MSCI World ex USA: Der Welt-Index ohne Amerika – für wen ist er wirklich sinnvoll?
Wenn ihr einen MSCI World-ETF im Depot habt, steckt euer Geld aktuell zu knapp 70 % in US-Aktien. Der hohe USA-Anteil hat lange gut funktioniert, doch immer mehr Anleger:innen stellen sich aktuell die Frage: Ist das noch sinnvoll?
Seit März 2024 gibt es mit dem MSCI World ex USA erstmals eine einfache Lösung für dieses Problem. Der Index bildet dieselben Industrieländer ab wie der klassische MSCI World – nur ohne die USA. Wir erklären, was dahintersteckt, für wen er sinnvoll ist und wie ihr ihn richtig einsetzt.

Der MSCI World ex USA ist ein Aktienindex, der die Wertentwicklung von rund 770 Unternehmen aus 22 Industrieländern abbildet – alle außer den USA.
Im klassischen MSCI World stecken knapp 70 % in US-Aktien. Der MSCI World ex USA gibt euch die Möglichkeit, diesen Anteil bewusst zu reduzieren und euer Portfolio breiter aufzustellen.
Seit März 2024 gibt es den ersten UCITS-konformen ETF auf diesen Index für Privatanleger:innen in Deutschland. Aktuell stehen dafür sechs ETFs zur Auswahl.
Der MSCI World ex USA eignet sich am besten als Ergänzung zu einem bestehenden Portfolio. Wenn ihr ihn mit einem USA-ETF kombiniert, könnt ihr die Gewichtung des USA-Anteils in eurem Portfolio besser steuern.
Über die letzten 15 Jahre hat der MSCI World ex USA den klassischen MSCI World underperformt – getrieben von der außergewöhnlichen Performance von US-Tech-Firmen.
Was ist der MSCI World ex USA?
Um den MSCI World ex USA zu verstehen, müsst ihr zuerst seinen großen Bruder kennen: den MSCI World.
Der MSCI World ist ein Aktienindex. Er bildet die Wertentwicklung von rund 1.300 großen und mittelgroßen Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Dazu gehören Länder wie die USA, Japan, Deutschland, das Vereinigte Königreich, Kanada und die Schweiz. Schwellenländer wie China oder Indien sind nicht dabei.
Der Index gewichtet seine Mitglieder nach Marktkapitalisierung. Das heißt, je größer ein Unternehmen an der Börse bewertet ist, desto mehr Gewicht hat es im Index. Das Ergebnis ist bekannt: Knapp 70 % des MSCI World stecken in US-amerikanischen Aktien.
Genau hier setzt der MSCI World ex USA an. Er folgt denselben Regeln wie der MSCI World, mit einem einzigen Unterschied: Die USA fehlen komplett. Alle anderen 22 Industrieländer sind weiterhin vertreten. Ihr investiert also in die Industriewelt, nur eben ohne den amerikanischen Markt.
| ETFs ▼ | Wert der ETFs ▼ | ⌀ Kosten ▲ | Positionen ▼ | |
|---|---|---|---|---|
MSCI World | 34 | 242,0 Mrd. € | 0,19 % | 1.319 |
MSCI World ex USA | 6 | 8,8 Mrd. € | 0,15 % | 777 |
Wie setzt sich der MSCI World ex USA zusammen
Wenn ihr in den MSCI World ex USA investiert, kauft nicht einfach „die Welt ohne Amerika". Ihr kauft ein sorgfältig konstruiertes Portfolio aus rund 770 Unternehmen aus 22 Industrieländern – mit einer Länder- und Branchenverteilung, die sich deutlich vom klassischen MSCI World unterscheidet. Genau diese Streuung ist eines der stärksten Argumente für diesen Index.
Doch was steckt konkret drin? Welche Länder, welche Branchen, welche Unternehmen – und warum ist diese Zusammensetzung aus Risikosicht sinnvoll? Das schauen wir uns jetzt im Detail an.
