Anleihen ETF: Lohnt sich das Investment?

Anleihen etf

Anleihen gehören in jedes ETF Depot!

…sagen die einen.

Warum soll ich in Anleihen ETF investieren, wenn diese keine oder sogar negative Zinsen bieten?

…fragen die anderen.

Gute Frage: Macht ein Investment Sinn, von dem man weiß, dass es bestenfalls eine Nullrendite bringt?

Im Fall von Anleihen lautet die Antwort eindeutig: Ja.

Warum das kein Widerspruch ist und weshalb viele Anleger die Funktion von Anleihen missverstehen, erfährst du in diesem Artikel.

Hier findest du eine leicht verständliche Einführung in Anleihen, wenn du dich zuerst mit ihrer grundlegenden Funktionsweise vertraut machen willst.

Hintergrund: Warum überhaupt Anleihen?

Warum Anleihen?

Die Idee, einen Teil des Vermögens in Anleihen zu investieren, kommt nicht aus dem Nirgendwo.

Sie ergibt sich aus der modernen Portfoliotheorie nach Harry M. Markowitz.

Deren zentrale These lautet:

Risiko und Rendite eines Wertpapiers sollten nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Kontext des Gesamtportfolios.

Markowitz Moderne Portfoliotheorie

Daraus resultiert die praktische Empfehlung, dass sich das Wertpapier-Portfolio aus einem risikoreichen (Aktien) und einem risikoarmen (Anleihen) Teil zusammensetzten sollte.

Anleihen gelten als risikoarm, weil sie weniger stark im Wert schwanken als Aktien. Genauer gesagt:

Die Schwankungsbreite der Jahresrenditen fällt bei Anleihen geringer aus als bei Aktien.

Je größer ihr Anteil am Portfolio ist, desto geringer wirkt sich deshalb ein ausgeprägter Kursverlust bei Aktien (“draw-down”) auf den Wert des Gesamtdepots aus.

Aktienquote und Risikolevel

Umgekehrt gilt: Je größer der Anteil von Aktien, desto höher ist das Risikolevel des Depots.

Aus diesem Grund lautet die zentrale Frage bei der Gestaltung jedes Wertpapierdepots:

Wie hoch soll die Aktienquote sein?

Einen Anhaltspunkt bietet dafür die tradierte Formel:

Aktienquote = 100 minus Lebensalter

Ein 30-jähriger Anleger sollte nach dieser Formel also 70 Prozent seiner Wertpapiere in Form von Aktien halten. Die restlichen 30 Prozent wandern in Anleihen.

Dabei gilt allerdings:

Anleihe ist nicht gleich Anleihe

Es ist nicht damit getan, in irgendwelche Anleihen zu investieren und auf die Segnungen der Risikominimierung zu hoffen.

Denn Anleihen sind nicht per se risikoarm.

Es gibt auch in dieser Anlageklasse eine Menge Schrott zu kaufen. Nicht umsonst wird eine gewisse Sorte Anleihen auch als “Junk Bonds” bezeichnet.

Den gewünschten Effekt der “Depotstabilisierung” leistet zuverlässig nur die folgende Kategorie:

Staatsanleihen mit höchster Bonität (idealerweise Triple A) und kurzen Restlaufzeiten in der Heimatwährung des Anlegers.

Zu den Ländern mit entsprechendem Bonitäts-Ranking zählen unter anderem Deutschland, Schweiz, Niederlande, Norwegen und Kanada.

Staatsanleihen dieser Kategorie werden in der Finanzliteratur häufig auch als “risikofrei” bezeichnet.

Ich halte diesen Begriff für irreführend, denn risikofreie Anlagen kann es aus grundsätzlichen Gründen gar nicht geben.

Einigen wir uns deshalb besser auf den Begriff “risikoarm”.

Die Negativrendite ist sicher

Wer sich die Netto-Renditen (nach Abzug der Abgeltungssteuer) von deutschen Bundeswertpapieren ansieht, stellt allerdings fest:

Bei Restlaufzeiten von weniger als 7 Jahren bewegen sich die Werte in einem Bereich von -0,7 bis 0,0 Prozent (Stand: Mitte März 2017)

Macht nach Abzug der Inflation eine ordentliche Negativrendite von -2,6 bis -1,9 Prozent.

Bekommt man heute statt einem risikolosen Zins also eher ein “zinsloses Risiko”, wie manche Anleihen-Kritiker unken?

Gegenfrage:

Sind negative Realrenditen bei Anleihen so außergewöhnlich?

Nein, sind sie nicht. Historisch betrachtet sind sie sogar der Normalzustand.

Der renommierte Finanzautor Gerd Kommer hat einmal die Renditen “risikofreier” Geldmarktanlagen in den USA, Großbritannien und Deutschland für den Zeitraum zwischen 1959 und 2016 (58 Jahre) untersucht:

Kommer Anleihen
© Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Gerd Kommer Invest GmbH

Wer sich ausschließlich die nominalen Renditen anschaut, könnte schnell in Euphorie geraten.

Fast 5 Prozent pro Jahr waren in Deutschland in der Vergangenheit drin. Ohne Risiko!

Gut, nach Abzug der Inflation waren es nur noch 2,3 Prozent. Und dann sind da ja noch diese nervigen Steuern und Kosten …

Rechnet man die runter, bleiben ganze 1,0 Prozent Rendite pro Jahr.

Verglichen mit GB (0,0 Prozent) und den USA (-0,3 Prozent) ein geradezu rekordverdächtiger Wert.

Gerd Kommers Fazit:

Von der “risikolosen” Anlage muss man langfristig nach Steuern, Kosten und Inflation eine leicht negative Rendite erwarten. Wenn der langfristige Durchschnitt negativ ist, müssen einzelne Jahre deutlich negativ sein.

