Meine 5 größten Fehler, die ich beim Geld anlegen gemacht habe

Meine 5 größten Fehler beim Geld anlegen

Seit März 2013 lasse ich mich Woche für Woche in Texten und Podcasts über die Dos and Don´ts der Geldanlage aus.

Bevor der Eindruck entsteht, ich hätte die finanzielle Weisheit bereits mit der Muttermilch aufgesogen:

Auch ich habe in der Vergangenheit einiges falsch gemacht, und die Liste meiner finanziellen Dummheiten enthält ganz sicher mehr als fünf Punkte.

In diesem Artikel gehe ich bewusst auf die Fehler ein, die für dich (hoffentlich) den größten Lerneffekt haben.

Denn aus den Fehlern anderer zu lernen, ist die aus meiner Sicht intelligenteste Form des Lernens. Man profitiert von den Erkenntnissen, aber spart sich den Ärger.

Wie überall im Leben gilt auch bei der Vermögensbildung: Fehler sind kein Problem, solange man sie nicht ständig wiederholt.

„Irrsinn bedeutet, das Gleiche immer wieder zu tun, aber andere Ergebnisse zu erwarten.“

– Rita Mae Brown

1. Zu wenig gespart

Bis vor wenigen Jahren haben immer wieder unzählige Konsumwünsche meine Sparanstrengungen untergraben. Dabei helfen Plattitüden wie „Man lebt nur einmal“ ungemein, den Kauf von irgendwelchen technischen Errungenschaften vor sich selbst zu rechtfertigen.

Rückblickend betrachtet, habe ich auch viel Krimskrams nur aus einem Grund gekauft: einfach weil er angeboten wurde.

Falls du nicht weißt, was gemeint ist, beobachte mal Leute in einem dieser Schnick-Schnack-Geschenkartikel-Läden. Wer kauft dort, weil er wirklich etwas braucht und wer kauft, weil ihm gerade langweilig ist und das Geld in der Tasche juckt?

„So eine elektrische Pfeffermühle mit LED-Beleuchtung haben wir noch nicht, oder Schatz!? Ist auch grad runtergesetzt …“

Ich lebe auch heute nicht wie ein Asket, denn der Verzicht um des Verzichts willen ergibt für mich keinen Sinn. Aber ich versuche meinen Konsum, also Neuanschaffungen, auf die Dinge zu beschränken, die ich wirklich brauche.

Mit „brauchen“ meine ich, dass ich die Sachen so gut wie jeden Tag benutze oder mich an ihnen erfreue. Betrachtet man seine Wohnung aus diesem Blickwinkel, fällt einem auf, wie viel Zeugs einfach nur da ist und ohne Funktion Platz wegnimmt.

2. Geld anlegen ohne Strategie und Ziel

Lange Jahre habe ich weitestgehend planlos vor mich hingespart und meine Ersparnisse „irgendwie“ angelegt. Abgesehen von einer Phase, in der ich – ausgestattet mit gefährlichem Halbwissen – mit Discountzertifikaten rumhantiert habe, hat mein Geld bis vor etwa 5 Jahren auf irgendwelchen Tagesgeldkonten geschlummert.

Mit dem Wort „Anlagehorizont“ konnte ich nicht wirklich etwas anfangen. Ich konnte mich nicht durchringen, mein Geld für unendlich lange 10, 15 oder gar 20 Jahre „wegzugeben“. Mit Ausnahme einer Kapital-Lebensversicherung, aber da ist das Geld ja auch sicher. Dachte ich …

Heute gibt es für mich nur noch zwei relevante Zeiträume beim Investieren: ganz kurz und ganz lang.

Ganz kurz heißt, auf einem Tagesgeldkonto liegen mindestens drei, besser fünf oder sechs Netto-Monatsgehälter. Dieses Geld ist unmittelbar verfügbar und dient wie ein Feuerlöscher zum Bekämpfen finanzieller Brände (Job weg bzw. keine Einkünfte, Auto kaputt etc.)

Ganz lang bedeutet, dass jeder weitere gesparte Euro in die Altersvorsorge wandert und damit seinen Weg an den Kapitalmarkt findet. Dieses Geld brauche ich frühestens in 25 Jahren wieder (dann bin ich Mitte 60), vielleicht aber auch nie.

Denn ich weiß ja heute noch nicht, wie lange ich arbeiten werde bzw. will und wie die Geschäfte später laufen werden …

Träum weiter

Man sollte sich keinen Illusionen hingeben, was Ruhestand kostet. Insbesondere vorzeitiger Ruhestand. Eines ist sicher: it´s not billig, honey!

Genauso wenig helfen unrealistische Renditeerwartungen. Der Aktienmarkt ist kein finanzielles Perpetuum mobile, das wie selbstverständlich zweistellige Jahresrenditen ausspuckt.

Ich freue mich, wenn langfristig eine Durchschnittsrendite von gut 3 Prozent bei der Investiererei rumkommt.

Wer an dieser Stelle lacht sollte sich die historische Durchschnittsrendite von Aktien ansehen und dann Inflation, Anlagekosten, Steuern sowie die lange Liste seiner menschlichen Fehlbarkeiten wie …

  • Undiszipliniertheit,
  • Unentschlossenheit,
  • Ungeduld,
  • Gier,
  • Irrationalität,
  • etc.

…abziehen.

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Ach ja, die Kapital-Lebensversicherung ist natürlich längst gekündigt.

3. Auf Berater verlassen

Machen wir uns nichts vor: Finanzthemen sind unattraktiv. Wer beschäftigt sich schon freiwillig gerne mit Begriffen wie „Ertragsthesaurierung“ oder „inflationsbereinigte Jahresdurchschnittsrendite“?

Hinzu kommt, dass Produktinformationen entweder unübersichtlich und durch die rücksichtslose Verwendung von Fachtermini für Laien völlig unverständlich sind oder aber so trivial daherkommen, dass über den Slogan „Wir kümmern uns um Ihr Geld“ hinaus keine nützlichen Informationen in ihnen enthalten sind.

So ist er nur verständlich, der Wunsch nach Delegation.

Der Wunsch nach einem „Experten“, der einem das lästige Klein-Klein um die Auswahl der richtigen Anlageprodukte abnimmt. Man möchte einfach jemanden haben, der sich (natürlich selbstlos) um dieses ganze Finanzzeugs kümmert.

Und der einem möglichst nur gute Nachrichten überbringt. Genau wie man vom Hausarzt hören will „Ihnen fehlt nichts, Sie sind topfit“, soll der Finanzberater immer nett und freundlich sagen „Ihr Geld entwickelt sich prächtig!“

Ok, man darf ja mal träumen …

Schwarze Schafe

Nun hört man immer wieder, dass es unter Ärzten auch ein paar schwarze Schafe geben soll. Ärzte, die ihre Patienten weniger unter medizinischen, sonder eher unter unter Gesichtspunkten der „Abrechungsoptimierung“, also zwecks Eigennutz, behandeln.

Bei Banken und Finanzberatern, die Provisionen kassieren, stellt sich allerdings nicht die Frage, ob und wie viele schwarze Schafe es gibt.

Leider ist es nicht weit hergeholt, zu behaupten: die ganze Herde ist schwarz mit Ausnahme von ein paar weißen Punkten.

Was praktisch bedeutet, dass ich als Kunde einer Bank oder einer provisionsbasierten Vermögensberatung also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht das Anlageprodukt erhalte, das ideal für mich wäre.

Ja, das ist traurig. Und heute frage ich mich ernsthaft, warum es Jahre gedauert hat, bis mir dieses Lichtlein aufgegangen ist?

Da es aber nicht hilft, über diesen Umstand fassungslos den Kopf zu schütteln, bleibt nur eines: die Hände aus dem Schoß nehmen und die Sache selbst anpacken.

4. Zu lange mit dem „Traum“ vom Eigenheim beschäftigt

Ein Punkt der häufig übersehen wird, ist, welche Opportunitätskosten mit dem Wunsch nach Wohneigentum verbunden sind. Denn Geld, das in unbestimmter Zeit als Eigenkapital für einen Haus- oder Wohnungskauf gebraucht wird, kann nicht langfristig angelegt werden.

Und für Geld, das nicht langfristig angelegt werden kann, muss man Einbußen bei der Rendite in Kauf nehmen. Als Messlatte dient diesbezüglich die Anlageklasse mit der langfristig höchsten Renditeerwartung: Aktien.

So ist auch bei uns Jahr um Jahr vergangen, bis wir endlich den befreienden Entschluss gefasst haben, kein Wohneigentum zu erwerben.

Ich weiß, dass dieser Schritt sehr vielen Leuten sehr schwer fällt.

Die gesellschaftliche (und familiäre) Konditionierung pro Eigenheim ist unglaublich stark, quasi fast religiös. Bedeutet: gegen einen starken Glauben haben Fakten kaum eine Chance.

Es hat auch mich verhältnismäßig viel Zeit und Nerven gekostet, dagegen anzukommen.

Wer unbedingt eine Immobilie kaufen will, der möge dies tun, dann aber alles daran setzen, zügig den Kredit abzubezahlen.

Man sollte nur nicht jahrelang unentschlossen rumlavieren, um letztlich überhaupt keine weitreichende Anlageentscheidung zu treffen.

Tipp: Auch als Mieter lässt sich erfolgreich Vermögen bilden. Durch passives Investieren mit Indexfonds (ETFs) machst du ohne nennenswerten Zeitaufwand mehr aus deinem Geld. Das notwendige Know-How bekommst du hier.

5. Nicht passiv investiert

Auch ich habe lange geglaubt, …

  • man könne den richtigen Zeitpunkt für den Ein- bzw. Ausstieg in den Aktienmarkt abbpassen (kann man nicht)
  • man müsse täglich Börsennachrichten lesen und Aktienkurse verfolgen (muss man nicht)
  • man braucht „Können“, um an der Börse erfolgreich zu sein (braucht man nicht, aber Geduld und ein wenig Know-How sind wichtig)
  • man schafft dauerhaft zweistellige Renditen, wenn man es nur richtig anstellt (schafft man nicht, es sei denn, man heißt Warren Buffett)

Neben diesem ganzen tradierten Unsinn, der zu allem Überfluss täglich medial regurgitiert wird, steht man sich durch sein Ego auch noch selbst im Weg.

Man(n) will zeigen, was man was drauf hat an der Börse. Kann ja wohl nicht angehen, dass die ganze Chose mehr auf Zufall denn auf Können beruht.

Einfach Jahrzehnte passiv vor sich hinzuinvestieren schien mir auch anfangs zu langweilig. Um den Laden renditetechnisch ein bisschen „aufzupeppen“, hatte ich für ein paar Wochen sogar einen LevDax-ETF im Portfolio (*facepalm*).

Bis ich das Produkt verstanden hatte (ja, ich schäme mich dafür) …

Zur Erklärung: Ein LevDax-ETF ist ein Hebelprodukt. Das „Lev“ steht für Leverage (Hebelung) und bedeutet, dass der Wert des ETF um 2 Prozent steigt, wenn es der Dax um 1 Prozent tut.

Leider wirkt der Hebel auch in die Gegenrichtung. Fällt der Dax um ein Prozent, fällt der ETF um 2 Prozent. Und hier kommen nun die Tücken der Prozentrechnung ins Spiel.

Um einen Verlust von 20 Prozent aufzuholen, braucht es nämlich einen Kursanstieg von 25 Prozent und nicht etwa von 20 Prozent:

100 minus 20 Prozent = 80
80 plus 20 Prozent = 96
80 plus 25 Prozent = 100

Das bedeutet: pendelt der Dax-Kurs über längere Zeit immer nur ein paar Prozent hin und her, hebelt man sich mit einem ETF wie auf den LevDax langsam aber sicher ins Nirwana.

