Discount Zertifikate: DER Anlagetipp für Unentschlossene?

Discount Zertifikate

Wie soll man sein Geld anlegen …

…wenn man nicht genau weiß, ob man es in wenigen Jahren schon zurück braucht?

Zum Beispiel um den Kauf einer Immobilie zu finanzieren.

Für kurzfristige Investments ist ein Tagesgeldkonto Mittel der Wahl.

Wer langfristig Vermögen aufbauen will, macht mit einem ETF-Depot sicher nichts falsch.

Doch welche Anlagemöglichkeit taugt für das “Niemandsland der Geldanlage”? Gemeint ist ein Anlagehorizont von einem bis mehreren Jahren …

Gesucht wird ein Finanzprodukt, das mehr bietet als die heute üblichen “Nullzinskonten”.

Bei dem aber das Risiko für Wertschwankungen deutlich geringer ausfällt als bei einem klassischen Investment in den Aktienmarkt.

Eine denkbare Lösung: Discount Zertifikate.

Wie sie funktionieren, für wen sie geeignet sind und worauf du bei einem Investment unbedingt achten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Klären wir zuerst die wichtigsten Begriffe …

Was sind Zertifikate?

Was sind Zertifikate?

Zertifikate sind strukturierte Produkte mit derivativer Komponente.

Klingt ziemlich kompliziert. Also der Reihe nach …

Ein Derivat ist ein Finanzinstrument, dessen Wert sich von einem Basiswert (im Fachjargon: “underlying”) ableitet.

Als Basiswerte können Wertpapiere (zum Beispiel Aktien und Anleihen), finanzielle Kennzahlen (unter anderem Börsenindizes) oder Handelsgüter wie Rohstoffe dienen.

Derivate ermöglichen das Investment in einen Basiswert, ohne dass direkt in den Basiswert selbst investiert werden muss.

Bei einem Zertifikat handelt es sich um eine Schuldverschreibung. Darunter versteht man ein …

Wertpapier, in dem sich der Aussteller zur Zahlung einer bestimmten verzinslichen Geldsumme oder zu einer sonstigen Leistung an den Gläubiger verpflichtet.
Quelle: Wirtschaftslexikon24.com

Zertifikate werden von Banken herausgegeben (“emittiert”) und richten sich in erster Linie an Privatanleger.

Gestaltungsvarianten

Der Phantasie der Banken bei der Gestaltung von Zertifikaten scheint grenzenlos zu sein. Unter anderem werden die folgenden Geschmacksrichtungen angeboten:

  • Discount Zertifikate
  • Bonus Zertifikate
  • Indexzertifikate
  • Hebelzertifikate (Turbozertifikate, Knock Out Zertifikate)
  • Express Zertifikate
  • Goldzertifikate
  • Outperformance-Zertifikate
  • Garantiezertifikate

Wir konzentrieren uns in diesem Artikel allein auf den ersten Punkt in der Liste …

So funktionieren Discount Zertifikate

So funktionieren Discount Zertifikate

Wie der Name bereits verrät, gewährt ein Discount Zertifikat einen Preisabschlag gegenüber dem Basiswert.

Die Differenz zwischen Kaufpreis und tatsächlichem Basiswert stellt für den Anleger einen Sicherheitspuffer dar. Dieser schützt vor Verlusten, wenn der Kurs des Basiswerts sinkt.

Beispiel 1

Angenommen, der DAX steht bei 12.000 Punkten. Ein einfaches Dax Zertifikat kostest 120€ (bei einem Bezugsverhältnis von 1:100).

Ein Discountzertifikat auf den DAX könnte schon für 105€ angeboten werden.

Der Kurs des DAX dürfte nun auf 10.500 Punkte sinken, ohne dass der Anleger mit dem Discount Zertifikat einen Verlust erleiden würde.

Der Sicherheitspuffer kompensiert in diesem Fall einen Kursrückgang bis zu einer Höhe von 12,5%.

Klingt gut.

Aber natürlich lässt sich die Bank diese Sicherheitsmarge vom Anleger bezahlen. Durch den …

Cap (= Deckel auf Gewinne)

Die Gewinnchancen sind bei Discount Zertifikaten grundsätzlich durch den sogenannten Cap gedeckelt.

Steigt der Kurs des Basiswerts über den Cap hinaus, bekommt der Anleger am Ende der Laufzeit maximal den als Cap definierten Höchstbetrag ausgezahlt.

Den restlichen Gewinn kassiert die Bank.

Beispiel 2

Das Discount Zertifikat auf den Dax hat seinen Cap bei 10.800 Punkten. Der Anleger bekommt damit maximal 108€ ausgezahlt.

Der Einstandspreis lag bei 105€, macht 3€ Gewinn pro Zertifikat.

Das entspricht einer maximal möglichen Rendite von 2,9% (= 3€/105€).

Angenommen, die Restlaufzeit des Discount Zertifikats läge bei 250 Tagen, entspricht dies einer annualisierten (aufs Jahr bezogenen) Rendite von 4,26% (250/365 = 0,68 —> 2,9%/0,68 = 4,26%)

Vorausgesetzt der Dax notiert zum Laufzeitende bei mindestens 10.800 Punkten.

Die Annualisierung der Rendite ist sinnvoll, um Discount Zertifikate mit unterschiedlichen Laufzeiten mitereinander vergleichen zu können.

