Aufmunternde Worte in schlechten Börsenzeiten

Aufmunternde Worte in schlechten Börsenzeiten

Das Jahr 2016 begann nicht wirklich rosig für Börsenanleger.

Konnte man ja überall lesen.

Der DAX ging auf Talfahrt und verlor in den ersten drei Wochen des Jahres gut 10 Prozent.

Damit war in kürzester Zeit die ganze Wertentwicklung des Jahres 2015 (9,6%) zunichte gemacht.

“So what?”, fragen sich erfahrene Passivanleger. Dass sich Aktienkurse nicht ständig linear nach oben bewegen, ist doch nun wirklich nichts Neues.

Trotzdem kann eine Kurskorrektur für ordentliche Verunsicherung sorgen. Nämlich bei all denen, die als Do-it-yourself-Anleger gerade erst ins Abenteuer Börse gestartet sind.

So schreibt mir mein Kursteilnehmer Felix:

Ich selbst bin ein Neueinsteiger was Investment an der Börse betrifft und habe mit deinem Online-Kurs diesen Schritt gemacht. Die ersten beiden Monate liefen dann hervorragend und ich habe nach 4 Wochen 10% Rendite gehabt. Dass das nicht so weitergehen könnte wusste ich ja.

Dennoch schlucke ich nun regelmäßig, wenn ich einen Blick auf die aktuelle Kursentwicklung wage. Sicherlich ist mein Depotwert in den letzten Wochen unter dem Anfangswert gerutscht und ich habe sozusagen verloren.

Obwohl ich weit davon entfernt bin irgendwas zu verkaufen, täte es gut ein paar aufmunternde Worte zur aktuellen Situation von Dir zu lesen.

Ich bin sicher, Felix steht nicht allein da mit seinen Sorgen. Deshalb komme ich seinem Wunsch nach ein paar aufmunternden Worten mit diesem Artikel gerne nach.

Was ist passiert?

Felix hat vor kurzem investiert und seine ersten ETF-Anteile gekauft. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich diesen Schritt damals als ich gestartet bin (Anfang 2009) ziemlich aufregend fand.

In kürzester Zeit hat Felix beide Gesichter der Börse kennengelernt: Zuerst schoss der Wert seines Depots katapultartig nach oben (“10% in 4 Wochen”), um dann genauso schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren.

Noch schlimmer: Die Depotwerte fielen unter den Einstandspreis.

Für den langfristig agierenden Anleger ist der beim Kauf gezahlte Preis eines Wertpapiers keine sonderlich relevante Größe. Psychologisch betrachtet ist er jedoch eine wichtige Marke.

Denn am Einstandpreis machen insbesondere neu gestartete Anleger den Erfolg ihrer Investments fest. Solange sich das Depot in der Gewinnzone bewegt, darf man sich sicher sein, eine clevere Entscheidung getroffen zu haben.

Die Realität sieht natürlich anders aus. Es gibt keine Garantie für positive Kursentwicklungen und deshalb kann auch ein “Beginner-Depot” schnell mal in die Verlustzone rutschen.

Solange keine ETF-Anteile verkauft werden, stehen sowohl Gewinne und Verluste allerdings nur auf dem Papier. Sie sind nicht “echt”, sondern nur Buchwertverluste bzw. -gewinne. Das sollte man nie vergessen.

Lupe versus Weitwinkel

Was siehst du auf diesem Google-Maps-Ausschnitt?

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Wasser. Würde Google Maps nicht “Rhein” ins Bild schreiben, wäre völlig unklar, ob der Kartenausschnitt das Meer zeigt, einen Fluss, ein Hafenbecken oder einen Baggersee.

Zoomen wir mal etwas raus:

Google Maps

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Nun wird klar, auf welcher Höhe des Rheins wir uns befinden. Dank der charakteristischen Biegung, dem Rheinknie, wissen wir, durch welche Stadt der Fluss fließt: Düsseldorf. Meine Wahlheimat.