Gut, dass ich diesen Zusammenhang erst verstanden hatte, nachdem der ETF gekauft war. „Ready – fire – aim“ mag als Ansatz hier und da funktionieren, beim Investieren jedenfalls nicht.

Erst Denken, dann Handeln ist manchmal doch nicht die allerschlechteste Option …

Das Fazit

Wie du siehst, ist Investieren ein ewiger Prozess des Lernens und Reifens.

Über das blanke Wissen um Aktien, Börse und Co. hinaus sind es vor allem Persönlichkeitsfaktoren, die langfristig über Erfolg und Misserfolg bei der Vermögensbildung entscheiden.

Und im Gegensatz zur Entwicklung der Börse können wir auf unsere Gedanken Einfluss nehmen. Jeder kann diese Chance nutzen.

Ich bin sicher: Du kannst es auch.

 
Was ist der größte Bock, den du bisher beim Geld anlegen geschossen hast? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Bildquelle: Pixabay (bearbeitet), lizensiert unter CC0 1.0

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  • zentrader 23. Januar 2014, 09:40

    Holger, danke für diesen ehrlichen und authentischen Artikel…

    Wie heißt es doch so schön:

    „Ein Experte in einem Bereich wird man, in dem man in diesem alle Fehler einmal macht UND aus ihnen lernt“…

  • Walter Moers 23. Januar 2014, 11:32

    My worst ooops:
    Termingeschäfte mit Weizen 🙁
    Üble Nummer …

    • Holger Grethe 23. Januar 2014, 21:21

      Weizen? Klingt nach einem grundsoliden Investment 😉

  • Stefan 23. Januar 2014, 11:51

    Gerade Punkt 4 ist bei mir zentraler denn je. Meine Freundin möchte gerne ein Eigenheim haben, hat ein bisschen geerbt und will das Geld nicht nur so rumliegen lassen. Das „Problem“ ist, dass diese Summe zwar ein gutes Eigenkapitalpolster ist, aber nicht ausreicht eine Immobilie komplett daraus zu bezahlen. Ich selber stehe der Sache aber eher negativ gegenüber, eben weil ich eine Immobilie als Luxusobjekt sehe und man sich einen Klotz ans Bein bindet, den man so um die 15-20 Jahre mit sich rumträgt.
    Sie wiederum sieht auch, dass sie kaum Zinsen bekommt, will aber nicht in Aktien oder ähnliches investieren.

    Zum „Glück“ sind die Preise in und um Hamburg ziemlich hoch, es wird fast nur noch Schrott angeboten oder eben viel zu teuer, weshalb die Suche erstmal auf Eis liegt.

    Was macht man in so einer Situation? So lange sie „nur“ meine Freundin ist, würde ich quasi Miete bei ihr zahlen, wenn sie gekauft hätte. Fände ich in Ordnung.

    Ich selber investiere valueorientiert in Aktien und baue nach und nach ein Dividendendepot auf.

    • Ute 23. Januar 2014, 19:57

      Hi Stefan,
      was aus meiner Erfahrung in so einer Situation helfen kann, falls ihr das noch nicht getan habt, ist sich bei der Bank mal eine Finanzierung rechnen zu lassen und zwar über die komplette Laufzeit und die kompletten voraussichtlichen Kosten. Sprich was kommt unterm Strich zusammen, das öffnet oft die Augen wenn dann bei einer Kreditsumme von 100.000 € als Bsp. inkl. Zinsen 250.000 € zurück bezahlt werden. Summen sind rein fiktiv, aber so ungefähr werden sie zusammen kommen. Der nächste Punkt ist, was wenn Kinder kommen (kenne jetzt eure Situation nicht), ist die Finanzierung dann auch noch zu stemmen. Und was gerne von den Banken vergessen wird, sind die Nebenkosten, und damit meine ich jetzt nicht die Erwerbsnebenkosten, sondern die monatlichen. Die kommen ja zur Rate dazu. Macht man die Rechnung so auf, sind schon manche aufgewacht. Und das ist ja was die Realität ist. Zumal ja noch dazu kommt dass Immobilien einfach immobil machen. Für mich kommt Immobilieneigentum nicht mehr in Frage, zu unflexibel und zu teuer.
      Vielleicht hilft das ja 🙂
      Grüße Ute

    • Holger Grethe 23. Januar 2014, 21:24

      Hi Stefan,

      was hat denn deine Freundin gegen Aktien? Kann sie das argumentativ begründen oder ist es nur ein Bauchgefühl?

    • Stefan 30. Januar 2014, 13:22

      Hallo Ute und Holger,

      zunächst einmal Schande über mein Haupt 😉 Hab hier garnicht aktiv mehr mitgelesen bzw. war lange nicht mehr hier.

      Zu Ute: Also wir beide sind jetzt nicht so unbeschlagen, dass wir ohne jeglichen Finanzierungsplan, Vorstellung der monatlichen Belastung durch die Finanzierung + Nebenkosten an die Sache rangegangen sind. Das hat schon alles Hand und Fuß. Hat meine Freundin aber nicht erschreckt. Aber im Moment suchen wir auch nicht mehr intensiv.

      Zu Holger:

      Meine Freundin kennt sich einfach nicht aus mit Aktien. Ich empfinde es als vernünftig sich dann zunächst nicht auf das Spiel am Aktienmarkt einzulassen. Ich werde auch alles andere tun als Ihr vorschläge zu machen in welche Titel sie eventuell investieren könnte. Die Verantwortung muss sie natürlich selber tragen und hat sich zunächst für den Weg der Immobilie entschieden.

      Wie gesagt aktuell suchen wir nicht mehr aktiv und werden uns in abehbarer Zeit keine Immobilie zulegen.

  • Wolfgang 23. Januar 2014, 12:05

    Hallo Holger,

    woher kennst Du meine Geschichte ausgerechnet mit der elektr. Pfeffermühle…? GENAU so ist das! Ich habe mind. drei Stück davon…, keine funktioniert mehr… ich werde dem nächsten Angebot widerstehen:-)

    Dein Artikel ist super!

    W.

    • Holger Grethe 23. Januar 2014, 21:25

      jaja, die legendäre elektrische Pfeffermühle… 😉

  • Omar 23. Januar 2014, 14:49

    Vielen Dank für diesen Artikel und diesen Blog.

    Als selbstständiger Mittdreißiger finde ich hier gerade eine Fülle an Informationen, die mich zwingendermaßen interessieren müssen (Altersvorsorge, Anlagehorizont etc.).
    Da ich gerade erst begonnen habe den ganzen Investmentkomplex zu durchdringen, bin ich leider noch ziemlich häufig verunsichert.

    Die WiWo schreibt zB aktuell, dass für indexbasierte ETFs der Zug bereits abgefahren sei. Und man soll dem Herdentrieb widerstehen… blabla… Bullen… bla… Bären…bla..

    Ich muss sagen, wenn ich sowas lese, vergeht mir die Lust am Thema.
    Wenigstens ist man inzwischen auch in der sog. Fachpresse dazu übergegangen, auf die Empfehlung der Basis-Rente zu verzichten (den Namen mit Rü… nehme ich nicht mehr in den Mund, ebenso wie den eines gewissen Walter R.).

    Danke für Deine erfrischende Art und weiter so!
    Gruß
    Omar

    • Holger Grethe 23. Januar 2014, 21:34

      Hallo Omar,

      das ist auch genau der Vorwurf, den ich dem sogenannten „Qualitätsjournalismus“ mache: viele Artikel verunsichern gerade Einsteiger, indem sie suggerieren, dass dringender Handlungsbedarf für irgendwas besteht.

      Man bekommt ständig unter die Nase gerieben, dass man die tolle DAX-Rallye ja längst verpasst hat oder dass „Experte XY“ eine Blase/Trendwende/Kurskorrektur am Horizont sieht.

      Langfristig gesehen ist das irrelevanter Nonsens. Aber was sollen die Finanzjournalisten sonst in die Zeitung schreiben? Außerdem verkauft sich latente Panikmache immer am Besten…

  • Folio 23. Januar 2014, 15:00

    Hallo Holger,

    vielen Dank für den wieder einmal sehr gelungenen Artikel. Zu deiner Frage vom größten Bock:

    Mein größter Fehler war, auf den schnellen Gewinn mit Aktien zu hoffen und auf Tipps von vermeintlichen Börsengurus zu hören. Und dann mit schnellen Trades zu versuchen, die Verluste wieder aufzuholen.

    Der größte Fortschritt in meiner Persönlichkeitsentwicklung in bezug auf Geldanlage war daher, die Coolness zu gewinnen, die Geldanlage wirklich als ultralangfristig zu betrachten. Das richtige einzukaufen und davon auszugehen, dass ich nie wieder verkaufen muss.

    Zum LevDAX: Jetzt habe ich endlich verstanden, wie der Emittent beim LevDAX den Hebel finanziert! Ich wollte schon einen kaufen, aber das lass ich jetzt mal lieber… Danke für die Erklärung 🙂

    Zum Eigenheim: Ich kann dir nur zustimmen. Ich habe gerade geheiratet und jetzt fragen alle, wann wir uns denn ein Haus kaufen/bauen. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden und sind glücklich damit.

    Wenn ich sehe, wieviel Zeit und Sorgen unsere Freunde darin investieren, bin ich nicht nur froh um das freie Geld, sondern vor allem die viele Zeit, die wir für schöne Dinge übrig haben!

    Viele Grüße,
    Folio

    • Holger Grethe 23. Januar 2014, 21:44

      Hi Folio,

      ist auch meine Erfahrung: sobald man die Eigenheimfrage abgehakt hat, ist man viel entspannter.

      Man sollte sich zudem von dem Gedanken lösen, dass man es nur im Leben geschafft oder zu etwas gebracht hat, wenn man ein Haus sein Eigen nennen darf. Ist ja durchaus verbreitet, diese merkwürdige Vorstellung…

  • pikappaesse 23. Januar 2014, 16:17

    Der größte Bock? Hmmm..
    Griff ins fallende Messer zu Zeiten des Neuen Marktes oder Kauf von Aktien eines Vermögensverwalters – das muss sich erst noch zeigen.

    Toller Blog!

