Für wen eignet sich passives Investieren?

schattenkopf2

Wer mit halbwegs offenen Augen durchs Internet Leben geht, stößt unweigerlich auf eine Vielzahl von Angeboten, die mehr Geld, mehr Freiheit, mehr Glück, mehr irgendwas versprechen.

Doch egal wie seriös der Anbieter auch scheint, egal wie logisch die angepriesene Methode klingt, egal ob ihre Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist und egal wie viele andere Menschen damit schon Glückseligkeit erlangt haben wollen – eine Frage bleibt immer:

Funktioniert das auch für mich?

So erreichen mich mit schöner Regelmäßigkeit Leser- und Hörermails, in denen diverse Bedenken hinsichtlich passiver Anlagestrategien zum Ausdruck kommen.

Um dir diesbezüglich etwas mehr Klarheit zu verschaffen, beantworte ich in diesem Artikel acht Fragen, die mir zum passiven Investieren immer wieder gestellt werden. Vielleicht ist deine ja auch dabei?

Diesen Artikel als Podcast hören

Solltest du neu auf zendepot sein und keinen blassen Schimmer haben, worum es beim passiven Investieren geht, empfehle ich dir diese Themenseite. Dort habe ich eine Menge relevanter Informationen für dich zusammengestellt.

Nun zu den Fragen…

1. Ist passives Investieren auch etwas für Leute mit kleinem Geldbeutel?

Ja, absolut. Der Charme dieser Anlagemethode besteht darin, dass sie völlig unabhängig davon funktioniert, wie viel Geld dir zur Vermögensbildung zur Verfügung steht.

Egal ob Geringverdiener oder Einkommensmillionär: Jeder kann damit Vermögen bilden, denn das Prinzip ist immer das Gleiche. Das einzige, was sich ändert, ist die Anlagesumme.

In ein Minimalportfolio, bestehend aus nur zwei Fonds, kann schon ab 50 Euro pro Monat investiert werden.

2. Ist passives Investieren für Leute geeignet, die bereits über ein ansehnliches (Bar)vermögen verfügen?

Ja. Auch wer bereits einiges auf der hohen Kante hat und nach einer langfristigen Anlagemöglichkeit sucht, wird hier fündig.

Wer noch nie vorher in Aktien investiert hat, dürfte allerdings Probleme damit haben, sich mit seinen kompletten Ersparnissen in das Abenteuer Börse zu stürzen. Das ist aber auch gar nicht nötig.

Wichtig ist, zuallererst eine Anlagestrategie zu entwerfen, mit der man sich auch dann noch wohl fühlt, wenn es an der Börse mal abwärts geht. Denn so etwas wie Welpenschutz gibt es an der Börse nicht.

Eine denkbare Lösung ist, erst einmal nur einen kleinen Teil seines Vermögens in Wertpapiere zu investieren und die eigene Belastbarkeit in Sachen Wertschwankungen zu testen.

Wenn man sich gut damit fühlt, kann nach und nach mehr Geld in das Wertpapierdepot transferiert werden.

3. Ist der Zeitpunkt zum Einstieg an der Börse momentan nicht eher ungünstig?

Kommt drauf an, wie man es sieht. Der Zeitpunkt zum Einstieg an der Börse ist im Grunde immer „ungünstig“, da man im Vorhinein nie weiß, wie sich die Dinge entwickeln werden.

Deshalb könnte man sich genauso gut auf den Standpunkt stellen, der Zeitpunkt sei immer günstig. Und genau das tue ich. Denn langfristig gesehen profitiert man ordentlich von der attraktiven Rendite des Aktienmarkts.

In den Genuss der Aktienmarktrendite kommt man allerdings nur dann, wenn man auch wirklich in Aktien investiert und nicht nur darüber sinniert.

Wer jahrelang abwartend an der Seitenlinie sitzt und vor sich hinmurmelt „Soll ich…soll ich nicht…soll ich..soll ich nicht…“ wird sich rückblickend vermutlich über viele verpasste Chancen ärgern.

4. Wie lange sollte der Anlagehorizont beim passiven Investieren sein?

Mindestens 15, besser 20 Jahre. Gerne noch länger. Warum dies so ist, erkläre ich in diesem Artikel.

In dem genannten Zeitraum ist die Ruhestandsphase, also die Zeit in der man von seinen Ersparnissen leben möchte, bereits inbegriffen.

