Über Sinn und Unsinn ethisch-ökologischer Geldanlagen

Du willst dein Geld gewinnbringend anlegen, dies aber mit gutem Gewissen tun?

Immer mehr Anleger wünschen sich neben einer ordentlichen Rendite auch Nachhaltigkeit sowie ethische Unbedenklichkeit für ihre Kapitalanlagen.

Sie möchten wissen, was mit ihrem Geld passiert, zumindest aber sichergehen, dass damit nichts moralisch Verwerfliches angestellt wird.

Wie lässt sich dieser Anspruch praktisch realisieren? Erreicht man mit seinen Investitionen wirklich den gewünschten Effekt? Wie sieht es mit dem „Greenwashing“ von Finanzprodukten aus?

Ein ziemlich komplexes Thema also. Daher möchte ich mit diesem Artikel einen Überblick über Möglichkeiten und Limitationen von nachhaltigen Geldanlagen geben.

Dies tue ich aus der Sicht eines Passivanlegers, der langfristig Vermögen bilden will. Im Mittelpunkt meiner Betrachtungen stehen dementsprechend indexbasierte Investments.

Grüne Banken und Produkte

Anleger können aus einem stetig größer werdenden Angebot aus grünen Banken und Anlageprodukten wählen.

Zu den Geldinstituten mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit gehören in Deutschland unter anderem die GLS Bank, die Umweltbank, die Ethik Bank und die Triodos Bank.

Diese Banken bieten sich für klassische Banking-Produkte wie Giro- und Tagesgeldkonten an und versprechen einen ökologischen und sozialverantwortlichen Umgang mit dem Geld ihrer Kunden.

Schaut man sich unter den diversen Anlageprodukten um, kommen als langfristige Renditebringer für das Depot grundsätzlich in Frage:

  1. Direkte Investitionen in Aktien und Anleihen ausgewählter Unternehmen
  2. Indirekte Investitionen in eine Vielzahl ausgewählter Unternehmen mittels offener Investmentfonds
  3. Beteiligungen an einzelnen Großprojekten (z.B. Bau und Betrieb eines Windrads) mittels geschlossener Fonds

Worin investieren?

Trotz der Konzentration auf Nachhaltigkeit und Ethik sollte man die wichtigsten Kriterien für gute Anlageentscheidungen nicht aus den Augen verlieren. Im Wesentlichen sind damit das Rendite-Risiko-Verhältnis und die Kosten gemeint.

Aus diesem Grund müssen Investitionen in Einzelaktien/-anleihen, aktiv gemanagte offene Fonds und auch geschlossene Fonds als Anlageoptionen ausscheiden.

Somit kommen auch die von den oben genannten Banken angebotenen Investmentfonds nicht in Frage, die ausschließlich aktiv gemanagt sind. Denn diese weisen eine inakzeptable Gesamtkostenquote von rund 2 Prozent pro Jahr und mehr auf, inklusive Vertriebsprovisionen für die Banken.

Die genannten Fonds sind zum einen viel weniger grün und nachhaltig als man meinen möchte und zum anderen schlicht und einfach zu teuer.

Auch für Anleger, die ethisch beziehungsweise nachhaltig investieren wollen, sind aus meiner Sicht kostengünstige Indexfonds (ETFs) das Produkt der Wahl. Diese sollten im Rahmen einer passiven Anlagestrategie eingesetzt werden.

Grün und passiv

Das bedeutet, dass man im ersten Schritt Ausschau nach Indizes halten muss, die unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit konstruiert sind. Im zweiten Schritt sucht man sich entsprechende ETFs aus, denen die gewünschten Nachhaltigkeitsindizes zugrunde liegen.

Was auf dem Papier nach einer einfachen Übung klingt, gestaltet sich in der Praxis eher schwierig. Denn sowohl die Auswahl an geeigneten Indizes als auch das dazugehörige Angebot an ETFs in diesem Segment ist (noch) äußerst dürftig.

Die größte Auswahl an „alternativen“ ETFs bietet zur Zeit der Marktführer Blackrock mit seinen iShares-Produkten. Mit ihnen lässt sich unter anderem in den 1999 eingeführten Dow Jones Sustainability Index (DJSI) investieren, der in verschiedenen Varianten berechnet wird.

Über die Zusammenstellung des DJSI entscheidet das Zürcher Unternehmen RobecoSAM. Es verfährt dabei nach dem sogenannten „Best in Class“ Ansatz.

Das bedeutet: Unternehmen verschiedener Sektoren werden auf bestimmte Nachhaltigkeitskriterien hin untersucht und nur die jeweils besten 10 Prozent aus den einzelnen Branchen ausgewählt.

Greenwashing?

Was darf man sich nun unter einem Nachhaltigkeitsindex wie dem Dow Jones Sustainability Index vorstellen? Windkraft, Solarenergie, ökologische Landwirtschaft, Fahrradhersteller?

Knapp daneben.

Enthalten sind unter anderem BMW und die Fluggesellschaft Air France-KLM. In den Top 10 der Fondspositionen des iShares DJSI-ETF (Dow Jones Eurozone Sustainability Screened, WKN: A0F5UG) befinden sich zudem der Mineralölkonzern Total, sowie die Chemieriesen Bayer und BASF.

Wie kommt nun ein Autohersteller, der unsere Innenstädte mit großräumigen SUVs beglückt und ein Mineralölkonzern in einen Nachhaltigkeitsindex?