  • slowxman 23. Januar 2014, 17:15

    Würg. 100 BVB Aktien für 850 € gekauft.
    für 252 € verkauft.
    Einmaliger Ausrutscher

    • Holger Grethe 23. Januar 2014, 21:47

      Das Geld wäre für Stadionkarten besser angelegt gewesen, oder?
      Ich hoffe, der „echten Liebe“ zum BVB hat dieser finanzielle Ausrutscher keinen Abbruch getan… 😉

  • geldexperimente 23. Januar 2014, 18:32

    hallo, Holger!

    da ICH natürlich keine fehler beim investieren mache, kann ich nur über meine beste entscheidung schreiben: und zwar Aktien eines einzigen unternehmens zu kaufen. da ich so ein toller Hengst bin und wusste, dass das eine todsichere Sache war, hat sich dieses investment hervorragend entwickelt. (und jetzt im ernst: es war ein großer blödsinn einzelaktien zu kaufen und ich hatte einfach Glück, dass das nicht in die hose gegangen ist (aber ich werde es wahrscheinlich trotzdem „nebenbei“ nochmal machen – das ist dann meine LED-pfeffermühle)).

    abgesehen davon hab ich mich mal an bonuszertifikaten auf den euro stoxx 50 versucht, dummerweise war das 2008…

    ciao,
    christian

    • Holger Grethe 23. Januar 2014, 21:48

      Da hast du aber grad noch die Kurve gekriegt, Christian! 😉

    • Gunsamui 1. Februar 2014, 21:33

      Hallo Christian,

      ich bin nicht deiner Meinung, dass es falsch ist in Einzelaktien zu investieren.
      Es ist das Beste was Du machen kannst, um heute noch eine vernünftige
      Rendite zu erzielen. Ich beschäftige mich seit 9 Monaten mit Aktien und
      habe von April bis heute 23.000 Euro nur an Kursgewinnen erzielt. Mein
      Ziel sind aber Dividenden als zusätzliches Einkommen zu erzielen und
      es gibt in den USA viele Aktien, die montl. ausschütten. Ich erhalte also
      jeden Monat Geld und lege das wieder mit an. Man muss halt streuen und
      viele Bereiche abdecken ( Immo, Finanzen, Strom, Gas, Biotech, etc…
      Diversifikation hält dein Depot im Gleichgewicht. Ich halte momentan
      50 verschiedene Aktienwerte, und wenn da mal einer um 20 % sinkt,
      dann merke ich das nicht einmal. Ich nutze den Abfall der Aktie um
      nachzukaufen, da die Dividenden bis zu 19 % bei mir betragen. Im
      Mittel liege ich bei 8,35 % Dividende auf das Gesamtdepot. Und
      noch was, nehme eine Aktie aus dem Dax und schaue mal was die
      vor 20 Jahren gekostet hat. Jetzt stelle Dir mal vor dein Vater hätte
      da 10.000 DM angelegt. der wäre heute Millionär und das obwohl
      wir Kriege, Krisen und Börsencrashs hatten. Wichtig ist halt das
      Du Dich mit den Unternehmen identifizierst. Ein Beispiel ist da die
      deutsche Post ( 45 % im Plus, 4,3 % Dividende ). Alle kaufen online
      ein ( Amazon, Ebay, Zalando, etc… ). Was glaubst Du wer die ganzen
      Pakete bringt und bei Nichtgefallen wieder abholt, genau – die deutsche
      Post. Das kann man nachvollziehen und die werden in den nächste Jahren
      richtig gut verdienen. Wenn Du so an Aktienkäufe herangehst, dann hast Du
      auch Erfolg. Kaufe nur Aktien, die eine Dividende ab 4 % jährlich ausschütten.
      Diese Firmen haben Erfolgsdruck und keiner will die Aktionäre verärgern. Der
      richtige Zeitpunkt um Aktien zu kaufen ist immer heute, da die Börse in den
      nächsten 20 Jahren weiter steigen wird und auch wenn es zu Kursrücksetzern
      kommt, halte immer 30 % an Cash, um dann nachzukaufen. Geld auf der Bank
      verliert jedes Jahr ca. 4.5 % an Kaufkraft, Du verlierst also so oder so Kapital.
      Bei Aktien hast Du wenigstens die Chance dein Kapital zu erhalten, aber
      wahrscheinlich wirst Du es vermehren, wenn Du es in Dividendenaktien
      anlegst. Was glaubst Du warum alle reichen Leute in Aktien investiert sind.
      Leider habe ich diese Erkenntnis viel zu spät gemacht, aber ich lerne auch
      täglich dazu und für mich ist es der richtige Weg um kein Geld zu verlieren.
      Ach ja, da gibt es noch den Stopp / Loss, um dein Aktienwert abzusichern.
      So kannst Du deine möglichen Verluste gezielt eingrenzen und wenn die
      Aktien steigen mit nach oben ziehen. Aktie um 30 % gestiegen, dann den
      Stopp / Loss auf 15 % mit nach oben ziehen. Die 15 % Gewinn nimmt Dir
      keiner mehr weg. Ich hoffe Du findest deinen Weg an der Börse. Ich bin
      leider viel zu spät auf diese Möglichkeit gestoßen und ärgere mich, dass
      ich nicht schon 2009 eingestiegen bin. So hätte ich anstatt 120.000 Euro
      daraus locker 500.000 Euro gemacht, bis einschl. 01.02.2014.

      Gruß Gunsamui

    • geldexperimente 2. Februar 2014, 11:49

      hallo, Gunsamui!

      Du musst ja Geld wie Heu und Nerven wie Stahl haben, aber mir wäre das zu risikoreich und stressig ein 100%-Aktien Depot zu führen. Den richtigen Zeitpunkt zum Ein- und Ausstieg sieht man erst im Nachhinein und Emotionen können einem auch einen Strich durch die Rechnung machen.

      Seit 2009 scheint an den Börsen wie z.B. dem DAX die meiste Zeit die Sonne. 2009 hätte man zufällige Aktien aus einem Hut ziehen können und würde heute glauben man wäre ein großartiger Investor. Da konnte man nicht viel falsch machen. Aber die Wetterlage kann schneller umschlagen als man glaubt. Und dann sollte man auch einen Regenschirm haben (Anleihen).

      alles gute,
      christian

  • Dieter 23. Januar 2014, 18:39

    ich möchte hier mal allen Interessierten empfehlen: http://www.ifa.com/.
    Index-Portfolios, historische Renditen über Jahrzente usw. usw.
    Eine Fundgrube für Langfristanleger und noch Suchende, eine tolle Ergänzung zu Holger´s Zendepot

    • Holger Grethe 23. Januar 2014, 21:51

      Danke für den Link, Dieter!

      Die IFA-Seite ist sicher eine sehr gute Fundgrube, aber den Jungs müsste dringend mal ein Webdesigner auf die Pelle rücken. Ich kenne wirklich keine Seite (im Jahr 2014), die so was von unübersichtlich und konfus gestaltet ist… 😉

  • Thorsten 23. Januar 2014, 19:07

    Ich sage nur Immofond mit Ostimmobilien, zwecks Steuerersparnis.
    Gier frisst Hirn und wenn es um Steuern geht erst recht.

    Lieber zahle ich Steuern, auch KAP Steuern, kann aber ruhig schlafen, den mein Geld ist wenigstens nicht weg.

    • Holger Grethe 23. Januar 2014, 21:55

      Wie war das noch mit dem Steuerspartrieb, der bei den Deutschen stärker ausgeprägt sein soll als der Fortpflanzungstrieb…?

  • Anna 23. Januar 2014, 19:09

    Holger,

    vielen Dank hierfür! Ich freu‘ mich jedes Mal über Bestätigung, dass ich kein Interesse am Eigentum habe. In Geduld muss ich mich noch üben was andere Spar- bzw. Anlege-Bereiche betrifft. Aber Motivation kommt ja regelmäßig via zendepot. Merci! 🙂

    LG
    Anna

  • Capri 23. Januar 2014, 19:41

    Nun ja mir wäre persönlich die Unterscheidung für „ganz kurz“ und „ganz lang“ für eine Monetäre Planung zu wenig. Gerade weil ich die Zukunft nicht hervorsehen kann, sind doch 6 Monatsgehälter mager.

    Ganz ehrlich kann ich mit 30 doch ganz andere Sachen erleben als später mit 65 – was soll ich da mit 200 k € auf dem Konto? Man sollte hier ganz klar seine Sparrate untergliedern. Das Konzept ist mir zuträglicher als das starre 6 Monate Netto-Gehalt.

    • Holger Grethe 23. Januar 2014, 22:00

      Ich kann die Zukunft auch nicht vorhersehen, könnte mir aber vorstellen, dass ich mit Mitte 70 ein Alter erreicht habe, wo ich ganz froh bin, wenn ein gewisses finanzielles Polster für einen entspannten Lebensabend sorgt.

      Und irgendwann muss man nun mal anfangen, dieses Polster zu bilden. Je früher, desto schmerzloser (siehe Zinseszinseffekt)…

    • Max 8. Februar 2014, 16:10

      Ich kann Dir sagen, was ich mit 200k auf dem Konto mache:
      Ich lasse sie da liegen und habe damit die Gewissheit mir im Job nicht alles gefallen lassen zu müssen, denn ich bin nicht auf mein Einkommen aus Arbeit angewiesen.
      Das erhöht meine Lebensqualität ungemein.
      Viele Grüße
      Max

  • Ute 23. Januar 2014, 20:02

    Hi Holger,

    cooler Artikel, cooles Thema, finde ich gut auch Fehler aufzugreifen.
    Mein wirklich größter Fehler war die Hoffnung auf eine gute Einigung bei einer anstehenden Entscheidung und das daraus resultierende Nichtentscheiden meinerseits, sondern hoffen. Das hat mich sehr viel Geld gekostet und wird mir nicht mehr passieren.

    Ansonsten frage ich mich beim Einkaufen oft, ich bin ja Frau ;=), brauche ich das wirklich? Und dann hat es sich auch schon erledigt. Ich finde das fühlt sich toll an und führt dazu das kein unnötiges Zeugs mehr bei mir in der Wohnung landet. Ich schätze das.

    Grüße Ute

    • Holger Grethe 23. Januar 2014, 22:05

      Hi Ute,

      die Frage „brauche ich das wirklich?“ lässt sich zwar theoretisch immer positiv beantworten und der Kauf irgendwie rationalisieren, aber man wird dadurch sicherlich viel bewusster und kauft weniger impulsiv.

  • Anton 23. Januar 2014, 20:26

    Hallo alle!

    Eure negativen Gedanken zur eigenen Immobilie kann ich nicht wirklich verstehen. Ich selbst wohne in der Schweiz, habe ein Häuschen und bin sehr zufrieden. 2/3 (= CHF 500’000) des Geldes stammt von der Bank, der Rest von mir. Ich zahle kaum Hypozinsen (CHF 750/Monat), da die Zinsen bekanntlich im Keller sind. Die Mieten hier in der Schweiz sind trotz der tiefen Zinsen hoch. Für dasselbe Haus müsste ich mindestens mit einer Miete von CHF 2’500/Monat rechnen. Ich kann da wirklich keinen Haken erkennen.

  • Chris 24. Januar 2014, 05:52

    Hallo Holger,

    seit einigen Monaten bin ich stiller Leser Deines Blogs, „musste“ jetzt aber einfach kommentieren, weil ich mich in den von Dir angeführten Punkten fast zu 90% selbst sehe.

    Mein größter Fehlgriff war wohl das Investment in einen Aktienfond kurz vor dem Ende der Dotcom-Blase (wird noch ausgesessen) und der Abschluss einer Rentenversicherung über eine große Deutsche Bank, die ich hier nicht beim Namen nennen möchte 🙂
    Im letzten Jahr habe ich einige Experimente mit eher kurzfristigen ETF-Investments gesammelt, habe aber durch die verwendeten Stop-loss Orders regelmäßig Verluste realisiert.

    Mittlerweile bin ich zu einer regelmäßigen Einzahlung in ein (ausschüttendes) ETF-Depot übergegangen (Aktien/Anleihen), wobei ich meine Sparquote auch deutlich erhöht habe. Obwohl ich mich noch etwas mulmig dabei fühle, aber jetzt läuft dies alles ohne irgendwelche Stop-Orders. Gerade dieses „risikobehaftete“ Vorgehen hat schon einige Diskussionen mit hauskaufenden Freunden zur Folge gehabt. Vielleicht kannst Du demnächst mal Deine Sichtweise auf Stop-Orders in Verbindung mit einer passiven Investmentstrategie darlegen, ich könnte mir vorstellen, dass gerade Einsteiger in diese Thematik diesen „Sicherheitsmechanismus“ gerne verwenden.

    Grüße
    Chris

    • geldexperimente 24. Januar 2014, 10:16

      hallo, Chris!

      also mMn. schließen sich passives Investieren und Stop-Loss-Limits aus, da man damit so was wie automatisches Market-Timing betreibt. Wenn eine Stop-Loss-Order ausgeführt wurde, stellt sich das Problem, wann man wieder einsteigen soll (und verpasst damit wahrscheinlich den neuerlichen Aufschwung).

