Sparen für Kinder – bloß keine Ausbildungsversicherung!

Sparen fürs Kind - bloss keine Ausbildungsversicherung

Für Kinder sparen macht aus vielen Gründen Sinn:

Eltern legen etwas für die Ausbildung zurück, Großeltern sparen für Enkelkinder, Paten wollen ihre Geldgeschenke gut angelegt wissen etc.

Der häufigste Grund, nach einer Geldanlage für Kinder zu suchen, dürfte die spätere Finanzierung eines Studiums oder einer anderen kostenintensiven Berufsausbildung sein.

Welche Sparprodukte sich für das Ansparen eines finanziellen Polsters für Kinder eignen, erfährst du in diesem Artikel.

So teuer ist ein Studium

So teuer ist ein Studium

Frühzeitig Geld für Kinder anlegen ist definitiv sinnvoll, denn fünf Jahre Studium an einer öffentlichen deutschen Hochschule inklusive …

  • Unterkunft (Miete)
  • Versicherungen
  • Verpflegung
  • Studiengebühren
  • Lernmittel etc.

…erfordern locker einen Kapitalbedarf von insgesamt rund 60.000 Euro.

(1.000 Euro pro Monat x 12 Monate x 5 Jahre)

Für das Studium an einer privaten Universität kann schnell der doppelte Betrag fällig werden. Weil allein die Studiengebühren schon 1.000 Euro im Monat verschlingen.

Und wer vom Abschluss an einer amerikanischen Ivy-League Elite-Uni (Harvard, Yale, Princeton etc.) träumt, muss dafür ebenfalls einen Betrag von rund 60.000 Euro aufbringen.

Allerdings pro Jahr!

Nur am Rande: Wenn die Eltern gut verdienen, haben die Kinder keinen Anspruch auf Bafög.

Sie haben allerdings laut BGB einen Unterhaltsanspruch gegenüber ihren Eltern. Dieser gilt solange, bis die erste berufliche Ausbildung abgeschlossen wurde.

Gehen wir also einmal davon aus, dass wir die Sache alleine stemmen müssen und kalkulieren für das Studium pro Kind die besagten 60.000 Euro ein.

Wie viel muss man dafür sparen?

Das hängt zum einen von der erzielten Rendite und zum anderen vom Anlagehorizont ab.

Der Idealfall: Wer unmittelbar nach der Geburt ein Konto für sein Baby anlegt und regelmäßig (per Dauerauftrag) darauf einzahlt, hat rund 18 Jahre Zeit für den Vermögensaufbau.

Abhängig von der Rendite ergibt sich die monatliche Sparrate:

Das Fazit: Je höher die Rendite auf das eingezahlte Kapital, desto niedriger die monatlich notwendige Sparrate.

Bei einer durchschnittlichen Real-Rendite (nach Abzug von Kosten, Steuern, und Inflation) von 3 Prozent pro Jahr, liegt die monatliche Sparrate in etwa auf Höhe des Kindergelds.

Dieses beträgt derzeit 204€ pro Kind (für das erste und zweite Kind).

Mit anderen Worten:

Packt man von Geburt an jeden Monat “einfach” nur das Kindergeld auf die Seite und erzielt eine Rendite von 3 Prozent pro Jahr, lässt sich das Sparziel (60.000 Euro in 18 Jahren) mühelos erreichen.

Was tun, wenn die Sparrate zu hoch ist?

Natürlich muss man es sich erst einmal leisten können, im Haushaltsbudget auf das Kindergeld zu verzichten.

Sollte dir die Sparrate zu hoch sein, ist das kein Grund zum verzweifeln.

Auch ein Vermögen von 30.000 Euro dürfte die Haushaltskasse später ordentlich entlasten.

Dafür musst du das Sparziel und damit die Monatsraten einfach nur halbieren.

Und wenn es nur für 20.000 Euro reicht – bei weitem besser als nix!

Machen wir uns nichts vor: der größte Knackpunkt sind die notwendigen 3 Prozent Rendite.