Dies lässt sich auf den beschriebenen „Best-in-Class“ Ansatz zurückführen. Denn dieser führt mitnichten dazu, dass nur „nachhaltige“ Unternehmen berücksichtigt werden.

Es reicht, wenn ein Konzern nur weniger umweltschädlich agiert als die Mitbewerber in seiner Branche. Es werden keine Branchen grundsätzlich ausgeschlossen.

Ein weiterer Kritikpunkt am DJSI ist die Konzentration auf Großunternehmen, durch die kleinere und mittlere Unternehmen benachteiligt werden, selbst wenn sie besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen.

Überhaupt stellen sich bei der Bewertung von nachhaltigen Kapitalanlagen ein paar grundsätzliche Fragen …

Was ist nachhaltig?

Der von der Bundesregierung berufene Rat für nachhaltige Entwicklung erklärt:

„Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.“

Dagegen kann niemand etwas haben.

Schwierig wird es allerdings bei der Frage, wie diese Zielsetzung praktisch zu erreichen ist. Und ob sich durch die Auswahl von Anlageprodukten darauf im gewünschten Sinne Einfluss nehmen lässt.

Ökologie

Nehmen wir das Beispiel Energieversorgung. Ist allein der Verzicht auf Atomkraft schon nachhaltig? Genauer: möchte man Energieversorger in seinem Depot haben, die zwar atomfreien Strom produzieren, dafür aber in Kohlekraftwerke investieren?

Denn die Abschaltung von Atomkraftwerken führt in Deutschland paradoxerweise zu einem Ausbau von Kohlekraftwerken und damit zu einem Anstieg der CO2-Emissionen.

Und auch die im Namen des Klimaschutzes protegierten erneuerbaren Energien bewirken nicht nur Gutes. Ökologen und Naturschützer prangern beispielsweise Großprojekte im Bereich der Wasserkraft als häufig rücksichtslose Umweltzerstörung an.

Wie nachhaltig ist der sogenannte Biosprit? Während wir das Klima retten wollen, indem wir unsere überdimensionierten Autos mit Biokraftstoff betanken, verringert sich dadurch die Anbaufläche für Lebensmittel. Und dies bei 870 Millionen Menschen weltweit, die Hunger leiden.

Hunger tolerieren oder sogar verschlimmern im Namen des Klimaschutzes? Ist das ethisch? Womit wir beim nächsten Problem wären…

Ethik

Während bei Rüstung, Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen noch weitestgehend Einigkeit darüber herrscht, dass diese als unethisch zu betrachten sind, wird es bei Themen wie Pornografie oder Tierhaltung schon schwieriger.

Denn was als ethisch respektive unethisch gilt, hängt wesentlich von den Moralvorstellungen des Betrachters ab.

Während ein gläubiger Muslim womöglich bereits einen Pinup-Kalender als Pornografie einstuft, wird ein Veganer Tierhaltung in jeder Form ablehnend gegenüberstehen. Ein „eingefleischter“ Katholik wiederum hat womöglich mit dem Sonntagsbraten kein Problem, lehnt aber Produkte zur Geburtenkontrolle grundsätzlich ab.

Noch komplizierter wird es, wenn sich zu den ökologischen und ethischen noch politische und ideologische Motive wie beispielsweise Kritik an der Globalisierung hinzugesellen.

Es können sich wohl kaum alle Konstellationen von Wertvorstellungen sinnvoll durch Anlageprodukte, geschweige denn Indizes abbilden lassen.

[sc:INV ]

Die Quadratur des Kreises?

Bei all den Wünschen nach Nachhaltigkeit muss man sich natürlich auch die Frage stellen: woher kommt die Rendite?

Die Wahrheit ist: Kapitalismus bedeutet Wirtschaftswachstum. Dieses Wachstum ist die Grundlage für steigende Unternehmensgewinne, welche wiederum zu höheren Gewinnausschüttungen (Dividenden) und steigenden Kursen führen, von denen Anleger profitieren können.

Doch lässt sich Wachstum überhaupt mit der Vorstellung von Nachhaltigkeit in Einklang bringen? Oder handelt es sich dabei um die sprichwörtliche Quadratur des Kreises?

Bei unkritischer Betrachtung erscheint eine stetig wachsende Wirtschaft als wenig nachhaltig. Aber nur dann, wenn man den Verbrauch natürlicher Ressourcen mit dem Wirtschaftswachstum gleichsetzt.

Dabei handelt es sich allerdings um einen gedanklichen Kurzschluss, der die qualitative Veränderung der Wirtschaftsleistung weg von der Industrie- und hin zur Informationsgesellschaft unberücksichtigt lässt.

Es braucht also nicht unbedingt einen Wachstumsverzicht für eine bessere Welt. Trotzdem stellt sich die Frage, ob ein Boom von vermeintlich ökologisch-nachhaltigen Geldanlagen wirklich zu mehr Nachhaltigkeit im eigentlichen Sinne führen würde?

Jedenfalls nicht, wenn sich dahinter fragwürdige Staudammprojekte oder die Aholzung von Regenwald zugunsten von Biosprit verbirgt.

Was tun?

Die Situation ist vertrackt. Wer sein Geld anlegt, möchte eine möglichst gute Rendite erzielen. Insbesondere wenn man bereit ist, das Risiko von Aktieninvestments einzugehen.

Gleichzeitig will man durch sein finanzielles Engagement nicht auch noch Umweltzerstörung oder Hungersnot Vorschub leisten.

