Emerging Markets-ETFs: Welche Möglichkeiten gibt es, in Schwellenländer zu investieren?
Viele Anleger:innen möchten die gesamte Weltwirtschaft in ihr Depot einbeziehen – also nicht nur Industrieländer, sondern auch Schwellenländer. Doch wie könnt ihr am besten in die aufstrebenden Volkswirtschaften rund um den Globus investieren? Welche Arten von Schwellenländer-ETFs gibt es überhaupt?

Emerging Markets (kurz: EM) sind aufstrebende Volkswirtschaften mit großem Wachstumspotenzial. Mit EM-ETFs könnt ihr breit gestreut in diese Märkte investieren.
Schwellenländer bieten besondere Renditechancen, sind aber überdurchschnittlich risikoreich. In der Regel kommen sie als Beimischung zum Einsatz, nicht als Kern eines Depots.
Emerging Markets ist ein Sammelbegriff, der sehr unterschiedliche Länder, Branchen und Unternehmen umfasst. Genauso vielfältig sind die ETFs, die den Zugang zu diesen Märkten ermöglichen.
Eine Standardlösung sind All-World-ETFs, die sowohl Industrieländer als auch Schwellenländer enthalten. Eine weitere einfache Option sind reine Emerging-Markets-ETFs, die ausschließlich Schwellenländer abbilden.
Darüber hinaus gibt es eine Vielfalt von speziellen Emeriging-Marekts‑ETFs, mit denen ihr eigene Schwerpunkte setzen könnt. Damit könnt ihr etwa bestimmte Länder oder Regionen bevorzugen – oder ausschließen.
Was sind Emerging Markets-ETFs?
Emerging-Markets-ETFs sind Aktien-ETFs, mit denen ihr breit gestreut in Unternehmen aus Schwellenländern (Emerging Markets) investieren könnt. Sie funktionieren wie andere ETFs, bilden aber Indizes ab, die sich auf Schwellenländer konzentrieren.
Schwellenländer zeichnen sich häufig durch strukturelle Wachstumsfaktoren aus, darunter fortschreitende Industrialisierung, Urbanisierung, Bevölkerungswachstum und ein steigender Lebensstandard. Gleichzeitig sind sie oft mit besonderen Risiken verbunden, etwa politischer Instabilität, wirtschaftlichen Schwankungen, Korruption oder sozialer Ungleichheit.
Emerging Markets sind dabei kein einheitlicher Block, sondern umfassen eine Vielfalt unterschiedlicher Länder und Unternehmen – vom globalen Hightech-Konzern in China bis zur lokal ausgerichteten Logistikfirma in Kolumbien.
Oft wird den EM großes Potenzial zugeschrieben. So schätzt etwa S&P Global, dass die Schwellenländer künftig eine zentrale Rolle in der Weltwirtschaft spielen und bis 2035 ein jährliches BIP-Wachstum von durchschnittlich rund 4,1 % erzielen könnten – verglichen mit rund 1,6 % der Industrieländer.
Welche Länder zählen zu den Emerging Markets?
Eine allgemeingültige Definition für Emerging Markets existiert nicht. Für Anleger:innen ist entscheidend, wie die ETF-Indexanbieter die Länder klassifizieren. Davon hängt ab, welche Länder und Unternehmen in den EM-ETFs enthalten sind.
Beispielsweise bewertet MSCI die Aktienmärkte weltweit jedes Jahr neu anhand der Kriterien Wirtschaftsentwicklung, Marktgröße, Liquidität und der Zugänglichkeit für internationale Investoren. Seit 2025 unterscheidet MSCI fünf Kategorien:
- 1.
Developed Markets: hochentwickelte Länder mit liquiden Märkten und stabiler Wirtschaft
- 2.
Emerging Markets: größere Schwellenländer mit wachsendem Potenzial
- 3.
Frontier Markets: weniger entwickelt und mit eingeschränktem Zugang
- 4.
