Warum du zuerst in dich selbst investieren solltest [Teil 1/2]

Warum du zuerst in dich selbst investieren solltest (TEIL 1)

Immer wieder werde ich von jungen Lesern gefragt:

Wann soll ich mit dem Investieren anfangen?

Mein Rat: Sofort, wobei ich damit nicht den Aufbau eines ETF-Depot meine.

Denn viel wichtiger als Geld in Finanzprodukte zu stecken, ist es, zuerst einmal in sich selbst und sein Wissen zu investieren, was bekanntlich die besten Zinsen zahlt (frei nach Benjamin Franklin).

In Wissen zu investieren bedeutet nicht, dass man in Harvard studiert noch dass man überhaupt eine Hochschule besucht haben muss.

Und auch das, was heute gerne als “finanzielle Bildung” bezeichnet wird, spielt ohne Frage eine wichtige Rolle, erzählt aber nicht die ganze Geschichte.

Im folgenden fasse ich die sechs Wissens- und Lebensbereiche zusammen, die ich unter dem Gesichtspunkt der Vermögensbildung für relevant halte:

  1. Wissen darüber, wie man mit Geld umgeht
  2. Wissen darüber, wie man Geld für sich arbeiten lässt
  3. Wissen über Lebensrisiken und wie man diese absichert
  4. Wissen darüber, wie man Geld verdient
  5. Wissen darüber, wie man Gesundheitsrisiken minimiert
  6. Wissen darüber, wie man das Leben genießt

Die Punkte 1-3 (finanzielle Bildung) habe ich in den letzten Jahren bereits ausführlich beleuchtet, daher beschränke ich mich in diesem Artikel jeweils auf ein paar Links und Verweise zu den entsprechenden Themen.

Die Punkte 4-6 sind Gegenstand dieses ausführlichen Artikels, den ich aufgrund seiner Länge (> 4.500 Wörter) in zwei Episoden geteilt habe. Im ersten Teil konzentriere ich mich auf das Wissen darüber, wie man Geld verdient (Punkt 4).

Im zweiten Teil wird es dann darum gehen, wie man Gesundheitsrisiken minimiert und das Leben genießt. Und warum gerade diese beiden Punkte von großer Relevanz für den Vermögensaufbau sind, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussehen mag.

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Zuerst wie versprochen ein paar Links bzw. Leseempfehlungen zu den ersten drei genannten Themen:

1. Wissen wie man mit Geld umgeht

Marshmallows und Zukunftsbilder – Was uns zum Sparen motiviert
Postmaterialismus: Wir kaufen nichts!
Kennst du deinen maximalen Lebensstandard?
Mit diesen einfachen Tricks minimierst du deine Ausgaben
Warum nicht: Einfach Mehr Sparen?

2. Wissen wie man Geld für sich arbeiten lässt

39 Regeln für die erfolgreiche Vermögensbildung
Warum Sicherheit nur eine Illusion ist
Bist du Sparer, Investor oder Spekulant?
Entspannt Vermögen bilden mit der richtigen Anlagestrategie
Passiv Investieren mit ETFs (Artikelserie)
So verlierst du die Angst vor Aktien

3. Wissen über Lebensrisiken und wie man diese absichert

Welche Versicherungen braucht man wirklich?
Was ist die beste Altersvorsorge für Selbständige?

Kommen wir zu Punkt 4 und damit zum eigentlichen Inhalt dieses Artikels:

Wissen darüber, wie man Geld verdient

Was gibt es da groß zu wissen, könnte man fragen?

Nach der Schule macht man eben eine Ausbildung oder absolviert ein Studium, listet alle Stationen seines Werdegangs feinsäuberlich in einem Lebenslauf auf und angelt sich so einen Job. Pünktlich zum Ende jeden Monats landet das Gehalt dann auf dem Konto.

Fertig.

Auch wenn der Grossteil der Leute diesen Weg geht, es ist (glücklicherweise) nicht die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen. Sich selbstständig zu machen und/oder unternehmerisch tätig zu werden ist ebenfalls eine Option, auch wenn sich nur knapp jeder zehnte Erwerbstätige dafür entscheidet.

Verständlicherweise machen sich Schul- bzw. Hochschulabsolventen aber zuallererst Gedanken um den Inhalt, weniger um die Form ihrer beruflichen Tätigkeit. Als Angestellte(r) Geld verdienen ist irgendwie “Standard”, die erste Frage lautet also:

In welcher Branche bzw. in welchem Berufsfeld will ich tätig sein?