Wie soll man nun vorgehen?

Denn sowohl aktiv gemanagte Fonds als auch ETFs auf sogenannte Nachhaltigkeitsindizes enthalten nicht unbedingt das, was man von ihnen erwarten würde. Anders ausgedrückt: sie unterscheiden sich nicht grundlegend von „konventionellen“ Investmentfonds respektive ETFs.

Wer sichergehen will, dass er ausschließlich in Unternehmen investiert, die zu Hundert Prozent den eigenen Anforderungen an Nachhaltigkeit und moralischen Wertvorstellungen genügen, kommt am Kauf von einzelnen Aktien oder Anleihen kaum vorbei.

Dagegen spricht neben dem höheren Anlagerisiko allerdings auch ein unglaublich hoher Zeitaufwand, der bei diesem Vorgehen notwendig wäre.

Denn die Unternehmen müssten nicht nur hinsichtlich ihrer betriebswirtschaftlichen Kennzahlen regelmäßig begutachtet werden. Immer wieder müsste man auch nachsehen, ob die Unternehmenspolitik noch mit den einmal formulierten Ansprüchen an Nachhaltigkeit und Ethik im Einklang ist.

Hinsichtlich des Chancen-Risiko-Verhältnis fährt der Großteil der Anleger mit ETFs im Rahmen einer passiven Anlagestrategie einfach besser als mit Investitionen in einzelne Wertpapiere.

Ein pragmatischer Investmentansatz

Wer darauf Wert legt, dass seine Sichteinlagen – so wird das auf Giro- und Tagesgeldkonten eingezahlte Geld im Finanzjargon genannt – zur Finanzierung von nachhaltigen, meist regionalen Projekten verwendet wird, kann Kunde bei einer grünen Bank werden.

Mangels geeigneter Alternativen sollte die langfristige Vermögensbildung hingegen mit konventionellen ETFs gestaltet werden, die im Rahmen einer passiven Anlagestrategie bespart werden.

Verzichten sollte man auf Rohstoff-Investments jeglicher Art.

Zum einen vermeidet man dadurch die Beteiligung an irgendwelchen Spekulationsgeschäften, die Einfluss auf Nahrungsmittelpreise nehmen können. Zum anderen gibt es auch aus anlagestrategischer Sicht keinen vernünftigen Grund für die Investition in Rohstoffe.

Ein letzter Punkt zur Nachhaltigkeit: Nicht nur im Energiesektor, sondern auch bei der Geldanlage lassen sich Erfolge allein durch Senkung des Verbrauchs erzielen.

Neben der Renditeoptimierung spielt also auch die effziente „Ausgabendämmung“ eine wichtige Rolle für eine langfristige Vermögensbildung.

 
Wie stehst du zu alternativen Geldanlagen? Ist der Aspekt der Nachhaltigkeit für dich wichtig? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Bildquellen: „green“ von Matt MacGillivray (bearbeitet), lizensiert unter CC BY 2.0 / „Rain Forest“ von Jose Roberto V Moraes (bearbeitet), lizensiert unter CC BY 2.0

Dr. Holger Grethe
Hallo, ich bin Holger Grethe, ETF-Investor und Gründer von Zendepot! Seit 2013 unterstütze ich Privatanleger dabei, auf zeitsparende Weise Vermögen in Eigenregie aufzubauen. Mehr über mich und diese Website erfährst du hier.

Comments on this entry are closed.

  • Ägidius Apr 10, 2015 @ 11:45

    Beim Thema grüne, ethische oder wie auch immer motiviertes Investment in Aktien kommt ein Aspekt meiner Meinung immer zu kurz: Hat die Kaufentscheidung überhaupt einen nennenswerten Einfluss?
    Ein wesentliches Merkmal von Aktien ist ja gerade die Abkopplung des Eigentümers von unternehmerischer Verantwortung. Wer Aktien kauft „fördert“ ja nicht nicht die betreffenden Unternehmen, sondern anonyme Marktteilnehmer, deren Ziele, Werte, Ethik mit hoher Wahrscheinlichkeit von den eigenen abweichen.
    Auf die Unternehmen wirkt die eigene Anlageentscheidung nur sehr, sehr indirekt über den Einfluss der Nachfrage auf den aktuellen Aktienkurs und damit auf den Wert und das Prestige. Eine Konsequenz daraus wäre, z.B. ausschließlich in Neuemissionen zu investieren, die unmittelbar durch unternehmerische Schritte motiviert sind.

    • Daniel Jan 10, 2016 @ 18:08

      Naja und wenn das Unternehmen neue Aktien in den Markt gibt um Kapital zu generieren, haben sie dafür eine höhere oder geringere Grundlage, je nach dem ob die Aktie gefragt oder nicht gefragt ist. Da könnte man also auch was machen….sofern ich den Aktienmarkt richtig verstanden habe, da stehe ich noch sehr am Anfang.

  • Henning Mrz 23, 2015 @ 9:52

    Hallo Holger, ich habe neulich auf Kundenwunsch zur nachhaltigen Geldanlage auch einmal das Thema nachhaltige Indexfonds auf die Tagesordnung genommen. Auch bei anderen Anbietern als iShares komme ich zum gleichen Ergebnis wie Du: alles nur best-in-class beziehungsweise best-in-index ausgewählte Teilindizes. Damit kann ich nicht einmal mehr überprüfen, ob das kleine Einmaleins der Portfolioerstellung gewährleistet ist.