Länderaufteilung: Kein Land dominiert den Index
Ohne die USA rücken andere Märkte ins Zentrum. Japan ist mit rund 20 % das größte Land im MSCI World ex USA, gefolgt vom Vereinigten Königreich, Kanada, der Schweiz und Deutschland. Kein einzelnes Land dominiert den Index so stark wie die USA den klassischen MSCI World mit knapp 70 %.
| Land | Anteil |
|---|---|
| 20,3 % | |
| 12,5 % | |
| 11,9 % | |
| 8,5 % | |
| 8,2 % | |
| 8,1 % | |
| 5,8 % | |
| 5,7 % | |
| 3,2 % | |
| 3,0 % |
| Land | Anteil |
|---|---|
| 67,7 % | |
| 6,0 % | |
| 3,8 % | |
| 3,6 % | |
| 2,7 % | |
| 2,5 % | |
| 2,4 % | |
| 1,9 % | |
| 1,8 % | |
| 1,7 % |
Das ist der erste strukturelle Vorteil: Kein Land hat ein derart überragendes Gewicht, dass sein Auf und Ab den gesamten Index mitreißt. Läuft es einem Markt schlecht, etwa durch eine Rezession oder politische Verwerfungen, bleibt der Schaden begrenzt.
Wer in den MSCI World ex USA investiert, verteilt sein Geld auf 22 verschiedene Volkswirtschaften, mit unterschiedlichen Konjunkturzyklen, Währungen und politischen Systemen.

Die Developed Markets ohne die USA.
Unternehmensvielfalt: Weniger Gewicht auf weniger Schultern
Im klassischen MSCI World dominieren wenige US-Technologiekonzerne das Gesamtbild. Allein die Top-10-Positionen – u. a. Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet und Broadcom – machen zusammen rund 27 % des gesamten Index aus. Das bedeutet: Mehr als ein Viertel eures Geldes steckt in gerade einmal zehn Unternehmen, alle aus den USA, fast alle aus dem Technologiesektor.
Das ist ein klassisches Klumpenrisiko: Wenn diese Konzerne gleichzeitig unter Druck geraten, etwa durch regulatorische Eingriffe, einen KI-Hype, der sich abkühlt, oder einen schwächelnden US-Markt, spürt ihr das unmittelbar im gesamten Portfolio. Nvidia allein macht gerade 5,4 % des Index aus. Eine einzige Aktie bestimmt damit den Takt für Millionen von Anleger:innen mit.
| TOP 10 | Andere |
| asml | 2,2 % | |
| roche ord | 1,3 % | |
| hsbc holdings ord | 1,3 % | |
| astrazeneca ord | 1,2 % | |
| novartis ord | 1,2 % | |
| nestle sa ord | 1,1 % | |
| royal bk canada ord | 0,9 % | |
| shell plc ord | 0,9 % | |
| toyota ord | 0,9 % | |
| siemens ord | 0,9 % | |
| andere | 88 % |
| TOP 10 | Andere |
| nvidia ord | 5,2 % | |
| apple ord | 4,7 % | |
| microsoft-t ord | 3,3 % | |
| amazon.com inc ord | 2,3 % | |
| alphabet inc-cl a ord | 2,1 % | |
| alphabet inc-cl c ord | 1,7 % | |
| broadcom limited ord | 1,7 % | |
| meta platforms ord a | 1,7 % | |
| tesla ord | 1,3 % | |
| jpmorgan chase ord | 1,0 % | |
| andere | 75 % |
Im MSCI World ex USA sieht das grundlegend anders aus. Statt Apple, Microsoft und Nvidia trefft ihr auf europäische Schwergewichte: ASML mit 1,8 %, Roche, AstraZeneca und HSBC (je 1,2 %), Novartis, Nestlé und SAP (je 1,1 %). Die größte Einzelposition macht gerade einmal 1,8 % aus – ein Drittel von Nvidias Gewicht im klassischen MSCI World. Die verbleibenden 88 % verteilen sich auf hunderte weitere Unternehmen aus 22 Ländern.
Branchendiversität: Technologie verliert seinen Thron
Ein weiterer Unterschied zum klassischen MSCI World liegt in der Branchenverteilung. Im MSCI World dominiert Technologie mit 26,7 %. Im MSCI World ex USA schrumpft dieser Anteil auf gerade einmal 9 %, weil Apple, Microsoft, Nvidia und Co. (die „Magnificent Seven“) komplett fehlen.