Und hier fangen die Probleme an …

Wer bin ich und was will ich?

Sich im Alter zwischen 16 und 20 für einen Beruf zu entscheiden, von dem man annimmt, dass dieser den eigenen Bedürfnissen ein Leben lang gerecht werden wird, ist im Grunde eine unlösbare Aufgabe.

Jede Entscheidung, egal wie sie gefällt wird, gleicht einem Zufallstreffer.

Natürlich gibt es sie immer noch, die Zahnarzt-Dynastien, wo schon Opa und und Papa den Bohrer geschwungen haben und sich auch der Filius Zeit seines Berufslebens nichts schöneres vorstellen kann, als anderen Menschen in den Mund zu schauen.

Ich wusste damals nicht so genau, was ich will und hatte höchstens vage Vorstellungen davon, welche Form des Broterwerbs mir auf Dauer Spaß machen würde.

An dieser Stelle mag der eine oder die andere einwenden, dass Arbeit ja primär nicht Spaß machen müsse, sonst wäre es schließlich keine Arbeit. Ich denke aber, es ist nicht zu viel verlangt, dass man seinen Beruf, den man schließlich 30 oder 40 Jahre ausübt, einigermaßen gerne mag.

Die Herausforderung der Berufswahl liegt im wesentlichen darin, dass man diese als zwangsläufig unfertige, unausgereifte Persönlichkeit treffen muss.

Die eigenen Werte sind noch schwammig, es mangelt im wahrsten Sinne des Wortes an Selbstbewusstsein. Das heißt, auf elementare Fragen wie “Wer bin ich?”, “Was will ich?” und “Was ist mir wichtig?” hat man noch keine endgültigen Antworten gefunden.

Woher auch, mangels Lebenserfahrung?

Ausgehend von den eigenen Stärken und Interessen liegt es nahe, sich für ein Berufsfeld zu entscheiden, das diesen Stärken und Interessen (vermutlich) entgegen kommt.

Was allerdings nicht unbedingt dazu führt, dass die beruflichen Anstrengungen auch mit dem Einkommensniveau verbunden sind, das man sich wünscht.

Womit wir beim nächsten Problem wären …

Augen auf bei der Berufswahl

Es gibt Berufe, in denen viel Geld zu verdienen ist, wenn man sie mit Engagement betreibt und es gibt Berufe, in denen Arbeitseifer und Leidenschaft im Überfluss vorhanden sein können, welche aber doch nur zu einem Vergleichsweise geringen Einkommen führen.

Dass BWL-Absolventen im Durchschnitt vermutlich (deutlich) mehr verdienen als Altenpfleger oder Kunsthistoriker, mag ungerecht erscheinen.

Ist aber nun mal so.

Nur am Rande: Statistisch gesehen erhöht ein Hochschulstudium die Wahrscheinlichkeit für ein überdurchschnittliches Einkommen, ist aber keineswegs eine Garantie dafür.

Worauf ich hinaus will:

Schon mit der Berufswahl wird eine entscheidende Weiche dahingehend gestellt, ob und in welchem Umfang Vermögensbildung im späteren Leben möglich sein wird.

Als Student konnte ich mir bei aller Fantasie nicht vorstellen, warum ich jemals mehr als 2.500€ netto zum Leben brauchen würde. Aus heutiger Perspektive mit zwei Kindern im Mietshaus am Rande von Düsseldorf kann ich über meine damaligen finanziellen Vorstellungen nur milde lächeln.

Vielleicht ein Grund dafür, warum ich mich in weiser Voraussicht dann doch gegen eine Laufbahn als freischaffender, aber materiell wenig abgesicherter Musiker und für das Medizinstudium entschieden habe …

Wie bereits angesprochen, spielt neben dem Inhalt der beruflichen Tätigkeit noch ein zweiter Aspekt eine wichtige Rolle:

Die Form der Beschäftigung

Diese vier Modelle gibt es (jeweils abhängig von der Branche):

  1. Beamte(r)
  2. Angestellte(r)
  3. Selbständige(r)/Freiberufler(in)
  4. Unternehmer(in)

Die Reihung ist nicht zufällig, sondern spiegelt das Chance-Risiko-Profil der vier Beschäftigungsformen wider.

Der Beamtenstatus garantiert ein (lebenslang) verlässliches Einkommen, auf das allerdings kaum Einfluss zu nehmen ist. Dafür kann der Staat darüber bestimmen, wie und wo man tätig ist. Stichwort: Versetzung.

