Wie viel soll man sparen?

Wie viel soll man sparen?

Diese Frage begleitet uns zuverlässig ab dem Tag, an dem wir unser erstes Geld verdienen.

Am liebsten würden wir beim Sparen nach dem Prinzip verfahren: soviel wie nötig, so wenig wie möglich.

Doch welche Konsequenzen hat es, wenn man wenig oder gar nicht spart?

Wie viel Geld brauchen wir später über die gesetzliche Rente hinaus, um unseren Lebensstandard zu halten?

Warum all die Versorgungslückenrechner im Internet nix taugen und wie du deine „Rentenlücke“ in drei Schritten grob selbst abschätzen kannst, erfährst du in in diesem Artikel.

Kalkulation unmöglich?

Eine Vielzahl von Unbekannten lässt Berechnungen über die ferne Zukunft zur bloßen Spekulation verkommen.

Trotzdem wird gerne suggeriert, man könnte die Versorgungslücke nicht nur in grober Näherung, sondern sogar „korrekt berechnen“.

Das setzt neben der zukünftigen Höhe der gesetzlichen Rente noch weitere Annahmen voraus, die sich im wirklichen Leben häufig ganz anders verhalten als vorhergesagt.

„Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“

– Nils Bohr

Die gesetzliche Rente ist unsicher.

Wieviel Vertrauen hast du darin, deinen Lebensstandard in 20, 30 oder 40 Jahren auf Grundlage der gesetzlichen Rente halten zu können? Die demographische Entwicklung macht einem in dieser Hinsicht nicht allzu viel Hoffnung.

Man muss kein Pessimist sein, um davon auszugehen, dass das Rentenniveau über die nächsten Jahrzehnte weiter sinken wird. Nicht zufällig ist es gute 25 Jahre her, dass zuletzt ein Politiker im Brustton der Überzeugung verkündete, die Rente sei sicher.

Was ist überhaupt das Rentenniveau? Wikipedia sagt:

Das Standardrentenniveau, auch einfach Rentenniveau, bezeichnet das Verhältnis zwischen einer Standardrente (auch Eckrente genannt) und dem Durchschnittseinkommen der Erwerbstätigen im selben Jahr.

„Eckrente“, aha. Und weiter:

Seit 2005 wird nur noch das Nettorentenniveau vor Steuern ausgewiesen. Dieses setzt eine Standardrente abzüglich der darauf entfallenden Sozialabgaben (Kranken und Pflegeversicherung) im Verhältnis zum Durchschnittsverdienst desselben Jahres abzüglich der darauf entfallenden durchschnittlichen Sozialabgaben (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) einschließlich des durchschnittlichen Aufwands zur zusätzlichen Altersvorsorge. Die Steuern bleiben beim Nettorentenniveau vor Steuern außer Betracht.

Alles klar?

Mir nicht. Was muss man studiert haben, um diesen Wortsalat zu verstehen? So oder so: wir dürfen in Zukunft mit immer weniger Rente rechen.

Unklar ist nur, wie viel weniger es sein wird.

Wir wissen nicht, wann wir aufhören, zu arbeiten.

Vielleicht macht dir deine Arbeit soviel Spaß, dass du mit 79 noch begeistert dabei bist und mit 81 wachst du eines morgens nicht mehr auf.

Vielleicht willst du aber schon mit 60 ausgebrannt raus aus der Tretmühle Job, erlebst anschließend völlig überraschend einen zweiten Frühling und feierst als fortan vegan lebender Yogi noch deinen 100. Geburtstag.

Im ersten Fall müssten die Rücklagen nur zwei Jahre halten, im letzten Szenario hingegen mindestens 39 Jahre, Ende offen. Wenn das kein Unterschied ist.

Wir wissen nicht, wie lange wir leben.

Wir können den Punkt, an dem unseren finanziellen Bedürfnisse enden werden, kaum selbst bestimmen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung hilft uns hier nicht weiter, denn genau so wenig wie eine einzelne Frau 1,45 Kinder bekommen kann, wirst auch du nicht durchschnittlich 77,72 (Männer) oder 82,73 (Frauen), sondern 70, 85, vielleicht auch 102 Jahre oder wer weiß wie alt.

Sterbetafeln mit durchschnittlichen Lebenserwartungen sind zwar Grundlage für die Kalkulation von Versicherungstarifen, liefern uns aber keine verwertbaren Informationen. Und selbstverständlich möchten wir alle gerne zu den 50 Prozent gehören, die älter werden als der Durchschnitt.

Wir wissen also weder, ab wann wir von unseren Ersparnissen leben werden, noch wie lange diese reichen müssen.

Die Inflation nagt an unserem Vermögen.

Sie entwertet unser Geld Jahr für Jahr. Das Heimtückische daran ist, es geschieht so langsam, dass wir es kaum bemerken.

Die Höhe der Inflationsrate für die nächsten 20 oder gar 30 Jahre vorauszusagen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ökonomen gelingen kaum zutreffende Prognosen für die nächsten paar Jahre.

Die Bandbreite der Inflationsrate lag in den letzten 56 Jahren zwischen -1,0 Prozent im Jahr 1986 (de facto Deflation, also Zunahme des Geldwertes) und furchterregenden 7,9 Prozent in 1973.

Das Leben ist eines der härtesten.

Schicksalsschläge wie Krankheit, Jobverlust und Scheidung haben das Potenzial, jede finanzielle Planung über den Haufen zu werfen.

Spätestens jetzt ist klar: Wir können nicht genau berechnen, wieviel wir optimalerweise sparen sollten.

Bei allen Berechnungen müssen die erwähnten Unbekannten durch Prognosen ersetzt werden. Wenn die meisten Prognosen aber mehr oder weniger deutlich von der Wirklichkeit abweichen, und davon ist bei langen Zeiträumen auszugehen, was sind die Berechnungen dann überhaupt wert?

Zumindest geben Sie uns eine grobe Vorstellung davon, in welcher Größenordnung sich unser finanzieller Bedarf in der Zukunft ungefähr bewegen wird. Es handelt sich also um grobe Schätzungen, und so sollten wir sie auch betrachten.

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Ein einfacher Lösungsansatz

Versuchen wir also, unseren zukünftigen Kapitalbedarf einmal zu überschlagen. Ein bisschen muss auch hier gerechnet werden, aber keine Sorge, es handelt sich nicht um höhere Mathematik.

