
Das Jahr 2016 begann nicht wirklich rosig für Börsenanleger.
Konnte man ja überall lesen.
Der DAX ging auf Talfahrt und verlor in den ersten drei Wochen des Jahres gut 10 Prozent.
Damit war in kürzester Zeit die ganze Wertentwicklung des Jahres 2015 (9,6%) zunichte gemacht.
„So what?“, fragen sich erfahrene Passivanleger. Dass sich Aktienkurse nicht ständig linear nach oben bewegen, ist doch nun wirklich nichts Neues.
Trotzdem kann eine Kurskorrektur für ordentliche Verunsicherung sorgen. Nämlich bei all denen, die als Do-it-yourself-Anleger gerade erst ins Abenteuer Börse gestartet sind.
So schreibt mir mein Kursteilnehmer Felix:
Ich selbst bin ein Neueinsteiger was Investment an der Börse betrifft und habe mit deinem Online-Kurs diesen Schritt gemacht. Die ersten beiden Monate liefen dann hervorragend und ich habe nach 4 Wochen 10% Rendite gehabt. Dass das nicht so weitergehen könnte wusste ich ja.
Dennoch schlucke ich nun regelmäßig, wenn ich einen Blick auf die aktuelle Kursentwicklung wage. Sicherlich ist mein Depotwert in den letzten Wochen unter dem Anfangswert gerutscht und ich habe sozusagen verloren.
Obwohl ich weit davon entfernt bin irgendwas zu verkaufen, täte es gut ein paar aufmunternde Worte zur aktuellen Situation von Dir zu lesen.
Ich bin sicher, Felix steht nicht allein da mit seinen Sorgen. Deshalb komme ich seinem Wunsch nach ein paar aufmunternden Worten mit diesem Artikel gerne nach.
Was ist passiert?
Felix hat vor kurzem investiert und seine ersten ETF-Anteile gekauft. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich diesen Schritt damals als ich gestartet bin (Anfang 2009) ziemlich aufregend fand.
In kürzester Zeit hat Felix beide Gesichter der Börse kennengelernt: Zuerst schoss der Wert seines Depots katapultartig nach oben („10% in 4 Wochen“), um dann genauso schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren.
Noch schlimmer: Die Depotwerte fielen unter den Einstandspreis.
Für den langfristig agierenden Anleger ist der beim Kauf gezahlte Preis eines Wertpapiers keine sonderlich relevante Größe. Psychologisch betrachtet ist er jedoch eine wichtige Marke.
Denn am Einstandpreis machen insbesondere neu gestartete Anleger den Erfolg ihrer Investments fest. Solange sich das Depot in der Gewinnzone bewegt, darf man sich sicher sein, eine clevere Entscheidung getroffen zu haben.
Die Realität sieht natürlich anders aus. Es gibt keine Garantie für positive Kursentwicklungen und deshalb kann auch ein „Beginner-Depot“ schnell mal in die Verlustzone rutschen.
Solange keine ETF-Anteile verkauft werden, stehen sowohl Gewinne und Verluste allerdings nur auf dem Papier. Sie sind nicht „echt“, sondern nur Buchwertverluste bzw. -gewinne. Das sollte man nie vergessen.
Lupe versus Weitwinkel
Was siehst du auf diesem Google-Maps-Ausschnitt?
Wasser. Würde Google Maps nicht „Rhein“ ins Bild schreiben, wäre völlig unklar, ob der Kartenausschnitt das Meer zeigt, einen Fluss, ein Hafenbecken oder einen Baggersee.
Zoomen wir mal etwas raus:



