Haus kaufen? 25 Fragen die du dir VORHER stellen solltest

Haus kaufen

Du willst ein Haus kaufen …

…bist dir aber nicht zu 100 Prozent sicher, ob das eine gute Idee ist?

Es ist wohl nicht übertrieben zu behaupten:

Der Kauf eines Hauses ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die wir überhaupt in unserem Leben treffen können.

Zum einen weil der finanzielle Aufwand so groß ist.

Zum anderen hat eine eigene Immobilie einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Art wie wir leben und arbeiten.

Es lohnt sich also, das Für und Wider eines Hauskaufs in Ruhe abzuwägen.

Die wichtigsten Argumente pro und contra findest du zusammengefasst in diesem Artikel.

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Zahlen vs Emotionen

Zahlen vs Emotionen

Manch einer möchte das Problem “emotionslos” angehen und schlicht ausrechnen, was günstiger ist:

Haus kaufen oder zur Miete wohnen?

Nur um dann festzustellen, dass sich problemlos immer das gewünschte Ergebnis errechnen lässt, je nachdem von welchen Annahmen man ausgeht.

Andere tragen – quasi aus der Vogelperspektive – akribisch alle Fakten über den gesamten Immobilienmarkt zusammen …

…übersehen aber, dass diese wenig über die Situation einer einzelnen Immobilie aussagen.

Kommentator brokerskid meint dazu:

Ich glaube, es ist nicht möglich auf Grund von Zahlen eine Entscheidung zu treffen, da wir von Emotionen und Denkmustern sowie unserer Umwelt geprägt sind und werden (Eine Entscheidung ist immer subjektiv und kann nie objektiv getroffen werden).

Fakten allein bringen uns bei unserer Entscheidung also kaum weiter.

Im Prinzip ist das wenig verwunderlich, wenn man sich ansieht …

Wie wir Entscheidungen treffen

Verhaltensökonomen wie Daniel Kahneman belegen mit ihren Studien (*), dass wir letztlich alle unsere Entscheidungen – mehr oder minder gewürzt mit einer Prise Ratio – unbewusst auf emotionaler Ebene treffen.

Das gestehen wir (uns) aber nur ungern ein.

Schließlich haben wir in der Regel gute Gründe für unsere Entscheidungen.

Die Frage ist nur, was ist zuerst da: Die Entscheidung oder Gründe für die Entscheidung?

Wenn wir ehrlich sind, läuft die Sache meistens so ab:

Wir wollen etwas unbedingt haben, sind fest zum Kauf entschlossen und finden danach triftige Gründe, um die bereits vorher getroffene Kaufentscheidung vor uns und anderen zu rechtfertigen.

Was die ganze Sache kompliziert macht …

Ein Haus ist kein Investment

Jedenfalls nicht in erster Linie. Und das, obwohl nicht unerhebliche Mengen Geld ins Rollen gebracht werden müssen, um ein Eigenheim zu finanzieren.

Warum ist ein selbstgenutztes Haus primär kein Investment?

Weil man es dann nüchtern mit anderen Möglichkeiten der Geldanlage – Aktien zum Beispiel – vergleichen müsste.

Und wer das tut, wird feststellen, dass die eigene Immobilie nicht das allerbeste Chancen-Risikoprofil aufweist.

Aber ich will doch vor allem in dem Haus wohnen!

Eben.

Und deswegen macht es auch keinen Sinn, wirtschaftliche Überlegungen als Hauptgrund für einen Immobilienkauf in den Vordergrund zu stellen.

Sie sind für die meisten Leute nun einmal nicht das entscheidende Kriterium.

Schauen wir uns deshalb an, welche Faktoren überhaupt Einfluss auf unsere Entscheidung pro oder contra Eigenheim nehmen:

Die vier Ebenen der Entscheidungsfindung

4 Ebenen der Entscheidung

Letztlich lassen sich alle Einflussfaktoren einer der folgenden vier Ebenen zuordnen.

Diese habe ich nach ihrem zunehmenden Einfluss auf unsere Entscheidungsfindung geordnet:

1. Rationale Makroebene

In diese Kategorie fallen die meisten Medienberichte, die sachlich über Durchschnittswerte in Sachen …

  • Eigenkapital,
  • Eigentümerquote,
  • Bauzinsen,
  • Kaufnebenkosten,
  • Miet- und Kaufpreisentwicklung etc.

…informieren.

Einfluss auf unsere Entscheidung: eher gering

2. Emotionale Makroebene

In diese Kategorie fallen all jene Inhalte, die zur Meinungsbildung beitragen, aber über eine rein sachliche Darstellung der Problematik hinausgehen.

Dazu zählen beispielsweise …

…die ein unreflektiertes Wohlgefühl auslösen.

Einfluss auf unsere Entscheidung: gering bis mittel

3. Rationale Mikroebene

Auf dieser Ebene geht es um Fakten mit einem konkreten individuellen Bezug:

  • Einkommenssituation
  • Höhe des Eigenkapitals
  • Zinskonditionen
  • Mietspiegel und Kaufpreise am Wunschort
  • Infrastruktur am Wunschort
  • Höhe der Kaufnebenkosten
  • u.a.m.
Einfluss auf unsere Entscheidung: mittel bis hoch

4. Emotionale Mikroebene

Auf dieser Ebene dreht sich alles um die persönlichen Motive, was die emotionale Mikroebene ganz sicher zum stärksten Einflussfaktor bei der Entscheidungsfindung macht.