Diese Faktoren beeinflussen den Preis

In der Blackbox Discount Zertifikat stecken zwei derivative Bausteine:

  1. Eine Kaufoption (“Zero Strike Call”) und
  2. Eine Verkaufsoption (“Short Call”)

Das muss man nicht unbedingt verstehen. Wichtig ist nur:

Auf Basis der beiden derivativen Komponenten nehmen mehrere Faktoren Einfluss auf den Preis eines Discountzertifikats:

  • Der Kurs des Basiswerts: der Preis des Zertifikats folgt diesem in beide Richtungen
  • Die Volatilität des Basiswerts: Bei steigender Volatilität (Wertschwankungsbreite) reduziert sich der Preis und umgekehrt
  • Dividendenausschüttungen: je größer die Dividende des Basiswerts, desto günstiger das Discount Zertifikat
  • Das Zinsniveau: je höher die Zinsen, desto niedriger der Preis des Zertifikats
  • Die Restlaufzeit: je kürzer die Restlaufzeit, desto höher der Preis

Chancen und Vorteile

Chancen und Vorteile

Der Charme von Discount Zertifikaten besteht darin, dass sie Anlegern eine Vielzahl an Rendite-Risikoprofilen bieten.

Soll der Sicherheitspuffer Kursrückgänge von 30 Prozent oder mehr kompensieren?

Kein Problem, mit sogenannten Deep Discount Zertifikaten ist das machbar.

Die Kehrseite ist allerdings ein niedriger Cap, der die Rendite auf vielleicht 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr limitiert.

Wer hingegen mit einem Risikopuffer von nur 15 Prozent leben kann, darf bei einem höherem Cap mit entsprechend mehr Rendite rechnen.

Der Clou an der Geschichte:

Mit Discount Zertifikaten lassen sich Gewinne erzielen, nahezu unabhängig davon in welche Richtung sich die Kurse bewegen.

Geld verdienen in allen Marktphasen

Steigt der Kurs des Basiswerts über den Einstandskurs hinaus, führt dies zu einem Gewinn. Wengleich dieser durch den Cap gedeckelt ist.

Fällt der Kurs des Basiswerts, bleibt der Anleger solange in der Gewinnzone, bis der Risikopuffer unterschritten wird.

Stagniert der Kurs des Basiswerts, verdient man durch den beim Kauf gewährten Preisabschlag trotzdem Geld (Seitwärtsrendite).

Beispiel 3

Anlageprodukt: Discount Zertifikat auf den Dax
Indexstand bei Kauf: 12.000 Punkte
Einstandspreis: 105€
Discount: 12,5% (15€/120€)
Cap: 10.800 Punkte
Maximale Rendite: 2,9% (3€/105€)

Szenario 1: Dax notiert bei Fälligkeit über dem Cap
Indexstand bei Verkauf: 13.000 Punkte
Die Rendite entspricht in dem Fall der maximalen Rendite von 2,9%

Szenario 2: Dax notiert bei Fälligkeit auf dem Cap
Indexstand bei Verkauf: 10.800 Punkte
Die Rendite entspricht ebenfalls der maximalen Rendite von 2,9%

Szenario 3: Dax notiert bei Fälligkeit unter Cap, aber über dem Preisabschlag
Indexstand bei Verkauf: 10.600 Punkte
Die Rendite liegt in diesem Fall bei knapp 1% (106€-105€ = 1€ —> 1€/105€ = 0,95%)

Szenario 4: Dax notiert bei Fälligkeit unter dem Preisabschlag
Indexstand bei Verkauf: 10.000 Punkte
In diesem Fall wird ein Verlust in Höhe von 4,8% realisiert (100€-105€ = -5€ —> -5€/105€ = -4,8%)

Höhere Wahrscheinlichkeit für positive Renditen

Beachtenswert ist:

Bei einem direkten Investment in den Basiswert (Dax ETF) hätte man nur im ersten Fallbeispiel einen Gewinn erzielt.

In den Szenarien 2 bis 4 wäre es hingegen zu Verlusten gekommen.

Das Discount Zertifikat schneidet hier deutlich besser ab:

Nur im Szenario 4 müsste sich der Anleger über einen Verlust ärgern. Dieser wäre aber geringer ausgefallen als bei einem direkten Investment in den Basiswert.

In den ersten drei Fallbeispielen hätte am Ende eine positive Rendite gestanden.

Das Discount-Zertifikat bietet dem Anleger also die Möglichkeit, mit geringerem Risiko (im Vergleich zur Direktanlage) positive Renditen zu generieren. Dafür gibt der Anleger die Chance auf sehr hohe Renditen auf.
Quelle: Deutscher Derivate Verband

Die Aufgabe sehr hoher Renditechancen ist allerdings nicht der einzige Nachteil, den man sich mit einem Investment in Discount Zertifikate einhandelt …

Risiken und Nachteile

Risiken und Nachteile

Über diese fünf Punkte solltest du dir unbedingt im Klaren sein, bevor du über ein Investment in Discount Zertifikate nachdenkst:

#1 Das Emittentenrisiko

Einfach gesagt: Geht die Bank pleite, die das Zertifikat herausgibt, ist das Geld im schlimmsten Fall futsch.

So geschehen bei der Insolvenz der traditionsreichen Investmentbank Lehman Brothers.

Diese wurde 2008 infolge der Finanzkrise zahlungsunfähig und die von der Bank emittierten Zertifikate waren damit wertlos.

Anders als bei einem Investment in Fonds gelten die in Zertifikate angelegten Gelder nicht als Sondervermögen.

Ein Totalverlust ist bei Banken mit guter Bonität zwar nicht sehr wahrscheinlich.

Aber eben auch nicht unmöglich.

#2 Kursrisiko

Fällt der Kurs des Basiswerts stärker als erwartet und unterschreitet das Niveau des Preisabschlags, kann es zu Verlusten kommen.