Rechnet man mit einer mittleren Lebenserwartung von etwa 80 Jahren, ist es also keineswegs zu spät, mit Ende 50 in den Aktienmarkt zu investieren.

Um aber eines klar zu sagen: ein Wertpapierdepot ist kein Sparbuch- oder Tagesgeldersatz, auch wenn gewisse Finanzdienstleister dies gerne suggerieren.

Bei einem Sparbuch kann ich mir ziemlich sicher sein, dass der morgige Kontostand exakt dem von heute entspricht. Zumindest solang keine Aus- oder Einzahlungen vorgenommen werden.

Bei einem Aktiendepot sieht das ganz anders aus. Hier gilt: Je höher die Aktienquote, desto größer die Wertschwankungen des Depots.

Ein Depot ist also nichts für Leute, die jederzeit einfach mal ein wenig Geld abheben möchten. Geld bekommt man zwar immer aus seinem Depot, muss dann aber zu bestimmten Zeiten mit Verlusten leben.

ZENinvestorLebe aktiv, investiere passiv.
ZENinvestor ist ein Online-Video-Training, das dir Schritt für Schritt zeigt, wie du mit einer passiven Anlagestrategie und Indexfonds (ETFs) ohne Zeitaufwand Vermögen bilden kannst.  

5. Welche Rendite ist beim passiven Investieren drin?

Abhängig davon, wie das Depot gestaltet ist und wie gerechnet wird, ist von 1 bis 9 Prozent pro Jahr alles drin. Wie erklärt sich diese große Bandbreite?

Generell lohnt es sich, bei Renditeangaben genau hinzusehen. Denn die verlockenden Zahlen in den Hochglanzbroschüren von Fondsgesellschaften und Co. sind immer nur die halbe Wahrheit.

Angepriesen wird so gut wie immer die Bruttorendite eines Anlageprodukts. In der Vergangenheit waren mit Aktien gute 9 Prozent Bruttorendite pro Jahr drin.

Das klingt sehr verlockend.

Diese Rendite erreichten allerdings nur Anleger, deren Aktienquote jederzeit bei 100 Prozent lag. Den meisten ist das zu riskant. Wer 20-30 Prozent Anleihen beimischt, dürfte die Gesamtrendite seines Portfolios in Richtung 7 Prozent senken.

Nun kommen die Kosten ins Spiel.

Kosten

Die Verwaltungsgebühren von ETFs sind erfreulich gering und liegen durchschnittlich bei ca. 0,4 Prozent pro Jahr.

Hinzu kommen die Transaktionskosten des Anlegers, die sich etwas schwerer beziffern lassen, da sie in Bezug zur Haltedauer der gekauften Anteile gesetzt werden müssen. Die individuellen Unterschiede sind hier groß.

Gehen wir einfach mal von einem kostenbedingten Renditeverlust von 1 Prozent pro Jahr aus, landet man bei 6 Prozent Rendite pro Jahr.

Steuern

Nun kommt noch das Finanzamt und möchte seinen Anteil. Der Einfachheit halber rechnen wir das Ganze mit einer Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent auf Kapitalgewinne: 7 Prozent x 0,25 = 1,75 Prozent.

Da sich das Finanzamt nicht für unsere 1 Prozent Kosten interessiert, bezieht sich die Abgeltungssteuer auf die Rendite vor Kosten, also 7 Prozent.

Wenn wir davon ausgehen, dass sich die Aktienrendite zur einen Hälfte aus Dividendenzahlungen und zur anderen Hälfte aus Kursgewinnen zusammensetzt, können wir die Steuerlast gedanklich halbieren. Denn die Besteuerung von Kursgewinnen erfolgt erst beim Verkauf der Anteile in der (fernen) Zukunft.

Da uns hier die jährliche Durchschnittsrendite beim Aufbau unseres Vermögens interessiert, rechnen wir diesen „Steuerstundungseffekt“ mit ein und setzen rund 0,9 Prozent Abgeltungssteuer pro Jahr an.

Abzüglich der Abgeltungssteuer bleiben nun noch 5,1 Prozent Rendite (6 – 0,9 = 5,1).

Das ist immer noch ganz ordentlich, keine Frage. Wer sich an dieser Stelle zufrieden zurücklehnt, hat allerdings einen wichtigen Punkt übersehen:

Inflation

Bereinigt man die 5,1 Prozent um eine Inflationsrate von durchschnittlich 2 Prozent, bleiben noch gut 3 Prozent Nettorendite.