Wie das funktioniert, sehen wir in einem Beispiel, für das ich von folgenden Annahmen (ohne die geht es nun mal nicht, wenn man irgendetwas berechnen will) ausgehe:

  • Wir haben heute 2.000€ netto pro Monat zur Verfügung.
  • Wir möchten in 30 Jahren nicht mehr arbeiten (müssen).
  • Die durchschnittliche Inflationsrate beträgt während der nächsten 30 Jahre 3%.
  • Wir rechnen damit, dass unser Einkommen parallel zur Inflationsrate steigen wird.
  • Wir hoffen, dass wir nach dem Eintritt in den Ruhestand mindestens noch 25 Jahre leben werden.
  • Wir gehen davon aus, dass ein Drittel unseres finanziellen Bedarfs von der gesetzlichen Rentenversicherung getragen wird.

Schritt 1: wir projizieren unseren aktuellen Lebensstandard in die Zukunft.

Dank der Inflation werden in 30 Jahren aus den 2.000€ stolze 4.855€ pro Monat, die wir benötigen, um unseren Lebensstandard zu halten.

Schritt 2: wir schätzen unseren Vermögensbedarf für die Ruhestandsphase.

4.855€ im Monat sind 58.260€ im Jahr. Für 25 Jahre im Ruhestand benötigen wir 1.456.500€ (25 x 58.260€). Da kann einem schon schwindelig werden. Wir ziehen ein Drittel von dieser Summe ab, denn für diesen Anteil soll ja die gesetzliche Rentenversicherung aufkommen. Es bleiben knapp 975.000€, die wir irgendwie „ersparen“ müssen.

Schritt 3: wir rechnen zurück auf die Sparrate.

Um die Inflation auszugleichen, dynamisieren wir unsere Sparrate, wir sparen also jedes Jahr 3% mehr als im Vorjahr. Wieviel wir pro Monat zurücklegen müssen, hängt nun nur noch von einer Variablen ab: der Rendite auf unser Kapital.

Und an diesem Punkt wird es spannend:

  • 2% Rendite: 1.305€
  • 3% Rendite: 1.131€
  • 4% Rendite: 974€
  • 5% Rendite: 835€
  • 6% Rendite: 712€
  • 7% Rendite: 604€
  • 8% Rendite: 510€

Wie soll man das schaffen?

Die Zahlen machen eines deutlich: wollen wir nicht den ganzen Vermögensaufbau alleine stemmen, müssen wir unser Geld irgendwie dazu bringen, mitzuhelfen. Es sollte für uns arbeiten.

Je mehr unser Geld arbeitet, desto weniger müssen wir sparen.

Erzielen wir mit unseren Geldanlagen nur 2% Rendite, müssen wir jeden Monat 1.305€ zurücklegen, um unser finanzielles Ziel, die 975.000€, zu erreichen. Bei 6% Rendite liegt die Sparrate „nur“ noch bei 712€.

Mit Rendite ist hier die Netto-Rendite gemeint, also nach Abzug von Steuern (auf Kapitalerträge) und Kosten (die bei der Geldanlage anfallen).

Beachte, dass die Sparraten sich auf das erste Jahr beziehen und danach jeweils um 3% pro Jahr steigen, um die Inflation zu kompensieren. Ohne diese Dynamisierung müssten die Raten von Anfang an noch höher liegen.

Warum endet die Liste bei 8%? Weil mehr Rendite schlicht Träumerei ist. Schon um die 8% Rendite zu realisieren, müsste der Aktienanteil bei 100% des Gesamtkapitals liegen, was zum einen keine allzu gute Idee ist und zum anderen keine Garantie darstellt, dass am Ende auch wirklich 8% Rendite rausspringen.

Wie man die Sparrate senken kann

Verlängere die Sparphase. Beträgt der Zeitraum für den Vermögensaufbau 35 statt 30 Jahre, sehen die Zahlen so aus:

  • 2% Rendite: 987€
  • 3% Rendite: 836€
  • 4% Rendite: 702€
  • 5% Rendite: 585€
  • 6% Rendite: 485€
  • 7% Rendite: 398€
  • 8% Rendite: 325€

Schon besser. Die beiden wichtigsten Stellschrauben sind also Spardauer und Rendite. Auf beides können wir mit einer guten Anlagestrategie Einfluss nehmen.

Wird schon werden

Natürlich kann man sagen, dass das alles Schwarzmalerei ist und es ganz sicher nicht so schlimm kommen wird. Die Frage ist, welches Risiko du als bedrohlicher einstufst: im Alter finanziell unter- oder „überversorgt“ zu sein.

Das Geld ausgeben können wir später immer noch, es ansparen nicht mehr.

Wenn du mehr Vertrauen in die gesetzliche Rente setzt als ich, kannst du das Beispiel auch mit 50 statt 33 Prozent Anteil für die gesetzliche Rente rechnen. Mehr als 60 Prozent des Nettoeinkommens würde ich allerdings nicht annehmen.

EIne Inflationsrate von 3 Prozent mag hoch klingen. Selbst wenn diese in den nächsten Jahrzehnten niedriger ausfallen sollte – es gibt noch einen weiteren „Preistreiber“, den wir berücksichtigen sollten: unsere finanziellen Ansprüche an ein „gutes Leben“.

Unsere Erwartungen wachsen parallel zum allgemeinen Lebensstandard und wir „brauchen“ plötzlich Dinge, von denen wir vor kurzem noch gar nicht wussten, dass es sie überhaupt gibt. Oder kannst du dir heute ein Leben auf dem Stand von 1983 vorstellen – ohne Handy, ohne Notebook, ohne Fitnessstudio?

Der Weg zum Ziel

Beim Sparen sollten wir ein Ziel vor Augen haben, auf das wir hinarbeiten können. Dies sollte eine konkrete Zahl sein, auch wenn diese nur grob geschätzt oder nach der beschriebenen Methode errechnet wurde.

Aus diesem Grund halte ich fixe Sparquoten (z.B. 10% des Einkommens) nicht für verkehrt, aber auch nicht für ausreichend. Wir sparen zwar, sind aber nicht gezwungen, uns mit einer effektiven Anlagestrategie zu beschäftigen.

Ob eine Sparquote von beispielsweise 10% ausreichend ist oder nicht, lässt sich nicht sagen, solange wir uns kein finanzielles Ziel gesetzt haben und über keine Anlagestrategie verfügen, um dieses Ziel zu erreichen.

Mit einem finanziellen Ziel als Grundlage können wir uns mit dem zweiten, weitaus komplexeren Problem beschäftigen: wie wir unser Ziel am Besten erreichen.

Genau darum soll es in diesem Blog gehen: Strategien für eine intelligente Vermögensbildung.
 

