • GDL 2. September 2014, 00:48

    Der ETF als solcher hat sich zweifelsohne auf Investorenebene etabliert (der weltgrößte Fonds ist mittlerweile ein ETF). Das Problem der „Modeerscheinung“ sehe ich dennoch insofern gegeben, als eine immer schwerer zu überschauende Anzahl von an kurzlebigen Trends orientierten Indizes konstruiert werden und die diese abbildenden ETFs das aktive Investieren durch die Hintertür wieder einführen.

    Denn wenn ein Trend vorüber oder doch nicht so gut gelaufen ist, warum sollte man einen ETF darauf noch halten? Also – verkaufen und den nächsten Mode – ETF ins Depot holen und damit in das Muster das aktiven Investierens zurückfallen mit all seinen Kostennachteilen.

    Sollte der Privatanleger in Zukunft verstärkt in ETFs investieren, wird er sich einer Schar von Indizes ausgeliefert sehen, die die Grundidee des Passiven Investments verzerren. Die Finanzindustrie wird das schon auszunutzen wissen (z.B. in dem sie wie jetzt schon teilweise „aktive“ Fonds auflegt, die mit „passiven“ ETFs bestückt sind).

    • Holger Grethe 2. September 2014, 11:57

      Die ausufernde Produktvielfalt bei ETFs ist sicherlich nicht sonderlich hilfreich. Sofern man weiß, was man braucht, ist das allerdings kein Problem. Im Supermarkt kaufe ich ja auch nur die Dinge, die ich benötige und beschwere mich nicht darüber, dass noch soviel anderes (ungesundes) Zeugs in den Regalen liegt.

      Dass der Kauf eines oder mehrerer ETFs noch keine Garant dafür ist, dass man erfolgreich Vermögen bildet, habe ich bereits in diesem Artikel deutlich gemacht:
      https://zendepot.de/warum-etfs-nicht-die-loesung-sind/

  • olli0816 30. Dezember 2014, 11:44

    Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Leute diese Artikel hier durchlesen. Egal, ob man Aktien oder ETFs langfristig kauft, ist es doch eine der effizientesten Methoden, mit der Zeit etwas anzusparen. Momentan ist in Spiegel Online ein Artikel erschienen. Umfrage zur Geldanlange: Mini-Zinsen bringen Sparer nicht zum Umdenken. OK, die Überschrift überrascht nicht wirklich. Was mich aber sehr viel mehr verwundert, sind die Kommentare, die zu dem Artikel abgegeben werden. Das ist z.T. schon hysterisch oder einfach nur dumm. Andererseits sieht man, dass die Banken inzwischen ein so schlechtes Image haben, dass sie über ihre Rolle ernsthaft nachdenken müssten. Ich habe Ende der 80er eine Ausbildung als Bankkaufmann (Sparkasse) gemacht und da war die Situation noch ganz anders. Aber damals hat man schon die ersten Ausläufer in die falsche Richtung gesehen. Ich denke, man sollte speziell den jungen Leuten zeigen, dass vernünftige Geldanlage kein Teufelswerk ist. Sowohl in den Schulen als auch vom Staat kommt da nichts. Nur das erklärt diese wahnsinnige Unkenntnis in unserer Bevölkerung. Von daher finde ich solche Blogs wie diesen sehr sinnvoll.

  • Johannes 20. Juli 2015, 14:52

    „…die meisten Menschen selbst überschätzen, weil sie ihre Fähigkeiten im Vergleich zu anderen nicht realistisch einordnen können.
    Es wird sich also ziemlich sicher immer eine genügend große Zahl von Anlegern finden, die sich für schlauer halten als den Rest der Welt und deshalb aktiv investieren bzw. spekulieren werden.“

    Vor allem gibt es eine genügend große Anzahl an Anlegern die nicht oder von der art ihres Einsatzes nicht als „privat“ einzustufen sind.
    Eine Familie Quandt wird nie BMW aktien verkaufen sondern eher nachkaufen wenn der kurs stark sinkt. genau das selbe mit Unternehmen mit Liquidität, die eigene Aktien kaufen wenn der Kurs so weit sinkt, dass die Dividendenrendite höher ist als zb ein aufgenommener Kredit zum Rückkauf.
    Dazu gibt es noch Instutitionelle Anleger die mit gezielten Investments sehr wohl höhere Renditen erzielen als der Markt. Natürlich mit einem Risiko, dass der Privatanleger niemals einschätzen kann.

    Das einzige was ich sagen will: nicht nur weil manche „zu dumm“ sind wird nicht nur passiv investiert – für die „Big Player“ lohnt es sich einfach weniger. allein was einflussnahme angeht (VW – Niedersachsen…)
    Daher stimme ich dir zu, dass niemals alle passiv investieren werden.

    Jedoch sehe ich es nicht so, dass ein Fondsmanager seine Beteiligung an einem Unternehmen, dass seine Analysten mit hervorrangend gekennzeichnet haben nun verkauft, weil es eine schlechte nachricht aus XY gibt. Es wird sogar eher vielleicht erwogen das unternehmen nachzukaufen.