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Was ist die beste Altersvorsorge für Selbständige?

Autor
Holger Grethe
Letzte Aktualisierung

Du bist selbständig oder stehst kurz vor der Existenzgründung?

Glückwunsch zu dieser Entscheidung!

Ich bin seit 2009 mein eigener Chef und habe den Schritt bis heute nicht bereut.

Auch wenn die Zeit nach dem Berufsleben noch weit weg erscheint, solltest du eine Frage nicht aktiv ausblenden:

Wovon will ich später leben?

Insbesondere Selbständige, Freiberufler und Kleinunternehmer sind gefordert, sich in Eigenregie um die Altersvorsorge zu kümmern.

Um überhaupt Vermögen aufbauen zu können, musst du allerdings zuerst deine privaten und beruflichen Finanzen organisieren.

Danach gilt es, sich einen Überblick über das Angebot von Versicherungen, Fondssparplänen, staatlich geförderten Vorsorgeverträgen und so weiter zu verschaffen.

Mit diesem Artikel bekommst die Komplettanleitung für deine Finanzen als Selbständige(r):

Schritt 1: Finanzmanagement für Selbständige

Wer als Selbständiger Vermögen bilden will, steht vor diesen 5 Herausforderungen:

#1 Wechselhaftes Einkommen

Die Arbeitsbelastung mag schwanken, der Chef mal wieder „seine Tage“ haben, die Kollegen nerven …

…auf eines können sich Angestellte verlassen wie auf das Amen in der Kirche:

Am Monatsende (alternativ in der Monatsmitte) landet das Gehalt auf dem Konto. Und zwar mehr oder weniger immer der gleiche Betrag.

Angestellte und Beamte haben eben einen Kunden (ihren Arbeitgeber), der sie pünktlich bezahlt.

Von dieser Zahlungsmoral können die meisten Selbständigen nur träumen.

Wie hoch das nächste Monatseinkommen ausfällt und wann das Geld letztlich auf dem Konto landet, lässt sich nicht sicher sagen.

Man weiß nie genau, wann die Zeiten wieder schlechter werden. Deshalb lohnt es sich, in guten Monaten ordentlich etwas auf die Seite zu packen.

Was uns zum nächsten Punkt führt:

#2 Rücklagen bilden

Insbesondere für Existenzgründer ist es eine bittere Erkenntnis:

„Das Geld, das ich von meinen Kunden bekomme, gehört gar nicht mir allein!“

Stimmt, denn einen guten Teil davon beansprucht der Staat in Form der Einkommensteuer.

Und der Umsatzsteuer. Gegebenenfalls der Gewerbesteuer. Und je nach Rechtsform auch noch der Körperschaftsteuer.

Ups.

Das Heimtückische an der Sache ist, dass die „Brutto für Netto“-Nummer eine Zeit lang sogar ganz gut funktioniert.

Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt …

…an dem man vom Finanzamt eine Nachforderung in fünfstelliger Höhe plus saftiger Steuervorauszahlungen für das laufende Jahr präsentiert bekommt.

Da hilft nur, von Anfang an Rücklagen zu bilden.

Wer immer mindestens 40 Prozent seiner Bruttoeinkünfte auf die Seite packt, sollte vor bösen Überraschungen sicher sein.

Rücklagen müssen aber nicht nur fürs Finanzamt gebildet werden.

Sondern auch um in schlechten Monaten weiterhin alle Fixkosten bedienen und Rechnungen zahlen zu können (siehe Punkt 1).

Damit kommen wir zum nächsten Problem:

#3 Trennung von privaten und beruflichen Finanzen

Ein Aufgabe, mit der sich erfahrungsgemäß viele Selbständige schwer tun.

Die Verquickung der privaten mit den beruflichen Finanzen ist aus mehreren Gründen ein Problem:

  • Es erschwert die Buchhaltung (wenn alles über ein gemeinsames Konto läuft)
  • Es erschwert die Übersicht („wie viel darf ich ausgeben?“)
  • Es verschleiert den finanziellen Status quo der eigenen Unternehmung („bin ich überhaupt profitabel?“)
  • Es erschwert strategische Entscheidungen („in welche Richtung möchte ich mein Unternehmen lenken?“)

Für die Trennung der beruflichen von den privaten Finanzen empfehle ich die 4-Konten-Lösung:

  1. Business-Girokonto: für alle beruflichen Zahlungsein- und -ausgänge
  2. Business-Tagesgeldkonto: für berufliche Rücklagen (Steuer-Rückstellungen etc.)
  3. Privates Girokonto: für alle privaten Zahlungsein- und -ausgänge
  4. Privates Tagesgeldkonto: für private Rücklagen (3-4 Nettomonatseinkommen)

Idealerweise zahlt man sich einmal pro Monat selbst ein fixes Gehalt aus.