Findet zum Ende der Laufzeit ein Barwertausgleich statt, werden diese Verluste zwangsläufig realisiert.

Bei manchen Zertifikaten hingegen wird dem Anleger – je nach Rückzahlungsbedingungen – ein einfaches Indexzertifikat auf den Basiswert ins Depot übertragen.

In diesem Fall können zwischenzeitliche Buchwertverluste im Sinne des “buy and hold”-Prinzips ausgesessen werden.

#3 Intransparente Kosten

In seiner Studie Kostenvergleich von Altersvorsorgeprodukten (*) kommt der Finanzökonom Mark Ortmann zu dem Schluss:

Kaum ein Produkt ist so intransparent wie ein Zertifikat. Die meisten anfallenden Kosten sind nicht ausgewiesen, sondern im Produkt versteckt und für den Erwerber nicht nachvollziehbar.

#4 Keine Dividendenzahlungen

Als Inhaber eines Zertifikats hat man keinen Anspruch auf die Dividendenausschüttungen. Diese sind durch den Emittenten bereits im Kurs des Discount Zertifikats eingepreist.

#5 Undurchsichtige Preisbildung

Die komplexen Wechselwirkungen der weiter oben genannten Einflussfaktoren können dazu führen, dass der Kurs eines Discountzertifikats fällt, obwohl sich sein Basiswert positiv entwickelt.

Zum Beispiel weil Volatilität oder Dividendenerwartungen im gleichen Zeitraum ansteigen.

Die Wertentwicklung eines Discount Zertifikats ist für Privatanleger damit nicht ohne Weiteres nachzuvollziehen.

Wer mit den beschriebenen Nachteilen beziehungsweise Risiken leben kann, sollte sich mit der folgenden Frage beschäftigen:

Für wen lohnt sich das Investment?

Für wen lohnen sich Discount Zertifikate?

Nicht jeder Anleger kann oder will sich langfristig an ein Aktiendepot binden.

Zum Beispiel weil das bisher angesparte Vermögen in wenigen Jahren beim Kauf einer Immobilie als Eigenkapital eingesetzt werden soll.

Wie bereits eingangs erwähnt, fehlt es an attraktiven Anlagemöglichkeiten für mittelfristige Anlagehorizonte.

Mit Festgeld ist kaum noch was zu holen.

Zumindest nicht, wenn die Ersparnisse über den deutschen Einlagensicherungsfonds abgesichert sein sollen.

(Welchen Wert die Einlagensicherung im Ernstfall überhaupt hat, analysieren die Kritischen Anleger sehr schön in diesem Artikel)

Selbst bei einer Anlagedauer von mehr als 7 Jahren gibt es nur rund 1,5 Prozent Zinsen (Stand Februar 2017).

Wer mehr will, muss sein Geld über Anlagemarktplätze wie WeltSparen oder Savedo ins Ausland schieben.

Dort winken bei längeren Laufzeiten zwar Zinssätze bis zu 3 Prozent pro Jahr.

Man muss allerdings darauf vertrauen, dass es Institute wie die kroatische “Bank Kovanica”, die portugiesische “Haitong Bank” oder die lettische “AS Privat Bank” in drei, fünf oder sieben Jahren überhaupt noch gibt.

Und die Einlagensicherung der besagten Länder im Falle einer Bankenkrise über genügend Reserven verfügt …

Davon abgesehen möchte sich nicht jeder so lange mit seinen Ersparnissen binden.

Discount Zertifikate bieten Flexibilität

Mit ihnen sind Renditen im Bereich von 2 bis 4 Prozent auch bei kürzeren Laufzeiten realisierbar.

Was, wie bereits besprochen, mit einem gewissen Kursrisiko erkauft wird.

Dr. Thomas Zwirner (HSBC Bank), der Erfinder von Discount Zertifikaten, sagt über seine Investment-Idee:

Letztendlich bestechen Discount-Zertifikate durch die Möglichkeit, mit einem subjektiv einschätzbaren Risiko eine festgelegte Renditechance umzusetzen.

Der Deutsche Derivate Verband – die Interessensvertretung der Zertifikate-Emittenten – empfiehlt, sich vor einer Anlage in Discount-Zertifikate diese vier Fragen zu stellen:

  1. In welchen Basiswert möchte ich investieren?
  2. Welche Markterwartung habe ich an diesen Basiswert?
  3. Welches Risiko bin ich bereit einzugehen?
  4. Wie lange soll das Produkt laufen?

Die Laufzeit von (neu emittierten) Discount-Zertifikaten ist endlich und liegt üblicherweise in einem Bereich zwischen 3 Monaten und 3 Jahren.

Für Anleger, die ihr Zertifikate-Depot nicht selbst umschichten wollen, haben sich die Banken eine weitere Produktkategorie ausgedacht:

Rolling-Discount-Zertifikate

Diese schichten in gewissen Zeitabständen automatisch in neue Discount Zertifikate um. Die Konditionen werden dabei jeweils an die aktuelle Marktlage angepasst.

Das bedeutet, dass der Cap den einmal gewählten prozentualen Abstand zum Kurs des Basiswerts bei jeder Umschichtung beibehält.

Diesen Service lassen sich die Emittenten durch eine Management-Gebühr (ca. 1 Prozent) natürlich extra vergüten.

Wofür sich Discount Zertifikate nicht eignen

Wofür sich Discount Zertifikate nicht eignen

Kurzfristige Investments

Zertifikate lassen sich grundsätzlich zwar jederzeit über die Börse verkaufen. Aber in Abhängigkeit von der Entwicklung des Basiswerts nur unter Inkaufnahme von Verlusten.