Advanced Frontier Markets: besser zugänglich für internationale Anleger:innen
- 5.
Standalone Markets: weder Emerging noch Frontier, z. B. wegen extrem begrenztem Zugang

Klassifizierung der weltweiten Aktienmärkte von MSCI im Jahr 2025, EMEA steht für Europe, Middle East und Africa. APAC steht für die Region Asia-Pacific. Quelle: www.msci.com
Wichtig: Andere Indexanbieter kommen zu anderen Klassifikationen. So unterscheidet FTSE Russell etwa die Kategorien Developed, Advanced Emerging, Secondary Emerging und Frontier. Einzelne Länder ordnet FTSE anders ein als MSCI – beispielsweise ist Südkorea für FTSE kein Schwellenland, sondern ein Industrieland.
Sollte man in Emerging Markets-ETFs investieren?
Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, euer Geld in EM-ETFs anzulegen, solltet ihr euch mit den Chancen und Risiken auseinandersetzen.
Chancen und Risiken im Überblick
Breite Diversifikation
EM-ETFs verbessern die Streuung im Portfolio und reduzieren so potenziell das Anlagerisiko und die Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung der Industrieländer.Starke Wirtschaftsdynamik
Viele Schwellenländer wachsen wirtschaftlich schneller als Industrieländer – getrieben durch Faktoren wie junge Bevölkerungen und steigenden Konsum.Hohe Innovationskraft
Viele aufstrebende Länder spielen eine zentrale Rolle bei globalen Megatrends wie Digitalisierung, E-Commerce, Rohstoffgewinnung oder erneuerbaren Energien.
Hohe Volatilität
Die Börsenmärkte der Schwellenländer schwanken in der Regel stärker als in Industriestaaten.Politische Instabilität
In vielen Schwellenländern fehlen rechtsstaatliche und demokratische Strukturen. Das kann wirtschaftliche Risiken erhöhen und für Anleger:innen ethische Fragen aufwerfen.Währungsrisiken
Die Währungen von Schwellenländern sind besonders schwankungsanfällig und stark vom US-Dollar abhängig. Das kann die Rendite für Anleger:innen aus der Eurozone schmälern.Geringere Standards
Aktionärsrechte und Anforderungen an die Unternehmensführung – etwa die Transparenz der Berichterstattung – sind oft weniger ausgeprägt. Das erhöht das Risiko von Fehlentwicklungen und damit auch von Kursverlusten.
Historische Performance: Welche Renditen bieten Emerging Markets-ETFs?
Nach einer längeren Durststrecke meldeten sich die Emerging Markets (EM) im Jahr 2025 mit einer erheblichen Outperformance zurück: Während der MSCI World ein Plus von 7,9 % erzielte, schoss der MSCI Emerging Markets mit einer Rendite von 20,1 % nach oben.
| Jahr | Rendite |
|---|---|
| 2007 | 26,0 % |
| 2008 | -49,5 % |
| 2009 | 71,2 % |
| 2010 | 29,8 % |
| 2011 | -15,9 % |
| 2012 | 15,0 % |
| 2013 | -7,4 % |
| 2014 | 10,5 % |
| 2015 | -5,3 % |
| 2016 | 15,4 % |
| 2017 | 20,2 % |
| 2018 | -11,0 % |
| 2019 | 20,5 % |
| 2020 | 7,8 % |
| 2021 | 4,6 % |
| 2022 | -14,1 % |
| 2023 | 5,8 % |
| 2024 | 14,0 % |
| 2025 | 20,1 % |
| Jahr | Rendite |
|---|---|
| 2007 | -4,8 % |
| 2008 | -39,1 % |
| 2009 | 28,1 % |
| 2010 | 19,9 % |
| 2011 | -3,3 % |
| 2012 | 12,7 % |
| 2013 | 21,7 % |
| 2014 | 20,1 % |
| 2015 | 10,8 % |
| 2016 | 10,7 % |
| 2017 | 7,7 % |
| 2018 | -5,1 % |
| 2019 | 31,1 % |
| 2020 | 5,5 % |
| 2021 | 32,8 % |
| 2022 | -13,7 % |
| 2023 | 20,2 % |
| 2024 | 26,0 % |
| 2025 | 7,9 % |
Ein Grund war der schwächelnde US-Dollar im Jahr 2025. Der schmälert die Rendite von Industrieländer-ETFs für Anleger:innen aus der Eurozone – doch für Emerging Markets-ETFs gilt das Gegenteil. Denn in den Schwellenländern nehmen viele Unternehmen und Staaten Kredite in US-Dollar auf. Wertet die US-Währung ab, sinkt die Schuldenlast, und es entsteht mehr Spielraum für Investitionen und Wachstum.