| Sektor | Anteil |
|---|---|
| 24,7 % | |
| 17,5 % | |
| 8,5 % | |
| 8,3 % | |
| 8,3 % | |
| 6,8 % | |
| 6,1 % | |
| 5,0 % | |
| 4,9 % | |
| 3,8 % | |
| 3,7 % | |
| 1,7 % |
| Sektor | Anteil |
|---|---|
| 26,6 % | |
| 14,7 % | |
| 11,3 % | |
| 9,6 % | |
| 9,2 % | |
| 8,5 % | |
| 5,3 % | |
| 3,9 % | |
| 3,9 % | |
| 3,2 % | |
| 2,8 % | |
| 1,9 % |
Technologieaktien können in guten Zeiten enorme Renditen liefern, aber sie schwanken auch stark. Wer den klassischen MSCI World hält, spürt diese Schwankungen direkt im Portfolio, denn über ein Viertel des Index hängt genau an diesen Titeln.
Im MSCI World ex USA sind stattdessen Finanz- und Industrieunternehmen stärker gewichtet, wodurch die Entwicklung weniger von einzelnen Hype-Unternehmen abhängt.
Dazu kommen Sektoren wie Basiskonsumgüter (6,1 %) und Gesundheitswesen (8,2 %), die als besonders krisenresistent gelten: Menschen kaufen auch in Rezessionen Lebensmittel und Medikamente. Das dämpft Verluste in turbulenten Marktphasen, auch wenn es in Boomphasen etwas weniger Renditepotenzial bedeuten kann.
Das ist der Kerngedanke hinter dem Index: mehr Balance, weniger Abhängigkeit von einem einzigen Markt – den USA.
Warum gibt es diesen ETF – und warum gerade jetzt?
Der MSCI World gewichtet seine Mitglieder nach Marktkapitalisierung: Je größer ein Unternehmen an der Börse bewertet ist, desto mehr Platz bekommt es im Index. Und die größten Unternehmen der Welt sitzen seit Jahren fast ausnahmslos in den USA.
Das war nicht immer so. In den 1980er Jahren war Japan zeitweise das schwerste Land im MSCI World.
Doch der Aufstieg der US-Technologiekonzerne hat das Bild grundlegend verändert: Ihre Börsenwerte haben sich in den letzten zehn Jahren vervielfacht.
Das Ergebnis: Heute stecken knapp 70 % des MSCI World in US-Aktien. Ein Index, der „Welt“ im Namen trägt, ist in Wirklichkeit zu großen Teilen eine Wette auf einen einzigen Markt.
Für viele Anleger:innen war das lange kein Problem – im Gegenteil. Wer in den vergangenen zehn Jahren investiert hat, hat von der US-Dominanz profitiert. Doch eine so starke Konzentration auf ein einziges Land birgt ein Risiko, das oft erst dann sichtbar wird, wenn es zu spät ist: das Klumpenrisiko.
Was ist Klumpenrisiko – und wann wird es zum Problem?
Klumpenrisiko bedeutet, dass ein zu großer Teil eures Portfolios von einem einzigen Land, einer Branche oder einem Unternehmen abhängt. Solange alles gut läuft, fällt euch das im Normalfall kaum auf.
Das Problem zeigt sich erst in der Krise. Wenn der US-Markt einbricht, bricht auch euer MSCI-World-Portfolio ein – und zwar stärker, als es bei einer „echten“ weltweiten Streuung der Fall wäre.
Ein Beispiel: Im Jahr 2022 verlor der S&P 500, also der wichtigste Aktienindex der USA, rund 18 %. Weil der MSCI World zu etwa 70 % aus US-Aktien besteht, zog er fast im Gleichschritt mit. Anleger:innen, die auf globale Streuung gesetzt hatten, erlebten eine böse Überraschung: Ihr „Weltportfolio“ verhielt sich im Grunde wie ein US-Portfolio.
Der MSCI World ex USA ist kein neues Konzept. Den Index gibt es schon lange – und institutionelle Anleger:innen wie Pensionsfonds oder Versicherungen nutzen ihn seit Jahren.
Für Privatanleger:innen in Europa war er jedoch lange nicht zugänglich: Erst im März 2024 brachte Xtrackers den ersten UCITS-konformen, also für europäische Privatanleger:innen zugelassenen ETF auf diesen Index nach Deutschland. Seitdem ist das Thema auch für Einsteiger:innen relevant.
Zwei Entwicklungen treiben das Thema aktuell besonders:
- 1.