Angestellte haben bezüglich des Gehalts schon mehr Verhandlungsspielraum, müssen sich gewisse Konditionen ihrer Beschäftigung (Arbeitszeiten, Erreichbarkeit, Überstunden, Kleiderordnung, Dienstreisen etc.) dafür vom Arbeitgeber diktieren lassen.

Selbständige/Freiberufler können Konditionen und Preise für ihre Arbeit selbst diktieren, sind hinsichtlich ihres Einkommens aber von der Auftragslage abhängig, welche immer wieder kleineren sowie größeren Fluktuationen ausgesetzt ist.

Unternehmer wiederum können ihre Leistungen in einem viel größeren Maßstab skalieren als Selbständige, deren Einkommen eng mit ihrer Arbeitsleistung verknüpft ist. Dafür müssen sie in der Regel grössere Risiken in Form von Personal- oder Investitionskosten tragen.

Auf dem Arbeitsmarkt verhält es sich also wie auf dem Finanzmarkt: Sicherheit kostet Geld. Im einen Fall Einkommen, im anderen Rendite.

Der Beamtenstatus ist quasi die Staatsanleihe unter den Beschäftigungsformen: man wird nicht reich damit, dafür ist das Einkommen sicher.

Ein Unternehmen hingegen gleicht eher einer Small Cap Aktie: es lauern große Chancen, aber auch große Risiken.

Es ist im übrigen durchaus möglich, unterschiedliche Beschäftigungsformen zu kombinieren bzw. mehrgleisig zu fahren.

Diversifikation des Einkommens

Risikostreuung spielt beim Vermögensaufbau bekanntlich eine tragende Rolle. Wer kann, sollte daher nicht nur seine Geldanlagen diversifizieren, sondern auch sein Einkommen.

Das ist für viele (Vollzeit-)Angestellte allerdings kaum machbar, was die vielzitierte “Sicherheit” von Jobs damit deutlich relativiert. Angestellt arbeiten wird schließlich nicht ohne Grund als “abhängige Beschäftigung” bezeichnet.

Ich will hier niemanden dazu überreden, sich selbständig zu machen, erkenne aber für mich in dieser Form der Beschäftigung einfach eine Menge Vorteile.

Meine Freiberuflichkeit als Arzt macht es mir möglich, mein Arbeitspensum weitestgehend frei zu gestalten. Dadurch konnte ich mir in den letzten Jahren mit dieser Website “nebenbei” ein zweites Standbein aufzubauen.

Im Ergebnis blicke ich heute auf zwei voneinander völlig unabhängige Einkommensströme: Die Medizin auf der einen Seite und mein Online-Business auf der anderen Seite. Beide haben ihre jeweiligen Vor- und Nachteile, ergänzen sich in Summe aber nahezu perfekt.

Meine Einkünfte als Arzt sind wenig bis gar nicht skalierbar (“Zeit gegen Geld”), unterliegen dafür aber kaum konjunkturellen Schwankungen. So makaber es klingen mag: krank werden die Leute immer.

Die Einnahmen aus meinem Online-Business sind hingegen hoch skalierbar (“passives Einkommen”), dafür zum einen aber konjunkturabhängig (wer seinen Job verliert, hat andere Sorgen als sich bei mir über ETF-Investments zu informieren) und zum anderen einem höheren Wettbewerbsdruck unterworfen.

Unschwer zu erkennen hat die Dichte an Finanzblogs und -podcasts in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Im Gegensatz zur Laufbahn als Mediziner braucht es hier kein 6-jähriges Studium plus 5-jähriger Facharztweiterbildung, um einen Blog bzw. Podcast auf die Beine zu stellen …

An dieser Stelle fällt mir ein, dass ich dir noch die eingangs versprochene Erklärung schuldig bin, wie man denn nun Geld verdient. Im Grunde ist das ganz einfach:

Auf den Wert kommt es an

In meinem Artikel zum Bestseller Denke nach und werde reich habe ich den Autor Napoleon Hill bereits mit folgenden Worten zitiert:

“Wissen ist nur potenzielle Macht. Es hat keinen Wert, ausgenommen es wird in einer Weise angewandt, die Wert generiert.”

Es kommt also nicht darauf an, was du weißt bzw. kannst oder wie gut du in der Schule warst oder welche Abschlussnoten du hast. Sondern allein darauf, dein Wissen bzw. Können so einzubringen, dass es für möglichst viele Menschen einen möglichst hohen Wert generiert.

