Börsenplätze einfach erklärt: Wie wichtig ist der Handelsplatz beim ETF-Kauf?
Jeder weiß: Wertpapiere gibt es an der Börse. Früher war die Börse ein ziemlich elitärer Ort, wo ein kleiner Kreis an Profis mit Aktien & Co. handelte. Heute braucht ihr nur ein Wertpapierdepot, um selbst am Aktienmarkt mitzumischen. Dabei könnt ihr aber nicht nur an einer „Börse“, sondern an einer Vielzahl an Handelsplätzen kaufen und verkaufen. Welcher davon ist am besten?
Wir stellen die verschiedenen Börsenplätze vor und erklären die Unterschiede. Ihr möchtet wissen, warum der Handelsplatz gar nicht so wichtig ist, wenn ihr passiv und langfristig mit ETFs investiert? Dann könnt ihr gleich zum letzten Kapitel springen.
Ihr könnt ETFs an klassischen Regionalbörsen, über elektronische Handelssysteme oder im außerbörslichen Direkthandel erwerben.
Die einzelnen Handelsplätze unterscheiden sich vor allem bei den Handelszeiten, den Kosten, den unterstützten Ordertypen und den eingesetzten Marktmodellen.
In der Praxis nutzen private Anleger:innen heute zu über 90 % die drei großen elektronischen Plattformen gettex, LS Exchange und Tradegate.
Der beste Börsenplatz für ETF-Anleger:innen ist schlicht der günstigste Handelsplatz eures Brokers während der Xetra-Handelszeiten (9:00 bis 17:30 Uhr) – idealerweise zur US-Markteröffnung zwischen 15:30 und 17:30 Uhr, weil dann die Spreads meist am niedrigsten sind.
Was sind Börsenplätze?
Börsenplätze – allgemeiner spricht man auch von Handelsplätzen – sind die Orte, an denen Wertpapiere wie ETFs und Aktien gekauft und verkauft werden. Zugriff zu diesen Handelsplätzen erhaltet ihr über euer Wertpapierdepot, das eure Transaktionen für euch ausführt.
Ihr habt dabei grundsätzlich drei Optionen: Ihr könnt die Wertpapiere an traditionellen Börsen, bei elektronischen Handelssystemen oder über den außerbörslichen Direkthandel erwerben.
Klassische Parkettbörsen
Eine Börse ist ein regulierter Marktplatz, auf dem Finanzinstrumente wie Aktien, Anleihen und ETFs gehandelt werden. Börsen gibt es bereits seit hunderten Jahren – die Frankfurter Börse wurde beispielsweise schon 1585 gegründet.

So ungefähr sah der Innenraum der Alten Börse in Frankfurt anno 1845 aus.
Klassische Börsen werden auch als Regional- oder Parkettbörsen bezeichnet. Der Name spielt darauf an, wie Börsengeschäfte dort lange Zeit getätigt wurden: von Person zu Person auf dem Börsenparkett. Heute wird der Großteil aller Wertpapiertransaktionen elektronisch abgewickelt, weshalb klassische Börsen für Privatanleger:innen immer mehr an Bedeutung verlieren.
Die wichtigsten Parkettbörsen in Deutschland sind:
Die Börse München existiert seit 1830 und arbeitet mit einem sogenannten Spezialistenmodell. Das bedeutet, dass erfahrene Makler die Kurse überwachen und sich konsequent an den weltweiten Referenzmärkten orientieren. Für euch führt das zu fairen Preisen, da die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs (Spread) oft sehr eng gehalten wird.
Frankfurt ist der wichtigste Finanzplatz in Deutschland. Die dortige Parkettbörse richtet sich gezielt an Privatanleger:innen und nutzt das Modell der „fortlaufenden Auktion“. Das bedeutet, dass Spezialisten laufend Kauf- und Verkaufsangebote zur Verfügung stellen.
Die 1861 gegründete Börse Stuttgart ist traditionell sehr beliebt bei Privatanleger:innen. Sie nutzt ein hybrides Marktmodell: Elektronischer Handel trifft hier auf menschliche Handelsexperten. Diese greifen ein, um etwa unerwünschte Teilausführungen eurer Orders zu vermeiden.
