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Geld anlegen: Die 5 größten Fehler (und wie es richtig geht)

Holger Grethe
Autor
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Du willst Geld anlegen und wissen: was ist die beste Geldanlage 2019?

Die Antwort bekommst du auf dieser Seite.

Das Thema Geldanlage ist leider komplex. Deshalb gehen wir die Aufgabe in 3 Teilen an:

Im ersten Teil beichte ich die 5 größten Fehler, die ich (früher) beim Geld anlegen gemacht habe.

In Teil 2 sehen wir uns die wichtigsten Geldanlagen im Vergleich an.

Im dritten Teil bekommst du eine zeitlose Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du dein Geld sinnvoll anlegen kannst.

TEIL 1 – Die 5 größten Fehler beim Geld anlegen

Fehler #1 – Geld anlegen ohne Anlagestrategie und Anlageziel

Lange Jahre habe ich weitestgehend planlos vor mich hingespart und mein Geld “irgendwie” angelegt.

In einer kurzen Phase habe ich – ausgestattet mit gefährlichem Halbwissen – mit Discountzertifikaten rumhantiert. Das war noch vor der Finanzkrise in 2007 …

Doch abgesehen davon hat mein gesamtes Erspartes bis etwa 2009 auf diversen Sparkonten (Tagesgeldkonto, Festgeldkonto etc.) geschlummert.

Mit dem Wort Anlagehorizont konnte ich nicht wirklich etwas anfangen.

Ich konnte mich einfach nicht dazu durchringen, mein Geld für unendlich lange 10, 15 oder gar 20 Jahre “wegzugeben”.

Zudem ich auch nur eine vage Vorstellung davon hatte, worauf ich eigentlich hinspare. Klar, man muss ja irgendwie fürs Alter vorsorgen …

Also habe ich mir eine Kapital-Lebensversicherung andrehen lassen, was uns direkt zum nächsten Punkt führt …

Fehler #2 – Auf Berater verlassen

Machen wir uns nichts vor: Geld anlegen ist nicht besonders unterhaltsam.

Wer beschäftigt sich schon freiwillig gerne mit Begriffen wie Ertragsthesaurierung oder inflationsbereinigte Jahresdurchschnittsrendite?

Hinzu kommt:

Informationen über Anlageprodukte kommen entweder für Laien unverständlich daher.

Oder aber sie sind so trivial formuliert, dass über den Slogan “Wir kümmern uns um Ihr Geld” hinaus keine nützlichen Informationen in ihnen enthalten sind.

So ist er nur verständlich, der …

Wunsch nach Delegation

Man wünscht sich einen “Experten”, der einem das lästige Klein-Klein bei der Geldanlage abnimmt.

Jemand, der sich um all dieses lästige Finanzzeugs kümmert. Und der einem möglichst nur gute Nachrichten überbringt.

Was praktisch allerdings bedeutet, dass ich als Kunde einer Bank oder einer provisionsbasierten Vermögensberatung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht die Form der Geldanlage erhalte, die ideal für mich wäre.

Weil Banken beziehungsweise Berater häufig Anlageformen empfehlen, die mit hohen Provisionen, Vermittlungs- und Verwaltungsgebühren sowie anderen Kosten einhergehen.

Heute frage ich mich ernsthaft, warum es Jahre gedauert hat, bis mir dieses Lichtlein aufgegangen ist?

Ebenfalls eine späte Erkenntnis …

Fehler #3 – Zu lange vom Eigenheim träumen

Die Immobilienpreise steigen bekanntlich seit Jahren ungebremst. Doch schon 2009/2010 hatte ich den Eindruck:

Die Objekte, die mich/uns interessieren, sind einfach zu teuer (= das Geld nicht wert)!

Endgültig einen Haken an das Thema Eigenheim wollte ich damals allerdings noch nicht machen …

Das Problem: Der unerfüllte Wunsch nach Wohneigentum ist mit Opportunitätskosten verbunden.

Denn Geld, das in unbestimmter Zeit als Eigenkapital für einen Haus- oder Wohnungskauf gebraucht wird, kann nicht langfristig angelegt werden. Und für jeden Euro, der nicht langfristig angelegt werden kann, muss man Einbußen bei der Rendite in Kauf nehmen.
Als Messlatte dient diesbezüglich die Anlageklasse mit der langfristig höchsten Rendite: Aktien.

Die Entscheidung contra Eigenheim

So ist auch bei uns Jahr um Jahr vergangen, bis wir endlich den befreienden Entschluss gefasst haben, kein Wohneigentum zu kaufen.

Ich weiß, dass dieser Schritt sehr vielen Leuten sehr schwer fällt.

Die gesellschaftliche (und familiäre) Konditionierung pro Eigenheim ist unglaublich stark, quasi fast religiös.

Es hat auch mich viel Zeit und Nerven gekostet, dagegen anzukommen.

Damit ist nicht gesagt, dass der Kauf einer Immobilie grundsätzlich eine schlechte Idee ist.

Man sollte nur nicht jahrelang unentschlossen herum lavieren und das Geld ewig auf einem Sparbuch, Sparkonto (Tagesgeld) oder gar Girokonto von der Inflation aufzehren lassen.

Apropos …

Fehler #4 – Die Risiken ignorieren

Irgendwann im Frühjahr 2008 lachte mich die Anzeige einer isländischen Bank an. Deren nahezu unaussprechlicher Name lautete “Kaupthing Bank”.

Aber dafür bot der Laden immerhin 5 Prozent Zinsen. Für Tagesgeld!

Ich konnte es kaum fassen.

Meine bessere Hälfte allerdings auch nicht: „Du willst unser Geld wirklich in ISLAND anlegen!?“

Ja nee, war nur so ne Idee …

Auch Banken können pleite gehen

Besser noch mal Google fragen. Ich tippte ins Suchfeld ein: “Tagesgeld bei Kaupthing sicher?”