Bewertungen: US-Aktien sind historisch teuer. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 liegt deutlich über seinem langjährigen Durchschnitt. Viele Anleger:innen fragen sich, ob die hohen Preise noch gerechtfertigt sind – oder ob ein Teil des Geldes besser anderswo aufgehoben wäre.
- 2.
Geopolitik: Die Rückkehr von Handelskonflikten, Zöllen und wirtschaftlichem Nationalismus unter der US-Regierung hat das Vertrauen in den amerikanischen Markt erschüttert. Internationale Anleger:innen diversifizieren bewusst weg von den USA und europäische Privatanleger:innen ziehen nach.
Lohnt sich ein MSCI World ex USA-ETF?
Ob sich ein Investment in den MSCI World ex USA ETF lohnt, lässt sich so pauschal nicht sagen: Das hängt auch davon ab, wie sich die US-Märkte künftig entwickeln – und in die Zukunft schauen kann leider niemand.
Über die letzten zehn Jahre hat der MSCI World ex USA den klassischen MSCI World deutlich underperformt. Der Grund ist logisch: Die USA, und darin besonders die Magnificent Seven, haben in diesem Zeitraum eine außergewöhnliche Rallye hingelegt.
Das bedeutet aber nicht, dass es immer so bleiben wird. Historisch wechseln sich Phasen der US-Dominanz mit Phasen ab, in denen internationale Märkte besser abschneiden.
In den 2000er Jahren etwa, nach dem Platzen der Dotcom-Blase, liefen europäische und asiatische Märkte dem US-Markt jahrelang davon. Wer nur auf die letzten zehn Jahre schaut, sieht ein verzerrtes Bild.

MSCI World ex USA und MSCI World – von 1980 bis heute. (Quelle: curvo.eu)
Die Grafik zeigt: Bis Mitte der 2010er Jahre liefen die Indizes nahezu parallel. Dann begann die US-Technologierallye und der MSCI World zog davon. Aus 100 investierten USD wurden beim MSCI World bis Februar 2026 rund 442 USD. Beim MSCI World ex USA waren es 270 USD. Das ist der Preis, den ihr für weniger US-Konzentration in den letzten 15 Jahren bezahlt hättet.
Seit 2025 holt der MSCI World ex USA auf. Ob das eine Trendwende ist oder eine kurzfristige Bewegung, lässt sich heute noch nicht sagen.
Für wen ist dieser ETF sinnvoll – und für wen nicht?
Ein MSCI World ex USA ETF kann ein sinnvolles Investment sein, wenn ihr:
bereits einen MSCI World besitzt und die US-Gewichtung bewusst reduzieren wollt
ein Zwei-ETF-Portfolio aufbauen wollt, bei dem ihr eure Ziel-USA-Gewichtung selbst steuert
überzeugt seid, dass internationale Märkte in den nächsten Jahren aufholen werden
Weniger sinnvoll ist er, wenn ihr:
gerade erst anfangt, zu investieren und ein einfaches, pflegeleichtes Portfolio sucht – dann ist ein einziger MSCI World oder ein noch breiter gestreuter ACWI ETF die bessere Wahl
nicht bereit seid, zwei ETFs zu überwachen und die Gewichtung durch Rebalancing gelegentlich anzupassen
davon ausgeht, dass der US-Markt weiterhin besser läuft als andere Regionen
Der MSCI World ex USA ist also ein sinnvolles Werkzeug für Leute, die ihre US-Gewichtung bewusst steuern wollen, aber kein Muss. Wer mit einem einzigen breit gestreuten ETF gut schläft, kann guten Gewissens dabei bleiben.
Wer jedoch bewusst investiert und das Gefühl hat, mit über 65 % USA-Anteil zu viel auf einen einzigen Markt zu setzen, für den ist die Kombination aus MSCI World ex USA und einem USA-ETF eine elegante Lösung. Sie gibt euch die Kontrolle über eure eigene Gewichtung, ohne auf die Breite eines globalen Index zu verzichten.
Welche MSCI World ex USA-ETFs gibt es – und welcher ist der beste?
Das Angebot ist bisher eher klein – für Privatanleger:innen in Deutschland gibt es nämlich erst seit 2024 investierbare ETFs auf den MSCI World ex USA-Index.