Umstritten ist, ob das Jahr 2025 nur ein Strohfeuer für die Schwellenländer-ETFs war oder der Auftakt für eine langfristige Trendwende. Unabhängig davon lohnt sich ein Blick auf die historische Performance. Wertvolle Hinweise liefern die Daten von MSCI zu drei Indizes: MSCI Emerging Markets (nur Schwellenländer), MSCI World (nur Industrieländer) und MSCI ACWI (Industrieländer und Schwellenländer).
Die Angaben beziehen sich auf US-Dollar, Quelle: MSCI
MSCI EM | MSCI World | MSCI ACWI | |
|---|---|---|---|
Rendite 2000 - 2025 | 8,48 % p.a. | 7,21 % p.a. | 7,11 % p.a. |
Rendite 2015 - 2025 | 8,42 % p.a. | 12,17 % p.a. | 11,72 % p.a. |
Volatilität (10 Jahre) | 16,51 % p.a. | 14,71 % p.a. | 14,47 % p.a. |
Sharpe Ratio (10 Jahre) | 0,44 | 0,71 | 0,69 |
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 2025 | 17,03 | 24,04 | 23,00 |
Hier sind die zentralen Erkenntnisse aus diesem Index-Vergleich:
10-Jahres-Bilanz: Schwellenländer bleiben zurück
In der Dekade von 2015 bis 2025 waren Emerging Markets eine Geduldsprobe für Anleger:innen. Während der MSCI World mit einer Rendite von 12,17 % p.a. glänzte, lieferte der MSCI EM lediglich 8,42 % p.a.Langfrist-Perspektive: Schwellenländer haben die Nase vorn
Betrachtet man einen anderen Einstiegszeitpunkt und einen Zeitraum von 25 Jahren, dreht sich das Bild: Seit Ende 2000 erzielten Emerging Markets eine Rendite von 8,48 % p.a. und schlugen damit sowohl den MSCI World als auch den MSCI ACWI.Stärkere Kursschwankungen sind typisch
Wer in Schwellenländer investiert, braucht starke Nerven. Die Volatilität liegt im Zehnjahresvergleich bei den EM bei 16,51 % pro Jahr und damit höher als bei den anderen beiden Indizes.Das höhere Risiko zahlte sich zuletzt nicht aus
Die Kennzahl Sharpe Ratio misst das Verhältnis von Rendite und Risiko. Bei EM mussten Anleger:innen stärkere Kurskapriolen aushalten, erhielten dafür jedoch vergleichsweise wenig Rendite.
Zwischenfazit: Balanceakt zwischen Chancen und Risiken
Aus der Vergangenheit lassen sich wie immer keine sicheren Rückschlüsse für die Zukunft schließen. Aber klar ist: Schwellenländer sind keine Renditegaranten, sondern folgen langen Zyklen. Über einen Zeitraum von 25 Jahren wurden Anleger:innen für das höhere Risiko belohnt, über 10 Jahre dagegen enttäuscht.
Grundsätzlich gelten EM-ETFs für den langfristigen Vermögensaufbau als sinnvolle Beimischung im Depot, sollten aber nicht das alleinige Fundament bilden. Als häufig zitierte Standardlösung für eine ausgewogene Gewichtung gilt das 70/30-Portfolio, also 70 % Industrieländer-Aktien und 30 % Schwellenländer-Aktien.