Sparen für Kinder – Was sich kaum rentiert

Sparen fürs Kind - Was sich nicht rentiert

Bevor uns ansehen, wie 3 Prozent Rendite pro Jahr zu realisieren sind …

…werfen wir zuerst noch einen Blick auf Anlageprodukte, die uns mangels Renditechancen beim Geld anlegen für Kinder kaum voranbringen:

  • Sparbuch, Sparplan, Sparvertrag
  • Tagesgeldkonto
  • Festgeld
  • Bausparvertrag

Sparbücher, Tagesgeldkonten und vergleichbare Geldanlagen haben gemeinsam, dass das Angesparte dank Einlagensicherung weitestgehend sicher ist.

Doch keines dieser Sparkonten verspricht in der weiterhin anhaltenden Niedrigzinsphase nach Abzug der Inflation eine positive Rendite.

Die Rechnung ist simpel:

Steht der Verzinsung einer 1,5 Prozent (so viel ist heute höchstens noch bei Festgeld zu holen) eine Inflationsrate von 1,5 Prozent gegenüber …

…ist die Rendite Plusminus Null.

Im Klartext: Mit “sicheren” Anlageprodukten wird das Geld nicht mehr, sondern es bleibt bestenfalls die Kaufkraft erhalten.

Bei Sparverträgen mit mehrjähriger Laufzeit kommt erschwerend hinzu, dass das aktuell niedrige Zinsniveau auch noch langfristig festgeschrieben wird.

Keine gute Idee.

Aber noch unrentabler als ein niedrig verzinstes „Kinderkonto“ ist ein anderes Finanzprodukt …

Warum eine Ausbildungsversicherung Unsinn ist

Warum eine Ausbildungsversicherung Unsinn ist

Die Versicherungsindustrie ködert Eltern und Großeltern gerne mit sogenannten „Ausbildungsversicherungen“ .

Eine völlig sinnbefreite und überflüssige Produktgattung.

Denn Versicherungen dienen der Absicherung von großen Lebensrisiken und die Finanzierung eines Studiums ist sicher kein Lebensrisiko.

Man könnte natürlich argumentieren, dass der Tod der Eltern ein Risiko darstellt. Weil diese dann nicht mehr in der Lage sind, fürs Studium der Kinder aufzukommen.

Dieses Risiko lässt sich jedoch einfach durch den Abschluss einer simplen, kostengünstigen Risiko-Lebensversicherung abmildern.

Dazu braucht es keine Ausbildungsversicherung!

Was nichts anderes ist, als eine wohlklingende Umschreibung für einen kostenintensiven, niedrig verzinsten Sparvertrag mit langer Laufzeit (aka kapitalbildende Lebensversicherung).

Die beste Geldanlage für Kinder: Aktien-ETFs

Die beste Geldanlage für Kinder: Aktien-ETFs

Mit Aktienfonds (ETF-Sparpläne) für die Ausbildung der Kinder zu sparen, hat drei wesentliche Vorteile:

  1. Man erzielt eine Wertsteigerung für das eingezahlte Kapital (damit sind 3% Realrendite p.a. durchaus machbar)
  2. Die Kosten sind niedrig
  3. Der Zeitaufwand ist gering

Statt klassische Investmentfonds mit hohen Verwaltungsgebühren und Ausgabeaufschlägen zu kaufen, solltest du auf börsengehandelte Indexfonds (ETFs) setzen.

ETFs bilden die Wertentwicklung eines Aktienindex – wie beispielsweise des DAX – ab und zeichnen sich durch sehr geringe Produktkosten aus.

Fondssparpläne lassen sich für eine Vielzahl von ETFs bei Direktbanken wie Comdirect, Consorsbank usw. einrichten.

Portfolio für Kinder – Ein Beispiel

Unsere beiden Kinder besitzen seit ihrer Geburt eigene Wertpapierdepots.

Die Kontoführung geschieht bis zur Volljährigkeit durch uns Erwachsene im jeweiligen Namen des Kindes.