Für das Eigenheim sprechen:

  • Konsumwunsch (haben/besitzen wollen)
  • Sicherheit/Geborgenheit
  • Unabhängigkeit von Vermieter
  • Statusdenken
  • konservativer Wertekanon (Heirat, Kinder, Haus)
  • das Gefühl des „Angekommenseins“
  • Dazugehören (Milieu, Kollegen, Freundeskreis)
  • Status quo sichern (“festzementieren”)

Gegen das Eigenheim sprechen:

  • Abhängigkeit von der Bank
  • Mangelnde Flexibilität und Freiheit
  • schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit mit dem Verkauf einer Immobilie oder damit verbundenen familiären Streitereien (z.B. im Erbfall)
  • Postmaterialistische Einstellung (möglichst keine finanzielle Bindung in Form von Besitztümern)
  • Fernweh/Reiselust
Einfluss auf unsere Entscheidung: sehr hoch

So triffst du die richtige Entscheidung

Haus kaufen Entscheidung

Je mehr Ebenen bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden, umso besser.

Allerdings darf man sich nichts vormachen: das Spiel wird eindeutig auf Ebene 4 entschieden.

Die ersten drei Ebenen eignen sich hauptsächlich dazu, die auf Ebene 4 getroffene Entscheidung hinterher zu rationalisieren.

Wann ist eine Entscheidung überhaupt “richtig“?

Ich würde sagen …

Richtig ist eine Entscheidung dann, wenn man auch zu einem späteren Zeitpunkt zu dem Schluss kommt, dass man die beste Option unter allen zur Verfügung stehenden Alternativen gewählt hat.

Das Problem an der Sache ist natürlich, dass einem nur die Alternativen zur Verfügung stehen, die man sieht bzw. sehen will.

Wenn Immobilienbesitz zur Vermögensbildung die einzige Option ist, mit der man sich überhaupt befasst …

…erscheint einem der Kauf eines Eigenheims selbstverständlich als “alternativlos”.

Hilft an dieser Stelle vielleicht der Hinweis auf die Risiken und Nebenwirkungen von Immobilieninvestments?

Kaum.

Risiken beim Hauskauf

Haus kaufen

In die gleiche Richtung zielt auch die Frage von Kommentator Lothar:

Ist es nicht sinnvoller sich über die Risiken und mögliche Auswirkungen Gedanken zu machen als darüber, ob sich Miete und Kauf besser rechnen?

Im Prinzip schon.

Aber genauso wenig wie sich Motorradfahrer vom Motorradfahren abbringen lassen, nur weil andere tödlich dabei verunglücken oder sich Raucher nicht vom Rauchen abbringen lassen, nur weil andere an Lungenkrebs zugrunde gehen …

…so sind auch Eigenheimfans durch Schreckensszenarien wie …

  • Jobverlust
  • Berufsunfähigkeit und
  • Scheidung mit drohender Zwangsversteigerung

…kaum zu beeindrucken.

Schief geht´s eben immer nur bei den anderen. Was hat das bitte mit mir zu tun?

Außerdem muss man ja nicht immer vom Schlimmsten ausgehen.

Auch wer Aktien kauft, denkt ja in erster Linie nicht an Börsencrashs. Sondern an langfristig steigende Kurse …

Bleibt als letzte Option, sich Gedanken über anderweitige Konsequenzen des Hauskaufs zu machen.

Und zwar über die Auswirkungen auf die Lebensqualität

Diese 25 Fragen solltest du dir stellen

Mir fallen drei wesentliche Faktoren ein, die Einfluss auf unsere Lebensqualität haben …

…und in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit der Immobilienfrage stehen:

Faktor #1 – Die Arbeit

Hauskauf Arbeit

Ein stabiles Einkommen ist logischerweise die Voraussetzung für jede Immobilienhypothek.

Fragen, die du dir in diesem Zusammenhang stellen solltest:

  1. Bist du mit deiner beruflichen Situation so zufrieden, dass eine „Zementierung“ des Status quo für die nächsten 20 Jahre wünschenswert ist?
  2. Oder würdest du dich gerne – vielleicht sogar häufiger – beruflich verändern, auch wenn dies mit „Unwägbarkeiten“ bei der Einkommenssituation verbunden ist?
  3. Bist du angestellt und willst dies auch immer bleiben?
  4. Oder reizt dich die Perspektive, in der Selbständigkeit dein „eigener Chef“ zu sein?
  5. Würdest du den – mit finanziellen Risiken verbundenen – Schritt in die Selbständigkeit realistischerweise auch mit einer Immobilienhypothek im Nacken gehen?
  6. Welche regionale Flexibilität erwartet dein Arbeitgeber von dir? Sind unter Umständen gewünschte Karriereschritte davon abhängig?
  7. Wie einfach ist es, in deiner Branche den Arbeitgeber zu wechseln?
  8. Ist ein Wechsel höchstwahrscheinlich mit einem Umzug verbunden, weil es nur wenige potenzielle Arbeitgeber in deinem Arbeitsfeld gibt, die zudem über das ganze Land verstreut sind?
  9. Wie sehr wirkt sich die Länge des Arbeitsweges mit der damit verbundenen Pendelei auf deine Lebensqualität aus?
  10. Würdest du dich diesbezüglich mit dem Kauf einer Immobilie verbessern oder verschlechtern?
  11. Wie eng ist dein Job mit der konjunkturellen Entwicklung verknüpft? Wie sehr ist die Branche unter Druck, in der du arbeitest?
  12. Ist deine Branche/Firma disruptiven Änderungen unterworfen (z.B. Printjournalismus, Verlagswesen) oder gar vom Aussterben bedroht? Drohen „Restrukturierungen“, Gehaltskürzungen etc.?
  13. Ist dir die Freiheit wichtig, notfalls die „Brocken hinschmeissen“ zu können und von heute auf morgen zu kündigen, falls die Situation (neuer Chef, mobbende Kollegen, mieses Betriebsklima) unerträglich wird?