Die Berliner Börse wickelt den Handel primär über ein elektronisches Orderbuch ab. Berlin bietet ein sehr breites Spektrum an ausländischen Indexwerten. Die zuständigen Makler orientieren sich bei der Preisstellung stark an den jeweiligen Heimatbörsen der Wertpapiere.
Die Börse Hamburg ist die älteste noch aktive Börse in Deutschland (gegründet 1558). Sie gehört heute zur BÖAG Börsen AG und setzt auf eine Mischung aus elektronischem Orderbuch und menschlichen Maklern. Das generelle Angebot an handelbaren ETFs ist hier im direkten Vergleich zu anderen Plätzen minimal kleiner.
Auch die Düsseldorfer Börse gehört unter das Dach der BÖAG Börsen AG. Sie funktioniert nach einem ähnlichen hybriden Modell wie Hamburg. Die Ausführungsqualität bei Standard-Aktien und bekannten ETFs ist verlässlich und hoch. Eine Besonderheit ist zudem das eigene, gebührenfreie elektronische Handelssystem Quotrix, das Düsseldorf parallel zum klassischen Parketthandel betreibt.
Elektronische Handelssysteme
Die meisten Wertpapiergeschäfte werden heute nicht mehr ortsgebunden auf dem Börsenparkett abgewickelt, sondern elektronisch.
Elektronische Handelssysteme sind dezentralisierte Handelsplattformen, die Handelsprozesse automatisieren und den direkten Handel zwischen Marktteilnehmern ermöglichen. Der Vorteil gegenüber klassischen Börsen ist dabei, dass elektronische Systeme in der Regel günstiger und schneller operieren.
Das wichtigste elektronische Handelssystem in Deutschland ist Xetra. Dabei handelt es sich um den vollelektronischen Handelsplatz der in Frankfurt angesiedelten Deutschen Börse. Satte 90 % des deutschen Aktienhandels finden über Xetra statt. Fachleute sprechen hier von der „Referenzbörse“.Denn die Xetra-Preise dienen als Basis für den DAX und als Richtwert für alle anderen deutschen Handelsplätze.
Hier sind die wichtigsten Computerbörsen:
Xetra ist der nach Handelsvolumen größte Marktplatz für ETFs in Europa. Ihr findet hier eine Auswahl von über 2.100 ETFs. Die Liquidität ist hoch, da viele institutionelle Akteure diesen Platz nutzen. Das sorgt für geringe Spreads beim Handeln. Als Nachteil erweisen sich die Kosten, da die meisten Banken für Xetra-Orders zusätzliche Börsenplatzgebühren berechnen. Zudem sind die Handelszeiten auf 9:00 bis 17:30 Uhr beschränkt.
Quotrix ist das elektronische Handelssystem der Börse Düsseldorf. Für euch fallen hier keine börslichen Gebühren an. Ein großer Pluspunkt für Privatanleger:innen ist die sogenannte Referenzmarktgarantie. Quotrix garantiert euch, dass ihr während der Xetra-Öffnungszeiten mindestens genauso gute Kurse bekommt wie beim großen Vorbild in Frankfurt.
Die LS Exchange gehört zur Börse Hamburg, wird aber operativ vom Finanzdienstleister Lang & Schwarz betrieben. Bekannt geworden ist dieser Handelsplatz vor allem als Partnerbörse des Neobrokers Trade Republic. Ihr zahlt hier keine Börsengebühren und profitiert von extrem langen Handelszeiten (7:30 bis 23:00 Uhr). Wichtig: Außerhalb der Xetra-Zeiten (nach 17:30 Uhr) können die Spreads deutlich teurer werden.
Hinter gettex steht die Börse München. Dieser elektronische Handelsplatz verzichtet ebenfalls komplett auf Börsenentgelte. Die Baader Bank stellt als sogenannter Market Maker (ein ständiger Käufer und Verkäufer) die Kurse. gettex ist der primäre Handelsplatz vieler moderner Neobroker wie Scalable Capital. Ihr findet hier ein riesiges Angebot an Aktien und tausenden ETFs.