Ein paar Klicks später war es dann ein Forumseintrag, der mich stutzig werden ließ.

Sinngemäß hieß es darin:

Die Kaupthing Bank unterliegt nicht der deutschen Einlagensicherung. Zudem ist die Wirtschaftsleistung von Island so gering, dass der Staat kaum für die Einlagen ausländischer Anleger wird haften können.

Und schon war ich gar nicht mehr so euphorisch, was die Sache mit den 5 Prozent Zinsen anging.

Und ließ unser Geld wo es war: Auf einem Tagesgeldkonto mit “nur” 3,5 Prozent Jahreszins.

Aus heutiger Sicht eine nahezu astronomisch hohe Verzinsung …

Wie die Geschichte ausgegangen ist

Wenige Monate später passierte dann folgendes:

Die in 2007 begonnene Finanzkrise nahm Fahrt auf. Daraufhin geriet auch die Kaupthing Bank ins Schlingern und wurde unter staatliche Kontrolle gestellt.

Am 8. Oktober 2008 wurden schließlich alle Konten eingefroren und kein (deutscher) Kunde kam mehr an sein Geld.

Nach bangen Wochen konnten deutsche Anleger schließlich einen Antrag auf Entschädigung stellen.

Da hatte ich noch mal Schwein gehabt.

Und mir wurde klar, dass dort wo Bank drauf steht, nicht automatisch Sicherheit drin sein muss.

Das gilt mit Einschränkungen übrigens auch für deutsche Banken.

Irgendwann rückte dann das Thema ETFs auf die Agenda. Gelegenheit für den nächsten Fehler …

Fehler #5 – Zu gierig nach Rendite sein

Zu Beginn meiner „Karriere“ als Aktien-Investor habe ich geglaubt, …

  • man könne den richtigen Zeitpunkt für den Ein- bzw. Ausstieg in den Aktienmarkt abbpassen (kann man nicht),
  • man müsse täglich Börsennachrichten lesen und Aktienkurse verfolgen (muss man nicht),
  • man braucht “Können”, um an der Börse erfolgreich zu sein (braucht man nicht, aber Geduld und ein wenig Know-How sind wichtig), und
  • man erzielt dauerhaft zweistellige Renditen, wenn man es nur richtig anstellt (schafft man nicht, es sei denn, du heißt Warren Buffett)

Neben diesem ganzen tradierten Unsinn, der zu allem Überfluss täglich medial regurgitiert wird, steht man sich durch sein Ego auch noch selbst im Weg.

Man(n) will zeigen, was man was drauf hat mit Aktien.

Kann ja wohl nicht angehen, dass die ganze Chose mehr auf Zufall denn auf Können beruht.

Einfach Jahrzehnte sparen und passiv vor sich hin zu investieren, schien mir anfangs zu langweilig …

Den Rendite-Hebel ansetzen

Um den Laden Rendite technisch ein bisschen “aufzupeppen”, habe ich mir damals einen LevDax-ETF ins Portfolio geholt.

Bis ich das Produkt verstanden hatte …

Zur Erklärung: Ein LevDax-ETF ist ein Hebelprodukt.

Das “Lev” steht für Leverage (Hebelung) und bedeutet, dass der Wert des ETF um 2 Prozent steigt, wenn es der Dax um 1 Prozent tut.

Leider wirkt der Hebel auch in die Gegenrichtung.

Fällt der Dax um ein Prozent, fällt der ETF um 2 Prozent. Und hier kommen nun die Tücken der Prozentrechnung ins Spiel.

Um einen Verlust von 20 Prozent aufzuholen, braucht es nämlich einen Kursanstieg von 25 Prozent und nicht etwa von 20 Prozent:

100 minus 20 Prozent = 80
80 plus 20 Prozent = 96
80 plus 25 Prozent = 100

Die Konsequenz der spekulativen Anlage

Pendelt der Dax-Kurs über längere Zeit immer nur ein paar Prozent hin und her, hebelt man sich mit einem ETF wie auf den LevDax langsam aber sicher ins Nirwana.

Gut, dass ich diesen Zusammenhang erst verstanden hatte, nachdem der ETF gekauft war.

Erst Denken, dann Handeln ist vielleicht doch nicht die schlechteste Idee. Insbesondere bei der Geldanlage …

Damit genug von den größten Fehlern beim Geld anlegen.

TEIL 2 – Die wichtigsten Geldanlagen im Vergleich

Was ist die beste Geldanlage momentan? Wie soll man die Geldanlage 2019 angehen?

Verschaffen wir uns zuerst einen Überblick über diverse Geldanlagemöglichkeiten, die Privatanlegern zu Verfügung stehen.

Dabei überprüfen wir jede Investitionsmöglichkeit, ob sie einem der folgenden zwei Ziele dient: Vermögensaufbau und/oder Vermögenserhalt.

Gehen wir zuerst eine ganze Reihe von Geldanlagen durch, die für beide Ziele ungeeignet sind.

Weil sie entweder eine zu geringe Rendite (Zinsen) bieten, mit zu hohen Kosten verbunden sind oder mit einem inadäquat hohen Verlustrisiko einhergehen …

#1 Anlagemöglichkeiten, die kein Mensch braucht

Solltest du eine der folgenden Investitionsmöglichkeiten nutzen, verfalle bitte nicht gleich in Panik.

Mache dir stattdessen in aller Ruhe Gedanken darüber, wann und wie du dein angelegtes Geld in bessere Alternativen (siehe unten) steckst …

Girokonto

Nein, das ist kein Witz. Ich kenne tatsächlich Leute, die ihr Erspartes auf dem Girokonto horten.

Das ist gleich aus mehreren Gründen eine schlechte Idee:

Ein Girokonto ist das Konto, auf dem einmal monatlich das Gehalt eingeht. Es dient allein dazu, die laufenden Ausgaben (Miete, Strom, Versicherungen, Telefon etc.) zu bedienen.

