Aktien kaufen 2026: Schritt für Schritt zur ersten Aktie
Aktien kaufen ist heute einfacher denn je. Ihr braucht dafür weder viel Geld noch jahrelange Börsenerfahrung. Mit einem Wertpapierdepot könnt ihr schon mit kleinen Beträgen investieren. Bevor ihr eure erste Order platziert, solltet ihr allerdings wissen, worauf es beim Aktienkauf ankommt.
In diesem Artikel zeigen wir euch Schritt für Schritt, wie ihr eure erste Aktie kauft, worauf ihr bei der Auswahl achten solltet und welche Kosten und Steuern auf euch zukommen.

Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Entwickelt sich das Unternehmen erfolgreich, kann der Wert eurer Aktie steigen. Läuft das Geschäft schlecht, kann sie aber auch an Wert verlieren.
Um Aktien zu kaufen, braucht ihr ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Das ist ein spezielles Konto, über das ihr Wertpapiere kaufen, verkaufen und verwahren könnt.
Mit Einzelaktien investiert ihr gezielt in einzelne Unternehmen. Das bietet Chancen auf hohe Renditen, erhöht aber auch das Risiko: Entwickelt sich das Unternehmen schlecht, könnt ihr viel Geld verlieren.
Bevor ihr eine Einzelaktie kauft, solltet ihr das Unternehmen genau prüfen. Geschäftsmodell, Kennzahlen und der langfristige Kursverlauf helfen bei der Einschätzung.
Beim Kauf fallen Ordergebühren und Spread an. Gewinne beim Verkauf werden mit 26,375 % Kapitalertragsteuer besteuert. Bis zu 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr sind steuerfrei.
Was ist eine Aktie?
Eine Aktie ist ein handelbarer Anteil an einem Unternehmen. Kauft ihr eine Aktie, werdet ihr Miteigentümer dieses Unternehmens – wenn auch nur zu einem sehr kleinen Teil. Wer eine Apple-Aktie besitzt, hält einen winzigen Anteil an Apple. Mit einer SAP-Aktie gehört euch entsprechend ein kleiner Teil von SAP.
Damit sitzt ihr im selben Boot wie alle anderen Aktionär:innen: Entwickelt sich das Unternehmen erfolgreich, steigt oft auch der Wert eurer Aktie. Läuft das Geschäft schlechter, kann der Aktienkurs fallen. Ihr profitiert also von guten Geschäftsjahren, tragt aber auch das unternehmerische Risiko mit.
Aktien werden an der Börse gehandelt. Während die Börse geöffnet ist, bewegt sich der Kurs einer Aktie ständig. Kaufen gerade viele Anleger:innen eine bestimmte Aktie, steigt ihr Preis. Wollen viele gleichzeitig verkaufen, fällt er. Der Marktmechanismus ist derselbe wie überall: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.
Es gibt zwei Wege, mit Aktien Geld zu verdienen: durch Kursgewinne und Dividenden.
Kursgewinne: Ihr kauft eine Aktie und verkauft sie später zu einem höheren Preis. Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis ist euer Gewinn.
Dividenden: Einige Unternehmen schütten regelmäßig einen Teil ihres Gewinns an ihre Aktionär:innen aus. Diese Ausschüttung nennt man Dividende. Sie erfolgt meist jährlich, halbjährlich oder quartalsweise. Wer also beispielsweise 1.000 € in eine Aktie mit 3 % Dividendenrendite investiert, erhält dafür 30 € pro Jahr, ohne eine Aktie zu verkaufen.
Allerdings schüttet nicht jedes Unternehmen eine Dividende aus. Wachstumsorientierte Unternehmen wie z. B. Tesla oder Amazon zahlen keine Dividenden. Sie bieten dafür aber höheres Kurssteigerungspotenzial. Reifere Konzerne wie Coca-Cola oder Allianz wachsen langsamer, schütten aber verlässlich Dividenden aus.
Warum investieren Menschen in Aktien?
Der wichtigste Grund, um an der Börse Geld anzulegen, sind die Renditeaussichten. Ein Tagesgeldkonto wirft je nach Zinsphase einen geringen Zinssatz ab, oft zwischen 0 und 3 %. Der globale Aktienmarkt hat historisch hingegen im Schnitt 5 bis 7 % pro Jahr erzielt, nach Inflation gerechnet.