Faktor #2 – Die Familie

Hauskauf Familie

An dieser Stelle sollte man nicht übersehen, dass der Wechsel vom Mieter- zum Besitzerstatus aus finanziellen Gründen häufig mit einer Ausweichbewegung von der Stadt in Richtung Land verbunden ist.

Über diese Fragen solltest du nachdenken:

  1. Wie sieht es mit der Qualität und den Auswahlmöglichkeiten hinsichtlich der Schulen und Kindergärten vor Ort aus?
  2. Welche Betreuungsangebote gibt es für Kinder und wie schwer ist es, an entsprechende Plätze zu kommen?
  3. Welche Freizeitangebote gibt es für Kinder und Jugendliche?
  4. Wie dicht ist das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel? Sind die Kinder immer auf den “Fahrservice” der Eltern angewiesen?
  5. Gibt es eine Anbindung an die nächste Stadt/Metropole?

Faktor #3 – Der Lifestyle

Haus gekauft Lifestyle

Bei manchen, aber nicht allen Fragen spielt der “Stadt-Land-Aspekt” auch hier eine gewisse Rolle:

  1. Wie wichtig sind dir kulturelle Angebote in deiner (näheren) Umgebung?
  2. Wie wichtig sind dir kurze Wege zum Einkaufen oder zum Fitness-Studio?
  3. Triffst du dich gerne mit Freunden in urbanen Szene-Cafés oder tut´s zur Not auch die rustikal eingerichtete Dorfkneipe “Bei Siggi”?
  4. Bist du in deinem Konsumverhalten undiszipliniert und zur Vermögensbildung auf das Zwangssparen per Immobilienhypothek angewiesen?
  5. Oder hast du dich und dein Geld gut im Griff und legst auch ohne Druck von außen diszipliniert jeden Monat Geld zurück?
  6. Bist du dir darüber im Klaren, dass Renovierungsarbeiten eine Menge Freizeit in Anspruch nehmen können und …
  7. …Ärger mit Handwerkern einfach dazu gehört, wenn man ein Haus kauft oder baut?
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Wenn einer will, und der andere nicht

Immobilien Partner

Problematisch kann es werden, wenn in einer Partnerschaft Uneinigkeit hinsichtlich der Immobilienfrage besteht.

Zendepot-Leser Stefan bringt das Dilemma wunderbar auf den Punkt:

Ich möchte keine Immo, meine Freundin hat aber den “Druck” ihr geerbtes Kapital (ca. 30% von Anschaffungskosten) anlegen zu wollen (vernünftigerweise auch zu müssen).

Kapitalmarkt ist ihr fremd, beschäftigt sie sich nicht mit, Eltern haben bisher mehrere Betongoldanlagen. Da ist es nur logisch sich auf einem Gebiet umzusehen, das man kennt (vermeintlich).

Was ich sagen will, man kann die Leute schwer umerziehen. Ich kann auch nicht ständig Diskussionen führen, dass ich Aktienanlagen als profitabler und vorteilhafter erachte, es ist IHR Geld, sie muss die Verantwortung tragen (zumal die Eltern in den 90gern bisschen was bei Aktien verloren haben…).

Da redet man gegen Windmühlen …

Leider gelingt es manchen Paaren, auf diversen Wegen mit einer Immobilie unglücklich zu werden.

Viele davon haben mit der zusätzlichen Zeit-Verknappung zu tun, die mit dem Kauf eines Hauses einhergeht.

Und was heute noch ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelt, kann sich im Falle einer Trennung zu einem ordentlichen finanziellen Risiko auswachsen.

Haus kaufen – Das Fazit

Haus am See

Fakten allein bringen uns bei der Entscheidung pro oder contra Eigenheim nicht weiter.

Denn Entscheidungen treffen wir unbewusst immer auf emotionaler Ebene.

Ob eine Entscheidung richtig oder falsch war, wissen wir selbstverständlich erst hinterher.

Die Qualität deiner Entscheidungen kannst du beeinflussen, indem du möglichst viele Aspekte betrachtest und die Augen nicht vor möglichen Alternativen verschließt.

Fakt ist:

Die Entscheidung für oder gegen den Kauf eines Hauses ist von großer Tragweite für deinen Lebensstil.

Sie kann berufliche Entscheidungen beeinflussen und damit zu einem bestimmenden Faktor in der Lebensplanung werden.

