Passiv Investieren (Teil 4) – In wenigen Schritten zum eigenen Portfolio

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Im vierten Teil der Serie erfährst du, wie sich eine Passive Anlagestrategie mit nur wenigen ETFs in einem einfachen Depot umsetzen lässt.

Die Lesezeit für diesen Artikel beträgt ca. 7 Minuten.

Welche ETFs kommen ins Portfolio?

Bevor wir zum Kauf der Anlageprodukte schreiten, sollten wir vorher noch ein paar wichtige Fragen beantworten.

Denn die Produktauswahl steht sinnvollerweise erst am Ende einer Entscheidungskette.

Diese beinhaltet die folgenden vier Schritte:

Entscheidungskette Portfoliokonstruktion

Schritt 1: Anlageziele

Wir sollten uns als Erstes Gedanken über unsere Anlageziele machen. Denn wie sollen wir ohne Ziele später wissen, ob unser Depot auch das leistet, was es leisten soll?

Für ein passiv geführtes ETF-Portfolio macht aus meiner Sicht folgende Zielsetzung Sinn:

1. Unser Depot sollte möglichst wenig hinter der erzielbaren Marktrendite zurückbleiben (durch Kostenminimierung)

2. Wir begrenzen das Wertschwankungsrisiko und eliminieren spezifische Risiken (durch Asset-Allocation)

3. Wir minimieren spekulative Einflüsse auf die Rendite (durch einen langfristigen Anlagehorizont)

Sehen wir uns an, was die Ziele im Einzelnen bedeuten und mit welchen Maßnahmen wir sie am Besten erreichen können.

Kostenminimierung

Wie bereits im zweiten Teil dieser Serie erläutert, arbeiten ETFs vergleichsweise kosteneffizient. Ihre geringe Gesamtkostenquote wirkt sich deutlich weniger negativ auf das erzielbare Vermögen aus als dies bei aktiv gemanagten Investmentfonds der Fall ist.

Kosten entstehen jedoch nicht nur auf Seiten der Anlageprodukte, sondern hängen auch mit der Art und Weise zusammen, wie wir unser Depot führen.

Die alte Anlegerweisheit „Viel hin und her macht Taschen leer“ bringt zum Ausdruck, dass häufiges Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren (viel) Geld kostet. Geld, dass damit nicht mehr zur Verfügung steht, um Gewinne zu erzielen.

Idealerweise halten wir also möglichst lange an den Anlageprodukten (ETFs) fest, die wir einmal ausgesucht haben und schichten unser Depot nicht laufend um.

Grundsätzlich gilt:

Je geringer die Gesamtkosten unseres Portfolios sind, desto mehr Vermögen können wir damit bilden.

Risikostreuung (Diversifikation)

Die Begrenzung unseres Anlagerisikos lässt sich auf zwei Wegen realisieren: durch Asset Allocation und einen langen Zeithorizont. Das klingt hochtrabender als es ist, denn dahinter stehen ganz einfache Überlegungen.

Asset Allocation

Mit Asset Allocation ist gemeint, sein Vermögen unter bestimmten Gesichtspunkten auf verschiedene Anlageklassen (Assets), z.B. Aktien, Anleihen, Tagesgeld, Immobilien etc., aufzuteilen (Allocation).

Also „nicht alle Eier in einen Korb“ zu legen, wie die Binsenweisheit besagt.

Die Begrenzung des (unvermeidlichen) Aktienmarktrisikos gelingt durch eine Aufteilung des Depots in zwei Anlageklassen: risikoreich und risikoarm.

Als risikoreich gelten Aktien, als risikoarm Anleihen.

Die Asset Allocation kommt auch auf der nächsten Ebene zum Tragen. Innerhalb des risikoreichen Portfolioteils werden die spezifischen Risiken des Aktienmarkts (wie in Teil 1 erklärt) eliminiert, indem nur in große Indizes investiert wird.

Anlagehorizont

Die spekulative Beeinflussung der Rendite kann allein durch einen langen Anlagehorizont (min. 20, besser 30+ Jahre) minimiert werden.

Kurz gesagt: es gibt schlechte Börsenjahre und es gibt gute. Langfristig überwiegen die guten Jahre. Um in den Genuss der guten Börsenjahre mit hohen Renditen zu kommen, muss man lange genug dabei sein und Jahre mit Verlusten einfach aussitzen.

Alles auf einmal oder Stück für Stück?

Dabei ist es nahezu egal, ob man in regelmäßigen Abständen kleinere Summen investiert oder einen größeren Betrag (sofern man diesen zur Verfügung hat) auf einen Schlag.

Der vielbeschworene Durchschnittskosteneffekt (engl. Cost Average Effekt), der im Rahmen von (Fonds-)Sparplänen auftreten soll, führt nicht per se zu einem besseren oder schlechteren Ergebnis als die Einmalanlage (engl. lump-sum investment).

Allerdings haben insbesondere junge Anleger nur selten die Wahl zwischen beiden Anlagevarianten. Wer keine größeren Summen erbt, hat kaum eine andere Alternative, als seine Ersparnisse nach und nach zu investieren.

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Schritt 2: Anlagestrategie

Die Depotaufteilung

Wie bereits angesprochen, teilen wir unser Depot in zwei Teile auf.

Dabei dient der risikoreiche Teil dem Ziel der Kapitalvermehrung, denn der Großteil der Rendite wird durch Aktien erwirtschaftet.

Der risikoarme Teil dient dem Kapitalerhalt und stabilisiert den Wert des Depots. Diese Funktion erfüllen Anleihen.