Dass wir bis vor zwei, drei Jahren in Deutschland (weniger ausgeprägt in anderen Ländern) jahrzehntelang eine andere Situation hatten, ist eine historische Anomalie.

Die zitierte “historische Anomalie” im Hinterkopf fragen sich nun einige Anleger:

Muss man unbedingt in Anleihen investieren?

Anleihen ein Muss?

Nö, muss man nicht. Kann aber auch nicht schaden …

Stell dir einfach eine 50 Meter hohe Steilwand vor, die du durchklettern willst. Du hast dafür zwei Möglichkeiten:

Option 1: Du nimmst ein Bündel von 15 Karabinerhaken mit, um etwa alle 3 Meter eine Zwischensicherung anzubringen (ein befreundeter Kletterer hält das Seil).

Damit ließe sich deine Fallhöhe im Fall eines Absturzes auf maximal 6-7 Meter begrenzen.

Das dürfte zwar immer noch ordentlich rappeln, dir aber vermutlich das Leben retten.

Option 2: Du verzichtest auf Seil und Karabiner, um dich beim Aufstieg nicht mit unnötigem Zeugs zu beschweren.

So kannst du schneller klettern.

Allerdings führt in der Freikletter-Variante jeder Absturz völlig ungebremst in die Tiefe. Mit den entsprechenden Konsequenzen ….

Für welche Option entscheidest du dich nun? Da ahnst sicher, worauf ich hinaus will:

Anleihen sind die Karabinerhaken fürs Depot

Für sich betrachtet erscheint ein Investment in sichere Staatsanleihen derzeit kaum verlockend. Wie gesagt: Rendite = Fehlanzeige.

Trotzdem erfüllen Anleihen ihre Funktion als Risikodämpfer im Gesamtportfolio:

Kommt es zu einem Börsencrash, mildern Anleihen den Wertverlust.

Ausgehend von einer Aktienrendite von minus 50 Prozent (“draw down”) und einer Anleihenrendite von minus 2 Prozent, ergibt sich je nach Aktienquote folgendes Bild:

Fazit: Je mehr Anleihen, desto weniger dramatisch der Absturz.

Die Kehrseite der Medaille sind allerdings gewisse Renditeeinbußen, sollte es auf dem Aktienmarkt deutlich besser laufen.

Ausgehend von einer Aktienrendite von 10 Prozent und einer Anleihenrendite von minus 2 Prozent, ergeben sich folgende Werte:

Fazit: Je mehr Anleihen, desto geringer die Gesamtrendite des Portfolios.

Zugegeben hinkt der Klettervergleich an einer Stelle ganz ordentlich:

Stürzt der Freikletterer aus großer Höhe, war es das. Aktien-Anleger hingegen können einen Absturz (der Kurse) mit ausreichend Sitzfleisch einfach aussitzen.

Die Diversifikation hin zu qualitativ hochwertigen Anleihen ist heute wichtiger denn je. Vielleicht ist dies ein weiterer Grund, warum Investoren bereit sind, solch geringfügige Renditen bei Anleihen zu akzeptieren – sie zahlen eine Prämie für die Diversifikation.
Quelle: Morningstar

Natürlich muss man Anleihen nicht einzeln kaufen. Denn diese machen bei kurzen Laufzeiten immer wieder Umschichtungen innerhalb des risikoarmen Depotanteils notwendig.

In Staatsanleihen lässt sich bequem auch per ETF investieren …

Welche Anleihen ETF kommen in Frage?

Welche Anleihen ETF?

Im ETF Finder von justetf.com lassen sich Anleihen ETF schnell nach den gewünschten Kriterien filtern:

Anleihen Suchkriterien

In diesem Fall suchen wir nach Staatsanleihen aus Deutschland mit einer Restlaufzeit von kleiner als 3 Jahren.

Weil das Fondsvolumen ein weiteres wichtiges Kriterium bei der ETF-Auswahl ist, grenzen wir die Suche weiter ein …

Anleihen Fondsvolumen

Am Ende dieser Suche stehen lediglich zwei ETFs:

Anleihen ETF Auswahl

Beide wiesen im letzten Jahr eine leicht negative Rendite aus.

Im Fall des iShares eb.rexx Government Germany 1.5-2.5yr lag die Rendite in den vergangenen 5 Jahren in einem Bereich zwischen minus 0,29 Prozent und plus 0,44 Prozent (vor Kosten, Steuern und Inflation):

ishares Anleihen ETF

Das Kursrisiko von Anleihen

Was man bei der Betrachtung von Chancen und Risiken nicht außer acht lassen sollte:

Auch bei Anleihen kann es zu unerwarteten Kursverlusten kommen.

Dies geschieht dann, wenn es während der Laufzeit einer festverzinslichen Anleihe zur Anhebung des allgemeinen Zinsniveaus kommt.

Je länger die Restlaufzeit der betreffenden Anleihe ist, desto eher muss mit einem Nachgeben ihres Kurses gerechnet werden.

Dahinter steht das Konzept der Duration, die die Empfindlichkeit einer festverzinslichen Geldanlage gegenüber Zinsänderungen beschreibt.

Welchen Einfluss die Zinsänderung auf den Kurs einer Anleihe abhängig von deren Restlaufzeit hat, lässt sich mit diesem Kalkulator schön nachvollziehen:

Anleihen Duration

Hält man eine Anleihe bis zum Ende ihrer Laufzeit, spielen zwischenzeitliche Kursverluste keine Rolle. Die sogenannte Nennwertkonvergenz sorgt dafür, dass der Kurs am Ende wieder zu seinem Ausgangswert zurückkehrt.