Wichtig: Diese geschätzte Nettorendite erreichen nur Anleger, die über Jahre und Jahrzehnte tapfer investiert bleiben und auch sonst wenig Bockmist bauen!

Du findest diese Zahlen mickrig? Dann rechne mal andere Kapitalanlagen nach diesem Muster durch und du wirst feststellen, wie gut du mit Aktieninvestments dastehst…

6. Kann ich durch passives Investieren finanzielle Unabhängigkeit erreichen?

Abhängig von deinen Sparraten kannst du durch passives Investieren ein großes Vermögen aufbauen.

Und wer in der Lage ist, ein großes Vermögen aufzubauen, kann theoretisch alles mögliche damit erreichen: Ein Haus mit Meerblick, eine Yacht, eine gemeinnützige Stiftung, einen Flug ins All oder eben auch finanzielle Unabhängigkeit.

Sofern finanzielle Unabhängigkeit weit vor dem eigentlichen Rentenalter angestrebt wird, empfiehlt sich allerdings ein realistischer Blick auf die dafür benötigte Geldsumme und vielleicht auch auf die persönlichen Motive.

7. Macht passives Investieren noch Sinn, wenn man sich bereits kurz vor dem Ruhestand befindet?

Ja, siehe Frage 4.

8. Soll ich meine Ersparnisse nicht lieber in eine Immobilie investieren?

Wenn du mich fragst: Nein. Warum ich das so sehe, erläutere ich in einer Reihe von Artikeln, die du auf der Themenseite Immobilien findest.

Das wichtigste Argument: Die meisten Leute sind finanziell nur in der Lage, in EINE Immobilie zu investieren und setzen damit alles auf eine Karte.

Wer die Risiken bei der Vermögensbildung streuen will, ist mit einem gut diversifizierten Wertpapierportfolio sicherlich besser bedient.

 
War deine Frage nicht dabei? Ich freuen mich auf deinen Kommentar.

Links zum Podcast

Bildquelle: Pixabay (bearbeitet), lizensiert unter CC0 1.0

[ssba]

ZENinvestorLerne besser Investieren an der Börse
ZENinvestor ist ein Online-Video-Training, das dir Schritt für Schritt zeigt, wie du mit einer passiven Anlagestrategie und Indexfonds (ETFs) ohne Zeitaufwand Vermögen bilden kannst.

 

Comments on this entry are closed.

Hinweis: Die Kommentarfunktion wird 60 Tage nach Veröffentlichung des Artikels geschlossen.

 

  • Stefan 18. September 2014, 11:35

    Die Podcast sind echt der Hammer, muss ich jetzt mal so sagen, hab mir die Kopfhörer aufgesetzt und auf dem Fenster geschaut und gelauscht.

    Danke für die Beantwortung der Fragen, es war sehr interessant.

    Schöne Grüße
    Stefan

  • Bobby 18. September 2014, 16:24

    Hallo Holger

    bei Punkt 5. würde ich aber auch noch dazu sagen, dass hier über eine sehr lange Zeit (bis zu 10 Jahren) auch mal ein Minus vor den 1 bis 9 % stehen kann.

    Ansonsten wie immer schön zu lesen.

    Viele Grüsse
    Bobby

    • Holger Grethe 18. September 2014, 23:08

      Stimmt, Bobby! Deshalb sollte der Anlagehorizont ja auch 15+ Jahre sein… (siehe Frage 4)

  • Marc Viebahn 18. September 2014, 17:03

    Hallo Holger,
    erst einmal ein großes Lob für Deinen Blog und den Podcast. Ich finde es toll, dass Du Dich mit dem Thema beschäftigst und so zur Finanzbildung in Deutschland beiträgst.

    Ich habe mich aus eigenem Interesse auch ein wenig mit der Materie beschäftigt und bin vom passiven Investieren überzeugt. Die Frage ist aber für mich doch noch, was das „richtige“ passive Investieren ist.

    Bisher sind die meisten ETFs nach Marktkapitalisierung gewichtet, wahrscheinlich, weil in Bezug auf Transaktionskosten besser ist oder, weil irgendjemand bei Einrichtung des S&P das einmal so entschieden hat. Warum muss passiv aber unbedingt eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung bedeuten?