Wieviel Rendite wir mit unserem Portfolio erzielen, hängt von zwei Faktoren ab: der Rendite des Aktienmarkts und dem Anteil der Aktien am Gesamtportfolio.

Die historische Rendite von Aktien (weltweit) liegt durchschnittlich bei etwa 6 Prozent pro Jahr.

Die Risikoprämie (engl. equity risk premium) gegenüber den risikoarmen Anleihen betrug in der Vergangenheit durchschnittlich etwa 4 Prozent pro Jahr, so dass für den risikarmen Teil des Portfolios eine Rendite von etwa 2 Prozent pro Jahr angenommen werden kann. Diese Renditezahlen sind bereits inflationsbereinigt.

Wie teilen wir unser Depot nun auf? Zwei Faktoren spielen für diese Überlegung eine Rolle: Alter und Risikobereitschaft.

Es hängt zum einen davon ab, wann wir unser Geld (zum Leben) brauchen und in welchem Ausmaß wir bereit sind, Wertschwankungen unseres Portfolios zu ertragen.

Der Lebenszyklus

Das Leben eines Anlegers lässt sich in zwei Phasen unterteilen: in die Ansparphase und die Entsparphase.

In der Ansparphase wird Geld (durch Arbeit) verdient und angelegt, in der Entsparphase lebt man von dem Vermögen, das man sich aufgebaut hat.

Insofern ist die Aufteilung unseres Depots ein dynamischer Prozess.

Wer jung ist, kann – so die Theorie – mit Wertschwankungen leben, denn dank seiner Arbeitsleistung ist er auf das Vermögen nicht angewiesen.

Wer alt ist, benötigt Wertstabilität, denn er muss von seinem Vermögen leben können. Es wäre schlecht, wenn genau in dieser Phase das Depot stark an Wert verliert.

Aus dieser Theorie ergibt sich die praktische Formel: Aktienquote = 100 minus Lebensalter.

Das Depot im Lebenszyklus

Investiert man auf Basis der oben genannten Formel, ändert das Depot im Laufe der Zeit zwangsläufig sein Gesicht. Lässt man die persönliche Risikoneigung außen vor, sieht das Ergebnis so aus:

Änderung der Depotzusammensetzung in Abhängigkeit vom Lebensalter

Legende:
Der dynamische Social Media Marketing Consultant auf der linken Seite startet im Alter von 30 Jahren sein Depot mit einer Aktienquote von 70 Prozent (entsprechend 30 Prozent Anleihen).
 
Im Laufe seines Lebens reduziert sich der Aktienanteil, bis dieser im Alter von 70 Jahren bei 30 Prozent liegt und nun die wertstabilen Anleihen das Depot mit einem Anteil von 70 Prozent dominieren.

Ein weiter Aspekt beeinflusst die Aufteilung unseres Portfolios…

Die Risikobereitschaft

Welche Wertschwankungen sind wir bereit, zu ertragen? Wie sehr macht uns ein zwischenzeitlicher Wertverlust der Aktien zu schaffen?

Allein dieser Aspekt der Geldanlage liefert Stoff für vielschichtige Betrachtungen. Beschränken wir uns hier auf die Erkenntnis, dass die Frage nach der Risikobereitschaft nicht einfach zu beantworten ist.

Im Zweifel „auf Nummer sicher gehen“?

Kann man machen, solange man sich im Klaren darüber ist, dass mehr Sicherheit in Form eines geringeren Aktienanteils automatisch weniger Rendite bedeutet.

Schritt 3: Indexauswahl

Mit welchen Indizes lässt sich die bisher beschriebene Strategie nun realisieren? Wie könnte ein „Indexportfolio für Einsteiger“ aussehen?

Die einfachste Variante eines Indexportfolios besteht aus mindestens zwei ETFs. Jeweils ein ETF für den Aktienmarkt und ein ETF für den Anleihenmarkt.

Die einfachste Möglichkeit den weltweiten Aktienmarkt mit einem ETF abzubilden, bietet der MSCI World Index. Sein Nachteil: Aktien von Schwellenländern (engl. emerging markets) fehlen darin.

Alternativ dazu lässt sich seit wenigen Jahren in den MSCI All Countries World Index (ACWI) investieren. Dieser enthält die Schwellenländer-Aktien entsprechend ihres Anteils an der weltweiten Marktkapitalisierung von zur Zeit etwa 10%.

Ein geeigneter Anleihenindex wäre zum Beispiel der Barclays Capital Euro Aggregate Bond. In diesem Index sind sowohl Staats- als auch Unternehmensanleihen unterschiedlicher Laufzeiten enthalten.

Schritt 4: Produktauswahl und praktische Umsetzung

Für alle genannten Indizes gibt es jeweils mehrere Fondsgesellschaften, die entsprechende ETFs im Programm haben. Einen ersten Überblick kann man sich mit einem ETF-Finder verschaffen. Glücklicherweise ist das Angebot an ETFs für die besagten Indizes (noch) übersichtlich, so dass als Suchkriterium die einfache Angabe des Index ausreicht.

Im Wesentlichen sprechen zwei Gründe dafür, das Einsteiger-Depot mit so wenigen ETFs wie möglich zu führen: es ist einfach und es kostet weniger.

Je mehr ETFs im Depot gehalten werden, desto mehr Gebühren fallen an, wenn alle ETFs regelmäßig bespart werden sollen.

Sparplan oder selber kaufen?

Grundsätzlich kann man ETF-Anteile entweder per Börsenorder kaufen oder man richtet bei seinem Online-Broker einen ETF-Sparplan ein. Gerade bei kleinen Anlagebeträgen lohnt es sich hier genauer hinzuschauen. Die Kosten für ETF-Sparpäne liegen bei den meisten Anbietern zwischen 1,5 und 2,5%.