Wie schwer fällt es dir, zu sparen? Was motiviert dich, was hält dich ab? Erschrecken dich die großen Zahlen? Ist dir das alles zu pessimistisch gedacht, oder sogar noch zu optimistisch? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Hinweis: Die Idee zu diesem Artikel kam mir beim Lesen des Buchs How much money do I need to retire? (*) von Todd R. Tresidder, das ich wirklich jedem empfehlen kann, der etwas tiefer in die Materie einsteigen möchte.

Bildquelle: „Ponder“ von striatic (bearbeitet), lizensiert unter CC BY 2.0

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Comments on this entry are closed.

  • NLPete 29. März 2013, 00:54

    Hallo Holger,

    ein sehr guter Artikel, der die Notwendigkeit zum langfristigen Sparen mit einer adäquaten Rendite gut herausstellt.

    In welcher Höhe (10% oder mehr) gespart und in welche Anlagen investiert wird, ist interessant und wird später bei größeren Summen immer wichtiger.

    Am Wichtigsten finde ich jedoch, dass überhaupt mit dem Sparen begonnen wird.

    Am Besten noch heute und von mir aus zu Beginn auch mit kleineren Beträgen wie von der Tagessparplan-Methode empfohlen.

    Dadurch verbessert sich wie von selbst das Geldbewusstsein und das retikuläre Aktivierungssystem hält dann automatisch Ausschau nach immer besseren Möglichkeiten, das gesparte Geld anzulegen. Und danach, wie man noch mehr sparen kann, sobald man die Erfolge sehen kann.

    Insofern ist der wichtigste Punkt zu Beginn der Leitsatz „the secret of winning is beginning!“.

    Die Rendite kommt dann zu gegebener Zeit an die Reihe und kann mit zunehmender Erfahrung gesteigert werden.

    Wichtig ist vor allem, das Geld verlustsicher anzulegen, denn windige Aktien und/oder Optionen mit hohen Renditenversprechungen und noch höheren Risiken sind weniger geeignet.

    Besonders gut sind zudem Investitionen, bei denen man eine möglichst hohe Verfügungsgewalt über das Investment hat (Immobilien etc.), damit sich nicht ein paar windige Gestalten mit dem Geld aus dem Staub machen können.

    Soweit meine Meinung dazu.
    Bleib dran und schreibe weiter so gute Artikel!

    Viele Grüße
    NLPete

  • Holger Grethe 29. März 2013, 09:38

    Hallo NLPete,

    ganz herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.

    Muss mir zwar noch ansehen, was das „retikuläre Aktivierungssystem“ ist, aber du hast recht, Erfolgserlebnisse sind wichtig. 😉

    „Wichtig ist vor allem, das Geld verlustsicher anzulegen, denn windige Aktien und/oder Optionen mit hohen Renditenversprechungen und noch höheren Risiken sind weniger geeignet.“

    Da sprichst du zwei Aspekte an, die mir wichtig sind:

    1. Wirklich sicher ist unser Geld nirgends. Absolute Sicherheit ist eine Illusion, die uns umso unglücklicher macht, je mehr wir an sie glauben.

    2. Aktien sind nicht per se „windig“ oder unsicher. Es gibt bei der Geldanlage noch andere Risiken als das Wertschwankungsrisiko, das mit der Anlage in Aktien gleichgesetzt wird. Je nach Blickwinkel können Aktien auch sicherer sein als das gute alte Sparbuch (Stichwort Inflation).

    Viele Grüße
    Holger

    • NLPete 3. Juni 2013, 19:30

      Hallo Holger,

      ja, Du hast recht, dass Geldanlagen in Aktien langfristig eine gute Strategie sind, um eventuelle hohe Inflationsraten auszugleichen.

      Dies gilt für alle Investitionen in Sachwerte wie also auch Immobilien etc.

      Denn wenn nominal die Preise steigen, so steigen auch nominal die Erträge und die Mieten aus vermieteten Immobilien.

      Nur sollte man bei Aktien sehr breit streuen und wie Warren Buffett sehr sichere Unternehmen bevorzugen.
      Denn für die Altersvorsorge ist der Kauf von Aktien von Technologiefirmen wenig sinnvoll.
      Dort kommen auf einen Volltreffer unheimlich viele Nieten und Investitionen sind eigentlich nur für Fachleute, Risikokapitalgeber etc. sinnvoll.
      Zumal Technologiefirmen auch gerne mal wieder sang- und klanglos verschwinden, wenn es eine bessere Ersatztechnologie gibt.

      Der Kleinanleger verliert dort in der Regel langfristig eher sein Geld.

      Insofern bin ich ein echter Fan des „slow money“.

      Viele Grüße
      NLPete

  • Jürgen 8. April 2013, 11:14

    Der wichtigste Punkt beim Sparen sollte auch sein, „Je früher um so besser“.
    Ich bin jetzt 40, habe mit 35 ein Haus auf Kredit gekauft und vorher nichts gespart.
    Hätte ich früh genug angefangen und das, was ich jetzt an Kreditraten zahle auf die Seite gelegt, wär ich Schuldenfrei und könnte jedes Jahr einen schönen Urlaub machen. Ach ja, für den Ruhestand würde auch noch mehr überbleiben.

    • Holger Grethe 8. April 2013, 18:30

      Hallo Jürgen,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Du hast absolut recht, die Zeit ist neben der realen (inflationsbereinigten) Rendite DER Faktor bei der Vermögensbildung. Je früher man anfängt, umso weniger aufwendig ist das Ganze.

      Du sprichst auch den Knackpunkt der Eigenheim-Variante an: Schulden. Ich habe einige Freunde/Bekannte, die offen sagen, dass sie ohne das „Zwangssparen“ (Hauskredit abbezahlen) vermutlich gar kein Geld zurücklegen würden, da die Verlockung es auszugeben, einfach zu groß sei.

      Ich habe mich gefragt, woran das liegt und schreibe gerade einen Artikel zum Thema „Sparen und Motivation“, der demnächst hier erscheinen wird.

      Viele Grüße
      Holger

  • Alexander Schwarz 8. April 2013, 19:12

    Hallo Holger,

    danke für den Wake-up-Call! 😉

    Mir gefällt deine nüchterne und klare Herangehensweise. – Kann ich gerade bei dem Thema gut gebrauchen und bin gespannt auf die nächsten Artikel. Danke auch an NLPete für die Idee mit der Tagessparplan-Methode. Ich hab mir das Buch gekauft und werde das jetzt mal als Gewohnheit „installieren“.

