Passiv Investieren mit ETFs (Artikelserie)

hammock

Die Zinsen stagnieren auf niedrigstem Niveau, Immobilien sind hoffnungslos überteuert…

…warum sein Geld nicht an der Börse anlegen?

Tja, warum eigentlich nicht?

Tatsache ist: nur 14% aller deutschen Anleger investieren in Aktien oder Aktienfonds.

Dass die überwiegende Mehrheit sich nicht für die Börse begeistern kann, beruht aus meiner Sicht auf zwei großen Missverständnissen:

Nr.1: „Aktien sind unsicher“.

Nr.2: „Man muss viel Zeit investieren, um erfolgreich mit Aktien handeln zu können“.

Es sind diese beiden Mythen, die leider immer noch viel zu viele Leute davon abhalten, langfristig auf entspannte Weise Vermögen zu bilden.

Glücklicherweise gibt es einen Weg für Privatanleger, mit überschaubarem Risiko und kaum Zeitaufwand erfolgreich an der Börse Vermögen zu bilden.

Die Lösung heißt: Passiv Investieren in Indexfonds (ETFs).

In den folgenden Artikeln zeige ich dir, welche Überlegungen dieser Anlagestrategie zugrunde liegen und welche Rolle börsengehandelte Indexfonds (exchanged traded funds = ETFs) dabei spielen.

Falls du dich fragst …

Ist das was für mich?

Passives Investieren ist für alle Leute geeignet, die mit minimalem Aufwand langfristig das Beste aus ihren Ersparnissen machen wollen.

Eine passive Anlagestrategie bietet folgende Vorteile:

  • man profitiert von der attraktiven Rendite der Aktienmärkte,
  • man erzielt eine Wertsteigerung des investierten Geldes,
  • man muss nicht mit Aktien „handeln“,
  • der zeitliche Aufwand ist gering,
  • die Strategie ist einfach umzusetzen,
  • es entstehen nur minimale Kosten,
  • es ist langfristig gesehen eine sichere Anlagestrategie.

Kann man damit reich werden?

Thema dieses Blogs ist die Vermögensbildung. Darunter verstehe ich eine Kapitalvermehrung durch langfristige Geldanlage (in Wertpapiere). Dieses Ziel ist durch Passives Investieren gut zu erreichen.

Ob du damit reich wirst oder nicht, ist reine Ansichtssache.

Wer ist reicher? Jemand, der 1 Million Euro auf dem Konto hat, aber monatlich 15.000€ zum Leben „braucht“ oder jemand, der „nur“ 200.000€ hat, aber mit 2.000€ im Monat gut auskommt?

Du hast es also selbst in der Hand, dich reich zu fühlen. Dabei ist weniger die absolute Größe des Bankkontos entscheidend als die Relation zwischen deinen materiellen Ansprüchen und der Höhe deines Vermögens.

Passiv Investieren ist einfach

…sobald man weiß, wie es geht.

Auch wenn der Zeitaufwand bei dieser Form des Investierens im Verlauf gering ist, muss man das zugrunde liegende Prinzip notwendigerweise erst einmal verstanden haben.

Das kostet etwas Zeit und Anstrengung, aber ich verspreche dir, es lohnt sich.

Ich erkläre die Grundlagen des Passiven Investierens im Rahmen einer fünfteiligen Artikelserie, damit du genug Zeit hast, alle Informationen in angemessener Zeit zu verdauen.

Wenn du schnell Fortschritte machen und gleichzeitig dein Wissen vertiefen willst, findest du hier eine einsteigertaugliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zur praktischen Umsetzung der passiven Anlagestrategie.

Alle Artikel der Serie in der Übersicht

Passiv Investieren (Teil 1) – Die Philosophie
Im ersten Teil geht es um die wesentlichen Prinzipien und Überlegungen, auf denen die passive Anlagestrategie beruht.

Passiv Investieren (Teil 2) – Was sind ETFs?
Der zweite Teil erklärt die Anlageobjekte des Passiven Investierens. Die wichtigsten Aspekte werden mit Hilfe eines Videos (Screencasts) anschaulich gemacht.