Sie taugen damit definitiv nicht als Ersatz für ein Tagesgeldkonto.

Der entscheidende Vorteil eines Tagesgeldkontos liegt in seiner Liquidität. Der schnellen Verfügbarkeit des Geldes also.

Für die finanzielle Notfallreserve in Höhe von 3-4 Nettomonatseinkommen ist es daher weiterhin der richtige Platz. Da können die Zinsen noch so niedrig sein.

Ebenfalls ungeeignet sind Discount Zertifikate für …

Langfristige Investments

Und das aus mehreren Gründen:

  • Durch den Cap profitiert man nur begrenzt von steigenden Kursen
  • Zusätzlich schmälert der fehlende Anspruch auf Dividendenzahlung die Renditeerwartung
  • Das Emittentenrisiko fällt mit größeren Anlagesummen immer stärker ins Gewicht
  • Die Notwendigkeit zum ständigen Umschichten ist entweder zeitaufwändig oder teuer (siehe Rolling-Discount-Zertifikate)
Für den langfristigen Vermögensaufbau ist ein direktes Investment in Börsenindizes der Anlage in Discount Zertifikaten eindeutig vorzuziehen.

Denn bei börsengehandelten Indexfonds (ETFs)

  • ist die erzielbare Rendite nicht gedeckelt
  • kommen Dividenden dem Anleger zugute
  • sind die Kosten transparent
  • gelten die Einlagen als Sondervermögen und sind somit im Fall einer Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft geschützt
  • ist der Zeitaufwand für die Depotführung minimal (eine passive Anlagestrategie vorausgesetzt)

Wie du mit Indexfonds (ETFs) und einer passiven Anlagestrategie auf einfache Weise Vermögen aufbauen kannst, erfährst du in meinem Online-Kurs ZENinvestor.

Zertifikate kaufen: so geht’s

Du bist dir über den Basiswert, die Höhe des gewünschten Risikopuffers und die Restlaufzeit im Klaren?

Dann kannst du mit der Suche nach geeigneten Discount Zertifikaten starten.

Einen ersten Überblick bekommst du mit einem Zertifikate Finder, wie ihn beispielsweise das Finanzportal OnVista anbietet.

Zuerst muss die richtige Kategorie ausgewählt werden:

Discount-Zertifikate

Anschließend wählst du den Basiswert. Ich habe hier beispielhaft den DAX genommen …

Discount-Zertifikate

Danach bestimmst du über den Discount die Höhe des Preisabschlags. Nicht vergessen: Dieser Wert dient als Risikopuffer für den Fall, dass der Basiswert im Kurs fällt.

Ich habe mich hier für einen Risikopuffer von mindestens 20 Prozent entschieden:

Discount-Zertifikate

Nun musst du noch die Restlaufzeit festlegen. Ich habe mindestens 1 Jahr gewählt, der Zeitraum lässt sich aber auf Wunsch genau eingrenzen:

Discount-Zertifikate

Umgehend zeigt dir der Zertifikate Finder nun die Produkte an, die deinen Suchkriterien entsprechen:

Discount-Zertifikate

Per Klick auf die Wertpapierkennnummer (WKN) wird dir das detaillierte Profil des gewählten Zertifikats mit den wichtigsten Parametern angezeigt:

Discount-Zertifikate

Im Finder von OnVista lassen sich noch zusätzliche Merkmale bei der Auswahl des passenden Discount Zertifikates festlegen:

Standard oder Period-Protected?

Discount-Zertifikate

Was ein Rolling-Discount-Zertifikat ist, haben wir bereits besprochen. Was aber ist unter einem “Period-Protected Discountzertifikat” zu verstehen?

Diese Produkte verfügen über eine Barriere, die die Auszahlung des Höchstbetrages schützt, selbst wenn der Basiswert am Laufzeitende unter dem Cap schließt. Einzige Bedingung: Der Basiswert darf während der gesamten Laufzeit niemals die Barriere berührt oder durchbrochen haben.

Während bei den herkömmlichen Protect-Discount-Zertifikaten die Barriere die ganze Laufzeit über erreicht werden kann und dann den Teilschutz außer Kraft setzen würde, ist dies bei der Pro-Variante nur in einem bestimmten Zeitraum am Ende der Laufzeit möglich.
Quelle: Deutscher Derivate Verband

“Period-Protected” bedeutet also:

Solange der Basiswert in einem kurzen Zeitfenster zum Ende der Laufzeit nicht tiefer sinkt als das sogenannte Protect-Level (= Höhe des Discounts), bekommt der Anleger am Ende den Höchstbetrag ausgezahlt.

Auch wenn der Basiswert zu diesem Zeitpunkt unterhalb des Caps notiert.

Ist es nicht toll, was sich Banker so alles ausdenken? 😉

Spaß beseite: Solltest du bei deinen Recherchen auf den Begriff “Quanto” stoßen …

…unter diesem Etikett finden sich währungsgesicherte Zertifikate.

Eine Frage dürfen wir natürlich nicht ausklammern:

Die Besteuerung von Zertifikaten

Die Angelegenheit ist glücklicherweise nicht allzu kompliziert geregelt:

Ausgezahlte Kapitalgewinne aus Zertifikaten werden mit der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent (plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) belegt.

Es gilt der übliche Sparer-Pauschbetrag in einer Gesamthöhe von 801 Euro pro Kalenderjahr (1.602 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare).

Die Abgeltungssteuer wird automatisch von der Depotbank ans Finanzamt abgeführt.

