Sparen fürs Kind – besser keine Ausbildungs-Versicherung

Sparen fürs Kind - bloss keine Ausbildungsversicherung

Wir leben in einer (digitalen) Informationsgesellschaft.

In dieser ist der Stellenwert von Bildung in Zukunft wohl kaum hoch genug einzuschätzen.

Es schadet daher ganz sicher nicht, frühzeitig für seine Kinder zu sparen, um ihnen später einmal ein Studium ermöglichen zu können.

Damit dafür Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich zusammenkommen, muss man den Nachwuchs nicht mal nach Harvard schicken …

Wer seinen Kindern ersparen möchte, die Ausbildung später per Kredit zu finanzieren, hat zwei Optionen:

Erstens, abwarten bis es mit dem Studium losgeht und dann jeden Monat gut 1.000 Euro oder mehr aus dem Haushaltsbudget abzwacken.

Zweitens, frühzeitig an die Geldanlage fürs Kind denken und das Studium später teilweise oder ganz vom angesparten Kapital bezahlen.

Da sich Option Eins insbesondere dann anspruchsvoll gestalten dürfte, wenn zwei oder mehr Kinder gleichzeitig studieren wollen, konzentrieren wir uns in diesem Artikel auf Option Zwei …

Hinweis: Dieser Artikel richtet sich nicht nur an Eltern, sondern auch an Großeltern, die für ihre Enkel sparen wollen.

Finanzielle Herausforderungen durch Kinder

Finanzielle Herausforderungen durch Kinder

Mit der Geburt des ersten Kindes ändert sich die Haushaltslage schlagartig:

Aus zwei Einkommen, die zwei Personen ernähren, wird – zumindest vorübergehend – ein Einkommen, das drei Personen ernährt.

Elterngeld kann die finanziellen Einbußen minimieren, trotzdem reduziert sich insbesondere bei Gutverdienern das Haushaltseinkommen spürbar.

Auch auf der Ausgabenseite tut sich etwas, denn …

Kinder kosten Geld

Das ist natürlich keine wirklich überraschende Erkenntnis. Sie führt allerdings dazu, dass die Sparquote tendenziell weiter sinkt.

Ich bin immer wieder baff, was ein durchschnittliches Paar Winter-Stiefelchen für zarte Kinderfüße in Größe 28 kostet. Schuhe, die genau einen und manchmal auch nur einen halben Winter halten.

Und spätestens mit dem ersten schulpflichtigen Kind kommt man in den „Genuss“, genau dann Urlaub machen zu dürfen, wenn dieser am Teuersten ist: In der Hauptsaison.

Aber das sind letztlich alles „Peanuts“ verglichen mit dem nächsten Punkt.

Dem Hauptgrund, warum es definitiv sinnvoll ist, Geld für dein Kind zu sparen und anzulegen. Und das möglichst früh …

So teuer ist ein Studium

So teuer ist ein Studium

Fünf Jahre Studium an einer öffentlichen deutschen Hochschule inklusive …

  • Unterkunft (Miete)
  • Versicherungen
  • Verpflegung
  • Studiengebühren
  • Lernmittel etc.

…erfordern locker einen Kapitalbedarf von insgesamt rund 60.000 Euro.

(1.000 Euro pro Monat x 12 Monate x 5 Jahre)

Für das Studium an einer privaten Universität kann schnell der doppelte Betrag fällig werden. Weil allein die Studiengebühren schon 1.000 Euro im Monat verschlingen.

Und wer vom Abschluss an einer amerikanischen Ivy-League Elite-Uni (Harvard, Yale, Princeton etc.) träumt, muss dafür ebenfalls einen Betrag von rund 60.000 Euro aufbringen.

Allerdings pro Jahr!

Bleiben wir auf dem Teppich und kalkulieren erst einmal mit dem Studium an einer ganz normalen inländischen Hochschule und den besagten 60.000 Euro.

Wie viel muss man dafür sparen?

Das hängt zum einen von der erzielten Rendite und zum anderen vom Anlagehorizont ab.

Der Idealfall: Wer unmittelbar nach der Geburt ein Konto für sein Baby anlegt und mit dem Sparen beginnt, hat rund 18 Jahre Zeit für den Vermögensaufbau.