Daraus ergibt sich – unter der Voraussetzung, dass dem Wert ein adäquater Preis gegenüber steht – folgender Zusammenhang:

Einkommen = Wert x Zahl der Kunden

Das bedeutet: Um ein bestimmtes Einkommen zu erzielen, muss ich entweder ein hochpreisiges (= hochwertiges) Angebot an wenige Kunden verkaufen oder ein niedrig bepreistes (aber keineswegs minderwertiges!) Angebot an viele Kunden.

Am Schönsten wäre es natürlich, für ein hochpreisiges Angebot viele Käufer zu finden, was verständlicherweise nur selten in der Realität funktioniert.

Preis-Kunden-Relation

Dazu ein paar Beispiele:
 
Strategie A: Angebot für 10€ x 500 Kunden = 5.000€
 
Strategie B: Angebot für 100€ x 50 Kunden = 5.000€
 
Strategie C: Angebot für 1.000€ x 5 Kunden = 5.000€

Für welche Einkommensstrategie würdest du dich entscheiden?

Das Resultat ist ja immer dasselbe: Es wird ein Einkommen (genauer: Umsatz) von 5.000€ erzielt. Hinsichtlich der Risikostreuung unterscheiden sich die drei Ansätze allerdings erheblich.

Angenommen, es entscheiden sich im nächsten Monat jeweils 5 Kunden weniger für dein Angebot:

Bei Strategie A bleiben dir noch 495 Kunden und der Umsatz reduziert sich lediglich um 1 Prozent auf 4.950€.

Bei Strategie B bleiben dir noch 45 Kunden und der Umsatz fällt um moderate 10 Prozent auf 4.500€.

Bei Strategie C gibt es in diesem Szenario überhaupt keine Kunden mehr und damit auch keinen Umsatz. Dumm gelaufen.

Gemessen am Ausfallrisiko ist der Umsatz von 5.000€ bei Strategie A demnach anders zu bewerten als der gleiche Umsatz bei Strategie C.

Das Modell greift im Übrigen auch bei Angestellten. Diese haben nämlich genau einen Kunden (ihren Arbeitgeber), der ihnen – wie in diesem Beispiel – ein Gehalt von 5.000€ zahlt.

Wie bereits gesagt: die Sicherheit von Jobs ist relativ …

Einschränkend muss man sagen, dass dieses Einkommensmodell nicht erklären kann, warum in unserer Gesellschaft bestimmte Erwerbstätigkeiten (z.B. frühkindliche Erziehung, Kranken- oder Altenpflege) weniger Wertschätzung erfahren als andere bzw. warum hier Wert und Preis sichtlich auseinanderlaufen. Sicher ein diskussionswürdiges Thema, das an dieser Stelle aber den Rahmen sprengen würde.

Fassen wir die wichtigsten Aussagen dieses Artikels noch einmal zusammen:

Das Fazit

1. Investiere Zeit, Gedanken und Arbeit in den Wert, den du für andere Menschen generieren kannst.

2. Wähle den Inhalt deiner Beschäftigung mit Bedacht.

3. Wähle die Form deiner Beschäftigung mit Bedacht.

4. Sei flexibel und offen für Veränderungen – nirgends steht geschrieben, dass man 30 oder mehr Jahre der gleichen Beschäftigung nachgehen muss.

5. Diversifiziere deine Einkommensströme, sofern möglich.

Im zweiten Teil des Artikels geht es um das Wissen darüber, wie man Gesundheitsrisiken minimiert und wie man das Leben genießt. Klicke hier, um den zweiten Teil jetzt zu lesen.

 
Bis dahin freue ich mich auf deinen Kommentar zu diesem Artikel!

  • Alexander 4. September 2016, 11:36

    Moin Holger,

    hammer Teil dein Artikel, ich freu mich jetzt schon auf den zweiten Teil.

    Ich seh das übrigens genau wie du, sich zwischen 16 und 20 für einen Berufsweg zu entscheiden ist super schwierig und im Grunde auch kaum möglich. Noch viel schwieriger ist es in dem Alter darüber nachzudenken sein Geld anders als in Bier zu investieren :)

    Ich persönlich würde es wirklich aus gut empfinden, wenn Vermögensaufbau zumindest im geringen Maße ein Teil der Ausbildung oder des Studiums wäre.