Per Dauerauftrag überweisen wir jeden Monat einen festen Betrag (das Kindergeld) von unserem Girokonto auf das Verrechnungskonto der „Junior-Depots“.

Von dort wird das Geld in regelmäßigen Abständen (quartalsweise) in ETF-Anteile investiert.

Wer sein Risiko breit streuen und von den Gewinnen großer Unternehmen aus der ganzen Welt profitieren will, findet in einem ETF auf den MSCI World Index ein geeignetes Anlageprodukt.

Den risikoarmen Teil des Portfolios haben wir mit einem Tagesgeldkonto abgebildet.

Das Risiko minimieren

Ein Aktien-Investment verhält sich selbstverständlich anders als ein zinsbasierter Sparvertrag. In einzelnen Jahren kann die Rendite ordentlich negativ ausfallen.

Nicht vergessen: Die attraktive Rendite des Aktienmarkts ist nichts anderes als eine Entschädigung für das Wertschwankungsrisiko, das man als Anleger aushalten muss.

Die Asset-Allocation (Aufteilung des Portfolios in risikoreiche und risikoarme Investments) gestalten wir daher dynamisch.

Sprich: die Depots starten mit einer Aktienquote von 90 Prozent, welche über den geplanten Anlagezeitraum von 18 Jahren schrittweise auf etwa 50 Prozent abgesenkt wird.

Damit ist sichergestellt, dass zu Beginn des Studiums genügend Geld angespart wurde, dass nicht (mehr) den Wertschwankungen des Aktienmarkts unterliegt.

Ein Online Depot für sein Kind zu eröffnen, ist bei den einschlägigen Online-Brokern im Übrigen kein großes Problem.

Die Eltern unterschreiben als gesetzliche Vertreter für das Kind den Depotantrag und fügen diesem eine Kopie der Geburtsurkunde hinzu. Abgeschlossen wird die Kontoeröffnung per Postident Verfahren.

Bevor wir zum nächsten Punkt kommen …hast du schon den Zendepot Newsletter abonniert?

Falls nicht, trag dich hier ein – damit bekommst du regelmäßig Tipps für den Vermögensaufbau von mir (ja, ist kostenlos):

 
Müssen die Depots eigentlich im Namen der Kinder geführt werden? Müssen sie nicht, aber es gibt gute Gründe für dieses Vorgehen …

Steuerliche Behandlung von Minderjährigen-Konten und Depots

Steuerliche Behandlung von Minderjährigen-Konten und Depots

Als frisch gebackener Vater konnte ich es damals kaum glauben:

Noch bevor die erste Windelpackung aufgebraucht war, flatterte uns Post vom Bundeszentralamt für Steuern ins Haus.

Adressiert ans Baby.

Denn jedes Neugeborene wird vom Staat zeitig als zukünftige(r) Steuerzahler(in) willkommen geheißen. Und bekommt damit eine lebenslang gültige Identifikationsnummer nach §139b der Abgabenordnung.

Wichtig ist, dass auch Kinder Anspruch auf zwei relevante Steuerfreibeträge haben:

  1. Den Sparer-Pauschbetrag (801 Euro), und
  2. Den Grundfreibetrag (aktuell 9.168 Euro)

Hinzu kommt noch der Sonderausgaben-Pauschbetrag in Höhe von 36 Euro, so dass sich die Freibeträge auf einen Gesamtbetrag von rund 10.000 Euro addieren.

Achtung: Verwechselungsgefahr

Den Grundfreibetrag bitte nicht mit dem Kinderfreibetrag verwechseln! Diese Steuervergünstigung ist für die Eltern gedacht und beträgt derzeit 7.620 Euro pro Jahr.

Freistellungsauftrag und Nichtveranlagungsbescheinigung

Damit vom Depotkonto keine Abgeltungssteuer abgeführt wird, solltest du einen Freistellungsauftrag für das Minderjährigenkonto bei der Bank einreichen.

Damit auch Kapitaleinkünfte von mehr als 801 Euro im Jahr nicht besteuert werden, wird eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung notwendig.

