Justetf & Co: 7 Online-Tools und Services für Passivanleger

justetf

Wer passiv in Indexfonds (ETFs) investiert, ist ein bescheidener Mensch.

Zumindest was den Bedarf an Online-Tools und -Services angeht, die man benötigt, um sein Depot zu führen.

Es braucht dazu glücklicherweise weder hochgerüstete Trading-Plattformen noch irgendwelche Marktanalyse-Tools.

Trotzdem gibt es eine ein paar Angebote im Netz, die auch für ETF Anleger eine große Hilfe sind (insbesondere die ETF Suchmaschine von justetf).

Meine Favoriten sind diese 7 (die Reihenfolge stellt keine Wertung dar) …

#1 zinsen-berechnen.de

Eines meiner absoluten Lieblingstools. Wobei es mehr als nur ein Werkzeug ist, sondern vielmehr ein ganzer Werkzeugkasten.

Auf zinsen-berechnen.de lässt sich (fast) alles berechnen. Zum Beispiel die Rendite eines Fondssparplans, einer Aktie oder die Auswirkung der Inflation auf die Geldwertentwicklung.

Ein toller Service ist zudem die Möglichkeit, Kalkulationen kostenlos per Permalink zu speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufrufen zu können.

Wie zum Beispiel diese Renditeberechnung eines Fondssparplans.

zinsenberechnen

#2 justetf.com

Obwohl nur ein Teil des Angebots, ist der ETF Finder von justetf.com ein echtes Highlight. In kürzester Zeit kann man sich hiermit einen Überblick verschaffen über das ETF-Angebot zu mittlerweile mehr als 755 Indizes.

Natürlich braucht kein Mensch 755 Indizes im Portfolio.

Umso wichtiger ist es, mit wenigen Klicks an die wirklich relevanten Indizes und ETFs für Aktien und Anleihen zu kommen.

Und dabei habe ich mit justetf bisher die besten Erfahrungen gemacht.

Schnell sind wichtige Auswahlkriterien wie Fondsgröße, Replikationsart (physisch vs. SWAP-basiert) und Ertragsverwendung (ausschüttend vs. thesausrierend) eingestellt und man bekommt eine Übersicht über das Angebot an passenden ETFs.

justetf

#3 fondsweb.de

Eine Alternative für die Recherche von ETFs bietet fondsweb.de mit seiner erweiterten Suche.

Im Grunde bekommt man hier ähnliche Informationen wie bei justetf, nur optisch nicht ganz so hübsch aufbereitet.

Zum Vergleich: Bei der „quick and dirty“-Suche nach ETFs für den MSCI World Index lieferte mir justetf 14 Ergebnisse, fondsweb hingegen 16.

Wer es bei der ETF-Auswahl ganz genau wissen will, sollte also beide Tools bemühen, um sich ein umfassendes Bild zu machen.

fondsweb

#4 kritische-Anleger.de

Wer sich für Zinsen von Tagesgeldkonten interessiert, bleibt mit dem Tagesgeldindex der Kritischen Anleger immer auf dem neuesten Stand.

Die mit Tagesgeldkonten erzielbare Rendite wird in einem Diagramm in Bezug zur Inflation gesetzt. So wird die (inflationsbereinigte) Realrendite auf einen Blick sichtbar.

kritische anleger tagesgeldindex

#5 bundderversicherten.de

Vor kurzem hat der Bund der Versicherten seinen Online-Auftritt um ein interessantes Angebot erweitert.

Unter dem Titel „Hop oder Top“ findet sich ein Rechentool, mit dem sich die Profitabilität (oder auch das Gegenteil davon) von Renten- und Kapitallebensversicherungen berechnen lassen soll.

Mangels entsprechender Versicherungsprodukte konnte ich das Tool nicht selbst testen, könnte mir aber vorstellen, dass es Leuten nützt, die vor der Entscheidung stehen: fortführen, stilllegen oder kündigen?

Bund der Versicherten

#6 inflation.eu

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Bei Kapitalanlagen ist die Nettorendite das, was zählt. Wer wissen will, was er sich in der Zukunft von seinem Geld kaufen kann, muss die Inflation berücksichtigen.

Dabei hilft das Informationsangebot von inflation.eu.

Natürlich lässt sich über die zukünftige Inflation nur spekulieren, aber zumindest eine grobe Orientierung bietet der Verlauf der Inflationsrate in der Vergangenheit.

Das Fazit: von unter Null – also de facto Deflation – bis rauf zu 8 Prozent (im Jahr 1973) war schon alles drin. Die aktuelle Inflationsrate findest du hier.

inflation.eu

#7 europa.eu

Die Europäische Kommission veröffentlicht auf ihrer Eurostat-Website die langfristige Rendite von Staatsanleihen im Euroraum mit einer Restlaufzeit von ungefähr 10 Jahren.

Wer nachsehen will, welche Renditeerwartung der risikoarme Teil seines Portfolios hat, wird hier fündig.

Anmerkung: Als risikoarme Anlage empfehlen sich vor allem Staatsanleihen hoher Bonität mit einer kurzen Restlaufzeit von wenigen Jahren. Deren Renditeerwartung ist allerdings noch niedriger als auf Eurostat angegeben.

europa.eu

Du vermisst in dieser Auflistung Apps für dein Smartphone? Hier habe ich die besten 5 Finanzapps für ETF-Anleger getestet.