    Ahoi
    Alexander

  • Malte 4. September 2016, 12:53

    Wieder mal ein extrem lesenswerter und contentreicher Artikel- Holger Grethe versteht es einfach, sich in interessante und komplexe Themen einzuarbeiten und seine Schlussfolgerungen “leicht verdaulich” für jedermann zu präsentieren. Bitte weiter so, ich freue mich auf den 2. Teil??

  • Marielle 4. September 2016, 14:19

    Hallo Holger,

    wow dank der Kurzweiligkeit ging das Lesen des langen Artikels gefühlt super schnell !

    Ich sehe es ebenfalls sehr problematisch, dass man sich so früh für einen Beruf entscheiden soll. Da ist es schon einmal eine wunderbare Entwicklung, dass öftere Wechsel oder vollständige Richtungsänderungen heutzutage nicht mehr so negativ angesehen werden wie früher.

    Aus meiner Sicht sollte im Fokus eines jungen Menschen die Suche nach besonderen Fähigkeiten und dem Kennenlernen der eigenen Qualitäten stehen. Dies immer direkt auf einen konkreten Beruf zu beziehen ist schwierig – zumal man gerade in dem Alter ja doch nur die Standardjobs kennt. Man sollte herausfinden, was man gut kann und womit man sich gerne beschäftigt. Dann eine solide Ausbildung oder Studium, das dies unterstützt absolvieren und währenddessen durch Praktika oder andere Formen der realen Einblicke herauskristallisieren, wohin es am Ende gehen kann.

    Wer weiß, worin er gut ist und sich auf diesen Stärken nicht ausruht, sondern sie kontinuierlich noch wertvoller macht, kann dann nicht nur in verschiedenen Berufen damit glänzen, sondern eben auch die Beschäftigungsart deutlich freier wählen. So kann man sich aus einem Angestelltenverhältnis heraus mit einer besonderen Fähigkeit toll selbstständig machen und vielleicht irgendwann sogar zum Unternehmer werden. Und damit wären wir wieder beim Thema Humankapital :-)

    Ich bin gespannt auf den zweiten Teil dieses Artikels!!

    Viele Grüße
    Marielle von den Beziehungs-Investoren

  • Monika Reich 4. September 2016, 15:50

    Hi,

    Neulich würde ich gefragt, ob ich eine Führungsposition annehmen will. Ich war geschmeichelt und habe trotzdem abgelehnt. Genau aus dem Grund, den Du nennst: Warum soll ich mich auf einen Verein konzentrieren? Geht das auseinander, fange ich bei 0 wieder an. Ganz davon abgesehen, dass es sich auch ein bisschen langweilig angefühlt hat, nur für einen zu arbeiten. Von daher kann ich Deinen Beitrag nur unterstützen. Danke Monika

  • Patrick 4. September 2016, 19:52

    Erfrischend diversifizierter Artikel – ich bin schon auf Teil 2 gespannt :-)

  • Mathias 4. September 2016, 22:02

    Wirklich schöner Artikel!! Ich bin seitdem ich 18 bin Selbstständig und habe es nie bereut. :) Dieses Jahr habe ich viel in mich selbst Investiert und habe es nun zum Produkt und Verkaufstrainer geschafft. Meine Frau hatte leider den falschen Beruf gewählt und war total unglücklich. Nun studiert sie und macht, das was sie glücklich macht. :)

  • Anna 5. September 2016, 16:21

    Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen den 2 Teil so schnell wie möglichst. Vielen dank für die tollen Informationen.
    Gruß Anna

  • Lothar 5. September 2016, 18:41

    Hallo Holger,
    Du machst dem Titel “Zendepot” mal wieder alle Ehre. Das Thema Geld ist mehr als Finanzen. Ich habe es am eigenen Leib erfahren, was es heißt im Job den Sinn zu verlieren (ex Banker). Deshalb ist es so wichtig, dass finanzielle Ziele dazu führen, dass wir unseren Lebenszielen näher kommen. Heute als Finanz-Coach und Finanz-Planer verwende ich daher viel Zeit auf die Zieldefinition und das Hinterfragen der Ziele. Denn allzu oft steckt hinter dem Ziel, das wir nenne, ein unausgesprochenes anderes Ziel. Widersprechen sich beide, kommt es zu Stress oder schlimmeren Symptomen (aber wem sag ich das, bist ja schießlich Arzt). Ich finde es gut, dass Du verschiedene Wege aufzeigst, z.B. wie man Einkommen erzielen kann. Im Hamsterrad sehen wir allzuoft nur den einen, auf dem wir gerade laufen.
    Herzliche Grüße
    Lothar Finanz-Coach

  • MRhon 6. September 2016, 08:48

    Man sollte vielleicht dazu sagen, dass Selbstständigkeit in einem regulierten Markt wie dem Gesundheitswesen etwas ganz anderes ist, als sich mit einem Hausmeisterservice am offenen Markt durch zu kämpfen. ;-)

  • Oliver 6. September 2016, 11:02

    Hallo Holger,

    danke für deinen Artikel, der eine sehr gut strukturierte und umfassende Darstellung bietet, wie ich finde.