Diese kann beim zuständigen Finanzamt beantragt werden und gilt jeweils für drei Jahre.

Die Bescheinigung muss an die Bank weitergeleitet werden, damit keine Abzüge von Zinserträgen, Dividendenauszahlungen etc. vorgenommen werden.

Sollten die Kapitaleinkünfte des Kindes allerdings den Gesamtfreibetrag von 10.000 Euro überschreiten, führt kein Weg mehr an einer eigenständigen Steuererklärung für das Kind vorbei.

Diese Grenze dürfte wohl nur in wenigen Fällen gerissen werden …

Ausgehend von einer Rendite von 3 Prozent und der Annahme, dass diese vollständig der Abgeltungssteuerpflicht unterliegen, wäre dafür ein Kapitalvermögen (des Kindes) von über 300.000 Euro notwendig.

Fallstrick Krankenversicherung

Kinder, die in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos über ein Elternteil mitversichert sind, dürfen derzeit maximal 445 pro Monat “verdienen”.

Dazu zählen auch Kapitaleinkünfte.

Aufs Jahr gesehen liegt die Grenze bei 6.141 Euro (12 x 445 Euro + 801 Euro Sparerpauschbetrag), die nicht überschritten werden dürfen.

Andernfalls drohen zusätzliche monatliche Kosten für die Krankenversicherung.

Kommen wir zu einem ganz anderen “Problem”: Im Alter von 18 Jahren endet das Sorgerecht und damit die elterliche Verfügungsgewalt über das Vermögen der Kinder.

Was uns zur nächsten Herausforderung führt …

Vertrauen in die finanzielle Kompetenz

Vertrauen in die finanzielle Kompetenz

Um die steuerlichen Freibeträge der Kinder effektiv nutzen zu können, macht es Sinn, dass diese die Kapitalerträge erwirtschaften und nicht die Eltern.

Dem steuerlichen Vorteil steht allerdings eine Gefahr gegenüber:

Nämlich dass der Nachwuchs, kaum volljährig geworden, mit dem sorgsam angehäuften Vermögen groben Unfug anstellt. Anstatt seine Ausbildung zu finanzieren.

Sicher, das Risiko besteht.

Hoffen wir mal, dass wir unseren „Kleinen“ sowohl den verantwortungsbewussten Umgang mit Geld als auch die Bedeutung von Bildung für das weitere Leben klar machen können.

Weil Vertrauen gut, aber Kontrolle bekanntlich noch besser ist, haben wir uns für den folgenden Weg entschieden …

Kompromiss: Geldanlage splitten

Kompromiss: Geldanlage splitten

Eine Hälfte des für die Ausbildung vorgesehenen Vermögens wird mit ETF-Depots im Namen der Kinder gebildet.

Die andere Hälfte wird im eigenen Namen ebenfalls in ETFs angelegt.

Auf diese Weise profitieren wir zwar nicht im vollen Umfang von den Steuerfreibeträgen der Kinder.

Dafür gehen wir aber auch nicht das (volle) Risiko ein, dass mit den “Ausbildungsdepots” später einmal Schindluder getrieben wird.

Eine Rückübertragung des im Namen der Kinder ersparten Vermögens ist vor dem Ablauf des Sorgerechts theoretisch zwar möglich.

Die über die Jahre erwirtschafteten Kapitalerträge müssten in diesem Fall allerdings von den Eltern nachversteuert werden.

Und das ist nun auch keine angenehme Vorstellung …

Zum Schluss noch ein paar Worte zu einem Problem, das sicher alle Eltern haben: Wie gewöhnt man Kinder an den Umgang mit Bankkonten?

Und wohin mit dem Taschengeld und Geldgeschenken, die sich zuhause im Sparschwein anhäufen?

Taschengeld sparen – welches Konto für Kinder?

Kinderkonto

Vorab: Ab wann sollten Kinder eigentlich Taschengeld bekommen, wie häufig und in welcher Höhe?