Das Geld fließt dafür von Konto 1 (Business-Giro) auf Konto 3 (privates Giro).

Mit den Tagesgeldkonten (Konto 2 und 4) schafft man sich wiederum zwei voneinander unabhängige Pufferzonen.

Damit wird eine private Notlage nicht direkt zum unternehmerischen Problem. Wie beispielsweise ein kaputtes Auto, dessen Reparatur einen mittleren vierstelligen Betrag kostet.

Und unternehmerische Herausforderungen wirken sich nicht unmittelbar auf das Privatleben aus. Indem zum Beispiel der lang ersehnte Jahresurlaub einer Steuernachzahlung zum Opfer fällt.

Einschränkend muss man allerdings sagen, dass sich die Trennung der privaten und von den beruflichen Finanzen nie zu 100 Prozent realisieren lässt.

Warum das so ist, wird klar, wenn wir uns den nächsten Punkt ansehen:

#4 Re-Investieren oder Konsumieren?

Sein eigener Chef zu sein ist toll. Es zwingt einen aber auch dazu, ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen. Unter anderem diese:

Wie viel Gehalt gönne ich mir?

Denn selbst nachdem man ordentlich Rücklagen gebildet und für schlechte Zeiten vorgesorgt hat, bleibt die Frage:

Was tun mit dem Gewinn?

Das unternehmerische Dilemma besteht darin, zu entscheiden, wie viel Geld man sich monatlich auszahlt und für private Zwecke ausgibt. Und wie viel Geld man in sich und sein Unternehmen re-investiert.

Ein englisches Sprichwort besagt treffenderweise: „You can’t have your cake and eat it“

Es gilt, einen goldenen Mittelweg zu finden zwischen Konsum auf der einen Seite – als Belohnung für die geleistete Arbeit.

Und der Investition in seine Unternehmung auf der anderen Seite.

Selbst als Ein-Mann- beziehungsweise Eine-Frau-Unternehmen sollte man einen Teil des Gewinns in das Wachstum und die Optimierung des Geschäfts stecken.

Und nein, damit ist nicht Anschaffung eines möglichst luxuriösen Geschäftsautos gemeint …

Hast du die ersten vier Herausforderungen mit Bravour gemeistert, solltest du deinen Blick unbedingt in die Zukunft lenken:

#5 Altersvorsorge für Selbständige

Damit tun sich viele Selbständige allerdings eher schwer.

Sie sind vollkommen ausgelastet mit dem Aufbau und dem Betrieb ihres Unternehmens, dass sie kaum einen Gedanken an Morgen verschwenden.

Und auch beim Vermögensaufbau steht man wieder vor der kniffeligen Frage:

Investiere ich in mich selbst (Altersvorsorge) oder lieber in mein Unternehmen?

Dabei lassen sich die beiden Punkte in vielen Fällen gar nicht klar voneinander trennen.

Denn der Verkauf eines erfolgreichen Unternehmens kann in der Zukunft theoretisch alle Altersvorsorge-Probleme mit einen Schlag lösen.

Muss er aber nicht …

Problematisch wird es, wenn der Gewinn Jahr für Jahr zu niedrig ist, um über das alltägliche Geschäft hinaus noch langfristige Rücklagen bilden zu können.

Wenn dadurch die eigene Arbeitskraft zeitlebens der einzige Vermögenswert bleibt.

Wer sich mit Anfang 20 selbständig macht, hat sicher ein paar Jahre Zeit, das Thema Vermögensbildung ohne schlechtes Gewissen zu verdrängen.

Wer später in die Selbständigkeit einsteigt, sollte das Problem der Altersvorsorge nicht in alle Ewigkeit prokrastinieren, nach dem Motto:

„Ich fang ganz bestimmt an zu sparen, sobald meine Selbständigkeit mal irgendwann besser läuft!“

Über Risiko und Vermögen

Die Sicherung deiner finanziellen Zukunft solltest du in zwei Schritten angehen: Risikoabsicherung und Vermögensaufbau.