    LG, Alex

  • John 31. Mai 2013, 00:14

    Ich sehe Sparen und Investieren als eine Art anerzogene Lebenseinstellung. Ich spare bereits, seitdem ich denken kann (also angefangen mit dem Sparen kleiner Geldbeträge, die ich z.B. mal zum Geburtstag bekommen habe; selbst Geld verdient habe ich als Kind ja nicht).

    Mit dem Investieren habe ich aber erst mit ca. 20 Jahren angefangen. Ich folge bzgl. der Sparsumme keinem einheitlichen System. Mal habe ich mehr verdient, mal weniger und danach hat sich meine Sparsumme gerichtet. Ich habe eher eine einfache Heuristik, die besagt, dass ich so viel wie möglich spare, ohne auf spaß- oder zufriedenheitshervorrufende Dinge zu verzichten.

    Das Sparen an sich ist für mich allerdings ebenso eine Freude, jedoch meinte ich im vorherigen Satz andere Freuden als das Sparen selbst. Ich nehme an, dass die Freude am Sparen daher kommt, dass ich es bereits seit meiner Kindheit als positive Lernerfahrung erlebt habe. Nicht zu sparen, kann ich mir – zumindest sofern ich Geld verdiene – momentan gar nicht vorstellen.

    Sofern man so ist wie ich, sollte man allerdings darauf achten, dass die Sparfreude nicht zu Geiz führt.

    • Holger Grethe 31. Mai 2013, 07:40

      Hallo John,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Die Psychologie des Sparens ist ist wirklich interessant und ob es jemandem leicht fällt zu sparen oder nicht, ist sicherlich zu einem guten Teil angeboren und auch anerzogen. Das habe ich in diesem Artikel beschrieben.

      Ich konnte – zur Verzweiflung meiner Eltern – als Kind überhaupt gar nicht sparen, es musste immer alles raus. 😉

      Später fiel es mir immer leichter und stellt seit einigen Jahren kein Problem mehr da. Ich motiviere mich zum Sparen über Ziele, die ich erreichen möchte.

      Für manche ist allerdings schon das Sparen an sich Befriedigung. Wie du schön beschrieben hast, ist in diesen Fällen der Übergang zum (übertriebenen) Geiz allerdings fließend.

  • W.Obermayer 27. Juni 2013, 14:40

    Hallo Holger,
    ich muss Dich zu folgendem Absatz nochmal etwas fragen:
    4.855€ im Monat sind 58.260€ im Jahr. Für 25 Jahre im Ruhestand benötigen wir 1.456.500€ (25 x 58.260€). Da kann einem schon schwindelig werden. Wir ziehen ein Drittel von dieser Summe ab, denn für diesen Anteil soll ja die gesetzliche Rentenversicherung aufkommen. Es bleiben knapp 975.000€, die wir irgendwie “ersparen” müssen.

    Ich glaube, der errechnete Betrag reicht gar nicht, da uns die Inflation ja auch in den 25 Jahren unseres Ruhestandes begleitet. Es sei denn, wir sind damit zufrieden, dass wir im Laufe der Zeit mit weniger Kaufkraft zufrieden sind. Stimmt das, und wenn ja, wie hoch ist dann der anzusparende Betrag, wenn wir auch für die 25 Jahre des Ruhestandes einen Inflationsausgleich haben wollen. Vielen Dank für Deine Antwort und liebe Grüße
    W.Obermayer

    • Holger Grethe 27. Juni 2013, 20:02

      Danke für deine Frage!

      Ich bin bei meinen Berechnungen davon ausgegangen, dass die 975.000€ in der Entsparphase konservativ angelegt werden, so dass zumindest ein Werterhalt für das Kapital erreicht wird. Das hätte ich vielleicht noch schreiben sollen… 😉

      Die Kaufkraft würde ja nur dann abnehmen, wenn die erwirtschaftete Rendite unterhalb der Inflationsrate läge. Solange man den Aktienanteil im Portfolio auch im höheren Alter nicht auf Null fährt, wird man einen Inflationsausgleich wohl immer hinbekommen, denke ich.

  • Henrietta 4. Juli 2013, 10:13

    Hallo,

    jeder hat die Möglichkeit die eigene Investition zu reduzieren indem staatliche und steuerliche Förderungen genutzt werden – wieviel und welche, ist individuell zu klären.
    Gerne stehe ich bei weiteren Fragen zur Verfügung.

    Liebe Grüße,
    Henrietta

    • Holger Grethe 4. Juli 2013, 20:33

      Hallo Henrietta,

      du hast Recht, steuerliche Förderungen können sich unter Umständen rechnen. Allerdings bin ich der Meinung, dass steuerliche Gesichtspunkte bei der Auswahl von Kapitalanlagen keine führende Rolle spielen sollten.

      Dafür ist mir die Steuergesetzgebung einfach zu unberechenbar. Was sich heute rechnet, kann nach der nächsten Wahl schon ganz anders aussehen.

      Spannender finde ich die Frage, welche Kosten mit dem jeweiligen Anlageprodukt verbunden sind, mit dem ich in den Genuss staatlicher Förderungen kommen will.

      Deiner E-Mail-Adresse entnehme ich, dass du für einen großen Finanzdienstleister arbeitest, der bekanntermaßen als Strukturvertrieb organisiert ist.

      Wie sieht es mit der Kostentransparenz für Eure Kunden aus? Werden alle Provisionen vor Abschluss offengelegt oder belasst Ihr es dabei, vor allem auf die potenzielle Steuerersparnis hinzuweisen, um den Kunden Riester und Co schmackhaft zu machen? 😉

      Viele Grüße
      Holger

  • Dani 25. Juli 2013, 13:22

    Ich bin erschrocken!! Bei einem Nettoeinkommen von 2.000 Euro, bei geringer Rendite, ca. 1.300 Euro monatlich zu sparen. Das ist doch utopisch! Und selbst bei einer völlig unrealistischen Rendite von 8% monatlich ca. 700 Euro zu sparen, ist auch kaum machbar, wenn man bisher kein Vermögen, keine Immobilie hat, sprich vielleicht auch noch in einer Metropolregion enorme Mieten bezahlen muss….Da bleibt eigentlich nur, sich auf kommende Verarmung und arbeiten bis „man umfällt“ (wenn man gern arbeitet, nicht so schlimm) einzustellen….

    • Holger Grethe 25. Juli 2013, 16:30

      Hallo Dani,

      ja, diese Zahlen sind erschreckend. Und du hast Recht: wer nicht erbt und beim Vermögen bei Null startet, muss eigentlich Spitzenverdiener sein UND ordentlich sparen und anlegen, damit über die Jahre nennenswert etwas zusammenkommt.