Über diesen Punkt solltest du dir deshalb in aller Ruhe Gedanken machen.

Egal ob du am Ende ein Haus kaufst oder weiterhin mietest: Es ist deine Entscheidung.

Ich drücke dir die Daumen, dass du die richtige triffst!

Haus kaufen? Die 25 wichtigsten Fragen
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Mit den 25 wichtigsten Fragen zum Hauskauf

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Fallen dir noch mehr Faktoren und Fragen ein, die für die Entscheidung pro oder contra Eigenheim eine Rolle spielen? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmals im Mai 2014 veröffentlicht und ist seitdem komplett überarbeitet und aktualisiert worden.
{ 39 Kommentare… add one }
  • Finanzwesir 22. Mai 2014, 10:16

    Ok, Mission erfüllt.
    Das ist der amtliche Ich-mach-einen-Haken-an-die-Betongold-Sache-Artikel 🙂
    Mehr ist dazu nicht zu sagen.

    Gruß
    Finanzwesir

  • Lothar Eller 22. Mai 2014, 10:42

    Hallo Herr Dr. Grethe,
    wieder mal eine sehr guter Beitrag zum Thema.
    Viele Grüße
    Lothar Eller

  • Chris 22. Mai 2014, 11:43

    Hallo Holger,

    ein guter Abschluss zu dem Thema. Letztlich muss sich jeder selbst überlegen, was für die eigene Zukunft am besten taugt.
    Ich habe deine Artikel auch mal einigen Kollegen unter die Nase gerieben, die gerade ein Eigenheim kaufen wollen und der ein oder andere ist ins Grübeln gekommen.

    • Holger Grethe 22. Mai 2014, 21:27

      Vielen Dank, Herr Eller!

    • Holger Grethe 22. Mai 2014, 21:17

      Vielen Dank, folio!

      “Ist das nicht ein lustiges Beispiel dafür, dass es sich (zumindest finanziell) mehr lohnt, zur Miete zu wohnen als im Eigentum?”

      Ich habe keine Ahnung, was du meinst… 😉

    • Holger Grethe 22. Mai 2014, 21:26

      Danke fürs Weiterempfehlen, Chris!

  • folio 22. Mai 2014, 13:38

    Hallo Holger,

    danke für diesen ausgezeichnenten Artikel. Mit der getrennten Betrachtung von Emotion und Ratio hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Das verwirrende bei dieser Diskussion ist nämlich immer die Vermischung der beiden Entscheidungskriterien. Wenn man sich aber bewusst ist, welches Thema von der Emotion kommt und welches von finanziellen Erwägungen, sieht man die Entscheidung klarer. Dann muss man auch nicht versuchen, eine emotionale Entscheidung finanziell zu rechtfertigen, sondern kann sich auch mal zugestehen, dass eine emotionale Entscheidung richtig war, wenn sie auch finanziell etwas kostet.
    Eine so umfangreiche Auflistung von Faktoren, die man für sich selbst berücksichtigen sollte und bei der Entscheidungsfindung helfen, habe ich sonst noch nirgends gefunden.

    Eine Erfahrung, die ich letzte Woche im Gespräch mit einer Chinesin gemacht habe: In Deutschland können wir uns zum Glück relativ frei entscheiden, ob wir mieten oder kaufen wollen. In China ist der Wertekanon viel einflussreicher. Da stimmen die Eltern einer Heirat nur zu, wenn das Paar dann auch in einer eigenen (also Eigentums-)Wohnung wohnen kann. Hier in Deutschland durfte ich meine Frau auch heiraten, obwohl wir in eine Mietwohnung gezogen sind 🙂

    Und noch etwas habe ich erfahren: Die Vermieterin eines Kollegen von mir wohnt in der exakt spiegelbildlichen Wohnung gegenüber – zur Miete. Ist das nicht ein lustiges Beispiel dafür, dass es sich (zumindest finanziell) mehr lohnt, zur Miete zu wohnen als im Eigentum?

    Viele Grüße,
    folio

  • folio 23. Mai 2014, 08:42

    Hab ich zu verkürzt ausgedrückt. Also:
    Ein Kollege von mir wohnt in einer Wohnung A. Diese Wohnung mietet er von Frau A, der die Wohnung gehört. Frau A selbst wohnt in einer Wohnung B, die gegenüber ist von Wohnung A und genauso aussieht (nur spiegelverkehrt). Statt dass Frau A in ihrer eigenen Wohnung A im Eigentum wohnt, wohnt sie in der fremden Wohnung B zur Miete. Das macht ja nur Sinn, wenn mieten günstiger ist als im Eigentum zu wohnen.
    Mein letzter Vermieter hat übrigens auch selbst zur Miete gewohnt.

    • Holger Grethe 23. Mai 2014, 13:52

      Ich habe das Szenario schon verstanden. Aber eine Message des Artikels ist ja, dass man es eben nicht pauschal sagen kann, ob sich kaufen (und selbst nutzen) oder mieten lohnt 😉

    • EGW87 16. Juni 2015, 14:02

      Vielleicht verstehe ich das falsch. 🙂 Aber wahrscheinlich zahlt der Mieter in Wohnungen B mehr Miete als Frau A. Da ihre eigenen Wohnung mehr Miete für Frau A abgibt als sie selbst jetzt Miete zahlt, weil es wahrscheinlich schon ihr abbezahltes somit ihr Eigentum ist. So macht es für mich nur Sinn.