Was dieser Unterschied über einen langen Zeitraum bedeutet, zeigt ein konkretes Beispiel: Zunächst schauen wir uns an, wie sich 10.000 € auf einem Tagesgeldkonto mit 2 % Zinsen über 20 Jahre entwickeln:
Zum Vergleich haben wir dieselben 10.000 € über denselben Zeitraum am Aktienmarkt investiert. Dabei haben wir eine durchschnittliche Rendite von 7 % pro Jahr angenommen:
Der Unterschied ist deutlich:
Auf dem Tagesgeldkonto wären aus 10.000 € bei 2 % Zinsen nach 20 Jahren rund 14.859 € geworden. Der Zuwachs beträgt also knapp 4.900 €.
Bei einer durchschnittlichen Rendite von 7 % am Aktienmarkt fällt das Ergebnis ganz anders aus. Aus denselben 10.000 € wären nach 20 Jahren rund 38.697 € geworden. Das entspricht einem Vermögenszuwachs von knapp 28.700 €.
Das Beispiel zeigt, welchen Unterschied der Zinseszinseffekt über einen langen Zeitraum machen kann. Je höher die durchschnittliche Rendite und je länger das Geld investiert bleibt, desto stärker kann das Vermögen wachsen.
Hinzu kommt der Inflationsschutz. Geld, das unverzinst auf einem Girokonto liegt, verliert durch die Inflation schleichend an Kaufkraft. Aktien hingegen gehören zu den wenigen Anlageformen, die langfristig über der Inflation lagen.
Was braucht man, um Aktien zu kaufen?
Für den Aktienkauf braucht ihr ein Wertpapierdepot. Das Depot ist so etwas wie ein digitaler Tresor: Dort werden eure Aktien, ETFs und Fonds verwahrt, sobald ihr sie kauft. Einen festen Mindestanlagebetrag gibt es nicht. Bei manchen Brokern könnt ihr sogar Bruchteile von Aktien kaufen und so mit kleinen Beträgen, oft schon 1 €, einsteigen.

Um in Aktien, ETFs oder Fonds zu investieren, benötigt ihr ein Depot.
Am günstigsten sind Online-Broker wie Trading 212, Trade Republic oder Scalable Capital. Wenn ihr auf die persönliche Beratung einer Filialbank verzichten könnt, sind sie die beste Option.
Ihr seid noch auf der Suche nach einem Depot? Wir haben 17 Anbieter ausgiebig getestet:
Welche Aktienprodukte gibt es?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, in Aktien zu investieren. Statt einzelne Aktien auszuwählen, könnt ihr auch in aktiv gemanagte Fonds oder passive ETFs investieren. Während ihr bei Einzelaktien selbst entscheidet, in welche Unternehmen ihr investiert, bündeln Fonds und ETFs euer Geld und verteilen es auf viele verschiedene Aktien.
Einzelaktien: Die Wette auf ein Unternehmen
Wer Einzelaktien kauft, investiert direkt in ein bestimmtes Unternehmen – zum Beispiel in Microsoft, Siemens oder LVMH. Ihr entscheidet selbst, welche Unternehmen in euer Depot kommen, wie viel ihr investiert und wann ihr kauft oder verkauft.
Das hat seinen Reiz: Wer das richtige Unternehmen zur richtigen Zeit kauft, kann überdurchschnittlich hohe Renditen erzielen. Immer wieder gibt es Aktien, die ihren Wert innerhalb weniger Jahre vervielfachen.
Im Gegenzug ist aber auch das Risiko höher, dass ihr Verluste macht. Gerät ein Unternehmen in Schwierigkeiten oder geht im Extremfall sogar insolvent, kann eure Investition stark an Wert verlieren oder sogar vollständig verloren sein.
Um dieses Risiko zu verringern, solltet ihr euer Geld auf viele Unternehmen verteilen. Ein breit gestreutes Portfolio aus Einzelaktien aufzubauen, ist allerdings aufwendig und erfordert Zeit, Wissen und ausreichend Kapital.
Aktiv gemanagte Fonds: Profis übernehmen die Auswahl
Aktienfonds sind Körbe aus vielen Einzelaktien. Mit einem einzigen Fondsanteil investiert ihr dadurch gleichzeitig in viele verschiedene Unternehmen. Welche Aktien gekauft oder verkauft werden, entscheidet ein professionelles Fondsmanagement.