Je nachdem, welche Restlaufzeiten ein Anleihen ETF im Programm hat, werden Papiere allerdings (weit) vor ihrer Endfälligkeit verkauft. Und damit unter Umständen Kursverluste realisiert.

Zusammengefasst müssen Käufer von Anleihen ETF also diese drei Kröten schlucken:

  1. Leicht negative Realrendite
  2. Verwaltungsgebühren (vergleichsweise niedrig)
  3. Risiko für Kursverluste (deutlich niedriger im Vergleich zu Aktien)

Hinsichtlich des risikoarmen Teils ihres Portfolios stellen sich viele Anleger daher die Frage:

Ist das Tagesgeldkonto eine Alternative?

Tagesgeldkonto

Immerhin ist das Geld hier bis zu einer Einlage von 100.000 Euro pro Kunde und Bank ebenfalls “safe”. Dafür sorgt schließlich die Einlagensicherung deutscher Banken.

Und sollten sich deren Reserven im Rahmen einer großen Bankenkrise einmal erschöpfen, bürgt in letzter Instanz der deutsche Staat für die Sicherheit der Sparguthaben.

Dessen Bonität wird als ausgesprochen gut eingestuft. Was man ja an den “Triple A”-Bewertungen der einschlägigen Rating-Agenturen für deutsche Staatsanleihen ablesen kann.

Theoretisch dürfte ein Tagesgeldkonto bei einem deutschen Kreditinstitut damit genau so sicher beziehungsweise genau so risikoarm sein wie eine deutsche Staatsanleihe.

Das Tagesgeldkonto hat gegenüber einem Anleihen-ETF zudem zwei Vorteile:

  1. Es fallen (in der Regel) keine Kosten an (weder Verwaltungsgebühren noch Transaktionskosten)
  2. Es besteht kein Risiko für Kursverluste

Allerdings ist angesichts der gestiegenen Inflation auch bei Tagesgeldkonten mit einer negativen Realrendite zu rechnen.

Ein Tagesgeldkonto als Anleihen-Substitut bringt zudem gewisse Nachteile mit sich. Diese sind vor allem psychologischer Natur.

Denn anders als ein Anleihen ETF taucht das Tagesgeldkonto nicht in der Depotübersicht auf. Es dürfte daher weniger als integraler Bestandteil des Depots wahrgenommen werden.

Zudem bietet das Tagesgeldkonto eine niedrigere Hemmschwelle, impulsiv auf sein Erspartes zuzugreifen.

Weil das Geld einerseits schnell verfügbar ist und andererseits, weil es eben nicht integraler Bestandteil des Depots ist (Phänomen der mentalen Buchführung).

Das Fazit

Anleihen ETF Fazit

Anleihen sind und bleiben die Anlageklasse der Wahl, um das Wertschwankungsrisiko eines Aktien-Portfolios zu limitieren.

Der Grund dafür ist, dass die Wertentwicklungen von Aktien und Anleihen erfahrungsgemäß wenig miteinander korrelieren.

Daran ändert auch die schwache Renditeerwartung von Anleihen nichts.

Historisch betrachtet sind leicht negative Renditen für risikoarme Geldanlagen eher die Norm und keine Ausnahme.

Wer Kosten sparen sowie Kursverluste ausschließen will, kann auf ein Tagesgeldkonto als risikoarme Portfolio-Alternative zurückgreifen.

 
Wie hältst du es mit Anleihen-Investments? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

  • Patrick 17. März 2017, 16:21

    Hallo Holger,

    danke für den neuen Text!

    Ich bin noch relativ neu in der Materie, habe mich aber nach wochenlanger Recherche (u. a. hier) gegen Anleihen und für ein reines Aktien-ETF-Portfolio entschieden. An Disziplin mangelt es mir nicht, deshalb werde ich Geld nicht ausgeben, nur weil ich auf dem Tagesgeldkonto jederzeit darauf zugreifen kann. Die anderen Argumente überzeugen mich nicht. Vielmehr scheinen Anleihen ja nur die Rendite des Portfolios auszubremsen – immer vorausgesetzt, dass man sich ohnehin damit angefreundet hat, dass das Aktienportfolio vorübergehend in den Keller rauscht. Wie diszipliniert ich dann mit Buy-and-Hold noch bin, wird sich zeigen 🙂

    • Holger Grethe 17. März 2017, 18:12

      Hallo Patrick,

      schön von dir zu lesen 🙂

      Du sagst, du hast dich für ein ein “reines Aktien-ETF-Portfolio” entschieden. Erwähnst aber direkt im nächsten Satz das Tagesgeldkonto.

      Genau das meine ich mit “mentaler Buchführung”. Betrachtest du das Tagesgeldkonto als risikoarmen Teil des Portfolios?

      Falls ja, hast du im Grunde kein reines Aktien-ETF-Portfolio. Falls nein, spielt das Tagesgeldkonto für die Depotentwicklung keine Rolle.

