Geld anlegen für Enkel 2026: Eine Anleitung für Omas & Opas
Ihr wollt eurem Enkelkind einen finanziell abgesicherten Start ins Leben ermöglichen, z. B. für den Führerschein, die erste eigene Wohnung oder das Studium? Wer früh mit dem Investieren anfängt, kann schon mit kleinen Beträgen sehr viel erreichen. Doch für Omas und Opas gelten dabei ein paar besondere Regeln, die ihr kennen solltet.
In diesem Artikel zeigen wir euch, welche Produkte ihr besser meiden solltet, welche Anlageformen sich wirklich lohnen und warum ein ETF-Sparplan für den langfristigen Vermögensaufbau oft die sinnvollste Wahl ist.

Wer früh für seine Enkel spart, hat einen entscheidenden Vorteil: Zeit. Denn über 15 oder 18 Jahre können Rendite und Zinseszinseffekt ein ordentliches Vermögen entstehen lassen.
Das Sparbuch eignet sich wegen der niedrigen Verzinsung so gut wie nicht mehr. Tages- und Festgeld sind dagegen sinnvoll, wenn ihr das Geld für einen kurzen Zeitraum (z. B. 5 Jahre) sicher anlegen wollt.
Für den langfristigen Vermögensaufbau ist ein breit gestreuter Welt-ETF die vermutlich sinnvollste Lösung. ETF-Sparpläne sind günstig und das Risiko wird über Tausende Unternehmen weltweit verteilt.
Soll das Geld wirklich eurem Enkel gehören, ist ein Junior-Depot eine gute Option. Dafür braucht ihr allerdings die Eltern, denn Großeltern können ein solches Depot nicht selbst eröffnen.
Schon kleine Beträge im ETF-Sparplan können sich über 18 Jahre zu einem ordentlichen Startkapital entwickeln – z. B. für das Studium oder die erste Wohnung. Ihr könnt laut Studienlage mit Renditen von 5–7 % p.a. rechnen.
Warum „Investieren“ für Enkel besser ist als „Sparen“
Früher stand in fast jedem Kinderzimmer ein Sparschwein. Wer brav war, bekam eine Mark hineingeworfen, und einmal im Jahr ging es zum Weltspartag in die Bankfiliale. Man könnte meinen, diese Zeiten seien vorbei. Weit gefehlt: Das Sparschwein hat noch lange nicht ausgedient.
Eine repräsentative INNOFACT-Umfrage im Auftrag von Raisin zeigt: Bekommen Kinder Geld von Verwandten geschenkt, landen 69,1 % davon im Sparschwein oder auf einem klassischen Sparkonto, wo es kaum nennenswerte Zinsen gibt. Nur 11,4 % werden am Kapitalmarkt investiert, wo solide Renditen (5–7 %) erwirtschaftet werden.
Das Problem: Ein Sparbuch wirft heute kaum noch Zinsen ab, und auch auf dem Girokonto bleibt der Ertrag mickrig. Dazu kommt die (derzeit hohe) Inflation. Sie führt dazu, dass die Preise steigen und unser Geld somit an realer Kaufkraft verliert.
Liegt das Geld eures Enkels also zu niedrig verzinst herum, kann er oder sie am Ende weniger kaufen als heute – trotz jahrelangem Sparen.
Es geht aber auch anders: Wer früh genug anfängt und breiter streut, kann die Inflation nicht nur ausgleichen, sondern echtes Vermögen aufbauen.
Der größte Vorteil eurer Enkel: Zeit
Eure Enkel haben beim Investieren einen großen Vorteil: Sie haben jede Menge Zeit. Wenn ihr direkt nach der Geburt loslegt, bleiben bis zur Volljährigkeit 18 Jahre, in denen das Geld wachsen und Rendite erwirtschaften kann.
Dieser lange Zeitraum ist aus zwei Gründen vorteilhaft:
- 1.