Wie aber sieht der weitere Weg aus, den der Rhein hinter Düsseldorf nimmt? Drehen wir den Zoom noch ein gutes Stück raus:

Google Maps

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Erst jetzt erkennen wir das “Big Picture”. Der Rhein schlängelt sich auf seinem Weg durch Deutschland, gabelt sich hinter der Grenze und strömt schließlich über mehrere Mündungsarme in den Niederlanden in die Nordsee.

Was sagt uns das?

Wenn wir auf den Aktienmarkt blicken, ist die Zeit unser Zoom. Hier gilt: Je kürzer der Betrachtungszeitraum ist, je näher wir also am Geschehen sind, desto weniger Orientierung bietet uns der Kursverlauf.

Sehen wir uns einmal die Wertentwicklung des DAX für einen Zeitraum von 4 Tagen (hier: 19.-22. Januar 2016) an:

DAX 4 Tage

Es geht runter und wieder rauf. Aber was bedeutet das?

Mal sehen, wie sich das Ganze innerhalb eines Monats verhält:

DAX 1 Monat

Nicht so toll. Der Kurs scheint stetig zu fallen … Und wie sieht es bei einem Zeitraum von einem Jahr aus?

DAX 1 Jahr

Hmm, so langsam könnte man sich Sorgen machen. Es geht mal rauf, mal runter. Aber ein richtiger Trend lässt sich übers Jahr gesehen kaum erkennen. Und wenn, dann zeigt er tendenziell nach unten. Von wegen Renditewunder Börse …

Moment mal! Schaut man sich die letzten 5 Jahre an, sieht die Geschichte auf einmal ganz anders aus:

DAX 5 Jahre

Denn im Grunde geht es eigentlich stetig bergauf. Mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass der Januar 2016 etwas schlechter abschneidet als der Januar 2015.

Blicken wir also noch weiter zurück:

DAX 25 Jahre

Erst die Entwicklung der letzten 25 Jahre zeigt es ganz deutlich. Der Trend kennt langfristig nur eine Richtung: nach oben!

Man kann also doch Vermögen an der Börse aufbauen. Wenn man nur lang genug investiert bleibt und nicht zwischendurch die Nerven verliert.

Gebetsmühlenartig wiederholen Immobilienfans ihr Mantra Lage, Lage, Lage. Börsenanleger sollten sich stattdessen folgenden Ausspruch auf die Stirn tätowieren: Lange, Lange, Lange!

Es macht wirklich keinen Sinn, mit sorgenvoller Miene kurzfristige Kursentwicklungen zu interpretieren. Denn auf lange Sicht ist klar, wie der Hase läuft.

Ist ein Kursrückgang gut oder schlecht?

Kommt drauf an. Wer kurz davor steht, seine ersten ETF-Anteile zu kaufen oder bestehende Investments aufzustocken, kann sich über niedrigere Kurse freuen.

Schließlich sind Wertpapiere dann günstiger zu haben. An der Tankstelle ärgerst du dich ja auch nicht, wenn die Tankfüllung heute deutlich weniger kostet als noch vor vier Wochen, oder?

Wer hingegen gerade sein Geld angelegt hat – so wie mein Kursteilnehmer Felix – muss nach einem Kursrückgang erst einmal mit seinen Emotionen (Verlustangst, Verunsicherung) klar kommen.

Die Situation ist neu und im Erfahrungsschatz ist noch kein “Nach Tief kommt Hoch”-Ereignis abgespeichert, auf das sich zur Beruhigung zurückgreifen ließe.

Das Gute ist: Wir müssen nicht alle Erfahrungen im Leben selber machen, sondern können aus der Geschichte lernen.

Wie gesehen reicht ein Blick auf die Wertentwicklung des Aktienmarkts über längere Zeiträume, um zu verstehen, dass kurzfristige Kursentwicklungen schlicht bedeutungslos sind. Nichtssagend. Irrelevant.