      In diesem Fall bist du den Wertschwankungen des Aktienmarkts zu 100% ausgesetzt. Was völlig ok ist, wenn du die Nerven hast. Freiklettern ist ja auch nicht verboten 😉

    • Patrick 18. März 2017, 12:37

      Hi Holger,

      du hast Recht. Ich meinte eher, ein reines Aktien-ETF-Depot. Meine sichere Komponente ist das Tagesgeld, das ich dem Anleihe-ETF noch vorziehe, auch weil es flexibler ist. Setzt natürlich die von dir erwähnte Disziplin voraus, das Geld nicht für Konsum auszugeben 🙂

      Viele Grüße
      Patrick

  • Sascha von Bankenmärchen 18. März 2017, 14:01

    Vor laaaanger Zeit habe ich mich gegen Anleihen-ETFs entschieden. Aber bis zur Entscheidung habe ich Tage verbracht um herauszufinden, ob sie nicht doch etwas für mich wären. Ich will mein Portfolio so schlank wie möglich halten. Warum soll ich Schwankungen vermeiden? Ich will Schwankungen… 🙂 Ich glaube einfach fest an den langfristigen Anstieg der Aktienmärkte… In meiner Welt haben da Anleihen einfach keinen Platz. 🙂

  • Andy 18. März 2017, 16:24

    Hallo in die Runde,
    ich muss auch sagen, dass ich die Sache eher wie Patrick sehe.

    Wenn Anleihen und Tagesgeld vom Prinzip der Absicherung her gleichwertig sind, ist es das Risiko eines zu erwartenden Zinsanstiges nicht wert, das Geld in Anleihen zu stecken, die ja dann, noch Holgers Worten, an Wert verlieren. Tagesgeld würde in dem Fall ja sogar noch gewinnen, da damit zu rechnen ist, dass bei steigendem Zinsniveau auch die Tagesgeldzinsen steigen.

    Viele Grüße
    Andy

    Die psychologischen Nachteile kann ich für mich persönlich vernachlässigen.

  • Joerg 18. März 2017, 17:44

    Wirkliches Free-Climben ist sehr selten. Haben die meisten von uns nicht doch diverse Netze unter sich?
    Es kommt also darauf an, welcher Risikotyp du bist UND wie deine auesseren Umstaende sind.
    Wenn dein Arbeitsplatz ziemlich sicher ist oder dein Lebenspartner einen sicheren Arbeitsplatz hat (zB Oeff.Dienst), so dass alles auch bei einer jahrelangen Boersen-Baisse normal weiter laufen kann, passiert dir wenig mit hoher Aktienquote. Als Rentner ebenfalls (wenn die Rente fuer die Grund-Sachen reicht).
    Als Teil- oder ganz Selbstaendiger, der fuer die junge Familie sorgen moechte, ist das natuerlich anders, da sollte Holger schon ein kraeftiges RK1 Polster haben … 
    Bei mir ging’s mit einer sehr hohen Aktien-Quote letztendlich immer gut, trotz 2000-2003 und 2008-2009 Baisse. Obwohl ich jedesmal zum Nachkaufen viel zu frueh alles Pulver verschossen hatte. Und 2001-2002 auch MarginCalls erlebte (ja, ja, als junger Mensch ist man sooo unvernuenftig; ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie tief es fallen kann).
    Dadurch kenne ich aber diese Situationen und habe die Illusion noch besser fuer‘s naechste Mal gewappnet zu sein.
    Wenn du Geld, dass du nicht brauchst, in breitgestreute Aktien-ETFs steckst, lass sie doch schwanken? Ist doch nur auf dem Papier …
    Geld was du zum Leben oder fuer best. Ziele mit Termin brauchst, solltest du lieber in RK1 tun (Tagesgeld / Anleihen-ETFs).
    Falls du alt genug wirst, wirst du auch reich … du bist schon mal auf dem richtigen Blog 

  • Peter 18. März 2017, 18:48

    Hallo Holger,

    guter Artikel, ausgewogen das Für und Wider gegenübergestellt.
    Ich persönlich habe mich dieses Jahr wg. der steigenden Zinsen von meinem Anleihe-ETF endgültig verabschiedet.
    Meine Karabinerhaken sind aktuell ca. 20% Tagesgeld und 25% Festgeld in Treppen von 1-3 Jahren Laufzeit.
    Der Rest 55% = Aktien ETF in div. Formen (weltweit Big, EM und Small) und etwas P2P-Kredite.
    Frische Ersparnisse laufen hier rein, so dass der Anteil weiter leicht steigt.
    Ich bin über 50 und habe inzw. min. 3 richtige Crash miterlebt.
    Ende der 80er kurz nach meinen ersten Aktien-Gehversuchen, Dot-Com Blase (geile Zeit, IPO-Fieber) und 2009 die Finanzkrise.
    Wenn einem das Aktien Depot über 50% einbricht, bleibt keiner ruhig und habe ich früher durch Panikverkäufer rückwirkend betrachtet sicherlich auch unnötig Geld verloren.
    Wer solche Zeiten noch nicht mitgemacht hat, kann sich das nicht vorstellen – es bricht einem der Angstschweiß aus.
    Dank Finanzbloggern wie dir stelle ich mein Depot seit etwa 2 Jahren nach und nach auf ETF´s um und bin inzw. ganz zufrieden mit mir.
    Dadurch bin ich mir sicher, werden ich im nächsten Crash deutlich ruhiger schlafen.

    Möchte dir an dieser Stelle einmal DANKE sagen….

    Viele Grüße
    Peter

  • Xaver 19. März 2017, 09:41

    Ich bin ein erfahrener (Einzel)Anleiheninvestor und diese sind integraler Bestandteil meines Depots. In den Jahren 2008/09 stellen vor allem Bunds und Treasuries einen gesunden Gegenpol zu den Aktienanlagen dar.

    Nur die Wertentwicklung der Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft. Schon gar nicht in der Nullzins-Welt mit eher steigenden als fallenden Zinsen.

    Der Grossteil der Leser hier wird mit einem Tages-/Festgeldkonto bzw. gestreut über mehrere Institute, wenn >100.000 Euro deutlich besser fahren.