Leider werden diese zwei Dinge viel zu häufig in einen Topf geschmissen.

Bei der Risikoabsicherung geht es darum, existenzbedrohende Risiken gegen Gebühr an ein Versicherungsunternehmen abzutreten.

Vermögensbildung bedeutet, möglichst viel Kapital anzusparen und durch eine positive Rendite zu vermehren.

Es ist wichtig, den einen Schritt erst nach dem anderen zu tun …

Schritt 2: Lebensrisiken absichern

Um diese vier existenzbedrohlichen Risiken musst du dich unbedingt kümmern:

#1 Risiko Krankheit

Eine Krankenversicherung ist absolute Pflicht. Dabei ist völlig zweitrangig, ob gesetzlich oder privat.

Hauptsache versichert.

Empfehlenswert ist auch eine Krankentagegeldversicherung, die den Verdienstausfall während (längerer) Krankheitsphasen kompensiert.

Sie lässt sich in der Regel an die Krankenversicherung als Zusatzleistung „andocken“.

#2 Risiko Berufsunfähigkeit

Auch wenn der Versicherungsschutz teuer ist:

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung empfiehlt sich für den Fall, dass du aus gesundheitlichen Gründen kein Einkommen mehr aus deinem Beruf erzielen kannst.

#3 Risiko Haftpflichtschaden

Wer fahrlässig einen Sach- oder Personenschaden verursacht, muss Schadensersatz leisten.

Man haftet mit seinem gesamten Vermögen und auch große Teile des Einkommens können gepfändet werden, um den Schaden auszugleichen.

Eine Privathaftpflichtversicherung ist daher unverzichtbar.

Bei bestimmten Berufen empfiehlt sich zudem eine spezielle Berufshaftpflichtversicherung, die für Personen- und Vermögensschäden aufkommt.

#4 Risiko Tod

Wenn du Kinder hast und einen wesentlichen Teil zum Haushaltseinkommen beisteuerst, solltest du eine Risikolebensversicherung (RLV) abschließen.

Im Falle deines Todes ist damit für die Nachkommen gesorgt.

Im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung ist die reine Risikolebensversicherung vergleichsweise kostengünstig.

Hast du alle elementaren Risiken abgedeckt?

Tipp: Beim Bund der Versicherten kannst du dich unabhängig von den Interessen der Versicherungswirtschaft über die Policen informieren, die dir noch fehlen.

Ich will es noch einmal betonen:

Ohne Absicherung der elementaren Lebensrisiken macht der Aufbau eines Vermögens zur Altersvorsorge keinen Sinn.

Zu groß ist die Gefahr, dass das angesparte Kapital im Falle eines Worst-Case-Szenarios angezapft oder gar aufgebraucht werden muss.

Also, erst absichern und dann weiter machen mit …

Schritt 3: Vermögen bilden

Welche Optionen stehen dir nun zur Verfügung, um für später Vermögen aufzubauen?

Zuerst solltest du klären, ob du in einer Berufsgruppe tätig bist, die der Versicherungspflicht unterliegt:

Bist du pflichtversichert?

In bestimmten Fällen müssen auch Selbständige entweder in die gesetzliche Rentenversicherung oder ein berufsständisches Versorgungswerk einzahlen.

Bei der Deutschen Rentenversicherung ist übrigens auch eine freiwillige Mitgliedschaft für Selbständige möglich.

Ob das sinnvoll ist, sei mal dahingestellt …

So funktioniert Vermögensaufbau

In der Ansparphase legt man regelmäßig Geld zurück und sorgt durch gute Investitionsentscheidungen dafür, dass sich dieses vermehrt.

In der Entsparphase zehrt man von dem Kapital, das man während der Ansparphase angehäuft hat.

Schauen wir uns nun vier Optionen an, mit denen Selbständige langfristig Vermögen aufbauen können:

  • Lebensversicherungen (Rentenversicherungen)
  • Basis-Rente (Rürup-Rente)
  • Investition in Immobilien (selbstgenutzt oder fremdvermietet)
  • Investition in Wertpapiere (Aktien und Anleihen)

Gehen wir alle Optionen der Reihe nach durch …

Lebensversicherungen (Rentenversicherungen)

Diese werden in drei Varianten angeboten:

#1 Klassische Lebens- und Rentenversicherung

Bei klassischen Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen lässt die Kostenstruktur kaum mehr als ein Nullsummenspiel erwarten. Sprich:

Am Ende kannst du froh sein, wenn du das raus bekommst, was du zuvor über lange Jahre eingezahlt hast.