Der Vorteil: Ihr müsst euch weder um die Auswahl einzelner Unternehmen noch um die Zusammenstellung eines breit gestreuten Portfolios kümmern.

Aktive Fonds werden von einer Fondsmanagerin oder einem Fondsmanager betreut – das kostet Geld.
Dieser Service kostet allerdings Geld. Aktiv gemanagte Fonds verlangen jährliche Verwaltungsgebühren, die häufig zwischen 1 und 2 % liegen. Das klingt zunächst wenig, summiert sich über viele Jahre jedoch erheblich. Hinzu kommt: Studien wie die von SPIVA zeigen, dass die meisten aktiv gemanagten Fonds langfristig nicht besser abschneiden als günstige ETFs.
ETFs: Mit einem Kauf breit gestreut investieren
ETFs funktionieren ähnlich wie Aktienfonds: Mit einem einzigen Kauf investiert ihr gleichzeitig in viele verschiedene Unternehmen. Der große Unterschied ist, dass ETFs nicht aktiv verwaltet werden. Stattdessen bilden sie einen Börsenindex wie den MSCI World oder den DAX automatisch nach.
Dadurch sind sie deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds: Die TER (Total Expense Ratio) liegt bei vielen ETFs unter 0,2 % pro Jahr.

Mit einem ETF investiert ihr passiv in viele Unternehmen gleichzeitig.
Mit wie vielen Unternehmen ihr investiert seid, hängt vom jeweiligen Index ab. Investiert ihr beispielsweise in einen Welt-ETF auf den MSCI World, seid ihr gleichzeitig an rund 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern beteiligt. Historisch haben breit gestreute Welt-ETFs langfristig durchschnittliche Renditen von etwa 5 bis 7 % pro Jahr erzielt.
Der Nachteil: Mit einem breit gestreuten ETF sind extreme Renditen einzelner Erfolgsaktien nicht möglich. Wer 1997 1.000 US-Dollar in das damals noch unbekannte Unternehmen Amazon investiert hätte, säße heute auf rund 2,5 Millionen US-Dollar. Solche Renditen sind mit breit gestreuten ETFs kaum möglich – dafür ist auch das Risiko deutlich geringer.
Aspekt | Einzelaktien | Aktiv gemanagte Fonds | ETF |
|---|---|---|---|
Chance auf hohe Rendite | ✔ Ja, aber hohe Varianz | ➞ Möglich, aber selten | ➞ Moderat (5–7 % p. a. erwartet) |
Risiko von Totalverlust | ⚠️ Ja, bei Unternehmenspleite | ✔ Quasi ausgeschlossen | ✔ Quasi ausgeschlossen |
Emotionale Belastung | ⚠️ Hoch | ✔ Niedrig | ✔ Niedrig |
Zeitaufwand | ⚠️ Hoch (Analyse, Monitoring) | ✔ Niedrig | ✔ Niedrig |
Kosten | ⚠️ Ordergebühren pro Kauf | ⚠️ TER 1–2 % p.a. | ✔ TER unter 0,2 % p. a. |
Lernkurve | ✔Steil | ➞ Moderat | ➞ Moderat |
Für Anfänger:innen geeignet? | ⚠️ Eher nein | ➞ Bedingt | ✔ Ja |
5 Schritte: So kauft ihr eure erste Aktie
Vom leeren Depot bis zur ersten Aktie im Portfolio sind es nur wenige Schritte. Die Depoteröffnung dauert etwa 15 Minuten, die erste Order ist in wenigen Klicks platziert.
In den folgenden fünf Schritten zeigen wir euch den gesamten Ablauf. Der Prozess ist bei allen Brokern sehr ähnlich. Wir haben fünf populäre Broker herausgesucht, um die einzelnen Schritte zu visualisieren:
Schritt 1: Depot eröffnen
Die Eröffnung läuft heutzutage bei den meisten Brokern vollständig online ab. Sie dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Ihr braucht dafür einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, eure Steueridentifikationsnummer sowie ein deutsches Referenzkonto, das auf euren Namen läuft.