Wenn man dann noch weiß, dass es bei einem Anlagehorizont von 20+ Jahren in der Vergangenheit nie zu Verlusten am Aktienmarkt kam, sollten genug Argumente vorhanden sein, um einfach folgendes zu tun:

Locker bleiben und weiter machen. Keine Sorge, das wird schon wieder! ;-)

 
“Wie schnell machst du dir Sorgen, wenn die Kurse ins Minus drehen? Ich freue mich auf deinen Kommentar.”

Bildquelle: Pixabay (bearbeitet), lizensiert unter CC0 1.0

  • Thomas 28. Februar 2016, 19:00

    Schön gezeigt, dass der Anlagehorizont das wirklich wichtige ist, worauf es bei Buy-and-Hold ankommt.

    Ich versuche einfach die Börse auszublenden, indem ich einfach sehr selten ins Depot schaue.
    Wenn ich reinschauen will, dann nur zum Rebalancen. Ansonsten macht es auch einfach keinen Sinn “mal nachzuschauen”- da mache ich in der Zwischenzeit lieber etwas anderes als mir so viele “Gedanken” zu machen.

    Gruß
    Thomas

  • Dominic von explainmefinance.de 20. Februar 2016, 19:07

    Nach dem Entrée erwartet man eine Ausführung über diverse makroökonomische und geopolitische Gründe, weshalb es schon bald wieder bergauf gehen muss. Was stattdessen kommt, überrascht: Ein Raus-Zoomen am Beispiel des Rheins – eine schöne Analogie!

    Beste Grüße
    Dominic

  • Christian 14. Februar 2016, 16:57

    @Holger stimmt. Vor einigen Monaten gab es viel häufiger die Frage ob man jetzt noch einsteigen sollte, wo doch bald ein Crash kommen muss… nun will auch keiner einsteigen, da es ja noch weiter runter gehen muss (wir haben ja einen negativen Trend nach einigen von tausenden Charttechniken…)… und wenn es dann mal wieder einige Tage bergauf geht, steigen alle wieder ein, weil es ja jetzt wieder aufgeholt werden muss… dabei weiß keiner etwas und das einzige was man muss, ist Tee trinken und den Sparplan ausführen :-)

  • kuirisu 13. Februar 2016, 15:12

    Spannende Zeiten.
    Ich bin mittlerweile ca. 15% im Minus. Das schmerzt und prüft die eigenen Entscheidungen.
    Ich traue mich aber nicht, etwas nachzulegen, obwohl ich das Geld entbehren kann, solange es arbeitet.
    Ich vermissen die Zeiten, in denen es leichter war, zu sagen: ach, pfeif drauf, die Entscheidung ist richtig, hau rein!

    • Holger Grethe 14. Februar 2016, 11:04

      “Ich vermissen die Zeiten, in denen es leichter war, zu sagen: ach, pfeif drauf, die Entscheidung ist richtig, hau rein!”

      Hat es diese Zeiten jemals gegeben? ;-)

    • Mark 18. Februar 2016, 05:23

      @kuiriso
      Wenn du dich nicht traust nachzulegen, dann ist das aus meiner Sicht ein wenig problematisch und zwar aus folgendem Grund:
      Eine Strategie, wie das Investieren in ETFs baut ja gerade auf Kontinuität und das dadurch auf verschiedene Börsenphasen verteilte Investieren.
      Ein regelmäßiges Investieren (also zB zum 1. eines jeden Monats, egal welcher Kurs gerade aufgerufen wird) eliminiert Furcht und Gier, weil ja ganz einfach automatisch nachgekauft wird.
      Die durchschnittliche Rendite über die Jahre entwickelt sich ja gerade deshalb, weil auch in Zeiten fallender Kurse investiert wird (und bei einem immer wiederkehrenden gleichen Betrag sogar ja mehr, als zu Zeiten hoher Kurse)

      Für Zeiten besonders fallender Kurse, Zeiten zu denen am liebsten keiner mehr Aktien oder ETFs kaufen möchte, kann es ein entscheidener Vorteil sein, ein wenig extra Pulver ausserhalb der regelmäßigen Käufe übrig zu haben und es genau dann zu investieren.
      Wer zB 2009 noch zusätzlich nachlegen konnte, weil er an die langfristige Strategie geglaubt hat und sich nicht hat verrückt machen lassen, steht heute hervorragend da.