Für alle anderen Zwecke ist ein Girokonto ungeeignet!

Das Geld auf dem Girokonto ist jederzeit verfügbar. Was verständlicherweise dazu verführt, mehr auszugeben als unbedingt sein müsste. Dem Vermögensaufbau nützt das jedenfalls nicht …

Darüber hinaus gibt es heute für Einlagen auf dem Girokonto so gut wie keine Zinsen mehr. Für den Dispokredit fassen die Banken den Kunden allerdings nach wie vor tief in die Taschen.

Zudem holen immer mehr Banken ihre Kosten in Zeiten von Null- beziehungsweise Negativzinsen über Kontoführungsgebühren rein.

Sparbuch

Ein Klassiker der Geldanlage. Und für Kinder häufig der erste Weg, Zinsen für ihr gespartes Taschengeld zu bekommen.

Leider kommt bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 0,1 Prozent pro Jahr nicht viel dabei herum. Das Tagesgeldkonto (siehe unten) ist hier eine sichere, aber etwas höher verzinste Alternative.

Bausparvertrag

Bausparen war in Zeiten höherer Zinsen noch eine denkbare Option der Geldanlage. Selbst wenn der Baukredit gar nicht in Anspruch genommen wurde.

In der heutigen Zinslandschaft macht es allerdings keinen Sinn mehr, sich vertraglich mehrere Jahre zu binden und sein angelegtes Geld durch Abschlussgebühren und andere (versteckte) Kosten dezimieren zu lassen.

Klassische Kapitallebensversicherung und Rentenversicherung

Der Höchstrechnungszins, auch Garantiezins genannt, beträgt seit 2017 für neu abgeschlossene Lebensversicherungen lediglich 0,9 Prozent.

Diesen Zinssatz müssen die Versicherer ihren Kunden über die gesamte Laufzeit des Vertrages garantieren.

Von 100 in die Lebens-/Rentenversicherung eingezahlten Euro werden allerdings nur knapp 90 Euro angelegt.

Weil rund 11 Prozent der eingezahlten Beiträge für die Kosten des Versicherungsbetriebs (Verwaltung, Abschlussprovisionen, Vertrieb etc.) draufgehen.

Der daraus resultierende Renditeverlust für die Kunden von Lebensversicherungen wird von Experten auf etwa 1,6 Prozent pro Jahr geschätzt.

Die Inflation drückt die zu erwartende Rendite für den Sparer dann noch weiter ins Minus …

Fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung

Bei dieser Anlageform dürfen die Kunden sogar mehr als 4 Prozent Renditeverlust pro Jahr „bestaunen“.

Denn zu den jährlich 1,6 Prozent Kosten für den „Versicherungsmantel“ addieren sich noch Verwaltungsgebühren von durchschnittlich 1,3 Prozent für den Fondssparplan hinzu.

Das Tüpfelchen auf dem „i“ in Sachen Renditekiller sind weitere 1,5 Prozent Transaktionskosten, die klassischen Investmentfonds intern durch häufiges Handeln von Wertpapieren entstehen.

Kommen wir zu einer weiteren Variante der Rentenversicherung …

Riester-Rente und Rürup-Rente

Während die Riester-Rente Angestellten eine private Altersvorsorge ermöglichen soll, zielt die Rürup-Rente eher auf Selbständige ab.

Für beide Varianten gilt:

In der Ansparphase können Beiträge bis zu gewissen Höchstgrenzen als Sonderausgaben steuermindernd geltend gemacht werden. 
Im Gegenzug müssen die Auszahlungen der Verträge in der späteren Entsparphase dann voll versteuert werden.

Die Riester-Rente bietet neben der steuerlichen Absetzbarkeit der Beiträge noch staatliche Zulagen, diese werden bei der Basisrente (Rürup) nicht gewährt.

Beide Varianten sind vor allem aufgrund ihrer hohen und zudem intransparenten Kostenstruktur nicht zu empfehlen.

Bei manchen Verträgen zehren die Gesamtkosten rund ein Drittel(!) der Sparbeiträge auf.

Da ist die Tatsache, dass ein Rürup-Vertrag nicht kündbar ist, fast nur noch eine Randnotiz …

“Zinshopping“ mit Weltsparen, Zinspilot & Co.

Anbieter wie Weltsparen und Zinspilot verschaffen Privatanlegern Zugang zu Angeboten mit „den besten Konditionen“ (Eigenwerbung Weltsparen) bei Festgeld oder Tagesgeld in Europa.

Mehr als 0,8% p.a. für Tagesgeld beziehungsweise 1,3% p.a. für Festgeld bei einjähriger Laufzeit kommt man derzeit allerdings nicht geboten.

Das Geld landet dafür bei bulgarischen beziehungsweise italienischen Banken mit mittlerer Bonität.

Will heißen: sicher sind die Einlagen bei diesen Geldinstituten nur bedingt. Europäische Einlagensicherung hin oder her …

Geschlossene Fonds

Bei geschlossenen Fonds beteiligen sich Anleger mit einem festen Betrag an einem unternehmerischen Projekt.

Zum Beispiel mit einer Investition in Containerschiffe, Windkraftwerke oder gewerbliche Immobilien.

Der Herausgeber des Fonds ist während der Laufzeit nicht verpflichtet, Anteile zurückzunehmen.

Geschlossene Fonds wurden vor allem in der Vergangenheit von gut verdienenden Privatinvestoren als Steuerspar- beziehungsweise Steuerstundungsmodelle genutzt.

Anleger haften allerdings mit ihre gesamten Anlage – mit unangenehmen Folgen: Denn bei einer Pleite des Fondsanbieters ist das Geld in aller Regel weg.

Zertifikate

Zertifikate sind Schuldverschreibungen, die von Banken herausgegeben werden.

Sie ermöglichen ein indirektes Investment in einen Basiswert, zum Beispiel in Aktien, Anleihen oder Börsenindizes.