Die Identitätsprüfung läuft per Video-Ident direkt in der App, per Post-Ident in einer Postfiliale oder bei manchen Brokern per eID, der Online-Ausweisfunktion des Personalausweises.
Die Depoteröffnung bei Scalable Capital startet direkt, nachdem ihr die App heruntergeladen habt.
Schritt 2: Geld überweisen
Sobald euer Depot aktiv ist, überweist ihr Geld von eurem Referenzkonto auf das Verrechnungskonto eures Depots. Die Kontoverbindung findet ihr in der App des Brokers. Sobald das Geld gutgeschrieben ist, könnt ihr handeln.

Bei Trade Republic tippt ihr auf den „Überweisen“-Button, um Geld einzuzahlen.
Schritt 3: Aktie auswählen
Über die Suchfunktion im Depot findet ihr jede Aktie über den Unternehmensnamen oder die ISIN, eine zwölfstellige internationale Wertpapierkennnummer. Jede Aktie hat eine individuelle ISIN, so kann es nicht zu Verwechslungen kommen.

Bei SMARTBROKER + findet ihr eure Wunschaktie über die Suchfunktion.
Schritt 4: Order platzieren
Bei den meisten Brokern ist der günstigste Börsenplatz bereits vorausgewählt. Falls nicht, ist der Handelsplatz Xetra während der Haupthandelszeiten von 9:00 bis 17:30 Uhr eine sichere Option – dann sind viele Käufer:innen und Verkäufer:innen aktiv und die Preisunterschiede zwischen Kauf- und Verkaufskurs fallen in der Regel geringer aus.
Anschließend legt ihr die Stückzahl fest und wählt den Ordertyp. Bei einer normalen Market-Order wird die Order zum nächstbesten verfügbaren Preis ausgeführt. Bei einer Limit-Order legt ihr einen maximalen Kaufpreis fest. Gerade bei weniger liquiden Wertpapieren oder außerhalb der Haupthandelszeiten kann eine Limit-Order sinnvoll sein.

Trading 212: Habt ihr alles ausgewählt, seht ihr eine Übersicht über euren Kaufauftrag.
Neben dem Einzelkauf gibt es noch eine zweite Möglichkeit: den Sparplan. Dabei investiert ihr monatlich automatisch einen festen Betrag in eine Aktie, ohne jedes Mal selbst aktiv werden zu müssen.
Schritt 5: Nach dem Kauf
Nach der Ausführung erscheint die Aktie in eurem Depot. Ihr erhaltet eine Orderbestätigung, in der der genaue Kaufkurs, die Stückzahl, die angefallenen Gebühren und der Gesamtbetrag stehen. Ab diesem Moment könnt ihr den Kursverlauf tagesaktuell verfolgen und seht direkt im Depot, was ihr mit der Aktie gewonnen oder verloren habt – absolut in Euro und prozentual.

Ihr könnt immer schauen, wie euer Investment läuft – hier am Beispiel von der ING.
Ab hier heißt es: abwarten. Wer täglich ins Depot schaut und bei jeder Kursschwankung reagiert, trifft erfahrungsgemäß schlechtere Entscheidungen. Aktien kauft ihr mit einem langen Anlagehorizont – kurzfristige Schwankungen sind normal und kein Grund zur Sorge.
Was solltet ihr beim Kauf einzelner Aktien beachten?
Wenn ihr in ETFs oder Fonds investiert, übernimmt der Fonds oder der zugrunde liegende Index die Auswahl der Unternehmen für euch. Natürlich solltet ihr auch hier verstehen, worin ihr investiert. Mit einzelnen Unternehmen müsst ihr euch aber nicht intensiv beschäftigen.
Bei Einzelaktien ist das anders. Hier entscheidet ihr selbst, welche Unternehmen in euer Depot kommen. Weil das Risiko einer Fehlentscheidung deutlich höher ist, solltet ihr jede Aktie vor dem Kauf genau prüfen. Vier Punkte sind dabei besonders wichtig:
Geschäftsmodell: Versteht, womit das Unternehmen Geld verdient
Investiert nicht in Unternehmen, die ihr nicht kennt. Ihr solltet zumindest in den Grundzügen verstehen, womit ein Unternehmen sein Geld verdient.