      Meine Erfahrung mit Stop-Loss war, dass sie meistens kurz vor dem Tief und der anschließenden Trendumkehr ausgelöst wurden (kann natürlich Zufall sein).

      Am besten man lässt es und hilft sich psychologisch: Kurseinbrüche bedeuten günstigere Kurse beim nächsten planmäßigen Nachkauf.

      Sich mit dem täglichen Auf und Ab an den Börsen zu beschäftigen, bereitet nur zuviel Kopfzerbrechen.

      ciao,
      christian

    • Holger Grethe 24. Januar 2014, 17:41

      Hallo Chris,

      freue mich immer sehr, wenn aus „stillen“ Lesern Kommentatoren werden!

      Zum Thema Stop-Loss-Order und Passives Investieren erzähle ich in dieser Podcastfolge etwas:
      https://zendepot.de/podcast-010-leser-stellen-kluge-fragen/

  • Martin 24. Januar 2014, 15:18

    Mein größter bisheriger Anlagefehler war es, erst viel zu spät eine professionelle Honorarberatung in Anspruch zu nehmen. Ich bin bis dahin einfach viel zu lange davon ausgegangen, dass ich mir schon selbst (mit Hilfe der emsigen Bankberater oder einer ausgefeilten Portfoliostrategie mit Trailing Stopps und Abstauberlimits) einen guten Überblick über meine Altersvorsorge bilden kann. Wenn ich überlege, wie viel Kapital ich z.B. durch die daraufhin gekündigte Lebensversicherung verschenkt habe, oder dadurch, dass ich mich erst sehr spät mit dem Thema Immobilien auseinander gesetzt habe, waren die 500 EUR für den Berater Peanuts.

    • Holger Grethe 24. Januar 2014, 17:44

      Auch wenn ich der Meinung bin, dass man als DIY-Investor grundsätzlich gut klar kommen kann, so ist eine gute (und zu 100% von Provisionen und Kick-Backs befreite) Honorarberatung sicherlich eine Alternative.

  • Olaf 24. Januar 2014, 16:34

    Hallo Holger,
    es hat sich als Fehler herausgestellt, daß ich das Haus meiner Eltern nicht so schnell wie möglich zu einem bescheideneren Preis verkauft habe. Genaueres steht als neuer Kommentar bei den Immobilienirrtümern Teil 2.
    Gruß Olaf

  • Dummerchen 24. Januar 2014, 16:53

    Gerade für Neueinsteiger ins Thema „Geldanlage“ finde ich es gut zu sehen, dass auch die „alten Hasen“ wie Holger mal unbedarft angefangen haben und aus kleinen oder größeren Fehlern gelernt haben. Sie alle hätten noch einen größeren Fehler begehen können und gar nicht sparen können. Das wäre schlimmer gewesen als die meisten der „suboptimalen“ Anlagen.

    Und natürlich habe auch ich mein Geschichtchen beizutragen. Ganz unbedarft habe ich nach Studienende und Berufsbeginn die Dienste eines „Drei-Buchstaben“-Finanzberaters in Anspruch genommen – Kontakte waren schon zu Studienzeiten mit Bewerbungstrainings ganz perfide etabliert worden. Und unbedarft und unwissend wie ich war, habe ich vertraut und mir das „Rundum-Sorglos-Paket“ andrehen lassen:
    Girokonto mit Kreditkarte (man fängt ja erstmal unkritisch an), fondsbasierter VL-Vertrag (mit schrecklichem Fonds), eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine „normale“ Kapitallebensversicherung, eine fondsgebundene Lebensversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatzvertrag (ganz wichtig: immer schön alles koppeln, dann kündigt sich schwerer!), und dazu dann noch eine private Krankenversicherung. Das hat sich provisionsmäßig mal richtig gelohnt! (Peinlich, gell?!)
    Glücklicherweise hatte meine heutige Frau seinerzeit einen Termin bei der Verbraucherzentrale, in dem beiläufig der Begriff der „3-Buchstaben-Firme“ fiel und der Berater schnell geschaltet hat und ich somit glücklicherweise wenig später dort ebenfalls eine Beratung hatte und schnell merkte, dass ich nicht wirklich clever gewesen bin. Der BdV war mir dann eine große Stütze bei der Rückabwicklung der meisten Verträge (insbesondere der beiden LV). Ein Girokonto und eine BU habe ich noch, aber nicht mehr mein meinen „3-Buchstaben-Freunden“ ;).

    Das Internet in seinen Anfängen gepaart mit Usenet-Gruppen (Web 2.0 mit Foren usw. gab es so noch nicht) hat mich dann alles gelehrt, was beim Geldanlegen wirklich wichtig ist. Auch das Thema Immobilie habe ich dank zahlreicher Diskussionen als „nicht generell sinnvoll“ einzustufen gelernt.

    Der „Vorteil“ dieses Crash-Starts ins Finanzleben war wohl, dass ich dadurch früh gemerkt habe, dass ich mich selbst kümmern muss. Lehrgeld wird wohl jeder zumindest im kleinen Rahmen zahlen, aber wie ich eingangs schon sagte, besser nicht alles optimal machen als gar nichts zu sparen. (Dabei aber immer schön auf die Kosten und die Flexibilität der Anlage achten ;)!!)

    • Holger Grethe 24. Januar 2014, 17:47

      Sehr schön beschrieben, dein Werdegang als mündiger Anleger 😉
      Ich nehme an, mit BdV ist der Bund der Versicherten gemeint, oder?

    • Dummerchen 24. Januar 2014, 22:30

      Ja, genau.

  • KLEINANLEGER 24. Januar 2014, 16:53

    Zur realistischen Renditeerwartung: 3% real wäre sicherlich okay; 3% nominal wäre etwas wenig. Was ist denn gemeint?

    Gruß vom KLEINANLEGER

    • Holger Grethe 24. Januar 2014, 17:48

      Ich schrob: „…und dann Inflation, Anlagekosten, Steuern sowie […] abziehen.“

      Also 3 Prozent Realrendite. Sonst wäre es wirklich was mau…

  • Jannes L. 24. Januar 2014, 22:09

    Hallo Holger,
    interessanter und lesenswerter Artikel! Ich finde diesen Einblick in deine eigenen Fehler bei der Vermögensbildung sehr lehrreich. Allein die Fähigkeit, seine eigenen Entscheidungen kritisch zu reflektieren ist schon viel Wert.

    Dem Eigenheim stehe ich mit gemischten Gefühlen gegenüber. Aus finanzieller Sicht kann ich dir nur zustimmen und besonders deine 8 Immobilien-Irrtümern nur bestätigen. Jedoch gibt es einige nicht-monetäre Aspekte, wie bspw. eventuelle Willkür des Vermieters in Bezug auf Mietkosten oder Kündigung, Problemen bei Anpassung an eigene Wünsche o.Ä.
    Definitiv ist das ein sehr komplexes Thema, aus Sicht des Investors kann ich dir jedoch nur Recht geben.

    Ich werde deinen Blog weiter gespannt verfolgen!

    Ein schönes Wochenende,
    Jannes

  • Thomas 25. Januar 2014, 11:04

    Hallo Holger,
    Gratulation. wie immer lesenswert mit vielen Anregungen.

    Mein größter Fehler war schlicht mangelnde Erfahrung mit Aktien. Als ich damit begonnen habe, hatte ich eine Aktie, die nach dem Kauf erst mal 20% Kursverlust hatte. In Panik habe ich sie dann gleich wieder verkauft. Danach ist sie dann so richtig abgegangen. Ich habe das erst mal unter Anfängerfehler abgebucht und den Schluss gezogen, beim nächsten Mal nicht so panisch zu reagieren.

    Das nächste Mal kam dann bei der Finanzkrise. Ich hatte ein sogenanntes Witwenpapier im Portfolio. Eine langweilige Bankaktie, die immer gute Renditen gebracht hat, ohne spektakulären Kursverlauf. Plötzlich brach der Kurs ein. Erst nur um 10%, dort verharrte er ein paar Tage, um dann stetig gegen Null zu gehen.

    Reaktion meinerseits: Verwunderung, Ungläubigkeit, Missachtung aller Warnhinweise und eisernes Festhalten an dem Papier. Ich habe es übrigens immer noch im Portfolio, weil heute der Verkauf teurer wäre, als das Behalten.

    Ich konnte mir schlicht nicht vorstellen, dass die Bankmanager dieses Instituts mit windigen Fondskonstruktionen in Irland alles verzockt haben und es keiner der Aufseher gemerkt haben will. Heute weiß ich es besser.

    Seitdem bin ich auch passiver Investor und der größte Teil steckt in ETFs. Die aktuelle Börsenphase habe ich genutzt, um fast alle Aktien zu verkaufen. Mal sehen, wie lange ich diese Strategie beibehalte oder ob ich es bald besser weiß, nachdem ich schwarzen Schafen auf den Leim gegangen bin.

    Vor ein paar Wochen lief in der ARD im Spätprogramm ein Feature über die Machenschaften von BlackRock. Die haben 2009 Barclay Global Investors übernommen und damit auch iShares.

    Seitdem überlege ich ernsthaft, ob ich schon aus rein ethischen Gründen alle iShares ETFs verkaufen soll. Fragt sich nur, was sind die Alternativen? db x-trackers der Deutschen Bank. Ist das ethisch besser?

    Keine Ahnung und in diesem Punkt ziemlich ratlos. Vielleicht wäre das mal ein Thema für einen Blog. Wer steckt hinter den Herausgebern der ETFs und wie ist deren Handeln ethisch zu bewerten?

  • Gerhard 25. Januar 2014, 11:31

    Hallo zusammen,

    an Holger gerichtet: vielen Dank dafür, dass Du hier auch von Fehlern/Irrtümern sprichts, die Du selbst gemacht hast. Das nimmt anderen die Angst überhaupt sich an die Sache heran zu wagen !

    Auf eine mögliche Fehlerquelle erlaube ich mir an dieser Stelle noch hinzuweisen:

    Die meisten leben ja nicht alleine, sondern in einer Partnerschaft. Gerade hier kann es beim Thema Konsumverhalten/ Geld/Sparen doch zu ganz unterschiedlichen Ansichten kommen.
    Nicht immer kann man hier mit einer getrennten Kontenführung Frieden schaffen, denn Themen wie Immobilien, Versicherungen, … greifen in die finanzielle Hoheit beider Partner (ggf. auch der Kinder) ein.

  • Couponschneider 26. Januar 2014, 22:32

    Mein größter Fehler war, dass ich nicht früher an die Börse ging und dass ich nicht früher meine Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr gekündigt habe.

    Nun gut, als Student hätte ich nicht viel investieren können, aber ein paar tausend Euro waren fast immer auf dem Girokonto. Ich ärgere mich einfach, dass ich nicht früher auf das Thema finanzielle Freiheit gestoßen bin.

    Ärgerlich auch: Meine ersten Transaktionen waren recht klein. 3 x Bechtle für 11 € das Stück. Gebühren: 15 € + Spesen. 🙂 Ich hätte besser die Gebührentabelle lesen sollen. 🙂 Aber man lernt daraus und solche Minitransaktionen passieren nun kein zweites Mal.

    Das gehört nun nicht zum Geldanlegen, aber zum Konsum. Ich kaufte vor fünf Jahren Wäscheklammern. Ich ging in den Rossmann, mit dem Plan, Klammern aus Holz zu kaufen. Es wurden dann doch Klammern aus Plastik, weil zu den Plastikklammern ein Körbchen war. Und billiger waren sie sowieso. Ich könnte nichts falsch machen, dachte ich. Ich packte das zu Hause aus und das Körbchen war beim ersten Anfassen schon entzwei. Ich nahm eine Klammer heraus, um damit ein Wäschestück zu befestigen und schon ist das Ding auch schon kaputt. Etliche Klammern gingen kaputt. Ich habe noch heute ein paar dieser Plastikkklammern und ab und zu greife ich dann auch zu einer diesen. Und immer noch passiert es (ca. alle zwei Monate), dass eine entzwei bricht. Diese Wäscheklammern dienen mir als Mahnung, auf Qualität zu achten und sich nicht wegen vermeintlicher Vorteile und Extras (damals war es das Körbchen) umstimmen zu lassen.