Abhängig von der Rendite ergibt sich die monatliche Sparrate:

Rendite (p.a.)Sparrate (p.m.)
0%278€
1%254€
2%231€
3%210€
4%191€
5%173€
Das Fazit: Je höher die Rendite auf das eingezahlte Kapital, desto niedriger die monatlich notwendige Sparrate.

Bei einer durchschnittlichen Real-Rendite (nach Abzug von Kosten, Steuern, und Inflation) von 4 Prozent pro Jahr, liegt die monatliche Sparrate in etwa auf Höhe des Kindergelds.

Dieses beträgt derzeit 192€ pro Kind (für das erste und zweite Kind).

Mit anderen Worten:

Packt man von Geburt an jeden Monat “einfach” nur das Kindergeld auf die Seite und erzielt eine Rendite von 4 Prozent pro Jahr, lässt sich das Sparziel (60.000 Euro in 18 Jahren) mühelos erreichen.

Was tun, wenn die Sparrate zu hoch ist?

Natürlich muss man es sich erst einmal leisten können, im Haushaltsbudget auf das Kindergeld zu verzichten.

Sollte dir die Sparrate zu hoch sein, ist das kein Grund zum verzweifeln.

Auch ein Vermögen von 30.000 Euro dürfte die Haushaltskasse später ordentlich entlasten.

Dafür musst du das Sparziel und damit die Monatsraten einfach nur halbieren.

Und wenn es nur für 20.000 Euro reicht – bei weitem besser als nix!

Machen wir uns nichts vor: der größte Knackpunkt sind die notwendigen 4 Prozent Rendite.

Sparen fürs Kind – Was sich nicht rentiert

Sparen fürs Kind - Was sich nicht rentiert

Bevor uns ansehen, wie 4 Prozent Rendite pro Jahr zu realisieren sind …

…werfen wir zuerst noch einen Blick auf Anlageprodukte, die für unsere Zwecke eher ungeeignet sind:

  • Sparbuch, Sparplan, Sparvertrag
  • Tagesgeldkonto
  • Festgeld
  • Bausparvertrag

Keines der genannten Finanzprodukte verspricht in der weiterhin anhaltenden Niedrigzinsphase nach Abzug der Inflation eine positive Rendite.

Im Klartext: Mit “sicheren” Anlageprodukten wird das Geld nicht mehr, sondern weniger!

Im Falle von Festgeld und Bausparvertrag kommt erschwerend hinzu, dass das aktuell niedrige Zinsniveau damit auch noch langfristig festgeschrieben wird.

Keine gute Idee. Aber es geht noch schlechter …

Warum eine Ausbildungsversicherung Unsinn ist

Warum eine Ausbildungsversicherung Unsinn ist

Die Versicherungsindustrie ködert Eltern und Großeltern gerne mit sogenannten „Ausbildungsversicherungen“ .

Eine völlig sinnbefreite und überflüssige Produktgattung.

Denn Versicherungen dienen der Absicherung von großen Lebensrisiken und die Finanzierung eines Studiums ist sicher kein Lebensrisiko.

Man könnte natürlich argumentieren, dass der Tod der Eltern ein Risiko darstellt. Weil diese dann nicht mehr in der Lage sind, fürs Studium der Kinder aufzukommen.

Dieses Risiko lässt sich jedoch einfach durch den Abschluss einer simplen, kostengünstigen Risiko-Lebensversicherung versichern.

Dazu braucht es keine Ausbildungsversicherung, was eh nichts anderes ist als eine wohlklingende Umschreibung für einen kostenintensiven, niedrig verzinsten Sparvertrag. Im Fachjargon als kapitalbildende Lebensversicherung bezeichnet …

Die beste Geldanlage für Kinder: Aktien-ETFs

Die beste Geldanlage für Kinder: Aktien-ETFs

Mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) für die Ausbildung der Kinder zu sparen, hat drei wesentliche Vorteile:

  1. Man erzielt eine Wertsteigerung für das eingezahlte Kapital (der Aktienmarkt bietet eine Nettorealrendite von ca. 3-4 Prozent pro Jahr)
  2. Die Kosten sind niedrig
  3. Der Zeitaufwand ist gering

Wertsteigerung bedeutet praktisch, dass die Sparrate geringer ausfallen kann als wenn nur ein Werterhalt fürs Kapital erreicht wird (siehe oben).