Meine Erfahrungen

Erfahrungen mit Discount Zertifikaten

Ich gebe zu, dass meinen letzten Zertifikate-Investements schon mehr als 10 Jahre zurückliegen.

Damals war ich fasziniert von der Möglichkeit, das Chance-Risikoprofil eines Anlageprodukts mehr oder weniger frei wählen zu können.

Woran ich damals allerdings überhaupt keinen Gedanken verschwendet habe, war das Emittentenrisiko.

Eine Bank war für mich eine Bank. Also gleichbedeutend mit dem Begriff: sicher.

Tja, und dann kam es in den Jahren 2007/2008 bekanntlich zur Finanzkrise.

Keine Ahnung warum, aber kurz zuvor hatte ich die Lust an Discount Zertifikaten verloren …

…und damit wohl ordentlich Glück gehabt.

Wenn du weißt, was du tust

Aus heutiger Sicht bin ich damals ziemlich naiv zur Werke gegangen.

Denn selbstverständlich können Banken pleite gehen, wie wir (mittlerweile) wissen.

Risikolose Rendite ist und bleibt nun einmal nichts anderes als eine Illusion.

Zurück zur Ausgangsfrage dieses Artikels:

Sind Discount Zertifikate der Anlagetipp schlechthin für unentschlossene Anleger?

Sind sind zumindest eine denkbare Option für Anlagezeiträume zwischen einem und mehreren Jahren.

Wenn du zu der eng umschriebenen Anlegergruppe gehörst, dir der Risiken bewusst bist und vernünftig mit diesen umgehst (Stichwort: Diversifikation) …

…dann sehe ich keinen Grund, warum du nicht über ein Investment in Discount Zertifikate nachdenken solltest.

Um Missverständnissen vorzubeugen

Ich sage nicht, dass ich Discount Zertifikate für ein supertolles Finanzprodukt halte.

Im Gegenteil.

Aber ich erkenne an, dass die Situation derzeit für all diejenigen Anleger unbefriedigend ist, die sich aus bestimmten Gründen nicht länger binden wollen.

Für diese Gruppe können Discount Zertifikate eine Lösung sein.

Zumindest um die Zeit bis zu einem langfristig sinnvollen Investment (Immobilien oder Wertpapier-Depot) zu überbrücken.

Nicht mehr und nicht weniger.

 
Hast du bereits Erfahrungen mit Discount Zertifikaten gemacht? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

  • Matthias Krapp 26. Februar 2017, 09:19

    Als Ex-Banker kann ich das nicht empfehlen, da hier einer immer gewinnt, die Bank! Hohe Kosten, viele zusatzrisiken und Intransparenz wie die Produkte berechnet und konstruiert werden. “Zeitlich befristete Wette”, dann doch lieber ein gutes ETF Portfolio mit geringerer Aktienquote!

    • Holger Grethe 26. Februar 2017, 09:32

      Hallo Matthias,

      welche “Zusatzrisiken” gibt es, die nicht im Artikel erwähnt sind?

    • Matthias 2. März 2017, 16:16

      Hallo Holger,
      hatte mich nur kurz und knapp gemeldet, da im Urlaub und beim Kaffee schnell quer gelesen 🙂 Generell sind alle Risiken ja aufgelistet oder in den nachstehenden Kommentarebn gelistet. Mir ging es auch um Preisfeststellungen, Kurspflege der Zertifikate, Zeitpunkt der Fälligkeit oder Manipulation der Indices an den Fälligkeitstagen durch wen wohl ???
      Ich sehe es als Berater aus der Brille des Anlegers, dem wird entweder was verkauft oder er versucht sich selber schlau zu machen. Dann trifft “Wissen” oder gefährliches Halbwissen 🙂 ?? auf Erfahrung oder halt nicht, sprich man hat es selber erfahren (bisher nur positives?) Mein Wissen und meine Erfahrung zeigt mir, das es zwar häufig “gut geht/läuft”, aber wenn nicht, dann immer wenn man es nicht gebrauchen kann und das ist bei Zeiträumen 1 – mehrere Jahre immer möglich. Ich denke an “schwarze Schwäne” und hohe Wahrscheinlichkeiten die natürlich auch anderes laufen können, aber dann die Menschen treffen, die darauf nicht vorbereitet sind, keine Vorstellung haben was dann passieren könnte, darauf angwiesen sind oder es fest eingeplant haben. Ich denke das da strategishe Ansätze besser sind, als “Spielgeld” würde ich auch nicht machen, da das die Strategie unterläuft (wenn die Spekulation nicht aufgeht, vermiest es die Gesamtrendite 🙂 ). Profis können es für sich machen, sollten aber ehrlich sein ob Sie wirklich langfrisig besser sind als der Markt :-). die zahlen beweisen das es nicht so ist. Man sollte auch mal offen und ehrlich einfach sagen oder sich im klaren sein, wie ich es auch mit Mandanten praktiziere: Wenn du keinen Verlust verkraften kannst oder willst, weil das Kapital notwendig ist um “zum Beispiel den Kauf einer Immobilie zu finanzieren”, dann das LASS ES SEIN und mach lieber nichts! Jeder ist seines Glückes Schmied und sicherlich gibt es den einen oder anderen der dies hier anderes sieht, aber das ist ja auch ok so.
      Ich sage also nicht schlecht oder gut sondern lieber anders, da “berechenbarer” wie z.B. ein gutes Welt-ETF Portfolio mit geringerer Aktienquote! Liebe Grüße an Pro und Contra und an Dich, Holger

  • Robert Michel 26. Februar 2017, 10:39

    Um die Zertifikate richtig beurteilen zu können, muss man sich vertieftes Wissen über Optionen aneignen. Die Banken treten bei Zertifikaten nur als Zwischenhändler für diverse Optionsgeschäfte auf. Wenn man das Wissen hat, kann man sich auch gleich den Zwischenhändler sparen und selbst covert Calls oder Cash-secured Puts schreiben. Das sind die äquivalenten Optionsgeschäfte.