  • Stefan 28. Januar 2014, 21:06

    Hallo Holger,

    wieder einmal hältst du mir mit diesem erstklassigen Artikel den Spiegel vor die Augen. Mit Ausnahme von Punkt 4 (Eigenheim) stimme ich dir vollumfänglich zu.

    Mein größter Fauxpas, der zum Glück halbwegs glimpflich ausging, war eine hochriskante, da hochgehebelte Spekulation mit einem Turbo Knock-Out Bull auf den Dax – im Gegenwert eines kleinen Neuwagens. Der Kurs ging kurz nach dem Kauf in den Sinkflug über und ich saß regungsunfähig mit pochendem Herzen vor’m Monitor – tatsächlich unfähig, die Reißleine zu ziehen. Unglaubliche 12 Punkte vor’m Knock-Out drehte der Kurs und ich kam halbwegs glimpflich aus dem Deal ‚raus (50% Verlust …). Diesen Trade werde ich nie vergessen!

    Zum Punkt 4, Eigenheim, möchte ich doch noch ein paar Worte schreiben:
    Die emotionalen Wogen schlagen hoch, wenn im Land der Häuslebauer bewusst auf eine eigene Immobilie verzichtet wird.
    Grundsätzlich stimme ich dem Kommentator Anton zu. Aber: Diese eigentlichen Baukosten sind nur die „halbe Miete“! Wie du, Holger, in einem anderen Artikel korrekt schreibst, müssen beizeiten für die künftigen Instandsetzungsarbeiten nicht unerhebliche Mittel angespart werden (Parallel zur Tilgung …).
    Hinzu kommen Kosten für die Gartengestaltung und -pflege (Pflanzen, Pflaster, …), die ohne weiteres im 5stelligen Bereich liegen können.
    Und zu guter Letzt braucht’s für die vielen Quadratmeter im Haus auch passendes Mobiliar ….
    Mein Resümee lautet jedenfalls: Baue nur dann, wenn du dir über die vorgenannten Kostenfaktoren wirklich bewusst bist! Eigenkapital, handwerkliches Geschick und Leidensfähigkeit sind gefragt 😉

    Viele Grüße,
    Stefan

  • Mike 30. Januar 2014, 00:43

    Danke für den ehrlichen Artikel! Habe viel darüber schmunzeln müssen 🙂

    Mein größter Bock bislang war der Einkauf von Goldrohstoff Fonds 2009 mitten in der Finanzkrise. Mein Berater verkaufte mir diese als total sicher und mit hohen Wachstumschancen für die Zukunft, weil die Leute in unsicheren Zeiten ja in Gold investieren. Dumm nur, dass sie dies zu dem Zeitpunkt bereits getan hatten und ich Fonds kaufte, die bei meinem Einstieg bereits den 3-5 fachen Wert verglichen zu den 10 Jahres-Durchschnittswerten hatten. Aber O-Ton meines Beraters: „Rohstoffe sind ja mit materiellem Gegenwert hinterlegt und aufgrund der Verknappung der Ressourcen ist mit Preissteigerungen/Gewinnen zu rechnen“

    Aber sicher! 😉

  • Dieter 2. Februar 2014, 05:57

    Hallo Gunsamui,
    meinen herzlichen Glueckwunsch zu deinen Erfolgen im Aktieninvestment.
    In welche 50 Aktien hast Du denn konkret investiert ?
    Unter welchen Umstaenden wuerdest Du aus einem Wert rausgehen bzw. wechseln in einen anderen Wert ?

    Viele gruesse und weiterhin eine glueckliche hand

    Dieter

  • Max 8. Februar 2014, 16:26

    @Gunsamui
    >Ich beschäftige mich seit 9 Monaten mit Aktien und
    >habe von April bis heute 23.000 Euro nur an Kursgewinnen erzielt.

    Erstmal herzlichen Glückwunsch! Das ist einfach super!

    Allerdings war es in den letzten 2 Jahren keine große Kunst ordentliche Renditen mit Aktien zu erzielen. Der Aktienmarkt ist einfach allgemein hochgegangen.
    Stell Dir mal vor, Du hättest im März 2000 investiert. Dann wären Deine Aktien 3 Jahre lang runtergegangen. Man muss sehr gute Nerven haben, um da ruhig zu bleiben.

    Deshalb würde ich zuminstest empfehlen auch in andere Assetklassen zu investieren (Euro Anleihen / Fremdwährungsanleihen und evtl. einen kleinen Anteil in Edelmetalle).
    Wenn der Aktienmarkt mal abstürzt, sollte einfach ein Teil Deines Portfolios nicht betroffen sein. Das ist besser für die Nerven.

    Viele Grüße und viel Glück, weiterhin
    Max

  • Jan 7. April 2014, 14:13

    Hallo Holger, danke für diesen tollen Beitrag!
    Ich denke mein größter Fehler (wahrscheinlich der beliebteste Fehler bei den meisten) war das Anlegen ohne Strategie. Ich habe mehr oder weniger auf gut Glück Aktien gekauft und leider nur zu oft verkauft weil ich plötzlich Angst bekommen habe.
    In meinen Augen ist es der beste Weg sich vorher einmal ausgiebig Gedanken zum Thema zu machen und festzulegen, wie zum einen das Porfolio auszusehen hat und zum anderen welche Strategie dahinter steht. Das wichtige ist, dass die Strategie feste Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkte vorgibt. Denn nur so wird es möglich sich nicht zu stark von seinen Emotionen leiten zu lassen.
    Leider ist selbst das Einhalten einer Strategie oft schon sehr schwer. Aber ich versuche weiterhin dran zu bleiben.

    VG Jan

    • Holger Grethe 7. April 2014, 16:37

      Hallo Jan,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Was die Notwendigkeit einer Anlagestrategie angeht, bin ich ganz bei dir. Planlos sollte man beim Geld anlegen nicht vorgehen.

      Beim Thema „feste Einstiegs- und Ausstiegspunkte“ bin ich als Anhänger des passiven bzw. prognosefreien Investierens allerdings etwas anderer Meinung. Da man keine idealen Ein- uns Ausstiegspunkte finden kann (weil Market Timing auf Dauer bekanntermaßen nicht funktioniert), sollte man in jeder Marktphase investiert bleiben.

  • Angelika 22. August 2014, 09:21

    Vielen Dank für die tollen Informationen. Beim Geldanlegen, wie bei fast allem im Leben, sollte man schon wissen, was man tut. Ich denke aber, dass jeder so seine anfänglichen Schwierigkeiten hat.

  • Didi 7. September 2014, 00:05

    Sofern man sonst keine Probleme hat, als dass man nicht weiß wohin mit seinem Geld, hat man doch zugegebener Maßen gar keine Probleme. Ich bin zwar „erst“ 26 und am Anfang meines Vermögensaufbaus, beschäftige mich aber seit einigen Jahren mit der Geldanlage. Mehr aus Interesse, als zur Altersvorsorge.

    Aktien, ETFs, Daytrading und einige Konten habe ich bereits durch. Von Versicherungen lasse ich persönlich die Finger. Die sind wie Casinos – die Bank gewinnt immer! In manchen Branchen machen Versicherungen vllt Sinn. Aber als Informatiker habe ich so schnell z.B. eine Berunfsunfähigkeit nicht zu befürchten.

    Viele lassen sich bei Langfristigen Anlagen von den Auszahlungen blenden, unterschätzen aber die Inflation und bekommen dann nur einen Bruchteil der Kaufkraft, die sie erwarten. Die Gier frisst wieder den Verstand und in dem Fall zudem noch die Flexibilität. Also gilt es erstmal den Inflationshai zu bändigen und dennoch liquide zu bleiben. Ein Festgeldkonto kriegt es gerade noch so hin. Auf Aktien sollte man nur das Geld setzen, auf das man auch verzichten könnte. Denn die Nerven sind es einfach nicht Wert, sein Vermögen den Marktschwankungen auszusetzen.

    Wer Dauermieter ist, hat meiner Meinung nach von Geldanlage nichts verstanden. Denn egal wie hoch oder niedrig eure Miete ist, es ist genug Geld um die Kosten des Vermieters zu decken und ihm sogar nach Abzug der Einkommenssteuer von eurer Miete, noch zusätzlich einen Gewinn einzubringen.

    Was ich eigentlich sagen will ist: versucht nicht Geld zu vermehren, sondern Geld zu verdienen!
    Außerdem kauft nicht jeden Scheiß der euch angeboten wird, reduziert eure Ausgaben ohne auf etwas verzichten zu müssen und vorsicht bei langjährigen, inflationsungebundenen Anlagen.

    Oder macht es einfach wie Holger 🙂
    Eine Homepage, die beim Googeln weit oben auftaucht, mit Tipps fürs Leben, nach denen oft gesucht wird. Mit etwas mehr Werbung auf der Seite, sollte da schon was angespült kommen…

  • Jack the Ecken 10. September 2014, 11:12

    Also spätestens bei den Immobilien musste ich abbrechen. Ich widerspreche dem Artikel ja in fast allen Punkten!! Es gibt KEINE bessere Altersvorsorge als eine Immobilie und das kann man sich auch noch mit ü40 anschaffen! Es muss ja nicht gleich ein Haus sein, es reicht doch eine Wohnung, welche man sein Eigen nennt und keine Miete zahlt. Sollte man im alter pflegebedingt ins Altersheim o.ä. müssen, kann man die Wohnung ja vermieten und hat seine Altersvorsorge in Gebrauch. Finanzielle Altersvorsorge für ü25 Jahre hingegen sind völliger Schwachsinn!! (Den ich leider auch schon gemacht habe und nicht rückgängig machbar ist) Wenn du wirklich glaubst, das in 25 Jahren dein Geld inc Zins auch nur annähernd den Wert hat als wenn du dir heute was von gekauft hättest, bist du unglaublich naiv.

  • Theo 22. Oktober 2014, 13:20

    Hallo,

    noch eine Frage zu dem LevDax-Produkt. Ich habs mal nachgerechnet.
    Geht man davon aus, dass der Dax wertmäßig leicht schwankt, also z.B. von 100
    1) auf 95, dann
    2) auf 105, dann
    3) zurück auf 100,
    entspricht das in Prozent
    1) -5%
    2) +10,53%
    3) -4,76%

    Mit einem Hebel von 2 (heißt das so?), wären das
    1) -10%
    2) +21,05%
    3) -9,52%
    Bliebe unterm Strich +1,53%

    Dass bei Bewegungen nach oben der Prozentsatz immer höher ausfallen muss, als bei Bewegungen abwärts, ist mir klar. Aber damit müsste so ein Leverage-Produkt doch eigentlich gewinnen? Oder wo ist mein Rechenfehler?

    Ist hier nur ein Randthema, aber ich würds gerne verstehen…

    Viele Grüße
    Theo

    • Holger Grethe 22. Oktober 2014, 15:09

      Hallo Theo,

      solche eine Fragestellung ist natürlich ein gefundenes Fressen für einen bekennenden Nichtmathematiker wie mich 😉

      Aber probieren wir es mal:
      Deine Berechnung ist so richtig. Aber es sind auch andere Szenarien denkbar:

      Gehen wir in einem Beispiel mal davon aus, dass ein fiktiver Index den einen Tag um 5% zulegt und am nächsten Tag wieder um 5% fällt. Am darauf folgenden Tag steigt er erneut um 5%, dann fällt er wieder um 5%.