    Ich finde hier die Analysen von Research Affiliates und die Diskussion zum Thema „Smart Beta“ spannend. https://www.researchaffiliates.com/Our%20Ideas/Insights/Pages/Publications.aspx?r=ratopictaxtext%3a%22RAFI+Fundamental+Index%22

    Sicherlich darf Smart Beta nicht eine verkappte aktive Strategie darstellen, Marktkapitalisierung ist aber auch nicht die alleinige passive Anlage. Wie denkst Du über dieses Thema nach?

    Übrigens gibt es bei RA auch einen spannenden Artikel zum Thema LifeCycle Investment, der sehr konträr zur bestehenden Meinung hoher Atienquoten in jungen Jahren und niedrigere Aktienquoten vor der Rente steht. Ist spannend zu lesen. https://www.researchaffiliates.com/Our%20Ideas/Insights/Fundamentals/Pages/F_2012_Sep_The_Glidepath_Illusion.aspx

    Freue mich auf einen Austausch.
    Viele Grüße
    Marc

    • Holger Grethe 18. September 2014, 23:20

      Hallo Marc,

      passives Investieren hat für meine Begriffe erst einmal nichts mit der Gewichtung von Einzeltiteln in einem Index zu tun. Ich halte die Indexgewichtung ehrlich gesagt für eine Detailfrage.

      Die meisten ETFs sind nach Marktkapitalisierung gewichtet, weil sie großen Indizes folgen, die so gewichtet sind. Ich weiß, dass andere Gewichtungsmethoden mehr Rendite (und Risiko) versprechen. Das nützt aber nur wenig, wenn es keine vernünftigen ETFs gibt, mit denen man derartige Strategien realisieren kann.

      Den Artikel zum LifeCycle Investment kenne ich. Hier gilt ähnliches: Auf dem Papier sieht das toll aus. Aber wer will bis zum Rentenbeginn wirklich eine hohe Aktienquote fahren und das Risiko eingehen, zu Beginn der Entsparphase in einem Börsentief zu landen?

  • Christian 10. Oktober 2014, 08:33

    Hallo zusammen,
    ich bin eigentlich schon recht konkret mit meinen Depot Planungen wo ich jedoch immer wieder ins Stocken gerate ist, welchen ETF ich konkret auswählen sollte.
    Einfach nur nach TER zu gehen erscheit mir nicht sinnvoll. Es gibt ETF in unterschiedlichen Währungen. Da der EUR ja nun aktuell wieder stark rückläufig ist könnte man vermuten dass es wohl langfristig kaum eine Rolle spielt ob EUR oder USD bzw. letzteres vielleicht sogar besser?
    Volumen und Alter würde ich eigentlich auch nicht ganz außen vor lassen und zumindest die kleinen und neuen mal ausschließen.
    Sitz / Domizil gibt es auch große Unterschiede, die Auswirkungen auf besteuerung habe ich ehrlich gesagt noch nichts zu gelesen. Die ausländischen führen wohl die Abschlagssteuer nicht automatisch ab.
    Ob die ETF die Erträge Thesaurieren oder Ausschütten ist wohl Geschmackssache, gibt es dazu Meinungen?
    Der aber vermutlich größte Unterschied finde ich in den Replikations- methoden. Folgt der ETF dem Preis oder Performanceindex? Wie wird er abgebildet, via Vollständiger Replikation? Swap-basiert? Funded Swap, Unfunded Swap oder Optimiertes Sampling?
    Fragen über Fragen gibt es dazu etwas zu lesen oder wäre das ein Artikel wert? Danke, Christian

    • Holger Grethe 11. Oktober 2014, 08:41

      Hallo Christian,

      bitte habe Verständnis, dass die Kommentarfunktion unter Artikeln nicht wirklich dazu geeignet ist, in einem Rutsch ALLE Fragen rund ums Investieren in ETFs zu klären. 😉

      Du wirst auch andere Kommentatoren eher dazu bewegen, dir zu antworten, wenn du dich auf ein, maximal zwei Aspekte konzentrierst und dazu fragst.

      Ich greife mir einfach mal den Aspekt der Ausschüttung/Thesaurierung heraus und empfehle dir folgenden Gastartikel, den ich zu dem Thema geschrieben habe:
      https://www.smartsteuer.de/blog/2014/08/07/abgeltungssteuer-achtung-bei-thesaurierenden-fonds/

  • Christian 10. Oktober 2014, 09:03

    Nachtrag kann gerne unter den 1. Beitrag gehangen werden
    Hier sind alle Methoden, gibt es denn Empfehlungen?
    https://www.test.de/ETF-Boersengehandelte-Indexfonds-Ueber-die-Risiken-von-ETF-4309760-4312895/

  • DerJens 25. Februar 2016, 14:44

    Hallo Holger,

    der obige Beitrag ist zwar schon ein wenig älter, dennoch stöbere ich gerne auch durch die „alten“ Themen und finde immer wieder Neues.