    • Holger Grethe 26. Februar 2017, 11:20

      Ich verstehe deinen Punkt. Nur dürfte die von dir beschriebene DIY-Variante für die meisten Privatanleger mangels Zeit und Wissen nicht in Frage kommen.

      Ich bin nicht der Meinung, dass man die Funktionsweise eines Finanzprodukts (egal ob ETFs oder Zertifikate) bis ins letzte Detail verstanden haben muss, um darin investieren zu können.

      Entscheidend ist, sich der wesentlichen Risiken bewusst zu sein und diese im Zusammenhang mit der Renditeerwartung realistisch zu bewerten.

      Ich fahre seit über 20 Jahren unfallfrei Auto, obwohl ich bis heute keinen genauen Plan davon habe, wie ein Verbrennungsmotor funktioniert.

      Allerdings kann ich mir lebhaft vorstellen, was passiert, wenn man auf glatter Straße zu schnell in die Kurve fährt … 😉

    • Der Privatier 26. Februar 2017, 12:30

      Hallo Robert, ich sehe das genau so wie Holger: Man muss keinesfalls irgendetwas von Optionen verstehen, um Zertifikate beurteilen und erfolgreich handeln zu können.

      Allerdings hast Du durchaus Recht damit, dass es (fast) immer ertragreicher ist, wenn man eine Zertikate-Konstruktion selber mit Hilfe von Optionen umsetzt.

      Die Einschränkung “fast” kommt daher, dass ein Optionshändler in der Regel eine andere Denkweise hat, als ein Aktien- oder Zertifikate-Händler. Der Optionshändler schaut zunächst auf die Kennzahlen (Volatilität, Griechen, etc.), um sich danach für einen Markt zu entscheiden (Öl, Soja, Gold, S&P, etc.). Ihm ist es egal, womit er sein Geld verdient.
      Ein Aktien- und Zertifikate-Händler ist aber in erster Linie vom Underlying überzeugt und sucht sich dann ein geeignetes Instrument aus. Wenn ich aber heute z.B. vom Anstieg von Nordex überzeugt bin, werde ich bestimmt Zertifikate finden, bei Optionen habe ich da aber arge Zweifel (habe nicht nachgesehen). Wenn es sie geben würde, wäre der Handel dermassen dünn, dass ich nicht daran teilnehmen wollte.

      Daher: In der Theorie hast du Recht, in der Praxis ist ein Zertifikat oftmals sehr viel einfacher und manchmal sogar die einzige Möglichkeit.

      Gruß, Der Privatier

    • Alexander Schmitt 1. März 2017, 15:17

      Hallo Matthias, Robert, Holger und Privatier,
      ich bin da eher auf Robert’s Seite, weil die Begründung von Matthias eigentlich schon alles sagt. Sie ist zwar kurz, allerdings ist es eben genau der Ausgang. Der Preis eines Zertifikates oder eines Derivates wird von der Bank gemacht, dem liegen mathematische Modelle zugrunde. Ob jetzt jeder die Brownsche-Bewegung oder die Black-Scholes Formel verstanden haben muss, unabhängig davon das die Verteilungsannahme widerlegt sein sollte, mag dahingestellt sein. Aber wann und wie mit Optionen Geld verdient wird, sowohl von der restlichen Zeitdauer bis zum Termin als auch vom Abstand zum Basiswert, spielt eine große Rolle. Deswegen lohnt es zwar, Call zu schreiben, aber nicht unbedingt, mit einem Derivat eine ähnliche Strategie zu verfolgen.
      Meine Empfehlung wäre daher erst zu überlegen, ob solche ein Derivat mit einem Downside-Risiko die richtige Anlage ist. Oder besser anders herum, was wäre die beste Anlagemöglichkeit für einen ungewissen Zeitraum? Aber unter dem Risikoprofil des Anlegers und mit einer gesunden Abwägung der Chancen und Risiken, vor allem aber auch möglicher Opportunitätskosten. Was ist denn überhaupt das Ziel? Also viel langfristiger, als in 1-10 Jahren ein Haus zu kaufen?
      Denn vielleicht bewegt sich nicht der Dax, aber die Volatilität und dann bewegt sich auch der Kurs, in Abhängigkeit der Laufzeit. Am Ende gewinnt die Bank, und da sind wir wieder bei Matthias.
      Grüße, Alex

  • Lena 26. Februar 2017, 11:03

    Hallo Holger,
    was spricht gegen Staats- und Unternehmensanleihen mit kurzfristigen Laufzeiten als Alternative zum Tagesgeld?
    Mit scheinen die Risiken bei Discount-Zertifikaten doch zu überwiegen.
    Beste Grüße.

    • Holger Grethe 26. Februar 2017, 11:15

      Hallo Lena,

      soweit ich das überblicke, fallen die Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen mit guter Bonität und kurzer Laufzeit derzeit nicht wesentlich höher aus als die von Tages- oder Festgeldkonten.

      Es bleibt dabei: wer mehr will, muss gewisse Risiken tragen. Ob es die von Discount Zertifikaten sein müssen, sei mal dahin gestellt.