Es werden auch kostenfreie Sparpläne angeboten. Diese haben allerdings den Haken, dass entweder die Auswahl an ETFs äußerst begrenzt ist oder und/oder das Angebot zeitlich limitiert ist. Früher oder später fallen also auch bei diesen Plänen Gebühren an.

Es kann also günstiger sein, in regelmäßigen Abständen eigenhändig ETF-Anteile zu ordern, anstatt in Sparpläne einzuzahlen.

 

Noch einmal die wichtigsten Gedanken in der Übersicht:
 
# Vor der Auswahl konkreter Anlageprodukte sollte man sich Gedanken über seine Anlageziele machen.
 
# Im Vordergrund stehen Kostenminimierung und Risikostreuung.
 
# Risiken lassen sich effektiv durch Asset Allocation und einen langfristigen Anlagehorizont reduzieren.
 
# Das Depot wird in einen risikoreichen (Aktien) und einen risikoarmen (Anleihen) Teil gesplittet.
 
# Die Gewichtung beider Teile ist abhängig von der Lebenssituation und der Risikobereitschaft des Anlegers.
 
# Bereits mit zwei ETFs lässt sich ein kosteneffizientes Depot bilden.
 
# Ein geeigneter Aktienindex ist der MSCI World. Die Anleihenseite lässt sich beispielsweise mit dem Barclays Capital Euro Aggregate Bond abbilden.
 
# Abhängig von den Gebühren des Brokers kann die eigenhändige Investition in ETFs gegenüber der Einzahlung in Sparplänen günstiger sein.

 
Hast du Fragen oder Anregungen zur Gestaltung des ETF-Depots? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

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Dieser Text (neu überarbeitet) ist Teil meines Hörbuchs Kluge Menschen Investieren Passiv - Die beste Anlagestrategie für alle, die ihr Geld selbst anlegen wollen.  

Bildquelle: „stairs“ von rosemary (bearbeitet), lizensiert unter CC BY 2.0


 
Alle Artikel dieser Serie in der Übersicht
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  • Dummerchen 11. Juli 2013, 17:40

    Zum Thema Depotaufteilung und dem damit verbundenen Begriff „Asset Allocation“ sollte vielleicht noch ein Wort zum regelmäßigen Anpassen der Depotaufteilung ergänzt werden.

    Holger verweist ja schon auf das Lebenszyklusmodell und die Risikobereitschaft. Damit lässt sich eine Aufteilung zwischen den verschiedenen Asset (im einfachsten Fall die beiden ETFs aus den Bereichen „risikoarm“ und „risikoreich“) festlegen. Über das Lebensalter lässt sich dann z.B. eine jährliche Anpassung hin zu risikoarmen Anlagen durchführen.

    Darüber hinaus sollte aber auch bei einer deutlichen Verschiebung der prozentualen Anteile eine Umschichtung vorgenommen werden (Neu-Deutsch: Rebalancing).
    Boomt z.B. die Börse und es hat sich das gewünschte Verhältnis von z.B. 60:40 auf 70:30 verschoben, so wäre man deutlich risikoreicher investiert, als man es ursprünglich geplant hatte. Dann ist ein Verkauf von risikoreichen Anteilen und eine Umschichtung hin zu risikoarmen Anteilen sinnvoll. So verkauft man automatisch bei höheren Kursen und kauft umgekehrt bei dem Asset nach, das in der Vergangenheit nicht so gut abgeschnitten hat („Sell high, buy low“).

    Umgekehrt würde man bei gefallenen Aktienkursen eben diese nachkaufen. Das mag im ersten Moment schwer fallen, da Aktien üblicherweise zu diesem Zeitpunkt von den Medien verteufelt werden, aber nüchtern betrachtet, kauft man diese „günstig“ ein.

    Ich vermute, dass Holger auch noch aufs Rebalancing eingehen wird, wollte das aber mal kurz passend zum Thema ein Stichwort einwerfen.

    • Holger Grethe 11. Juli 2013, 20:41

      Oh ja, sehr gute Ergänzung, Dummerchen! Das „Rebalancing“ habe ich doch glatt unterschlagen… 😉

      Ich hatte mich beim Schreiben auf den Aufbau eines (Einsteiger-)Depots konzentriert und bin auf den Aspekt der Depotführung gar nicht so eingegangen. Dem Rebalancing werde ich mich dann noch mal an anderer Stelle widmen…

  • KLEINANLEGER 7. August 2013, 12:50

    In dem Beitrag finden sich folgende Ausführungen:

    „Ein geeigneter Anleihenindex wäre zum Beispiel der Barclays Capital Euro Aggregate Bond. In diesem Index sind sowohl Staats- als auch Unternehmensanleihen unterschiedlicher Laufzeiten enthalten.“

    Das bedeutet, dass man in seinem Portfolio neben den (anderweitig abgebildeten) Aktien Unternehmensanleihen hat. Unternehmensanleihen weisen jedoch gewisse Übereinstimmungen mit den Risiken der Assetklasse der Aktien auf; denn auch hier wird wieder – via Fremdkapital – in Unternehmen investiert, die man schon – via Eigenkapital – über die Aktien in seinem Portefeuille hat.

    Um diese Risikokumulation zu vermeiden bevorzuge ich „reine“ Staatsanleihen-ETFs.

    Gibt es Gegenargumente?