Welche Emerging Markets-ETFs gibt es?
Ihr habt prinzipiell zwei Optionen, um Schwellenländer ins Depot zu holen:
Das Komplett-Paket mit All-World-ETFs (auch All-Country-ETFs genannt) - also Welt-ETFs, die sowohl Industrieländer als auch Emerging Markets abdecken. Oder die Schwerpunkt-Lösung mit reinen Emerging Markets-ETFs, die ausschließlich Schwellenländer enthalten.
All-World-ETFs: Alles unter einem Dach
All-World-ETFs bilden die gesamte globale Aktienwelt in einem einzigen Produkt ab, inklusive Industrie- und Schwellenländer.
Der Vorteil: All-World-ETFs gelten als einfache Standardlösung, insbesondere für Anleger:innen, die Schwellenländer im Depot haben wollen, ohne über die Auswahl und Gewichtung einzelner EM-ETFs nachdenken zu müssen. Man erhält mit nur einem ETF eine breite Streuung über Länder und Regionen hinweg.
Der Nachteil: Schwellenländer machen bei gängigen Indizes meist nur ungefähr 10 % des Gesamtportfolios aus. Wer stärker auf Emerging Markets setzen will oder bestimmte Länder oder Branchen stärker gewichten möchte, stößt mit All-World-ETFs schnell an Grenzen.
All-World-ETFs orientieren sich an verschiedenen globalen Indizes. Hier drei bekannte Beispiele:
| ETFs ▼ | Wert der ETFs ▼ | ⌀ Kosten ▲ | Positionen ▼ | |
|---|---|---|---|---|
FTSE All World | 4 | 49,9 Mrd. € | 0,17 % | 3.765 |
MSCI ACWI | 10 | 34,1 Mrd. € | 0,21 % | 2.354 |
MSCI ACWI IMI | 2 | 4,2 Mrd. € | 0,17 % | 4.401 |
MSCI ACWI: Das Kürzel ACWI steht für All Country World Index. Der Index enthält rund 2.300 mittelgroße und große Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern und deckt rund 85 % des investierbaren weltweiten Aktienmarktes ab.
MSCI ACWI IMI: Der MSCI ACWI IMI bildet nicht nur die Konzerne ab, sondern auch Tausende kleiner Firmen, die Small Caps. Damit deckt er rund 99 % des internationalen Aktienmarktes ab und bietet eine maximale weltweite Risikostreuung.
FTSE All World: Der Index verwendet teilweise andere Ländergewichtungen und enthält rund 3.700 Aktien – deutlich mehr als der MSCI ACWI, aber weniger als der MSCI ACWI IMI. Er deckt etwa 90 bis 95 % des investierbaren Marktes ab.
Welche All-World-ETFs lohnen sich?
Den pauschal besten All-World-ETF gibt es nicht. Wenn ihr euch für einen Index entschieden habt, könnt ihr euch bei der Auswahl eines konkreten ETFs an Kriterien wie den Kosten oder dem Fondsvolumen orientieren.
Ihr könnt unsere ETF-Suche nutzen, um gezielt nach All-World-ETFs zu suchen. Hier sind alle in Deutschland verfügbaren ETFs auf die drei genannten All-World-Indizes. Bei der Einschätzung der Qualität eines ETFs kann euch unser Score helfen, der sich an drei wichtigen Kriterien (Kosten, Alter und Fondsvolumen) orientiert:
| Größe ▼ | Alter ▼ | Kosten ▲ | Score ▼ | |
|---|---|---|---|---|
Vanguard FTSE All-World Thesaurierend IE00BK5BQT80 | 28,5 Mrd. € | 6 Jahre | 0,19 % | |
iShares MSCI ACWI Thesaurierend IE00B6R52259 | 22,1 Mrd. € | 14 Jahre | 0,20 % | |
Vanguard FTSE All-World Ausschüttend IE00B3RBWM25 | 18,9 Mrd. € | 13 Jahre | 0,19 % | |
SPDR MSCI All Country World Thesaurierend IE00B44Z5B48 | 7,7 Mrd. € | 14 Jahre | 0,12 % | |
SPDR MSCI All Country World Investable Market Thesaurierend IE00B3YLTY66 | 4,2 Mrd. € | 14 Jahre | 0,17 % |
Reine Emerging Markets-ETFs: Schwellenländer unter sich
Reine Emerging-Markets-ETFs haben ausschließlich Schwellenländer an Bord, Industrieländer bleiben außen vor. Ihr könnt so den Anteil der Schwellenländer in eurem Depot nach eigenen Vorstellungen erhöhen oder reduzieren.