Die Berliner Tradegate Exchange hat sich komplett auf die Bedürfnisse von Privatanleger:innen spezialisiert. Sie gehört mehrheitlich zur Deutschen Börse. Viele klassische Direktbanken wie die ING oder Consorsbank leiten eure ETF-Orders standardmäßig über Tradegate. Auch hier zahlt ihr keine separaten Börsengebühren und könnt von 7:30 bis 22:00 Uhr handeln.
Die European Investor Exchange (EIX) ist ein relativ junger elektronischer Handelsplatz der Börse Hannover. Er wurde speziell in Zusammenarbeit mit Scalable Capital für Privatanleger:innen entwickelt. Ziel ist ein kostengünstiger, transparenter Handel ohne Exchange-Gebühren. Das Angebot wächst stetig und umfasst bereits tausende relevante ETFs und Aktien für euer Portfolio.
Außerbörslicher Direkthandel
Eine weitere Möglichkeit, ETFs zu handeln, ist der außerbörsliche Direkthandel. Dieser Weg wird in der Fachsprache auch als OTC-Handel (Abkürzung für „Over the Counter“, zu Deutsch: über die Ladentheke) bezeichnet. Hierbei erfolgt der Handel direkt zwischen zwei Parteien. Ihr umgeht also den klassischen Weg über eine regulierte Börse oder ein elektronisches Handelssystem.
Beim Direkthandel kauft oder verkauft ihr eure Wertpapiere direkt von oder an einen bestimmten Vertragspartner. Dies ist in der Regel ein großer Finanzdienstleister, ein sogenannter Market Maker, oder direkt der ETF-Emittent (die Fondsgesellschaft). Euer Broker leitet eure Order in diesem Fall direkt an diese Gegenpartei weiter, die euch einen festen Preis für den Kauf und Verkauf anbietet.
Aber: Der außerbörsliche Handel ist weniger streng reguliert und überwacht als der Handel über eine offizielle Börse. Es gibt dort keine unabhängige Überwachung, die jede Preisstellung sekundengenau kontrolliert. Zudem können die Spreads außerhalb der Kernarbeitszeiten der großen Referenzbörsen spürbar ansteigen.
Internationale Börsenplätze
Viele bekannte Großkonzerne und Indizes stammen aus den USA. Daher liegt der Gedanke nahe, ETFs direkt an den großen US-Börsen wie der New York Stock Exchange (NYSE) oder der NASDAQ zu erwerben. Für Privatanleger:innen aus Europa ist das in der Praxis jedoch meist unmöglich und zudem unvorteilhaft.
Der Hauptgrund dafür ist eine europäische Regulierung namens PRIIPs. Diese schreibt vor, dass Wertpapierfirmen Privatanleger:innen nur Finanzprodukte verkaufen dürfen, für die ein gesetzlich vorgeschriebenes, deutschsprachiges Informationsblatt (KID) vorliegt. US-Anbieter erstellen diese Dokumente für ihre heimischen ETFs in der Regel nicht. Ein Kauf ist für euch somit über reguläre deutsche Depots gesperrt.
Selbst wenn ein Kauf möglich wäre, sprächen die Konditionen dagegen. Die Gebühren für den Handel an US-Handelsplätzen sind bei deutschen Brokern hoch. Zudem tragt ihr ein ständiges Währungsrisiko, da der Handel in US-Dollar abläuft. Auch müsst ihr euch mit komplexeren steuerlichen Aspekten wie der US-Quellensteuer auseinandersetzen.
Wie unterscheiden sich Handelsplätze?
Jeder Handelsplatz – egal ob klassisches Parkett oder elektronisches System – hat seine Eigenheiten. Wir sehen uns die wichtigsten Kriterien an, in denen sich die Börsen für euch unterscheiden:
Auswahl der Wertpapiere
Jeder Handelsplatz hat seine eigene Auswahl an handelbaren Wertpapieren. Einige wenige Plätze spezialisieren sich auf bestimmte Nischen, andere bieten die volle Bandbreite. Für euer Basis-Investment ist das zweitrangig: Im Bereich der gängigen Welt-ETFs sind alle deutschen Börsen und elektronischen Handelsplätze hervorragend aufgestellt.
Handelszeiten
Die Öffnungszeiten variieren je nach Plattform stark. Die Referenzbörse Xetra handelt montags bis freitags strikt von 9:00 bis 17:30 Uhr. Elektronische Neobroker-Plätze wie die LS Exchange oder gettex bieten euch hingegen deutlich längere Handelsfenster, oft von 7:30 Uhr morgens bis 22:00 oder 23:00 Uhr abends.