    Gruß vom KLEINANLEGER

    • Dummerchen 7. August 2013, 15:20

      Sehr guter Einwand. Ich persönlich würde im Bereich der „risikoarmen“ Anlagen aus gleichem Grund auch auf Unternehmensanleihen verzichten. Ob es dann Staatsanleihen hoher Bonität oder Festgeld/Tagesgeld äquivalenter Bonität sind, ist meiner Meinung nach dann Geschmackssache.

    • Holger Grethe 8. August 2013, 08:43

      Es ist richtig, dass Unternehmensanleihen eigentlich nicht zu den ganz risikoarmen Investments zählen.

      Bis zur Finanzkrise wurden Staatsanleihen allerdings als „risikofreie“ Anlagen tituliert. Das würde so heute kaum jemand mehr sagen, oder? Mittlerweile ist auch hier von risikoarmen Anlagen die Rede und das trifft es wohl auch viel besser, denn nichts in diesem Universum ist frei von Risiko.

      Letztlich hängt bei Anleihen alles an der Bonität, welche die einschlägigen Ratingagenturen bewerten. Und die können auch mal irren. Nicht nur bei Unternehmen, sondern auch bei Staaten…

      Über einen Index ist das Risiko bei den Anleihen ja breit gestreut. Und im Insolvenzfall werden Fremdkapitalgeber (Inhaber von Anleihen und Banken) den Eigenkapitalgebern (Aktionären) bevorzugt. Insofern würde ich das Risiko von Unternehmensanleihen nicht mit dem von Aktien auf eine Stufe stellen.

      Wer aber „auf Nummer sicher gehen“ will, kann natürlich auf einen reinen Staatsanleihenindex zurückgreifen.

    • KLEINANLEGER 8. August 2013, 10:54

      Es ist vollkommen richtig, dass auch Staatsanleihen nicht risikofrei sind. Allerdings ist das Risiko strukturell ein anderes als bei Unternehmensanleihen.

      Strukturell ähnelt das Risiko der Unternehmensanleihen dem der Aktien (wenn auch die Volatilität geringer sein mag). Bei Solarworld ließ sich das gerade gut beobachten: Aufgrund der existentiellen Probleme der Firma verfielen sowohl der Aktien- als auch der Anleihenkurs. Die Staatsanleihen blieben davon unberührt.

      Da der Sinn der Diversifikation darin liegt, möglichst unterschiedliche Risiken miteinander zu kombinieren, spräche das eher gegen eine Kombination von Unternehmensanleihen mit Aktien.

      Ein weiteres Argument: Durch Unternehmensanleihen beteiligt man sich – theoretisch – unbegrenzt am unternehmerischen Risiko; d. h. die Anleihe kann – theoretisch – vollständig verfallen. Im Gegenzug ist jedoch die Chance, die man durch die Anleihe erwirbt, stets begrenzt: auf die Höhe des Kupons. (Die Kurs-Chancen bei Aktien sind demgegenüber nicht begrenzt.)

      Die Asymmetrie der Chancen-Risiken-Relation einerseits und die strukturelle Nähe der Risiken zum Aktienrisiko sind nach meiner Erinnerung die Gründe, aus denen sowohl Larry Swedroe als auch David Swensen gegen Unternehmensanleihen-Investments votieren. (Fundstellen habe ich allerdings gerade nicht parat.) Die Autoren plädieren – soweit ich mich erinnere – stattdessen für eine moderate Erhöhung der Aktienquote, um an den Chancen zu partizipieren, die man ansonsten in Unternehmensanleihen gesehen hat.

      Allerdings räume ich ein, dass ich – entgegen der o. g. „reinen Lehre“ – auch einen „High-Yield-Corporate-Bond-Fonds“ in meinem Depot habe, an dessen Zinsausschüttungen ich mich regelmäßig erfreue. Obwohl das ein suboptimaler Portfolio-Bestandteil zu sein scheint. 😉

      Gruß vom KLEINANLEGER

    • Holger Grethe 8. August 2013, 11:49

      Ja, in der derzeitigen Niedrigzinsphase muss man sehen, wo man bleibt. 😉 Da bei Staatsanleihen kaum etwas zu holen ist, sind Unternehmensanleihen (als Beimischung) eine Option, beim risikoarmen Teil des Portfolios wenigstens mit der Inflationsrate Schritt zu halten.

      „Solarworld“ ist wirklich ein gutes Beispiel. Allerdings weniger als Abschreckung vor Unternehmensanleihen im Allgemeinen, sondern eher als Hinweis dafür, dass Privat- oder Kleinanleger besser nicht in Einzelwerte investieren sollten.

  • KLEINANLEGER 7. August 2013, 13:02

    Mir ist noch etwas aufgefallen:

    Über den im Beitrag gesetzten Link zu dem „MSCI All Countries World Index“ landet man bei einer Beschreibung des zugehörigen ETFs von iShares.

    Den Steuerzahlern unter uns muss klar sein, dass es sich bei dem Produkt um einen sogenannten „ausländischen Thesaurierer“ handelt. Das bedeutet eine enorme Menge an Arbeit.

    Gruß vom KLEINANLEGER

    • Dummerchen 7. August 2013, 15:28

      Wenn ich den gleichen Link wie Du meine, so wird auf verschiedene ACWI-ETFs verwiesen. Verwirrend ist tatsächlich an den Ishares ETFs, dass diese zwar eine ISIN mit DE-Kennung besitzen, aber im Ausland aufgelegt werden. Das ist wirklich „unschön“. Die Folgen für den Anleger hat Holger hier:
      https://zendepot.de/boerse-einfach-verstehen-teil-5-abgeltungssteuer/
      erläutert.

  • KLEINANLEGER 7. August 2013, 16:05

    Es stimmt, dass auf mehrere ETFs verwiesen wird. Aber die anderen sind (wohl) auch ausländische Thesaurierer.