  • Der Privatier 26. Februar 2017, 12:15

    Sehr schöner Beitrag, Holger!
    Ich wollte selber auch immer schon einmal Beiträge über Zertifikate schreiben, habe aber immer die Arbeit gescheut. Ich halte Zertifikate (wenn sie nicht zu kompliziert konstruiert sind) immer noch für eine sehr gute Anlagemöglichkeit.

    Wenn ich Deine Liste von Zertifikte-Typen im obigen Beitrag richtig deute, könnte es sein, dass Du in Zukunft über weitere Zertifikate schreiben möchtest. Dann vergiss doch bitte nicht meine aktuellen Lieblinge, die Aktienanleihen. Auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt, so handelt es sich im Kern eben doch auch um Zertifikate.

    Und gerade im Vergleich zu Fest-/Tagesgeld halte ich sie für äußerst interessant. Vor wenigen Tagen erst habe ich einem Leser eine Aktienanleihe auf Adidas (s. Kommentar: http://der-privatier.com/kap-12-8-investment-ideen/#comment-9448) empfohlen, mit einer Rendite von ca. 4% bei einem Risiko, dass Adidas innerhalb der Laufzeit nicht um 67% fallen darf. Ich empfinde das als eine interessante Möglichkeit.

    Gruß, Der Privatier

    • Holger Grethe 27. Februar 2017, 10:07

      Hallo Peter,

      dass ich in Zukunft über weitere Zertifikate-Typen schreiben werde, ist wohl eher unwahrscheinlich.

      Mir geht es im Kern weiterhin um den langfristigen Vermögensaufbau (mit ETFs). Finanzprodukte mit “spekulativem Touch” interessieren mich daher weniger.

      Dieser Artikel ist dahingehend eine Ausnahme, weil es um ein klar umschriebenes Problem (mittlere Anlagedauer ohne fest Bindung) geht, dass eine gewisse Gruppe von Anlegern nun einmal beschäftigt …

  • Bankenmärchen 26. Februar 2017, 13:23

    Zertifikate… ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich davon nicht sehr viel halte. Obwohl dein Artikel wirklich schön geschrieben ist und super Informationen beinhaltet. Aber ich werde mit dem Gedanken einfach nicht warm, dass Zertifikate immer irgendwie zu komplex sind, als dass ich in 2 Sätzen meinen Eltern verkaufen kann. Und das ist leider auch schon das wichtigste Kriterium. Finanzprodukte müssen einfach sein. Bei Zertifikaten habe ich immer das Gefühl, dass es einen Haken gibt, den ich nicht verstehe. Da greife ich lieber auf die guten alten ETF´s zurück. 🙂

    • Holger Grethe 26. Februar 2017, 14:16

      Nur am Rande: Discount Zertifikate gibt es seit Mitte der 1990er-Jahre. In ETFs kann man in Deutschland erst seit dem Jahr 2000 investieren 😉

  • Norman Hübner 26. Februar 2017, 21:47

    Hallo Holger,

    richtigerweise hast Du anscheinend alle (?) Risiken der Produktgattung aufgeführt.

    Was mir an diesen Zertifikaten, wie auch den vom “Privatier” genannten “Aktienanleihen” nicht gefällt, ist daß die Formulierungen so sind, als würde der Anleger einen Sicherheitspuffer bekommen.

    Tatsächlich tritt der Anleger in die Rolle der Versicherungsgesellschaft, und sichert gegen eine bescheidene Prämie “Discount” die entsprechenden Basiswerte ggü. der Bank ab. Nur daß Versicherungsgesellschaften normalerweise selbst über die Kostenstruktur bescheid wissen, in diesem Falle der Kunde aber nicht.

    Ich kann mich noch an einen Artikel im Vorfeld der Finanzkrise erinnern; die Volatilität war bereits hoch. Es ging um ein Zertifikat zu ProSiebenSat.1, deren Aktie (noch lange nicht im DAX) gerade auf 10 Euro gefallen war. Die “Sicherheits”-Schwelle, unter der das Zertifikat zum Aktienkurs bewertet werden würde, schien dem empfehlenden Autor mit 5 Euro meilenweit weg. Inzwischen wissen wir ja, daß die ProSiebenSat.1-Aktie erst unter einen Euro fallen mußte, um sich erst langsam wieder auf das heutige Niveau und in den Dax zu begeben. Ob das Zertifikat dazu eine genügend lange Laufzeit gehabt hätte, weiß ich heute leider nicht mehr.

    Über Discount-Zertifikate sollte man -wenn dann- erst bei sehr hoher Volatilität nachdenken, da dank der Optionen erst so ein großer “Preisabschlag” (Versicherungsprämie) entsteht. Daß in so stürmischen Zeiten, viele Anleger, die jetzt mit 2% annualisierter Rendite zufrieden wären, dann noch an solchen Produkten Interesse hätten, halte ich für unwahrscheinlich.

    • Holger Grethe 27. Februar 2017, 10:03

      Hallo Norman,

      vielen Dank für deine guten Ergänzungen!

  • Vermögensanleger 27. Februar 2017, 09:07

    Guten Morgen Holger,

    du hast die Gesamtumstände rund um das Zertifikat wirklich super dargestellt und für jeden verständlich gemacht. Etwas in dieser Art habe ich bislang noch nirgendwo gefunden. Meine Anerkennung!