Kosten
Die Kosten für den Handel können ebenfalls je nach Handelsplatz variieren. Hier macht sich der Unterschied zwischen Regionalbörsen und elektronischen Handelsplätzen bemerkbar: Letztere sind in der Regel deutlich günstiger, weil sie Brokern beispielsweise keine Börsengebühr berechnen.
Broker und Banken haben oft individuelle Vereinbarungen mit Handelsplätzen und geben Handelsplatzkosten nicht immer 1:1 an Anleger:innen weiter. Für euch ist deshalb vor allem wichtig, welche Kosten später beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren übrig bleiben. Hier findet ihr einen Überblick aller Depotgebühren, die ihr kennen solltet.
Ordertypen
Nicht jede Wertpapierorder läuft gleich ab. Manchmal kann es in eurem Interesse sein, den Kauf oder Verkauf weiter zu spezifizieren, um die bestmöglichen Konditionen für euch herauszuschlagen. Dafür gibt es unterschiedliche Ordertypen, zwischen denen ihr im Depot auswählen könnt. Die Auswahl ist von Handelsplatz zu Handelsplatz unterschiedlich.
Die meisten Handelsplätze unterstützen „Klassiker“ wie Markt-Orders und Limit-Orders, doch es gibt auch komplexere Ordertypen. Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Ordertypen:
Markt-Order:
Bei diesem Standard-Ordertyp wird eure Order zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt.Limit-Order:
Mit einer Limit-Order könnt ihr günstiger als zum aktuellen Kurs kaufen, indem ihr ein Limit festlegt, ab dem die Order ausgeführt wird.Stop-Order:
Hiermit könnt ihr einrichten, dass eine Aktie automatisch gekauft oder verkauft wird, wenn der Kurs einen bestimmten Wert erreicht.Trailing-Stop-Order:
Mit diesem Ordertyp wird eine Stop-Order an den Kurs gekoppelt und automatisch angepasst.Stop-Limit:
Damit könnt ihr zusätzlich zur Stop-Buy-Schwelle ein Limit als Preisgrenze für die Ausführung der Order angeben.One-Cancels-Other-Order:
Wenn eine Stop- bzw. Limit-Order ausgeführt wird, wird die andere automatisch gestrichen
Eine ausführliche Vorstellung der unterschiedlichen Ordertypen findet ihr in unserem Ratgeber zum Thema:
Marktmodell
Das Marktmodell beschreibt die Art und Weise, wie Käufe und Verkäufe auf einem Handelsplatz ausgeführt werden. Auch hier gibt es mehrere Typen – folgende sind beispielsweise für die von uns betrachteten Handelsplätze relevant:
- 1.
Fortlaufender Handel mit Auktionen: Dieses Modell, das bei Xetra zum Einsatz kommt, kombiniert mehrere Modelle: Der fortlaufende Handel stellt sicher, dass Kauf- und Verkaufsorders zum aktuellen Marktpreis ausgeführt werden, doch zugleich wird in Auktionen Liquidität gebündelt.
- 2.
Orderbuchmodell: Ein Orderbuch ist wie ein Marktplatz, der alle Kauf- und Verkaufsangebote für ein Finanzprodukt enthält. Wer kaufen möchte, kann darin nachschauen, was vom Verkäufer verlangt wird, und umgekehrt. Wenn beide Parteien zum selben Preis handeln wollen, kommt ein Geschäft zustande. Ansonsten bleibt das Angebot im Orderbuch, bis jemand bereit ist, zu diesem Preis zu handeln.
- 3.
Market-Maker-Modell (Quote-driven Markt): Market-Maker sind Zwischenhändler, die immer bereit sind, Aktien zu kaufen und zu verkaufen. Sie geben ständig Preise an, zu denen sie bereit sind, zu kaufen (Geldkurs) und zu verkaufen (Briefkurs), was dem Markt Liquidität und Stabilität verleiht.
Doch natürlich gibt es noch viele weitere Marktmodelle. Wie genau die Transaktionen bei den einzelnen Handelsplätzen funktionieren, lest ihr auf deren Websites.