Aus diesem Grund besitzen unsere beiden Kinder eigene ETF-Depots, die jeweils direkt nach der Geburt eingerichtet wurden.

In den Depots findet sich lediglich ein Aktien-ETF (MSCI World), der risikoarme Teil des Portfolios wird mit mit einem Tagesgeldkonto abgebildet.

Die Asset-Allocation ist dynamisch gestaltet, sprich: die Depots starten mit einer Aktienquote von 90 Prozent, welche über den geplanten Anlagezeitraum von 18 Jahren schrittweise auf etwa 50 Prozent abgesenkt wird.

Damit ist sichergestellt, dass zu Beginn des Studiums genügend Geld angespart wurde, dass nicht (mehr) den Wertschwankungen des Aktienmarkts unterliegt.

Denn ein Aktien-Investment verhält sich selbstverständlich anders als ein zinsbasierter Sparvertrag. In einzelnen Jahren kann die Rendite ordentlich negativ ausfallen.

Nicht vergessen: Die attraktive Rendite des Aktienmarkts ist nichts anderes als eine Entschädigung für das Wertschwankungsrisiko, das man als Anleger(in) aushalten muss.

Wie du mit Indexfonds (ETFs) und einer passiven Anlagestrategie auf einfache Weise Vermögen aufbauen kannst, erfährst du in meinem Online-Kurs ZENinvestor.

Ein Depot für sein Kind zu eröffnen, ist bei den etablierten Online-Brokern im Übrigen kein großes Problem.

Die Eltern unterschreiben als gesetzliche Vertreter für das Kind den Depotantrag und fügen diesem eine Kopie der Geburtsurkunde hinzu.

Steuerliche Behandlung von Minderjährigen-Konten und Depots

Steuerliche Behandlung von Minderjährigen-Konten und Depots

Frisch gebackene Eltern wundern sich: Die erste Windelpackung ist noch nicht ganz aufgebraucht, da flattert schon Post vom Bundeszentralamt für Steuern ins Haus.

Adressiert ans Baby.

Denn jedes Neugeborene wird vom Staat als zukünftige(r) Steuerzahler(in) willkommen geheißen und bekommt damit eine lebenslang gültige Identifikationsnummer nach §139b der Abgabenordnung.

Damit haben Kinder auch Anspruch auf zwei relevante Steuerfreibeträge:

  1. Den Sparer-Pauschbetrag (801 Euro), und
  2. Den Grundfreibetrag (8.820 Euro)

Hinzu kommt noch der Sonderausgaben-Pauschbetrag in Höhe von 36 Euro, so dass sich die Freibeträge auf einen Gesamtbetrag von 9.657 Euro addieren.

Nicht verwechseln

Achtung: Den Grundfreibetrag bitte nicht mit dem Kinderfreibetrag verwechseln! Diese Steuervergünstigung ist für die Eltern gedacht und beträgt derzeit 7.356 Euro pro Jahr.

Freistellungsauftrag und Nichtveranlagungsbescheinigung

Damit vom Depotkonto keine Abgeltungssteuer abgeführt wird, solltest du einen Freistellungsauftrag für das Minderjährigenkonto bei der Bank einreichen.

Damit auch Kapitaleinkünfte von mehr als 801 Euro im Jahr nicht besteuert werden, wird eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung notwendig.

Diese kann beim zuständigen Finanzamt beantragt werden und gilt jeweils für drei Jahre.

Die Bescheinigung muss an die Bank weitergeleitet werden, damit keine Abzüge von Zinserträgen, Dividendenauszahlungen etc. vorgenommen werden.

Sollten die Kapitaleinkünfte des Kindes den Gesamtfreibetrag von 9.657 Euro überschreiten, führt kein Weg mehr an einer eigenständigen Steuererklärung für das Kind vorbei.