Der Vorteil: Mit einem reinen Emerging Markets-ETF ist es möglich, die Gewichtung von Schwellenländern in eurem Portfolio selbst zu bestimmen. Ihr könnt euch an der Standardlösung 70/30 orientieren, aber auch einen anderen Mix wählen, beispielsweise 60/40 oder 80/20.
Der Nachteil: Reine EM-ETFs sind schwankungsanfälliger als All-World-ETFs – das ist die Kehrseite für potenziell höhere Renditen. Außerdem erfordert es etwas mehr Aufwand und Erfahrung, um die Gewichtung selbst zu steuern und bei Bedarf anzupassen.
Es gibt zahlreiche ETF-Indizes, die Emerging Markets abbilden. Hier drei Beispiele für populäre Indizes:
| ETFs ▼ | Wert der ETFs ▼ | ⌀ Kosten ▲ | Positionen ▼ | |
|---|---|---|---|---|
MSCI Emerging Markets | 23 | 54,8 Mrd. € | 0,24 % | 1.211 |
MSCI Emerging Markets IMI | 2 | 31,4 Mrd. € | 0,18 % | 2.959 |
FTSE Emerging | 3 | 4,4 Mrd. € | 0,15 % | 2.271 |
MSCI Emerging Markets: Standardindex mit großen und mittelgroßen Unternehmen, vor allem aus China, Taiwan, Indien und Südkorea. Branchenschwerpunkte: IT und Finanzdienstleistungen.
MSCI Emerging Markets IMI: Der Index enthält zusätzlich kleine Unternehmen (Small Caps). Das Ergebnis ist eine sehr breite Diversifikation, aber auch eine höhere Volatilität.
FTSE Emerging Markets: Alternative zu den MSCI-Indizes, die Länder teilweise anders gewichtet und klassifiziert – so zählt etwa Südkorea hier nicht zu den Schwellenländern.
Welche reinen EM-ETFs lohnen sich?
Wieder gilt: Es gibt eine Vielzahl von EM-ETFs, von denen keiner pauschal am besten ist. Hier seht ihr alle in Deutschland verfügbaren ETFs auf die drei oben vorgestellten Indizes, mit wichtigen Vergleichskriterien:
| Größe ▼ | Alter ▼ | Kosten ▲ | Score ▼ | |
|---|---|---|---|---|
iShares Core MSCI EM IMI Thesaurierend IE00BKM4GZ66 | 30,1 Mrd. € | 11 Jahre | 0,18 % | |
Xtrackers MSCI Emerging Markets Thesaurierend IE00BTJRMP35 | 9,2 Mrd. € | 8 Jahre | 0,18 % | |
iShares MSCI EM Ausschüttend IE00B0M63177 | 7,2 Mrd. € | 20 Jahre | 0,18 % | |
iShares MSCI EM Thesaurierend IE00B4L5YC18 | 6,3 Mrd. € | 16 Jahre | 0,18 % | |
UBS Core MSCI EM Thesaurierend LU0950674175 | 4,8 Mrd. € | 7 Jahre | 0,15 % |
Spezielle EM-ETFs: Investieren à la carte
Es gibt natürlich noch viele weitere Möglichkeiten, in Schwellenländer-ETFs zu investieren und dabei individuelle Schwerpunkte zu setzen. Hier eine Übersicht wichtiger Optionen:
EM-ETFs ohne China
China ist in vielen EM-ETFs das mit Abstand größte Einzelgewicht. Manche Anleger:innen wollen das nicht, etwa aus politischen Gründen oder weil ihnen das Klumpenrisiko zu hoch ist: Geht es der chinesischen Wirtschaft schlecht, zieht es den gesamten ETF nach unten. Umgekehrt gilt: Wer nicht in das Reich der Mitte investiert, kann erhebliche Renditen verpassen.So oder so: Wer China bewusst ausschließen will, hat die Möglichkeit, so genannte Ex-China-ETFs zu verwenden. In unserer ETF-Suche habt ihr die Möglichkeit, das Kriterium „ohne China“ zu filtern.