Mit Discount Zertifikaten lassen sich beispielsweise Gewinne erzielen, auch wenn sich die Kurse seitwärts oder gar leicht abwärts bewegen.

Der größte Pferdefuß bei Zertifikaten ist jedoch das Emittentenrisiko. Bedeutet: Geht die herausgebende Bank pleite, ist das Geld aller Voraussicht nach futsch.

Als Beispiel kann hier die Insolvenz der Lehman Brothers Investmentbank im Jahr 2008 dienen. Die von der Bank emittierten Zertifikate waren auf einen Schlag wertlos und die Anleger schauten in die Röhre.

Und weiter geht´s mit Geldanlagen, die du getrost vergessen kannst …

Peer-to-Peer (P2P) Kredite

Anbieter wie SmavaAuxmoneyMintos und Co. locken Privatanleger mit zweistelligen Renditeversprechen.

Das Geld landet in Portfolios mit Konsumentenkrediten.

Sprich: bei Leuten, die von ihrer Bank keinen Kredit (mehr) bekommen und es nun über eine der vielen neuen P2P-Plattformen im Internet probieren.

Die Bonität (Zahlungsfähigkeit) der Schuldner ist also nicht immer die Beste, vorsichtig ausgedrückt.

Dementsprechend erfolgt die Einteilung der Kredite in Risikoklassen: je größer das Risiko, desto höher die nominale Rendite.

Ein Portfolio aus diversen Krediten sorgt zumindest für etwas Risikostreuung. Trotzdem muss klar sein, dass die exorbitant hohen Zinssätze Ausdruck des hohen Ausfallrisikos dieser P2P-Kredite sind.

Das Fazit eines langjährigen P2P-Investors lautet:

„Da werden Risiken kleingeredet, Statistiken zurechtgebogen, Zahlungsschwierigkeiten verschwiegen, Bonitäten vorgegaukelt und am Schluss ist kaum eine schwarze Null zu halten. Vor Steuern.“

Bitcoin und andere Krypto­währungen

Bitcoin ist die älteste und wohl bekannteste Kryptowährung und dient als digitales Zahlungsmittel.

Die Preisbildung erfolgt nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage und ist seit der Gründung im Jahr 2009 äußerst heftigen Kursschwankungen unterworfen.

Der Höchststand wurde Ende 2017 mit rund 20.000 USD (pro 1 Bitcoin) erreicht. Es folgte ein rasanter Absturz binnen eines Jahres auf etwas über 3.000 USD Ende 2018.

Wer auf dem Hoch gekauft hatte, musste demnach einen Verlust von bis zu 85% seines investierten Geldes verkraften.

Fazit: Kryptowährungen sind hochriskante und spekulative Investments, die mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden sind.

Sie eignen sich daher weder für den Vermögenserhalt noch den Vermögensaufbau.

CFDs

CFD (englisch: Contract For Difference) sind derivative Finanzinstrumente. Mit ihnen lässt sich „gehebelt“ (etwa 1:100 oder 1:200) auf die Kursentwicklung diverser Basiswerte (zum Beispiel Börsenindizes) wetten.

Was ist von dieser Anlageform zu halten?

Schauen wir uns einfach den gesetzlich vorgeschriebenen Warnhinweis des Anbieters Plus500 an (laut Eigenwerbung „Deutschlands Nr.1 CFD-Plattform“):

„CFD sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 76,4% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.“

Und das ist noch nicht einmal die ganze Wahrheit. Denn wenn eine CFD-Wette schief geht, droht durch die immense Hebelwirkung schnell der Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Noch Fragen?

Crowdinvesting

Crowdinvesting gibt Privatanlegern die Chance, sich an Start-ups (zum Beispiel beim Anbieter Seedmatch) oder Immobilienprojekten (zum Beispiel beim Anbieter Bergfürst) zu beteiligen.

Darüber hinaus werden auch Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien sowie künstlerische Projekte per Crowdfunding realisiert.

Die Idee des „Investieren in der Gruppe“ mag sympathisch klingen, das Risiko eines Totalverlusts droht analog zur geschlossenen Beteiligung (siehe oben) allerdings auch hier.

Denn insbesondere bei den Start-ups überleben schätzungsweise 80 Prozent nicht einmal die ersten drei Jahre.

Damit fällt Crowdinvesting als Baustein des Vermögenserhalts/-aufbaus also flach …

Alternative Geldanlagen

Kunst, Antiquitäten, Spirituosen, Autos, Uhren, Instrumente, Briefmarken … es gibt noch einige andere Wege, sein Geld anzulegen.

Wer in einem der genannten Bereiche über Expertenwissen verfügt, mag hier und da ein gutes Geschäft machen können.

Ob und in welchem Ausmaß alternative Investitionsobjekte eine Wertsteigerung erfahren, hängt allerdings von vielen Faktoren ab. Nicht einmal absolute Kenner der Materie werden in ihrer Einschätzung der Kursentwicklung immer richtig liegen.

Für Nicht-Experten dürfte es daher ein Ding der Unmöglichkeit sein, mit Whiskey oder antiken Holzmöbeln Vermögen aufzubauen …

Geldanlage Gold

Wer sein Geld in Gold anlegen will, hat mehrere Möglichkeiten:

  • Physisch: Münzen und Barren (Aufbewahrung in Tresor oder Bankschließfach)
  • Wertpapiere: Goldminenaktien (Einzeltitel sowie Fonds) und ETFs
  • Derivate: Goldzertifikate und ETCs

Ein Investment in Gold dient vielen Anlegern als Schutz vor (Hyper)Inflation, Währungsreformen und ganz allgemein als krisensicheres Investment.