Mehr Rendite durch den Zinseszinseffekt
Je länger das Geld eurer Enkel investiert bleibt, desto länger kann es wachsen. Dieses Wachstum wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass auch die erzielten Gewinne investiert bleiben und selbst wieder neue Gewinne erwirtschaften. Diesen Effekt nennt man Zinseszinseffekt – und der kann über viele Jahre einen enormen Unterschied machen. - 2.
Viel Zeit, um schlechte Phasen auszusitzen
Wer sein Geld investiert, muss mit Schwankungen leben. Mal macht man Gewinne, mal Verluste. Besonders über kurze Zeiträume kann das sehr nervenaufreibend sein. 18 Jahre sind aber viel Zeit, um schwache Marktphasen auszusitzen. Wenn der Anlagehorizont lang genug ist, müsst ihr vor dem Auf und Ab an den Börsen also weniger Angst haben.
Welche Anlageformen sind gut – und welche nicht?
Gerade wenn es um das Sparen für Kinder und Enkel geht, bieten Banken, Versicherungen und Vermittler zahlreiche spezielle Produkte an. Ein attraktiver Produktname – z. B. „Ausbildungspolice“ – bedeutet aber noch lange nicht, dass diese Geldanlage auch gut für euer Enkelkind ist.
Auch die Verbraucherzentralen warnen hier sehr deutlich. Banken und Vermittler verkaufen häufig Produkte, die hohe Provisionen oder Honorare einbringen, gleichzeitig aber teuer und unflexibel sind. Interessenkonflikte können also eine Rolle spielen – unabhängig davon, wie lange ihr eure Bank oder euren Berater schon kennt.
Produkte, bei denen ihr vorsichtig sein solltet
Die folgenden vier Produkte werden besonders häufig an Eltern und Großeltern verkauft, gehen aber laut Verbraucherzentrale oft am tatsächlichen Bedarf des Kindes vorbei:
Ausbildungs- und Kinderpolicen
Diese Versicherungen versprechen, später die Ausbildung eures Enkelkindes zu finanzieren. Tatsächlich stecken darin aber zwei unterschiedliche Dinge in einem Vertrag: eine Versicherung und eine Geldanlage. Diese Mischung geht leider selten auf. Die Abschluss- und Verwaltungskosten sind in der Regel viel zu hoch. Und wollt ihr vorzeitig kündigen, ist das oft mit Verlusten verbunden.Bausparverträge
Als Geldanlage taugt der Bausparvertrag heute nicht mehr. Die Verzinsung liegt kaum über null, und die Abschlussgebühr von rund 1 % der Bausparsumme reduziert eure Rendite noch mehr. Zudem können eure Enkelkinder auch mit Geld aus einem ETF‑Sparplan später bauen. Dafür braucht man keinen Bausparvertrag.Goldsparpläne und Goldkonten
Gold gilt vielen als sicherer Hafen, was aber nur bedingt stimmt. Der Goldpreis schwankt stärker als der Aktienmarkt, und historisch gab es lange Phasen, in denen der Preis fiel oder jahrelang stagnierte. Garantierte Gewinne gibt es also auch mit Gold nicht.Dazu kommt: Der Abbau von Gold ist ökologisch bedenklich. Wenn ihr eurem Enkelkind trotzdem Gold schenken wollt, ist laut Verbraucherzentrale eine einzelne Goldmünze die bessere Wahl als ein Sparplan mit laufenden Gebühren.
ETF-Nettopolicen
Hier steckt ein günstiger ETF in einem Versicherungsmantel. Damit könnt ihr bei der Auszahlung Steuern sparen. Dafür zahlt ihr aber anderweitig darauf: mehr Kosten, weniger Flexibilität.Richtig lohnen kann sich das zudem erst bei sehr langen Laufzeiten. Bis zur Volljährigkeit ist das selten der Fall. Für die meisten bleibt der normale ETF-Sparplan deshalb die einfachere Wahl. Mehr dazu lest ihr in unserem Artikel zur ETF-Rentenversicherung.