    Es ist auch richtig, dass man sich eines Steuerberaters bedienen kann, um die damit verbundenen Probleme zu lösen. Aber der kostet natürlich auch wieder Geld – und schmälert somit die Rendite.

    Ich persönlich bevorzuge daher – jedenfalls bei ausländischen Fonds – solche, die ausschütten.

    Gruß, KLEINANLEGER

  • Dummerchen 7. August 2013, 17:27

    Das Feld „Steuern“ ist nicht mein Spezialgebiet, aber ausländische Thesaurier muss meines bescheidenen Wissens nach nicht problematisch sein, wenn die Gewinne „weggeswapt“ werden, d.h. im Bundesanzeiger wird der Betrag der ausschüttungsgleichen Erträge mit 0 ausgewiesen.

    Vergleiche DE000A1JS9A4 (http://bit.ly/15al9q5) und z.B. LU0392494562 (kein ACWI – nur zur Illustration) (http://bit.ly/14jKu4V).
    Beim Swap werden die relevanten Erträge in Kursgewinne geswapt.

    Vielleicht kann Holger hierzu auch noch Aufklärung betreiben?!

    • Holger Grethe 8. August 2013, 08:52

      Bin auch kein Steuerexperte. Meines Wissens werden Swaps (Tauschgeschäfte bei ETFs) zur steuerlichen Optimierung eingesetzt. Ob auch zur Vermeidung von Quellensteuerverlusten kann ich nicht sagen.

      Insgesamt würde ich den Verlust, den man unter Umständen durch nicht (vollständig) anrechenbare Quellensteuern bei „ausländischen Thesaurierern“ erleidet als akzeptablen „Kollateralschaden“ eines gut diversifizierten Weltportfolios betrachten.

      Mein „Renditetrieb“ ist jedenfalls deutlicher ausgebildet als mein „Steuerspar-/optimierungstrieb“. 😉

  • Anu 9. August 2013, 17:39

    Bei so viel schlauen Kommentaren trau ich mich ja kaum…

    „…Einen ersten Überblick kann man sich mit einem ETF-Finder verschaffen. Glücklicherweise ist das Angebot an ETFs für die besagten Indizes (noch) übersichtlich…“
    Die verlinkte Seite mag für manche informativ sein; ich wusste damit leider gar nichts anzufangen 🙁 Nach welchen Kriterien such ich mir da was aus..?

    Und:
    „…Anteile entweder per Börsenorder kaufen oder man richtet bei seinem Online-Broker einen ETF-Sparplan ein…“ ??? Hat hier etwa jeder einen Onlinebroker..? Auch hier hoffe ich auf weitere Anleitung..:-)

    Ansonsten: ich bin ja soo froh über Deine Seite, Holger! Danke..

    • Holger Grethe 9. August 2013, 20:52

      Hallo Anu,

      bitte keine Hemmungen! Hier darf und soll JEDER kommentieren und Fragen stellen, auch wenn zwischen den Fortgeschrittenen mal ab und zu gefachsimpelt wird.

      Ich nehme deine Anregungen gerne auf und ergänze meine umfangreiche Ideenliste um zwei geplante Artikel:
      1. Nach welchen Kriterien sucht man ETFs aus?
      2. Wie kauft man ETFs über einen Onlinebroker?

      Ich kann dir versprechen, dass ich diese Artikel schreiben werde, nur nicht, wann das sein wird. Wie gesagt, die Liste der ungeschriebenen Artikel ist lang… 😉

      Freu mich, dass du zu meinen Lesern gehörst!

  • Meli 16. August 2013, 20:13

    Toll, dass du dich getraut hast zu kommentieren Anu, mir gings nämlich genau gleich mit der verlinkten Seite. 😀

    Und diese Online-Broker Geschichte ist mir auch nicht ganz klar… Ich kann zwar bei meiner Internet-Bank ein Depot anlegen, aber wie kommen die ETFs da rein?
    Sorry, aber ich hab wirklich so gar keinen Plan vom praktischen Teil…

    Deine Erklärungen sind super, Holger, ich fühl mich schon viel schlauer als vorher, und glaube die Logik verstanden zu haben, aber bevor ich mich an die praktische Umsetzung wage, les ich lieber noch die kommenden Artikel. 🙂

    Bloggst du eigentlich in 20 Jahren darüber wie man am besten entspart???

    LG Meli 🙂

    • Holger Grethe 17. August 2013, 10:37

      Hallo Meli,

      ich freue mich wirklich sehr, dass ich so viele engagierte Leserinnen habe!

      Das ist für ein Finanzblog wohl eher ungewöhnlich und darauf bin ich schon ein wenig stolz. 🙂

      Es gibt ja auch keinen vernünftigen Grund, warum das Thema für Frauen weniger relevant sein sollte. Ganz im Gegenteil, wie dieser Artikel zeigt.

