Hedged ETFs: Lohnt sich der Schutz vor Währungsrisiken?
„Hedging“ heißt absichern – und genau das machen Hedged ETFs: Sie sichern euch vor dem Risiko ab, dass der Wert eures globalen ETFs sinkt, weil die Währungen schwanken. Aber lohnt sich das wirklich?
In diesem Artikel erfahrt ihr, warum währungsgesicherte ETFs für die meisten Anleger:innen wenig interessant sind – wobei Ausnahmen wie so oft die Regel bestätigen.

Wenn ihr euer Geld in globale ETFs steckt, investiert ihr auch in verschiedene Währungen. Das kann eure Rendite erhöhen oder schmälern, denn der Wert eures ETFs hängt auch von den Wechselkursen ab.
Currency-Hedged-ETFs bieten für euch als Anleger:innen aus dem Euroraum eine Art Versicherung gegen ungünstige Wechselkurse, etwa gegen einen fallenden US-Dollar.
Mit einem Hedged ETF könnt ihr euch gegen Währungsrisiken absichern. Im Gegenzug profitiert ihr aber auch nicht mehr von Währungschancen – schließlich schwanken Wechselkurse in beide Richtungen.
Zudem sind Hedged ETFs kostspielig und ihre Zusatzkosten sind oftmals höher, als es auf den ersten Blick scheint.
In Einzelfällen können Hedged ETFs einen Mehrwert bieten, beispielsweise bei kurzfristigen Anlagezeiträumen. Aber für langfristige Anleger:innen sind sie in der Regel nicht vorteilhaft.
Was sind Hedged ETFs?
Wenn ihr euer Geld global anlegt, etwa in einem Aktien-ETF auf den MSCI World, dann investiert ihr automatisch in Länder und Unternehmen mit anderen Währungen. Der Wert eures ETFs wird dann sowohl von den Börsenkursen als auch von den schwankenden Wechselkursen beeinflusst – und zwar positiv oder negativ.
Es gibt also Währungsrisiken und -chancen: Je nachdem, wie sich die Wechselkurse entwickeln, kann eure Rendite sinken oder steigen.
Ein Beispiel: Ihr kauft einen ETF auf den Index S&P 500. Der Wert des ETFs ist abhängig von der Performance der 500 größten börsennotierten Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Aber auch davon, wie sich der Euro gegenüber dem US-Dollar entwickelt. Denn ihr kauft den ETF zwar in Euro, aber die im ETF enthaltenen Aktien werden in Dollar gehandelt und bewertet.
Ein starker Dollar kann die Rendite solcher Investments erhöhen. Umgekehrt gilt: Wenn der Dollar fällt, sinkt der Wert der US-Aktien für europäische Anleger:innen. Selbst wenn Unternehmen wie Apple oder Microsoft an der Börse zulegen, kann ein schwacher Dollar einen Teil der ETF-Rendite wieder auffressen.
Wenn ihr euch gegen dieses Währungsrisiko absichern wollt, könnt ihr Currency-Hedged-ETFs nutzen. Diese ETFs haben das Ziel, eure Investition unabhängig von ungünstigen Schwankungen der Währungen zu machen.
Wie funktionieren Hedged ETFs?
Ein Hedged ETF begrenzt das Währungsrisiko durch einen speziellen Mechanismus, der im Hintergrund abläuft: Der ETF-Anbieter setzt meistens auf sogenannte Devisentermingeschäfte, auch FX Forwards genannt. Das bedeutet, er vereinbart mit einer Bank Folgendes: Wir tauschen zu einem bestimmten Termin in der Zukunft US-Dollar (oder eine andere Fremdwährung) zu einem festen Wechselkurs gegen Euro.
Diese Tauschgeschäfte laufen regelmäßig ab, etwa täglich oder monatlich. Ziel ist es, dass sich mögliche Verluste oder Gewinne, die durch die Änderungen der Wechselkurse entstehen, weitgehend ausgleichen. Die Rendite des ETFs hängt nicht mehr davon ab, ob die ausländische Währung gerade stark oder schwach ist.
Dadurch wird das Währungsrisiko zwar begrenzt, aber ebenso die Chance, von Währungsschwankungen zu profitieren. Hinzu kommt: Der Schutzschirm gilt nur für Währungen, das Auf und Ab der Aktienkurse hat natürlich weiterhin Einfluss auf die Performance eures ETFs.
Wie investiere ich in Hedged ETFs?