Schaut man sich die nackten Zahlen an, mag Gold vieles bieten. Sicherheit gehört allerdings nicht dazu:

Im Zeitraum zwischen 1900 und 2017 konnte mit einem Gold-Investment eine durchschnittliche Jahresrendite von mageren 0,7 Prozent (inflationsbereinigt) erzielt werden. Die jährliche Schwankungsbreite der Jahresrenditen (Volatilität) betrug allerdings satte 23 Prozent!

Es gab und gibt also immer wieder Jahre, in denen Gold-Anleger mit satten Negativrenditen leben müssen. So wie Aktien-Anleger auch …

Letztere werden für ihre Leiden wenigstens mit einer satten Realrendite belohnt. Gold-Anleger nicht.

Zum Vergleich: Im selben Zeitraum war mit einem Investment in den weltweiten Aktienmarkt eine jährlich Durchschnittsrendite von 5,2 Prozent drin. Bei einer vergleichsweisen moderaten Volatilität von 17 Prozent.

Gold ist also keineswegs der „sichere Hafen“ fürs Vermögen, den sich die meisten Anleger darunter vorstellen.

Geschafft!

Damit hätten wir alle unnützen Geldanlagen hinter uns gelassen. Die gute Nachricht: die Liste der sinnvollen Anlageklassen ist deutlich(!) kürzer …

#2 Vermögenserhalt – Geldanlage mit Zinsen

Wer sein Vermögen erhalten will, träumt nicht von hohen Renditen. Sondern wünscht sich in erster Linie Sicherheit.

Im Idealfall rentiert sich die Kapitalanlage mit moderaten Einkünften. Vor allem sollen aber Verluste vermieden werden.

Falls du dich nun fragst: Wie lege ich mein Geld an?

Hier kommen vier Anlagetipps für den Vermögenserhalt:

Tagesgeldkonto

Wer sich beim Geld anlegen Zinsen wünscht, hat schon bessere Zeiten gesehen als diese. Auch beim Tagesgeld tendieren die meisten Angebote – von Neukunden-Aktionen mal abgesehen – mittlerweile in Richtung „Nullnummer“.

Dafür bietet ein Tagesgeldkonto eine hohe Liquidität. Man kommt also schnell an sein Geld, wenn man es braucht. 

Zudem garantieren Tagesgeldkonten eine hohe Sicherheit durch die gesetzliche Einlagensicherung (nach den Vorgaben der EU). Der Mindestschutz der Einlagen beträgt 100.000 Euro pro Kunde und Bank.

Kontoführungsgebühren fallen beim Tagesgeldkonto in aller Regel nicht an. Es gibt also keine Kosten, welche die schmale Verzinsung dezimieren.

Festgeldkonto

Die Geldanlage Festgeld unterscheidet sich vom Tagesgeld vor allem in einem Punkt: der Liquidität.

Wenn du nicht schnell über dein Geld verfügen musst oder willst, ist ein Festgeldkonto eine gute Option. Denn hier wird ein gewünschter Geldbetrag für einen vorab definierten Zeitraum fest angelegt.

Der Zinssatz ist ebenfalls fix und gilt für die gesamte Laufzeit. Diese beträgt typischerweise wenige Monaten bis mehrere Jahren.

Allerdings wachsen auch beim Festgeld die Bäume nicht in den Himmel, was die Zinsen angeht.

Bei deutschen Banken stellt selbst bei 5-jähriger Laufzeit eine Verzinsung von 0,9% p.a. derzeit das Ende der Fahnenstange dar.

Eine Variation des Festgeld-Prinzips ist der Sparplan (Banksparplan): bei diesen zahlt der Anleger das Geld peu à peu über einen festgelegten Zeitraum ein.

Fremdwährungskonto

Wer dem Euro als Gemeinschaftswährung nach wie vor sein absolutes Vertrauen schenkt, kann direkt zum nächsten Punkt springen.

Wenn du aber – so wie ich – der Meinung bist, dass der Euro seine besten Zeiten hinter sich hat und früher oder später von einer neuen (oder alten) Währung abgelöst werden wird …

…ist ein Fremdwährungskonto eine gute Idee.

Praktisch bedeutet das, eine Summe in X in Euro zu verkaufen und dafür, in Abhängigkeit vom aktuellen Wechselkurs, die Summe Y in einer Fremdwährung zu erhalten.

Zum Beispiel US-Dollar (USD) oder Schweizer Franken (CHF).

Einer Verzinsung der Spareinlagen bieten Fremdwährungskonten häufig nicht. Aber es geht uns an dieser Stelle ja auch vorzugsweise um den Vermögenserhalt, sollte der Euro als Währung tatsächlich eines Tages kippen …

Staatsanleihen

Mit dem Kauf einer Anleihe überlässt der Anleger dem Herausgeber (dem Staat) für einen festgelegten Zeitraum Kapital und erhält dafür von diesem Zinszahlungen.

Die Rendite einer Staatsanleihe, auch Bond oder Rente genannt, wird zusätzlich von gewissen Kursentwicklungen beeinflusst.

Die Gesamtrendite einer Anleihe ergibt sich also aus der Summe von Zinszahlungen und Kursgewinnen/-verlusten.

Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit einer Anleihe, desto höher der Zinsanspruch (auch Kupon genannt). Denn das Risiko einer Zinsänderung nimmt mit der Länge der Laufzeit einer Anleihe zu.

Zumindest in der Theorie, denn angesichts der aktuellen Zinspolitik rentieren die Staatsanleihen europäischer Industrienationen – von wenigen Ausnahmen abgesehen – negativ. Und das selbst bei Laufzeiten von 10 Jahren.

Trotzdem sind Staatsanleihen höchster Bonität und kurzer Restlaufzeit als risikoarme Anlage zu betrachten und damit für den Vermögenserhalt einsetzbar.

Zum Beispiel in Form von ETFs (exchange traded funds).

Per Indexfonds lässt sich ohne Aufwand in ein ganzes Portfolio von Staatsanleihen investieren. Das Kaufen und Verkaufen der einzelnen Anleihen übernimmt dabei praktischerweise das Fondsmanagement des ETF.