      Ob ich in 20 Jahren noch bloggen werde? Wer weiß das schon, aber warum nicht? 😉

      Zur praktischen Umsetzung: ich arbeite jetzt an einem Online-Kurs, bei dem alles (in Videos) Schritt für Schritt erklärt werden wird. Von der Depoteröffnung, über die Auswahl der ETFs bis zur Ausarbeitung einer persönlichen Anlagestrategie (inkl. Entsparphase) u.v.m. Damit sollten dann keine Fragen mehr offen bleiben…

  • Meli 20. August 2013, 19:55

    Bist ein Schatz, Holger!! 🙂 🙂 🙂
    Ich freu mich schon drauf, auch wenns noch ein bisschen dauert. 🙂

  • Tom 25. Januar 2014, 00:10

    Hallo Holger und alle anderen, die hier fleißig und konstruktiv teilnehmen,

    zunächst meinen herzlichen Dank an dich, Holger! Die Informationen, die du hier bereitstellst, sind wahnsinnig hilfreich, bodenständig und total logisch und nachvollziehbar. Die Strategie ist eine klassische Win-Win Situation; kann man doch etwas sinnvolles mit seinem Ersparten anfangen, seinen „normalen“ Hobbies und Aktivitäten nachgehen, die die Freizeit auffüllen und „nebenbei“ auch noch etwas gutes tun und sich nicht täglich um die Kurse kümmern müssen – klasse 🙂

    Ich verfolge schon länger deine Podcasts und Beiträge – bin total begeistert und habe mich jetzt dann mal drangesetzt, alles aufgearbeitet, ein Mindmap erstellt und mir mal einen Überblick verschafft.

    Der Clou liegt ja offensichtlich darin, sich ein sinnvolles „Anfangsdepot“ zusammenzustellen. Dann sollte man dran bleiben und alle paar Jahre nachregulieren, um ggfs. das Verhältnis von Aktien- zu Anleihenteil anpassen und möglichst nicht auf Marktschwankungen zu reagieren – das krieg ich hin :>

    Ich hätte allerdings auch noch ein paar Fragen offen, die ich hier gerne an die Runde stellen möchte und bin gespannt auf eure Erfahrungen und Meinungen!
    Um mir mal einen Überblick zu verschaffen über die einzelnen Fonds, die du hier freundlicherweise angeboten hast, habe ich mir auf einer bekannten finanzen Website mehrere Musterdepots erstellt mit möglichen Kombinationen, die mir gut und hilfreich erscheinen. Dabei bin ich zu folgendem Schluss gekommen:
    Ich möchte gerne ca. ein 70-30 Verhältnis zwischen Aktien und Anleihen erreichen. Auch bin ich nicht abgeneigt, ein wenig Risiko mit einzubauen, z.B. durch den Emerging Markets. Betrachte ich also jetzt diesen + einen Anleihe und einen World Fond müsste ich abschätzen, inwiefern ich die Quoten unter ca. 3-4 Fonds aufteilen möchte. Aktuell würde ich dazu tendieren, noch einen vierten Anleihenfond hinzu zu nehmen, der sich aus Staatsanleihen zusammensetzt.

    Macht es grundsätzlich Sinn, hier zu mischen? Also ist es sinnvoll, zwischen einem Barclays Capital Euro und einem weiteren, nur aus Staatsanleihen bestehenden Fond eine Quote zu bilden? Ebenso dann eine Quote aus Emerging Market und World Source? Im Moment habe ich die Zusammenstellung mehr oder weniger nach Bauchgefühl getroffen. Ich habe die Graphen über die längstmögliche Entwicklung angeschaut und mir etwas zusammengestellt, was mir erstmal „gut gefällt“, ohne irgendwelche weiteren Quellen hinzu zu ziehen.

    Da ist natürlich noch Nachholbedarf, aber zunächst ging es mir um ein Musterdepot, um Gefühl für die Sache zu bekommen.

    Als kompletter Neuling auf dem Gebiet tue ich mich ein wenig schwer, wirklich tiefer in die Materie vorzudringen und mir eine fundamentale Entscheidungsgrundlage zu bilden, um einen mittelgroßen Betrag von ca. 3000€ sinnvoll aufteilen zu können.

    Habt ihr hier Tipps für mich, wie ich jetzt sinnvoll weiter vorgehen muss, um eine gute Entscheidung zu fällen? Im Moment kommt mir das, was ich getan habe vor, wie „wild zusammenwürfeln nach Bauchgefühl“. Da halte ich eigentlich wenig von 🙂

    Freue mich schon auf eure Kommentare!

    LG, Tom

  • Stefan 8. Oktober 2014, 12:36

    Hallo,

    ich habe noch eine weitere Frage, wie ich starten kann: Wenn ich mich also dazu entschließe, einen Betrag in ETFs zu investieren, dann müssen noch 2 Punkte geklärt werden:
    1. Wie finde ich einen passenden/guten Indexfonds? Ich habe gehört, der „msci world index“ sei ein guter Start. Nach welchen Kriterien soll ich die Alternativen prüfen?
    2. Wie finde ich den richtigen Broker? Meine Direktbank bietet den Kauf von ETFs an, aber auch bei der Sparkasse bekomme ich ETFs. Gibt es hier eine gute Übersicht oder Richtwerte, was teuer oder günstig ist?

    Viele Grüße
    Stefan

    • Holger Grethe 8. Oktober 2014, 15:47

      Hallo Stefan,

      auf deine Fragen gibt es (leider) keine pauschal gültigen Antworten.

      Natürlich kannst du einfach monatlich Geld in einem MSCI World ETF anlegen. Es wäre allerdings sinnvoll, wenn du dir vorher ein paar Gedanken zu deiner Anlagestrategie und den mit Aktieninvestments verbundenen Risiken machst.

      In meinem Online-Kurs ZENinvestor findest du eine praktikable Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du dir eine langfristige Anlagestrategie erarbeiten kannst und nach welchen Kriterien sowohl Anlageprodukte als auch Broker ausgewählt werden sollten.

      Viele Grüße
      Holger

  • Philipp Kram 18. März 2015, 09:11

    Hallo,
    Als Zen-Praktizierender seit zwei Jahren und jemand, der sich bisher vor der Börse gescheut hat, es nun aber endlich angehen möchte, liebe ich deine Seite.
    Habe gerade Gerd Kommers „Souverän Investieren mit…“ gelesen und bin überzeugt von der Strategie.
    Hab jetzt allerdings Probleme mit der Depot-Zusammenstellung.