  • folio 23. Mai 2014, 14:26

    Ach so, ja…
    Also das waren nur zufällige Beispiele, die nicht repräsentativ sind 😉 Ich weiß auch nicht, was ich damit sagen will…
    Es fällt so schwer, diese Diskussion abzuschließen. Irgendwie kommt meine beharrliche Meinung doch immer irgendwie durch, obwohl ich objektiv sein will.

  • Martin 23. Mai 2014, 15:44

    Hallo Holger, das sind alles sehr treffende Argumente. In Kombination mit den 3 Fragen aus deinem Gerd Kommer Interview eine gute Entscheidungsgrundlage.

    Für mich gibt es in Bezug auf den Immobilienkauf noch zweit weitere Argumente:

    1. Möchtest du in einem Einfamilienhaus leben?
    2. Bist du praktisch oder fachlich besser für eine Immobile qualifiziert als für andere Anlageformen?

    Einfamilienhaus: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Markt für Einfamilienhäuser zur Miete nicht befriedigend ist. Der Grund ist, dass die Vermietung von Einfamilienhäusern selten rentabel ist. Die Ursachen könnte ich hier aufzählen aber das würde den Rahmen sprengen. Wer also das Wohnen im freistehenden Haus bevorzugt, dürfte sich wohl auch eher zum Kauf genötigt fühlen. Zumindest wenn er etwas angemessenes sucht und sorgfältig rechnet.

    Fachliche Eignung: Frag mal einen Polier oder Tischlermeister welche Form der Kapitalanlage er bevorzugt. Ich habe viele Handwerker im Freundeskreis und jeder besitzt Wohneigentum. Klar, denn durch die fachliche Eignung ist sowohl von einem angemessenem Kaufpreis auszugehen als auch von einer deutlichen Ersparnis in den Instandhaltungskosten. Und da es in Deutschland nun mal nicht nur Betriebswirte und Ärzte gibt, erscheint vielen Sachkundigen vielleicht die Investition in eine Immobilie als transparenter.
    Die Frage, wie viel man selbst in der Lage ist an einer Immobilie zu modernisieren wird meines Erachtens oft in beide Richtungen falsch eingeschätzt. Wer sich als Eigentümer nicht selbst mal auf eine Leiter oder aufs Dach traut wird mit einer Bestandsimmobilie sicher unangenehm überrascht. Als Eigentümer sollte man dafür Zeit, Leidenschaft und Geschick mitbringen und immer im Hinterkopf haben: Ein Eigenheim ist nie fertig!

  • Chris 23. Mai 2014, 18:56

    Vielleicht für den ein oder anderen interessant:
    Heute Abend läuft auf Arte die Doku Betongeld -Wie die Finanzkrise in mein Wohnzimmer kam

  • Nils 25. Mai 2014, 19:46

    Das sind in der Tat interessante Punkte, die Du hier ansprichst. Und wenn man (bzw. ich ;)) ehrlich ist, dann ist da viel dran. Vor allem was es betrifft, die “emotionale” Entscheidung zusätzlich noch rational “legitimieren” zu wollen.

    Jedoch gebe ich noch zwei Punkte zu bedenken, die “pro Eigenheim” sind bzw. Kritikpunkte relativieren:

    1. Vorteil “Selbstverwirklichung”: In einem Eigenheim ist man bereit, ganz andere Investitionen zu tätigen als in einer Mietwohnung. Somit wird man hier auch den Bodenbelag, die Küche, die Gartengestaltung etc so haben, wie man es sich vorstellt. In einer Mietwohnung bin zumindest ich nicht bereit, großartig zu investieren.

    2. Was die eingeschränkte Flexibilität betrifft, da man sich durch ein Eigenheim über Jahre festlegen würde: Man kann es auch wieder verkaufen. 😉

  • Nils 25. Mai 2014, 22:11

    zu 1.) Da hast Du sicher Recht. Auch wenn ich das Wort “investieren” verwandte, wollte ich dies aber lediglich als ergänzenden Punkt einbringen, der mit zur emotionalen Mikroebene gehört. Sorry für meine ungenauen Worte. 🙂

  • HP 10. Juni 2014, 16:54

    lieber holger, ich habe ein haus in der peripherie wiens und meinen kredit schon mehr oder weniger getilgt. gerne würde ich wieder ins zentrum der stadt meinen lebensmittelpunkt verlegen, da meine kinder auch schon entsprechendes alter haben. würdest du empfehlen das haus zu verkaufen oder zu vermieten, um dann in der stadt zu kaufen oder zu mieten? vielen dank für dein feedback!

  • JLL.Kerouac 14. Juli 2014, 23:09

    Hallo Holger, Hallo Blogleser

    Ich bin relativ neu in der Thematik dieses Blogs und habe ein paar Fragen.