Das deutsche Jugendinstitut spricht dazu folgende Empfehlungen aus:

  • <6 Jahre: 0,50 bis 1 Euro pro Woche
  • 6 Jahre: 1 bis 1,50 Euro pro Woche
  • 8 Jahre: 1 bis 2,50 Euro pro Woche
  • 10 Jahre: 15,50 bis 18 Euro pro Monat
  • 13 Jahre: 23 bis 25,50 Euro pro Monat
  • 16 Jahre: 38 bis 45,50 Euro pro Monat

Soweit zu den Empfehlungen.

Tatsächlich verfügen die Kleinen allerdings über ein deutlich höheres Budget, zumindest wenn Geldgeschenke zum Taschengeld hinzu gerechnet werden:

Infografik: Jungen kriegen mehr als Mädchen | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Früher oder später stellt sich daher die Frage nach einem Sparkonto fürs Kind.

Nennenswerte Zinsen darf man heutzutage nicht von solch einem Kinderkonto erwarten, aber zumindest kostenlos sollte es sein.

Und „mündelsicher“, sprich: es muss ausgeschlossen sein, dass mit dem Konto ein Verlust erwirtschaftet werden kann.

Das ist bei einem Kindersparkonto gegeben, denn …

Banken führen Konten für Minderjährige ausschließlich auf Guthabenbasis. Ein Dispositionskredit wird also nicht eingeräumt.

Unterschiede gibt es hinsichtlich der Ausstattung mit Karten zum Geld abheben am Automaten, mit (Prepaid) Kreditkarten sowie dem Zugang zum Onlinebanking.

Eine gute Übersicht zum Thema Kinder Sparkonto bietet diesbezüglich ein Artikel der Stiftung Warentest.

Ein praktischer Aspekt, der bei der Auswahl eine Rolle spielen kann (aber nicht muss): Sind Bareinzahlungen auf das Kinderkonto möglich?

Alternativ können Eltern ihren Kindern das Taschengeld natürlich auch direkt aufs Konto überweisen.

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Hinweis: Dieser Artikel wurde erstmals im April 2017 veröffentlicht und ist seitdem komplett überarbeitet und aktualisiert worden.

  • Saskia 3. Oktober 2019, 15:40

    Hallo Holger,
    Danke für den Artikel. Was sagst Du zu dem Finanzprodukt “Oskar”?
    Gruß Saskia

  • IMHAMSTERRAD 3. Oktober 2019, 14:37

    Sehr schöner Artikel, Depot statt Sparbuch zur Geburt des Kindes, sage ich seit Jahren.

  • Christian Gremsl 16. Mai 2017, 14:42

    Hi, ein wunderbarer Artikel. Du lieferst sehr kompakte Informationen, die wirklich etwas bringen. Ich finde unter anderem auch, dass das Sparen für Kinder eine sehr sinnvolle Sache ist.
    Danke für deinen Artikel.
    Liebe Grüße,
    Christian

  • Tobias 3. Mai 2017, 14:01

    @ Pete:
    Du musst dafür nicht Ausschüttende ETFs wählen. Ab 2018 gibt es eh eine (ich meine bereits beschlossene) Gesetzesänderung – dann werden auch thesaurierende Fonds pauschal besteuert, kannst also dennoch den Freibetrag deines/deiner Kinder ausnutzen.

  • Florian Günther 16. April 2017, 19:22

    Der Zinseszins ist langfristig immer der größte Rendite Turbo

  • Pete 15. April 2017, 19:34

    Hallo Holger,

    Vielen Dank für die übersichtlich strukturierte Zusammenfassung. Um den Sparer-Pauschbetrag für die Kleinen jährlich zu nutzen, wäre es meines Erachtens sinnvoll, neben den Zinsen für das Tagesgeld in ausschüttende ETFs zu investieren. Mich würde interessieren, ob Du für Deinen Nachwuchs einen thesaurierenden oder ausschüttenden ETF gewählt hast und wie die Community dies bewertet?