      Aber was ist die Alternative? Gar nicht sparen/anlegen und sich auf die staatliche Grundsicherung im Alter verlassen?

      Wie ich im heutigen Artikel geschrieben habe, ist wohl am sinnvollsten möglichst einer Arbeit nachzugehen, die Spass macht und gleichzeitig das Optimum aus seinen Ersparnissen zu machen.

      Das bedeutet vor allem, dass man bei Vorsorgeprodukten so wenig Geld wie möglich für Provisionen und andere Gebühren verlieren sollte. Wer sich auf Banken und Provisionsberater/-verkäufer verlässt, bekommt aber genau solche Produkte angeboten.

      Besser, man kümmert sich selber…

  • Norbert 9. August 2013, 11:52

    Hallo Holger,
    erst heute habe ich den Artikel gefunden, der als zukunftsträchtiger gilt, als jede Vorhersage.
    Vorab. Ich finde diese Darstellung super.

    Doch was ist Zukunft?
    Was ist, wenn das Szenario von Zypern, die Banken schließen, auch hier praktiziert wird?
    Woher weiß ich wie lange ich hier sein kann oder darf?
    Ja, alles nur Konzepte.
    Die Menschen benötigen Hilfen und Aussichten. Aber wie lange kann das noch gehen? Wer weiß! 🙂

    Der Satz von Dir gefällt mir am besten:
    Besser, man kümmert sich selber…
    …um sich selbst und um sein Selbst!

    VG
    Norbert

    • Holger Grethe 9. August 2013, 15:34

      Hallo Norbert,

      Sorgen um die finanzielle Zukunft sind verständlich, insbesondere in Zeiten einer noch längst nicht ausgestandenen Finanzkrise.

      Historisch betrachtet sind Banken- und Staatsschuldenkrisen zwar grundsätzlich nichts Neues, wohl aber in diesem besonderen Setting der Europäischen Währungsunion.

      Nur, was hilft´s? Wir können den Lauf der Geschichte nicht ändern. Wir können aber Einfluss nehmen auf die Dinge, die in unserem Kontroll- und Verantwortungsbereich liegen. Zum Beispiel, wie viel Geld wir zurücklegen und wie wir es anlegen.

      Über alles andere versuche ich mir möglichst keinen Kopf zu machen und denke: wird schon schief gehen 😉

  • Turing 8. Januar 2014, 15:20

    Ich jungen Jahren sollte man so viel wie möglich sparen. Noch fallen die Konsumwünsche gering aus, Kinder sind noch nicht da und außerdem profitiert man selbst am meisten vom Sparen.

    Sparen heißt für mich nicht, Ausgabe zu senken. Sparen heißt für mich, Konsumausgaben zu senken. Darunter muss noch nicht einmal die Lebensqualität leiden. Die Lebensqualität steigt doch nicht, wenn ich bei geöffnetem Fenster verschwenderisch heize.

    Mein Leitsatz: Sparen muss man immer. Man muss stetig nach Einsparungspotential suchen und bewerten und eventuell nutzen.

  • Daniel 23. Januar 2014, 14:46

    Ich glaube da ist ein Fehler:
    „Dank der Inflation werden in 30 Jahren aus den 2.000€ stolze 4.855€ pro Monat, die wir benötigen, um unseren Lebensstandard zu halten.“

    Nicht ganz. Wenn wir von den 2000 € monatlich z.B. 800 € sparen, brauchen wir ja auch nur monatlich 1200 € (Inflation eingerechnet 2913 €) im Alter, um den Lebensstandard zu halten, da wir im Alter ja nicht mehr sparen müssen!

    Richtig? Das würde das ganze dann etwas entspannen.

    • Holger Grethe 23. Januar 2014, 22:18

      Ja und nein. Die 2.000€ waren als Lebenshaltungskosten gedacht, exklusive der Sparrate zur Vermögensbildung. Ich gebe dir Recht, dass das etwas missverständlich formuliert ist.

      Statt „Wir haben heute 2.000€ netto pro Monat zur Verfügung“ sollte es besser heißen: „Wir benötigen heute 2.000€ zur Deckung unserer Lebenshaltungskosten. Hinzu kommen Aufwendungen für die Altersvorsorge“

    • Denise Linzer 14. Juni 2015, 19:25

      Hallo Holger,
      ich habe versucht deine Rechnung mit dem Kommentar von Daniel zu verbinden.
      Dabei bin ich auf folgende Rechnung für mich gekommen:

      Wenn ich von meinem aktuellen Gehalt 500 € monatlich spare, hätte ich noch 1.170 € zur Verfügung.
      In 38 Jahre plane ich in Rente zu gehen und würde dann 3.597,50 € monatlich benötigen.
      25 Jahre möchte ich dann davon noch leben können. Ich benötige dafür insgesamt 719.500 € (43.170 € jährlich x 25 Jahre = 1.079.250 € – 1/3 Rente von 359.750 €).
      Zurückgerechnet auf die Sparrate müsste ich dann sogar nur 352,66 € monatlich sparen.

      Lieber Holger, passt meine Rechnung so?
      Müsste ich also im ersten Jahr monatlich 352,66 € sparen, im zweiten 363,24 €, im dritten 374,14 €, usw.?
      (Das hätte zur Folge, dass ich zur Altersvorsorge die genannten 352,66 € aufwenden würde. Fürs „Minisparen“ für Urlaub und co. wären dann monatlich noch 147,34 € (aufgerundet auf die genannten 500 €) drin.)

      Vielen Dank für deine Hilfe, die du uns allen hier bietest!
      Denise

    • Holger Grethe 14. Juni 2015, 22:04

      Hallo Denise,

      deine Rechnung ist, soweit ich das nachvollziehen kann, richtig.

      Aber: die monatliche Sparrate von 352€ gilt bei einer durchschnittlichen Rendite auf dein Kapital von 5 Prozent pro Jahr. Um diese Rendite zu erreichen, müsstest du mehr oder weniger zu 100% auf die Anlageklasse Aktien setzen.

      Dagegen spricht grundsätzlich überhaupt nichts, da du ja mit 38 Jahren einen sehr langen Anlagehorizont hast. Du solltest dich nur darauf gefasst machen, dass du in diesen 38 Jahren den einen oder anderen „Weltuntergang“ (Börsencrash) miterleben wirst. Ist kein echtes Problem, muss man aber wissen 😉

      LG
      Holger

  • Lothar 28. März 2014, 00:11

    Ich kann ja gut verstehen, dass viele frustriert sind, ob der hohen Summen, die es braucht im Alter abgesichert zu sein. Der Schock kommt von der Rechenmethode. In der Zinsrechnung ist die Grundrechenart die Exponentialrechnung. Dafür haben wir kein Gefühl (Schätzungen liegen regelmäßig daneben).