    Und wenn man mal einen Index findet wie den Global Challenges und sogar feststellt, dass es dazu einen „Indexfonds“ gibt – gibt es halt doch keinen Indexfonds, weil mind. 1,9% Gebühren verlangt werden…

    Wer Nachhaltigkeit will, MUSS Fondsmanager und Ratingagenturen bezahlen, daran führt zunächst kein Weg vorbei.

    • Holger Grethe Mrz 23, 2015 @ 19:06

      „Wer Nachhaltigkeit will, MUSS Fondsmanager und Ratingagenturen bezahlen, daran führt zunächst kein Weg vorbei.“

      Bekommt man dann wirklich das Gewünschte für sein Geld?

    • Henning Mrz 24, 2015 @ 8:04

      Grundsätzlich ja! Es sei denn, man definiert das „Gewünschte“ so krass, dass von einer Beteiligung am kapitalistischen Wirtschaftssystem sowieso abzuraten ist! : )

  • Christiane Mrz 22, 2015 @ 18:45

    Eine weitere Anlage, die m.E. nachhaltig ist, ist ein aufgestockter Anteil in einer oder mehreren Wohnungsgenossenschaften. Meine ist erstaunlich gut verzinst und stabil durch alle aufs und abs an der Börse

  • Julie Mrz 15, 2015 @ 19:56

    Top, danke. Das erspart Zeit und gibt ehrlichen Rat. Schön.

  • Susanne Feb 21, 2015 @ 16:40

    Hallo Holger,
    vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Auch ich sitze zwischen 2 „Stühlen“, dem Anspruch nachhaltig, ökologisch, nicht in Atomkraft, keine Rüstung, …. zu investieren und auf der anderen Seite aber auch das Geld erhaltend und wertsteigernd anzulegen. Dein Artikel hat mir geholfen, das alles auch von einer anderen Seite zu sehen. Ich denke, jeder kann in seinem privaten Umfeld einiges tun. So beziehe ich grünen Strom vom EWS Schönau. Ich überlege mir, wann nehme ich das Auto und wann nicht. Ich denke, man braucht gar nicht so weit schauen und suchen, sondern fängt ganz klein an. Muss alles verpackt sein, was ich kaufe? Wo kaufe ich ein? Bauer-Markt-regional? Wo gehe ich in den Urlaub hin, muss ich ständig fliegen? Müssen Billigflüge wirklich sein? Kann ich das Auto stehen lassen und das Fahrrad nehmen. Ich habe außerdem eine SOS-Patenschaft. So können wir mit kleinen Sachen in der Summe großes bewirken.

  • Arno Jan 31, 2015 @ 18:59

    Hallo Holger,

    ich finde den Artikel sehr gut. Ich stehe auch gerade vor der Entscheidung, kaufe ich „ökologisch/soziale“ Fonds meiner Triodos Bank mit aus meiner Sicht extrem hohen Kosten oder investiere ich passiv in ETFs die deutlich günstiger sind. Mit dieser Fragestellung bin ich bei dir gelandet. Was mir nicht ganz klar ist warum präferierst du „konventionellen ETFs “ ggü. ETFs mit Best-in-Class Ansätzen?

    Mir ist schon klar, dass Best in Class nicht das gelbe vom Ei ist, aber ist es nicht etwas besser als „konventionell“?

    • Holger Grethe Jan 31, 2015 @ 21:39

      Hallo Arno,

      „Mir ist schon klar, dass Best in Class nicht das gelbe vom Ei ist, aber ist es nicht etwas besser als “konventionell”?“

      „Besser“ inwiefern? Dass man sein Gewissen beruhigen kann, weil die SUVs von BMW unter Best-in-Class-Gesichtspunkten ökologisch wertvoller sind als die von Daimler oder anderen Herstellern? ;-)

      Ich suche eher nach optimaler Risikostreuung und möchte daher in den gesamten Markt investieren. Das gelingt mit großen, marktbreiten Indizes imho besser als mit „Nachhaltigkeitsindizes“, die unter Gesichtspunkten kreiert werden, die mir nicht nachvollziehbar sind.

  • Frank Aug 15, 2014 @ 12:05

    Danke für den sehr informativen Artikel!
    Ich kann grundsätzlich vielen Vorrednern zustimmen: Die perfekte Lösung gibt es nicht und schon bei der Definition von Nachhaltigkeit herrscht schnell das große Durcheinander. “Best-in-Class” alleine sehe ich sehr kritisch, auch wenn damit immerhin gewisse Minimalkriterien berücksichtigt werden dürften.

    Ich persönlich investiere neben einer genossenschaftlichen Beteiligung (wohl am ehesten der Königsweg einer ethisch-nachhaltigen Anlage) vor allem in Einzelaktien und wende dabei zunächst Ausschlusskriterien an, die mir persönlich wichtig sind (Nahrungsmittelspekulation, Waffen, Atomkraft, Tabak, Glücksspiel, harte Alkoholika, Pornografie). Darüber hinaus investiere ich z. B. auch nicht bei einem systematischen Missbrauch übermäßiger Marktmacht. Zu meinen festen Ausschlusskriterien kommt also immer noch eine möglichst ganzheitliche Bewertung des einzelnen Unternehmens.