Nicht jeden ETF gibt es automatisch in einer Hedged-Variante. Im ersten Schritt müsst ihr also prüfen, ob euer Wunsch-ETF überhaupt in einer Version mit Währungsabsicherung verfügbar ist. Beispielsweise werden am elektronischen Handelsplatz Xetra derzeit rund 300 ETFs dieser Art gehandelt.
In unserer ETF-Datenbank findet ihr aktuell mehr als 400 Euro-Hedged-ETFs. Dort könnt ihr gezielt nach Währungsabsicherung (auch für verschiedene Währungen) filtern und die verfügbaren Produkte nach Kriterien wie Kosten, Fondsgröße oder Alter vergleichen:
| Größe ▼ | Alter ▼ | Kosten ▲ | Strategie | |
|---|---|---|---|---|
iShares S&P 500 Thesaurierend EUR Hedged IE00B3ZW0K18 | 8,0 Mrd. € | 15 Jahre | 0,20 % | Aktien USA |
iShares MSCI World Thesaurierend EUR Hedged IE00B441G979 | 4,8 Mrd. € | 15 Jahre | 0,55 % | Aktien Industrieländer Weltweit |
Invesco S&P 500 Thesaurierend Swap EUR Hedged IE00BRKWGL70 | 2,7 Mrd. € | 11 Jahre | 0,05 % | Aktien USA |
SPDR S&P 500 Thesaurierend EUR Hedged IE00BYYW2V44 | 2,4 Mrd. € | 7 Jahre | 0,05 % | Aktien USA |
iShares Core Global Aggregate Bond Thesaurierend EUR Hedged IE00BDBRDM35 | 2,3 Mrd. € | 8 Jahre | 0,10 % | Staats- & Unternehmensanleihen Weltweit |
iShares J.P. Morgan $ EM Bond Ausschüttend EUR Hedged IE00B9M6RS56 | 2,1 Mrd. € | 12 Jahre | 0,50 % | Staatsanleihen Schwellenländer Weltweit |
Xtrackers Physical Gold Thesaurierend EUR Hedged DE000A1EK0G3 | 2,0 Mrd. € | 15 Jahre | 0,59 % | Rohstoffe Gold |
Vanguard Global Aggregate Bond Thesaurierend EUR Hedged IE00BG47KH54 | 1,7 Mrd. € | 6 Jahre | 0,08 % | Staats- & Unternehmensanleihen Weltweit |
iShares MSCI USA ESG Enhanced CTB Thesaurierend EUR Hedged IE000U7L59A3 | 1,7 Mrd. € | 4 Jahre | 0,10 % | Aktien USA CTB ESG |
iShares NASDAQ 100 Thesaurierend EUR Hedged IE00BYVQ9F29 | 1,7 Mrd. € | 7 Jahre | 0,33 % | Aktien USA |
UBS MSCI ACWI SF Thesaurierend Swap EUR Hedged IE00BYM11K57 | 1,6 Mrd. € | 10 Jahre | 0,21 % | Aktien Weltweit |
iShares Global Aggregate Bond ESG SRI Thesaurierend EUR Hedged IE000APK27S2 | 1,6 Mrd. € | 4 Jahre | 0,10 % | Staats- & Unternehmensanleihen Weltweit ESG |
iShares Core MSCI World Ausschüttend EUR Hedged IE00BKBF6H24 | 1,5 Mrd. € | 6 Jahre | 0,30 % | Aktien Industrieländer Weltweit |
Amundi Core S&P 500 Thesaurierend Swap EUR Hedged LU0959211326 | 1,4 Mrd. € | 12 Jahre | 0,07 % | Aktien USA |
BNP Paribas Easy S&P 500 Thesaurierend Swap EUR Hedged FR0013041530 | 1,3 Mrd. € | 10 Jahre | 0,14 % | Aktien USA |
WisdomTree Daily Physical Gold Thesaurierend EUR Hedged JE00B8DFY052 | 1,3 Mrd. € | 12 Jahre | 0,15 % | Rohstoffe Gold |
Amundi Core S&P 500 Ausschüttend Swap EUR Hedged LU0959211243 | 1,3 Mrd. € | 12 Jahre | 0,07 % | Aktien USA |
Amundi S&P 500 Screened Thesaurierend EUR Hedged IE00058MW3M8 | 1,3 Mrd. € | 2 Jahre | 0,28 % | Aktien USA ESG |
iShares $ Treasury Bond 7-10yr Ausschüttend EUR Hedged IE00BGPP6697 | 1,2 Mrd. € | 6 Jahre | 0,10 % | Staatsanleihen USA |
iShares Global Corp Bond Ausschüttend EUR Hedged IE00B9M6SJ31 | 1,2 Mrd. € | 12 Jahre | 0,25 % | Unternehmensanleihen Weltweit |