    Wie immer ist aber auch hier das Glas je nach Betrachtung halb leer oder halb voll. Schlägt man den eigenen Schweinehund und beginnt früh zu sparen und schlägt man zudem die Inflation gibt das auch gigantische Chancen!!!!!

    Schlüssel sind: Die Motivation früh mit dem Sparen zu beginnen und Sachwert-orientierte Anlage (also mehr Investieren als Geld verleihen).

    Drei kleine Tricks, die mir geholfen haben:
    1. Gehaltserhöhungen nutzen:
    Jede Gehaltserhöhung bietet die Chance mehr zu sparen, ohne auf den bisherigen Lebensstandard zu verzichten. Wer Gehaltserhöhungen einfach so „durchrauschen“ lässt, der wird rückblickend feststellen, dass er die ganze schöne Gehaltserhöhung wie selbstverständlich verjubelt hat. Das geht ganz automatisch, was auf dem Konto ist wird auch ausgegeben. Man gewöhnt sich ja so schnell dran. Also einen Teil sparen – ganz bewusst!

    2. Das gute alte „Ultimo“-Sparen hilft. Das ist ein Dauerauftrag bei der Bank, alles was am Monatsultimo noch auf dem Konto ist, wird auf das Sparkonto umgebucht und ist erst mal aus dem Blick.

    3. Bewusstes Ausgeben: Ich habe mir angewöhnt meine Ausgaben mit anderen Augen zu sehen. Teuer ist nicht das, was viel kostet, sondern das, was ich nicht oder selten brauche: Das Kleid oder der Pulli, den ich 1x anhabe ist „verdammt teuer“. Der PC, der Fernseher, der Kochtopf, die ich jeden Tag brauche sind umgerechnet auf Preis pro Nutzung dagegen „spott billig“.

    Als gelernter Finanzplaner noch ein Hinweis: Da das Planen über lange Zeiträume so schwierig ist, sollte man es regelmäßig wiederholen, denn jedes Jahr kommt man dem Ziel ein Stück näher und die Rechnung wird realistischer.

    Außerdem planen wir immer linear (also in einer Linie z.B. 3% p.a. Inflation die nächsten 30 Jahre – im Durchschnitt), das Leben ist jedoch volatil, dass heißt die Wellen sind mal hoch und mal niedrig. Da heißt es, am Ball bleiben!

    • Holger Grethe 29. März 2014, 10:40

      Vielen Dank für deinen tollen Kommentar, Lothar. Da stecken viele wertvolle Gedanken drin!

  • ute 28. Juni 2014, 10:16

    hallo holger,

    ganz ganz großartig!
    die übersicht, nach der ich ewig gesucht hatte.
    und am ende das gute gefühl, es selber eigentlich ziemlich richtig zu machen…
    danke und werd bloß nicht müde beim schreiben 😉

    ute

    • Holger Grethe 28. Juni 2014, 15:00

      Hallo Ute,

      danke für deinen Zuspruch. Keine Sorge, noch bin ich nicht schreibmüde 😉

  • Ralf 17. August 2014, 18:57

    Hallo Holger,

    Bin durch Zufall auf dieser Seite gelandet.
    Muss gestehen ich habe mir bisher nie wirklich Gedanken gemacht was das Alter und den Lebensstandard angeht, weil ich immer denke „…wird schon werden…“

    Habe bisher auch nie wirklich Geld an Seite gelegt für schlechte Zeiten. Bin jetzt 30 Jahre jung.

    Mein Gehalt liegt bei rund 1300,- netto, hinzu kommen noch monatlich ca. 300 – 400€.

    Ich war jetzt vor ca zwei Monaten bei meiner Bank und ein Berater meinte ob ich nicht mal Lust und Zeit hätte mich dem Thema Altersvorsorge zu widmen. Um es kurz zu machen, ich zahle jetzt jeden Monat 100€ in einen Bausparvertrag ein, für die nächsten 8 Jahre. Hinzu kommt die Rieste Rente mit 120€ monatlich.

    Allerdings sehe ich das auch ein bisschen anders. Ich plane keine Familie zu gründen, geschweige denn ein Eigenheim zu bauen. Führen tue ich ein sehr minimalistisches Leben und kaufe mir nur das nötigste, ich bezweifle das sich das jemals ändern wird.

    Was mich allerdings interessiert wäre deine Meinung dazu, da ich in diesem oder einen anderen Artikel gelesen habe das die Riester Rente nicht so die beste Methode sein soll.

    Meine Ziele sind eigentlich kurzfristig möglichst viel Geld zu sparen. Ich Handhabe es so das ich immer möglichst viel und schnell spare, meinen Job für mehrere Monate an den Nagel hänge um durch die Welt zu tingeln.

    Ich bin mir bewusst darüber das das sicher nicht jedermanns Sache ist und viele das sicher auch nicht nachvollziehen können, hoffe aber mal auf ein paar Tipps von dir, da ich denke das ich mit der Riester Rente total falsch beraten worden bin, da die ja die meiste Zeit eh ruht wenn ich nicht in Deutschland am arbeiten bin. Ist es sinnvoller Geld einfach so auf dem Konto zu sparen? Oder hast du noch andere Ideen? Bin was das Thema Vorsorge angeht eine absolute Null, werde mir jetzt erstmal deine Seite hier weiter vornehmen

    • Holger Grethe 17. August 2014, 22:49

      Hallo Ralf,

      sortieren wir mal: Du willst einerseits Geld kurz- bis mittelfristig sparen, um damit Reisen finanzieren zu können, richtig? In Sachen Altersvorsorge hat dir dein Bankberater einen Bausparvertrag verkauft, obwohl du nicht vor hast, Wohneigentum zu erwerben…Was soll man dazu sagen!? 😉

      Dann hast du noch eine Riester-Rente, in die du nur mit Unterbrechungen einzahlst, weil du nur phasenweise angestellt bist. Dementsprechend wird es wohl auch bei der staatlichen Förderung des Vertrages Abzüge geben. Also langfristig gesehen sicher keine optimale Lösung.

      „Ist es sinnvoller Geld einfach so auf dem Konto zu sparen? Oder hast du noch andere Ideen?“

      Ja, habe ich! 😉 Langfristig wärst du mit einem Wertpapierportfolio sicherlich besser bedient.