    Zugegeben: Das ist sehr zeitintensiv und auch nie ganz perfekt umzusetzen (schon gar nicht als Kleinanleger), zumal es Grenzfälle gibt, wo letztlich nur noch das Gefühl entscheidet. Und die Welt rette ich damit auch nicht gleich. Aber es ist mir dennoch wichtig, dass sich meine persönlichen Werte auch bei der Geldanlage widerspiegeln, das kann ich persönlich nicht einfach trennen. Deshalb versuche ich, zumindest nicht direkt auf Kosten anderer (Krieg, Sucht, elementare Verletzung der Menschenwürde, …) Erfolg zu haben.

    Passives Investment mit ethischen Kriterien ist dagegen wirklich noch recht schwer umzusetzen. Die momentan beste Lösung scheint mir der MSCI World Socially Responsible Index mit einer Kombination aus Best-in-Class und festen Ausschlusskriterien zu sein (siehe http://www.msci.com/resources/factsheets/index_fact_sheet/msci-world-sri-index.pdf). Die UBS bietet hierauf auch ETFs an.

    • Holger Grethe Aug 15, 2014 @ 15:02

      Hallo Frank,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Du hast deinen Standpunkt und die Konsequenzen deiner Vorgehensweise sehr differenziert beschrieben, wie ich finde.

      Wie im Artikel ausgeführt, sind die Kriterien in Sachen Nachhaltigkeit sehr schwammig und jeder Anleger setzt hier andere Prioritäten. Im MSCI World Socially Responsible Index ist z.B. unter anderem McDonalds vertreten…wie nachhaltig ist die Rinderviehzucht zur massenhaften Herstellung von Burgerbuletten? Und das sage ich als Fleischesser (genauer gesagt: Flexitarier) ;-)

  • Fabian Jul 6, 2014 @ 10:29

    Ich teile die Zweifel an den bestehenden Möglichkeiten zur ethischen Geldanlage. Ich habe auch den Eindruck dabei je nach persönlicher Wertelage bestenfalls das geringere Übel zu wählen, nicht jedoch eine überzeugte meinen Bedürfnissen gerechtwerdende Anlage wählen zu können.

    Natürlich beantwortet das nicht die viel interessantere Frage, wie eine Lösung für dieses Problem aussehen könnte. Ich denke, die meisten von uns wollen Rendite gegen andere Faktoren der Anlage abwägen. Irgendwo hat jeder seine (sich durchaus mit der Zeit wandelnden) Schwellen welche Renditehöhe welche Art möglicherweise negativer Einflussnahme auf seine Mitwelt rechtfertigt. Ich halte es also für sehr wichtig, dass Wort ethisch für sich persönlich auszufüllen und sich nicht mit einer unspezifischen Definition zu begnügen.

    Ich kann selbst keine Empfehlungen für eine dies berücksichtigende Anlagestrategie geben, möchte mich und andere mit diesem Beitrag aber anregen, dieses Thema beim Anlegen, wie in allen anderen Lebensbereichen nicht aus den Augen zu verlieren, bloß weil man es bei den ersten Versuchen nicht zufriedenstellend lösen konnte.

  • Harald Mai 18, 2014 @ 12:39

    Hallo,
    ich suchte solch eine Seite wie Deinige. Jemand, der Klartext spricht über die Branche der ökologisch-ethischen Anlagen.

    Ich selbst habe bei solch einem umweltfreundlichen Unternehmen gearbeitet und konnte nicht glauben, was ich dort erlebte:

    Dieses Unternehmen ist im Marketing- und Akquisebereich sehr gut aufgestellt. Es wirbt über Mailings, Telefonate, Internetauftritte und Werbung jeden Tag mehrere Zehntausend Euros von Privatanlegern ein. Diese wollen ein Teil ihres Geldes „sauber“ anlegen. Ein großer Teil wird tatsächlich in Erneuerbare Energien angelegt.

    Leider hat diese Firma nur Wissen und Erfahrung bei Marketing und dem Stricken von Finanzprodukten. Hinsichtlich der eingekauften Anlagen, respektive der Technik, des Betriebes, guter Verträge und valide Betriebszahlen für die Kalkulation gibt es wenig Erfahrung und schon keine Ingenieure oder Techniker.

    Diese Zahlen werden von den Herstellern der Anlagen und/oder dem Projektentwickler geliefert (die beide nur dann richtig verdienen, wenn das Projekt realisiert wird).

    Der eine Chef hat neben einem regulären PKW ein Sportauto, investiert in Gastronomie und Kunst, kommt irgendwann zwischen 9:30-12 Uhr ins Büro, schläft dort Hin und Wieder schnarchend ein und geht zwischen 18-19 Uhr wieder, wenn nebenbei die Bestellungen für die Gastronomie noch getätigt wurden.

    Sein Abteilungsleiter verdient knapp 100 T€ per Anno, beide sind freiberuflich beratend tätig. Sollte also etwas schief laufen, wer ist da nun verantwortlich? Das wissen die Anleger nicht.

    Ob nun am Ende auch für die Anleger eine Rendite übrig bleibt, ist nicht sicher! Darauf wird keine Garantie/Sicherheit gegeben. Es wird – immerhin – darauf hingewiesen, dass Totalverlust der Einlage droht.

    Frage: Würden Sie einige Tausend bis mehrere Zehntausend Euros einer Privatperson bzw. Privatfirma geben und das Risiko eingehen, nichts mehr zu bekommen?