Welcher Broker nutzt welchen Handelsplatz?
Wenn ihr in Deutschland ETFs kaufen möchtet, stehen euch alle Türen offen. Bei klassischen Filialbanken könnt ihr sogar an ausländischen Börsen handeln, was jedoch aufgrund hoher Gebühren oft unrentabel ist. Am besten kauft ihr eure ETFs direkt über inländische Handelsplätze.
Welche Börsen ihr überhaupt nutzen könnt, hängt maßgeblich von eurem Broker ab. In der folgenden Übersicht zeigen wir euch, welche Bank euch den Zugriff auf welche Handelsplätze ermöglicht:
![]() 1822direkt | ![]() comdirect | ![]() Consorsbank | ![]() DKB | ![]() finanzen.net zero | ![]() flatex | ![]() ING | ![]() justTRADE | ![]() maxblue | ![]() N26 | ![]() Postbank | ![]() S Broker | ![]() Scalable Capital | ![]() Smartbroker | ![]() Trade Republic | ![]() Traders Place | ![]() Trading 212 | |
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| Regionale Börsen | |||||||||||||||||
Börse Frankfurt | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ |
Börse Stuttgart | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ |
Börse Hamburg | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ |
Börse Berlin | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ |
Börse München | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ |
Börse Düsseldorf | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ |
Börse Hannover | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ |
| Elektronische Handelssysteme | |||||||||||||||||
Xetra | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ |
Tradegate | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ |
Quotrix | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✗ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ |
LS Exchange | ✗ | ✓ | ✗ | ✗ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✗ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ |
gettex | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✗ | ✗ | ✗ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ |
| sonstige Handelsmöglichkeiten | |||||||||||||||||
Außerbörslich | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ |
USA | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ |
sonstiges Ausland | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ | ✗ | ✓ | ✗ | ✓ | ✓ |
Summe | 14 | 15 | 12 | 14 | 2 | 15 | 13 | 4 | 12 | 1 | 12 | 14 | 3 | 15 | 1 | 15 | 5 |
Welcher Börsenplatz ist am „besten“?
Und jetzt zum spannendsten Teil: Welchen Handelsplatz sollt ihr denn nun auswählen? Wir finden: Wenn ihr Privatanleger:in seid und euer Geld langfristig investieren möchtet, braucht ihr euch darüber nicht allzu viele Gedanken zu machen. Generell gilt das Prinzip: Günstiger ist besser.
Welche Handelsplätze überhaupt verfügbar sind, hängt zunächst ohnehin davon ab, welches Depot bzw. welchen Broker ihr verwendet. In der Kaufmaske seht ihr dann vor dem Kauf die Auswahl der möglichen Handelsplätze, mitsamt der Zusatzkosten (nicht zu verwechseln mit der Orderprovision, die der Broker berechnet) und einem Vergleich der aktuellen Preise des Wertpapiers auf den verschiedenen Handelsplätzen.
So sieht dieser Schritt beispielsweise beim Depot der ING aus:

Bei vielen Brokern könnt ihr den Handelsplatz vor dem Kauf auswählen.
Günstiger ist besser
Wenn ihr während der Xetra-Handelszeiten (9 bis 17:30 Uhr) kauft, was ohnehin empfehlenswert ist, sollte es beim Preis in der Regel nur geringfügige Abweichungen geben. Auch der Spread, also der Unterschied zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis, fällt während der Handelszeiten meist kleiner aus. Und wieder gilt: Für Privatanleger:innen, die nicht so oft (aktiv) handeln, ist der Spread sowieso nicht so wichtig.

Daher unsere Einschätzung: Wenn ihr Privatanleger:innen seid, euer Geld langfristig anlegen möchtet und es nicht gerade um exorbitante Summen geht, spricht in aller Regel nichts dagegen, einfach den günstigsten Handelsplatz zu wählen, den euer Broker vorschlägt.
Noch weniger Gedanken über den Handelsplatz müsst ihr euch bei ETF-Sparplänen machen. Hier trifft euer Broker nämlich die Auswahl für euch. Ihr könnt somit höchstens mit der Wahl des Brokers beeinflussen, welche Börse es sein soll.