      Sehr schöner Blog, auch wenn ich aus einer etwas anderen Richtung komme!
      Viele Grüße
      Mark

  • Christian 9. Februar 2016, 19:26

    Bis auf die üblichen Finanzpornostars, die Dax Prognosen von 6.000 bis 15.000 hinausschreien, fand ich es in den letzten Wochen in Blogs und Foren recht ruhig zu der aktuellen Kursrutsche. Auf der einen Seite hat mich das nicht gewundert, sind die meisten ja passiv unterwegs und zwingen sich, schön uninteressiert zu sein. Wer zuerst was sagt, ist kein echter passiver Investor… Aber aufmunterndes hätte ich schon gerne gelesen, immerhin bin ich in großen Schritten eingestiegen und so steht mein Depot bei -12,6%. Aber das Minus ist in Euro jetzt schon so groß, dass ein Verkaufen aus welchen Gründen auch immer garnicht in Frage kommt, lieber vererbe ich das *g*.
    Wir haben unverhofft eine sehr reizvolle Investitionsmöglichkeit erhalten die wir parallel zu dem Depot nutzen werden. Vor ein paar Monaten hätte ich noch gesagt, ich fasse das Depot nicht an, da es ja eine deutlich höhere Rendite als die historisch niedrigen Zinsen verspricht. Aktuell würde ich das Depot lieber mit +-0 schließen. So ist das halt. Ich kann aber damit leben, denn es war ja immer nur ein Teil. Zwar in gewisser größe aber nicht so groß, dass ein starkes Einbrechen mich total lähmt.

    • Capri 11. Februar 2016, 11:12

      Der aktuelle Rueckgang ist eine exzellente Erfahrung, um zu sehen wie gut jeder sich in seiner Gewichtung vorbereitet hat. Ich bin aktuell bei -7 % und das mit 70% Aktienanteil. Und alles ist gut.

      Weder erleide ich jetzt Hunger bzw. werde in meiner bisherigen Lebensweise eingeschraenkt. Also alles richtig gemacht. Ich bin bereit fuer einen Rueckgang auf -50%. Wuenschen tue ich es mir nicht.

      Ein wenig Aerger ich mich nur ueber fehlendes Kaufkapital – da ich darauf hoffe, dass es nochmal richtig kracht. Das Geldsaeckel fuellt sich Gottseidank mit jeden Monat wieder.

  • alfred_t 8. Februar 2016, 08:26

    Hallo Holger,
    super Beispiel mit dem Kartenausschnitt. Gefällt mir sehr gut

  • Bankenretter 7. Februar 2016, 10:55

    Wirklich passive Anleger sollten am besten gar nicht auf die Kurse und ihre Depots schauen.

    Einfach den geplanten Weg weiterverfolgen (z.B. über Sparplan, Quartalskäufe etc.) und den Markt sein Ding machen lassen.

    Ausnahme: Wenn jemand nun feststellt, dass seine ursprüngliche Risikoeinschätzung in der Theorie gut war, in der Praxis aber nicht dem entspricht, was man wirklich “aushalten” kann. Dann muss man eben Lehrgeld zahlen. Been there, done that.

  • Leni 5. Februar 2016, 16:50

    Hallo,

    ich finde den aktuellen Börsenrückgang total super. Ich freue mich, dass ich nachkaufen kann wenn es abwärts geht.