Die meisten dieser Produkte haben ähnliche Probleme: Sie sind zu teuer, zu unflexibel – und die Vermittler kassieren zu oft zu hohe Provisionen. Die Verbraucherzentrale rät deshalb zu einer einfachen Faustregel: Geldanlage und Versicherung sollte man besser trennen, statt beides in einem Produkt zu kombinieren.
Das bessere Sparbuch: Tagesgeld- und Festgeldkonten
Sparschweine und Sparbücher sind heute, auch aufgrund der Inflation, kaum noch zu empfehlen. Es gibt aber andere Möglichkeiten, Geld ähnlich sicher anzulegen – z.B. Tagesgeld- oder Festgeldkonten. Beide schwanken nicht, werfen dafür aber Zinsen ab, die zumindest über der durchschnittlichen Inflationsrate liegen.
Tagesgeldkonto: Gut für kurzfristige Rücklagen
Ein Tagesgeldkonto ist im Grunde ein Sparkonto. Ihr könnt jederzeit Geld einzahlen und wieder abheben – nur bezahlen, wie mit dem Girokonto, könnt ihr damit nicht. Derzeit liegt die Verzinsung von Tagesgeld bei etwa 2,5 % bis 3 %. Der Zins ist jedoch immer variabel, weil er sich nach der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank richtet.
Ein Tagesgeldkonto kann also ein guter Ort für Taschengeld und Geldgeschenke sein, die nicht gleich ausgegeben werden sollen. Euer Enkelkind lernt dabei ganz beiläufig, wie sich Sparen anfühlt, und kann zusehen, wie der Betrag langsam wächst.
Festgeldkonto: Gut für feste Sparziele
Beim Festgeld bindet ihr eine feste Summe für einen vereinbarten Zeitraum und bekommt dafür einen garantierten Zins, der meist etwas höher ist als die Tagesgeldzinsen. Dafür ist das Geld dann über den vereinbarten Zeitraum gebunden und vorzeitige Abbuchungen würden euch Geld kosten.
Ein Festgeldkonto kann also eine sinnvolle Option sein, wenn ihr schon wisst, wann euer Enkel das Geld brauchen wird – z. B. das erste Fahrrad, Geld für den Führerschein oder etwas Urlaubsgeld. Bis dahin liegt das Geld sicher verwahrt und ihr wisst schon vorher, wie viel am Ende daraus wird.
Die bessere Option für langfristige Geldanlagen: Der ETF-Sparplan
Tages- und Festgeldkonten sind also vor allem dann sinnvoll, wenn ihr das Geld sicher parken und in absehbarer Zeit wieder darauf zugreifen wollt.
Für den langfristigen Vermögensaufbau sind solche sicheren Sparformen aber nur bedingt geeignet. Das Problem ist auch hier die Inflation: Die Zinsen sind zwar etwas höher als beim Sparbuch, liegen aber oft nur knapp über der Inflationsrate.
Wenn ihr das Geld eurer Enkel wirklich so anlegen wollt, dass langfristig eine nennenswerte Rendite herausspringt, müsst ihr bereit sein, etwas mehr Risiko einzugehen. Dafür kommt ihr am Aktienmarkt kaum vorbei.
Aktien bieten langfristig einfach bessere Renditechancen als klassische Spareinlagen. Im Gegenzug schwanken sie auch stärker – doch wenn ihr das Geld über viele Jahre investiert, wie es beim Sparen für eure Enkel meist der Fall ist, sind diese Schwankungen nicht so schlimm.
Wichtig ist nur, dass ihr nicht alles auf einzelne Unternehmen und Branchen setzt, sondern euer Geld möglichst breit verteilt. Die einfachste Möglichkeit, breit gestreut in Aktien zu investieren, sind ETFs. Vereinfacht gesagt bündelt ein ETF viele verschiedene Aktien in einem einzigen Produkt.