Bei weniger bekannten Unternehmen lohnt es sich, noch tiefer einzusteigen: Hier hilft beispielsweise ein Blick in die Quartalszahlen oder in die Bilanz. Wie ein Unternehmen tatsächlich Geld verdient, ist nämlich nicht immer so offensichtlich, wie es auf den ersten Blick scheint – das gilt selbst für die bekanntesten Konzerne der Welt.
McDonald's ist ein gutes Beispiel dafür. Der Konzern verdient sein Geld nämlich nicht nur mit Burgern und Pommes: Ein großer Teil der Gewinne kommt durch Immobilien. McDonald's besitzt einen Großteil der Grundstücke und Gebäude, auf denen seine Restaurants stehen, und vermietet sie an Franchisenehmer:innen. Die Burger sind das Mittel zum Zweck, nicht das eigentliche Geschäft.
Chart: Wie hat sich die Aktie entwickelt?
Ein Blick auf den langfristigen Kursverlauf hilft euch, ein Gefühl für die Schwankungsbreite einer Aktie zu bekommen. Wie stark ist der Kurs in der Vergangenheit eingebrochen? Wie lange hat eine Erholung gedauert? Das sagt nichts darüber aus, wie sich die Aktie künftig entwickeln wird – aber es zeigt euch, mit welchem Auf und Ab ihr rechnen könnt, wenn ihr investiert.

Das Auf und Ab der Netflix-Aktie.
Kennzahlen: KGV, Dividendenrendite & Co. im Blick
Neben Geschäftsmodell und Kursverlauf helfen verschiedene Kennzahlen bei der Auswahl der Aktien. Eine davon ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Es zeigt, wie teuer eine Aktie im Verhältnis zum Unternehmensgewinn bewertet ist.
Als Faustregel gilt: Ein KGV unter 10 spricht eher für eine günstige Bewertung, über 20 für eine teure. Ob das stimmt, hängt aber immer vom Kontext ab – Wachstum, Branche und Zukunftsaussichten spielen genauso eine Rolle.
Wer zusätzlich regelmäßige Ausschüttungen möchte, schaut auf die Dividendenrendite: Sie gibt an, wie viel ein Unternehmen jährlich pro Aktie auszahlt, gemessen am aktuellen Kurs.
Für genauere Bewertungen gibt es noch weitere Aspekte, die ihr analysieren könnt, wie zum Beispiel:
Gewinn pro Aktie (EPS)
Der EPS zeigt, wie viel Gewinn auf eine einzelne Aktie entfällt. Steigt der EPS über mehrere Jahre kontinuierlich, ist das ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen profitabler wird. Sinkender EPS kann dagegen ein Warnsignal sein, selbst wenn der Umsatz wächst.Umsatzwachstum
Wächst der Umsatz eines Unternehmens von Jahr zu Jahr? Und wenn ja, wie stark? Stabiles Wachstum über mehrere Jahre ist aussagekräftiger als ein einzelnes gutes Quartal. Wichtig: Umsatzwachstum allein sagt nichts darüber aus, ob das Unternehmen auch profitabel wirtschaftet.Cashflow
Der Cashflow zeigt, wie viel Geld tatsächlich in ein Unternehmen fließt und wieder herauskommt. Während der Gewinn durch Buchungseffekte verzerrt sein kann, lügt der Cashflow selten. Besonders relevant ist der freie Cashflow: Er zeigt, wie viel Geld nach allen Investitionen übrig bleibt und zum Beispiel für Dividenden oder den Schuldenabbau genutzt werden kann.Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity)
Der Verschuldungsgrad setzt das Fremdkapital ins Verhältnis zum Eigenkapital. Er zeigt, wie stark ein Unternehmen auf Schulden angewiesen ist. Eine hohe Verschuldung ist nicht automatisch schlecht, kann aber in Krisenzeiten und bei steigender Inflation gefährlich werden, wenn Zinszahlungen das Ergebnis belasten.Return on Equity (ROE)
Der ROE zeigt, wie effizient ein Unternehmen das Eigenkapital seiner Aktionär:innen einsetzt, um Gewinne zu erzielen. Ein hoher ROE bedeutet: Das Unternehmen erzielt mit dem vorhandenen Kapital überdurchschnittlich viel Gewinn. Als Orientierung gilt ein ROE über 15 % als gut.