    Folgendes: Ich möchte gute 15 000 Euro in die Hand nehmen, um ein Weltportfolio plus risikofreie Anlageprodukte zusammenzukaufen. Am besten im Verhältnis ´70/30, das scheint mir mit meinen 27 Jahren okay zu sein.
    Gleichzeitig will ich aber auch noch meine restlichen 15 000 Euro am Sparbuch halten, falls mal irgendwas Unvoraussehbares passieren sollte.
    Ich frage mich nun aber, ob dass dann „falsch“ wäre laut Kommer, weil man ja immer sein Gesamtvermögen beachten sollte!?
    Bzw. wäre es dann vielleicht nicht „besser“, wenn ich aus den ganzen 15 000 Euro die ich investieren will, ein Weltportfolio machen und die 15 000 Euro am Sparbuch als „risikofreie“ Anlage sehe?? Womit ich dann allerdings auf ein Verhältnis 50/50 käme… !?

    Das ist für mich eine Kopfnuss.. ich versteh einfach nicht, wie das gemeint ist und was ich machen soll…

    • Holger Grethe 18. März 2015, 15:33

      Hallo Philipp,

      da gibt es sicher kein „richtig“ oder „falsch“. Ich würde die 15.000 auf dem Tagesgeldkonto parken (wenigstens etwas bessere Verzinsung als auf dem Sparbuch) und wie von dir beabsichtigt als Notfallreserve betrachten.

      Beachte, dass du in deinem Weltportfolio ja regelmäßig ein Rebalancing durchführen solltest, um das Risikolevel konstant zu halten. Würdest du deine Notfallreserve mit reinrechnen, müsstest du unter Umständen beim Rebalancing auch auf diese zugreifen und dadurch deine liquiden Mittel reduzieren. Die Frage ist, ob dir das Recht ist…

      Beste Grüße
      Holger

  • Philipp Kram 18. März 2015, 16:00

    Danke für die schnelle Antwort.

    Hui, da hab ich wohl was übersehen in meiner bisherigen Lektüre. Dachte bisher immer dass Sparbuch und Tagesgeld das Gleiche seien!? 🙂
    Aber darum gehts ja weniger.

    Okay, ich hät es auch so gemacht. Das Weltportfolio plus die risikofreie Anlage als ein Gesamtes gesehen und dann die restlichen 15 000 als Reserve, die den Rest nicht betrifft!

    Dann werde ich das auch so machen…
    Vielleicht werde ich dann sogar die 80/20 Strategie fahren. Denn die 15 000 Euro Reserve sind viel Geld für mich, mit denen ich mal 2-3 Jahre durchkommen würde, im schlimmsten Fall…

    Noch was: Hat man im Moment nicht sogar negative Zinsen auf Anleihen? Zahlt es sich also wirklich aus, die mit rein zu nehmen in das Portfolio???

    Mfg,
    vielen Dank,
    Philipp

    • Holger Grethe 19. März 2015, 08:47

      Es gab/gibt vereinzelt Staatsanleihen mit negativer Verzinsung. Dies trifft aber sicher nicht auf die Anleihen aller Staaten zu und ist zudem abhängig von der Laufzeit.

  • Philipp Kram 19. März 2015, 10:24

    Alles klar…
    Da muss ich mich noch schlauer machen. Vielleicht setz ich auch einfach auf Festgeld am Ende, ist ja laut Kommer einer der „zweitbesten Lösungen“ beim risikofreien Anteil.

    Nochmal zum Weltportfolio.
    Kommers „optimale“ Aufteilung wären hier ja insgesamt ja ganze 9 ETFs:
    einmal Large Caps Value Nordamerika
    einmal Large Caps Value Westeuropa
    einmal Large Caps Value Pazifik

    einmal Small Caps Blend Nordamerika
    einmal Small Caps Blend Westeuropa
    einmal Small Caps Blend Pazifik

    einmal Schwellenländer

    einmal Immobilienaktien weltweit

    einmal Commodities/Rohstoffe

    Nun leuchtet mir der Ansatz ja auch ein und ich finde es nachvollziehbar.
    Ich frage mich aber ob mit 15 000 Euro der Ankauf von 9 verschiedenen ETFs nicht zu viel Kosten verursacht!?

    Er gibt ja dann auch Beispiele, wie man das ganze vereinfachen kann, auch das ist klar. Aber jetzt hab ich mich schon so viel mit dem ganzen Zeug beschäftigt, warum soll ich es dann so zusammenschmelzen, wenn auch die breiter gestreute Variante anfangs zwar mehr Energie kosten wird, aber später dann ebenso in Ruhe arbeiten wird können…

    Was denkst du? Zahlt sich die zusätzliche Zeit und der zusätzliche Kostenaufwand aus, um die „perfekte Streuung“ nachzubilden bei 15 000 Euro Startkapital?

    Übrigens: Toller neuer Artikel über das Jubiläum. Finde mich in vieler deiner Charaktereigenschaften wieder! 🙂

    Vielen Dank,
    Philipp

    • Holger Grethe 19. März 2015, 21:48

      „Was denkst du? Zahlt sich die zusätzliche Zeit und der zusätzliche Kostenaufwand aus, um die “perfekte Streuung” nachzubilden bei 15 000 Euro Startkapital?“

      Nope. Je kleiner das Budget, desto mehr sollte KISS gelten: Keep It Simple Stupid!

  • Philipp Kram 19. März 2015, 22:46

    Okay, ist eben die Frage, was als „klein“ angesehen wird!? Oder?