Mit einem breit gestreuten Welt-ETF investiert ihr also nicht nur in wenige einzelne Unternehmen, sondern je nach Index in Hunderte oder Tausende Unternehmen aus Ländern und Branchen weltweit.
Deshalb sind ETFs ein so gutes Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau. Hier sind die wichtigsten Vorteile des Sparens mit ETFs:
Breite Streuung
Mit einem Welt-ETF investiert ihr in Tausende Unternehmen weltweit. Schwächelt eine Branche, oder ein Land, fangen die anderen das ab. Das senkt das Risiko erheblich.Geringe Kosten
Ein guter Welt-ETF kostet oft nur rund 0,2 % pro Jahr – ein Bruchteil dessen, was für aktiv gemanagte Fonds und Ausbildungspolicen anfällt (oft bis zu 1,5 % Kosten p. a.).Automatische Sparpläne
Mit einem ETF-Sparplan könnt ihr regelmäßig und automatisch in ETFs investieren. Ihr legt einmal eine monatliche Sparrate fest und könnt diese später erhöhen, reduzieren oder pausieren.Langfristige Anlage
Über 18 Jahre lassen sich Kursschwankungen und Krisen aussitzen. Genau diesen langen Atem bringen eure Enkelkinder ja mit. Denn Zeit ist der größte Verbündete, um am Aktienmarkt erfolgreich zu sein.Höhere Renditechancen
Mit breit gestreuten Welt-ETFs waren über lange Zeiträume durchschnittlich circa 5 % bis 7 % Rendite pro Jahr möglich – deutlich mehr als auf dem Sparbuch oder mit Tages- und Festgeld.
18 Jahre ETF-Sparplan: Wie viel kann daraus werden?
Machen wir das Ganze einmal konkret. Wie viel Geld kann zusammenkommen, wenn ihr 18 Jahre lang jeden Monat Geld für euer Enkelkind in einen ETF-Sparplan investiert?
Eins vorab: Renditen lassen sich nicht vorhersagen – und vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Die folgenden Zahlen sind also nur Beispielrechnungen.
Wir rechnen beispielhaft mit 6 % durchschnittlicher Rendite pro Jahr und schauen, was über 18 Jahre aus zwei unterschiedlichen Sparraten werden könnte.
fließen in den ETF‑Sparplan eures Enkelkindes
Ihr seht: Schon bei 50 € im Monat kann sich das eingezahlte Geld durch die Rendite über die Jahre fast verdoppeln. Und wer mehr beiseitelegen kann, für den wächst die Summe entsprechend kräftiger.
fließen in den ETF‑Sparplan eures Enkelkindes
Über 18 Jahre macht nicht nur die Sparrate einen Unterschied. Auch die erzielten Renditen und der Zinseszinseffekt tragen einen erheblichen Teil zum möglichen Endkapital bei. Bei 250 € im Monat macht allein die Rendite über 40.000 € des möglichen Endkapitals aus – ein ordentliches Startpolster für Studium, erste Wohnung oder andere große Pläne.
Und wie sah es in der Vergangenheit aus?
So weit die Theorie. Dass in der Praxis über lange Zeiträume sogar mehr als 6 % Rendite pro Jahr möglich waren, zeigt ein Blick in die Vergangenheit.
Hättet ihr in den vergangenen 18 Jahren jeden Monat 50 € in einen breit gestreuten Welt-ETF wie den MSCI World investiert, wären aus 10.800 € eigenen Einzahlungen rund 39.270 € geworden – also fast das Vierfache:
Für die überdurchschnittlich hohe Rendite von 12,8 % pro Jahr ist aber auch der gewählte Zeitraum verantwortlich: Er beginnt kurz nach der Finanzkrise, als die Kurse gerade im Keller waren. Dementsprechend steil konnte es danach wieder bergauf gehen. Für eine realistische Planung solltet ihr lieber etwas konservativer rechnen, mit etwa 5 % bis 7 % pro Jahr.