| ETFs ▼ | Wert der ETFs ▼ | ⌀ Kosten ▲ | Positionen ▼ | |
|---|---|---|---|---|
MSCI Emerging Markets ex China | 4 | 7,5 Mrd. € | 0,17 % | 642 |
MSCI EM ex China ESG Selection P-Series 5% Issuer Capped | 1 | 703 Mio. € | 0,35 % | 247 |
MSCI EM (Emerging Markets) ex China | 1 | 67 Mio. € | 0,16 % | 622 |
MSCI EM ex China Climate Paris Aligned | 2 | 13 Mio. € | 0,27 % | 183 |
MSCI Emerging Markets ex China SRI Low Carbon Select 5% Issuer Capped | 1 | 5 Mio. € | 0,20 % | 152 |
FTSE Emerging ex China | 1 | 3 Mio. € | 0,11 % | - |
MSCI EM ex China Climate Paris Aligned (EUR Hedged) | 1 | 2 Mio. € | 0,30 % | 183 |
EM-Einzelländer-ETFs
Wenn ihr besonders überzeugt von einem einzelnen Schwellenland seid, könnt ihr auf EM-Einzelländer-ETFs setzen – die Bandbreite reicht von Indien bis Vietnam. Solche ETFs ermöglichen gezielte Wetten auf einzelne Volkswirtschaften, sind aber risikoreich, da die Streuung stark eingeschränkt ist. Sie eignen sich vor allem als satellitenhafte Ergänzung im Depot. Hier ist eine Auswahl solcher Länder-Indizes:
| ETFs ▼ | Wert der ETFs ▼ | ⌀ Kosten ▲ | Positionen ▼ | |
|---|---|---|---|---|
MSCI China | 7 | 7,5 Mrd. € | 0,33 % | 560 |
MSCI India | 7 | 6,5 Mrd. € | 0,61 % | 165 |
MSCI Brazil | 4 | 4,4 Mrd. € | 0,48 % | 50 |
MSCI Thailand | 1 | 132 Mio. € | 0,50 % | 19 |
EM-ETFs mit Fokus auf Regionen
Eine weitere Möglichkeit sind ETFs, die sich auf bestimmte Regionen konzentrieren, etwa Asien, Lateinamerika, Osteuropa, Afrika oder Naher Osten. In unserer ETF-Suche könnt ihr gezielt Regionen filtern.Manche erfahrene Anleger:innen bauen sich selbst ein Welt-Portfolio aus mehreren Regionen-ETFs zusammen. Ein mögliches Modell ist die 4-Regionen-Strategie, die mit vier ETFs die wichtigsten Wirtschaftsräume der Welt abdeckt.