Diese Grenze dürfte allerdings nur in wenigen Fällen gerissen werden …

Ausgehend von einer Rendite von 3 Prozent und der Annahme, dass diese vollständig der Abgeltungssteuerpflicht unterliegen, wäre dafür ein Kapitalvermögen (des Kindes) von über 300.000 Euro notwendig.

Fallstrick Krankenversicherung

Kinder, die in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos über ein Elternteil mitversichert sind, dürfen maximal 425 Euro pro Monat “verdienen”.

Dazu zählen auch Kapitaleinkünfte.

Aufs Jahr gesehen liegt die Grenze bei 5.901 Euro (12 x 425 Euro + 801 Euro Sparerpauschbetrag), die nicht überschritten werden dürfen.

Andernfalls drohen zusätzliche monatliche Kosten für die Krankenversicherung.

Im Alter von 18 Jahren endet die elterliche Verfügungsgewalt über das Vermögen der Kinder, was uns zur nächsten Herausforderung führt:

Vertrauen in die finanzielle Kompetenz

Vertrauen in die finanzielle Kompetenz

Um die steuerlichen Freibeträge der Kinder effektiv nutzen zu können, macht es Sinn, dass diese die Kapitalerträge erwirtschaften und nicht die Eltern.

Dem steuerlichen Vorteil steht allerdings die Gefahr gegenüber, dass der Nachwuchs, kaum volljährig geworden, mit dem sorgsam angehäuften Vermögen groben Unfug anstellt, anstatt seine Ausbildung zu finanzieren.

Sicher, das Risiko besteht.

Hoffen wir mal, dass wir unseren „Kleinen“ sowohl den verantwortungsbewussten Umgang mit Geld als auch die Bedeutung von Bildung für das weitere Leben klar machen können.

Am einfachsten gelingt das, indem wir mit gutem Beispiel vorangehen und es ihnen einfach vorleben.

Weil Vertrauen gut, aber Kontrolle bekanntlich noch besser ist, haben wir uns für den folgenden Weg entschieden …

Kompromiss: Geldanlage splitten

Kompromiss: Geldanlage splitten

Eine Hälfte des für die Ausbildung vorgesehenen Vermögens wird mit ETF-Depots im Namen der Kinder gebildet.

Die andere Hälfte wird im eigenen Namen ebenfalls in ETFs angelegt.

Auf diese Weise profitieren wir zwar nicht im vollen Umfang von den Steuerfreibeträgen der Kinder.

Dafür gehen wir aber auch nicht das (volle) Risiko ein, dass mit den “Ausbildungsdepots” später einmal Schindluder getrieben wird.

Man weiß ja nie. Zahlen müssten wird dann nämlich trotzdem. Denn …

Grundsätzlich schulden Eltern ihrem volljährigen Kind Unterhalt bis zum ersten Abschluss einer Berufsausbildung oder eines Studiums.
Quelle: anwalt.de

Gut zu wissen.

  • Finanziell Frei mit 30 - Dominik 12. April 2017, 14:44

    Hallo Holger,

    Du hast wirklich die wichtigsten Punkten zum Thema Vorsorge fürs Studium beschrieben. Ich denke das wichtigste ist sich vor Augen zu führen, dass jede Form der Vorsorge immer noch besser ist, als überhaupt nichts zu machen.
    Wenn Du hinterher dann “nur” 20.000€ zusammengespart hast, ist es leichter das restliche Geld hinzuzuverdienen als Student oder noch weiterhin laufend die Kinder zu unterstützen.

    Dazu kommt noch, dass auch nicht jeder klassisch studiert. Wenn Du ein duales Studium oder eine Ausbildung machst, wird Dein Einkommen (insbesondere wenn Du weiterhin bei Deinen Eltern wohnst) bereits zur Deckung Deiner Lebenskosten reichen, sodass Du dann zum Beispiel keine Unterstützung mehr benötigst. Dies ist zum Beispiel bei mir der Fall, dass ich ein duales Studium mache und daher nicht auf die Unterstützung meiner Eltern angewiesen bin.