Unternehmensanleihen sind im Vergleich zu Staatsanleihen nur bedingt als sichere Kapitalanlage zu betrachten. Es liegt auf der Hand, dass einzelne Unternehmen eher Pleite gehen als ganze Staaten.

Letztere haben einfach eine dickere Kapitaldecke.

Nicht zuletzt deswegen, weil sich Staaten über den Zugriff auf das Privatvermögen ihrer Einwohner – entsprechende Steuern und Gesetze vorausgesetzt – jederzeit refinanzieren können.

Kommen wir vom Vermögenserhalt zum …

#3 Vermögensaufbau – Wie Geld anlegen?

Eine gute Anlage für den Vermögensaufbau zeichnet sich vor allem durch zwei Dinge aus:

Erstens, durch eine langfristig positive Realrendite. Das heißt, nach Abzug aller Kosten (inklusive Steuern) und der Inflation profitiert der Anleger von einem echten Wertzuwachs.

Zweitens, durch ein vertretbares Risiko. Verlustrisiken müssen sich durch Diversifikation und einen langen Anlagezeitraum minimieren lassen.

Beide Kriterien werden von den Anlageklassen Aktien und Immobilien erfüllt. Diese werden auch als Sachwerte bezeichnet und weisen eine vergleichbare Langfristrendite auf: rund 7 Prozent pro Jahr (im Betrachtungszeitraum von 1870 bis 2015). 

Dieser Wert ist inflationsbereinigt, wir sprechen hier also über einen echten Wertzuwachs für das Vermögen in Höhe von 7% p.a.

Beschäftigen wir uns zuerst mit der Anlageklasse …

A. Aktien

Aktionäre werden auf zwei Wegen am Gewinn eines Unternehmens beteiligt: durch die Dividende und den Kursgewinn.

Privatanleger – insbesondere Einsteiger – sollten aus meiner Sicht jedoch nicht direkt in Aktien investieren, also keine einzelnen Aktien kaufen.

Weil auf diesem Weg keine ausreichende Risikostreuung zu erreichen ist. Und wenn, dann nur mit unverhältnismäßig hohen Transaktionskosten.

Die indirekte Investition in Aktienfonds mit breiter Streuung bietet hingegen automatisch ein Mindestmaß an Diversifikation.

Selbst wenn einzelne Wertpapiere stark an Wert verlieren oder durch eine Pleite des betreffenden Unternehmens sogar wertlos werden …

…können diese Verluste durch andere Wertpapiere im Fonds aufgefangen werden, die sich positiv entwickelt haben.

Denn was man nie vergessen darf: die hohe Rendite von Aktien kommt nicht von ungefähr!

Sie ist nichts anderes als eine Entschädigung für die Inkaufnahme von Risiken. Insbesondere das Risiko von Wertverlusten (Kursschwankungen).

Aktienfonds

Das Problem mit klassischen Investmentfonds ist allerdings dieses:

Die meisten aktiv gemanagten Aktien-fonds schneiden selbst über kurze Zeiträume von nur zwei Jahren schlechter ab als ihr Vergleichsindex (siehe S&P Persistance Scorecards).

Das liegt in erster Linie an den Kosten, die das Fondsmanagement verursacht.

Dazu zählen zum einen die Verwaltungsgebühren, die für europäische Fondsdomizile mit etwa 1,3 Prozent pro Jahr zu Buche schlagen.

Hinzu kommen fondsinterne Transaktionskosten, die klassischen Investmentfonds durch das häufige Handeln von Wertpapieren entstehen.

Unter dem Strich entstehen dem Anleger so Einbußen bei der Rendite von schätzungsweise 2-3 Prozent pro Jahr.

Die genannten Kosten sind größtenteils vermeidbar, was uns zur nächsten Produktkategorie führt …

ETFs (exchange traded funds)

ETFs sind börsengehandelte Indexfonds. Ihr Wert entwickelt sich in Abhängigkeit vom Verlauf des zugrunde liegenden Aktienindex.

Ihr großes Plus ist die geringe Gesamtkostenquote (in der Regel unter 0,5% p.a.).

Wie bereits gesagt: Je geringer die Kosten eines Fonds, desto höher die zu erwartende Rendite für den Anleger.

Es gibt allerdings noch einen weiteren Unterschied: Anders als bei klassischen Investmentfonds wird der Preis von ETFs fortlaufend berechnet.

Damit sind ETFs an der Börse handelbar wie Aktien und können jederzeit gekauft und verkauft werden.

Und das ist Fluch und Segen zugleich.

Denn es verleitet viele Privatanleger leider dazu, mit ETFs zu spekulieren. Sprich: diese häufiger zu kaufen und verkaufen. Mit negativen Folgen für die Rendite ihres Depots.

Besser ist ein möglichst…

Langer Anlagehorizont

Wer auf lange Sicht Vermögen aufbauen will, sollte Aktien-ETFs kaufen und die Anteile lange halten.

Diese Anlagestrategie wird als „buy-and-hold“ oder auch „passives Investieren“ bezeichnet.

Die Anlagedauer beträgt idealerweise mindestens 15, besser 20 und mehr Jahre.

Denn es gibt immer wieder Phasen, in denen die Rendite des Aktienmarkts negativ ausfällt. Dies war beispielsweise im Zeitraum zwischen 2000 und 2009 der Fall (- 3,4% p.a.)

Je länger der Anlagezeitraum gewählt wird, desto wahrscheinlicher ist eine positive Rendite für das Wertpapierdepot des Anlegers.

Eine „Gebrauchsanweisung“ für den erfolgreichen Vermögensaufbau mit ETFs bekommst du hier.

Wenn ethisch-ökologische Aspekte beim Investieren für dich eine wichtige Rolle spielen, solltest du dich mit dem Für und Wider von nachhaltigen ETF auseinandersetzen.