      So geht das eine Weile hin und her und es gibt sich folgendes Bild (beginnend bei einem Indexstand von 100 Punkten):
      100 -> 95 = – 5%
      +5% = 95 -> 99,75
      99,75 -> 94,76 = – 5%
      +5% = 94,76 -> 99,5
      99,5 -> 94,53 = -5%
      +5% = 94,54 -> 99,3

      Dieses Szenario wäre ein Markt in Seitwärtsbewegung mit leicht fallender Tendenz. Sowas kommt an der Börse ja schon mal vor.

      Hebelt man das Ganze um den Faktor 2, verstärkt sich der Abwärtstrend zwangsläufig und der ETF verliert (überproportional) an Wert.

      Ein LevDAX-ETF ist ein spekulatives Produkt und funktioniert in steigenden Märkten. Dafür ist er konstruiert. Als Teil eines buy-and-hold-Portfolios ist er sinnlos.

    • Dummerchen 22. Oktober 2014, 16:52

      Ich versuche mal dem bekennenden Nichtmathematiker unter die Arme zu greifen ;-):

      Hallo Theo,
      ich fürchte, Du hast da einen Denkfehler gemacht. Nimmt man Deine Entwicklung:
      100->95->105->100 z.B. an drei aufeinander folgenden Tagen, so wäre die prozentuale Entwicklung so wie von Dir aufgelistet:
      -5%; +10,53%; -4,76%
      Für den LevDax mit Hebel 2 würde dies bedeuten, dass die prozentualen Entwicklungen verdoppelt werden (so wie von Dir genannt):
      -10%; +21,06%; -9,52%
      Aber das ist nicht das entscheidende – wichtig ist der Kurswert, der sich am Ende des letzten Tags ergibt:
      Aus 100 am Anfang werden:
      90 am Ende des ersten Tags (-10%)
      108,95 am Ende des zweiten Tags (+21,06%) und
      98,57 am Ende des dritten Tags (-9,52%).

      Ergo: Hat ein Dax-Anleger hier nach drei Tagen wieder genau den Ausgangswert im Depot, so hat der „gehebelte Dax“-Anleger 1,43% vom Ausgangswert verloren.

      Liebe Grüße
      Dummerchen

    • MöchtegernMathematiker 7. Juni 2015, 11:34

      Hallo,
      die Grundaussage ist sowohl in dem Artikel als auch in den vorherigen Antworten korrekt, allerdings sind die Beispiele etwas missverständlich.

      In dem Artikel wird richtigerweise gesagt, dass man 25% Gewinn benötigt um 20% Verlust auszugleichen. Dies ist aber im realen Leben auch der Fall, solange man Long investiert, d.h. wenn der DAX von 10000 auf 8000 fällt und wieder auf 10000 steigt (jeweils innerhalb eines Tages), dann ergibt sich die Performance -20% und +25%. Dies ist prinzipiell für den LevDax nicht das KO-Kriterium, aber für jeden ShortDax (also umgekehrte Kurspartizipation). Beim ShortDax hätte man ausgehend von 1000€ * 1,2 * 0,75 = 900€.

      Der LevDax hat das Problem, dass Prozentzahlen nicht multiplikativ sind, d.h. man kann sie nicht ohne weiteres vervielfachen. Bei obiger DAX Entwicklung (10000->8000->10000) hätte man gehebelt mit Faktor 2 -40% +50%. Konkret ergibt sich dann 1000€ * 0,6 * 1,5 = 900€, also nicht der Ausgangswert.
      Noch deutlicher wird es bei Tagesveränderungen -50% und +50% im DAX, dann würde der LevDax -100% und +100% realisieren also im Endeffekt bei 0€ enden (1000€*0*2=0€)!

      Zusammengefasst liegt es in der Tat an den Tücken der Prozentrechnung. Ich hoffe, die Beispiele konnten zeigen, dass es allerdings eine leicht andere Tücke ist 🙂

  • Hans 23. Oktober 2014, 09:29

    Hallo zusammen,

    warum muss alles immer so spekulativ sein mit sehr wenig Rendite Aussicht? Zeithorizont, Risikofähigkeit und -bereitschaft sowie die Renditeerwartungen muss analysiert und akkurat aufeinander abgestimmt werden. Der durchschnittliche Anleger hat nicht das Fachwissen und auch nicht die zeit um gute Renditen zu erzielen. Zu sagen ist das die Rendite nicht vordergründig ist, sondern die Sicherung des Vermögens! Hier sind gute Vermögensverwalter gefragt die nicht in Aktien oder sonstigen artverwandten Produkten investieren, sondern andere Wege gehen die leider der Masse nicht zur Verfügung stehen, besser gesagt nicht publik sind.

    Frei nach Rockefeller: : „Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.“

    In diesem sinne…

    Hans

    • Holger Grethe 23. Oktober 2014, 21:45

      Nur so aus Interesse: Was sind das denn für geheimnisvolle Wege, die nur „guten Vermögensverwaltern“ zur Verfügung stehen und nicht der Masse?

    • Hans 24. Oktober 2014, 08:21

      Einfach mal Googlen über MTN secondary market, gibt 2 gute Anbieter die seriös und sauber arbeiten!

    • Dummerchen 25. Oktober 2014, 15:18

      „Der durchschnittliche Anleger hat nicht das Fachwissen und auch nicht die zeit um gute Renditen zu erzielen.“

      Das liegt vor allem daran, dass Anlageberater, Banken und Versicherungen behaupten, dass der durchschnittliche Anleger eh keine Chance auf „gute“ Renditen habe und man den „Profis“ das Feld doch bitte überlassen sollte. Ich halte diese Aussage für groben Unfug, die nur der Verunsicherung der Kleinanleger dienen soll, schließlich kann man dem dummen Kunden ja quasi alles verkaufen.

      Wer breit über verschiedene Anlageklassen wie Aktien und Anleihen streut und mit ruhiger Hand agiert, sollte „gute“ Renditen erwirtschaften. Dazu braucht es weder großartiges Fachwissen noch besondere, geheimnisvolle Zugänge zu elitären Finanzkreisen.

      Dass Medium Term Notes, also Schuldverschreibungen mittlerer Laufzeit nun die Antwort auf die Frage nach der vermeintlich richtigen Geldanlage sind, erscheint mir übrigens auch eher zweifelhaft. Da braucht man vermutlich tatsächlich gute Vermögensverwalter, um langfristig (und nicht nur in Phasen allgemein sinkender Zinsen) höhere Renditen zu erzielen als über ein einfach zu erstellendes ausgewogenes Portfolio aus Anleihen und weltweit streuenden Aktien.

      PS: Wäre übrigens extrem cool gewesen, wenn Du nicht nur nebulös über Produkte/Produktklassen schreiben, sondern Ross und Reiter beim Namen nennen würdest. So ist der konkrete Mehrwert Deiner Aussage für den interessierten Leser leider nahe Null.

      LG
      Dummerchen

  • Harald 16. Dezember 2014, 19:04

    „Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.“ Der Spruch gefällt mir!
    Ich mache das seit über 25 Jahre schon so. Statt mich abends stundenlang vor der Glotze von unsinnigen Shows und Werbung berieseln zu lassen, lese ich den Politik- , Wirtschafts- und Finanzteil einer großen, überregionalen Tageszeitung. Hin und wieder kommt eine Finanzzeitschrift hinzu. Was einst nützliches Hobby war, ist heute Berufung. Das alles erweitert meinen Horizont mehr als Seifenopern im Fernsehen. Seit ca. 15 Jahren setze ich mein Wissen auch auf Honorarbasis für Freunde und Bekannte ein. ETFs sind gut, würden mir persönlich allerdings nicht reichen. Wie jeder für sich an die Sache herangehen kann, kann man auf http://www.honorarberatung-drkaiser.de/invest.htm nachlesen.
    VG Harald

  • Hans 18. Dezember 2014, 12:54

    Sehr guter Beitrag Harald. Wenn man zukünftig bestehen zu können, muß man neue Wege gehen, leider ist dies mit oben genannten Merkmalen nur marginal möglich.

  • Markus Kuhn 31. Januar 2015, 14:29

    Guten Tag
    Ich finde bislang, dass Max Otte eine gute Strategie zur Vermögensbildung anbietet. Mich würde Holger Grethes Meinung zu diesem Fonds (WKN A1J3AM) interessieren.
    Zur Kostenminimierung wählte ich ein gebührenfreies Depot bei der Consorsbank und lies avl-investmentfonds.de als Vermittler eintragen. Auf diesem Weg sind die Ausgabe- und Depotbühren außerordentlich niedrig und die Nachteile der ETF-Fonds sind auch umgangen, siehe http://www.boerse-express.com/pagesfoonds/8287
    Vielen Dank für eine Einschätzung und einen Schönen Tag

  • plutusandme 22. Februar 2015, 12:50

    der größte Bock ?……waren eigentlich Aktien, die mit Bauchgefühl gekauft wurden.
    Dazu gehörten Bremer Vulkan ( pleite ) , Lycos ( Pleite ) und das schlimmst, da aus meiner Branche, Cargolifter ( pleite ).
    Seitdem werden Firmen genauer unter die Lupe genommen. Es wird sich die Zeit genommen sich über das Investment zu informieren, wenn möglich versuchen wir die Unternehmen auch mal zu besuchen, geht natürlich nur in Deutschland.
    Wir kontrollieren jährlich die Aktien / Fonds hauptsächlich um zu prüfen ob die Balance noch stimmt.
    Die Zeit , die wir bei der Suche invetiert haben, lohnt sich immer, dies haben wir aber auch erst später festgestellt. Die Werte stellten sich als sehr solide heraus und es wurde eigentlich immer bisher dazu gekauft, selten verkauft ( einmal fiel die dt. Telekom unter dem Stopp Kurs, da war ssie dann weg ).
    Ich kann hier nur bestätigen: Gedult ist wichtig und sich Zeit zum nachdenken gönnen.

  • Christian 4. März 2015, 17:36

    @Holger
    was hälst du davon seinem Depot einen gewissen Anteil an
    iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE)
    beizumischen?
    Pro: Mehr Dividenden (passiver Geldfluß)
    Contra: eine Position mehr (Gebühren/Handling), bringt die Ziel Allocation durcheinander, Aktien bringen Geld durch Kurswachstum UND Dividenden, Fokus auf Dividenden nicht sinnvoll
    Gruß, Christian

  • Axel Walldorf 11. April 2015, 02:12

    Guter Beitrag! Vor allem der Punkt, sich auf die Berater zu verlassen, die aber Ihren eigenen Vorteil als primäres Ziel haben und nicht den des Anlegers, ist äußerst prekär.
    In meinen Augen nutzen Sie die Angst der Leute aus, nicht das Risiko eingehen zu wollen, sich selbst um die Finanzen zu kümmen und in Eigenregie zu investieren.

  • Sparer 2. Mai 2015, 13:56

    Danke für den schönen Artikel. Erinnert mich an das Buch „Finanzberatung nein Danke“. Nur dass dort Dividendenaktien empfohlen werden, weil man weiß in was man investiert. Bei einem ETF kenne ich nicht alle Firmen. Aber egal, habe beides. 😉

    Zu meiner immer gleichen Frage:
    Wie kommt ihr überall auf einige Monatsgehälter für das Tagesgeldkonto. Ich muss davon auch ein „neues“ gebrauchtes Auto kaufen können.
    Für mich ist es (bisher / erst wieder angefangen nach Autokauf, neue Wohneinrichtung) so:
    – sparen monatl. 1000 Euro aufs Tagesgeld
    – monatl. 200 Euro in ETFs
    (MSCI World und Comstage Stoxx 600)
    Sind auf dem Tagesgeld die 30.000-50.000 erreicht, dann würde ich die Sparraten verschieben auf 50 / 50, 30 / 70.