    Schöne Grüße

    • Holger Grethe 7. Februar 2016, 13:06

      Sehr gut. Prinzip verstanden, weitermachen! ;-)

  • Capri 5. Februar 2016, 11:02

    Hallo Holger,

    ich investiere gerne nach dem Prinzip “100-Alter”, aktuell bin ich also mit 70% in ETFs investiert . Nun bin ich etwas ueberfragt bei der Thematik, wie ich auf die Boersen Berg- und Tahlfahrt reagieren soll.

    Steigt die Boerse, wird der Faktor 70% natuerlich uebertreten und ich muesste verkaufen, sagen wir mal bei 75%. Das moechte ich natuerlich nicht wegen Transaktionskosten.

    Faehllt die Boerse, faellt natuerlich auch der Faktor 70% rapide und ich muesste theoretisch nachkaufen, obwohl ich eigentlich mein Sicherheitspolster nicht anfassen mag. Auch wenn dieses im Gesamtkontext dann ueberwiegt.

    Hast Du Rat? Ist die Formel schlichtweg nicht alltagstauglich?

    Danke & Gruss,

    Capri

    • Holger Grethe 5. Februar 2016, 14:42

      Hallo Capri,

      doch die Formel ist alltagstauglich. Die Frage ist, wie eng du die Sache siehst und was du bereit bist, für das (jährliche) Rebalancing zu tun?

      Transaktionskosten könntest du z.B. vermeiden, wenn du für das Rebalancing keinen absoluten Wert, sondern stattdessen einen Korridor von z.B. 66-75% Aktienquote definierst.

      Darüber bzw. darunter solltest du allerdings schon aktiv werden und das gewünschte Risikolevel durch Rebalancing wiederherstellen.

  • Christo 5. Februar 2016, 09:07

    Sehr interessanter Artikel. Ich komme aus einer anderen Ecke. Ich handle mit Aktien in einem Zeitraum von mehren Tagen /Wochen / Monaten, je nachdem. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, sich seine Strategie, sei es kurzfristig oder langfristig, schriftlich festzuhalten und immer wieder sich vor Augen zu halten, was das eigentliche Ziel ist. Im kurzfristigen Handel wie ich es betreibe ist das ganze noch ne Spur härter, weil ich Verluste realisieren muss.

    Zu dem Punkt Risiko: Ab und zu habe ich das Gefühl, dass alleine schon die Möglichkeit eines “Risikos” Menschen abschreckt, bestimmte Dinge zu tun, anstatt zu überlegen, wie hoch ist dieses Risiko überhaupt? Wie kann ich mit diesem Risiko umgehen?

    Oder ist das Risiko vielleicht größer, wenn ich einfach mein Geld in schlecht verzinste Investments stecke, die nicht einmal die Inflation decken?

  • Michael 2. Februar 2016, 22:13

    Grüß dich Holger,

    also ich muss schon sagen, das mit dem Zoomen hast echt toll gemacht. Das habe ich noch nie gesehen und es ist einfach ein sehr gutes Beispiel über langfristig, langfristig, langfristig!

    Manchmal fragen mich Leute: “Aber ich kann doch auch bei einem ETF all mein Geld verlieren. Aktien bleiben risikoreich”

    Meine Antwort: Wenn es soweit ist, dann gibt es die Welt, so wie wir sie kennen auch nicht mehr…man stelle sich vor, dass alle Unternehmen der Welt pleite gehen?! Sollte es dazu kommen, dann wird dein Sparbuch auch nichts mehr Wert sein…ist ein bisschen drastisch, aber ich glaube daran.

    Hinzu kommen einfach die ständigen Innovationen, der Bevölkerungswachstum und und und….am besten kann man da einfach über ein guten Mix an ETFs partizipieren.

    Liebe Grüße,
    Michael

    • Holger Grethe 3. Februar 2016, 11:24

      Vielen Dank, Michael!

      “…man stelle sich vor, dass alle Unternehmen der Welt pleite gehen?! Sollte es dazu kommen, dann wird dein Sparbuch auch nichts mehr Wert sein…ist ein bisschen drastisch, aber ich glaube daran.”

