Anleitung zur finanziellen Abhängigkeit

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Du möchtest gern für immer im finanziellen Hamsterrad bleiben, aber weißt nicht wie du das am Besten anstellen sollst?

Keine Sorge: Viele Wege führen in die lebenslange Abhängigkeit.

Mit der folgenden Anleitung kannst du nichts falsch machen und wirst nie frei von finanziellen Sorgen sein.

Garantiert.

Hinweis: Dies ist ein Gastartikel von Patrick Hundt, der mich sehr zum Schmunzeln gebracht hat. Nur für den Fall, dass es dir beim Lesen nicht sofort auffällt: Der Artikel bedient sich eines humoristischen Stilmittels namens Satire! 😉

Glaube daran, dass Dinge dich glücklich machen

Immer mehr Lifestyle-Hippies behaupten, dass Dinge nicht wichtig seien. Sie halten Glück, Freundschaften oder Liebe für die einzig wahren Währungen. Das ist natürlich Blödsinn.

Liebe und Freundschaften vergehen, aber Dinge sind für immer!

Du musst dein Glück in den materiellen Dingen suchen. Sie sind der verdiente Lohn für deine harte Arbeit. Wozu gehst du denn jede Woche 40 Stunden buckeln, wenn du dich nicht mit Dingen belohnen kannst?

Sinnlos!

Dinge kannst du nur mit Geld kaufen. Entsprechend ernst musst du Geld nehmen. Geld ist alles. Es kauft dir Glück. Da können die Hippies sagen was sie wollen.

Aber keine Sorge! Es ist nicht schwer, an Geld zu kommen. Du kannst es in jedem Unternehmen gegen deine Zeit eintauschen.

Suche dir einen Job fürs Leben

Du musst dir nur einen Job suchen. Eine langjährige Festanstellung in einem großen Unternehmen ist dafür der beste Weg.

Bleibe möglichst lange in dem Unternehmen, am Besten auf Lebenszeit. Und bilde dich bloß nicht selbst weiter! Hoffe lieber darauf, dass dein Arbeitgeber dich noch eine Weile behält.

Achtung: In großen Unternehmen bekommst du auch ohne Leistung mit der Zeit immer mal wieder eine Gehaltserhöhung. Investiere sie auf jeden Fall sofort in einen höheren Lebensstandard.

Du musst deine Ansprüche unbedingt weiter steigern, sonst stehst du bald mit einem Haufen Geld da und kommst auf dumme Ideen.

Baue so viele Fixkosten auf wie möglich

Wenn du Geld loswerden musst, baue möglichst hohe Fixkosten auf. Dafür musst du dir Dinge kaufen, die dich auch nach der Anschaffung noch richtig viel Geld kosten. Davon kann man nie genug haben.

Dein Auto

Ein Auto ist ein guter Anfang. Dieses solltest du nicht als einfachen Gebrauchsgegenstand sehen sondern als das, was es wirklich ist: ein Statussymbol.

Du kannst nicht einfach einen Skoda kaufen oder gar eine alte Schrottkiste!

Informiere dich erst einmal, welche Marke dir das beste Sozialprestige verspricht und dann kaufe das neueste Modell. Es muss in jedem Fall neu sein, sonst wirkt es nicht.

Achtung: Das Gesagte gilt auch, wenn du gar kein Auto brauchst! Lass dich von Fahrrädern und öffentlichem Nahverkehr nicht verunsichern. Dein Auto sorgt für hohe Folgekosten, davon hast du langfristig was!

Dein Haus

Als nächstes musst du ein Haus bauen. Ja, du musst. Das ist dein Traum!

Plane nicht zu vorsichtig. Die Wohnfläche muss mindestens doppelt so groß sein wie deine aktuelle Wohnung. Du kannst nicht ewig auf 90 Quadratmetern wohnen!

Außerdem solltest du großzügig in luxuriöse Ausstattung investieren, du baust schließlich nur einmal im Leben.

Wenn alles gut läuft bist du anschließend für 30 Jahre verschuldet. Wenn du drunter liegst, war das Haus nicht teuer genug.

Im Idealfall sollten Zins und Tilgung so knapp geplant sein, dass du es dir nicht leisten könntest, auch nur für einen Monat keinen Job zu haben. Das ist echte Abhängigkeit!

Alles sicher

Die größten Investitionen hast du getätigt. Jetzt musst du nur noch dafür sorgen, diese Dinge abzusichern. Du brauchst Versicherungen! Und zwar nicht zu knapp.

Lass dich da mal richtig beraten. Ein Versicherungsmakler wird dir ganz genau erklären, was du alles brauchst.

Nach dem Verkaufsgespräch wirst du erstaunt sein, dass du nicht längst als Invalide obdachlos in der Gosse gelandet bist. So unversichert, wie du bist.