    Was sehe ich falsch?
    Was übersehe ich hier?
    Bin für jegliche Augenöffner dankbar 😉

    Möchte ja schließlich nach einem Autokauf (ordentliches ca. 20.000) auch noch etwas auf dem Tagesgeld verfügbar haben. Das ist der Hintergrund, weshalb ich die paar Monatsgehälter Tagesgeld nicht checken will.

    • Max 2. Mai 2015, 14:26

      @sparer: Du machst nicht unbedingt etwas falsch, aber der Unterschied zu mir ist, dass Du mehr (teurer) konsumierst und weniger sparst als ich. Ich spare 2000 pro Monat und den kompletten Bonus, den ich am Jahresende erhalte. Ich habe noch nie eine neue Wohnungseinrichtung gekauft, sondern immer nur das ergänzt, was ich schon hatte. Mein gebrauchtes Auto, das inzwischen 13 Jahre alt ist hat 17000 gekostet und für das was ich in Zahlung gegeben hatte habe ich 11000 erhalten.
      Ich benötige als Sicherheit also ca 20000 Cash. Allerdings lebe ich auch in einer schuldenfreien Wohnung.

    • Sparer 2. Mai 2015, 14:33

      Danke. Auch nachvollziehbar. 🙂

  • Flamingo 22. Juni 2015, 13:53

    Ich mache mir auch schon lange nen Kopf, wie ich etwas zusammensparen kann. Mein Fehler war im Übrigen auch der Weizen :-/ 500 Euro verloren!!! Für mich ist das wirklich viel!! Wir haben drei Kinder (0,2 und 4 Jahre). Vor lauter schlechtem Gewissen über meine eigene Dummheit beim Daytraden habe ich schon eine ganze Weile nichts mehr für mich gekauft… Ich schaffe momentan gerade mal 300 bis 400 Euro zu sparen pro Monat, da ich auch noch in Elternzeit bin. Also was soll ich mit den 300 Euro am besten machen??? Ich habe circa 4 Nettomonatsgehälter auf dem Tagesgeldkonto gespart. Vielen Dank an Euch Alle!

  • Flamingo 22. Juni 2015, 17:20

    Vielen Dank! Ich werde es mir mal anschauen. Ich habe allerdings noch überhaupt keine Ahnung davon und muss mich da nochmal einlesen 🙂

    • Max 22. Juni 2015, 22:33

      Hallo Flamingo,

      zusätzlich zu Holgers richtigem Rat würde ich Dir empfehlen 3 Monatsgehälter auf dem Tagesgeldkonto zu lassen. Wenn Du mal kurzfristig Cash brauchst, ist es dumm, wenn Du wieder ETFs verkaufen musst (wg. der Transaktionskosten und wg. der Kursschwankungen).

      Für mich ist es wichtig genügend Cash für die eigenen Ausgaben zu haben, da mich dann die Kursschwankungen meines Depots nicht wirklich interessieren.

      Viele Glück
      Max

  • Mutti 23. Juni 2015, 10:44

    Das erste Kind kam im Studium, dh. ich habe noch nie Kapital aufbauen können, da ich wegen ungewollt großer Altersabstände der Kinder seit 18 Jahren im Erziehungsurlaub bin. Insofern helfen mir gute Anlagemöglichkeiten nicht so richtig weiter, weil wir eh kein Kapital haben.
    Mit 3 Kindern wurde die Dreizimmerwohnung zu eng. Eine 4-Zm-Whg hätte 1000,- Miete gekostet. Dasselbe haben wir in eine Hausfinanzierung gesteckt, und nach 12 Jahren war das Haus abbezahlt. Wir haben jetzt 5 Kindern, und große Mietwohnungen sind selten und teuer. Für die Finanzierung hatten wir einen Kredit mit 3% Tilgung und viel Eigenkapital hatten – vorgezogenes Erbe, Bausparverträge. Mit diesen Daten bezweifle ich, daß Miete billiger gewesen wäre. Aber natürlich muß man wissen, daß ein Kredit am Ende die doppelte Summe gekostet hat, und daß Sparen und Warten immer besser als eine Finanzierung ist!
    Wir haben Kids-Policen, damit wir nicht 2 Studenten gleichzeitig durchfüttern müssen. Mein Mann verdient zu viel, als daß BaföG zu erwarten wäre, aber zu wenig, als daß wir bei 7 Personen sparen können. Insofern zahlen meine Kinder hoffentlich mal Eure Rente. Ich selbst bin Hausfrau mit Uniabschluß und bekomme dafür, daß meine Kinder ein Instrument lernen, selbstbekocht und vielfältig angeregt werden (was eine Erwerbstätigkeit meinerseits ausschließt – Nummer 5 ist noch im Kindergarten), immerhin auch fast 500,- Rente. Zum Heulen, wenn man bedenkt, daß ich als Ingenieuse arbeiten könnte.
    Es reicht hinten und vorne nicht. Wir könnten auf diese Kids-Policen verzichten, aber dann holt es uns in 10 Jahren ein. Wir konsumieren wenig, machen vieles selbst, aber allein die 19% Mehrwertsteuer für 5 hungrige Mäuler und das große Auto können wir nicht einsparen.
    Wo kann man anfangen? Was empfiehlst Du für Kleinanleger, die tatsächlich keine Ersparnisse haben – warum auch immer es soweit gekommen ist?
    Kinder sind ein Armutsfaktor, obwohl mein Mann sehr gut verdient. Wir bereuen es nicht, aber wir fragen uns, wie es besser laufen könnte. Ein Schulranzen kostet 130,-, was wir nicht einsehen. Doch meine Kinder sind die einzigen, die mit einem Gebrauchten eingeschult werden. Das macht sie nicht beliebt, denn die Umgebung achtet sehr auf solche Äußerlichkeiten. Da fällt es doppelt schwer, seinen eigenen und wie wir finden, sinnvolleren Weg zu gehen.

  • Fanage.de 25. Juli 2015, 20:59

    Hallo Holger,

    ein sehr schöner Artikel wie wir finden. Wir packen es ein wenig anders an, aber das liegt wohl auch in der Natur der Sache. Wir möchten nur kurz auf deine fünf Hauptpunkte eingehen.

    1. Zu wenig gespart >> sicherlich ist dies individuell zu sehen, aber du hast recht, wir leben in einer Wegwerf- / Konsumgesellschaft. Aber das „Sparen“ bzw. Geld sparen gehört finden wir dazu, so wie wir auch denken dass jeder sich mit seiner Altersvorsorgen beschäftigen sollte.

    2. Geld anlegen ohne Strategie und Ziel >> ja hier geben wir dir zu 100 % recht. Daher beraten wir ausschliesslich ziel- bzw. wunschdefiniert, z.B. auf ein Auto, eine Immobilie, die Altersvorsorge etc. und geben konkrete Allokationen bzw. Strategien vor

    3. Auf Berater verlassen >> ja, die Schwarzen Schaafe, es gibt sie und man kann sie auch nicht wegdiskutieren. Wir sagen aber auch ganz klar, dass auch der Anleger ein Stück Eigeninteresse aufbringen sollte. Daher macht eine unabhängige Beratung immer Sinn.

    4. Zu lange mit dem „Traum“ vom Eigenheim beschäftigt >> klar Eigenheim ist wichtig aber auch nicht alles. Auch diejenigen, die meinen eine Altersvorsorge gestützt auf Eigenheim reicht aus können wir nur empfehlen sich hierzu mal beraten zu lassen. Denn Eigenheim ist schön aber nicht ad hoc liquidierbar in Notsituationen bzw. bedarf auch in Zukunft Eigenkaopital für Modernisierungsmassnahmen

    5. Nicht passiv investiert >> auch hier geben wir dir zu 100 % recht. ETFs sind günstig klar, aber sind i.d.R. nicht besser als gute aktiv gemanagte Fonds.

    Viele Grüße

    Fanage.de

  • Sven 5. Oktober 2015, 16:10

    Hallo Holger,

    Vielen dank für deinen ehrlichen Artikel und die große sowie qualitativ hochwertige Menge an Infos! Ich bin noch so ahnungslos, dass ich meine Geldsenken bisher nicht vollständig überblicken kann. Eine Lebensversicherung ist zumindest dabei.

    Beste Grüße,
    Sven

  • John 25. Oktober 2015, 02:11

    DIe größten Fehler die ich gemacht habe, waren nicht wirklich welche für die ich bestraft wurde, sprich ich habe noch nie einen Verlust erlitten, da ich ohnehin eher vorsichtig bin und mich vorher lange belese. Es war also eher zu wenig Erfahrung. Da wären die Klassiker wie keine Diversifikation, zu hohe Beträge in eine Aktie oder zum eindeutig falschen Zeitpunkt kaufen, weil es gerade in den FIngern juckte, außerdem wusste ich nicht was ein Dividendenabschlag war und habe eine Aktie mit 3 € Gewinn verkauft nicht wissend, dass die Divi aus dem Kurs gerechnet wurde.
    Ansonsten kann ich nicht zustimmen, dass man nicht in Einzeltitel investieren sollte, denn nur hier erzielt man eine Rendite die man auch so nennen kann. 3 % Rendite wäre für mich nicht akzeptabel und dafür würde ich auch nicht investieren. Ich komme regelmäßig auf eine zweistellige Rendite und ich glaube nicht, dass ich mich jetzt besonders schlau anstelle. ETFs habe ich auch, die sind aber in der Tat echt langweilig und dienen für mich ledigtlich der Diversifikation.
    Zur Inflation wäre noch zu sagen, dass diese höchst subjektiv ist. Es lohnt sich darüber mal etwas länger nachzudenken und nicht einfach den veröffentlichen Wert als bare Münze zu nehmen. Am leichtesten lässt sich herausfinden wie es damit für einen selbst aussieht, indem man ein Haushaltsbuch führt. Der allgemeingültige Warenkorb ist doch ziemlich fürn A….und dürfte für die meisten Leute nicht gelten. Und meistens ist es doch so, dass wenn etwas merkbar zu teuer wird, man sich eine Alternative sucht. Außer gegen Mieterhöhungen kann man eigentlich immer etwas tun, um die Kosten konstant zu halten.

  • kostafastgarnichts 27. Oktober 2015, 22:09

    Mein Größter Fehler: Griechische Anleihen in der Hoffnung sie werden zu 100% bedient )-;

  • Tim 26. November 2015, 11:06

    Ein paar gute Anregungen, die Du hier gibst. Gerade Punkt 4 finde ich enorm wichtig, da die meisten Menschen wohl vergessen, dass ein fremdfinanziertes Eigenheim wirtschaftlich gesehen kein gutes Geschäft ist. Natürlich ist die gesellschaftliche Prägung dahingehend enorm. Dennoch wird vor dem Hintergrund der Mietersparnis häufig ausgeblendet, dass auch Wohneigentum häufig mit hohen Folgekosten verbunden ist.

  • Jan 14. Dezember 2015, 11:08

    Mein größter Fehler war die Riester Rente. Die Gebühren haben die Rendite gefressen. Zum Glück nur 2 Jahre und dann mit Verlust raus…

    Hauskauf? Ich habe meine Eigentumswohnung vermietet und ein Haus gekauft. Nettoeinnahme tilgt Zinsen. Aber halt eine Entscheidung für die nächsten 10 Jahre.