    Tatsächlich machen das viele Leute und lassen sich „einfangen“ durch geschulte Berater. Sicher bei solchen Geschäftsmodellen ist nur eines (und das ohne Polemik oder Übertreibung): Das Geldverdienen ist einfach und Ihre Geldanlage eine soziale Tat, denn es werden gute Arbeitsplätze geschaffen (was allerdings nicht das Ziel der Anleger ist und war)!

    Vor solchen Geldanlagen warnen die Verbraucherschutzorganisation Deutschland und jüngst Ökotest. Aussage: Meist werden die attraktiven Renditeversprechungen (und mehr ist es nicht) nicht eingehalten, manchmal sogar komplett verfehlt.

    Fazit: Ich kann nur abraten von geschlossenen Fonds und ähnlichen Geschäftsmodellen. Legen Sie ihr Geld bei einer entsprechenden Bank mit guter Referenz an, werden Sie Genossenschaftsmitglied bei einer solchen Bank oder beteiligen Sie sich direkt bei Bürgerenergieprojekte.

    Und wenn Sie doch Geld bereits bei solchen Firmen angelegt haben oder gerade dabei sind: Lassen Sie sich die Referenzen zeigen, die Perfomance der Anlagen, die Renditeausschüttungen real der letzten Jahre (nicht die Prognose) und fragen Sie nach dem Organigramm der Firma, den Verantwortlichkeiten, den Kompetenzen der Mitarbeiter und der Betriebsorganisation der EE-Anlagen.

    Schauen Sie sich die Firma und die Anlagen an! Prüfen Sie die Ausstiegsklausel. Schließlich geht es um ihr Erspartes!

    • Robin Good Mai 21, 2014 @ 17:22

      Hallo Harald,
      neben den sehr interessanten Kommentaren endlich ein Bericht aus dem “Inneren” der Branche. Danke für Deine Offenheit.

      Ich verstehe Privatanleger nicht, die Ihr Geld solchen Firmen oder gar Privatleuten anvertrauen. Es gibt viele praktische Alternativen:
      1) Beteiligung vor Ort in einer Fotovoltaik-, Wasserkraft-, Bioenergie- oder Windkraftanlage, einem Nahwärmenetz, in einer Bürgerinitiative oder Bürgerenergiegenossenschaft. Dort ist das Geld “zum Greifen” nahe und viel transparenter angelegt, als bei irgendwelchen Firmen.

      2) Sein Geld investieren in stromparende Hausgeräte, einer neuen Heizung, Wärmedämmung und/oder neue Fenster, ein Elektro-PKW, LED-Beleuchtung usw. So arbeitet das eigene Geld ortsnahe durch Ersparnisse im Betrieb in “grüne Technologien”…eine bessere Garantie für eine – wenn auch kleine – Rendite gibt es nicht. Und: Das ist direkt vor Ort sichtbar, klasse und indirekt auch eine Förderung der Erneuerbaren Energien: Denn mit Strom- bzw. Wärmeeinsparung steigt der erneuerbare Anteil am deutschen Gesamtverbrauch auch sehr schnell. Und dieses Potenzial ist noch kaum gehoben.

      3) Lebenswandel umstellen und umweltfreundlicher leben mit Konusm von Biolebensmitteln, umweltfreundliche Mobilität und Reisen, Stiftungen unterstützten etc. Hier gibt es zwar keine Rendite – aber ein ziemlich sauberes Gewissen.

    • Bettina Okt 24, 2015 @ 23:56

      Hmmmmmmmmmmm, ein bisschen polemisch, oder?

      „kommt zwischen 9 und 12, schläft schnarchend ein, investiert in Kunst und Gastronomie………..“
      und was heißt das jetzt? Kunst und Gastronomie per se schlecht und unökologisch?
      weil diese Person so ist, sind prinzipiell alle „grünen“ Unternehmen so?
      man kann doch nicht von einem auf alle schließen, denn so hört es sich bei diesem Kommentar irgendwie an

  • Henning Jan 23, 2014 @ 11:35

    Weiter oben steht es ja schon: „Die reine Lehre gibt es nicht.“ Völlig richtig. Abseits von best-in-class gibt es indes Ansätze und Lösungen, die sich meiner Meinung nach auf den richtigen Weg machen. Und wie war das noch? Tausend Meilen beginnen mit einem ersten Schritt. Darüber ist der nachhaltige Anlagemarkt schon ein Stück hinaus. : )

    Ansonsten: Wer auf Beratung verzichten kann und mag, sollte die Entwicklung nachhaltiger Indexfonds abwarten (ich suche gerade einen Anbieter von Nettotarifen (ja, Versicherungsmantel) mit nachhaltigen ETF. Bisher keinen gefunden…). Und – Prokon, seit Jahren unter Verdacht und nun insolvent, lässt grüßen – die Finger vom grauen Kapitalmarkt lassen.

    • Holger Grethe Jan 23, 2014 @ 22:24

      Ich bezweifle, dass es jemals wirklich „nachhaltige“ Indexfonds geben wird. Was einfach daran liegt, dass der Begriff der Nachhaltigkeit in Bezug auf Kapitalanlagen ähnlich präzise ist wie die Charakterisierung eines Menschen mit „nett“…

      Bin erst gestern auf folgenden Tweet gestoßen:

  • Gerhard Jan 19, 2014 @ 11:25

    Hallo Holger,

    danke für diesen aufschlussreichen Beitrag, dem ich nur zustimmen kann!