    1) Wenn jemand Geld bei der Bank aufnimmt, für die Finanzierung einer Immobilie, muss der Kunde der Bank ja einen gewissen Zinssatz für das geliehene Geld bezahlen. Ist das der Hypothekarzins?
    2) Ich habe mal die Höhe der Hypotheken gegooglet. Warum sind diese höher bei einer Längeren Laufdauer?
    3) Die Hypotheken / Zinsen varieren ja aufgrund unterschiedlichen Faktoren, aber scheinen sich grob bei 2% zu befinden? Warum leiht die Bank überhaupt jemandem Geld für “nur” 2% Rendite? Dabei würden sie ja nur schon mit passivem Anlegen höchstwahrscheinlich deutlich mehr verdienen..? Oder ist das die Diversifikation der Banken, bei denen die Immokredite als sicheres Anlegen gesehen wird?

    Vielen Dank für eine Antwort

  • Matthias 25. August 2014, 14:19

    Danke Holger für diese schöne Reflexion Deiner Leserkommentare zum Thema Kaufen vs. Mieten, die auch mich anregte darüber nachzudenken, wann sich ein eigenes Haus in südlichen Gefilden eigentlich lohnt. Ich mag Deine Anregungen, weiter so! Vor allem dann, wenn sich beim Lesen in mir Widersprüche auftun wird es interessant, darüber genauer nachzudenken.
    Alles Gute weiterhin!
    Matthias
    http://unser-haus-auf-kreta.de/wann-lohnt-sich-ein-haus-im-sueden-eigentlich/

  • Markus 10. Januar 2015, 00:14

    Hallo, du stellst immer wieder schön heraus “aufs Land zu ziehen” statt in der Stadt zu bleiben. Aber was ist mit der Alternative, ein Objekt zu erwerben in das mehr Geld oder Zeit investiert werden muss? Der Bäcker und die Schule ist immer noch ohne Auto erreichbar. Die Kinder können auch ohne Roller mit Bus und Bahn die Disko erreichen. Das zweite Auto ist Luxus aber nicht zwingend notwendig.
    Genau so stellst du es da als wenn nur Angestellte die “Risiken” ihrer Entscheidungen tragen müssten. Arbeitsplatzwechsel, Wohnortwechsel, dem Chef ausgeliefert sein usw. Aber auch ein Selbstständiger hat diese Risiken und Folgen bei einer Investition in ein Eigenheim. Auch er ist abhängig von Kunden und Mitarbeitern damit das Geld für die Hypothekenraten weiter läuft. Ich verstehe was du sagen möchtest, finde es aber teilweise sehr pro Aktie gedacht. Ups welche Überraschung. Egal, sehr tolle Denkansätze. Mach weiter so.

  • Dominik 16. April 2015, 17:30

    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel (und den mit den 8 Fehlern).
    Für mich persönlich ist es eigentlich immernoch ein Wunsch, einmal ein Eigenheim zu bauen/zu besitzen, rein aus emotionalen/Lifestyle-Gründen.
    Nun ein Frage zur aktuellen Lage am Finanzmarkt/Immobilienmarkt:
    Ist es zur Zeit nicht am sinnvollsten, wenn man zu Bauen beabsichtigt, sich in einem Bausparvertrag fest günstige Kreditzinsen zu sichern und zu hoffen, dass durch ein Ansteigen der Kreditzinsen die Nachfrage, und somit die Preise, auf dem Immobilienmarkt sinkt?
    Grüße,
    Dominik

  • Marike 21. April 2015, 15:37

    Hallo,
    ich bin nun wirklich sehr jung(18), aber mache mir natürlich auch schon so meine Gedanken.. Ich arbeite neben dem Studium in einem 450Euro Job, indem ich 100Euro zurücklegen möchte ab jetzt. Tja bis jetzt dachte ich, dass ich bis ich 30 bin sparen werde und dann mit einem Partner eine Wohnung kaufen(ich wohne in Berlin, also rund 300.000Euro), nun habe ich all ihre Artikel über das Kaufen von Immobilien hier gelesen und bin natürlich sehr verunsichert. Da ich eine Laie bin kenne ich mich selbstverständlich nicht besonders gut aus, aber wenn ich das jetzt mal alles für eine Wohnung durchspiele dann ist Familie und Lifestyle, so wie du sie beschrieben hast schonmal ähnlich wie bei einer Mietwohnung. Das “mobil sein” sehe ich auch kritisch, gerade wenn man Kinder hat, hat man doch selten vor alle 3 Jahre umzuziehen, schließlich will man die nicht aus ihrem Freundeskreis/ ihrem Umfeld reißen, aber gut das ist vielleicht Ansichtssache..
    Bleibt natürlich nur noch (der vermutlich wichtigste) Faktor, dass Geld. Wenn ich nun also mein Geld anlege bis ich 30 bin (100Euro im Monat) habe ich ungefähr 21.000, was natürlich im Vergleich zum späteren Kaufpreis leider nichts ist. Selbst wenn mein Partner Ersparnisse im selben Wert hat, hätten wir nur 1/6 des Kaufpreises gedeckt.
    Deswegen würde man dann natürlich einen Kredit aufnehmen..
    Letzendlich hätte man dann hoffentlich wenn man Rentner ist wesentlich weniger Augaben(da die Miete wegfällt) und kann seinen Kindern eine Wohnung vererben, die dann vielleicht vermieten oder so..
    Ist das eine Milchmädchenrechung?
    Nur angenommen ich wohne zur Miete und lege mein Geld so an, dann habe ich als Renter halt die 300.000 bar, aber was kann ich denn dann machen? Die Gesundheit lässt dann bestimmt irgendwelche ausgefallenen Sachen nicht mehr zu und wenn ich das Geld ausgebe habe ich meinene Kindern auch nichts weiter zu vererben und wenn ich mir dann eine Wohnung kaufen würde, dann käme das doch irgendwie auf selbe hinaus oder(okay abgesehen von dem Geld das ich der Bank geschenkt habe, aber würde das einen so großen Unterschied machen?).
    Danke und liebe Grüße,
    Marike