    Auch wenn du das Thema “Würdigung sozial besonders relevanter Berufe” in diesem Artikel noch nicht abhandeln wolltest, möchte ich doch an dieser Stelle kurz einhaken:
    Ich denke mir nämlich auch oft, dass diese Berufe doch eigentlich gesellschaftspolitisch mehr Förderung erfahren sollten. Wenn ich sehe, dass viele angehende Erzieherinnen nicht nur keine Ausbildungsvergütung erhalten, sondern – soweit ich weiss – für ihre Ausbildung sogar noch selbst bezahlen müssen, viele Eltern aber händeringend nach KiTa-Plätzen suchen, dann läuft doch eigentlich gesellschaftlich etwas falsch.
    Andererseits denke ich mir, dass sich auch der Arbeitslohn durch Angebot und Nachfrage entwickelt. Und eine Ausbildung in den Bereichen Pflege und Betreuung ist in der Regel mit drei Jahren Ausbildung (+ 9 bis 10 Jahren Schule) ein überschaubares Zeitinvest. Im Vergleich dazu habe ich mit 13 Jahren Schule, 2 Jahren Ausbildung und 7,5 Jahren Studium fast 23 Jahre Ausbildungszeit investiert. Dafür möchte ich selbstredend einen höheren Lohn erhalten. Andernfalls würde ich nicht arbeiten gehen. Wenn du dann noch bedenkst, dass die genannten Berufe nicht ausschließlich von im Inland ausgebildeten Arbeitskräften ausgeübt werden können, kannst du dir vorstellen, dass auch noch Druck von der Angebotsseite aufkommt.

    Die Frage, die ich mir – anscheinend ähnlich wie du – zu diesem Thema dann im Ergebnis immer stelle, ist:
    Sollte der Staat hier vielleicht endlich mal eingreifen? Wäre dieses Themenfeld nicht wie gemacht für das Eingriffsinstrumentarium einer “Sozialen Marktwirtschaft”?
    Manchmal wirkt diese Ignoranz auf mich wie (gewollte) gesellschaftspolitische Blindheit. Man denke nur an das sog. “Betreuungsgeld”, das auch vollkommen an der gesellschaftlichen Realität vorbeiging und die genannten Probleme im Pflege- und Betreuungsangebot nicht verbesserte, sondern gar noch verschlechterte. Da kann man doch nur an Klientelpolitik denken, oder?

    Sorry für OT.

    Viele Grüße

    Oliver

  • Alexander Schmitt 17. September 2016, 16:04

    Hallo Holger,

    ich stimme Dir zu, dass es schwer ist, in jungen Jahren eine Entscheidung zu treffen. Aber es sagt doch niemand, dass man auch dabei bleiben muss.

    Außerdem glaube ich, dass die Selbstständigkeit sehr verkürzt als Verkaufen von Produkten dargestellt ist. Was ist mit Beratung, Handel oder dem Exit als Strategie? Es gibt so viel.

    Daher nehme ich den Titel, investiere in Dich selbst, stimmt 100%. Dann wirst Du wissen, wie Du am angenehmsten zu Geld kommst und kannst handeln. Ich denke, dass größte Problem ist der goldene Käfig von Großunternehmen. Die so gut bezahlen, dass die Mitarbeiter gar nicht mehr in Betracht ziehen, etwas zu tun, was sie glücklich macht, sondern als Lohnsklaven auf den nächsten Gehaltseingang warten.

    Grüße, Alex

    • Holger Grethe 17. September 2016, 21:01

      “Außerdem glaube ich, dass die Selbstständigkeit sehr verkürzt als Verkaufen von Produkten dargestellt ist. Was ist mit Beratung, Handel oder dem Exit als Strategie? Es gibt so viel.”

      Stimmt, und am Ende geht es letztlich immer darum, etwas zu verkaufen. Ob das nun Produkte oder Dienstleistungen sind: der aufgezeigte Zusammenhang zwischen Preis und Kundenzahl bleibt der gleiche …