    Trotzdem bleibt das Thema per se schwere Kost. Es ist einfach kompliziert, insbesondere für die Masse an Privatanlegern. Mir wäre es das nicht wert, mich in so ein Thema hineinzukämpfen, nur um mittelfristig ein paar Prozentpunkte an Rendite herauszuquetschen. Auch nicht als Übergang vor einem Immobilieninvestment. Dafür wäre mir das Verlustrisiko immer noch zu hoch. Ich unterscheide immer zwischen Spekulation und geplantem und strategischem Vermögensaufbau. Ich bin ein Anhänger der zweiten Variante. Zertifikate gehören für mich daher zu den Anlagemöglichkeiten, die ich ignoriere. Mir reicht es, mich auf drei vier Geldanlagemöglichkeiten zu konzentrieren und meine gesamte Finanzstrategie langfristig auszurichten. Sollte alles schön einfach gehalten werden.

    Wer sich einen überschaubaren Betrag zum Spekulieren in seiner Vermögensstruktur reserviert hat, für den sind Zertifikate sicherlich eine sinnvolle Option um eine Extra-Rendite zu erreichen.

    Schöne Grüße
    Marco

    • Holger Grethe 27. Februar 2017, 10:02

      Hallo Marco,

      vielen Dank für deinen differenzierten Kommentar!

      Ich unterscheide immer zwischen Spekulation und geplantem und strategischem Vermögensaufbau. Ich bin ein Anhänger der zweiten Variante.

      Genauso sehe ich das auch. Für mich sind Discount Zertifikate auch keine Überlegung wert, da sie für den langfristigen Vermögensaufbau schlicht ungeeignet sind.

      Aber da ich den Blog nicht für mich selbst schreibe und ich immer wieder von Lesern nach mittelfristigen Anlagelösungen gefragt werde, habe ich mich zu diesem Artikel entschlossen.

  • Thomas 27. Februar 2017, 13:06

    Guter, sachlicher Artikel, Danke dafür
    Ja, Zertifikate haben einen schlechten Ruf (1.Vertriebspraktiken der Banken, 2. Lehman Bros. 3. Kostenstrukturen).

    Ich nutze seit 15 Jahre trotzdem diese Produkte und zwar sehr gerne, aber
    1. nicht zur langfristigen Anlage (da ETFs plus Einzelaktien)
    2. nur Discount- und Bonuszertifikate (alles andere ist mir zu teuer)
    3. als Basiswert nur Indices (meist Eurostoxx), Einzelwerte mir zu riskant
    4. Kauf nur wenn Vola akzeptable hoch ist (zB Vstoxx > 25)
    5. nur mit überschaubaren Laufzeiten (ca. 6 – 18 Monate)
    6. die Emittenten im Auge behalten (sind halt Inhaberschuldverschreibungen).
    Mit dem DIY Selbstbau habe ich mich auch geschäftigt (dadurch kann man auch auf die Produktmargen schließen), ist mir aber zu friemelig und die Einsparung bei meinen (Standard-)produkten zu gering.
    Wozu nutze ich die Dinger: ich kann durch ein für mich passendes Risikoprofil laufende Erträge generieren, die über dem klassischen Anleihenbereich liegen.

    Beste Grüße
    Thomas

    • Holger Grethe 27. Februar 2017, 13:24

      Vielen Dank für deinen Kommentar, Thomas!

  • Thomas 4. März 2017, 14:44

    Hallo Holger,

    dein Artikel ist wie immer sehr fundiert und ausgewogen. Danke Dir dafür.

    Für die Problematik, die Du besprichst habe ich eine andere Antwort gefunden. Ich beteilige mich an einer Energiegenossenschaft und werde Genosse. So arbeitet mein Geld an realen Projekten der Energiewende lokal in Deutschland mit. Das Investment ist eher mittelfristig 2-5 Jahre und die Renditen liegen über dem vom vergleichbaren Festgeld. Ich mache dies seit Fukushima und meine Erfahrungen sind positiv.
    Gruß
    Thomas

  • Tom 14. April 2017, 10:17

    Hallo Holger,

    interessanter und ausführlicher Artikel über Discount-Zertifikate. Einem Punkt deiner Argumente pro Discount-Zertifikat kann ich aber nicht zustimmen.
    Du beschreibst in und nach Beispiel 3, dass in 3 von 4 Fällen für den Anleger ein positives Ergebnis auftritt und es daher eine gute Anlage sei. Das ist allerdings ohne Betrachtung der Wahrscheinlichkeiten und Gewinn-/Verlustbeträge unvollständig.

    Ein plakatives Beispiel: Die Bank könnte dem Kunden ein Zertifikat verkaufen in dem steht; “Wir treffen uns einmal im Jahr und werfen einen Würfel, fällt eine 1,2,3,4 oder 5 erhält der Kunde 1€ von der Bank, bei einer 6 die Bank 6€ vom Kunden”. Sollte man dieses Zertifikat kaufen? Nach deiner Argumentation schon, da in 5 von 6 Fällen Gewinn für den Kunden rausspringt. Betrachtet man aber den Erwartungswert aus Sicht des Kunden (5/6*1€-1/6*6€=-1/6 €) stellt das ganze keine gute Wette dar. Im Einzelfall kann man Glück haben, fängt man aber noch an mit solchen “Wetten” zu diversifizieren kann man sich ziemlich sicher sein die Verluste einzufahren.

    Ich denke man kann davon ausgehen, dass die Zertfikate-Konstrukteure bei den Banken genau solche Wetten konstruieren, nur so kompliziert, dass man es als normaler Kunde nicht so einfach durchschaut. Und obendrauf bekommt man noch das Emittendenrisiko, wie du es ja in deinem Artikel erwähnst. Zertifikate mögen ihre Daseinsberechtigung zum Absichern von Risiken haben aber als reine Geldanlage für Normalverbraucher halte ich sie aus oben genannten Gründen nicht für besonders geeignet.

    Schöne Grüße
    Tom

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