Von einer Kapitalvermehrung darf man angesichts kaum vorhandener Zinsen wohl nur noch träumen.

Der Höchstrechnungszins, auch Garantiezins genannt, beträgt für neu abgeschlossene Lebensversicherungen nur noch 0,9 Prozent.

Von 100 eingezahlten Euro werden aber höchstens 90 Euro angelegt.

Denn durchschnittlich 11 Prozent der eingezahlten Beiträge gehen bei den Lebensversicherern für die Kosten des Versicherungsbetriebs (Verwaltung, Abschlussprovisionen, Vertrieb etc.) drauf.

Experten (*) rechnen mit einem Renditeverlust von etwa 1,6 Prozent pro Jahr, der Kunden von Lebensversicherungen auf diese Weise entsteht.

Kosten und Inflation addieren sich zusammen auf gute 3,6 Prozent, die Lebensversicherer jedes Jahr erwirtschaften müssten, damit am Ende wenigstens eine schwarze Null bei der Rendite steht.

Das erscheint in der jetzigen Niedrigzinsphase utopisch.

Nicht viel besser sieht es bei der nächsten Variante aus:

#2 Fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen

Durch das Investment in Aktienfonds beziehungsweise Mischfonds versprechen diese zwar eine höhere Bruttorendite als zinsbasierte Sparverträge.

Dafür hieven sie aber weitere Gebühren mit an Bord, die letztendlich zu mickrigen Nettorenditen führen:

Zu den 1,6 Prozent Renditeverlust für den „Versicherungsmantel“ addieren sich Verwaltungsgebühren von durchschnittlich 1,3 Prozent für den Fondssparplan.

Hinzu kommen noch etwa 1,5 Prozent Transaktionskosten, die aktiv gemanagten Fonds durch häufiges Handeln von Wertpapieren intern entstehen.

Insgesamt mehr als 4 Prozent Renditeverlust pro Jahr lassen den Abschluss einer fondsgebundenen Versicherung wenig attraktiv erscheinen.

Die Versicherungbranche scheint die Zeichen der Zeit aber erkannt zu haben und bietet mittlerweile neue Produkte an:

#3 ETF-Rentenversicherungen mit Nettotarif

Diese setzen auf kostengünstige Indexfonds (ETFs) und bieten gegenüber den davor genannten Varianten zwei Vorteile:

  1. Geringe Kosten des Versicherungsmantels (ca. 0,5 Prozent pro Jahr)
  2. Geringe Kosten auf Fondsebene (ca. 0,2 Prozent pro Jahr)

Anstelle von hohen Abschlussprovisionen treten bei Nettotarifen (Honorartarifen) einmalige Vermittlungskosten für einen Honorarberater.

Ohne diesen lässt sich eine Versicherung zum Nettotarif nicht abschließen.

Was man grundsätzlich bei fondsgebundenen Rentenversicherungen beachten sollte:

Es gibt keine Beitragsgarantie. Das bedeutet, es sind (theoretisch) auch Verluste möglich.

Was angesichts einer durchschnittlichen Aktienmarktrendite von ca. 6 Prozent pro Jahr allerdings unwahrscheinlich ist.

Steuervorteile bei der Rentenversicherung

Die Erträge aus einer Rentenversicherung werden bei der Auszahlung nur hälftig besteuert.

An diesen Steuervorteil knüpfen sich allerdings zwei Bedingungen:

  1. Der Vertrag muss mindestens 12 Jahre laufen
  2. Der Empfänger muss mindestens 63 Jahre alt sein

Wird statt der Kapitalausschüttung eine lebenslange Rentenzahlung gewählt, wird der sogenannte Ertragsanteil besteuert. Dessen Höhe ist abhängig vom Alter des Versicherungsnehmers bei Rentenbeginn.

Steuerliche Vorteile bereits während der Ansparphase verspricht die nächste Produktkategorie:

Basisrente (Rürup-Rente)

Bei der Basis- oder Rürup-Rente handelt es sich um einen Ersatz der gesetzlichen Rente.