    Schöne Ostern, Pete

  • Carlos 13. April 2017, 11:20

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Für ein elterneinkommens-unabhängiges Bafög gibt es bei uns keine Chance, wir können also, bei aktueller Rechtslage, entspannt die 7,5k€ überschreiten…

  • Zwilling79 13. April 2017, 10:12

    Hervorragender Artikel, der m.E. alle wichtigen Dinge abdeckt.

    Für meinen Sohn haben wir auch ein Depot eröffnet, auf das wir monatlich einzahlen. Da meine Freundin allerdings etwas kritisch gegenüber des Aktionmarktes eingestellt ist, haben wir uns dafür entschieden die Hälfte der Sparleistung auf einem Tagesgeldkonto zu belassen. Später wollen wir dann das Geld, je nachdem wie sich unser Lütte so entwickelt, in eine Festgeldleiter umschichten. Das wollen wir aber nur machen, wenn abzusehen ist, dass er das Geld sofort ausm Fenster werfen würde.

    Bezüglich des Studiums…ich hatte damals eine ganz normale Ausbildung gemacht und mich dann voll in die Arbeitswelt gestürzt. Studieren wollte ich aber dennoch, allerdings ohne auf mein Gehalt zu verzichten (man gewöhnt sich ja so schnell daran ;) ). Von daher hatte ich ein Fernstudium an einer staatlichen Fernuniversität gemacht, was recht kostengünstig war und zudem auch noch sofort steuerlich “belohnt” wurde. Sprich es gibt immer mehrere Wege um an ein Ziel zu kommen und wer weiß, was in 18 Jahren möglich ist. Aktuell scheint ja der Trend zum Micro-Learning zu gehen.

  • Carlos 13. April 2017, 09:31

    Ich möchte kurz auf zwei Punkte eingehen:

    Kosten des Studiums: Sicherlich ist es einfach, 60k auszugeben, wenn man sie hat. Ich hatte sie nicht und habe ein duales Studium gemacht, meine Eltern haben mich mit dem Kindergeld und der Überlassung eines 15 Jahre alten Wagens unterstützt. Das hat gereicht. Natürlich findet nicht jeder ein Partnerunternehmen für ein duales Studium und bei manchen Studiengängen schließt sich das aus. Z.B. bei meiner Frau. Die hat dann halt recht viel gearbeitet nebenher und sehr sparsam gelebt. So sparsam, dass ihr Antrag auf Befreiung von den GEZ-Beiträgen abgelehnt wurde, weil ihre angegebene Einkommenssituation unglaubwürdig wäre, weil das ja unter Sozialhilfeniveau läge. Wir sind trotzdem beide vernünftig durchs Studium gekommen und haben keine Schulden angehäuft. Jeden Donnerstag, Freitag und Samstag in der Disko saufen war natürlich nicht drin…

    Zweitens: Bafög
    Nach meiner Kenntnis steht Kindern beim elterneinkommens-unabhängigen Teil (bei allem, wo das Elterneinkommen eine Rolle spielt, haben wir eh keine Chance) ein Schonvermögen von 7500€ zu, alles andere wird aufs Bafög angerechnet. Ich werde mich also beherrschen, meine Kinder mit mehr als diesem Betrag ins Studium zu schicken.

    Was man natürlich nicht tun sollte (und auch nicht darf): Das Geld bis ~16 Jahre steuergünstig bei den Kindern “parken” und dann kurz vor Studium zu den Eltern transferieren. Einen Tod muss man sterben…

    Schönen Gruß
    Carlos

  • Ex-Studentin 12. April 2017, 21:24

    Ich bin froh, dass es Bafög für finanziell schwache Familien gibt. Da ich mich nicht darauf verlassen wollte, habe ich wie Dominik dual studiert. Die Kosten für Ausbildung und Studium können sehr unterschiedlich ausfallen. Macht das Kind eine Ausbildung oder ein duales Studium, braucht es keine finanzielle Unterstützung. Als “normaler” Student, kann man sich nebenbei Geld dazu verdienen (sollte man auch, um Berufserfahrung zu sammeln). Je nach dem, ob das Kind zuhause wohnen bleibt oder auszieht, reichen dann 400-500€ (zzgl. Nebenjob). Das Teuerste ist die schulische Ausbildung / private Hochschule oder ein Auslandsbesuch. Wenn es finanziell machbar ist, soll mein Kind gerne die beste Ausbildung erhalten. Aber es gibt viele kostengünstige Alternativen.