Passiv Investieren (Teil 3) – Passiv schlägt Aktiv
Im dritten Teil wird klar, warum die allermeisten Anleger mit einer passiven Strategie besser fahren. Die Datenlage ist eindeutig: „Nichtstun“ lohnt sich…

Passiv Investieren (Teil 4) – In wenigen Schritten zum eigenen Portfolio
Im vierten Teil geht es um die praktische Umsetzung der passiven Anlagestrategie. Was kommt ins Depot und warum?

Passiv Investieren (Teil 5) – Was sagen die Kritiker?
Der fünfte Teil befasst sich mit den potenziellen Problemen des indexorientierten Investierens. Wie immer gilt: Wo Yin ist, muss auch (ein wenig) Yang sein.

Bist du startklar?

In jedem dieser Artikel steckt ein Haufen Informationen, die erst einmal verarbeitet werden müssen. Alle Artikel sind aber so geschrieben, dass sie ohne Vorkenntnisse verständlich sind.

Falls dir die Unterschiede zwischen Sparen, Investieren und Spekulieren noch nicht ganz klar sind, findest du in diesem Artikel weitere Informationen.

„Investieren ist kein Ziel, eher eine Reise des Entdeckens und Lernens.“

– William J. Bernstein

Kluge Menschen investieren passivMöchtest du lieber hören statt lesen?
Dieser Text (neu überarbeitet) ist Teil meines Hörbuchs Kluge Menschen Investieren Passiv - Die beste Anlagestrategie für alle, die ihr Geld selbst anlegen wollen.  

Zitatquelle: William J. Bernstein – The Investor´s Manifesto (*)
Bildquelle: „Hammock“ von Artem Popov (bearbeitet), lizensiert unter CC BY 2.0

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ZENinvestor ist ein Online-Video-Training, das dir Schritt für Schritt zeigt, wie du mit einer passiven Anlagestrategie und Indexfonds (ETFs) ohne Zeitaufwand Vermögen bilden kannst.

 

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  • Katharina 5. Juni 2013, 12:17

    Ich freue mich auf den Kurs … bin jetzt schon gespannt wie ich das hier erlernte umsetzen kann … schön, dass du mich dazu gebracht hast, das ich dieses Thema jetzt wirklich „erlesenswert“ finde 🙂 vorher war mir das alles zu trocken – in deinen Häppchen ist der Stoff gut verdaulich und anschaulich. DANKE!

  • Hanspeter 5. Juni 2013, 14:42

    Kann mich der Meinung von Katharina nur anschliessen. Alles einfach und locker erklärt. Auch wenn es dann vielleicht später nicht mehr so locker wird, wenn es tatsächlich um das eigene Geld geht. Aber als Einstieg und Motivationspritze um ins TUN zu kommen ein genialer Blog.

  • Holger Grethe 5. Juni 2013, 18:19

    @Katharina und @Hanspeter,

    ich danke euch für die Blumen und die Vorschusslorbeeren, das freut mich wirklich sehr. 🙂

    Natürlich wird es erst spannend, sobald es um das eigene Geld geht. Das ging mir bei meinen ersten Börseninvestments nicht anders.

    Je länger man sich aber mit der Sache beschäftigt und je besser man die Zusammenhänge versteht, umso gelassener wird man dabei. Genau das ist mit dem oben stehenden Zitat von William J. Bernstein gemeint. 😉

  • Andreas 6. November 2013, 13:21

    Hallo Holger

    das Thema ETF´s finde ich sehr spannend.
    Gerade in Zeiten wo nicht klar ist wohin wir finanzpolitisch hinmanöveriert werden, ist es gut in Sachwerte zu investieren.

    Die Frage ist, in wie weit sind ETF´s Sachwerte?
    Gekaufte Aktien gehören mir weil ich Anteile am Eigenkapital eines Unternehmens erworben habe. Ganz egal ob meine Depotbank die Grätsche macht.

    Wie sieht das bei ETF´s aus? Sind das wirkliche Sachwerte?

    Freue mich auf Deine Antwort.

    Andreas

    • Holger Grethe 6. November 2013, 14:55

      Hallo Andreas,

      ETFs, die in Aktien in investieren, sind so gesehen auch Sachwerte. Das in den ETF investierte Geld gilt als Sondervermögen und ist so bei einem Konkurs des ETF-Anbieters geschützt.