  • Wawa 6. Mai 2015, 01:40

    prima, nicht nur in der Finanzen auch in der Psychologie kennst du dich bestens aus. Ich kenne einen Mann, der 2400 € Netto hatte, und jahrelang 2 Kredite von 600 € und 730 € bediente, um ein Haus zu kaufen, das 135 km weit entfernt von seiner Arbeit ist. In dem Haus wohnte seine damalige Frau, der gemeinsame Sohn, und die Tochter seiner damaliger Frau. Er wohnte 3 bis max. 4 Tagen die woche dort, was bedeutet, dass er in München auch übernachten bzw. wohnen musste wegen der Arbeit.

    Als der gemeinsame Sohn 6 wurde, wurde er und seine Frau getrennt. Die Frau zog nicht aus. Aus mir nicht nachvollziehbare Gründe (wollte nur noch schnell die Scheidung / damit sein Sohn ein Zuhause hat / mit 2 Kinder wäre es schwer eine Wohnung zu finden…) überträgt er das Haus seine Exfrau, als Vergleich verzichtet die Exfrau auf Rentenausgleich ( ist vergleichsweise minimal, da nur 7 Jahre Ehezeit, anfänglich noch weniger Verdienst, überhaupt auch deshalb, weil der Rentenausgleich erst später durchgezogen wird, es ist kein Geld, was jetzt geteilt wird).

    Seine Exfrau hatte in der Ehezeit nur Kindesunterhalt von der Tochter sowie Kindergeld als Einkommen, andere Einkommen aus Arbeit hatte sie minimal und sporatisch, wegen der Pflege und Erziehung von 2 Kinder insbesonders des gemeinsamen Sohnes, da er noch klein war. Ich fragte ihn: zum Zeitpunkt des Hauskaufs hast du deine Frau sehr geliebt? Er sagte nein.

    Ich fragte ihn: wolltest du da aber auf jeden Fall mit ihr für immer zusammenbleiben? Er sagte auch nicht wirklich. Ich fragte: warum hast du dann das Haus gekauft? Er sagte: sie wollte unbedingt ein Haus kaufen.

    • Robert Michel 11. März 2017, 10:14

      Böse Geschichte. Ein gutes Beispiel dafür was passieren kann, wenn man keine eigenen Entscheidungen trifft, sondern sich immer dem anpasst was andere von einem erwarten.

  • Steffi 24. April 2016, 11:26

    Was ist mit dem Faktor Unabhängigkeit und Selbstständigkeit .
    Ich bin es Leid, immer wieder meinen Vermieter zu Fragen: kann ich bitte einen neuen Fußboden haben ? Ich bin es Leid, meinem Vermieter zu fragen , kann ich bitte neue Türrahmen haben ? Immer dieses betteln und flehen, endlich mal in der Wohnung etwas zu investieren, um ein besseres Wohnklima zu bekommen. Meine Miete sollte doch auch für renovierungen genutzt werden. Aber so ist es ebend nicht. Das Geld geht in die Tasche der anderen. Also ist es doch, aus meiner Sicht , total egal wohin ich investiere, ich hab davon ja nichts 🙂
    Ob Haus oder Wohnung.
    In einer Wohnung kann man nichts selber umsetzen, nichts nach seinen eigenen Vorstellungen.In einem Haus hab ich die möglichkeit, defenitiv.
    Ich liebe diese Unabhängigkeit und die Selbstständigkeit einen Eigenheim. Ich finde für mich ist es eine super Investition, ein Eigenheim zu haben.

  • Walter 28. Juli 2016, 19:02

    Der Artikel ist zwar schon älter, denke aber mein Kommentar passt hier am besten rein.

    Was mir – als Häuslebauer – hier fehlt, ist die stärkere Betonung auf die Finanzierbarkeit. Also das was du unter “Rationale Makroebene” zusammenfasst, Holger. Vielleicht bin ich mit meiner Familie eine Ausnahme, aber die Finanzierungsfrage hat schon eine gewichtige Rolle gespielt. Wir haben uns am Ende eine Obergrenze gesetzt und dann die Suche im Umfeld begonnen.