    Ich kaufe Einzelanleihen und halte diese bis zur Endfälligkeit, d.h. Kursschwankungen sind mir wurscht, ich erhalte Jahr für Jahr den Kupon und insofern der Emittent nicht pleite geht am Ende der Laufzeit mein eingesetztes Kapital zu 100% zurück. Auf diese simple Funktionsweise von Anleihen verzichte ich mit einem Anleihen-ETF, der die Anleihen nicht bis zur Fälligkeit hält, sondern laufend austauscht und eher an der Kursentwicklung der Anleihen partizipieren möchte.

  • Raphael 19. März 2017, 10:23

    Hallo Holger, vielen Dank für den tollen Artikel.
    Bei der Überschrift des Artikels dachte ich: “Na, gibt es einen Punkt, den ich übersehen habe, weshalb ich nicht mein Tagesgeldkonto als risikoarmes Portfolioanteil nutzten sollte? Mal sehen, wie Holger die Thematik aufgreift.”

    Du bringst im letzten Satz dann ja auch den Grund, weshalb ich Anleihen links liegen lasse. Die Nachteile sind, wie von Dir geschrieben, ja vor allem psychologischer Natur. Diese gleiche ich bei mir z.B. damit aus, dass ich eine Excel Tabelle habe, die alle meine dezentralen Konten und Vermögenswerte zusammenfasst. Das TG Konto, welches die Anleihen “ersetzt” wird bei mir dabei unter “Depot” angezeigt.

    Solange ich keine 100.000sende in den “RK1” investieren muss, bleibe ich beim TG. Sollte es doch mal mehr werden, so sehe ich das als Luxusproblem und freue mich darauf, mir die richtigen Anleihen raussuchen zu müssen. 🙂

    Vielen Dank für Deinen Blog und mach weiter so!
    Gruß, Raphael.

  • Marco 19. März 2017, 10:51

    Hallo Holger

    Toller Artikel, danke für die ausführliche Erklärung. Eines habe ich aber noch nicht so ganz durchblickt: Vom Finanzwesir Podcast habe ich gelernt, dass Einzel-Anleihen wirklich hoch komplexe Finanzkonstrukte sind, die man vor dem Kauf sehr genau kennen muss um sich über alle Risiken und Verpflichtungen (wie z.B. Nachschusspflicht, etc.) bewusst zu werden. Ist das denn bei einem Anleihen ETF anders?
    Aus diesen noch bestehenden Unklarheiten heraus habe ich mich nun erstmal für ein sehr konservatives Portfolio bestehend aus 50% Aktien-ETF und 50% Tagesgeld entschieden.

    • Holger Grethe 19. März 2017, 20:12

      Hallo Marco,

      bist du sicher, dass im Finanzwesir-Podcast von Anleihen die Rede war als es um “hochkomplexe Finanzkonstrukte” ging? Nachschusspflicht klingt für mich eher nach Derivate und Hebelprodukte als nach Anleihen 😉

    • Marco 22. März 2017, 20:43

      Hallo Holger

      Okay, das mit der Nachschusspflicht habe ich in der Tat wohl missverstanden.
      Aber was die Komplexität von Anleihen angeht habe ich hier den entsprechenden Blog vom Finanzwesir gefunden (ich hoffe hiermit nicht gegen irgendwelche Regeln zu verstoßen – bzgl. Konkurrenz-Blog oder so): https://www.finanzwesir.com/blog/leserfrage-anleihen-etf-laufzeit

      Verstehe mich nicht falsch – ich finde deinen Post top und gut recherchiert, aber es schadet ja auch nicht, sich auch mal gegenteilige Meinungen durchzulesen.

    • Holger Grethe 23. März 2017, 16:09

      Hallo Marco,

      es ist kein Problem, wenn du hier Links vom Finanzwesir postest. Ich schätze Alberts Arbeit sehr!

      Ich kann nur nicht erkennen, in welcher Hinsicht der Anleihen-Post vom Finanzwesir eine gegenteilige Meinung zu meinem Artikel darstellt?

      Ich behaupte ja nicht, dass ein Anleihen-ETF super simpel zu verstehen ist. Mein Punkt ist, dass man Anleihen nicht kaufen sollte, um eine tolle Rendite zu erzielen. Noch einmal: diesen Job machen die Aktien.

      Wer mit großen Wertschwankungen seines Depots leben kann, soll ruhig auf Anleihen verzichten. Wer es nicht kann, weil er oder sie sonst die Nerven verliert, sollte besser Anleihen mit dazu nehmen. Oder eben ein Tagesgeldkonto …

    • Finanzwesir 24. März 2017, 11:18

      “bist du sicher, dass dass im Finanzwesir-Podcast von Anleihen die Rede war als es um “hochkomplexe Finanzkonstrukte” ging?”

      Ja, es ging um Anleihen. Aber nicht um Triple-A mit festem Zins und gegebener Endfälligkeit, sondern um den ganzen Schweinkram wie Firmenanleihen mit variablem Zins, die Cocos und andre Tier-Anleihen. Nachränge und so…

      Ich habe zu oft in Leserbriefen und in Unterhaltungen den Kurzschluß gesehen

      1. Die Anleihe verzinst sich
      2. Auf dem Sparkonto gibt es Zinsen
      3. Sparkonto = sicher

      Daraus folgt messerscharf: Auch die Anleihe ist sicher. Sicher im Sinne, wie Du es hier darstellst. Das Kleingedruckte muss nicht mehr gelesen werden.
      Und schon hat man topsichere mit 8% nominal verzinste Papiere im Depot und wundert sich, warum diese Aktientrottel auch 8% kriegen aber mit Volatilität…