Aktuell stehen sechs ETFs zur Auswahl:
| Größe ▼ | Alter ▼ | Kosten ▲ | Score ▼ | |
|---|---|---|---|---|
Xtrackers MSCI World ex USA Thesaurierend IE0006WW1TQ4 | 5,1 Mrd. € | 2 Jahre | 0,15 % | |
iShares MSCI World ex-USA Thesaurierend IE000R4ZNTN3 | 2,7 Mrd. € | 1 Jahr | 0,15 % | |
Amundi MSCI World Ex USA Thesaurierend IE00085PWS28 | 574 Mio. € | 1 Jahr | 0,15 % | |
Xtrackers MSCI World ex USA Ausschüttend IE000Z0FC0G5 | 211 Mio. € | 1 Jahr | 0,15 % | |
Amundi MSCI World Ex USA Ausschüttend IE0009BI8Z04 | 117 Mio. € | 1 Jahr | 0,15 % | |
UBS MSCI World ex USA Thesaurierend LU2807512947 | 90 Mio. € | 1 Jahr | 0,14 % |
Alle ETFs kosten nahezu gleich viel – die TER liegt bei 0,15 % (der UBS-ETF ist mit 0,14 % sogar noch etwas günstiger). Die Unterschiede liegen woanders:
Das Fondsvolumen
Ein ETF mit wenig verwaltetem Vermögen ist für den Anbieter wenig profitabel. Unterschreitet er dauerhaft eine kritische Größe, droht die Schließung. Viele Expert:innen empfehlen, nur in ETFs mit mindestens 100 Millionen Euro Fondsvolumen zu investieren. Vier der sechs ETFs erfüllen dieses Kriterium – zwei davon knapp.Das Alter
Ein ETF, der erst seit einem Jahr auf dem Markt ist, hat noch keine Bewährungsprobe bestanden. Tracking-Differenzen, also die Abweichung zwischen ETF-Rendite und Index-Rendite, lassen sich etwa erst über mehrere Jahre zuverlässig beurteilen. Hier hat der Xtrackers-ETF mit zwei Jahren einen klaren Vorsprung - aber natürlich sind alle ETFs noch recht jung.Die Ausschüttungsmethode
Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden hingegen regelmäßig aus. Das ist sinnvoll, wenn ihr das Geld als passives Einkommen nutzen möchtet. Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch. Das ist ideal für den langfristigen Vermögensaufbau, weil der Zinseszinseffekt voll greift.
Wie nehmt ihr den MSCI World ex USA in euer Portfolio auf?
Der MSCI World ex USA ist kein Ersatz für ein globales ETF-Portfolio, sondern eine Ergänzung. Sein eigentlicher Mehrwert entfaltet sich erst in Kombination mit einem Welt- oder USA-ETF. Zusammen ergibt das eine elegante Zwei- oder Drei-ETF-Lösung, bei der ihr selbst bestimmt, wie viel Amerika in eurem Portfolio steckt.
Variante 1: USA-Anteil vom MSCI World abschwächen
Ihr habt bereits einen MSCI World-ETF und wollt euren USA-Anteil reduzieren? Dann könnt ihr ihn gezielt mit einem MSCI World ex USA ETF ergänzen.
Hier sind drei mögliche Aufteilungen:
30 % MSCI World ex USA/ 70 % MSCI World
Der effektive USA-Anteil sinkt von 70 % auf rund 49 % – ihr steuert dem US-Übergewicht also behutsam entgegen.50 % MSCI World ex USA/ 50 % MSCI World
Der effektive USA-Anteil sinkt auf rund 35 %. Damit halbiert ihr die USA-Abhängigkeit gegenüber dem klassischen MSCI World nahezu.70 % MSCI World ex USA/ 30 % MSCI World
Der effektive USA-Anteil sinkt auf rund 21 %. Die USA sind damit nur noch eine Region unter vielen und kein dominierender Faktor mehr.
Hinweis: Der USA-Anteil im iShares Core MSCI World ETF liegt aktuell bei rund 70 % (Stand: Februar 2026). Das ist der Ausgangspunkt für alle drei Szenarien.
Wenn ihr schon einen MSCI World-ETF habt, gibt es zwei Möglichkeiten, wie ihr euer Portfolio mit einem MSCI World ex USA-ETF anpassen könnt:
- 1.
Der einfachste Weg: Ihr lasst euren bestehenden MSCI World ETF unangetastet und lenkt künftige Sparraten vollständig oder teilweise in den MSCI World ex USA um. Dann müsst ihr nichts verkaufen, keine Steuern zahlen und nicht kompliziert umstrukturieren. Der USA-Anteil sinkt mit der Zeit automatisch – je mehr neues Kapital in den ex-USA-ETF fließt.