    Schöne Grüße
    Dominik

  • Joerg 12. April 2017, 17:17

    Wieso extra ansparen fuer’s Studium der Kinder? Wir holen uns jetzt erstmal das Geld wieder zurueck :-): https://youtu.be/Fzzwo3N5ANI
    Ladykracher: “Wenn der kleine Engel ausziehen will, ist das schlimm genug. Aber die Abrechnung muss halt sein!”
    Spass bei Seite, wir haben nix extra angespart sondern unterstuetzen die Kinder direkt.
    Bei einem Kind ist das sehr gut so. Beim anderen haette es wohl geklappt, eine groessere Summe selbst verwalten zu lassen.
    Aber selbst bei bester Erziehung hast du keine Sicherheit und keinen Einfluss. Wenn der Pubertaer mit 18 einen drauf macht – Pech gehabt –
    und bis 25 / ersten Ausbildungsabschluss bist du trotzdem in der Pflicht … 🙂
    Also:
    Mit thesaurierenden Index-ETFs fallen auch im elter/grosselterlichen Depot kaum Steuern an und Schenkungen/Depot-Uebertragungen an die Kinder/Enkel sind bis zu 400k/200k alle 10a auch dann – wenn es so weit ist – steuerfrei …
    Viel ist einfach gutgemeinte Hege und Nettigkeit und ein Geschaeft (Ausbildungs-Spar-Vertraege).
    Unterstuetzung an die Kinder bei der Ausbildung koennen ggfls auch wieder steuerlich geltend gemacht werden …

  • Ex-Studentin 12. April 2017, 21:24

    Ich bin froh, dass es Bafög für finanziell schwache Familien gibt. Da ich mich nicht darauf verlassen wollte, habe ich wie Dominik dual studiert. Die Kosten für Ausbildung und Studium können sehr unterschiedlich ausfallen. Macht das Kind eine Ausbildung oder ein duales Studium, braucht es keine finanzielle Unterstützung. Als “normaler” Student, kann man sich nebenbei Geld dazu verdienen (sollte man auch, um Berufserfahrung zu sammeln). Je nach dem, ob das Kind zuhause wohnen bleibt oder auszieht, reichen dann 400-500€ (zzgl. Nebenjob). Das Teuerste ist die schulische Ausbildung / private Hochschule oder ein Auslandsbesuch. Wenn es finanziell machbar ist, soll mein Kind gerne die beste Ausbildung erhalten. Aber es gibt viele kostengünstige Alternativen.

    • Mike 20. Mai 2017, 08:26

      Hallo Jenny,

      wieso denkst Du, dass das Auslandsjahr teuer ist? Ich war in der elften Klasse für ein Jahr in den USA. Das gesamte Jahr hatte etwa 7000 Euro gekostet, was monatlich grob 580 Euro darstellt. Diese Kosten hätte ich zuhause ebenfalls verursacht (Essen, Strom, Heizung, Schulunterlagen, Hobbies). Hinzu kommt, dass nicht der gesamte Betrag sofort fällig wird. Startkosten bestehen aus der Bezahlung der Transferorganisation inkl. der Flugtickets ~ 50 % der Investition.

      ………………

      Hallo Holger,

      vielen Dank für die schöne Zusammenfassung. Ich war überrascht, dass es eine Ausbildungsversicherung gibt. Aber nungut offensichtlich gibt es nichts, was es nicht gibt 🙂

      Beste Grüße
      Mike

  • Carlos 13. April 2017, 09:31

    Ich möchte kurz auf zwei Punkte eingehen:

    Kosten des Studiums: Sicherlich ist es einfach, 60k auszugeben, wenn man sie hat. Ich hatte sie nicht und habe ein duales Studium gemacht, meine Eltern haben mich mit dem Kindergeld und der Überlassung eines 15 Jahre alten Wagens unterstützt. Das hat gereicht. Natürlich findet nicht jeder ein Partnerunternehmen für ein duales Studium und bei manchen Studiengängen schließt sich das aus. Z.B. bei meiner Frau. Die hat dann halt recht viel gearbeitet nebenher und sehr sparsam gelebt. So sparsam, dass ihr Antrag auf Befreiung von den GEZ-Beiträgen abgelehnt wurde, weil ihre angegebene Einkommenssituation unglaubwürdig wäre, weil das ja unter Sozialhilfeniveau läge. Wir sind trotzdem beide vernünftig durchs Studium gekommen und haben keine Schulden angehäuft. Jeden Donnerstag, Freitag und Samstag in der Disko saufen war natürlich nicht drin…