      So sehe ich das auch ;-)

  • MB 31. Januar 2016, 13:38

    In dieser Hinsicht habe ich etwas Glück gehabt. Ich habe mein Geld Ende 2014 investiert, also kurz vor der knackigen +25% Hausse im Frühjahr 2015. Als die Kurse im August langsam anfingen einzubrechen war also schon ein großes Polster da. Trotzdem, nach den jüngsten Entwicklungen ist auch mein Depot jetzt ins Mini-Minus gerutscht, wobei Positionen wie Pazifik und Emerging Markets richtig tiefrot (10-15% im Minus) sind. Was mich aber jetzt am meisten ärgert ist, dass ich gerade kein Geld zum Nachkaufen habe!
    Obwohl ich selbst nicht so viel Erfahrung an der Börse habe, kann ich nur empfehlen, ruhig und gelassen zu bleiben. Das wird schon wieder!

  • Reinsch 29. Januar 2016, 11:52

    Tja, mir geht’s da genau wie Felix. Nachdem ich seit 2010 immer überlegt habe doch mal was mit der Börse zu machen, bin ich nun schrittweise von Mitte 2015 bis Anfang 2016 eingestiegen – und schaue jetzt auf eine rote “-10%” im Depot, während ich die schöne Ralley der letzten Jahre verpasst habe.

    Aber nun gut, wie heißt es so schön “Hätte, wenn und aber, alles nur Gelaber.” Zum Glück bin ich erstmal nur mit ca. 20% meines Vermögens in ETF (der Rest liegt noch zumeist in Festgeld und soll 2017 folgen), und wie du ja oben schreibst sind es ja nur Buchverluste, solange ich nicht die Panik schiebe und nun alles verkaufe.

    Daher, durchatmen und Tee trinken, und hoffen dass meine Gelassenheit auch noch hält falls es weiter runter geht.

    • Draghi-Fanclub 7. Februar 2016, 10:51

      Es gibt kein Gesetzt, noch nicht mal eine mathematische Gesetzmäßigkeit, dass sagt, das Aktienkurse wieder auf bzw. über bisherige Hochs steigen müssen.

      Es werden auch nicht immer wie im Jahre 2009 Notenbanken die Aktienmärkte über Jahre nach oben pushen.

      Ein Verlust ist ein Verlust. Egal ob Buch oder realisiert. Er wird erst wieder eine schwarze Null oder ein Gewinn, wenn die Kurse wieder steigen. Das können sie, müssen sie aber nicht.

      Im blödesten Fall löst die Investmentgesellschaft den ETF auf und ich muss Verluste realisieren. Kann passieren, muss nicht.

      Was fott is, is fott.

  • Philipp von Investment Amad€ 25. Januar 2016, 19:41

    Hallo Holger!

    Ein Kurs, der fällt, steigt auch wieder. Also kein Grund zur Panik.

    In 10 Jahren werden wir darüber lachen!

    Außerdem können in solchen Korrekturen die besten Schnäppchen ergattert werden.

    MFG Philipp

  • Sean 25. Januar 2016, 18:51

    Hallo Holger,

    ich verfolge deinen Blog schon sehr lange. Grundsätzlich sind die meisten Themen immer informativ und gut aufgeschlüsselt. Mir gefällt es, dass der Sachverstand hier immer auch wirklich anschaulich dargestellt wird.
    Was ich mich allerdings schon seit längerem Frage:
    Nimmst du eigentlich nie Geld von deinem Depot herunter?
    Um auch einmal einen kleinen Gewinn einzufahren?
    Ich meine du predigst ja unermüdlich das Geld laufen zu lassen und die ETF`s nicht immer gleich zu hinterfragen. Wie auch in diesem Artikel wieder wunderbar veranschaulicht.