- 2.
Der schnellere Weg: Ihr verkauft einen Teil eures MSCI World ETFs und kauft dafür den MSCI World ex USA. Das verschiebt die Gewichtung sofort. Ihr solltet dabei aber bedenken, dass beim Verkauf Kapitalertragsteuer anfällt, sofern ihr Gewinne realisiert.
Variante 2: USA-Anteil selbst beimischen
Ihr startet neu und wollt euer Portfolio von Grund auf selbst gestalten? Dann könnt ihr einen MSCI World ex USA-ETF nutzen, um euren USA-Anteil von Anfang an gezielt festzulegen.
Eine elegante Möglichkeit ist, einen reinen USA-ETF, etwa auf den S&P 500 oder MSCI USA, mit dem MSCI World ex USA zu kombinieren. Der USA-ETF deckt den amerikanischen Markt ab, der MSCI World ex USA-ETF den Rest der Industriewelt. Zusammen ergibt das eine vollständige Abdeckung der globalen Industrieländer – mit einer Gewichtung, die ihr selbst in der Hand habt.
Hier sind drei typische Aufteilungen als Orientierung:
60 % USA-ETF/ 40 % MSCI World ex USA
Die USA-Gewichtung ist ähnlich stark wie im klassischen MSCI World, aber ihr könnt sie bei Bedarf selbst anpassen.50 % USA-ETF/ 50 % MSCI World ex USA
Eine ausgewogene Aufteilung, die den USA-Anteil gegenüber dem MSCI World spürbar reduziert.40 % USA-ETF/ 60 % MSCI World ex USA
Eine bewusste Untergewichtung der USA – für Anleger:innen, die international stärker diversifizieren wollen.
Welche Aufteilung die richtige ist, hängt von eurer persönlichen Einschätzung ab. Hier gibt es keine objektiv korrekte Antwort.
Beide eben genannten Varianten haben eine Lücke: Sie decken ausschließlich Industrieländer ab. Länder wie China, Indien, Brasilien, Südkorea oder Indonesien fehlen komplett – obwohl sie zusammen rund 40 % der globalen Wirtschaftsleistung ausmachen.
Wer wirklich global investieren will, kann zusätzlich einen ETF auf den MSCI Emerging Markets beimischen.
Eine Drei-ETF-Aufteilung könnte so aussehen:
40 % USA-ETF
30 % MSCI World ex USA
30 % MSCI Emerging Markets
Das ist aber nur ein Beispiel: Ihr könnt die Gewichtung flexibel anpassen – je nachdem, wie stark ihr USA oder Schwellenländer gewichten wollt. Alternativ könnt ihr statt dem MSCI World auch einen MSCI ACWI-ETF nutzen – hier sind Schwellenländer bereits enthalten.
Ihr seid noch auf der Suche nach dem passenden Depot-Anbieter? In unserem Depot-Vergleich haben wir alle gängigen Broker für euch unter die Lupe genommen:
Fazit: Für wen lohnt sich der MSCI World ex USA?
Der MSCI World ex USA ist ein Index, der alle Industrieländer außer den USA abbildet. Er kann euch dabei helfen, den Anteil der USA in eurem Portfolio zu reduzieren – oder zumindest aktiver zu steuern.
Ihr könnt einen MSCI World ex USA-ETF etwa mit einem reinen USA-ETF kombinieren, um die Gewichtung selbst festzulegen. Wenn ihr schon einen MSCI World habt, könnt ihr ihn gezielt um eine USA-freie Variante ergänzen.
Damit trefft ihr aber immer auch eine Annahme: dass internationale Märkte künftig besser laufen als die USA. Ob das so kommt – oder ob die USA auch in den nächsten Jahrzehnten weiter dominieren – weiß niemand.
Wenn ihr euch damit nicht beschäftigen wollt oder keine klare Meinung dazu habt, könnt ihr auch einfach bei einem klassischen Weltportfolio bleiben und den hohen USA-Anteil akzeptieren. Noch breiter als mit dem MSCI World streut ihr mit einem All-World-ETF (z. B. MSCI ACWI oder FTSE All-World), der zusätzlich Schwellenländer enthält.