    Zweitens: Bafög
    Nach meiner Kenntnis steht Kindern beim elterneinkommens-unabhängigen Teil (bei allem, wo das Elterneinkommen eine Rolle spielt, haben wir eh keine Chance) ein Schonvermögen von 7500€ zu, alles andere wird aufs Bafög angerechnet. Ich werde mich also beherrschen, meine Kinder mit mehr als diesem Betrag ins Studium zu schicken.

    Was man natürlich nicht tun sollte (und auch nicht darf): Das Geld bis ~16 Jahre steuergünstig bei den Kindern “parken” und dann kurz vor Studium zu den Eltern transferieren. Einen Tod muss man sterben…

    Schönen Gruß
    Carlos

  • Zwilling79 13. April 2017, 10:12

    Hervorragender Artikel, der m.E. alle wichtigen Dinge abdeckt.

    Für meinen Sohn haben wir auch ein Depot eröffnet, auf das wir monatlich einzahlen. Da meine Freundin allerdings etwas kritisch gegenüber des Aktionmarktes eingestellt ist, haben wir uns dafür entschieden die Hälfte der Sparleistung auf einem Tagesgeldkonto zu belassen. Später wollen wir dann das Geld, je nachdem wie sich unser Lütte so entwickelt, in eine Festgeldleiter umschichten. Das wollen wir aber nur machen, wenn abzusehen ist, dass er das Geld sofort ausm Fenster werfen würde.

    Bezüglich des Studiums…ich hatte damals eine ganz normale Ausbildung gemacht und mich dann voll in die Arbeitswelt gestürzt. Studieren wollte ich aber dennoch, allerdings ohne auf mein Gehalt zu verzichten (man gewöhnt sich ja so schnell daran 😉 ). Von daher hatte ich ein Fernstudium an einer staatlichen Fernuniversität gemacht, was recht kostengünstig war und zudem auch noch sofort steuerlich “belohnt” wurde. Sprich es gibt immer mehrere Wege um an ein Ziel zu kommen und wer weiß, was in 18 Jahren möglich ist. Aktuell scheint ja der Trend zum Micro-Learning zu gehen.

  • Carlos 13. April 2017, 11:20

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Für ein elterneinkommens-unabhängiges Bafög gibt es bei uns keine Chance, wir können also, bei aktueller Rechtslage, entspannt die 7,5k€ überschreiten…

  • Pete 15. April 2017, 19:34

    Hallo Holger,

    Vielen Dank für die übersichtlich strukturierte Zusammenfassung. Um den Sparer-Pauschbetrag für die Kleinen jährlich zu nutzen, wäre es meines Erachtens sinnvoll, neben den Zinsen für das Tagesgeld in ausschüttende ETFs zu investieren. Mich würde interessieren, ob Du für Deinen Nachwuchs einen thesaurierenden oder ausschüttenden ETF gewählt hast und wie die Community dies bewertet?

    Schöne Ostern, Pete

  • Florian Günther 16. April 2017, 19:22

    Der Zinseszins ist langfristig immer der größte Rendite Turbo

  • Tobias 3. Mai 2017, 14:01

    @ Pete:
    Du musst dafür nicht Ausschüttende ETFs wählen. Ab 2018 gibt es eh eine (ich meine bereits beschlossene) Gesetzesänderung – dann werden auch thesaurierende Fonds pauschal besteuert, kannst also dennoch den Freibetrag deines/deiner Kinder ausnutzen.

  • Christian Gremsl 16. Mai 2017, 14:42

    Hi, ein wunderbarer Artikel. Du lieferst sehr kompakte Informationen, die wirklich etwas bringen. Ich finde unter anderem auch, dass das Sparen für Kinder eine sehr sinnvolle Sache ist.
    Danke für deinen Artikel.
    Liebe Grüße,
    Christian

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