    Dazu vielleicht noch folgende Ergänzungen:

    1. Der passive Ansatz ist in meinen Augen bereits ein Beitrag zu einem nachhaltigen Investment. Schließlich verweigere ich doch gerade damit dem hektischen Hin und Her an den Märkten, dem unnötigen Aufblähen von Kosten, dem unproduktiven Agieren aller Beteiligten, …

    2. Es ist ein Trugschluss zu glauben, man könne die Welt dadurch retten, dass man grundsätzlich in all seinen Handlungen seine momentanen Wertvorstellungen kompromisslos zur Anwendung bringt. Das gelingt weder in der Politik, noch beim Investieren!
    Niemand verbietet es uns neben dem „passiv-konventionellen“ Investieren zusätzlich durch politisches Engagement und/oder zielgerichtete Spenden für das was uns umtreibt einzusetzen.
    Ich plädiere hier eher für eine getrennte Vorgehensweise!

    3. „Gut gemeint, ist zumeist das Gegenteil von gut gemacht!“
    Dieser Spruch stammt zwar nicht von mir, passt aber meiner Meinung nach bei dem hier besprochenen Thema exakt!

    4. Und zuletzt: Welchen Dienst erweisen Firmen wie „Prokon“ u.a. den Themen „Nachhaltigkeit“, „ökologischer Energiegewinnung“ und „Vermögens Aufbau“?

    • Holger Grethe Jan 19, 2014 @ 20:34

      Hallo Gerhard,

      volle Zustimmung für alle deine Punkte! Besonders gut gefällt mir dieser Satz:
      „Es ist ein Trugschluss zu glauben, man könne die Welt dadurch retten, dass man grundsätzlich in all seinen Handlungen seine momentanen Wertvorstellungen kompromisslos zur Anwendung bringt.“

      Der Punkt ist, dass sich Wertvorstellungen wandeln können. Momentan ist die „Nachhaltigkeit“ das Gebot der Stunde. Insbesondere dem CO2-Ausstoß müssen wir mit deutscher Gründlichkeit zu Leibe rücken. Vielleicht erinnert sich noch jemand an das große „Waldsterben“ in den 80igern? ;-)

  • Andi P. Aug 30, 2013 @ 12:30

    Hallo Holger,

    danke und Kompliment für den höchstinteressanten Artikel. Ich habe kürzlich einen kleineren Betrag in ein regionales Photovoltaik-Kraftwerk investiert. In Österreich ist diese Form der Bürgerbeteiligung leider finanzrechtlich noch nicht sehr ausgereift und wird von der Finanzmarktaufsicht boykottiert. Ich halte aber solche direkte Beteiligungsmodelle (ich ‚kenne‘ meine PV-Module ‚persönlich‘) für sinnvoll. Man agiert unter Bekannten und kurbelt die lokale Wirtschaft an.

    Was ich als Finanzierungs-Laie überhaupt nicht verstehe: Das Wirtschaftswachstum ist doch (auch) eine wesentliche Folge der Inflation, oder umgekehrt? Wenn die Preise (Umsätze) steigen, steigen die Löhne, steigen die Löhne, steigen die Preise… – natürlich spielen die Rohstoffpreise auch eine tragende Rolle je nach Nachfrage (Lohnniveau=Konsumentenvertrauen?). Ist das nicht eine unnötige Hochschrauberei?

    • Holger Grethe Aug 30, 2013 @ 12:50

      Hallo Andi,

      danke für deinen Kommentar. Was den Zusammenhang zwischen Inflation und Wirtschaftswachstum anbelangt, findest du hier sehr anschauliche Informationen.

  • Dummerchen Aug 30, 2013 @ 11:58

    Ein großes Lob an Dich, Holger. Mir gefällt der Artikel sehr gut. Sehr ausgewogen und detailliert recherchiert. In der aktuellen Finanztest findet sich ja auch ein Artikel zum Thema Sparangebote, der im Vergleich doch arg an der Oberfläche bleibt. Dort wurde noch auf die „ProCredit Bank“ und „pbb direkt“ hingewiesen, die bei der Kreditvergabe auf besondere Kriterien achten und aktuell wohl noch ganz gute Sparangebote anbieten.

    • Holger Grethe Aug 30, 2013 @ 12:40

      Danke für das Lob. :-)

    • Jogi Aug 31, 2013 @ 11:45

      Hallo Dummerchen und Holger,
      danke für Eure Meinungen. Ihr habt recht, dass man zu dem Thema nicht pauschalisieren soll. Mein Denkfehler muss noch etwas korrigiert werden.
      Ich verzichte auch Large-Caps-ETFs nicht.
      Zu MTU Aero als Triebwerkenhersteller sehe ich in meinen Augen noch „grün“ ;). Die IT-Giganten stufe ich schon als problematik in Bezug auf Ethik seit dem letzten Skandal ein, wegen ihre Persistenz und Untransparenz.
      Nichtdestotrotz, basiert auf einem Spruch „Geld ist Macht“ und auf meiner Betrachtung, dass viele größere Konzerne ziemlich persistenz gegen eine Kritik ist, lege ich das Geld nicht nur in Large-Caps-ETFs an, sondern beigemischt mit Small-Caps-ETF.
      Was gut ist, jede kann sich selbst entscheiden wie viel Prozent soll der Anteil sein, am Ende muss es nicht zu viel Kosten verursachen und das Rendite-Risiko-Verhältnis stimmt;)

  • Jogi Aug 29, 2013 @ 22:26

    Vielen Dank Holger für deine Recherche. Ich stimme völlig zu, dass Ethik und Ökologie ist immer relativ zu betrachten.
    Wenn ich so richtig verstehe, wenn man die Aspekte wie Nachhaltigkeit, Ökologie, Ethik, Rendite-Risiko-Verhältnis und die Kosten im Gleichgewicht behalten will, dann ist ein breit gestreuter ETFs der richtige Wahl, oder?