      Egal ob du direkt oder indirekt (per ETF) in die Aktie eines Unternehmens investierst, du bist Eigenkapitalgeber und damit Anteilseigner.

      Viele Grüße
      Holger

  • Timo 8. November 2013, 23:46

    Hallo Holger,

    Ab welchen Beträgen macht aus deiner Sicht der Einstieg in etfs denn Sinn? Das Kaufen kostet ja auch Gebühren oder irre ich mich da?

    • Holger Grethe 9. November 2013, 08:27

      Hallo Timo,

      ja, das Kaufen von ETFs kostet Gebühren. Bei Online-Brokern liegen diese etwa in der Größenordnung von 10 Euro pro Order (bis zu einem Ordervolumen von ca. 2.000 Euro).

      Aus meiner Sicht macht das Investieren in ETFs ab Beträgen von etwa 50 (besser 100) Euro pro Monat Sinn. Aus Kostengründen würde ich allerdings nicht jeden Monat investieren, sondern nur zwei Mal im Jahr, z.B. immer am 1.1. und am 1.7. Das senkt die Gebühren in Relation zur Ordergröße gewaltig…

  • hutchence 20. März 2014, 14:34

    Vorneweg: Toller Blog!

    Ich habe mein Depot folgendendermaßen strukturiert: 70% MSCI und 30% EM. RK 1 wird mittels Tagesgeld angegdeckt. Allerdings habe ich nur eine Aktienquote von 50%.

    Eingezahlt wird jeweils monatlich per Sparplan/Dauerauftrag. Anlagezeitraum 20 Jahre +++

    Was meinst du dazu?

    VG

    • Holger Grethe 20. März 2014, 14:47

      Hallo Hutchence,

      grundsätzlich liest sich das so, als ob du dir schon ein paar Gedanken gemacht hast.

      Man kann diskutieren, ob du die EM zulasten des MSCI (World, schätze ich?) nicht ein wenig hoch gewichtest, denn die Marktkapitalisierung der Schwellenländer liegt meines Wissens bei lediglich 10%.

      Ob deine Aktienquote zu hoch oder zu niedrig ist, kann ich so nicht beurteilen. Denn diese solltest du in Abhängigkeit von deinem Alter, deiner Lebenssituation und nicht zuletzt von deinem persönlichen Risikoempfinden wählen.

      Viele Grüße
      Holger

  • Hack 2. Oktober 2015, 14:56

    Hallo Holger,

    vielen dank zunächst für deine informativen Artikel hier auf dem Blog,
    haben mich in meiner Entscheidug für ETFs sehr bestärkt, wo ich auch schon bei einer kurzen Frage wäre.

    Habe letztes Jahr angefangen sukzessive ETF Anteile zu kaufen, diese grösstenteils nach ethischen Kriterien geschichtet und nach Renten und Aktienanteilen augeteilt. Der Punkt Ethik ist ja innerhalb von Finanzanlagen sehr schwierig zu beurteilen, daher würde ich diesen erst einmal außen vor lassen, wobei die Diskussionen sehr interessant sind.

    Habe bisher keinerlei Erfahrungen mit Geldanlagen gehabt und eigenständig ein Depot bei meiner Bank eröffnet, hier dann Quartalsweise Anteile gekauft (3x unterschiedliche Papiere, Renten/Aktien). Inzwischen gibt es ja aber immer mehr „günstige“ Sparpläne bei Direktbanken.

    – Lohnt es sich mit meinem Depot umzuziehen zu einer Direktbank, Vor/Nachteile, spare ich da wirklich im gegensatz zum eigenständigen kauf?
    – Geht das überhaupt mit den Papieren die ich gekauft habe (sprich egal mit welchen)?
    – Es wird ja auch empfohlen die Unterschiedlichen ETFs zu beschränke und nicht unendlich viele verschieden im Portfolio zu haben, wie steht es damit das ich jetzt noch einmal in einen separaten Sparplan investiere und event. neue Papiere dazu kommen würden?