iShares $ Corp Bond ESG SRI Ausschüttend EUR Hedged IE00BH4G7D40 | 1,2 Mrd. € | 5 Jahre | 0,17 % | Unternehmensanleihen USA ESG |
iShares $ Treasury Bond 3-7yr Ausschüttend EUR Hedged IE00BGPP6473 | 1,2 Mrd. € | 16 Jahre | 0,10 % | Staatsanleihen USA |
Amundi Core Global Government Bond Thesaurierend EUR Hedged LU1708330235 | 1,1 Mrd. € | 8 Jahre | 0,22 % | Staatsanleihen Industrieländer Weltweit |
Xtrackers IE Physical Gold Securities Thesaurierend EUR Hedged DE000A2T5DZ1 | 1,1 Mrd. € | 5 Jahre | 0,24 % | Rohstoffe Gold |
Xtrackers S&P 500 Equal Weight Thesaurierend EUR Hedged IE0002EI5AG0 | 1,1 Mrd. € | 4 Jahre | 0,30 % | Aktien USA |
Currency-Hedged ETFs sind erkennbar an Zusätzen im Fondsnamen, etwa „EUR Hedged“ oder „H“ oder „Hdg“. Details zur Währungsabsicherung liefern auch die Prospekte der ETFs oder die Websites der ETF-Anbieter.
Der Zusatz „EUR Hedged“ gibt an, was abgesichert wird – nämlich die Heimatwährung des europäischen Anlegers. Die Fremdwährung, gegen deren Risiko ihr euch absichert, hängt vom zugrunde liegenden Index ab. Beim Index S&P 500 ist das der US-Dollar, denn der S&P 500 enthält ausschließlich Aktien, die in US-Dollar notieren.
Entscheidend ist immer das Währungspaar Heimatwährung und Fremdwährung. Die Fondswährung spielt dagegen keine Rolle für das Hedging, sie zeigt nur, in welcher Währung der ETF verwaltet wird.
Wenn Ihr mit dem Gedanken spielt, in einen Hedged ETF zu investieren, solltet ihr unbedingt prüfen, wie teuer die Absicherung ist. Denn die Kosten können die Rendite deutlich schmälern, vor allem über lange Zeiträume. Im nächsten Kapitel erfahrt ihr mehr dazu.
Was spricht gegen Hedged ETFs?
Es gibt aus unserer Sicht so einige Argumente, die gegen Hedged ETFs sprechen:
Hohe Kosten
Die Währungsabsicherung hat ihren Preis. Und dieser Preis ist auf den ersten Blick oft nicht vollständig erkennbar. Ihr müsst mehrere Kennzahlen und Indikatoren unter die Lupe nehmen, um die Gesamtkosten des Hedgings zu verstehen:
Kennzahl 1: Die Gesamtkostenquote (TER)
Die TER (Total Expense Ratio) zeigt, wie hoch die jährlichen Verwaltungskosten des ETFs sind.
Die TER von Hedged ETFs ist meist höher als bei ungesicherten Fonds, der Aufschlag liegt oft bei etwa 0,1 % bis 0,3 %. Dieser scheinbar kleine Kostenunterschied führt über Jahre oder Jahrzehnte aufgrund des Zinseszinseffekts zu einem spürbaren Renditenachteil.
Kennzahl 2: Tracking-Differenz (TD)
Die Tracking-Differenz (TD) zeigt, wie stark die Rendite des ETFs von der Wertentwicklung seines Index abweicht. Und diese Differenz kann euch im Idealfall einen Hinweis darauf geben, wie teuer das Hedging tatsächlich ist. Auf Webseiten wie www.trackingdifferences.com ist es möglich, die Tracking-Differenzen von gehedgten und ungehedgten ETF-Varianten zu vergleichen.
Achtung: Selbst der Blick auf die Tracking-Differenz kann trügen. Denn viele Anbieter vergleichen ihren Hedged ETF mit einem speziellen „Hedged Index“ – beispielsweise dem „S&P 500 EUR Hedged“ – statt dem originalen Standard-Index „S&P 500“.