    Im moment habe ich so einen Eindruck, ein small-cap ETF ist besser als large-cap ETF im Bezug auf ethisch-ökologischer Geldanlagen. Das Geld in einem large-cap ETF fließt meisten an die größten Unternehmen, die unsere Umwelt ausbeuten. Was meint Ihr dazu?
    Noch als Alternative wäre meiner Meinung nach eine Investition in Bildung. Zum Beispiel ein Kredit an die Studenten oder junge Leute in der Familienkreis geben. Natürlich sollte man keine höhe Zinsen/Rendite verlangen. Aber man kriegt stattdessen vielleicht eine Anerkennung und ein Gefühl dass man einen Beitrag leistet. Das ist auf jeden Fall ein ethisch und ökologischer Geldanlagen :)

    • Dummerchen Aug 30, 2013 @ 11:49

      Hallo Jogi,
      ich bin mir nicht sicher, ob small-caps wirklich „besser“ wären als large-caps.

      * Unter ethisch-ökologischen Gesichtspunkten habe ich mal einen Blick auf die Schwergewichte des MSCI USA Small Cap und MSCI Europe Small Cap geworfen und mir sind ad hoc MTU Aero Engines (Triebwerken für die zivile und militärische Luftfahrt) und Tesoro (Raffineriekonzern, Förderung und Vermarktung von Petroleum) ins Auge gesprungen. Ich denke, die Größe eines Unternehmens ist kein Hinweis darauf, ob es selbst (oder seine Produkte) die Umwelt ausbeutet. Ich habe mich zugegebenermaßen nicht im Detail informiert und bin mir daher über die Ethik einzelner Schwergewichte nicht sicher, aber würdest Du die Schwergewichte IBM, Google oder AT&T als problematischer einstufen als die o.g. Small-Caps?

      * Für einen Passivinvestor stufe ich einen Verzicht auf Large-Caps zugunsten von Small-Caps als sehr gewagt ein. Die Volatilität von Small-Caps ist deutlich höher und mir persönlich wäre mehr als eine Beimischung in meinem Depot zu riskant.

      Deine Idee gezielt in Bildung (eigene oder innerhalb der Familie) zu investieren, halte ich für sehr gut. Ich denke, es gibt keine Anlage, die sich langfristig mehr lohnt. Selbst wenn die unmittelbare Rendite eher gering ist, so stärkt dies die Familienbande und kann sich zudem bezahlt machen. (Wer z.B. mal einen Umzug mit einem Haufen arbeitswilliger Studenten gemacht hat, weiss, dass diese einen teuren Möbelpacker locker übertrumpfen.)

    • Holger Grethe Aug 30, 2013 @ 12:38

      Die Idee mit der Bildungsfinanzierung gefällt mir auch sehr gut. Da muss man sich wirklich keine Sorgen hinsichtlich Ethik und Nachhaltigkeit machen.

      Was die Unternehmensgröße anbelangt, würde ich – wie von Dummerchen schon angesprochen – nicht dahingehend pauschalisieren, dass die großen Konzerne (Large Caps) die Bösewichter sind und kleineren Unternehmen (Small Caps) alle eine weiße Weste haben.

  • Dani Aug 29, 2013 @ 17:25

    Rentabel wäre ein Tagesgeldkonto bei einer grünen bank leider so gar nicht: 0,3-0,75% Zinsen…Das würde bedeuten, man investiert nicht in nachhaltige Projekte, sondern man zahlt dafür…? Oder? :-)

    • Holger Grethe Aug 29, 2013 @ 21:06

      Da sagst du was, Dani! ;-)

      Jeder muss wohl für sich selbst entscheiden, wie öko-bio-nachhaltig er leben will. Die Umsetzung der reinen Lehre erscheint mir dabei jedenfalls kaum praktikabel.

      Ob der freiwillige Verzicht auf Zinsen und Rendite der richtige Ansatz ist bzw. einen Unterschied macht, ist eine mehr als berechtigte Frage…

  • Roman Aug 29, 2013 @ 12:18

    Danke fuer den Artikel! Ein „Augenoeffner“!
    „…Senkung des Verbrauchs…“ ist die Zukunft und ich bin froh, dass Du das am Ende noch angemerkt hast!

    • Holger Grethe Aug 29, 2013 @ 20:58

      Ja, insgesamt mit weniger (Konsum) auszukommen, kann nicht schaden…

  • Philipp Bochmann Aug 29, 2013 @ 9:56

    Danke für die interessanten Einblicke. Vor allem die Anmerkung zu Rohstoff-Investments habe ich so noch nicht betrachtet, wie es im verlinkten Artikel geschildert ist.

    • Holger Grethe Aug 29, 2013 @ 9:59

      Wer auf Rohstoffe im Depot verzichtet, verpasst wirklich nichts.

  • Paul Aug 29, 2013 @ 9:19

    Hallo Holger,

    vielen Dank für die knapp 20 Stunden Arbeit für diesen Weblog-Beitrag. Ich werde ihn bestimmt öfters lesen und auch wie gewünscht weiterleiten ;-)

    MfG,
    Paul