Dementsprechend reglementiert sind Anlagprodukte, die Versicherungsanbieter und Kapitalanlagegesellschaften unter dieser Bezeichnung anbieten dürfen.

Wie bei der Rentenversicherung (siehe oben) stehen die folgenden drei Varianten zur Verfügung:

  1. klassische Basisrente
  2. fondsgebundene Basisrente
  3. ETF-Basisrente mit Nettotarif

Insbesondere für Gutverdiener interessant ist die …

Steuerliche Förderung der Rürup Rente

In der Ansparphase können 84 Prozent der Beiträge bis zu einer Höchstgrenze von 23.362 Euro (Stand 2017) als Sonderausgaben steuermindernd geltend gemacht werden.

Jedes Jahr steigt der steuerlich anrechenbare Teil um 2 Prozentpunkte und erreicht im Jahr 2025 schließlich 100 Prozent.

Im Gegenzug müssen die Auszahlungen eines Rürup-Vertrags in der späteren Entsparphase voll versteuert werden.

Hintergrund ist das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung von Alterseinkünften.

Staatliche Zulagen (analog zur Riester-Rente) werden bei der Basisrente in der Ansparphase nicht gewährt.

Der Abschluss einer Basisrente lohnt sich damit nur dann, wenn die Steuerlast in der Ansparphase (deutlich) höher ausfällt als im Rentenalter.

Nur, wie soll man das am Anfang oder inmitten seiner beruflichen Laufbahn wissen?

Was passiert, wenn das Einkommen im Laufe des Lebens stark schwankt? Erst steigt, dann wieder sinkt? Oder lange stagniert und erst sehr spät steigt?

Die Schattenseiten der Basisrente

Die wichtigsten Nachteile im Überblick:

  • Der Vertrag kann vor Rentenbeginn nicht gekündigt, sondern nur beitragsfrei gestellt werden (die Kosten laufen allerdings weiter und dezimieren das eingezahlte Kapital).
  • Das eingezahlte Kapital darf nur in Form einer lebenslangen Rente frühestens ab dem 62. Lebensjahr ausgezahlt werden.
  • Der Knackpunkt: Stirbt man wenige Jahre nach Renteneintritt, fällt das nicht ausgezahlte Kapital an die Versichertengemeinschaft.
  • Eine Rürup-Rente kann nur durch Zusatzvereinbarungen im Vertrag an Ehepartner (seit 2013 auch an eingetragene Lebenspartner) oder Kinder (Bedingung: Kindergeldanspruch) in Form einer Hinterbliebenenrente vererbt werden.

Ein beliebtes Gestaltungsmittel bei Abschluss der Rürup Rente ist die …

Kopplung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Durch die Kombination von Rürup-Vertrag und Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ) werden zwar die BUZ-Beiträge steuerlich absetzbar.

Im Leistungsfall muss die Berufsunfähigkeitsrente dann allerdings voll versteuert werden.

Bei einer eigenständigen Berufsunfähigkeitsversicherung wird hingegen nur der Ertragsanteil besteuert.

Ein weiterer Nachteil:

Ist man durch einen finanziellen Engpass gezwungen, die Rürup Rente beitragsfrei zu stellen, wirkt sich dies nachteilig auf die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente aus.

Mit einer Rürup-Rente begibt man sich leider in ein ziemlich starres Vertragskorsett.

Wie wäre es da mit etwas Handfestem und einer …

Investition in Immobilien

Wer in echtes „Betongold“ investieren will, hat diese beiden Möglichkeiten:

#1 Das Eigenheim

Das kreditfinanzierte Kauf einer selbstgenutzten Immobilie ist für Selbständige keine unriskante Angelegenheit.

Ein (hohes) Immobiliendarlehen stellt nichts anderes als die Verpflichtung auf ein bestimmtes Einkommensniveau dar.

Daraus ergibt sich ein „Zwangsspareffekt“, denn mit einer kreditfinanzierten Immobilie wird man regelrecht zum Sparen gezwungen.

Auf den Vermögensaufbau wirkt sich dieser Effekt positiv aus.

In wirtschaftlich schlechten Zeiten kann er jedoch schnell zu einem ordentlichen Stressfaktor in der Selbständigkeit werden.