Trotzdem zeigt der Rückblick sehr anschaulich, warum ein langer Anlagehorizont so vorteilhaft ist. Nach jedem Abschwung – ob Finanzkrise, Corona-Crash oder dem schwachen Börsenjahr 2022 – ging es an den Börsen irgendwann wieder aufwärts:
| Jahr | Rendite |
|---|---|
| 2007 | -1,3 % |
| 2008 | -37,2 % |
| 2009 | 27,9 % |
| 2010 | 19,7 % |
| 2011 | -2,6 % |
| 2012 | 13,0 % |
| 2013 | 22,5 % |
| 2014 | 21,3 % |
| 2015 | 10,8 % |
| 2016 | 10,8 % |
| 2017 | 7,7 % |
| 2018 | -5,0 % |
| 2019 | 31,2 % |
| 2020 | 5,4 % |
| 2021 | 32,5 % |
| 2022 | -13,8 % |
| 2023 | 20,1 % |
| 2024 | 25,6 % |
| 2025 | 7,8 % |
Wer langfristig investiert blieb, hatte also genügend Zeit, zwischenzeitliche Verluste auszusitzen. Genau deshalb ist der lange Anlagehorizont von bis zu 18 Jahren beim Sparen für eure Enkel so wertvoll.
In fünf Schritten zum ETF-Sparplan fürs Enkelkind
Habt ihr euch für einen ETF-Sparplan entschieden, ist der Rest schnell erledigt. So geht ihr vor:
Mit den Eltern sprechen
Bevor ihr finanzielle Entscheidungen für eure Enkelkinder trefft, solltet ihr euch immer erst mit den Eltern abstimmen.
Beim ETF-Sparen hat das auch zwei ganz praktische Gründe: Wenn ihr über ein Junior-Depot sparen wollt (mehr dazu gleich), braucht ihr ohnehin die Unterstützung der Eltern – so eins können nämlich nur die Eltern eröffnen. Zudem könnte es natürlich sein, dass sie schon ein Depot für euer Enkelkind eingerichtet haben. Dann könnt ihr einfach dort mitsparen, statt ein weiteres Konto zu eröffnen.
Doch auch abseits solcher praktischen Fragen ist es sinnvoll, die Eltern in die Entscheidung miteinzubeziehen. Sprecht also erst einmal gemeinsam ab, wie ihr für euer Enkelkind sparen wollt und welche Lösung für alle am besten passt.
Broker auswählen und Depot eröffnen
Um in ETFs zu investieren, braucht ihr ein Depot. Ein Depot ist eine Art Konto, über das ihr ETFs kaufen und besparen könnt. Ohne Depot geht es also nicht. Grundsätzlich habt ihr zwei Möglichkeiten: eure Hausbank oder einen Online-Broker.
Der Weg zur vertrauten Bank ist bequem, aber oft teuer. Einige Filialbanken verlangen immer noch Depotgebühren und zu hohe Ausführungskosten für Sparpläne. Viele Online-Broker bieten Junior-Depots dagegen kostenlos an, genauso wie ETF‑Sparpläne. Hier fahrt ihr also oft deutlich günstiger.
Welcher Anbieter zu euch passt, hängt von euren Bedürfnissen ab. In unserem Junior-Depot-Vergleich haben wir die wichtigsten Broker getestet und für euch verglichen. Schaut also gerne das Video, wenn ihr euch unsicher seid:
Auf wessen Namen soll das Depot laufen?
Habt ihr einen passenden Anbieter gefunden, steht noch eine weitere Entscheidung an: Wem soll das Depot gehören? Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:
Option 1: Junior-Depot auf den Namen des Enkels
Hier gehört das Depot rechtlich dem Enkelkind, die Eltern verwalten es als gesetzliche Vertreter. Bei diesem Modell nutzt ihr die Steuerfreibeträge des Kindes – wie z. B. den Sparerpauschbetrag von 1.000 € – optimal aus. Die Gewinne bleiben dadurch oft steuerfrei, was eurem Enkel mehr Rendite bringen kann.Aber es gibt auch einen Nachteil: Mit 18 Jahren gehört das Geld allein eurem Enkelkind, und es kann dann frei darüber verfügen. Außerdem müssen die Eltern das Junior-Depot eröffnen, denn ohne ihre Zustimmung geht das nicht.