    Ich glaube auch dass viele andere Möchtegern-Eigenheim-Besitzer die finanzielle Seite nicht unter den Tisch kehren, sich aber möglicherweise unrealistisch hohe Grenzen setzen. Diese Entscheidung wird nun durch eine neue Richtlinie zur Baukreditvergabe “ent-emotionalisiert”^^. Die Banken motzen zwar dagegen, weil sie nun weniger Kredite vergeben können aufgrund höherer Risiken, aber ich denke am Ende hilft es private Unglücke zu vermeiden, vor allem in der heutigen Zeit, in der offenbar mal locker 400kEUR fürs Eigenheim aufgenommen werden. Siehe hierzu z.B. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/eu-regulierung-die-neue-immobilienkredit-richtlinie-hilft-niemandem-1.2996443

  • Bankenmärchen 4. März 2017, 22:12

    Was für ein Infopaket! Für mich hat sich der Traum vom Haus erstmal erledigt… in der Suppe ist jetzt ordentlich Salz! 🙂

  • Yanneck-Morten Bliesmer 9. März 2017, 08:11

    Hallo Holger,
    danke für die umfangreiche Aufstellung und die Zeit, die Du mir damit ersparst. Ich muss immer wieder Diskussionen zu diesem Thema führen und habe selten so viele rationale Argumente auf einmal, wie sie in deinem Artikel aufgeführt sind.
    Das wird mir die Überzeugungsarbeit in der Zukunft hoffentlich erleichtern 😉

    BG
    Yanneck

  • Bernhard 11. März 2017, 09:34

    Hallo Holger!

    Vielen Dank, dass ich auf Deinen Blog
    stoßen durfte!
    Deine Artikel helfen mir, Hintergründe über mein bisheriges (nicht nur) Konsum(verhalten) zu verstehen, und diese Schrittweise zu verändern.

    Es ist aber sehr schwierig alt eingefahrene Prägungsmuster zu verändern und damit Platz für ein neues Input zu schaffen, auch
    wenn man es schon hat!

    Aber beginnen tut alles mit dem eigenen Willen zur Veränderung und gepaart mit der Beantwortung der Frage “Warum-Ist-Das-So?” lässt sich mit Sicherheit ein selbstbestimmteres, erfüllteres und zufriedenes Leben führen!

    Liebe Grüße
    Bernhard

    • Holger Grethe 12. März 2017, 09:01

      Vielen Dank für dein nettes Feedback, Bernhard!

  • Daniel 13. März 2017, 13:43

    Hallo Holger, hallo Community,

    eine Frage zum Thema Risiko stellt sich mir immer wieder:

    Wieso wird ein Jobverlust immer als Problem für Eigenheimbesitzer dargestellt? Als Mieter muss ich monatlich genauso Geld für die Miete aufbringen wie der Häuslebesitzer für die Hypothek. Das Argument man könne sich im Zweifel als Mieter verkleinern mag ich für mich persönlich bezweifeln. Hier in Hamburg ist der Markt so überlaufen und hat preislich angezogen, dass ich mir das gar nicht ausmalen will, sollte ich mal in die Situation kommen.

    Nur zum Hintergrund. Ich selbst bin Mieter, aber das obige Risiko will als solches einfach nicht in meinen Kopf.

    @Holger: Kompliment für den Artikel. Schöne Herleitung und nicht stumpf die 25 Punkte heruntergelistet, wie es manch andere Blogs machen.

  • Dr. Thomaso 21. März 2017, 15:58

    Wirklich schöner Post, den ich gerne an Freunde sende, die einen Hauskauf erwägen – oder dies bereits getan haben. 😉

    Bezüglich der Bewertung, ob eine Entscheidung “richtig” ist, muss ich allerdings intervenieren. Das folgende ist zwar eine ziemliche Spitzfindigkeit meinerseits, allerdings geht es um das grundliegende Problem der Entscheidungsbewertung, was viele Leute nicht wirklich verstehen. Folgendes Zitat ist im Text:
    “Richtig ist eine Entscheidung dann, wenn man auch zu einem späteren Zeitpunkt zu dem Schluss kommt, dass man die beste Option unter allen zur Verfügung stehenden Alternativen gewählt hat.”

    Das sehe ich ein wenig anders. Hier wird ein wenig die zeitliche Ebene der Entscheidungsfindung verzerrt. MMn ist eine richtige (oder eher “optimale”) Entscheidung, die Auswahl derjenigen Option, welche zum Zeitpunkt der Entscheidung meinen erwarteten Nutzen(Auszahlung) maximiert.
    Da ich nicht in die Zukunft sehen kann, kann ich nur die aktuellen Infos verwenden und darüber dann meine optimale Entscheidung treffen. Die zukünftige Entwicklung des Investments ist dann eigentlich völlig egal – jedenfalls bzgl. der Frage, ob die Entscheidung richtig war. Das wirkt trivial, ist es aber nicht ganz, deshalb dazu ein Beispiel.

    Beispiel dazu:
    MMn und gemäß den Infos die ich habe, lehne ich mich mal weit aus dem Fenster und sage, ETFs sind aktuell meine beste Option um Geld anzulegen (disktuabel, aber nehmen wir mal an es wäre pauschal so). Selbst wenn ich in 5 Jahren alles verlieren würde, wäre die Entscheidung dennoch richtig gewesen, da sie auf den damals verfügbaren Daten basierte. Man würde die Entscheidung bereuen und mit dem HEUTIGEN Wissen nicht wiederholen, aber sie wäre dennoch zum damaligen Zeitpunkt (mit dem damlaigen Informationsset) richtig gewesen. Wenn ich dann späte merke, dass meine ETF Anlage mir Verluste generiert, habe ich mir eigentlich nichts vorzuwerfen, da ich die (erwartungsgemäß optimale) Entscheidung getroffen habe. Bereuen kann man die Entscheidung dann natürlich dennoch.

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