    Mein Anlageberater rät mir dazu, meine montatlichen Ersparnisse einem Vermögensverwalter zu überlassen, damit er diese dem Markt entsprechend (und für mich dadurch mit weniger Risiko) anlegen kann. Die Nachteile dieser Investitionsstrategie sind mir durchaus bewusst (Verwaltungsgebühr, Fondsgebühr, etc.), das Argument des geringeren Risikos konnte ich allerdings nicht entkräften.
    Ich bin Berufsanfänger und habe noch keine „5.000€ zum Verzocken“, wie mir mein Berater nahelegte. Ich solle daher auf risikoreiche Investitionen verzichten und mein Geld lieber dem Profi übergeben. Dadurch hätte ich ein ausgewogenes Konzept mit einem angemessenen Risiko-Rendite-Verhältnis. Schließlich könnte ich mein Geld jederzeit umschichten, wenn der Verwalter nicht die gewünschte Rendite erreicht. Der Verwalter tue dies auch selbstständig, wenn die Kurse fallen.
    Mir ist klar, dass bei seinem Vorschlag er und auch der Vermögensverwalter, der das Geld in Fonds anlegt, mit meiner Anlage verdienen. Das Gefühl der Sicherheit, da mein Geld sich nicht in Nichts auflösen kann, konnte mir der Berater jedenfalls vermitteln. Bei der Investition in ETFs bliebe dieses Gefühl.
    Spielt mir mein Bauchgefühl hier einen Streich? Ich würde gerne die Gegenseite hören – sind die Kosten, die ich für einen Vermögensverwalter aufbringen muss, das Geld tatsächlich wert? Gibt es diese Sicherheit überhaupt, die man mir hier teuer verkauft?

    • Holger Grethe 26. Februar 2016, 17:44

      Hallo Jens,

      „Schließlich könnte ich mein Geld jederzeit umschichten, wenn der Verwalter nicht die gewünschte Rendite erreicht. Der Verwalter tue dies auch selbstständig, wenn die Kurse fallen.“

      Heißt im Klartext: Der Vermögensverwalter trifft aktive Anlageentscheidungen, die zufällig richtig oder falsch sein werden – mit entsprechenden (negativen) Auswirkungen auf die Portfoliorendite und wird dafür noch mit einer Gebühr belohnt.

      Inwieweit dir dieses Konzept ein Gefühl von „Sicherheit“ vermittelt, musst du für dich selbst beantworten. Bei einem selbst geführten ETF-Portfolio wird sich dein Geld genauso wahrscheinlich bzw. unwahrscheinlich „in Luft auflösen“ wie in den Händen des Vermögensverwalters.

      Ein Vermögensverwalter kann dir natürlich die Arbeit der Portfolioführung abnehmen, sollte aber in jedem Fall prognosefrei (passiv) investieren.

  • Zinnia 20. Juni 2016, 16:59

    Hallo Holger,
    ich informiere mich seit einiger Zeit über Geldanlagestrategien und ich finde Deine Seite wirklich lehrreich. Ich bin Berufsanfängerin mit einem mickrigen Gehalt, aber irgendwie habe ich schon relative viel Bargeld auf dem Tagesgeldkonto angehäuft. Allerdings wird dies nur mit 0,01% verzinst. Aktien/Fonds wären also angesichts der Inflation durchaus sinnvoller. Aber meine berufliche Situation ist noch nicht so sicher, dass ich definitiv für die nächsten 20 Jahre auf mein Geld verzichten kann. Gibt es denn irgendwas, was Du für mittelfristige Geldanlage (5-10 Jahre) empfehlen würdest? Sind ETFs doch noch dafür geeignet? Vielen Dank im Voraus! Zinnia

    • Holger Grethe 22. Juni 2016, 13:45

      Hallo Zinnia,

      Aktien-ETFs würde ich bei einer Laufzeit von 5-10 Jahren eher nicht in Erwägung ziehen. Um mittelfristige Anschaffungen zu finanzieren, hilft aus meiner Sicht nur eines: Geld sparen (nicht ausgeben) und auf dem Tagesgeldkonto horten.