      Zum einen könntest du damit einiges an Produkt- bzw. Vertriebskosten sparen, die den Bausparvertrag und die Riester-Rente belasten. Zum anderen wärst du damit deutlich flexibler als mit lang laufenden Sparverträgen.

      Ob das was für dich ist, kannst du auf diesen beiden Themenseiten herausfinden:
      https://zendepot.de/passiv-investieren/
      https://zendepot.de/warum-sparen-und-anlegen/

      Viele Grüße
      Holger

  • toni 26. September 2014, 23:08

    Hey Holger, habe dein Artikel mit Spannung gelesen.
    Echt auch mit den Kommentaren ein interessanter Einblick.
    Ich selber komme aus einer SparerFamilie und bin mit meinen relativ jungen 27 Jahren schon laenger an dem Thema optimales Sparen gestolpert.

    Ich bin Beamter und aus vieler Sicht abgesichert im Alter. Jedoch bekommen auch Beamte zurzeit nur noch 71% ihres letzten Bruttoeinkommens. Tendenz sinkend.

    Nun schaffe ich es jeden Monat 350 Euro in eine Art Ruhestandtskonto anzulegen. Welches ich jeden Monat kuendigungen kann.

    Insgesmat komme ich auf ca 600 bis 700 Euro die ich sparen kann. Aber wie ich damit je nen normalen Mittel klasse Bmw und nen Haus abbezahlen soll. Keine Ahnung.

    Ich habe das Gefühl , die Gesellschaft will das wir uns Verschulden mit autokredit etc. Wer kann sich ein Auto fuer 50000 ts kaufen?
    Die Tendentz ist erschreckend. Viele leben nur noch im Dispo und es ist ihnen egal, denn es sind nur zahlen.

    Der Sparwille und die Möglichkeit finanziell zu sparen geht jeden Tag in unsere Gesellschaft weiter auseinander.

    Konsum Konsum…Kinder wissen teilweise nicht was 10 € wirklich wert sind und was man dafuer machen muss.

  • Marco 1. Dezember 2014, 19:29

    Hallo Holger,

    einen super Blog und Podcast hast Du hier in den letzten Monaten auf die Beine gestellt – Hut ab! Als Student vertreibe ich mir gerne auf diversen Finanz-Blogs meine freie Zeit. Ich bin schon länger auf Deinen Seiten unterwegs und lausche in meinen Freitags- und Sonntags-Pendlerbahnen mit großem Vergnügen und Interesse Deinem Poscast. Vielen Dank an dieser Stelle für all Deine zahlreichen und vor allem wertvollen Tipps zur Geldanlage sowie Deinen Gedankenantreibenden philosophischen Ausführungen.

    Bei diesem Artikel ist mir eine kleine Frage in den Sinn gekommen: Müsste bei einer Spardauer von 35 Jahren nicht auch der Vermögensbedarf für die 35 Jahre neu berechnet werden? Heißt, für die zusätzlichen 5 Jahre ebenfalls die 3% Inflationsrate mit einbezogen werden, sodass man einen Vermögensbedarf von 1.125.544€ erreicht und somit bei einer jährlichen Rendite von 2% nicht auf eine monatliche Sparrate von 987€, sondern auf 1.140€ kommt? Ist mir hier ein Denkfehler unterlaufen oder wolltest Du lediglich aufzeigen, dass man sich darüber Gedanken machen sollte, nicht erst in 5 Jahren mit dem Anlegen anzufangen, sondern am Besten sofort?

    Vielen Dank schonmal für Deine Antwort!

    Besten Gruß,
    Marco

    • Holger Grethe 2. Dezember 2014, 15:09

      Hallo Marco,

      vielen Dank für deine lobenden Worte!

      Der Vermögensbedarf bemisst sich an der (geschätzten) Länge der Entspar– bzw. Ruhestandsphase. Die Länge der Ansparphase wiederum wirkt sich auf die Höhe der Monatsraten aus, um das angestrebte Vermögen in der vorgegebenen Zeit zu erreichen.

      Und ja, wenn möglich, sollte man früh mit dem Sparen beginnen, um den Zinsezinseffekt maximal zu nutzen.

  • Johannes W. 25. Juli 2015, 15:22

    Was die Finanzberater gerne machen ist die Rentenlücke berechnen nach dem motto:

    netto heute * Inflation – gesetzl. rente= rentenlücke
    allein um den lebensstandart zu halten.
    hierbei kommen die größten beträge raus, der finanziell ungebildete staunt nicht schlecht und zahlt über 500 euro in einen rentenvertrag ein.

    Doch entspricht unser lebensstandart heute wirklich unserem netto?
    Im Alter müssen wir nicht mehr Kinder versorgen, (im studium gerne mal 1000€ im monat mit allem drum und dran) und auch die wohn-frage sollte zur einen oder anderen seite hin geklärt sein. Entweder man sitz im Haus und muss „nur noch“ betrag X für reperaturen etc einberechnen oder man zieht im alter in eine kleinere wohnung, da man die mit 2 kinderzimmer einfach nicht mehr braucht.
    Zudem gibt es viele dinge die wir uns bis dahin „angeschafft“ haben und nun nicht mehr kaufen müssen. z.b. Möbel, Küchen, all sowas.
    Hinzu kommt das wir im Alter ja nicht mehr für das Alter vorsorgen müssen.

    So ist es vollkommen überzogen, dass man zum halten des lebensstandarts sein netto gehalt von mit 40-50j haben muss, wenn die Ausgaben, die den lebensstandart überhaupt nicht erhöhen, am höchsten sind.

    In den augen der finanzindustrie kann die rentenlücke nie groß genug sein !

  • Jan 12. November 2015, 11:55

    Hallo,
    vielen Dank für den interessanten Beitrag.
    Momentan sieht bei mir alles rosig aus. Ich bin jung, verdiene gut und habe meinen Lebensstandard seit Studienende nur minimal hochgeschraubt. Ich kann also jeden Monat gut etwas zurücklegen. Wenn ich von meiner momentanen Sparrate von über 50% meines Einkommens ausgehe sieht auch die Zukunft suoper aus. Wäre da nicht die Unsicherheit. Was ist mit Familie usw.? Höchstwahrscheinlich kann die Sparquote irgendwann nicht mehr aufrecht erhalten werden. Kinder an sich kosten Geld und wenn die Frau zweitweise zu Hause bleibt sinkt das Familieneinkommen ebenfalls.
    Mein größtes Problem mit allen Rechnungen ist immer die Unsicherheit.