  • Vito 23. März 2016, 13:47

    Hi Holger,
    wirklich ausgezeichnete Tipps die Du gibst!
    Da ist schon viel dran, dass man aus Fehlern von anderen lernen sollte, um sie selbst nicht zu machen. Aber leider sind so manche Menschen lernresistent oder Sie müssen einfach Fehler erst selbst begehen, um wirklich dazu zu lernen. Zu den letzteren zähle ich wohl in manchen Bereichen leider selbst und die Unfähigkeit anderen auf Anhieb zu glauben, machte schon die eine oder andere fragwürdige Entscheidung aus. Zum Glück meist mit einem gutem Ausgang – denn dann hatte ich wirklich dazu gelernt und konnte das meiste wieder drehen.

    Was aber den richtigen Zeitpunkt betrifft, den Du und andere so oft erwähnen, den gibt es in einigen Fällen schon. Auch wen es Warren Buffet immer wieder sagen, antizyklisch anlegen und nicht auf den Herdentrieb hören, kann einen auch viel Rendite kosten. Man muss nur gut beobachten (oder beobachten lassen) und den Zeitpunkt wählen, wenn sich „die Herde“ in Bewegung setzt um davon zu profitieren und nicht erst wenn sie schon bis zum letzten Büffel in Bewegung ist! Ich sage dazu nur die richtigen Signale finden und automatisiert handeln. Ist natürlich einfacher gesagt als getan aber mit den richtigen Tools und Strategien funktioniert es. Und man kann immer mit dem Markt oder gegen den Markt gehen, also hat man immer zwei Möglichkeiten, eine Bewegung zu nutzen. Aber dazu gehört eben eine aktive Strategie und leider keine passive.

    In den anderen Punkten stimme ich voll und ganz mit Dir überein!

    Ach ja und mein größter Bock den ich beim Geldanlegen geschossen habe ist, sich auf „unabhängige“ Vermögensberater und zuvor auf den Bankberater zu verlassen und denen eine Menge Geld anzuvertrauen. So etwas wie echte Unabhängigkeit findet man nur in den Tiefen des Internets bei einzelnen Personen und nicht bei Unternehmen und Konzernen.

  • Harald Meinl 17. Mai 2016, 10:41

    Lieber Holger,

    vielen Dank für Ihren Artikel! Ich möchte noch etwas ergänzen bzgl. Finanz- und Bankberater als schwarze Schafe. Eine pauschale Verurteilung der ganzen Branche ist meiner Meinung nach nicht angebracht und führt nur zur Verunsicherung der Anleger, die nicht die Möglichkeiten (keine Zeit, kein Interesse, mangelnde Ausbildung, etc) haben, sich mit Geldanlage tiefgreifend zu beschäftigen.
    Natürlich sind Provisionsmodelle teilweise problematisch – die Honorarberatung hat aber ebenfalls schwächen. Jemand, der bereits ein Beratungshonorar bezahlt hat, wird sich aufgrund der Kosten keine Zeit- und Drittmeinung einholen. Und das wäre bei den meisten Veranlagungen nötig!
    Wir haben eine Plattform gegründet, die genau diese Thema adressiert und es Kunden vereinfacht, sich mehrere Bankberater online zu suchen und so rasch mehrere Meinungen einholen zu können. Siehe: https://www.baningo.com/

    Grüße aus Wien
    Harald Meinl

    • Sindy 23. Mai 2016, 14:43

      Nun, sind diese Berater bereits finanziell unabhängig allein durch die Anlagen, die sie vertreiben? Nein. also warum sollte mich jemand Beraten der selbst nicht weiß wie es geht? Nun ja, insofern hast du Recht, wenn man es mal so betrachtet: oft landen als Finanzberater gescheiterte Investmentbanker, zumindest wissen die immer noch ein wenig mehr als Otto-Normal-Verbraucher.
      Auf jeden Fall wird es nichts großes.

  • Sindy 23. Mai 2016, 14:40

    Der größte Bock den ich geschossen habe war ebenfalls das Handeln nach Anleitung eines sogenannten Vermögensberaters. Nun ich war auch noch ganz frisch in Sachen Investieren unterwegs und das Angebot klang einfach zu gut um wahr zu sein. Und das war es dann auch. Nach kurzer Zeit war die Anlage dann futsch, weil die Firma pleite. Außerdem habe ich mit meinen ersten Immobilien auch nicht unbedingt das Optimale gemacht. Aber ich muss sagen, da man ja aus allem lernt und ich jetzt viel schlauer bin, dass sich die Fehler gelohnt haben. Bei meinen Immobilien bin ich jetzt viel schlauer und auch wenn ich damals noch keine Ahnung hatte von diesen Krediten. Jetzt weiß ich worauf ich achten muss. Und ich hatte auch Glück. Denn die Objekte selbst sind klasse. An Hebelprodukte habe ich mich noch gar nicht ran getraut. Einfach weil man da wirklich am Ball bleiben muss, damit genau der Effekt den du beschreibst nicht eintrifft und man schon handeln kann bevor man sich ins Bodenlose hebelt. Interessant und hoch im Kurs steht bei mir momentan das Crowdinvesting und Crowdlending. Damit habe ich einfach recht viel Erfahrung gesammelt und kenne mich aus. Hier habe ich auch schon recht gute Renditen erwirtschaftet. Natürlich kann man nicht immer erkennen ob es was wird und so hat man insbesondere bei Startups immer noch ein hohes Risiko. Aber da mittlerweile auch Immobilien dazu gekommen sind und man durch die kleinen Beträge sehr viel diversifizieren kann minimiert sich auch hier das Risiko. Wenn ich jetzt mal Gewinn und Verlust einberechne, dann liege ich durchschnittlich bei ca. 4% Rendite per anno.

    • Sindy 23. Mai 2016, 17:08

      Natürlich wird sich die Rendite erhöhen, da ich ja meine Fehler nicht wiederhole und die Verluste die ich Anfangs hatte aus meinen oben beschriebenen Fehlern ja durch neue Gewinne ausgeglichen werden. 😉

  • Tobias 13. Juni 2016, 22:13

    Vorallem bei Punkt 2 musste ich schmunzeln, obwohl das ja eigentlich klar sein sollte! Sich vorab vernünftig zu informieren und sein Geld nicht nur auf ein Pferd zu setzen sind in meinen Augen zwei essentielle Punkte. Leider gibt es ja noch immer mehr als genug Leute die sich blind auf irgendwelche Berater verlassen…

  • anna 27. Juni 2016, 12:02

    ich glaube ganz wichtig ist auch beim langfristig investieren dass man defacto in einen „brand “ einkauft .. wenns dann weiter runtergeht was sich kaum vermeiden lässt macht das auch nichts aus weil man ja langristig denkt

  • Jo-Jo 20. Juli 2016, 06:52

    Geldanlage Immobilien:
    Umkreis München:
    Kalt- Miete für DHH = 1100€/ Monat
    Vollfinanzierung: 1300€/ Monat
    Nur 200€ mehr, dafür aber in 25 Jahren mietfrei!!!
    +Klar muss man auch in die Instandhaltung der Immobilie Geld reinsetzten…
    Aber!!!
    In den vergangenen 10 Jahren sind die Mieten für die Dhh um wenigstens 300€/ Monat kalt gestiegen…
    Dazu kommt, dass parallel auch die Immobilienpreise extrem gestiegen sind. Wofür ich vor 10 Jahren 300000€ ausgab, muss ich heute 400000€ rechnen!
    Dazu kommt, dass der Kredit bei der Bank langfristig angelegt, aber nur die selbe Monatsrate kostet…
    Und ich irgendwann vor dem schönen Problem stehen könnte: mag ich mein Haus, dass jetzt viel mehr wert ist als dass, was ich vor Jahren reingesteckte sehr gewinnbringend verkaufen oder bleibe ich mietfrei wohnen und kann mir mit den monatlichen Einsparungen Urlaube etc. gönnen?
    Ich habe ja auch nicht etwa 1300€ jeden Monat für dieses Luxusproblem ausgegeben, denn 1100€ wären sowieso für die Miete weg…
    Sondern gerade mal etwa 200€!!!

    Darum meine Frage:
    Wie kann ich diese 200€ Monatlich über 25 Jahre anlegen, um später mir auch dieses Luxusproblem zu haben?

    Klar, werden sich die Lebensumstände ändern:
    Wenn man jung mit dem Immobilienkredit anfängt, dann kommen irgendwann Kinder hinzu. Das ist aber nicht nachteilig, denn:
    1. Kann man anfänglich ohne Kinder durch Vollzeitjob und weniger Lebenserhaltungskosten viel höher Tilgen und so schnell Zinsen sparen.
    2. kann man dann den Tilgungssatzwechsel vornehmen, wenn jemand wegen der Kinder nur noch Teilzeit arbeitet ( Man sollte nur darauf Achten, dass man sich 5 Jahre mit dem 1. Kind Zeit lässt, um vorweg schon gut getilgt zu haben)
    3. Steigen bei jedem Arbeitnehmer die Gehälter mit den Jahren… (Ich verdiene jetzt nach 10 Jahren Arbeit trotz Teilzeitjob (25 h/Woche) fast genausoviel als als Berufsanfänger (42h/Woche).
    4. Wenn die Kinder außer Haus sind, könnte man sich überlegen den gewonnenen Platz -falls baulich möglich- zu vermieten. Oder in etwas kleineres zu ziehen und hat so obendrein das Geld für die Instandhaltung der Immobilie gratis…

    Also wenn man wirklich jung anfängt (Ideal: 25 Jahre Immobilienkauf, 30 Jahre 1.Kind, 50 Jahre Kredit abgezählt, 60 letztes Kind außer Haus…), ist das mit der Immobilie meines Verständnisses nach bei den meisten Fälle der effektivste Weg sich Kapital zu sparen… (Todesfälle/ Trennungen/ Unfälle… Davon geht erst mal keiner aus, aber es gibt Wege sich abzusichern…)

    Wenn man dagegen erst mit 45 Jahren, mit relativ jungen Kindern, als Volltilgerdarlehen anfängt, wird man ggf. Damit rechnen müssen, dass man in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt bei Arbeitsplatzwechsel weniger Wert sein wird… Die Kreditinstitute eine verhältnismäßig kurzen Volltilgerdarlehen fordern wird, wodurch die Flexibilität auf unvorhersehbare Dinge reagieren zu können verloren geht. Zudem wird man sicher nach der Laufzeit nicht noch 30 Jahre lang sich die Miete sparen, wärend man sich darüber freut wie toll sich die Miet- und Immobilienpreise entwickeln, weil man sehr wahrscheinlich gar nicht mehr so lange bei bester Gesundheit lebt…

    Also im Endeffekt hängt es schlussendlich auch vom Alter und der Lebenssituation ab, welche Geldanlage am effektivsten/ sinnvollsten ist…

  • Reinhold 30. August 2016, 16:27

    Hallo Holger,
    schöne Darstellung. Ich denke das sind Fehler, bei denen sich mancher wiedererkennt.
    Zum Punkt Immobilien habe ich doch eine Anmerkung:
    Sicherlich hat die Immobilie zur Selbstnutzung einen hohen Stellenwert in Deutschland. Und mancher übernimmt sich mit der Finanzierung bzw. kann sich die Immobilie nur durch langjährigen Konsumverzicht leisten.
    Allerdings ist es natürlich nicht nur eine ökonomische Entscheidung, sondern eine emotionale. Und in Ihr spiegelt sich der subjektive Wunsch im „eigenen“ Heim zu wohnen. Mag es auch unter Renditegesichtspunkten falsch sein, kann es unter dem Aspekt der persönlichen Lebensqualität durchaus Sinn machen in die eigene Immoblie zu investieren.
    Abschliessend möchte ich noch anmerken, dass gerade bei Vermögenden die eigene Immobilie natürlich dazugehört. Geld kann ja immer nur Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck sein. Und ein Zweck ist dann eben das Eigenheim.