Im „Hedged Index“ sind die hohen Kosten der Währungsabsicherung bereits eingerechnet. Die Folge: Die Tracking-Differenz sieht auf dem Papier super aus, beispielsweise nur -0,1 %. In Wirklichkeit kann euch das Hedging aber deutlich mehr Rendite gekostet haben. Deshalb hilft ein Blick auf die Zinsdifferenz.
Kennzahl 3: Die Zinsdifferenz
Die größten indirekten Kosten für einen Hedged ETF entstehen im Hintergrund – durch die sogenannte Zinsdifferenz zwischen beiden Währungsräumen, beispielsweise zwischen Euro und US-Dollar.
Die Höhe dieser Kosten orientiert sich an den kurzfristigen Geldmarktzinsen. Ein Beispiel: Liegen die Zinsen in den USA bei 5 % und in der Eurozone bei 3 %, beträgt die Zinsdifferenz 2 %.
Diese Differenz von 2 % ist quasi der Preis, den ihr für die Absicherung bezahlt. Die Zinsdifferenz ist keine direkte Gebühr, sondern beeinflusst die Wertentwicklung eures ETFs und wirkt oft langfristig wie eine Renditebremse.
So prüft ihr die Zinsdifferenz: Es reicht ein Blick auf die aktuellen Leitzinsen, an denen sich die Geldmarktzinsen orientieren. Beispiel USA und Eurozone:
- 1.
Gebt in einer Suchmaschine „Leitzins USA aktuell“ und „Leitzins Eurozone aktuell“ ein.
- 2.
Vergleicht die beiden Werte. Generell gilt: Je höher das Zinsniveau im Land der Fremdwährung im Vergleich zu eurer Heimatwährung Euro ist, desto stärker wird die Rendite eures ETFs ausgebremst.
Faustformel zur Kosten-Einschätzung
Wenn die Tracking-Differenz nicht weiterführt, hilft folgende Formel, um abzuschätzen, in welcher Größenordnung sich die Gesamtkosten bzw. der mögliche Renditenachteil eines Hedged ETFs bewegt:
TER + Zinsdifferenz = geschätzter Renditenachteil
Ein Beispiel: 0,3 % (TER) + 2,0 % (Zinsdifferenz) = ca. 2,3 % jährlicher Renditenachteil
Weniger Rendite
Auf lange Sicht gilt: Hedging kostet Rendite. Über Jahre und Jahrzehnte ist damit zu rechnen, dass die Performance von Hedged ETFs schlechter als die von ungesicherten ETFs ist.
Ein Beispiel: Wir vergleichen die Wertentwicklung über 10 Jahre von zwei ETFs auf den Index MSCI World. Das Ergebnis: Während der Hedged ETF eine durchschnittliche Jahresrendite von 8,7 % aufweist, sind es beim ungehegten ETF 11,7 %.
| Jahr | Rendite |
|---|---|
| 2015 | 10,8 % |
| 2016 | 10,9 % |
| 2017 | 7,7 % |
| 2018 | -5,1 % |
| 2019 | 31,3 % |
| 2020 | 5,5 % |
| 2021 | 32,7 % |
| 2022 | -13,6 % |
| 2023 | 20,1 % |
| 2024 | 25,9 % |
| Jahr | Rendite |
|---|---|
| 2015 | 1,8 % |
| 2016 | 6,8 % |
| 2017 | 16,6 % |
| 2018 | -10,3 % |
| 2019 | 24,8 % |
| 2020 | 11,2 % |
| 2021 | 23,6 % |
| 2022 | -18,8 % |
| 2023 | 21,3 % |
| 2024 | 19,6 % |
Mit unserem ETF-Vergleichs-Tool könnt ihr selbst vergleichen und die Renditen von gehedgten und ungehedgten ETFs über lange Anlagezeiträume nachvollziehen.
Auf Dauer sind Wechselkurse weder vorhersehbar noch relevant
Wenn jeder wüsste, dass etwa der Abwärtstrend des Dollars noch jahrelang anhält, wäre eine Währungsabsicherung naheliegend. Aber niemand hat eine Glaskugel. Genaue Prognosen sind kaum möglich, die Wechselkurse werden von vielen unvorhersehbaren Faktoren beeinflusst – von politischen Ereignissen über wirtschaftliche Entwicklungen bis hin zu Zinsentscheidungen von Notenbanken.
Wenn ihr langfristig in einen Hedged ETF investiert, dann spekuliert ihr im Grunde über zukünftige Wechselkurse – und Spekulieren ist riskant. Außerdem zeigt die Vergangenheit: Die Phasen von Währungsrisiken und Währungschancen wechseln sich ab. Wechselkursschwankungen sind ganz normal und gleichen sich über Jahrzehnte meist aus. Es ist am Ende ein Nullsummenspiel zwischen Chancen und Risiken.