    VG
    Jan

    • Holger Grethe 13. November 2015, 17:36

      Das größte Problem ist immer die Unsicherheit 😉

      John Lennon hat einmal gesagt: “Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden.

  • Ex-Studentin 20. März 2016, 19:12

    Leider realistische Anahmen. Deswegen denke ich, dass es das Ziel sein sollte, sich keinen ausschweifendes Lebenstil anzueignen. Schade, dass manche zum Schluss kommen, dass Kinder nicht in die Lebensplanung passen. Ohne Kinder gibt es auch immer weniger Rentenzahler. Außerdem hat man jemanden im Alter, der einen unterstützt. In Ländern ohne ausgeprägtes Sozialsystem sind Kinder normalerweise die beste Altersvorsorge.

  • Alejandro 24. März 2016, 19:24

    Struktur ist das A & O. Die 5 existentiellen Risiken: Kranken-, Pflege, Haftung, Einkommenssicherung (BU/KT bzw KG) absichern und als Orientierung die 1/3 Regelung anwenden:
    vom Netto 1/3 für Wohnen, 1/3 Lebenshaktung, 1/3 Sparen. Von diesem 1/3 auf kurzfristige (Liquidität), mittelfristig (Investition) und langfristig (Altersvorsorge) verteilen. Ziele setzen, quantifizieren und ANFANGEN diese zu besparen, auch wenn es symbolisch ist. Keine Position darf auf Null sein! Sobald man die grundlegenden Strukturen gesetzt hat, kann man diese nach eigenen Prioritäten gewichten. Von den Investments her, gilt der gleiche Grundsatz: Diversifikation!
    Saludos Alejandro

  • Boris 20. Juni 2016, 20:01

    Hallo,

    Woher kommt die Annahme einer Inflation von im Schnitt 3%? Das scheint mir etwas hoch gegriffen. Bei im Schnitt 2 % würde ich deiner Rechnung folgend im 30 Jahren ca 3625 EUR benötigen, ergo bereits gut 1200 EUR im Monat weniger.

    Allgemeine Anmerkung noch zum Thema Altervorsorge. Aufgrund meines persönlichen Erfahrungen habe ich den Eindruck, dass die meisten Menschen es nicht schaffen, im Alter zu entsparen, was psychologisch ja auch erklärbar ist. Wenn ich mein ganzes Leben gespart habe, fällt es schwer im Alter nichts mehr zur Seite zu legen.

  • Jakob 26. Juni 2016, 16:06

    Hallo,

    danke für tollen Beitrag und eine etwas differenzierte Alternative zur Berechnung der Versorgungslücke im Alter!

    Wenn wir unter den getroffenen Annahmen innerhalb von 30 Jahren mit einer durchschnittlichen Rendite von 5% p.a. 975.000€ Kapital ansparen, dann bedeutet das natürlich, dass in etwa 35% der Sparleistung, ca. 340.000€ in den letzten 5 Jahren vor allem durch den Zinses-Zins-Effekt entstehen. Sollte in den letzten Jahren der Ansparphase das Portfolio nicht überwiegend konservativ, also risikoarm gestaltet werden? Wenn dies so ist, wäre es dann nicht realistischer eine, zumindest in der zweiten Hälfte der Ansparphase, moderat abnehmende Rendite zu unterstellen? Senken wir die Rendite also moderat Jahr für Jahr z.B. fiktiv im letzten Drittel der Ansparphase, da wir in risikoärmere Anlageklassen umschichten, so entstehen nochmals zusätzliche Kosten und unser Wunschkapital von 975’€ rückt unter anderem durch die geringeren Renditen in weite Ferne. Gerade bei der Gestaltung einer Altersvorsorge ist ein realistisches und gut geplantes Ablaufmanagement mit das wichtigste. Kann man dies einem Laien auf eigene Faust zumuten oder entpuppt sich das Ganze letztendlich doch als sehr komplexes und schwieriges Thema? Wie entwickelt sich die Fiskalpolitik bzgl. der Kapitalertragssteuer? Könnten Kapitalerträge schon bald mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern sein? Welche Auswirkungen hat dies auf meine zu erreichende Nettorendite?
    Vielleicht ist gerade für Menschen die nicht viel mit diesem Thema zu tun haben, eine Diversifikation nicht nur durch unterschiedliche Anlageklassen, sondern vor allem auch durch unterschiedliche Anlageprodukte empfehlenswert? Eine reine Altersvorsorge durch Geldanlage am Kapitalmarkt deckt weder biometrische Risiken ab, noch gibt sie mir die Möglichkeit auf Garantien, Steuerstundungseffekte oder zB das Halbeinkünfteverfahren einer klassischen privaten Vorsorge. Warum nicht eine Kombination aus beidem?

    Trotz der schwierigen Zins-Situation sollte denke ich jeder Mensch in seiner Altersvorsorge eine solide Basis aufbauen. Dies ist zum Beispiel durch eine lebenslange garantierte monatliche Rente aus einer klassischen Altersvorsorge möglich. Steht diese Basis und das Sparpotential erlaubt Investitionen am Kapitalmarkt, spricht meiner Meinung nach nichts dagegen – auch beim Laien nicht!

    Beste Grüße
    Jakob

  • AW 3. Juli 2016, 11:21

    Hallo,

    ich habe gerade Ihre Ausführung überflogen und habe eine Frage.

    Wenn man davon ausgeht, dass man momentan 2.000€ verdient und davon z.B. 1000€ sparen muss um später seinen Standard halten zu können. Kann dann wirklich davon ausgegangen werden, dass man einen Standard von 2.000€ nach 30 Jahren weiter halten muss? Denn mein jetziger Standard verringert sich ja durch das Sparen auf 1.000€/Monat. Dann braucht man doch keine 4.855€ monatlich in 30 Jahren sondern nur 2.427 € Euro um sein Lebensstandard von jetzigen 1.000€ beibehalten zu können? (weiter sparen möchte ich ja schließlich nicht, wenn ich 60 bin)

    • Holger Grethe 4. Juli 2016, 21:14
    • AW 16. Juli 2016, 19:33

      Danke für die Verlinkung. Jedoch sind aus meiner Sicht auch diese Lebenserhaltungskosten anzupassen, da ich finde, dass die Altersvorsorge nicht mehr einberechnet werden sollte. Das sind doch wirklich Ausgaben die wegfallen müssen, anders als Miete/Essen etc.

      Dennoch ist das eine tolle Seite auf der man einige Anregungen finden kann!