      Deshalb habe ich in diesem Podcast gegen diese verkürzte Sichtweise gewettert 😉

      Gruß
      Finanzwesir

  • Christian M. 19. März 2017, 11:03

    Hallo,

    Danke für diesen ausführlichen Artikel.
    Wie stehts zu Renten-ETF mit gemischten Laufzeit verschiedener EU-Länder als Karabinerhaken, z.B. den
    iShares Euro Government Bond Capped 1.5-10.5yr UCITS ETF (DE) ISIN DE000A0H0785, WKN A0H078
    ?
    Vielen Dank.
    Gruß,
    Christian

    • Holger Grethe 19. März 2017, 20:16

      Hallo Christian,

      gemischte Laufzeit bis 10,5 Jahre bedeutet: höheres Kursrisiko bei Zinsänderungen. Entsprechende ETFs bieten vielleicht (nominal) eine Positivrendite. Aber wirklich risikoarm sind sie nicht …

  • Frey 19. März 2017, 12:06

    Schöner Artikel. Genau die Frage mit dem Tagesgeldkonto als Alternative habe ich mir beim lesen auch gestellt. Zum Glück wurde die Frage im letzten Abschnitt sauber beantwortet 🙂

  • MIG 19. März 2017, 20:00

    Hm. Lese gerne hier und bin eigentlich begeistert.
    Aber die Argumente gegen das Tagesgeldkonto sind schon eher mau.
    Weil die Disziplin fehlt und evtl. Eher Geld vom Tgk genommen wird?
    Weil das Tgk nicht im Depotkonto erscheint? Oder habe ich das falsch verstanden?
    Wenn man Disziplin hat und ein bisschen rechnen kann, kann man sowohl das Tgk als “sicheren” Bestandteil nutzen.

    • MIG 19. März 2017, 20:03

      Hmmm. Wurde wohl in den vorherigen Kommentaren wohl schon besprochen, erst lesen dann meckern 🤔

    • Holger Grethe 19. März 2017, 20:13

      Guter Plan! 😉

  • Giovanni 19. März 2017, 20:28

    Dieses Thema wird eine andere Dynamik bekommen sobald andere Online-Broker den Weg von Flatex gehen und eine negative Verzinsung des Verrechungskontos einführen.

    Zudem ist es nicht Gott gegeben, dass Anleihen beim nächsten Crash aufgrund ihrer sehr hohen Bewertung nicht ähnlich stark fallen wie Aktien.

  • Henne 19. März 2017, 21:09

    Hallo Holger,

    ich habe mich für ein ETF-Depot mit 50% Aktien und 50% Anleihen bis zu 3 Jahre Laufzeit und Investmentgrad (AAA bis BBB) entschieden. Natürlich prüfe ich einmal jährlich ob die 50% noch passen und rebalanciere das Risiko bei Bedarf.

    Ist AAA wirklich zwingend?

    Danke für den tollen Artikel
    Henne

  • Timo 20. März 2017, 11:30

    Die Beschränkung des risikoarmen Teils auf ein einziges Land erscheint mir doch etwas fragwürdig. Zumal dieses Land im 20. Jahrhundert drei Staatsbankrotte, mit entsprechend fatalen Konsequenzen für Anleiheeigner, hingelegt hat. Diversifikation im Aktienbereich und Home Bias im Anleihen Bereich , aufgrund eines ,wie wir seit der Finanzkrise wissen, nicht unbedingt zuverlässigen Ratings. Für mich gilt das Prinzip der Streuung auch am Rentenmarkt, zumal Deutschland keine eigenständige Zinspolitik betreiben kann. Ich habe ich auch ein Problem damit, als Käufer eines Staatsanleihen-ETF des Heimatlandes,gleichzeitig Gläubiger und Schuldner zu werden.

    • Lena 21. März 2017, 14:51

      Das verstehe ich auch nicht ganz: Warum wird im im Vergleich zum Aktienbereich im Anleihenbereich das (wenn auch geringere) Risiko so wenig diversifiziert (starke Home Bias, etc.)?
      Beste Grüße.

    • Holger Grethe 21. März 2017, 18:11

      Es hindert dich niemand daran, auch bei Staatsanleihen zu diversifizieren 😉

  • Jahn 20. März 2017, 15:20

    Hi Holger,
    ich kenne das beschriebene Modell aus der Anlagetheorie und habe ähnlich früher in der Alrersvorsorgeberatung argumentiert. Inzwischen bin ich in anderen Bereichen tätig.
    Du hast das Modell mit seinen Vorzügen gut und navollzieh ar beschrieben und für viele mag das auch das richtige sein.
    Persönlich passt das Modell jedoch nicht in mein Portfolio. Solange ich nicht in absehbarer Zeit aus Liquiditätsgründen einen Teil meines Portfolios veräußern muss werde ich keine solche Absicherung betreiben. Eine Baisse sitze ich einfach aus. Für etwas Stabilität bin ich nicht bereit auf Rendite zu verzichten.
    Viele Grüße
    Jahn

  • Lothar Schmidt 21. März 2017, 13:21

    Hallo Holger,
    saubre Herleitung, logisch erklärt – insbesondere das Kletterer-Beispiel finde ich sehr anschaulich.
    Einen Kritikpunkt habe ich jedoch: “Aktienquote = 100 minus Lebensalter” das ist viel zu pauschal. Die Aktienquote ist individuell und sie sollte der Risikobereitschaft und den Lebensumständen des Anlegers entsprechen. Die finanzielle Risikobereitschaft ist ein relativ stabiles Persönlichkeitsmerkmal. Sie läßt sich mit einem Persönlichkeitstest (z.B. Finametrica) gut messen. Wenn schon eine so pauschale Aussage wie Lebensalter, dann macht es eher Sinn das “Humankapital” (verbarwertete erwartete Lebensarbeitseinkommen) in die Betrachtung mit einzubeziehen. Daraus ergibt sich, das Anleger, die noch viel Arbeitseinkommen erwarten risikoreicher anlegen können als Anleger, die von Transfereinkommen oder Ihren Vermögenseinkünften leben.
    Herzliche Grüße
    Lothar Schmidt, Finanz-Coach

    • Holger Grethe 21. März 2017, 18:13

      Hallo Lothar,

      ja, die Formel ist pauschal und vereinfachend. Deswegen ist sie auch nur ein Anhaltspunkt und kein Gesetz.