Warte damit also nicht zu lange!

Tipp: Da du als Angestellter schon in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst, würde ich keine weiteren Rücklagen fürs Alter bilden.

Mit der gesetzlichen Rente solltest du im Idealfall später prima am Existenzminimum leben.

Investiere in Konsum

Bei vielen Menschen ist immer noch Geld übrig. Das würde ich in Konsum investieren. Am besten sind Abomodelle (Fixkosten!).

Falls du nicht weißt, was du kaufen sollst, lies und schau möglichst viel Werbung. So kommst du auf Ideen.

Was auch immer gut funktioniert: Ziellos auf Amazon surfen oder spontan zu IKEA gehen.

Gib jeden Monat alles Geld aus, das noch da ist. Beginne damit gleich am Monatsanfang.

Pro-Tipp: Kaufe eine große Tüte Reis auf Vorrat, so dass du zum Monatsende nicht unnötig Hunger leiden musst.

Übrigens, kein Geld zu haben, heißt nicht, dass dein Konto auf Null steht. Du hast erst dann kein Geld mehr, wenn dein Dispokredit voll ausgereizt ist.

Du wärest ja schön blöd, wenn du dieses geschenkte Geld von der Bank nicht annehmen würdest!

Wenn das nicht mehr reicht, bekommst du eventuell noch einen Konsumentenkredit. Den solltest du ganz klar in Anspruch nehmen, denn Verschuldung für Konsum lohnt sich.

Mit Krediten kannst du noch mehr Dinge kaufen, die dich glücklich machen.

Urlaub

Urlaub kann ich eigentlich nicht so richtig empfehlen, aber wenn du doch mal raus musst, lass dich nicht lumpen.

Erinnere dich, dass du deine Ansprüche immer weiter in die Höhe schrauben musst, um glücklich zu sein. Du kannst nicht jedes Jahr nach Thailand fliegen oder an die Ostsee fahren.

Was sollen die Kollegen denken, wenn du noch nie auf den Malediven warst?

Gönne dir dort ein gutes All-Inclusive-Hotel für 300 Euro pro Nacht. Nur so kannst du dich richtig erholen, um anschließend wieder elf Monate lang deinen Job zu ertragen.

Mach alles so wie die anderen

Wenn du meinen Rat befolgt hast, solltest du mittlerweile im finanziellen Hamsterrad stecken und ordentlich strampeln.

Wenn du trotzdem mal nicht weiter weißt, orientiere dich an anderen Menschen, die ebenfalls abhängig sind und bis zum Hals in Schulden stecken. Die wissen immer guten Rat.

Oder frage gute Freunde, die dir ein Leben in Abhängigkeit wirklich gönnen. Für diese investierst du schließlich auch in die ganzen Statussymbole.

Selbst wenn dir dein Haus, dein Auto oder die Malediven gar nicht mehr so gut gefallen: Du kannst sicher sein, dass sie andere Leute neidisch machen und das allein lohnt schon die Kosten.

Achtung: Du solltest auf keinen Blogs von solchen Lifestyle-Hippies, wie ich es einer bin, lesen. Auch Bücher wie „Der reichste Mann von Babylon“, „Denke und werde reich“ oder „Rich Dad, Poor Dad“ solltest du unbedingt meiden.

Dann kann nichts mehr schiefgehen.

Viel Erfolg!

Gastautor Patrick Hundt ist seit acht Jahren selbständig und arbeitet heute als Blogger und Buchautor.
 
Bei Healthy Habits schreibt er gemeinsam mit Jasmin Schindler über einen gesunden Lifestyle. Dazu gehört für ihn finanzielle Unabhängigkeit.
 
Nur so kann er sich die Freiheiten nehmen, die er für seine gesunden Gewohnheiten benötigt.

Bildquelle: Pixabay (bearbeitet), lizensiert unter CC0 1.0

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{ 18 Kommentare… add one }
  • Vladimir 9. April 2015, 10:16

    Sehr amüsant.
    Dankeschön 🙂

  • Daniel 9. April 2015, 17:47

    Echt cooler Artikel, in dem leider viel zu viel Wahres steckt! Vielen Dank, Patrick und Holger!

  • Nils 9. April 2015, 17:50

    Ok, dann fange ich gleich mal an! 😉

  • Jens 9. April 2015, 21:23

    Du solltest unbedingt auch noch Lotto spielen. Und dann darüber motzen das du nichts gewinnst. 🙂

  • Mia 9. April 2015, 23:06

    Ich glaube bei einigen meiner Kollegen würde es nicht ankommen, dass der Artikel Satire ist. Viele von ihnen arbeiten schon seit dem Abitur in unserer Firma, haben Haus gebaut, teuere Karre und Lebensversicherung und und und und hauen mich am Monatsende nach Geld an, obwohl sie mehr verdienen als ich, da ich nur Teilzeit angestellt bin. Wer denkt, dass Geld glücklich macht, soll in seinem Hamsterrad bleiben ….