Ich weiß, nicht jeder kann sich für den Aktienmarkt erwärmen. Der nächste Abschnitt richtet sich daher an den Anlegertyp „Betongold“ …

B. Immobilien

Wer bei der Frage „Wie am besten Geld anlegen?“ an Immobilien denkt, hat im Wesentlichen diese drei Optionen:

  • Eigenheim – die selbstgenutzte Immobilie
  • Mietobjekte – Immobilien zur Vermietung
  • Immobilienaktien (REITs)

Starten wir mit dem …

Eigenheim – die selbstgenutzte Immobilie

Das Eigenheim trägt auf zwei Wegen zum Vermögensaufbau bei:

Im Idealfall erfährt die selbstgenutzte Immobilie beziehungsweise das Grundstück über die Zeit eine Wertsteigerung.

Allzu viel sollte man sich hiervon nicht versprechen, denn die langfristige Durchschnittsrendite(!) liegt bei nur bei etwa 1 Prozent pro Jahr.

Die „laufende Rendite“ des Eigenheims liegt viel mehr in der eingesparten Miete. Dieser indirekte Kapitalgewinn ist in Deutschland steuerfrei.

In einigen europäischen Ländern wird hingegen eine sogenannte Eigenmietwertbesteuerung durchgeführt …

Ein weiterer Benefit des Eigenheims für den Vermögensaufbau: die monatlichen Kreditraten der Bankfinanzierung zwingen den Eigentümer zum Sparen. 

Die selbstgenutzte Immobilie ist allerdings keine reine Kapitalanlage, sondern für die meisten Menschen ein ebenso emotionales Investment.

Mittels Ein-, An- und Umbauten wird gerne in „Verschönerungen“ investiert, für dies es beim Verkauf allerdings selten eine adäquate Kompensation gibt.

Die Geschmäcker sind eben verschieden und nicht jeder weiß goldene Wasserhähne im Bad zu schätzen, auch wenn diese teuer waren …

Mietobjekte – Immobilien zur Vermietung

Anders als beim Eigenheim dürfte das emotionale Investment des Anlegers hier geringer ausfallen. Was die nüchterne Betrachtung von Rendite, Kosten und Risiken deutlich erleichtert.

Wer eine attraktive Rendite mit Mietimmobilien erzielen will, muss diese möglichst unter Marktwert kaufen („Der Gewinn liegt im Einkauf“).

Das ist inmitten des schon seit Jahren blühenden Immobilienhypes allerdings keine triviale Aufgabe.

Vor allem unerfahrene Immobilienkäufer tun sich schwer damit, lohnenswerte Objekte zu finden beziehungsweise diese als solche zu erkennen.

Ein weiterer Knackpunkt sind die hohen Kaufnebenkosten von Immobilien.

Diese können – je nach Bundesland – bis zu 16 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Und schmälern die Rendite des Investors.

Zu den Kaufnebenkosten zählen:

  • Grunderwerbssteuer: je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent
  • Notar- und Grundbuchkosten: ca. 2 Prozent
  • Maklerprovision: ca. 3 bis 6 Prozent
  • Renovierungs- und Modernisierungskosten: variabel

Hinzu kommen noch Instandhaltungskosten, welche die Gesamtrendite von Mietobjekten ebenfalls drücken.

Positiv zu werten ist: Der Gewinn durch Wertsteigerung bleibt steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf der fremdvermieteten Immobilie mindestens 10 Jahre liegen. 

Ob und wie lange die steuerliche Bevorzugung von Mietobjekten noch Bestand haben wird, steht angesichts ständiger Steuererhöhungsphantasien unserer Finanzpolitiker wohl in den Sternen …

Wer nicht direkt in „Betongold“ investieren will, kann dies über den folgenden Anlagehybrid tun …

Immobilienaktien (REITs)

Bei Immobilienaktien handelt es sich um börsennotierte Unternehmen, die in überwiegend gewerbliche Immobilien investieren.

REITs (Real Estate Investment Trusts) sind eine Untergruppe der Immobilienaktien. Sie sind verpflichtet, mindestens 90 Prozent ihres Gewinns in Form von Dividenden an die Anleger auszuschütten.

In ihrem Wesen sind und bleiben REITs allerdings Aktien. Man muss demnach mit ausgeprägten Wertschwankungen rechnen.

Wer allerdings in Immobilien investiert – egal in welcher Form – sollte dies besser langfristig tun. Was den Aspekt von zwischenzeitlichen Kursschwankungen bei REITs deutlich relativiert.

Ein wesentlicher Vorteil von REITs: Mann muss kein Fremdkapital aufnehmen, um in die Anlageklasse Immobilien zu investieren. 

Anteile von REIT-ETFs lassen sich schon für „kleines Geld“ kaufen …

TEIL 3 – Geld investieren – Wie es richtig geht (Anleitung in 5 Schritten)

Mit den folgenden 5 Schritten triffst du beim Geld anlegen die richtigen Entscheidungen …

Schritt #1 – Bestimme deinen Anlagehorizont

Frage dich: wann brauche ich das Geld (wieder)? Am Besten denkst du in diesen drei Zeiträumen:

Kurzfristig (< 2 Jahre)

Wenn du dein Geld schon bald wieder brauchst und Sicherheit für dich an oberster Stelle steht, kommt eigentlich nur die Anlage auf einem Tagesgeldkonto in Frage.

Mittelfristig (2-10 Jahre)

Dieser Zeitraum zu kurz, um in Anlageklassen mit hohen Wertschwankungen (wie Aktien) oder hohen Transaktionskosten (wie Immobilien) zu investieren. Festgeld oder Sparpläne (festverzinslich über mehrere Jahre) sind hier denkbar.

Langfristig (>10 Jahre)

Je länger der Anlagehorizont, desto mehr machen Anlageklassen Sinn, die (mitunter stark) im Wert schwanken, dafür aber eine attraktive Rendite bieten. So wie Aktien.