      Was die finanzielle Risikobereitschaft angeht: Ich glaube nicht, dass diese ein stabiles Persönlichkeitsmerkmal ist.

      Finametrica behauptet das zwar (würde ich auch, wenn es mein Geschäftsmodell wäre), aber dafür gibt es einfach zu viele kognitive Biases, die dagegen sprechen: Priming, Framing, Inkonsistenz etc.

      Mehr dazu hier:
      https://zendepot.de/welcher-risikotyp-bist-du/

    • Lothar Schmidt 30. März 2017, 12:24

      Hallo Holger,
      na mit dem Glauben ist das so eine Sache ;-). Unter Psychologen gibt es natürlich auch Glaubensrichtungen (wie bei den Ökonomen). Von Risikotypen halte ich übrigens auch nichts. Ich habe was gegen Schubladen.
      Ich nehme den Test als Ausgangspunkt für ein intensives Gespräch mit meinem Kunden darüber, was er unter Risiko versteht. Besonders sinnvoll ist das, wenn Partner gemeinsam entscheiden. Im Coaching geht es um die Reflextion und Bewusstsein. In der Anlageberatung geht es mir darum die Risikotoleranz des Kunden möglichst gut einzuschätzen, bzw. ihm zu helfen, dass er sich selber gut einschätzen kann. Also den Bereich von Schwankungen in dem der Anleger sich wohlfühlt oder zumindest nicht zu Übersprungshandlungen neigt (Verkauf aus Panik oder Langeweile). Denn – da sind wir uns denke ich einig – der Erfolg einer Anlagestrategie hängt in hohem Masse davon ab, eine sinnvolle Strategie auch langfristig durchzuhalten (buy and hold).
      Die kognitiven Biase sehe ich natürlich auch. Diese zu erkennen und zu thematisieren, ist eine der wichtigsten Aufgaben in der Begleitung des Anlegers.
      Herzliche Grüße
      Lothar Schmidt

    • Holger Grethe 31. März 2017, 14:29

      Danke für die guten Ergänzungen, Lothar!

  • Jürgen 22. März 2017, 09:16

    Hallo Holger,
    Tagesgeld ja, aber Anleihen kommen bei mir nicht ins Depot. Ich liebe eben etwas mehr Risiko und da passt eine Anlage mit negativer Rendite – ohne, dass sich das auf absehbare Zeit ändern wird – nicht ins Konzept.

    Ansonsten ein sehr schöner Artikel!

    Herzliche Grüße

    Jürgen

  • Martin 24. März 2017, 17:33

    Also wenn ich das richtig verstehe, hat ein Anleihe-ETF v.a. eine erzieherische Komponente.
    Ich habe mich nämlich die ganze Zeit gefragt, wo bei den Anleihen gegenüber Cash halten ein Vorteil sein soll.

  • Schneewittchen 24. März 2017, 20:14

    Hallo,
    Danke für den Beitrag – dein Bild vom Kletterer ist gut. Ich habe zusätzlich einen Rohstoff-ETF im Depot. Nicht als Ersatz für Anleihen – natürlich haben Rohstoffe ein höheres Risiko und mehr Schwankung. Aber als weiteren Teil um die Aktienquote nicht zu hoch zu haben und dennoch nicht zu sehr auf Rendite verzichten zu müssen. Was mich glauben lässt, dass Rohstoffe beim nächsten Crash nicht genauso abstürzen wie Aktien? Nichts. Ich stelle mich als Möglichkeit darauf ein. Andererseits weiß ich auch, dass umso geringer die Wahrscheinlichkeit des ungesicherten Falls ist, der wie mehr Assets man hält. Sicherlich also kein Sicherheitshaken, jedoch wenigsten ein Haken um sich im Absturz mal so eben aufzufangen (selbst noch nicht probiert, aber aus dem Film, weiß ich wie’s geht).
    Anleihen-ETFs stehe ich stattdessen eher skeptisch gegenüber. Bei steigenden Zinsen müssen diese doch im Kurs nochmal sinken…wäre da nicht sogar eine Cash-Reserve ohne Anleihe sinnvoller (ok, gleiche Gegenargumente wie beim Tagesgeld – aber die überzeugen mich für mich als Anlegertyp nicht).
    Anstelle von Anleihen habe ich also nochmal was anderes. Wohnungsbaugenossenschaftsanteile breit (6x) Diversifiziert. Die pleite einer Wohnungsbaugenossenschaft ist schon unwahrscheinlich, diversifiziert halte ich das Risko für vertretbar. Die Rendite von 4% lässt mir das höhere Risiko akzeptabel erscheinen.
    LIebe Grüße und danke für den Blog,
    Tobias

  • Chris 26. März 2017, 19:21

    Schöner Artikel und Vergleich zum Klettern. Kleine Anmerkung zu den Begrifflichkeiten, “.. Das „frei“ des Wortes Freiklettern bedeutet frei von technischen Hilfsmitteln zur Fortbewegung und nicht, wie dies oft fälschlicherweise angenommen wird, frei von Sicherungsmitteln. …” Option 1 entspricht nach dieser Definition auch dem Freikletttern. Option 2 nennt man unter Kletterern Free-Solo 😉 Was mir beim Thema Anleihen oft etwas kurz kommt, es gibt auch Unternehmensanleihen. Leider werden in der Regel immer nur Staatsanleihen betrachtet. Da bekommt man zwar auch nicht viel mehr Rendite, könnte aber in Kombination mit Staatsanleihen interessant sein.