  • Ben 9. April 2015, 23:25

    Leider wahr – was man nicht für ein scheiß von der Gesellschaft eingeredet bekommt. Gut ist, wenn man den Absprung schafft / geschafft hat! 😀

  • Jahn 10. April 2015, 10:57

    Hi Patrick,

    ein großartiger Artikel, den ich gerne meinen Freunden auf Facebook empfohlen haben.
    Ich habe oft das Gefühl gehabt, dass die meisten Leute mich nicht verstehen. Warum ich einen Großteil meines Geldes spare, in einer kleinen Wohnung wohne und ständig von der Verwirklichung meiner Träume spreche verwundert sie immer wieder…kein Wunder, weiß ich jetzt: Sie folgen alle voller Überzeugung deiner Anleitung.

    Viele Grüße
    Jahn

    • Patrick 10. April 2015, 17:27

      Hallo Jahn,

      ja, die Anleitung muss sich vorher schon rumgesprochen haben 😉

      Viele Grüße,
      Patrick

  • Patrick 10. April 2015, 11:45

    Schön, dass der Beitrag euch gefällt 🙂

  • Sebastian 10. April 2015, 14:46

    Richtig gute Tipps! 😀

  • Axel Walldorf 11. April 2015, 02:16

    Das nenne ich eine angemessene Portion Sarkasmus! 🙂
    Und dennoch gespickt mit vielen Wahrheiten! Bei der ein oder anderen Wahrheit habe ich mich auch selbst ertappt 😀

  • Cari 12. April 2015, 09:37

    Sorry Patrick, aber der Artikel ist echt stumpf und polemisch. Da hätte ich jetzt auf zendepot einen etwas spitzfindigeren Artikel erwartet, gerade mit der Waffe Satire.

  • Robert Curth 12. April 2015, 15:19

    Wie wahr Patrick.

    Manchmal möchte ich, besonders mir nahe Menschen, schütteln und Ihnen die Augen dafür öffenen, was sie sich gerade finanziell antun – und dann denke ich daran, dass ich vor nur wenigen Monaten noch genauso war..

    Einige Lektionen muss man wohl leider selber lernen – diese gehört wohl dazu.

  • Max 16. April 2015, 20:50

    Neuwagen haben auch den Vorteil, dass man damit immer zum Vertragshändler gehen muss, damit die Garantie nicht erlischt. Ausserdem will man einen Neuwagen unbedingt Vollkasko versichern.

    Ein weiteres verbotenes Buch ist „Early Retirement Extreme“ … Pfui!

  • Christina 19. April 2015, 14:24

    Köstlich! Vielen, vielen Dank!

  • Stefan 22. April 2015, 11:12

    Die Punkte erinnern mich ein wenig an das Buch „Investment-Punk“, welches ich sehr interessant gefunden habe.
    Auch er hat viele interessante Punkte, wofür man zu viel Geld ausgibt.

    Den Autor mag ich übrigens trotzdem nicht, weil sein Punker-Image wohl nur ein Marketing-Gag sein wird.

    Und zum Artikel:
    Einen Punkte sehe ich übrigens tatsächlich so: „Geld hat man erst verdient, wenn man es ausgegeben hat!“
    Wer nur ein Vermögen anhäufen will und gar kein Geld für seine Interessen ausgibt, der macht auch etwas falsch.
    Man sollte einen gesunden Mittelweg finden. Im Jetzt leben aber trotzdem an Später denken.

  • Butzi 25. April 2015, 11:05

    Wieso Satire? Das beschreibt fast punktegenau mein Lebensmotto.

    Was bringt mir das ganze Angespare, wenn ich blöderweise mit Mitte 40 in einer German Wings Maschine sitze oder ein Volldepp mich mit seinem Auto rammt?

    Derjenige, der frei ist von unnötigem Konsum, schmeisse die erste Nespresso-Kapsel nach mir.

    • Capri 6. Mai 2015, 11:30

      Genau, sehe ich ähnlich. Es gilt einen Mittelweg zu finden, und da darf zum Beispiel auch gerne ein teures Auto dabei sein. Eben alles was für ein persönlich das Leben lebenswert macht. Hauptsache man lebt nicht über seine Verhältnisse. Das ist die Grundsatz-Regel. Nicht mehr und nicht weniger.

      Was bringt mir ein dickes Konto, wenn ich dabei lebe wie ein Bettler. Das ergibt keinen Sinn.

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