Beispiel US-Dollar: Im Dezember 2005 kostete ein US-Dollar etwa 0,85 € im Dezember 2025 wieder rund 0,85 €. In den 20 Jahren dazwischen gab es ein volatiles Auf und Ab.
Das bedeutet: Langfristige Anleger:innen sollten auf Dollar-Abstürze nicht überreagieren, sondern Ruhe bewahren – und abwarten. Denn je länger ihr investiert, desto besser schützt ihr euch vor Währungsrisiken.

Wechselkurse US-Dollar/Euro im Zeitraum 2005 und 2025. (Quelle: Europäische Zentralbank)
Komplexer Wechselkurs-Mix lässt sich nicht absichern
Globale Aktien-ETFs wie der MSCI World enthalten Unternehmen aus vielen Ländern und Währungsräumen – nicht nur aus den USA. Konzerne wie Apple oder Nestlé verkaufen und produzieren weltweit. Ihre Geschäfte hängen von Dutzenden verschiedenen Währungen ab, eine Absicherung allein gegen den US-Dollar deckt nur einen Teil der Wechselkursrisiken ab.
| Land | Anteil |
|---|---|
| 70,3 % | |
| 5,4 % | |
| 3,5 % | |
| 3,3 % | |
| 2,6 % | |
| 2,4 % | |
| 2,4 % | |
| 1,7 % | |
| 1,6 % | |
| 1,6 % |
Anlageexperten wie Gerd Kommer betonen: Wer global investiert, hat ein komplexes Wechselkurs-Gemisch im Portfolio – mit einer Vielzahl von Risiken, aber auch Chancen. Dieses Währungs-Geflecht lässt sich mithilfe von Hedging kaum sinnvoll kontrollieren.
Was spricht für Hedged ETFs?
In bestimmten Situationen und für manche Anleger:innen können währungsgesicherte ETFs trotz der Nachteile eine interessante Option sein:
Weniger Wechselkursrisiko auf kurze Sicht
Wenn ihr euer investiertes Geld in absehbarer Zeit benötigt, etwa für eine größere Anschaffung oder einen Immobilienkauf, dann könnte ein Hedged ETF helfen, die Wertentwicklung planbarer zu machen.Hedging als psychologischer Anker
Nicht alle Anleger:innen haben die Nerven, den Depotwert schwanken zu sehen, nur weil die Devisenmärkte verrücktspielen. Wenn euch Stabilität wichtiger ist als maximale Rendite, kann ein Hedged ETF als eine Art „Beruhigungsmittel“ wirken.Taktik für erfahrene Börsen-Profis
Wer eine fundierte Meinung zur Währungsentwicklung hat und beispielsweise davon ausgeht, dass der Dollar über einen längeren Zeitraum massiv abwertet, kann Hedging als taktisches Instrument nutzen. Das ist dann eine bewusste Währungswette – und erfordert viel Erfahrung und Risikobereitschaft.Spezialfall Anleihen-ETFs
Anleihen-ETFs sind eine sicherheitsorientierte Anlage, die erwarteten Renditen sind oft vergleichsweise niedrig. Hier kann das Währungsrisiko einen großen Teil der Erträge schmälern. Deshalb wird bei Anleihen-ETFs außerhalb der Eurozone häufig eine Währungsabsicherung empfohlen.
Helfen Hedged ETFs bei einem schwachen US-Dollar?
Viele Jahre profitierten Anleger:innen aus Euro-Ländern gleich zweifach: Wer beispielsweise auf den S&P 500 setzte, wurde sowohl mit Kursgewinnen als auch mit Währungsgewinnen belohnt, denn der starke Dollar wirkte wie ein Rendite-Motor.
Im Jahr 2025 ging der Greenback dann auf Talfahrt und verlor von Anfang Januar 2025 bis Ende November 2025 rund 10,6 %. Der Börsenindex S&P 500 stieg im gleichen Zeitraum um rund 16,7 %.