Bildquelle: Pixabay (bearbeitet), lizensiert unter CC0 1.0

  • Finanzkoch 17. September 2015, 09:56

    Hallo Holger,

    danke für die Zusammenfassung. Das Tool des Bund der Versicherten kannte ich gar nicht. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es mit Vorsicht zu genießen ist.

    Vielleicht noch eine kleine Ergänzung, was den risikofreien Anteil des Portfolios angeht:
    Es lohnt sich nicht mehr, diesen über europäische Staatsanleihen kurzer Laufzeit und guter Bonität darzustellen. Wenn du die Kosten von den Zinsen abziehst, entsteht ein garantiertes Minusgeschäft. Da ist das Tagesgeld sicherer und attraktiver.

    Herzliche Grüße
    Christoph

    • Dummerchen 17. September 2015, 20:22

      Hallo Christoph,
      woran machst Du denn Dein Bauchgefühl fest? Ich habe das mir bislang auch unbekannte Tool mal getestet und die Methodik sieht doch ganz vernünftig aus, indem aus aktuellen Rückkaufwert, den Raten und dem Enddatum eine Rendite ermittelt wird, die der “Anleger” alternativ erwirtschaften müsste. So bin ich im Prinzip auch vorgegangen, als ich mich mit einer mir “geschenkten” KLV erstmalig beschäftigen musste.
      Oder ist das mehr so ein Gefühl bezüglich des Tool-Betreibers?

      Lieben Gruß
      Dummerchen

  • Martin 17. September 2015, 11:06

    Hallo Holger,

    danke für die gelungene Übersicht. Das Thema steht in meiner ToDo-List und jetzt habe ich auch gleich das passende Bookmark zum Einstieg, wenn es dann losgeht.

    PS. Beim Lesen kam mir gerade folgender Gedanke: “Warum nennt er sein Training nicht einfach Zenvestor, das wäre cleaner als ZenInvestor.” Sharing is caring, also mach draus, was du magst!

    Cheers!

  • Peter 17. September 2015, 17:43

    Hallo Holger,
    mittels http://www.bundesanzeiger.de prüfe ich vor dem Erstkauf einmalig evt. anfallende steuerschädliche Gewinne und mit dem Tool Portfolio Performance http://buchen.github.io/portfolio/
    oder auch auf Heise
    http://www.heise.de/download/portfolio-performance-1187505.html?hg=1&hgi=0&hgf=false
    behalte ich den Konto-/Depotbestand im Überblick.

    • Christian 19. Januar 2016, 23:24

      Danke für den Tipp, Peter! So ein Tool habe ich schon eine Weile gesucht – werde ausprobieren, ob sich damit eine (halbwegs ehrliche ;-)) Renditeberechnung für eine Immobilie machen lässt (hier habe ich ja auch eine Reihe von Transaktionen über die Zeit hinweg).

  • bh 17. September 2015, 19:59

    Ich verwalte meine kompletten Finanzen mit kmymoney2, das auch auf Windows läuft.
    Damit tracke ich ddn netwofth und die täglichen Bewegungen auf meinen Konten, kann also prima meine finanzen planen und hab über die reports eine tolle Übersicht über alle Ausgaben.

  • Dummerchen 17. September 2015, 20:18

    Hallo,
    ich bin ja (zumindest zur Zeit) eher ein Freund von Festgeldanlagen anstelle von Anleihen. Da war mir folgende Seite immer eine gute Orientierungshilfe:
    http://www.modern-banking.de/festzinsanlage_ueberblick.php
    Man sieht auf einen Blick, wie die Zinskurve über die Laufzeiten verteilt ist.

    Gruß
    Dummerchen

  • Tim 2. Oktober 2015, 13:50

    Die Übersicht ist wirklich klasse. Speziell das Thema Inflation verstehen die Wenigsten. Bei den Staatsanleihen bin ich mittlerweile vorsichtiger geworden. Hier sollte man diversifizierte Unternehmensanleihen mit in die Struktur aufnehmen.

    Vielleicht als Ergänzung:
    Ich habe auf http://www.anlago.de ein Tool erstellt, wo man verschiedene Portfoliovorschläge erhält.

    Viele Grüße
    Tim

    • Dummerchen 4. Oktober 2015, 16:11

      @Tim: Die Diskussion ist zwar offtopic, aber das würde mich schon interessieren: Warum hältst Du Unternehmensanleihen für die bessere Wahl ggü. Staatsanleihen? Korrelieren diese nicht viel eher mit Unternehmensaktien?
      Welche Funktion siehst Du denn generell in der Anleihenkomponente eines Portfolio? Sicherheitsanker oder Renditemotörchen?

  • Stefan 17. Oktober 2015, 10:34

    Hallo,
    Habe gerade einen Artikel im Traders Mag
    über http://www.etfreplay.com gelesen.
    Hat jemand damit Erfahrung?!
    lg Stefan

  • Thomas 28. Februar 2016, 19:03

    fondsweb.de kannte ich noch gar nicht!

    Danke :)

    Gruß
    Thomas

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