Option 2: Depot auf euren eigenen Namen
Alternativ könnt ihr ein Depot auf euren eigenen Namen eröffnen und das Geld „für eure Enkel" anlegen. Bei diesem Modell behaltet ihr die volle Kontrolle, auch über den 18. Geburtstag hinaus. Das heißt, ihr könnt immer selbst entscheiden, wann und wofür das Geld geschenkt wird.Doch auch hier gibt es einen Nachteil: Die Gewinne laufen über euren eigenen Steuerfreibetrag. Wenn dieser ausgeschöpft ist, müsst ihr sie ggf. selbst versteuern. Konkret könnte euch diese Option also Geld kosten.

Unsere Einschätzung: Wenn das Geld wirklich für euer Enkelkind bestimmt ist und ihr den langen Anlagehorizont nutzen wollt, ist ein Junior-Depot auf den Namen des Kindes die bessere Wahl. Ihr nutzt damit die Steuerfreibeträge ideal aus und stellt zugleich sicher, dass das Vermögen später eurem Enkel gehört. Und wenn dieser nicht alles verprassen soll, dann seht das einfach als einen willkommenen Bildungsauftrag.
Welt-ETF finden
Für den langfristigen Vermögensaufbau braucht ihr keine komplizierte Strategie. Ein einziger, breit gestreuter Welt-ETF reicht in den meisten Fällen.
Indizes wie der FTSE All-World, der MSCI ACWI oder der MSCI ACWI IMI sind gut geeignet für Anfänger:innen. Diese Aktien-ETFs sind eine günstige Möglichkeit, breit gestreut in den Aktienmarkt zu investieren, und werden auch von der Verbraucherzentrale empfohlen. Denn sie bündeln tausende Aktien in nur einem Produkt und streuen das Risiko somit über die ganze Welt und über alle Branchen hinweg.
Je mehr Unternehmen, Länder und Branchen enthalten sind, desto weniger seid ihr von einzelnen Aktien abhängig. Hier seht ihr eine Auswahl passender ETFs:
| Größe ▼ | Alter ▼ | Kosten ▲ | Score ▼ | |
|---|---|---|---|---|
Vanguard FTSE All-World Thesaurierend IE00BK5BQT80 | 54,0 Mrd. € | 7 Jahre | 0,14 % | |
iShares MSCI All Country World Thesaurierend IE00B6R52259 | 31,9 Mrd. € | 14 Jahre | 0,20 % | |
Vanguard FTSE All-World Ausschüttend IE00B3RBWM25 | 24,0 Mrd. € | 14 Jahre | 0,14 % | |
State Street SPDR MSCI All Country World Thesaurierend IE00B44Z5B48 | 17,8 Mrd. € | 15 Jahre | 0,12 % | |
Invesco FTSE All-World Thesaurierend IE000716YHJ7 | 4,1 Mrd. € | 3 Jahre | 0,15 % | |
Scalable MSCI AC World Xtrackers Thesaurierend LU2903252349 | 797 Mio. € | 1 Jahr | 0,15 % | |
Invesco FTSE All-World Ausschüttend IE0000QLH0G6 | 286 Mio. € | 3 Jahre | 0,15 % | |
Xtrackers FTSE All-World Thesaurierend IE000L6ZMMC4 | 145 Mio. € | <1 Jahr | 0,07 % | |
iShares MSCI ACWI Thesaurierend Swap IE000CYC2B65 | 81 Mio. € | <1 Jahr | 0,12 % | |
Amundi PEA Global (MSCI ACWI) Thesaurierend Swap FR0014017NX3 | 63 Mio. € | <1 Jahr | 0,30 % |
Sparplan einrichten
Bei den meisten Online-Brokern richtet ihr den Sparplan mit wenigen Klicks ein: Ihr wählt den ETF aus, bestimmt die Sparrate und legt ein Intervall fest – am besten monatlich.