  • Chris | Der Weg meiner Freiheit 29. März 2017, 09:36

    Danke für den Artikel! Er hat mich darin bestärkt, derzeit auf Anleihen in der Asset Allocation zu verzichten. Ich sehe Volatilität nicht primär als Risiko und traue derzeit Aktien mehr zu als Anleihen.

    Um noch einen Gedanken in die Runde zu werfen bzgl. “Home Bias”: warum Anleihen der Bundesrepublik? Ich kann mir Länderlisten ansehen und dann nach Bonität versus Rendite sortieren.

    Ähnliches gilt für Tagesgeld. Hier greift inzwischen die europäische Einlagensicherung und die im Artikel genannten 100.000 Euro gelten für Banken aus nahezu allen EU Länder.

  • Danny 7. April 2017, 05:15

    Hey Holger,
    sehr lesenswerter Artikel. Ich denke Anleihen gehören grundsätzlich mit ins Depot, die aktuelle Zinssituation ist sicherlich nicht die aller Beste dennoch bin ich davon überzeugt Gründe (Alibis) gegen ein Investment findet man immer.

    Ich investiere 20% in europäische kurz laufende Staatsanleihen mit hoher Bonität über einen ETF. Kürzlich habe ich dazu auch einen Artikel geschrieben.

    http://www.kleinkapital.de/wie-sicher-sind-anleihen-wirklich/

    Sehr schön finde ich den Kalkulator mit dem sich simulieren lässt was mit meiner Anleihe bei einem veränderten Zins passiert.

    Mach weiter so!
    Beste Grüße
    Danny

  • Schwachzocker 11. April 2017, 19:03

    Ich halte deutsche Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit für einen Tick sicherer als Einlagen bei deutschen Banken – trotz Einlagensicherung. Immerhin sind Anleihen die Münze, mit der der deutsche Staat bezahlt, sich refinanziert und seine Interessen durchsetzt.
    Meiner Ansicht nach gibt es nichts, was sicherer ist. Unternehmensanleihen bieten nicht die gleiche Sicherheit. Und die Staaten mit AAA-Rating sind rar, zumal es die Heimatwährung sein sollte, denn sonst holt man sich ein Währungsrisiko ins Depot. Als Alternative blieben also nur Staaten wie z.B. die Niederlande oder Luxemburg. Unter diesen Staaten ist Deutschland der deutlich mächtigere, was mich wieder zu deutschen Staatsanleihen führt.
    Im sicheren Bereich des Depots noch zu diversifizieren, halte ich auch für entbehrlich. Es sei denn man diversifiziert auch sein Tagesgeld auf verschiedene Banken.
    Auch die Neigung mancher Anleger, auf etwas riskantere Anleihen zu setzen, um wenigstens noch etwas Rendite heraus zu holen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Diese Rendite gibt es nur gegen höheres Risiko. Dann kann ich mir diese Rendite doch lieber gleich holen, indem ich meinen Aktienanteil entsprechend erhöhe.

    Die Einlagensicherung bei Bankeinlagen ist nichts weiter als ein Versprechen. Derartige Versprechen sind bekanntlich nur so gut, wie derjenige der sie gibt.

  • Alexander 5. Mai 2017, 10:10

    Hallo Holger,

    ich sehe noch einen weiteren Vorteil von Tagesgeld vs. Anleihen ETFs, wenn man Tagesgeld als integrierter Teil des Depots sieht.

    Wenn der Aktienmarkt korrigieren oder sogar crashen sollte – also Verluste von über 20 bis 25% auftreten – dann kann man mit Tagesgeld einfacher nachkaufen.

    Erstens fallen keine zusätzlichen Gebühren an, wie es beim Verkauf der Anleihen ETFs der Fall wäre. Zweitens ist fraglich, ob in diesen Szenarios die Anleihen ETF wirklich keine Verluste aufweisen. Sollten die Anleihen ETFs im minus stehen, wenn auch weitaus geringer als Aktien, dann sehe ich hier eine psychologische Hemmschwelle. Denn wer verkauft schon gerne Wertpapiere im Verlust?

    Voraussetzung ist natürlich, dass man seine Anlagestrategie flexibel gestaltet und nicht prozyklisch handelt. Privatanleger tendieren doch sehr stark aus emotionalen Gründen in Abwärtsphasen die Aktienquote zu reduzieren. Hier geht viel Rendite verloren.

    Wie siehst Du das?

    Schöne Grüße

  • Wolf 10. Mai 2017, 16:11

    Hallo Holger,
    wie immer ein sehr interessanter Artikel und dem Fazit würde ich absolut zustimmen.
    Ich möchte an dieser Stelle die Möglichkeit Nutzen und eine Frage stellen:

    Was hältst du von den Thema “Robo Advisor”, wie beispielsweise scalable.capital?

    Vielleicht wäre das mal ein Thema für einen Artikel?

    Liebe Grüße und danke für die herausragende Arbeit!

24 Shares
Share18
Tweet6

FINDE DIE BESTEN ETFs

Hol dir die Checkliste mit den 3 wichtigsten Kriterien zur ETF-Auswahl - direkt in deinen Posteingang