Nicht alles auf eine Karte setzen
Auch wenn ihr von einem Unternehmen überzeugt seid, solltet ihr nicht alles auf eine Karte setzen. Selbst starke Unternehmen können unerwartet unter Druck geraten: durch einen Skandal, einen Technologiewandel, einen neuen Konkurrenten oder schlicht eine schlechte Quartalszahl. Verteilt euer Kapital deshalb auf mehrere Unternehmen und Branchen.
Welche Kosten und Steuern fallen beim Aktienkauf an?
Beim Aktienhandel gibt es zwei Kostenpunkte, die ihr kennen solltet: die Kosten beim Kauf und Verkauf sowie die anfallenden Steuern.
Kosten beim Kauf & Verkauf
Jede Order kostet Geld, egal ob ihr kauft oder verkauft. Wie viel, hängt vom Broker und dessen Gebührenmodell ab. Bei Direktbanken fallen oft Ordergebühren zwischen 4 und 10 € an, oft zuzüglich einer prozentualen Provision auf den Handelswert. Online-Broker sind deutlich günstiger: Viele verlangen nur 1 € pro Order oder eine kleine Pauschale, bei manchen ist der Handel sogar kostenfrei.
Dazu kommt der Spread, also die Differenz zwischen dem Kaufkurs und dem Verkaufskurs einer Aktie. Dieser Unterschied fließt nicht an den Broker, sondern entsteht durch den Markt selbst. An liquiden Börsenplätzen wie Xetra ist der Spread in der Regel gering, an weniger gehandelten Börsenplätzen kann er höher ausfallen.
Ein Beispiel: Wer 500 € in eine Aktie investiert und dafür 5 € Ordergebühren zahlt, hat schon vor dem ersten Kursanstieg 1 % Kostenquote im Gepäck. Bei 1.000 € Einsatz halbiert sich diese Quote. Gebühren fallen prozentual weniger ins Gewicht, je größer der Einsatz.
Steuern beim Verkauf
Wer Aktien mit Gewinn verkauft, zahlt in Deutschland Kapitalertragsteuer. Der Steuersatz beträgt pauschal 25 % auf den Gewinn, zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf. In der Summe sind das 26,375 %. Wer kirchensteuerpflichtig ist, zahlt zusätzlich Kirchensteuer.
Steuern fallen erst beim Verkauf an, nicht während ihr die Aktie haltet. Wer langfristig investiert und nicht verkauft, schiebt die Steuerlast entsprechend hinaus.
Ein Beispiel: Ihr kauft eine Aktie für 1.000 € und verkauft sie später für 1.300 €. Der Gewinn beträgt 300 €. Davon gehen 26,375 %, also rund 79 €, ans Finanzamt – ihr behaltet 221 € netto.
Bis zu 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr bleiben steuerfrei, bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren sind es 2.000 €. Diesen Freibetrag nennt man Sparerpauschbetrag. Damit ihr ihn nutzen könnt, müsst ihr bei eurem Broker einen Freistellungsauftrag einrichten. Wenn ihr das vergesst, könnt ihr euch die zu viel gezahlte Steuer über die Steuererklärung zurückholen.
Fazit: Der wichtigste Schritt passiert vor dem Kauf
Wer eine Aktie kaufen will, braucht weder großes Kapital noch jahrelange Börsenerfahrung. Ein Depot ist in 15 Minuten eröffnet, die erste Order in wenigen Klicks platziert. Was den Unterschied macht, ist die Vorbereitung. Entscheidend ist, dass ihr versteht, worin ihr investiert – und warum.
Wenn ihr in einzelne Unternehmen investieren möchtet, solltet ihr euch Zeit für die Auswahl nehmen. Versteht, womit ein Unternehmen Geld verdient, wie gesund es wirtschaftet und ob die Aktie fair bewertet ist. Wer bereit ist, diese Zeit zu investieren, kann damit – und mit etwas Glück – langfristig gute Renditen erzielen.
Wer sich diese Zeit nicht nehmen möchte, kann stattdessen auf einen breit gestreuten ETF setzen. Damit investiert ihr automatisch in hunderte oder tausende Unternehmen gleichzeitig, zu niedrigen Kosten und ohne ständiges Monitoring. Für viele Anleger:innen ist das eine entspanntere Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen.