Das Geld wird dann von eurem Girokonto eingezogen und jeden Monat automatisch investiert. Habt ihr einen größeren Betrag zur Verfügung, könnt ihr diesen als Einmalanlage investieren und danach einen Sparplan einrichten.
Ihr wollt sehen, wie das Ganze in der Praxis funktioniert? Im Video erklärt euch Alex Schritt für Schritt, wie die Sparplan-Einrichtung bei ausgewählten Brokern aussieht:
Jeder Großelternteil kann seinem Enkelkind bis zu 200.000 € steuerfrei schenken. Dieser Freibetrag gilt jeweils für einen Zeitraum von zehn Jahren. Oma und Opa können zusammen also bis zu 400.000 € übertragen, ohne dass Schenkungsteuer anfällt – und das alle zehn Jahre wieder!
Schenkungen müsst ihr grundsätzlich innerhalb von drei Monaten beim zuständigen Finanzamt anzeigen, sofern es keine gesetzliche Ausnahme gibt.
Was passiert im Erbfall oder Notfall?
Vielleicht fragt ihr euch, was mit dem Vermögen geschieht, wenn ihr vor dem 18. Geburtstag des Enkelkindes versterbt. Auch hier macht es einen Unterschied, auf wessen Namen das Depot läuft:
Beim Depot auf euren eigenen Namen
Läuft das Depot auf euren Namen, behaltet ihr die volle Verfügungsgewalt. Ihr könnt also jederzeit Geld entnehmen (z. B. für Notfälle) und das Depot gehört rechtlich euch. Im Todesfall fällt es also in euren Nachlass.
Ohne weitere Regelung wird das Depot dann nach der gesetzlichen Erbfolge oder eurem Testament verteilt. Es kann somit sein, dass das Geld dann nicht automatisch beim Enkelkind ankommt, sondern an die Eltern geht, oder an andere Erben ausgezahlt wird. Es lohnt sich also, das Thema im eigenen Testament ausdrücklich zu regeln.
Beim Junior-Depot auf den Namen des Enkels
Läuft das Depot auf den Namen des Enkelkindes, gehört ihm das Vermögen von Anfang an. Es fällt damit nicht in euren Nachlass und ist von eurer Erbfolge nicht betroffen. Verstirbt ein Großelternteil, läuft der Sparplan unverändert weiter – das Geld bleibt beim Enkelkind. Hier habt ihr also die Gewissheit, dass das Vermögen tatsächlich eurem Enkel gehört.
Fazit: Ein ETF-Sparplan ist eine tolle Starthilfe für eure Enkelkinder
Es gibt viele Möglichkeiten, Geld für eure Enkelkinder anzulegen. Welche davon am besten sind, hängt vor allem davon ab, wann sie das Geld benötigen.
Für kurz- und mittelfristige Sparziele – sprich fünf bis zehn Jahre – können Tages- und Festgeldkonten eine gute Option sein. Sie sind eine sinnvolle Alternative zum Sparbuch, weil sie ähnlich sicher sind, aber gleichzeitig etwas höhere Zinsen bieten.
Wenn ihr dagegen langfristig Vermögen für eure Enkel aufbauen wollt, kommt ihr am Aktienmarkt kaum vorbei. Mit einem ETF-Sparplan könnt ihr schon mit kleinen monatlichen Beträgen breit gestreut investieren. Über viele Jahre habt ihr damit deutlich bessere Renditechancen als mit klassischen Sparprodukten – und eure Enkel haben genug Zeit, zwischenzeitliche Schwankungen auszusitzen.