In dieser Situation vergleichen wir mit unserem Backtest einen Hedged ETF auf den S&P 500 mit dem entsprechenden klassischen ETF, der nicht währungsgesichert ist. Beide ETFs enthalten exakt dieselben Aktien:
| Größe ▼ | Alter ▼ | Kosten ▲ | Score ▼ | |
|---|---|---|---|---|
iShares Core S&P 500 Thesaurierend IE00B5BMR087 | 113,9 Mrd. € | 15 Jahre | 0,07 % | |
iShares S&P 500 Thesaurierend EUR Hedged IE00B3ZW0K18 | 8,0 Mrd. € | 15 Jahre | 0,20 % |
Das Ergebnis des Vergleichs: Im Zeitraum von Anfang Januar 2025 bis Ende November 2025 zeigt sich, wie stark Währungsbewegungen die Performance von ETFs beeinflussen können.
Aus 1.000 € wurden beim ungehedgten ETF 1.051 € – ein Plus von 5,1 %.
Beim währungsgesicherten Pendant waren es dagegen 1.145 €, also 14,5 % – fast dreimal so viel Rendite.
Folgt daraus, dass Anleger:innen sich generell mit gehedgten ETFs absichern sollten? Nein, ganz so einfach ist es nicht.
Wichtig: Dieses Beispiel zeigt nur eine Momentaufnahme. Der betrachtete Zeitraum war geprägt von einem fallenden Dollar bei gleichzeitig steigenden US-Aktienkursen – in diesem Szenario schneiden Hedged ETFs gut ab. In anderen Marktphasen und vor allem über längere Zeiträume gilt das nicht.
Gibt es Alternativen zum Währungs-Hedging?
Es gibt mehrere Wege, die in der Regel sinnvoller sind als eine teure Währungsabsicherung.
Fokus auf die Heimatwährung
Ihr könnt verstärkt in Unternehmen aus dem Euroraum investieren, zum Beispiel mit ETFs auf den Index EURO STOXX 50. Doch Vorsicht: Ihr macht euch damit stark von der europäischen Wirtschaftsentwicklung abhängig.
Währungsrisiken breit streuen
Durch eine besonders vielfältige globale Streuung reduziert ihr die Abhängigkeit von einer einzelnen Währung wie dem US-Dollar. Da sich Wechselkurse oft in unterschiedliche Richtungen entwickeln, kann ein breiter Mix die Wertentwicklung eures Portfolios langfristig stabilisieren.
Zeit als beste Absicherung
Wie wir bereits gesehen haben, gleichen sich Währungsschwankungen über Jahrzehnte oft aus. Die Strategie: Wer 10, 20 oder 30 Jahre Zeit hat, kann Währungs-Täler einfach aussitzen. Das langfristige Erfolgsmotto heißt: Buy and Hold.
Fazit: Hedged ETFs sind für langfristige Anleger:innen wenig interessant
Hedged ETFs bieten für die meisten Anleger:innen keinen Vorteil. Die zusätzlichen Kosten, insbesondere durch Zinsdifferenzen, wirken über die Jahre wie eine Renditebremse.
Wer breit gestreut in globale Aktien investiert und einen langen Anlagehorizont hat, braucht in der Regel keinen Währungsschutz. Zwar können Wechselkurse erheblich schwanken – aber Risiken und Chancen gleichen sich dabei auf lange Sicht aus.
Währungsabsicherung ist bestenfalls ein Werkzeug für Spezialfälle: beispielsweise für kurze Anlagezeiträume oder für Anleihen-ETFs. Für den langfristigen Vermögensaufbau gilt dagegen: Der beste Schutz sind ein langer Atem und eine breite Diversifikation.
Häufig gestellte Fragen
Hedged ETFs sichern das Währungsrisiko eurer Investitionen ab. Sie nutzen Mechanismen wie Devisentermingeschäfte, um Schwankungen von Fremdwährungen gegenüber eurer Heimatwährung abzufedern. Ziel ist es, die Wertentwicklung des ETFs unabhängig von Wechselkursschwankungen zu machen.
Gesicherte ETFs können im Einzelfall kurzfristig hilfreich sein, zum Beispiel wenn ihr euer angelegtes Geld bald benötigt. Für langfristige Investitionen in globale Aktien-ETFs sind sie jedoch nicht nötig – Wechselkursschwankungen gleichen sich über Jahre oder Jahrzehnte in der Regel aus.
Statt auf Hedged ETFs zu setzen, könnt ihr Währungsrisiken durch langfristiges Investieren über Jahre und Jahrzehnte reduzieren. Sinnvoll ist auch eine sehr breite Diversifikation von Ländern und Währungen. So lassen sich Wechselkurschwankungen über die Zeit ausgleichen, ohne Zusatzkosten für das Hedging.