    • Holger Grethe 25. Januar 2016, 21:21

      Hallo Sean,

      “Nimmst du eigentlich nie Geld von deinem Depot herunter? Um auch einmal einen kleinen Gewinn einzufahren?”

      Nein, denn ich brauche das Geld jetzt ja nicht. Es ist rein als Vorsorge für später gedacht und nicht als laufende Einnahmequelle.

  • Dummerchen 24. Januar 2016, 22:31

    Ich bin 2001 in die Welt der Aktien eingestiegen und hatte somit gute zwei Jahren nur fallende Kurse. Rückblickend wurden die Kaufkurse also immer besser, aber das ist gerade als Anfänger gar nicht so leicht durchzustehen. Bin froh, dass ich das geschafft habe – der Sparplan war da schon hilfreich. Man hätte ja aktiv werden müssen, um etwas zu ändern. Heute fällt mir auch ohne Sparplan das regelmäßige Investieren in einem fallenden Markt nicht schwer. Etwas Erfahrung beruhigt tatsächlich.

    Also, liebe Neuanleger: Durchhalten!

    • Thomas 23. Februar 2016, 20:03

      Einen ETF-Sparplan nutzen, breit diversifizieren und das Weltportfolio helfen ungemein beim Geld anlegen. Dann vergisst man ganz tam tam gerne mal und dass man überhaupt investiert – denn es gibt ja auch wichtigere Dinge im Leben als die Börse.
      Das lenkt dann auch mal ganz gut ab :)

      Gruß
      Thomas

  • Kilian von Finanzdurchblick 24. Januar 2016, 13:46

    Hallo Holger,

    der Rhein ist ein sehr schöner Fluss…. :D
    Dein Beispiel trifft das Auf und Ab an der Börse sehr schön..
    Für Leute, die frisch einen Sparplan haben, ist so ein Kursrückgang ein wahres Geschenk. Für Personen, die allerdings schon lange ansparen, wodurch sich ihr Depot hauptsächlich durch die Börsenentwicklung und nicht mehr durch die Sparrate verändert, sind Kursrückgänge trotzdem hart….
    Das Problem ist eben, dass man im hier und jetzt ist und jeden Tag die Börsenkurse in einem Abwärtstrend fallen sieht…..
    Ein Tipp, den man in solchen Phasen gut machen kann, ist einfach sich schlafen legen ;) Man sollte einfach probieren, einfach mal für eine Weile nicht ins Depot zu schauen..

    Beste Grüße
    Kilian

  • Marc 24. Januar 2016, 12:11

    “Wenn man dann noch weiß, dass es bei einem Anlagehorizont von 20+ Jahren in der Vergangenheit nie zu Verlusten am Aktienmarkt kam”

    Schon mal den Nikkei gesehen? Top 1989! ;)

    • Holger Grethe 24. Januar 2016, 13:12

      Ausnahmen bestätigen die Regel ;-)

      Deswegen würde ich auch niemandem empfehlen, zu einem bestimmten Zeitpunkt (nach einem Boom) sein gesamtes Vermögen in nur eine Aktie/Branche/Region zu stecken. Diversifikation und Weltportfolio heißen die Stichwörter …

  • hedge 24. Januar 2016, 11:24

    Hallo Holger,

    ich möchte dir erstmal zu deinem Blog gratulieren. Sehr gelungen. Und auch dieser Artikel ist sehr anschaulich. Ich selbst bin schon seit 2002 dabei. Hab also schon dies und das an der Börse erlebt. :) – Ich bin heute sehr gelassen, auch bei fallenden Kursen, wie wir sie gerade erleben. Kann aber gut verstehen, wenn jemand ohne Erfahrung Sorgen bekommt. So ging es mir auch, als ich das erste mal “Buchverluste” erlitten habe. Seht es einfach als Erfahrung! Als eine Lehrstunde in Psychologie. :) Und mal abgesehen davon, ein Bärenmarkt ohne Rezension dauert in der Regel nicht lange. ;)

    Also immer schön ruhig bleiben,
    hedge