    Na gut, dann setz ich wohl doch nur auf 3,4 ETFs…
    Mal sehen…

    Oder überhaupt nur den AERO – Fond?

    hmmmm

  • Philipp Kram 20. März 2015, 10:05

    Ich bins wieder:

    Also meine Strategie sieht nun so aus:

    Werde 4 ETFs in mein Portfolio legen, das scheint mir „einfach“ und „übersichtlich“ genug:

    – einen globalen Value ETF (mehr Risiko bei Value, aber auch mehr Rendite bei langem Anlagehorizont – Kommer legt viel Wert auf Value und Small Caps!)
    – einen ETF Emerging Markets
    – einen Rohstoff ETF
    – einen ETF auf kurzfristige Staatsanleihen

    Damit dürfte ich doch gut diversifiziert sein!? Und mit 15 000 Euro sind vier ETFs wohl drinnen!? Was denkst du/ihr?

    Und überhaupt: Ich bin bisher noch nirgendwo auf ein Forum im Internet gestoßen, wo intensiv über moderne Portfoliotherie, passives Investieren, ETFs etc. diskutiert wird!
    Kennt jemand von euch sowas? Am allerbesten wär noch dazu mit Österreich-Bezug!

    Vielen Dank!

  • Alex 26. April 2015, 17:28

    Ich habe eine Frage bei den meisten Direktbanken gibt es verschiedenste Angebote bei denen meistens die günstigen Angebote außerbörsliche Angebote sind. Für börslichen Handel werden Aufschläge fällig z.B. 1,5-2,9€ /Order

    Ich bin ein echter Anfänger und suche im Moment die günstigste Direktbank. Denn wie ich ja hier gelernt habe gilt es die Kosten niedrig zu halten.

    Also die Frage zusammengefasst. Ist es sinnvoll außerbörslich die ETFs zu erwerben oder nicht? Oder habe ich etwas völlig falsch verstanden.??

  • Simon 17. Mai 2015, 22:39

    Hi,
    auch erst mal danke für die tollen Artikel. Auch bei mir ergeben sich beim Planen des Depots einige Fragen. Vielleicht kann ja der ein oder andere seien Senf dazu geben.

    1) Sehe ich das richtig das ich bei ETFs kein Emittenten-Risiko habe, also nicht über mehrere Fondsgesellschaften Diversifizieren muss?

    2) Geht ihr nur auf die Globalen Indizes oder mischt ihr auch Lokales (z.B. Deutschland/Europa) unter. Wenn ja was wären da sinnvolle Indizes. Auf den CDAX gibts ja wohl keine ETFs

    3) Gehe ich richtig in der Annahme, dass bei der langfristigen Betrachtung die Kaufkosten (wenn sie in den üblichen Maßen sind) im Vergleich zum TER wenig relevant sind, und ich im Zweifel den mit dem geringeren TER nehme auch wenn der nicht bei meiner Bank günstig außerbörslich zu erhalten ist.

    4) Verstehe ich das richtig, daß bei den Globalen Indizes (z.B. MSCI AW Global) Das Währungsrisiko bereist im Index ist und es egal ist ob der ETF mit € oder $ notiert ist.

    5) Auch wenn man die ganzen „Das Ende ist Nah“ Freaks außen vor lässt empfehlen ja auch seriösere Experten ein bisschen physische Edelmetalle im Mix. Mach ihr das? Wenn ja: wieviel und wenn nein: warum nicht?

    Gruß
    Simon

    • Simon 8. Juni 2015, 09:51

      Hat niemand hier eine Meinung zu den Themen?
      Würde mich über ein paar Anregungen freuen. Natürlich auch von Dir Holger!

    • Dummerchen 13. August 2015, 18:33

      Hallo Simon,
      es sind jetzt schon einige Monate vergangen, daher glaube ich kaum, dass Du das noch liest – aber wer weiß?
      1.) Streuung schadet nie. Ob das an dieser Stelle notwendig ist, kann ich schwerlich einschätzen. Es lässt sich immer ein Fall konstruieren, in dem auch eine Streuung von Vorteil wäre. Stichworte wären hier die Themen: Wertpapierleihe, Swaps, Sicherheiten
      2.) Man kann lokal dazumischen. Wenn überhaupt finde ich persönlich allerhöchstens eine Beimischung von Europa sinnvoll. Einzelne Länder würde ich nicht übergewichten.
      3.) Man sollte zwar grundsätzlich alle Kosten betrachten, Kaufkosten fallen aber nur einmal an, die TER dauerhaft. Trotzdem sollte man darauf achten, auch beim Kauf möglichst nicht mehr als 1% an Ordergebühren zu zahlen, d.h. ggf. lieber größere Beträge quartalsweise als kleinere Beträge monatlich.
      4.) Richtig. Die Währung, in der der ETF notiert, ist egal.
      5.) Ich lasse Edelmetalle außen vor, da sie von sich aus nichts produzieren (also im Gegensatz zu Unternehmen). Ich halte Edelmetalle für reine Spekulation – nicht für eine Anlage.

      Gruß
      Dummerchen

  • Unklar 16. März 2016, 10:29

    Wie ist deine/eure Erfahrung mit kostenfrei besparbaren ETF-Sparplänen? Gibt es da durchaus Vernünftige (= die besser abschneiden (z.B. was den Tracking Error betrifft) als vergleichbare kostenpflichtige Sparpläne eines anderen Anbieters?) Beispiel: Kann man davon ausgehen, dass ein kostenfreier ETF-Sparplan auf den MSCI World Index von Broker X tendenziell schlechter ist als der kostenfplichtige von Broker Y?