    • Mike 20. Mai 2017, 08:26

      Hallo Jenny,

      wieso denkst Du, dass das Auslandsjahr teuer ist? Ich war in der elften Klasse für ein Jahr in den USA. Das gesamte Jahr hatte etwa 7000 Euro gekostet, was monatlich grob 580 Euro darstellt. Diese Kosten hätte ich zuhause ebenfalls verursacht (Essen, Strom, Heizung, Schulunterlagen, Hobbies). Hinzu kommt, dass nicht der gesamte Betrag sofort fällig wird. Startkosten bestehen aus der Bezahlung der Transferorganisation inkl. der Flugtickets ~ 50 % der Investition.

      ………………

      Hallo Holger,

      vielen Dank für die schöne Zusammenfassung. Ich war überrascht, dass es eine Ausbildungsversicherung gibt. Aber nungut offensichtlich gibt es nichts, was es nicht gibt :)

      Beste Grüße
      Mike

  • Joerg 12. April 2017, 17:17

    Wieso extra ansparen fuer’s Studium der Kinder? Wir holen uns jetzt erstmal das Geld wieder zurueck :-): https://youtu.be/Fzzwo3N5ANI
    Ladykracher: “Wenn der kleine Engel ausziehen will, ist das schlimm genug. Aber die Abrechnung muss halt sein!”
    Spass bei Seite, wir haben nix extra angespart sondern unterstuetzen die Kinder direkt.
    Bei einem Kind ist das sehr gut so. Beim anderen haette es wohl geklappt, eine groessere Summe selbst verwalten zu lassen.
    Aber selbst bei bester Erziehung hast du keine Sicherheit und keinen Einfluss. Wenn der Pubertaer mit 18 einen drauf macht – Pech gehabt –
    und bis 25 / ersten Ausbildungsabschluss bist du trotzdem in der Pflicht … :-)
    Also:
    Mit thesaurierenden Index-ETFs fallen auch im elter/grosselterlichen Depot kaum Steuern an und Schenkungen/Depot-Uebertragungen an die Kinder/Enkel sind bis zu 400k/200k alle 10a auch dann – wenn es so weit ist – steuerfrei …
    Viel ist einfach gutgemeinte Hege und Nettigkeit und ein Geschaeft (Ausbildungs-Spar-Vertraege).
    Unterstuetzung an die Kinder bei der Ausbildung koennen ggfls auch wieder steuerlich geltend gemacht werden …

  • Finanziell Frei mit 30 - Dominik 12. April 2017, 14:44

    Hallo Holger,

    Du hast wirklich die wichtigsten Punkten zum Thema Vorsorge fürs Studium beschrieben. Ich denke das wichtigste ist sich vor Augen zu führen, dass jede Form der Vorsorge immer noch besser ist, als überhaupt nichts zu machen.
    Wenn Du hinterher dann “nur” 20.000€ zusammengespart hast, ist es leichter das restliche Geld hinzuzuverdienen als Student oder noch weiterhin laufend die Kinder zu unterstützen.

    Dazu kommt noch, dass auch nicht jeder klassisch studiert. Wenn Du ein duales Studium oder eine Ausbildung machst, wird Dein Einkommen (insbesondere wenn Du weiterhin bei Deinen Eltern wohnst) bereits zur Deckung Deiner Lebenskosten reichen, sodass Du dann zum Beispiel keine Unterstützung mehr benötigst. Dies ist zum Beispiel bei mir der Fall, dass ich ein duales Studium mache und daher nicht auf die Unterstützung meiner Eltern angewiesen bin.

    Schöne Grüße
    Dominik