EM-ETFs mit Fokus auf Zukunftsthemen
Thematische EM-ETFs verbinden Schwellenländer mit bestimmten Megatrends, etwa Rohstoffe und Energie oder Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Solche ETFs setzen gezielt auf Wachstumsfelder, sind jedoch oft teurer, stärker schwankend und weniger breit diversifiziert als klassische EM-ETFs. In unserer ETF-Suche gibt es verschiedene Möglichkeiten, ETFs nach Megatrends zu filtern. Beispielsweise findet ihr unter der Kategorie „Thema“ das Auswahlkriterium „Schwellenländertrends“.Nachhaltige EM-ETFs
Nachhaltige ETFs, die Schwellenländer enthalten, berücksichtigen Standards im Hinblick auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Doch die Definitionen von Nachhaltigkeit unterscheiden sich je nach Indexanbieter stark. In unserer ETF-Index-Suche könnt ihr auch nachhaltige ETF-Indizes filtern, die Schwellenländer enthalten. Hier einige Beispiele:
| Anlageklasse | Region | Länder | Unternehmensgröße | Branchen | Trend | ESG | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
MSCI EM ESG Enhanced Focus CTB | Aktien | Weltweit | Schwellenländer | Mid & Large Cap | alle Branchen | CTB | Ja |
MSCI EM IMI Screened | Aktien | Weltweit | Schwellenländer | Alle Größen | alle Branchen | - | Ja |
MSCI EM SRI Select Reduced Fossil Fuel | Aktien | Weltweit | Schwellenländer | Mid & Large Cap | alle Branchen | - | Ja |
MSCI Emerging Market SRI Low Carbon Select 5% Issuer Capped | Aktien | Weltweit | Schwellenländer | Mid & Large Cap | alle Branchen | - | Ja |
MSCI China Technology Sub-Industries ESG Screened Select Capped | Aktien | Asien-Pazifik | China | Mid & Large Cap | Informationstechnologie | Disruptive Technologien China | Ja |
EM-ETFs mit Faktorstrategien
Faktor-ETFs weisen besondere Eigenschaften auf – sogenannte Faktoren. Bekannte Faktoren sind etwa Value, also die Bewertung von Unternehmen, gemessen etwa am Kurs-Gewinn-Verhältnis. Oder Quality: Besonders solide Firmen, die hohe, stetige Gewinne erwirtschaften. Auch für Emerging Markets gibt es solche Strategien. Allerdings ist umstritten, ob es langfristig zu besseren Renditen führt, wenn Faktoren wie Value oder Quality übergewichtet werden.Anleihen-ETFs aus Schwellenländern
Neben Aktien-ETFs gibt es auch Anleihen-ETFs, die in Staats- oder Unternehmensanleihen in Schwellenländern investieren. Diese ETFs können eine sinnvolle Ergänzung im Depot sein, vor allem für sicherheitsorientierte Anleger:innen. Anleihen-ETFs bieten potenziell höhere Zinsen, bergen jedoch bei Schwellenländern besondere Risiken, etwa durch Währungsschwankungen oder Zahlungsausfälle.
Fazit: Emerging Markets sind eine sinnvolle Ergänzung
Je breiter ihr euer Kapital global streut, desto besser lässt sich das Anlagerisiko verteilen. In diesem Sinne können Emerging-Markets-ETFs eine sinnvolle Ergänzung im Depot sein – insbesondere für Anleger:innen mit langfristigem Anlagehorizont. Sie erhöhen die Diversifikation und ermöglichen es, an der wirtschaftlichen Entwicklung aufstrebender Märkte weltweit teilzuhaben.
Gleichzeitig sind Investments in Schwellenländer mit erhöhten Risiken verbunden. Politische Unsicherheiten, instabile Währungen und teils starke Kursschwankungen können die Wertentwicklung deutlich beeinflussen.
Wer Schwellenländer ins Depot aufnehmen möchte, hat dafür zwei gängige Möglichkeiten: All-World-ETFs, die Industrie- und Schwellenländer gemeinsam abbilden, oder reine Emerging-Markets-ETFs, mit denen sich der Schwellenländeranteil gezielt steuern lässt. Darüber hinaus stehen spezialisierte ETFs zur Verfügung, etwa mit Fokus auf einzelne Länder, Regionen, Themen oder Nachhaltigkeitskriterien.