Schritt #2 – Ermittle deine Risikotragfähigkeit

Der Finanzautor William Bernstein gliedert den Begriff Risiko in drei Faktoren, die aus seiner Sicht zusammen betrachtet werden sollten:

  1. Risikotoleranz
  2. Risikokapazität
  3. Risikobedarf

Übergeordnet definiert er Risiko als die Gefahr, im Ruhestand zu wenig Geld zur Aufrechterhaltung des gewohnten Lebensstandards zur Verfügung zu haben. 

Schauen wir uns die drei Faktoren nun der Reihe nach an:

I. Risikotoleranz

Dahinter verbirgt sich die Frage: Wie viel Risiko hält der Anleger nervlich aus?

Genauer: Wie lange und wie tief müssen die Kurse sinken, bevor er in Panik verkauft?

II. Risikokapazität

Dieser Faktor widmet sich einem anderen Aspekt: Wie viel Risiko ist angesichts der Vermögenssituation des Anlegers vertretbar beziehungsweise überhaupt sinnvoll?

Was damit gemeint ist, wird an folgenden Beispielen deutlich:

Fall 1: Selbständiger im Ruhestand

Es bestehen keine Rentenansprüche, das aufgebaut Kapitalvermögen reicht für etwa 25 Jahre.

Dieser Anleger hat nur eine begrenzte Kapazität für Risiko (also für risikoreiche Anlagen wie Aktien).

Denn er braucht jeden Monat Geld aus seinem Portfolio und braucht entsprechend ausreichend risikoarme Anlagen (wie Anleihen oder Tagesgeld). Um nicht dazu gezwungen zu sein, monatlich Aktienanteile mit Verlust zu verkaufen.

Anders sieht es im nächsten Beispiel aus …

Fall 2: Gut situierter Beamter in Pension

Die Versorgungsansprüche decken seine monatlichen Ausgaben mehr oder weniger vollständig.

Dieser Anleger könnte – unter dem Gesichtspunkt der Risikokapazität betrachtet – einen Großteil seines Kapitalvermögens in Aktien-ETFs stecken.

Denn er verfügt über genügend finanzielle Ressourcen, um nicht in Verlustphasen Anteile verkaufen zu müssen.

III. Risikobedarf

Der dritte Faktor hebt darauf ab, dass es Anleger gibt, die ohne risikoreiche Anlagen auf eine mehr oder minder große Versorgungslücke im Ruhestand zusteuern.

Wer also zu spät mit dem Sparen und Investieren anfängt und mit 40 oder 50 kein oder nur wenig Kapitalvermögen aufgebaut hat …

…der kommt im Grunde kaum daran vorbei, ein gewisses Risiko bei der Geldanlage zu nehmen, um Defizite über eine höhere Rendite auszugleichen.

Schritt #3 – Lege den Anlagebetrag fest

Frage dich: Wie viel Geld kann und will ich investieren?

Geht es darum, einen (größeren) Betrag anzulegen oder willst du in regelmäßigen Abständen (monatlich, quartalsweise etc.) Investments vornehmen? Oder beides?

Je größer die Anlagesumme, desto wichtiger wird das Thema Risikostreuung (Diversifikation). Womit wir bereits beim nächsten Schritt wären …

Schritt #4 – Bestimme die Asset Allocation

Wie bereits erwähnt, sollte man beim Geld anlegen nicht alles auf eine Karte setzen. Sinnvoller ist die Aufteilung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen.

Dabei reicht es fürs Erste, eine Unterscheidung in risikoreiche und risikoarme Kapitalanlagen vorzunehmen.

Bevor du daran gehst, langfristig in risikoreiche Anlageformen wie Aktien zu investieren, solltest du über genügend risikoarme Investments verfügen.

Dazu zählt eine finanzielle Notfall-Reserve in Höhe von drei bis sechs Netto-Monatsgehältern.

Leg das Geld auf einem Tagesgeldkonto zurück, damit es via Online-Banking unmittelbar verfügbar ist, wenn du es brauchst (ungeplanter Umzug, Auto kaputt etc.)

Schritt #5 – Wähle die besten Geldanlagen aus

An dieser Stelle macht es Sinn, sich über die konkrete Ausgestaltung deines Anlagen-Portfolios Gedanken zu machen.

Erfreulicherweise ist die Auswahl geeigneter Anlagemöglichkeiten ja recht übersichtlich, wie wir im zweiten Teil dieses Artikels gesehen haben.

Zur Auswahl stehen:

  • Tagesgeld
  • Festgeld
  • Fremdwährungen
  • Staatsanleihen (ETF)
  • Aktienfonds (ETF)
  • Immobilien (direkt und via ETF)

Für Tagesgeld-, Festgeld- und Fremdwährungskonten findest du im Netz einschlägige Vergleichsportale, die dir die Auswahl erleichtern.

Staatsanleihen-, Aktien- sowie REIT-ETF lassen sich über die Suchfunktion von justetf finden und vergleichen.

Beim Thema Immobilien ist der Rechercheaufwand schon höher und lässt sich bei direkten Investments auch nicht allein online bewältigen. Der ein oder andere Besichtigungstermin dürfte sich wohl nicht vermeiden lassen …

Ein letzter Tipp: Halte die Kosten beim Geld anlegen möglichst gering. Nur so holst du das Maximum an Rendite aus deinen Anlagen heraus.

Autor: Holger Grethe
Holger hat Zendepot Anfang 2013 gegründet und dort als einer der ersten deutschen Blogger regelmäßig über passives Investieren mit ETFs und weitere Finanzthemen informiert. Im Juni 2021 beschloss Holger, das Projekt Zendepot für sich abzuschließen, um sich auf sein Kerngeschäft, die eigene Praxis, zu konzentrieren. Die Beiträge von Holger können jedoch weiterhin im Zendepot-Blog abgerufen werden.