    Vielen Dank
    Hack

    • Holger Grethe 2. Oktober 2015, 15:02

      Hallo Hack,

      zum Thema Depot(wechsel) erscheint in der nächsten Woche ein umfangreicher Artikel. Bis dahin bitte ich noch um ein wenig Geduld 😉

    • Hack 13. Oktober 2015, 15:44

      Hallo Holger,

      danke der neue Artikel hat größtenteils geholfen.

      Frage mich aber dennoch ob ich mein bereits bestehendes Depot (z.Zt. bei der Postbank, 3 ETFs) bestehen (und ruhen?) lassen und ein neues über einen Sparplan bei comdirect, DAB und Co, eröffnen und diesen Quartalsweise aufstocken sollte. Der Übertrag scheint ja doch nicht ohne Arbeit, Einbussen möglich, aber am ende vielleicht doch rentabler?

      Besten Dank.

      Hack

  • Sven 7. Oktober 2015, 20:08

    Hallo Holger,

    danke für die tolle Artikelserie! Wie ist Deine aktuelle Meinung zu Mini-Volatility ETFs? Das EINE Paper von 2012 (Baker & Haugen, Low Risk Stocks outperform within all observable markets of the world) http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2055431

    Stellt eine gewagte These auf: Low-Risk ETFs sollen klassische ETFs (auch die VALUE-ETFs?) outperformt haben. Wie siehst Du das für die Zukunft? Gibt es mehr Evidenzbasierte Auswertungen dafür? Bedeutet weniger Risiko also doch nicht weniger Rendite auf lange Sicht?

    Freue mich auf Deine Meinung dazu.

    Beste Grüße,
    Sven

    • Holger Grethe 8. Oktober 2015, 07:42

      Hallo Sven,

      rückwirkend kann man die tollsten Korrelationen finden.

      „Wie siehst Du das für die Zukunft?“

      Könnte ich in die Zukunft sehen, würde ich nicht passiv investieren (und zwar ohne solchen Schnick-Schnack wie Mini-Volatility-ETFs) 😉

      „Bedeutet weniger Risiko also doch nicht weniger Rendite auf lange Sicht?“

      Das würde ich so sehen, ja. Es gibt sicher Risikofaktoren, die eher „belohnt“ werden als andere (siehe bspw. Small Caps). Warum gerade die Abnahme des Wertschwankungsrisikos die Renditeerwartung erhöhen soll, weiß ich nicht.

      Eine Selektion entsprechender Unternehmen nach ihrer Volatilität in der Vergangenheit ist für mich Stock-Picking und daran glaube ich nicht.

  • Wolfgang 9. April 2016, 11:17

    Hallo Holger,

    vielen lieben Dank für deine guten Beiträge.

    Ich bin mittlerweile auch überzeugt, dass man vor allem mit ETFs investieren sollte. Im Anleihenbereich finde ich es bei den derzeitigen Zinsen nicht optimal.

    Eine Frage zu deinen Angeboten: Empfiehlst du dort auch konkrete ETF-Produkte? Oder muss ich sie mir selbst heraussuchen?

    Vielen Dank und schönes Wochenende.
    Wolfgang

    • Holger Grethe 10. April 2016, 07:48

      Hallo Wolfgang,

      „Eine Frage zu deinen Angeboten: Empfiehlst du dort auch konkrete ETF-Produkte? Oder muss ich sie mir selbst heraussuchen?“

      Konkrete Produkte empfehle ich aus Prinzip nicht, aber gebe dir Kriterien an die Hand, mit der die ETF-Auswahl relativ einfach wird. Das Ganze ist ja keine „rocket science“ 😉

  • ToVo 24. August 2016, 23:52

    Empfiehlst du einem 18 Jährigen wie mir auch ETFs? Einmalanlagesumme 10.000€ und eventuell noch ansparen.
    Oder ist es da sinnvoller das Geld auf Festgeld und Tagesgeld zu verteilen?
    Du sagst ja 20+ Jahre sollte die Laufzeit sein. Wenn man jetzt in 10 Jahren eine eigene Wohnung/Haus möchte, lieber mehr Kredit aufnehmen oder eben mehr Eigenkapital flüssig haben.