Es ist bei weitem unkomplizierter, in eine günstigere Mietwohnung zu ziehen, als ein Eigenheim loszuwerden, das einen finanziell überfordert.

Ausführliche Informationen über die Vor- und Nachteile eines Eigenheims findest du in diesem Artikel:

Kaufen oder Mieten – Ist die Miete rausgeworfenes Geld?

#2 Die Mietimmobilie

Der Kauf einer Wohnimmobilie zur Vermietung ist ebenfalls ein bewährter Weg, um langfristig Vermögen aufzubauen.

Allerdings ist dies für Selbständige mit mehreren Nachteilen verbunden:

Es braucht ein gewisses Know-how, um bei der Auswahl der Mietimmobilie keine gravierenden Fehler zu machen.

Angesichts des gegenwärtigen Immobilienbooms sind attraktive Anlageobjekte mittlerweile Mangelware, was einen höheren Recherche-Aufwand notwendig macht.

Es muss dir klar sein, dass Immobilien als Kapitalanlage einen nicht unerheblichen Zeiteinsatz erfordern.

Zeit, die dir als Selbständiger an anderer Stelle fehlt …

Hinzu kommt: Mit dem Kauf einer einzigen Immobilie holst du dir ein Klumpenrisiko an Bord.

Insbesondere für Selbständige mit wenig Eigenkapital sind Immobilien daher keine ideale Lösung.

Ausführliche Informationen über die Vor- und Nachteile von Immobilien als Kapitalanlage findest du in diesem Artikel:

Immobilien kaufen und vermieten: Lohnt sich das?

Kommen wir zur vierten Option, um als Selbständiger Vermögen aufzubauen:

Investition in Wertpapiere

Ein in Eigenregie geführtes Wertpapierdepot ist die aus meiner Sicht beste Altersvorsorge für Selbständige. Dafür sprechen vier Gründe:

#1 Hohe Rendite

Langfristig bieten Aktien die höchste Rendite aller Anlageklassen. Diese betrug in den letzten 200 Jahren durchschnittlich 6 Prozent pro Jahr – nach Abzug der Inflation!

Dafür muss man allerdings zwischenzeitliche Wertschwankungen des Portfolios in Kauf nehmen.

#2 Niedrige Kosten

Die Investition in kostengünstige Indexfonds – Exchange Traded Funds (ETFs) – ist mit nur geringen Verwaltungsgebühren und Transaktionskosten verbunden.

Und je geringer die Kosten eines Investments, desto mehr bleibt dir vom Gewinn übrig.

#3 Geringer Zeitaufwand

Die Verwaltung und Pflege eines gut strukturierten ETF-Portfolios kosten keine fünf Stunden Arbeit – pro Jahr!

Anfangs ist natürlich ein gewisser Zeiteinsatz notwendig, um sich das notwendige Know-How fürs passive Investieren mit ETFs zu erarbeiten.

#4 Gute Risikostreuung

ETFs enthalten Aktien oder Anleihen von einer Vielzahl von Unternehmen. Richtig eingesetzt lassen sich die damit verbundenen Risiken breit streuen.

Weitere Vorteile eines Wertpapierdepots: Es gibt …

  • keine Vertragslaufzeit mit fixen Beiträgen
  • keine Abschluss- und Vertriebskosten
  • keine überzogenen Storno- und Verwaltungsgebühren
  • keine Abhängigkeit von nur einem Versicherungsunternehmen

Schlusswort

Egal für welchen Weg du dich am Ende entscheidest:

Wichtig ist, dass du überhaupt für später Vermögen aufbaust.

Es spricht auch nichts dagegen, zwei oder drei der genannten Anlagemöglichkeiten miteinander zu kombinieren.

Denn die Risiken bei der Geldanlage zu streuen, ist in jedem Fall eine gute Idee!

Autor: Holger Grethe
Holger hat Zendepot Anfang 2013 gegründet und dort als einer der ersten deutschen Blogger regelmäßig über passives Investieren mit ETFs und weitere Finanzthemen informiert. Im Juni 2021 beschloss Holger, das Projekt Zendepot für sich abzuschließen, um sich auf sein Kerngeschäft, die eigene Praxis, zu konzentrieren. Die Beiträge von Holger können jedoch weiterhin im Zendepot-Blog abgerufen werden.