Fazit: So wichtig ist der Handelsplatz beim ETF-Kauf wirklich
Egal ob Parkettbörse, elektronische Börse oder außerbörslicher Direkthandel: Die Handelsplätze unterscheiden sich bei Handelszeiten, Kosten und der Art der Preisbildung.
Glücklicherweise müsst ihr euch als Privatanleger:innen meist keine großen Gedanken über die Wahl des Handelsplatzes machen. Zunächst hängt eure Auswahl ohnehin davon ab, welche Handelsplätze euer Broker überhaupt anbietet. Wenn mehrere zur Auswahl stehen, könnt ihr euch meist einfach für den günstigsten entscheiden. Und wenn ihr per Sparplan investiert, erfolgt die Ausführung ohnehin automatisch.
Auch bei größeren Einmalanlagen ist die Uhrzeit eurer Order in der Regel wichtiger als der Handelsplatz. Kauft ihr während der Xetra-Handelszeiten – idealerweise zwischen 15:30 und 17:30 Uhr, wenn sich die Handelszeiten Europas und der USA überschneiden –, profitiert ihr in der Regel von engen Spreads und macht unabhängig vom gewählten Handelsplatz wenig falsch.
Häufig gestellte Fragen
ETFs können an unterschiedlichen Handelsplätzen gehandelt werden. Dazu gehören klassische Börsen wie die Börse Frankfurt oder die Börse Stuttgart, elektronische Handelssysteme wie Xetra oder Tradegate und der außerbörsliche Direkthandel. Die Auswahl der Handelsplätze ist von eurem Depot bzw. Broker abhängig.
Xetra ist ein voll elektronischer Handelsplatz der Deutschen Börse in Frankfurt und das wichtigste elektronische Handelssystem in Deutschland. 90 % des deutschen Aktienhandels findet auf Xetra statt und die Xetra-Preise dienen als Referenz für andere Handelsplätze, sowie als Basis für die Berechnung des DAX.
Ja, ETFs werden fortlaufend während der gesamten Börsenöffnungszeiten gehandelt. Ihr könnt eure Anteile also jederzeit kaufen oder verkaufen. Dies unterscheidet ETFs von traditionellen, aktiven Investmentfonds. Letztere werden in der Regel nur einmal täglich direkt über die Fondsgesellschaft abgerechnet, was für euch deutlich träger ist.
Diese vierstelligen Buchstabenkombinationen heißen im Fachjargon Market Identifier Codes (MIC). Sie kennzeichnen eindeutig, an welchem Handelsplatz eure Order ausgeführt wurde. Das Kürzel XETR steht dabei für das vollelektronische System Xetra, während XFRA für die klassische Parkettbörse Frankfurt steht. Ihr findet diese Kennungen auf fast jeder Wertpapierabrechnung eurer Bank.
Moderne Broker fokussieren sich auf wenige, hocheffiziente Partner-Handelsplätze, um die Transaktionskosten für euch so gering wie möglich zu halten. gettex und die LS Exchange verzichten auf klassische Börsengebühren. Dadurch können Neobroker euch den Handel oft komplett kostenfrei oder für nur einen Euro pro Order anbieten. Für ein normales Welt-Portfolio reicht diese Auswahl völlig aus.
Das EU-weite Verbot von Rückvergütungen (Payment for Order Flow) zum 1. Juli 2026 zwingt viele Broker zu Anpassungen. Es ist unwahrscheinlich, dass das langfristige ETF-Sparen für euch viel teurer wird. Der Wettbewerb unter den Anbietern ist hoch. Die Broker stellen ihre Modelle derzeit um, um das Handeln für euch auch in Zukunft transparent & kostengünstig zu gestalten.
Die beste Handelszeit liegt i. d. R. werktags am Nachmittag zwischen 15:30 und 17:30 Uhr. In diesem Zeitraum haben die US-Leitbörsen geöffnet, während der deutsche Referenzmarkt Xetra ebenfalls aktiv ist. Dieses hohe Marktvolumen sorgt dafür, dass die Spreads zwischen Kauf- und Verkaufspreisen für euch am geringsten sind. Ihr solltet den späten Abend oder das Wochenende für manuelle Käufe meiden.




























